Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

„leicht ohne eine genaue Untersuchung sich beim Betrachten des„Kleides in Bezug auf den Lauf der Figuren ein Irrt hu m ein-schleichen konnte." Diese Nachwcisung wird aber in dem weitcrnVerlaufe oermißt, denn S. 32 ff. oder 194 können doch nicht ge-meint sein. Und die „Augen," welche nach letzterer Stelle zwei bloßin einander gelegte, nicht einmal zusammengefügte, verschiedenfar-bige Gewänder „gar nicht scheiden konnten," scheinen doch nicht sosehr scharf zu sein b

Und nun muß unS Hr. bU'. Clemens, der sich zwar nicht soriel Verdienste um den h. Nock, wie wir nach seiner Meinung, jedochdesto mehrere um die Rechtfertigung unserer Beweise erworben hat, nocheine kleine Frage erlauben. Ans dem Rocke sind Buchstaben. Bro-wer, der Antiguarius dcS Moselstromcs HS. 6-ll): „am Saume siehter anS, als ob — allerhand sarbigtc Buchstaben um denselben her-umstünden") sagen dies, und Hr. Clemens selbst scheint cS zu bestäti-gen, denn sonst hätten die Worte, die er der Notiz beifügt S. 34:„Buchstaben, Worte, selbst Sprüche in die Kleider einzuweben war,„wie im heutigen Oriente, so auch im Altcrthum Nichts Ungewöhn-liches" gar keinen Zweck. Aus der Form derselben wird uns schondie Paläographic nachweisen, welchem Lande, welcher Zeit der Nockangehört. Wie also verhält cS sich mit diesen Buchstaben eigent-lich? Komme man doch gefälligst endlich einmal auch hiermit zu Tage.

Wir wenden uns jetzt dazu, die von unfern Gegnern gegenunsere Beweisführung erhobenen Einwürfe in der früher gewähltenOrdnung zu beleuchten.

Während sich Hr. Clemens in Bezug auf die übrigen Pnnctegegen unsere Ausführung nur negirend verhält, bringt er bei derFrage nach der Länge des Kleides Christi einen positiven Gegen-beweis. ES ist billig, daß wir diesem zuerst sein Recht widerfahrenlassen. S. 29:

„Hätte sich H. G., anstatt sich die Abbildungen heutiger ara-bischer Frauen und Männer bei Niebuhr zu betrachten, an die

1) Es muß Technikern überlassen bleiben, zn entscheiden, ob vor Erfindungder heutigen künstlichen Webstühle dergleichen mit Figuren durchwirkteAcrmclgcwänder ohne Nath gewebt werden konnten.