24 Predigt am Neujahrstage.
Vater und Mutter, an den Aertzten; denn diese sind auf diesesLeben und zeitliche Roth gestiftet. So du aber glaubest, daß nachdiesem Leben ein anders sey, zu demselben darfst du dieses Hei-landes, dazu sonst weder Kavser, Vater, Mutter, Artzt, noch je-mand anders, auch kein Engel kann helfen. Wohl ists wahr,wenn der Kayser, Vater und Mutter und andere Menschen inleiblicher Noth nicht helfen wollen oder können: so will der HerrJesus da seyn, und den Seinen auch in leiblichen Nöthen bey-stehen; aber das ist sein sonderlich und vornehmlich Amt nicht,darum weisen wir Prediger die Leute auch nicht vornehmlich dar-auf. Das ist aber sein sonderlich Amt, und da will er seinenNamen gegen alle Sünder sehen lassen, daß er Jesus Heisse, daßer von Sünden, dem ewigen Tod und des Teufels Reich willhelfen; darzu dürfen sie auch sein. Denn, so keine Hölle, keinTcufelsreich, keine ewige Strafe und Pein wäre, wozu wolltenoder dürften sie des Herrn Jesu? Sonst wäre es gleich eins, wennein Mensch dahin stirbt, als wenn ein Baum umfallet, oder alseine Kuhe; wenn sie stirbet, so ists alles aus. Darum stehet manauch, wie ein wild, ruchlos Gesinde das ist, das von Gott und demewigen Leben nichts glaubet. Wer aber glaubet, daß ein Gott sey,der muß bald schliessen, daß es mit diesem Leben hier auf Erdennicht gar ausgerichtet sey, sondern daß ein anders und ewiges Le-ben davornen sey. Denn das sehen wir in der Erfahrung, daßGott dieses zeitlichen Lebens sich vornehmlich nicht annimmt;sonst würde er die bösen Buben nicht so lang lassen ihren Muth-willen treiben und hier auf Erden alle Fülle haben. Aber Gottsagt uns zu nach diesem Leben ein ewiges; zu demselben soll dasKindlein Jesus unser Heiland und Helfer seyn. Und wenn eruns dazu hilft, so hat er uns genug geHolsen, und liegt nichtsdaran, ob er uns schon in diesem zeitlichen Leben läßt umwaten,als hätten wir keinen Gott, der uns helfen wollte oder könnte;denn seine Hülfe soll eine ewige Hülfe fern. Daran sollen wiruns gnügen lassen, es gehe mit dem Zeitlichen, wie es wolle.So lerne nun ein jeder mit Fleiß, daß diß Kindlein Heisset Jesus,ein Heiland, und mercke die Deutung, welcherley Heiland er sey,nemlich, wenn man in Nöthen steckt. Da ist kein Geld; Vaterund Mutter verlassen uns; gute Freunde fallen ab, und kommtdazu die Zeit und Stunde, daß man der Sünden Last fühlet;das Gewissen erschrickt und zaget; der Teufel thut seine feurigePfeile hervor, und in Summa, da ist keine menschliche Hülfenoch Rath.- in solcher Noth ist diß Kindlein ein Heiland, der