offenbar schon zu viel Fälle, als daß man sie sich so leichtes Kaufesals nachlässige und ungeschickte aus dem Wege schaffen könnte. Da-neben erscheint Christus in langer Tunica, oder in einer Toga,welche die Tunica ganz verdeckt.
Schon ans diesen Widersprüchen ergiebt sich, daß die Darstel-lungen der Katakomben ganz willkührlich sind und nicht als ar-chäologische Quelle gebraucht werden können. Daß sie dies auchnach den Absichten ihrer Urheber gar nicht sein sollten, daß diesel-ben überhaupt kein bestimmtes Costüm festzuhalten beabsichtigten,zeigen uns zahlreiche sonstige Züge auf den ersten Blick. Christusz. B. erscheint bald ohne, bald 'mit Bart in den nämlichen Scenen;der gute Hirt statt mit einem Lamme sogar mit einer Ziege aufdem Rücken, u. dgl. mehr.
Hr. Clemens aber schließt: „Wegen der lebendigen Kraft der„Ueberlieferung und weil wahrscheinlich die Tracht der Morgcnlan-„dcr in jenen Jahrhunderten der Tracht derselben zur Zeit Christi„ähnlicher war, als dies von allen spätcrn Zeiten vermuthct werden„kann, sind sie in Bezug auf die Kleidung, worin Christus und„seine Jünger erscheinen, von unabweislicher Wichtigkeit."
Wir bedauern hierauf, weil es die Wahrheit so fordert, aber-mals kein milderes Wort erwidern zn können, als daß dieser Schlußeben nichts beweist, als die mangelhaften Vorkenntnisse des Hn. Dr.,der nicht bemerkt hat, daß er hier gar keine morgcnländische, son-dern römische Eostüme vor sich habe. Wie überhaupt diese christ-liche Kunst ganz auS der heidnisch-römischen hervorgegangen ist undderen Technik, äußere Behandlung, Symbole und selbst Gegenständebeibehält, so sind auch die Kleidertrachtcn wesentlich dieselben. Diesist nicht etwa unsere Behauptung, es ist das einfache thatsächlicheVerhältnis, welches cm jeder weiß, der sich irgend mit diesen Din-gen und ihrer Literatur beschäftigt, der nicht bloß ohne Nachdenkenund Verstand Aringhi'ö oder anderer Abbildungen angeguckt hat.Vergebens für Hn. Clemens hat Bottari die Einzelheiten des Co-stüms erläutert, vergebens Raoul-Rochctte in drei Abhandlungen vollreicher Gelehrsamkeit die Uebcreinstimmung der einzelnen Gegenstände
1) Wie das bei ihrer symbolische» Nichtimg nicht zu verwundern ist,Vgl. Schuaase Geschichte der bild, Künste III. bes. S- 72-
2) IZttNari I'itturo t! goalture II. tav. Iba. p. 123 ; citirt bei kaoul^jlveltMto I, O.