Druckschrift 
1 (1827)
Entstehung
Seite
21
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Predigt am Weihnachtstage. 2 t

mögen, ist Gottes; den lassen sie damit walten und begnügensich daran, daß sie einen gnadigen Gott haben. Wer da weiß,daß alles sein Ding nichts ist vor Gott, der achtet sein auch nichtfast, gedencket auf ein anders, daß vor Gott etwas sey, das istChristus. Daraus folget, daß, wo wahre Christen sind, da magkein Streit, Hader, Unfried unter seyn, wie Esaias c. 11, 9.verkündiget und spricht: Sie werden nicht einer den anderntödten, noch beschädigen auf meinem heiligen Berg; (das ist, inder Christenheit,) folget die Ursache: Denn es ist die Erde vollErkenntniß Gottes; das ist, dieweil sie Gott erkennen, daß allessein ist, und unser Ding nichts, so können sie wohl Friede habenunter einander. Wie auch derselbe Esaias c. 2, 4. saget: Siewerden ihr Schwerst wandeln in Pflugschaaren und ihre Spiessein Sicheln; sie werden hinfort nicht gegen einander das Schwerdtaufheben, noch zum Streit sich üben. Darum heißt unser HerrChristus ein König des Friedens, und ist bedeutet durch denKönig Salomen, welcher auf Deutsch heißt Friedrich, daß eruns Friede macht inwendig gegen Gott in unserm Gewissen,durch den Glauben, auf sich gebauet, und auswendig gegen denMenschen in leiblichem Wandel, durch die Liebe, daß also durchihn allenthalben Friede sey auf Erden. Das dritte ist der guteWille der Menschen. Hier Heisset nicht der gute Wille, der dagute Wercke wircket, sondern das Wohlgefallen und friedlicheHertz, das ihm lasset alles gefallen, was ihm widerfähret, es seygut oder böse. Denn die Engel wußten wohl, daß der Friede,davon sie singen, sich nicht weiter strecket, denn unter die, so inChristo wahrhaftig glauben, dieselben haben gewißlich unter ein-ander Friede. Aber die Welt und der Teufel haben keine Ruhe,lassen ihnen auch keinen Friede, verfolgen sie bis in den Tod;wie Christus Joh. 16, 33. saget: In mir sollt ihr Friede haben,in der Welt werdet ihr Gedräng haben. Darum war es denEngeln nicht genug, zu singen den Friede auf Erden, sondernauch das Wohlgefallen der Menschen, das ist, daß sie es ihnenalles lassen Wohlgefallen, loben und dancken Gott; düncket sierecht und gut feyn, wie Gott mit ihnen verfähret und verfahrenlasset; murmeln nicht, stehen fein gelassen und willig in GottesWillen; ja, weil sie wissen, daß Gott alles thut und schaffet, densie doch durch Christum haben im Glauben zum gnädigen Vaterüberkommen, so rühmen sie und freuen sich, wenn sie verfolgetwerden; wie St. Paulus Rom. 5, 3. saget: Wir rühmen undprangen in den Verfolgungen. Es düncket sie alles das beste