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3 (1845)
Entstehung
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allem Rcliquicnabcrglauben entfernt gewesen, daß um das h. Kreuz,gleich als sei es ein werthloses Stück Holz, sich kein Mensch ge-kümmert habe. Joseph von Arimathäa') erhielt den Leichnam desHerrn von Pilatus; er konnte, was bei allen andern Reliquien nichtder Fall war, in vollster Sicherheit Kreuz und Nägel zu sich nehmen:aber sie haben so wenig Werth für ihn, daß er sie verächtlich liegenläßt, so wenig Werth für andere, daß sie unberührt und unbeachtetan ihrer Stelle bleiben, bis endlich die Zeit darüber Schutt aufhäuft,oder, wie andre z. B. Ambrosius, vcrmuthlich nach Bericht vonAugenzengen, versichern, der Teufel sie unter der Erde verbirgt.

Ein drittes kommt hinzu. Die Stelle, welche man setzt alssolche angiebt, ist ohne Zweifel dieselbe, aus der Constantin seineGrab und Golgatha umfassende Kirche erbaute. Es ist sedoch er-wiesen , daß sie nicht die wahre Kreuzigungsstätte ist,") also aus ihrnicht das wahre Kreuz gefunden sein kann. Ihrem wirklichen Inhaltnach beschränkt sich die streitige Frage daraus, ob Helena oder irgendjemand anders der glückliche Finder gewesen, welchem man das Kreuzoder die Kreuze hingelegt hat. Da die erstere Annahme einen sehrwesentlichen Punkt in dein Vcrtheidigungssystem des Trierer Rockesbildet, hat sich vornämlich Hr. l )r. Binterim") veranlaßt gesehen,uns gegenüber an der Wiedergewinnung dieser Schanze sich zu ver-suchen. Wenn wir uns auf sein Raisonniren einlassen, so kann dieAbsicht nicht sein unsere Kritik der KreuzfindungSgeschichte noch weiterzu beweisen: alle das Urtheil bestimmende Daten sind ausreichend er-örtert, und Einwürfe, die wir nicht vorhergesehn und im Vorausaus dem Wege geräumt hätten, sind nicht gemacht worden; wir haben

) DieFurcht der Anhänger Jesu und die Gefahr, womit das Bekenntmß,es zu sein, gleich nach der Kreuzigung verbunden sein mußte, zu er-weisen, hatten wir auch das Beispiel Josephs von Arimathäa auge-führt. Die beiden Moselphilosophen, Hr. Ney und Hr. Clemens,halten uns Marc. 15, 43. entgegen, woselbst stehe, daß er kühn zuPilatus gegangen, um sich den Leichnam auszukitten. Der Tertlautet: HrXoinrov; rrrs cr« ^

heißt aber nicht kühn, sondern: indem er es wagte, indem er sichein Herz faßte. Man wagt aber nichts, wo keine Gefahr ist, undwenn man zu einer Sache sich ein Herz faßt, so ist das ein Beweis,daß man bis dahin keins gehabt hat. Die angeführte Stelle desJoh. ist zum Beweis dagegen unbrauchbar.

2) S. neuestens Robinson Palästina ll. 26s. ff. iNionius, <le kolgotbain Jllgens Ztschr. für die hist. Theol. 1642 Heft 4. p. 1. ff.

') Seit Erscheinen des ersten Heftes ist von ihm die »zweite Lieferung"seiner Gegenschrift erschienen, welche drei im April-, Mai-, undJuniheft der Katholischen Blätter enthaltene Artikel abdruckt.

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