Vorwort
zur zweiten Ausgabe.
^aß es der gegenwärtigen Auswahl gelungen sei, das Be-dürfnis unserer Zeit zu berücksichtigen, davon ist der Beifalldes Publikums dem Herausgeber ein angenehmer Beweis, undauch die öffentlichen so wie die den Unternehmern freundschaft-lich mitgetheilten Beurtheilungen haben es anerkannt und be-bestätigt. Nur Eine Stimme, die des Recensenten in derHalle sehcn A, Literatur Zeitung, Febr. 1 8 2 7, istdavon abweichender Meinung. Es scheint mir angemessen,über diese Recension einige Worte zu äußern, die zur Recht-fertigung des Grundsatzes, nach welchem der Herausgeber aus-wählen zu müssen glaubte, dienen können, und ihm zur Ent-schuldigung gereichen werden, daß er auch bei der neuen Auf-lage seinem Grundsatze, ungeachtet der dagegen a. a O. ge-machten Erörterungen, nicht ungetreu werden konnte.
Gedachter Recensent sagt: „Viele sehr achtungswürdige„Protestanten möchten dafür halten, es habe, bey einer jetzt„zu veranstaltenden Auswahl aus Luthers Werken, besonders„das zu unserer Zeit wieder so rege gewordene Bestreben der„catholischen Kirche berücksichtiget werden müssen, Luthern als„Menschen und als Reformator herabzuwürdigen und dadurch„unwissende Mitglieder der von ihm gestifteten Kirche zum„Abfall zu verleiten. Nach dieser Ansicht dürfte es am zweck-mäßigsten gewesen sein, solche Stellen aus L. Schriften her-vorzuheben, aus welchen sich die Größe seines Geistes, seine„echte Frömmigkeit, die Lauterkeit seiner Absichten bei dem„Werke der Reformation und seine gerechte Würdigung des