Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
23
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„natürliche Quelle für die christliche AltcrthumSkunde, an die Ar-„chäologie der christlichen Kunst gewendet, er würde zu einem ganz„andern Ergebnisse gelangt sein."

Eine kleine Vegriffsvcrwcchselnng rügen wir nicht weiter. DaChristus als Jude unter Juden lebte, so gehört die Untersuchungüber seine Kleidung in die jüdische Archäologie.

Hr. Clemens mißbilligt, daß NicbuhrS Zeichnungen zur Er-läuterung dcö Gegenstandes herbeigezogen sind. Die Sclbstvcrläug-nung, mit der er seine Unkundc deö wissenschaftlichen Gebietes, ansdem die Frage ihre Behandlung finden muß, so recht zur Schauträgt, ist wahrhaft philosophisch. AuS einem jeden Lehrbuch derhebräischen AlterthumSknnde kann er sich belehren, daß die Nachrich-ten über die Sitten des QrientS ein unentbehrliches HülfSmittcl fürdieselbe bilden. ')

Aus seiner neucntdccktcn Quelle bringt der Hr. Dr. einige„lantrcdende Zeugnisse der christlichen. Kunst" dafür, daß Christuseine lange Tunica getragen. In den römischen Katakomben seiderselbe „mit sehr wenigen Ausnahme», die fast nur der Nachläs-sigkeit oder Ungeschicklichkeit entsprungen zu sein scheinen (drei derArt werden angeführt) ganz gleichförmig mit langer Tuniea undeinem übergeworfenen Mantel dargestellt. Diese lange TunicaChristi sei auf daS sorgfältigste von der weiblichen Stola unterschie-den, denn sie falle stets nur bis an die Knöchel oder noch eineHandbreit weniger herab, während die weiblichen Stolen immerbis über die Knöchel, bis aus die Erde, beinahe den ganzen Fußverdeckend herabfallen. So oft Christus als der gute Hirt abge-bildet sei, erscheine er ohne alle Ausnahme mit einer kurzen Tunica,

11 So sagt z. B unser verehrter Hr. Domherr Scholz, Handbuch derlübl- Archäologie S- ZZ8 : „Ein nicht minder wichtiges HnlfSmittel„sznr Kcnntniß der häuslichen Verhältnisse) sind die Sitten und Gc-„bränche, welche noch jetzt in jenen Gegenden herrschend sind. Es ist„schon oft die Bemerkung gemacht worden, daß man, wenn man da-„sclbst reiset, nicht bloß in die Zeiten des Bestehens des hebräischen„Staates, sondern selbst in die der Patriarchen zurückversetzt wird, so„genau wiederholen sich die Gebräuche der Nomaden und zum Thcil„auch die der Bewohner in all e n Verhälnisscn des. häuslichen Lebens."Und der verstorbene Domherr Jahn in Wien: Bibl Arch- II, 7l>:„Man muß die unvollständigen Nachrichten (über die Kleider der alten„Hebräer in der Bibel) ans der jetzige» Tracht der Oricntalcr, bcson-„dcrs der Araber, wie sie nnS von de» Reisende» beschrieben wird, cr-„gänzcn und erläutern."