Druckschrift 
1 (1827)
Entstehung
Seite
42
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Predigt am vierten Sonntage nach Epiphania.

Matth. 8, 23 27.

Vom Creuy und Leiden der Christen.

Aiese Historie laßt uns ja wol mercken und ein Sprüchwortdaraus machen, daß wir sagen: So gehets, kommt Christus indas Schiff, so wirds nicht lange stille bleiben, es wird ein Wet-ter und Ungestümm kommen. Denn gewißlich gehet es also, wieChristus Lucä am 11, 21. auch sagt, daß der starcke Gewapneterseinen Pallast in Ruhe und Friede besitzet, bis ein Starckererkommt; alsdenn gehet der Unfriede an und hebt sich ein Schlagenund Kämpffen an. Also siebet man in der Historia des Evan-gelii auch. Wenn es zuvor alles still ist, alsbald Christus sichmit einer Predigt hören und mit einem Wunderwerck sehen laßt,da brennet es in allen Gassen. Die Pharisäer, Schriftgelehrten,Hohenpriester rotten sich und wollen ihn schlecht todt haben, undsonderlich der Teufel hebet erst recht an zu toben und wüten.Solches sagt Christus lang zuvor, Matth. 10, 34. 33. 36: Ihrsollt nicht wähnen, daß ich kommen sey, Friede zu senden aufErden; ich bin nicht kommen, Friede zu senden, sondern dasSchwerdt. Denn ich bin kommen, den Menschen zu erregenwider seinen Vater, und die Tochter wider ihre Mutter, und dieSchnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde wer-den seine eigene Hausgenossen seyn. Das dienet aber alles miteinander dazu, daß du dich wohl zuvor bedenckest, ob du willst einChrist seyn oder nicht. Denn so du willt ein Christ seyn, soschicke dich auf biß Ungewitter und diesen Unfriede, da wird nichtsanders aus. Wer in Christo will gottselig leben, sagt St. Pau-lus 1. Tim. 3, 12., der muß Verfolgung leiden. Daher ver-mahnet auch Jesus Sirach c. 2, 1. 2. alle Gläubigen und spricht:Mein Sohn, willst du Gottes Diener seyn, so schicke dich zurAnfechtung, halt vest und leide dich. Als wollt er sagen.- Wenndu Gottes Diener nicht willt seyn, so fahre immer hin, der Teu-fel wird dich wohl zufrieden lassen, bis zu seiner Zeit. Wiederumaber, so du begehrest Gott zu dienen und ein Christ zu seyn, sogib dich nur willig dahin; das Wetter und die Verfolgung wer-den nicht aussen bleiben. Darum fasse einen Muth, daß du da-für, als vor einem unversehenen Zufall, nicht erschreckest; fürchte