109 Jahre älter ist (als 1953), so ist gar kein Grund vorhan-den, warum in ihr nicht schon der Nagel Christi erwähnt wird,da dieser bereits im 19. Jahrhundert durch allerlei Wunderge-schichten bekannt war, und bei der Voraussetzung der zeitge-mäßen Erweiterung der Urkunde der Vcrsscrtiger sehr wenigzeitgemäß verfahren wäre, indem er den Nagel ausließ.
Hier hätten wir denn die Höhe dieser Beweisführung er-reicht, und sind wir langsam gestiegen, so hoffen wir, abwärtswird es desto schneller gehen oder stürzen. Welch ein Unsinnist das, dem Fabrikanten einer falschen Urkunde znzumnthen, ersolle gleich Alles zusammentragen, was möglicher Weise in seinenRahmen sich einpassen ließe. Freilich hineinsctzen in eine Urkundekann man nur was eristirt; muß aber ein Nagel deshalb nichteristiren, nm ausgelassen zu werden? ') Seit 889 war die Sagein Trier vorhanden, Helena habe das Abendmahlsmesscr hinge-sandt; aber in keinem Exemplar der Urkunde vom 11. bis zum14. Jahrhundert ist das Messer anzutreffen. Was denn hat derNagel vor dem Messer voraus? Etwa die Wundcrgeschichtendes 19. Jahrhunderts? Wie aber, wenn der Verfcrtiger derUrkunde weniger davon erbaut war als Hr. Clemens? undwenn sich auswiese, daß er darin für seinen literarischen Rufungleich besser gesorgt hätte, als Hr. Clemens?
Wir werden darauf zurückkommen. Hr. Clemens, nachdemer diese Dinge geleistet, geht noch auf S. 56 zu der Frageüber, ob der Verfasser der Vita seine Urkunde selbst angefertigthabe oder nicht: irgend eine Sylbe, die den leisesten Bezug aufden bisher verhandelten Gegenstand haben könnte, ist dann inseinem ganzen Werke nicht anzutreffen. Wie darin also der
Merkwürdig genug ist obiges Raisonncineut nicht etwa eine Sündeaugenblickliche» Eifers. Ein ganz ähnliches erscheint gleich nachher:„es ist seltsam und unbegreiflich, warum H. v. S. bei seiner Be-hauptung, vast die Urkunde »ach den Wünschen und Ansprüchen jederZeit erweitert worden sei, die Entstehung der zweiten Hälfte bisuns den Verfasser der Vita, also bis znm Jahre 1054 aufschiebt".Daun wird erörtert, daß die Helena seit 880, den Nagel seit 000in die Urkunde hätte kommen können, weil beide seitdem in Trierbekannt gewesen. Was hätte nicht Alles in die Urkunde kommenkönnen. Da es sich hier aber darum handelt, was, und wann esgekommen ist, nnd eine Urkunde darüber erst nach 1050 wirklichvorliegt, so ist nichts seltsam, wenn auch begreiflich, als oie Ar-gumentation des Hn. Doctor.