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1) Die Nachricht der Gesten bringt nicht bloß den Reck,sondern mich andere Reliquien zum ersten Male in die Ur-kunde: es ist klar, wenn diese Hciligthümer von erweislichschlechtem Korne sind, so erhebt sich ein gleicher Verdacht ohneWeiteres gegen den mit ihnen in einer Rnie stehenden Rock.
Jene Reliquien sind nun ein Zahn des Apostel Petrus,Sandale» des Apostel Andreas, der Kopf des Papstes Cornelius.Gehn wir sie einzeln durch.
Gegen sammtlichc Reste des Apostel Petrus, so weit sieaußerhalb Roms sich befinden, ist, wie die Sachkundigen wissen,ein gegründeter Verdacht der Unachthcit vorhanden. So weitdie Nachrichten reichen, war man in Rom von jeher ebensofreigebig mit anderweitigen Schenkungen von Reliquien, alsabgeneigt gegen jede Veräußerung der Körpcrtheile des ApostelPetrus. Eine genügende Zusammenstellung darüber gibt derJesuit Papebroch <A. 88. 29. Juni 438 ff.), und bemerkt Fol-gendes über die anßcrrömischen Reliquien, welches Urthcil einesin Wahrheit gelebrten Vorfechters des altern Katholicismuswir den heutigen Reliquienkämpen zur Nachachtung wiederholen :»Bei irgend einer solchen Gelegenheit oder unter Papst Syl-vester') lag die Möglichkeit vor, daß einige und selbst beträcht-liche Körpertheile des Apostels zu andern Kirchen hinweggebrachtwurden: obgleich stets die gerechte Furcht bleibt, daßviele derselben betrügerischer Weise untergeschobenworden sind. Werden solche in gutem Glauben zur Vereh-rung ausgestellt, so wird Gott eher diesen Glauben in Betrachtzieh», als den unmittelbaren Gegenstand der Verehrung, dadiese ja stets ans den Heiligen zurückgeht, dessen Reliquiendie christliche Einfalt hier vorhanden wähnt. Wiehes der wahrenFreigebigkeit widerstrebt, zu ängstlich die Roth der Armen zu
') Papebroch denkt leider hier nicht an das Sylvesterdiplom, sondernan eine Seite 44V von ihm mitgetheilte Inschrift, daß imJahre 319 Sylvester den Körper des Apostels »ach dem Gewichteunter die einzelnen römischen Kirchen vertheilt habe. Er meintalso, die Wahrheit der Inschrift vorausgesetzt, hätte beidiesem Transport eine Entwendung zu Gunsten einer andern Kirche,aber sicher ohne Sylvesters Zuthn», vor sich gehn können, lieberdie Inschrift selbst fällt er jedoch dasselbe Nrtheil, was wir über dieUrkunde ausgesprochen haben: sie sei ein Produkt des Mittelalters, einerZeit, welcher bereits alle wahren Zeugnisse über Sylvester verlorengegangen waren.