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An den Ufern des Rheines.
Doch da, wo mancher andachtsvoll,
Empor zu Kreuze schaute,
Dem Schmied im sünd'gen Herzen quollDie Habsucht und des Wertes Gier,
Daß er an heil'ger Statt' dafürSich Raubsbcsckstuß getraute.
Und was sein Herz voll Gier ersann,
Auch wirklich auszuführen,
Dazu war fertig bald der Plan:
Und trägt die Kirckstür' auch ein Schloß,Sei's noch so künstlich, noch so groß,Wie dürft' ihn das beirren.
Ein Schmied macht selbst die Dietrich' ja,Die Schlösser aufzuschließen,
Wie war' ein Hindernis wohl daDas ihm verwehren könnt' den Raub.Der inn'ren Warnung war er taub,Betäubt war sein Gewissen. —
So ging er denn in finst'rer Nacht,Die Silberkron' zu stehlen.
Er schließt sich auf das Kirchtor sackstUnd schleicht mit einer Leiter dannSich ru dem Krenzaltar hinan:
Die Tat kann nicht verfehlen I
So denkt gar oft der Mensch im Wahn,Glaubt, nichts sei übersehen;
Ein kleiner Rechenfehler dannBringt jäh dein ganzen Plane Sturz;So hier: Die Leiter war zu kurz,
Wie's sollt, so wollt's nicht gehen.
Allein es muß! denn wollte er
Sich eine käng're holen —
An heil'ger Stätte graust's doch sehr,
Wird doppelt wach Gcwisseusstimm', —
Da könnt's zu lam wohl rufen ihm:
„Laß ab, es ist gestohlen!"
Ja, jal es muß! — Er streckt den Arm,
Er stellt sich auf die Zehen; —
Es wird zwar Kopf und Herz ihm warm.
Doch, schon erfaßt hat sie die Hand
Gelöst schon ist das haltend' Band,
Was könnt' nun noch geschehen!
Du denkst: Was könnt' nun noch gescheh'n,
Du frevler Dieb im Tempel? —
Wir werdcn's baldig seh'u.
Die Krone fällt ihm aus der Hand,
Trifft hart ihn an der Nase Wand,
Setzt dort des Raubes Stempel.