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Predigt am vierten Sonntage nach Epiphania.
höret auf sie und sie wird ihnen gewißlich begegnen. Mußt dudoch sonst leiden, wo gleich das Evangelium nicht ist, daß dirnicht jedermann hold sey, und du Feindschaft habest. Also hatRom Krieg und allerley Unglück müssen leiden, ehe das Evan-gelium kommen ist. Derhalb hat das Evangelium an solchemkeine Schuld. Alle Schuld ist des Teufels und unserer Undanck-barkeit. Der Teufel kann das Evangelium nicht leiden undwollte es gern dämpffen, darum richtet er alles Unglück an. Undje gewaltiger das Wort gehet, je zorniger und wütiger er drü-ber wird. Wenn wir denn gegen solchen grossen Schatz uns soundanckbar stellen, ihn nicht annehmen noch brauchen, ja nochhassen und verfolgen wollen, so kanns Gott auch nicht dulden;muß derhalben mit allerley Strafen und Plagen kommen, daßer dem Undanck wehre.
Predigt am fünften Sonntage nach Epiphania.
Matth. 13, 24 — 30.
Ein Gleichniß von dem Unkraut auf dem Acker.
Aiese Gleichniß hat der Herr selbst ausgeleget im selbigen Ca-pitel, durch Anregung seiner Jünger, und spricht: des MenschenSohn sey, der gute Saamen säet; der Acker sey die Welt; dergute Saame seyen die Kinder des Reichs; das Unkraut seyen dieKinder der Bosheit; der Feind, der sie säet, sey der Teufel; dieErnte sey der Welt Ende; die Schnitter seyen die Engel. Diesesieben Stücke fassen und geben das Evangelium klärlich, was ermit der Gleichniß habe gemeynet. So lehret uns nun diß Evan-gelium, wie es in der Welt zugehet mit dem Reich Gottes, dasist, mit der Christenheit, sonderlich der Lehre halben, nemlich,daß deß nicht zu warten ist, daß eitel rechtgläubige Christen undreine Lehre Gottes auf Erden seyn sollten; sondern es müssenauch falsche Christen und Ketzer seyn, auf daß die rechten Christenbewähret werden, wie St. Paulus saget 1. Cor. 11, 19. Denndiese Gleichniß redet nicht von den falschen Christen, die alleinim Leben äusserlich, sondern von denen, die mit der Lehre undGlauben unchristlich sind, unter dem Namen Christen, welcheschön gleissen und schädlich sind. Es ist um das Gewissen zu