Predigt am fünften Sonntage nach Epiphania.
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Mit,
thun, nicht um die Hand. Und müssen gar geistliche Knechtefern, die solch Unkraut erkennen sollen unter dem Weihen. Undin Summa davon, daß wir uns nicht wundern noch erschrecken sol-len, so sich unter uns erheben mancherley falsche Lehre und Glauben.Der Teufel ist auch immer unter den Kindern Gottes, Joh. 1, 6.Aufs andere, wie wir uns halten sollen gegen denselbigen Ketzernund falschen Lehrern. Nicht sollen wir sie ausrotten noch ver-tilgen. Er spricht öffentlich allhier, man solle es lassen mit ein-ander wachsen. Mit Gottes Wort soll man hier allein handeln';denn es gehet also zu in dieser Sache, daß wer heute irret, kannmorgen zurecht kommen. Wer weiß, wenn das Wort Gottessein Hertz rühren wird? Wo er aber verbrennet oder sonst er-würget wird, so wird damit gewehret, daß er nicht kann zurechtkommen, und wird er also dem Wort Gottes entrücket, daß ermuß verloren sevn, der sonst hatte mögen selig werden. Da ge-schieht denn, das hier der Herr sagt, daß der Weihe wird auchmit ausgerauft, wenn man das Unkraut ausgatet. Das ist denngar greulich Ding vor Gott und nimmermehr zu verantworten.Daraus mercke, welche rasende Leute wir sind so lange Zeit ge-wesen, die wir die Türcken mit dem Schwerdt, die Ketzer mit demFeuer, die Jüdcn mit Tödten haben wollen zum Glauben zwingen,und das Unkraut ausrotten mit unserer eigenen Gewalt; geradeals waren wir die Leute, die über Hcrtzen und Geister regierenkönnten, und wir sie möchten fromm und recht machen, welchesdoch allein Gottes Wort thun muß. Aber wir scheiden die Leutevon dem Wort mit dem Morden, daß es nicht kann an ihnenwirken, und bringen also auf einmal zween Mord auf uns, soviel an uns liegt, nemlich, daß wir den Leib zeitlich und dieSeele ewiglich zugleich ermorden, und sagen darnach, wir habenGott einen Dienst daran gethan, und wollen was sonders imHimmel verdienet haben. Darum sollte dieser Spruch billig dieKetzermeister und Leutemörder erschrecken, wo sie nicht eiserneStirnen hatten, ob sie gleich rechte Ketzer vor sich hatten. Nunaber verbrennen sie die rechten Heiligen und sind selber Ketzer.Was will das anders heissen, denn daß sie den Weihen ausrau-fen und geben für, das Unkraut ausgaten, wie unsinnige Men-schen? Daß der Herr den Teufel auch also mahlet, daß er denSaamen werfe, wenn die Leute schlafen, und davon gehet, daßniemand stehet, wer es gethan habe, zeiget er an, wie sich derTeufel schmücken und bergen kann, daß er nicht für einen Teufelangesehen werde; wie wir denn erfahren in der Christenheit, da