Predigt am fünften Sonntage nach Epiphania.
er falsche Lehrer zuerst einwirft. Die gehen schon daher, da isteitel Gott, der Teufel ist weg über tausend Meilen, daß niemandanders stehet, denn wie sie Gottes Wort, Namen und Werckvortragen; das ist fein verschlagen. Aber wenn der Weihen nunaufkömmt, so stehet man das Unkraut; das ist, wenn man rechtvon Gottes Wort will handeln und den Glauben lehren, daßFrucht daraus kommen will, da fahren sie daher und setzen sichdawider, und wollen den Acker innen haben, besorgen sich, derWeihen werde allein auf dem Acker wachsen und ihre Dinge nach-bleiben.
So wunderts denn die Knechte, die Prediger; dürfen sieaber noch nicht urtheilen, wolltens gerne zum besten deuten, weiljene den Christlichen Namen führen. Aber sie sehen, daß sie Un-kraut und böser Saame sind, vom Glauben getreten und aufdie Wercke gefallen, und dencken es auszuraufen; sie klagen esaber vor dem Herrn, durch hertzlich Gebet im Geist. Der sagetdenn wieder, sie sollens nicht ausraufen, das ist, sie sollen Ge-duld haben, und solche Lästerung leiden und Gott befehlen. Dennwiewohl sie den Weihen hindern, so machen sie doch, daß er destoschöner ist anzusehen, gegen dem Unkraut, wie auch St. Paulussagt 1 Cor. 11, 19: Secten müssen seyn, daß die, so bewahretsind, offenbar werden. Das sey davon genug.
Predigt am Sonntage Septuagesima.
Matth. 20, 1 — 10.
Widerlegung der falschen Erklärung des Spruches: Viel sind
beruffen :c.
'Äms dem letzten Spruch: Viel sind beruffen, aber wenig aus-erwählet, schöpffen die vorwitzigen Köpffe mancherley ungereimteGedancken; gedencken also: Wen Gott erwählet hat, der wirdohne Mittel selig; wiederum aber, wen er nicht erwählet hat, derrhue, was er wolle, sey fromm und glaubig, wie er wolle, soists doch von Gott also versehen, daß er fallen muß, und kannnicht selig werden. Derhalben will ichs gehen lassen, wie es gehet.Soll ich selig werden, so gcschiehts ohne mein Zuthnn; wo nicht,
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