Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
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An den Ufern des Nheines.

Die Art ergriff da Siegfried und tat so grimmen Schlag,Daß gleich das Haupt des Wurmes ihm zn den Füßen lag.Die roten Blutströme sammelten sich zum See;

Dem jnngen Helden wurde ron dein Arbeiten weh.

Nun gönnt' er sich nicht Ruhe! in des Drachen Brust er brachUnd forschte da dem Herzen des Ungetüme? nach.

Da verbrannt' er sich die Finger, es war zum Glichen heiß;Nun tat er, wie ein jeder tut, wenn er den Grnnd nicht weiß:

Er steckte sie zn kühlen geschwind in seinen Utnnd;

Da ward dem stolze» Knaben seltsame Märe kund:

Drei Nachtigallen schlugen ans dein Lindenast,

Und alles, was sie sangen, das galt dem herrlichen Gast.

Da war ihm, als verftünd er der Vögel Licderschall;

Nun hört was ihm gesungen die erste Nachtigall:

„Wenn er im Blute badete, der junge Degen wert,

Kein Eisen je ihm schadete, ihn verwundete kein Schwert."

Die zweite sang: ,,Der Jüngling ist nun reich genug,

Der Hort ward sein eigen, als er den Drachen schlug,

Ans dem im hohlen Berge der arge Fafner lag.

Einen Schatz so unerschöpflich beschien wohl nimmer der Tag."

Alsdann begann die Dritte: „Nun räch es seine HandAn Minien, der ihn böslich z» Fasnern gesandt.

Denn des Drachen Bruder ist der weise Schmied:

Und soll ers nicht entgelten, der Meister, der ihn verriet,

,,2o rächt noch an ihm selber Mime des Bruders Mord."Das alles hörte Siegfried, ihm entging nicht ein Wort.

Nicht lange blieb unentschlossen der teuere Degen gut.

Ab riß er seine Kleider und warf sich in die Flut.

Als er sich gebadet der roten Flut cntschwang,

Da begehrt' er nicht des Hortes, von dem der Vogel sang,

Er begehrte nur zu rächen König Siegmunds Tod.

Und wieder sang der Vogel vom Hort; er sprach: „Was Hab ich Not

„Des Golds im Drachcnbette? Lachen müßten hellHnndings Söhne, wollte minder schnellEin Königssohn um Nache werben, denn um Gold:vergaß ich so des Vaters, da wär ich so Schätzen allznhold.

„Noch ist er nngerochcn: Was schaff ich hier im Wald?

Mir tat doch nichts zu Leide des Drachen Ungestalt;

Auch Hab ich noch zn rügen Minies verrat."

Da rannt er aus dem Walde und war der Schmiede schon genaht

Als Eckart ihn erschaute, der immer Treue pflag,

Da warnt er seinen Meister: „Euer jüngster TagIst, wähn ich, nun gekommen, wenn ihr nicht eilends flieht:Da rennt schon aus dem Walde der junge Siegfried,