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ter solchen Umstanden auch von dem Verfertiget des Sylvcster-« briefes berücksichtigt wurde, kann nicht Wunder nehmen: daßdiese Verfertigung nicht vor dem Ende des Ist. Jabr-hnnderts geschehen ist, wird sich nach dem Bisherigenschwerlich in Abrede stellen lassen.
Ehe wir zn der Besprechung der folgenden Formen nnsrerUrkunde übergchn, müssen wir die zweite angebliche Quelle derRockgcschichte berücksichtigen, da eine in ihr enthaltene Legendesichtlich bei der Entstehung jener Formen mitgewirkt hat. Wirwiederholen nochmals die obige Andeutung, daß mit dem Endedes 10. Iahrbunderts ein Wendepunkt in den Ansichten derTrierschen Kirche und Gcschichtschreibnng eingetreten ist: damalswird Eucharius der Schüler des Petrus, Maternus der Trägerdes Stabwnnders, der Stab selbst kommt nach Trier, italieni-sche Reliquien werden cingefübrt, bald darauf pilgert ErzbischofPoppo nach Jerusalem und bringt einen syrischen Heiligen mit,weiterhin erfindet man die Namen von 2st trierschen Bischöfen,die vorher nie eristirt haben, entdeckt sonst unerhörte Reliquien,und Rcliqnicngeschichten, wie sie in frühern, einfacher« Zeitenundenkbar gewesen wären: mit einem Worte, die phantastischeProductivität in religiösen Dingen, wie sie die zweite Hälftedes Mittelalters und insbesondere die Zeit der Krenzzüge cha-rakterisirt, läßt ihre Einflüsse auch in dem Mosellande in vollemMaaße spüren.
Wir werden sogleich einige Beispiele dieser Art kennen lernen.§. st.
Das Leben des Agritius hat keine Bedeutung fürde» Rock.
Die Lebensbeschreibung des h. Agritius, in der zweitenHälfte des 11. Jahrhunderts (1053—1071) H verfaßt, erzählteine Geschichte, irgend wann habe irgend ein Bischof zu Trierverschiedene Gerüchte über gewisse im Dome befindliche Reli-quien Christi gehört. Die Einen sagten, es sei der ungenähteRock, die Andern, der Pnrpnrmantel der Passion, wäbrendManche meinten, es seien die Stiefeln Christi. Der Bischof,in dem Wunsche die Verschiedenheit dieser Meinungen auf die
') S, vie Anmerkung am Euve res HesteS.