freilich kein Antographon des Golschcr oder irgendeines der andern Verfasser.
Hr. Laven kann dieß Alles nicht mißversteh». Er hat unterdiesen Umstanden keinen Anspruch darauf, daß man an seinenCoder von 1038 glaube, bis darin der Namen des Verfassersund die Jahrszahl mit deutlichen Lettern nachgewiesen ist. Wirwiederholen, Namen und Jahrszahl. Denn der Name allein,so daß die Jahrszahl auf Trithems Bestimmung herausliefe,hätte nicht das mindeste Gewicht. Trithem nennt zu 1038 alsGolschers Nachfolger Lambert von Legia. Der gehört aber zu1148, folglich muß, wenn Trithem über die Reihenfolge gutberichtet ist, Golschcr ebenfalls in das 12. Jahrhundert fallen.Trithems Darstellung selbst beweist für und gegen 1038, wieman sie gebrauchen will. Jedenfalls ist in seinem Rechte, werbis auf weitere Beweise die gesammte Eristcnz dieses Golschcrbezweifelt, wer ihn wenigstens mit seinen Nachfolger Lambertdem 12. Jahrhundert zuweist, und ein Zeugniß über die Tunicavom Jahre 1038 einstweilen geradezu in Abrede stellt.
Sehn wir jetzt auf den bisher durchlaufenen Weg zurück,was haben wir von Hn. Clemens und seinen Genossen gelernt?lieber die Geschichte des Rockes nichts als das langst Gewußte,daß die Legende darüber erst im 12. Jahrhundert in Trier auf-gekommen ist. lieber sie selbst? Nun, eine erbauliche Hitze habensse mitgebracht zu ihrem Werke, mit glanbensvollen Eifer redensie von Betrug und Fälschung, mit kindischem Selbstbewußtseintappen sse dreist und plump an den Problemen der Wissen-schaft umher. Aber vergebens suchen wir ihre Einsicht undden nothdürftigsten Fleiß, vergebens eine Ahnung des Wissensund die elementarsten Vorkenntnisse; und wenn Lcsssng den Tondes llrthcils bestimmt: »abschreckend und positiv gegenden Stümper, höhnisch gegendcn Prahler,und so bitterals möglich gegen den Cabalcnmachcr« — so haben sieden Inhalt dieser Vorschrift in allen ihren Thcilen verwirkt.