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1 (1827)
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53
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Predigt am Sonntage Quinquagesimä. LZ

19, 5: In alle Lande ist erschollen ihr Laut, und ihre Wortebis an der Welt Ende. Was liegt uns daran, daß viel es ver-achten? Muß es doch so seyn, daß viel beruffen und wenig er-wählet sind; um der guten Erden willen, die Frucht bringet mitGeduld, muß der Saame auch vergeblich an den Weg, auf denFels und unter die Dornen fallen; sintemal wir auch gewiß sind,daß Gottes Wort nicht ohne Frucht abgehet, sondern allezeit auchguten Acker findet, wie er hier saget, daß etlicher Saame desSaemanns auch auf guten Acker fallt, nicht alleine an den Weg,unter die Dornen und auf das Steinigte. Denn wo das Evan-gelium gehet, da sind Christen, Efa. 55, 11: Mein Wort sollnicht leer kommen.

Predigt am Sonntage Quinquagesimä.

Luc. 18, 31 — 48.

Von Christi Leiden.

Aiß Evangelium halt uns auch zwey Stücke für, den Glaubenund die Liebe, beyde in dem, daß Christus spricht, er müsse genJerusalem und sich daselbst martern lassen, und im Blinden,welchem Christus dienet und hilft. Das erste Stück, der Glaube,wird damit beweiset, daß die Schrift nicht erfüllet wird, denndurch Christi Leiden, auch die Schrift von nichts, denn von Christosaget, und ist alles um den Christum zu thun, der muß sie er-füllen mit seinem Tode. Muß es aber sein Tod thun: so wirdunser Tod nichts dazu thun; denn unser Tod ist ein sündli-cher und verdammter Tod. Ist aber unser Tod Sünde und ver-dammt, der doch das höchste und schwereste Leiden und Unglückist, was sollten andere unsere Leiden und Marter verdienen?Und so unsere Leiden nichts und verloren sind, was sollten unseregute Wercke thun, sintemal leiden allezeit edler und besser ist,denn Wercke? Es muß Christus hier seyn allein, und das mußder Glaube veste halten. Er saget aber solche Worte zuvor, ehedenn er das Leiden vollbracht, da er auf dem Wege war, genJerusalem zu reisen, gleich als zum Osterfest, da sich die Jün-ger am wenigsten versahen seines Leidens, und meyneten fröhlichzu seyn auf das Fest. Das thut er darum, auf daA sie hernach