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1 (1827)
Entstehung
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57
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Predigt am ersten Sonntage in der Fasten. 57

Geitz, beweiset die Antwort Christi, daß er spricht: Der Menschlebet nicht alleine durchs Brod; das lautet, als spräche er: Duwillst mich alleine aufs Brod weisen, und gehest mit mir um,als sollte ich alleine auf die leibliche Nahrung dencken. DieseAnfechtung ist gar gemein, auch bey den frommen Leuten, undsonderlich fühlen sie die wohl, die arm sind, Haus und Kind ha-ben und nichts darinnen. Daher spricht St. Paulus 1 Tim. 6,10., daß der Geitz sey eine Wurzel alles Uebels; denn sie ist eineFrucht des Unglaubens.

Zum dritten, siehe, wie sich Christus wider solche Anfech-tung des Bauchs stellet und überwindet. Er stehet nichts, dennSteine und was uneßlich ist; da fahret er zu und halt sich andas Wort Gottes, da stärcket er sich mit und schlagt den Teufeldamit nieder. Diesen Spruch sollen auch alle Christen ritterlichergreissen, wenn sie sehen, daß fehlet und mangelt und altes zuSteinen worden ist, daß der Muth zappelt, und sollen sagen:Was wäre es denn, wenn alle Welt voll Brods wäre, dennochlebt der Mensch nicht durchs Brod allein, sonders es gehöret nochmehr darzu, nemlich das Wort Gottes. Aber die Worte sindso fein und gewaltig, daß wir sie nicht müssen so überlauffen,sondern besser ausstreichen. Solche Worte nimmt Christus ausdem fünften Buch Mösts Cap. 8, 3., da er spricht: Dein Gottdemüthigte dich und ließ dich hungern, und speisete dich mit demManna, welches du und deine Vater nie erkannt hattest, aufdaß er dir kund thäte, daß der Mensch lebe nicht allein durchsBrod, sondern von allem, das aus dem Munde des Herrn ge-het; das ist so viel gesaget: An dem, daß er dich hungern ließ,und bliebest doch gleichwohl so lebendig, möchtest du wohl greif-fen, daß dich Gott ernähret ohne Brod, durch sein Wort; dennwenn du solltest alleine am Brod leben und dich nähren, müßtestdu wohl ohne Unterlaß voll Brods stecken/ Das Wort aber, dasuns nähret, ist, daß er uns zusaget und verkündigen läßt, er seyunser Gott und wolle unser Gott seyn. So ist nun die MeynungMösls und Christi: Wer da Gottes Wort hat und gläubet, derhat die zwey Stücke gewiß, das erste, wo er mangelt und nichthat, sondern muß Hunger leiden, so wird ihn dasselbige eben sowohl erhalten, daß er nicht Hungers stirbet oder verdirbst, alswenn er vollauf zu essen hätte-, denn das Wort, das er hat imHertzen, nähret und erhält ihn auch ohne Essen und Trincken.Hat er aber wenig zu essen, so wird ihn ein Bissen oder StückeBrods auch wol weiden und ernähren, als wenn er eine könig-