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1 (1845)
Entstehung
Seite
12
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stellte"). Er spricht S. I9V ans, daß Christus aus gemeinen Ge-fäßen gespeist und, obschon Herr aller Dinge, den Prunk gemiedenhabe. ') Wie sollte er dazu kommen, Chnsto ein Kleid zuzuschrei-ben von der Art, die er sonst als luxuriös darstellt und tadelt, undwußte er von anderer Seite her, daß Christus wirklich ein solcheskünstliches Gewand getragen, wie konnte er dann diese entgegenge-setzten Vorstellungen aussprechen?

Diese Ilmstände mußten einem jeden, der sonst von der Sache,ans die es hier ankommt, nichts weiß, von selbst auffallen. DasNachdenken des Herrn Doctor ist aber nicht so weit gegangen, auchnur diese Widersprüche einznsehn und vorher aus dem Wege zuräumen. Viel weniger ist er also im Stande gewesen, den Sinnder Stelle selbst zu begreifen. Dieser ist denn freilich ein ganz an-derer, als er sich eingebildet hat.

Der Kirchenvater spricht gar nicht von einemKleide, welches Christus getragen habe, sondern erspricht von dem Meil, dem Talar des Hohenpriesters,welchen er nach dem Vorgang des Hebräcrbricfcs als BorbildChristi faßt 2), und dessen Jnfignien er darnach allegorisch deutet.

Für jeden der mit dem System unv der Sprache der Kirchen-väter, und hier besonders des Klemens einigermaßen bekannt ist,kann dicS nicht dem mindesten Zweifel unterliegen. Wir dürfen esindes; nicht verschmähen, zum Besten derer, welchen diese Gebietedes Studiums fern liegen, pnd zur Beschämung der hohlen Unwis-senheit, die desto eher mit ihrem Urtheil fertig ist, je mehr ihr dienöthigen Vorkenntnisse fehlen, die Worte ausführlich zu erläutern.

1) ('lem. 8trom. p. 818 (293. 8. 699 t'.): «077)5« ö /^07?705 06 /7«>

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2) So hatte schon Philo in ihm den Logos gesehn profus. I) 562:denn wir sagen, daß der Hohepriester nicht ein Mensch, sondern dergöttliche Logos sei, der aller nicht bloß freiwilliger, sondern anch un-freiwilliger Sünden nntheilhaft ist" nnd in christlichem Sinne Justi-nns, der Dinl. c. I'r^pd. o. 42 die zwölf Glocken des Talars auf dieApostel deutet.