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1 (1827)
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Predigt am ersten Sonntage nach Epiphania.

Predigt am ersten Sonntage nach Epiphania.

Luc. 2, 42 52.

Krempel des Creuyeo, und ovo Christus zu suchen sey.

A) Evangelium halt uns.erstlich vor an der Mutter Christi,ein Exempel des Creutzes und hohen Leidens, so Gott seinen Hei-ligen widerfahren laßt. Denn wiewohl die heilige Jungfrau hoch Igebenedeyet mit allen Gnaden, und ein schöner Tempel des heili-gen Geistes war, und vor allen zu den Ehren erwählet, daß sieeine Mutter wäre des Sohns Gottes, und ohne Zweifel auch diegrößte Lust und Freude an ihrem Kind gehabt hat, mehr dennkeine Mutter, wie es denn natürlich seyn mußte: hat sie dochGott also regieret, daß sie nicht hat müssen eitel Paradies, son-dern viel Unglück, Schmerzen und Hertzeleid an ihm haben.Denn das war der erste Jammer, so ihr widerfuhr, daß siemußte gebaren zu Bethlehem, an einem fremden Ort, da sie kei-nen Raum hatte mit ihrem Kinde, denn in einem offenen Stallzu liegen. Der andere, daß sie bald nach den sechs Wochen mußmit dem Kindlein ins Elend fliehen, bis ins siebente Jahr. Sol-chen Elends wird sie ohne Zweifel viel mehr gehabt haben, dasnicht beschrieben ist. Derselben eines, und nicht das geringste,ist auch dieses, so er ihr allhier auf den Hals legt, da er sich vonihr verleuret im Tempel, und laßt sich so lange suchen und nichtfinden. Da hat er sie so erschreckt und betrübt gemacht, daß siehatte mögen verzagen, wie sie auch bekennet und spricht: DeinVater und ich haben dich mit Schmertzen gesucht. Denn, laßtuns ein wenig dencken, wie ihr muß zu Sinn und Muth gewestseyn. Es verstehet ein jeder Vater und Mutter wohl, was esfür Jammer und Hertzeleid ist, wenn etwa ein Kind, das ihnenlieb ist, unversehens von ihnen kommt, da sie nicht anders wissen,denn daß es verloren sey. Und wenn es gleich nur eine Stundelang wahret, was ist da für Traurigkeit, Heulen und Klagen,und gar kein Trost, Essen, Trincken, Schlafen noch Ruhen, undsolcher Jammer, dafür sie lieber wollten tobt seyn. Wie vielgrößer wird es, wenn solches einen ganzen Tag und Nacht, odernoch langer wahret? Da eine jegliche Stunde nicht ein, sondernhundert Jahr lang wird. Nun siehe dagegen diese Mutter, dierestlichen ihren eigenen Sohn verleuret, dergleichen sie, noch keine