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1 (1827)
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33
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Predigt am ersten Sonntage nach Epiphania. 33

Heiligen will lehren, wie sie sollen rechten Trost suchen, und sichdrein schicken, daß sie Christum finden und behalten. Da ist nundas Hauptstück in diesem Evangelio, das uns lehret, wie und wowir Christum suchen und finden sotten. Wie der Text sagt, daßMaria und Joseph das Kind Jesum drey Tage gesucht haben,und doch nicht finden, weder in der Stadt Jerusalem, noch unterden Freunden und Bekannten, bis so lang sie in den Tempel, daer sitzet unter den Lehrern, kommen, da man die Schrift undGottes Wort handelt. Und da sie sich entsetzen und ansahen zuklagen, wie sie ihn mit großen Schmertzen gesucht haben, ant-wortet er ihnen:

Was ists, daß ihr mich gesucht habet?

Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, was meinesVaters ist?

Was ist das gesagt: Ich muß seyn in dem, das meines Va-ters ist? Sind nicht alle Creaturen seines Vaters? Alles ist sein;aber die Creaturen hat er uns zu unserm Gebrauch geschenckt,daß wir damit hier in diesem weltlichen Leben walten sollen, wiewir wissen. Aber eines hat er ihm vorbehalten, das da heiligund Gottes eigen heißt, und wir sonderlich von ihm empsahenmüssen. Das ist sein heiliges Wort, dadurch er die Hertzen undGewissen regieret, heilig und selig macht. Darum auch der Tem-pel sein Heiligthum oder heilige Wohnung hieß, daß er darinnendurch sein Wort sich gegenwartig erzeigete und hören ließ. Alsoist Christus in dem, das seines Vaters ist, wenn er durch seinWort mit uns redet, und dadurch uns auch zum Vater bringet.Siehe, darum strafet er nun seine Eltern, daß sie so irre lausten,und ihn suchen in andern, weltlichen und menschlichen Sachenund Geschafften, unter Bekannten und Freunden, und nicht den-cken, daß er sein müsse in dem, das seines Vaters ist. Will hie-mit anzeigen^ daß sein Regiment und das gantze Christliche We-sen allein stehet in dem Wort und Glauben, nicht in andernausserlichen Dingen, (wie die ausserliche scheinende Heiligkeit desJudenthums war,) noch in zeitlichem, weltlichen Wesen oderRegiment. Kurtz, er will sich nicht finden lassen, weder unterFreunden noch Bekannten, noch was ausser dem Amt des Wortsseyn mag. Denn er will nicht weltlich seyn, noch in dem, dasweltlich ist, sondern was des Vaters ist; wie er denn von seinerGeburt an und in seinem gantzen Leben allezeit sich erzeiget hat.Wol ist er in der Welt gewest, aber sich nicht in der Welt gehal-ten, wie er auch zu Pilato sagt: Mein Reich ist nicht von dieser!- 3