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1 (1827)
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206
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206 Predigt am sechs und zwanzigsten Sonntage nach Trinitatis.

ten, Gottes Wort hören, fördern, und dergleichen? Warumfallet er denn fo fcharfe und strenge Gerichte allein über die, fodiefe Wercke des fünften Gebots nicht gethan, welche doch fastscheinen solche Wercke, so auch wol die Heyden thun?

Daß er redet von den Wercken der glaubigen Christen, zei-get er selbst damit, so er spricht: Ich bin hungrig gewesen, undihr habt mich gespeiset w. Item: Was ihr gethan habt einemunter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir ge-than. Denn das ist kein Zweifel, daß, wer da solche Wercke derBarmhertzigkeit an den Christen üben soll, der muß selbst auchein Christ und glaubig seyn; wer aber an Christum nicht glau-bet, der wird gewißlich auch keinem Christen so hold seyn, vielweniger Christo selbst, daß er um seinetwillen seinen Armen,Dürftigen, zc. sollte Barmhertzigkeit erzeigen; darum wird er auchsolches vor Gerichte anziehen, und zu Heyden Theilen darnachdas Urtheil fallen, welche solche Wercke gethan oder nicht gethanhaben, als öffentlich Zeugniß der Früchte ihres Glaubens und ih-res Unglaubens.

Das sage ich darum, daß wir sehen, wie Christus am Ge-richte solchen falschen Lügnern und Heuchlern unter den Christenwird aufrücken, und sie vor allen Creaturen überweiset verdam-men, daß sie der Wercke keines gethan, so doch die Heyden thungegen den Ihren; welche doch bey ihrem falschen, irrigen Gottes-dienste viel mehr gethan, und noch viel williger würden gethanhaben, wo sie es besser gewußt hatten.

So nun solch schrecklich Verdammniß, wie billig, über diesegehen wird, so diese Wercke nachgelassen; wo wollen die bleiben,so nicht allein haben dieselben lassen anstehen, Christo in seinenArmen nichts gegeben, noch gedienet, sondern sie auch beraubetdessen, so sie gehabt, zu Hunger, Durst, Blösse gezwungen, unddazu verfolget, verjaget, gefangen und ermordet haben? Die sindso gar unwidersprechlich böse, und so tief zur Höllen Grund ver-dammt, mit dem Teufel und seinen Engeln, daß er auch nichtihr gedencken, noch von ihnen reden will; aber gewißlich wird ersolche Rauber, Tyrannen und Bluthunde nicht vergessen; gleich-wie er gewißlich auch derer nicht vergessen noch unvergolten lassenwird, welche selbst Hunger, Durst, Blösse, Verfolgung :c. sonder-lich um Christi und seines Worts willen, gelitten haben. Wie-wol er doch auch hiermit ihrer nicht vergisset, ob er wol zu denenredet, die sich solcher erbarmet haben, und ihnen geHolsen; son-dern sie gar hoch und herrlich preiset, so er spricht: Was ihr ge-