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Predigt am ersten Sonntage in der Fasten.
Matth. 4, 1 — N.
Von Christi Anfechtung.
diese Anfechtung zugehe, und wie sie überwunden werde,das wird uns alles hier in Christo gar fein vorgemahlet. Zum er-sten, daß er in die Wüsten geführet wird, das ist, er wird alleinegelassen von Gott, Engel und Menschen und allen Creaturen.Was wäre es für eine Anfechtung, wenn wir nicht verlassen wür-den und alleine gestellet? Es thut aber wehe, daß man nichtsfühlen soll, das uns den Rücken halt; als, daß ich soll michnähren, und habe keinen Heller, keinen Faden, keinen Zaunste-cken ; und fühle auch keine Hülfe bey andern, und ist kein Rathda. Das heißt in die Wüsten geführt und alleine gelassen. Dabin ich in der rechten Schule und lerne, was ich bin, wie schwachmein Glaube ist, wie groß und seltsam Ding es seyn müsse umeinen rechten Glauben, und wie tief der schändliche Unglaube inaller Menschen Hertzen liegt. Wer aber Beutel, Keller und Bo-den voll hat, der ist noch nicht in die Wüsten getrieben, ist auchnicht alleine gelassen; darum fühlet er auch der Anfechtung nicht-Zum andern tritt der Teufel herzu, und sichtet Christuman mit derselbigen Sorge für den Bauch, und mit dem Unglau-ben an Gottes Güte, und spricht: Bist du Gottes Sohn, sosprich, daß diese Steine Brod werden; als sollte er sagen: Ja,verlaß dich auf Gott, und backe nicht; ey harre, bis ein gebra-ten Huhn dir ins Maul fleugt. Sage nun, daß du einen Gotthabest, der für dich sorget. Wo ist nun dein himmlischer Va-ter, der für dich sorget? Ich meyne ja, er lasse dich fein.Iß nun und trinck von deinem Glauben, laß sehen, wie sattdu wirst; ja wenns Steine wären. Wie fein bist du GottesSohn! Wie väterlich stellet er sich gegen dir, daß er dirnicht eine Rinde vom Brod schicket, läßt dich so arm und dürftigseyn; gläube nun mehr, daß du sein Sohn und er dein Vaterist. Mit solchen Gedancken sichtet er wahrlich alle Gottes Kin-der an, und Christus hat sie gewißlich gefühlet; denn er warkein Stock noch Stein, wiewohl er rein und ohne Sünde war undblieb, wie wir nicht bleiben können. Daß aber der Teufel Chri-stum habe angefochten mit der Bauchsorge, oder Unglauben und