Zagen am ganzen Niederrheim 18
und sie kniefälligst zu bitten, wieder zurückzukommen und ihmin seiner großen Not zu helfen. St. Peter, gerade umschauend,sieht den Gesellen im vollen Lauf herankommen und sprichtzum Herrn: „Da kommt der Geselle aus jener Sckuniede."Lächelnd entgegnete der Herr: „Ich kann mir schon denken,was der will. Sein Meister wird eine unglückliche Operationmit seinem Weibe vorgenommen haben; ich soll nun kommenund den Schaden reparieren.
So war es in der Tat, und man folgte dem atemloskeuchenden Gesellen auf dein Fuße zurück in die Schmiede.
Nach einiger Zeit führte unser Herr dem verblüfftenMeister sein ohne Verjüngung gebliebenes Weib wieder vor.
„Du hättest wohl," so begann Jesus, „zur Strafe fürdeine Anmaßung und bodenlosen Leichtsinn verdient, daßich dir von deiner Pfuscherei statt deines Weibes einen bösenAffen gemacht hätte, der dir jeden Tag mit den langenNägeln seiner Hände dein Gesicht zerkratzt. Indes habe ichaus Erbarmen diesmal Gnade für Necht ergehen lassen; laßdir aber nie in deinem Leben mehr einfallen, einem höherenMeister ins Handwerk zu pfuschen." Der Schmied, tiefgedemütigt und zerknirscht über das vorhergegangene, dabeifroh, daß die Sache einen so glimpflichen Ausgang genommen,schwur hoch und teuer, von dieser Stunde an sein Herz zurDemut zu wenden, Gott als den Herrn und den Meisterüber alle Meister zu bekennen und anzubeten und das Schildmit jener Aufschrift ins Feuer zu werfen.
T h. Holzschneider.
IV.
St. Petrus nmd der Herv bsi einein Bansr.
Eines Tages kam der Herr mit St. Petrus auf seinerWanderschaft nach Keppeln; in dem ersten großen BauernHause unmittelbar vor dem Dorfe kehrten sie ein und fragtenum ein Nachtlager in der Scheune. Der Bauer, ein echterGradaus, sagte: „Ja, ja! Das ist schon gut, aber so kräftigeLeute, wie ihr seid, können auch die Kost verdienen. Ihrkönnt sogar die ganze Woche hier bleiben; dagegen müßtihr für Essen und Schlafen mir dreschen helfen." St. Petrusschaute den Herrn seitwärts mit einem eigentümlichen Blickan, denn das Dreschen gefiel ihm garnicht. Der Herr gingruhig auf das Verlangen des Bauern ein. Nach einemkräftigen Abendessen führte der Bauer die beiden auf dieZelle, wo ihr Bett stand und sagte: „So da sollt ihr schlafen!