Predigt am ersten Advent-Sonntage. 6
prachtiger, herrlicher König vor der Welt, sondern ein Gerechterund ein Heiland, der Gerechtigkeit und Seligkeit mit sich bringen,. ^ und Sünde und Tod angreifen und ein Sündenfeind und Todes-würger seyn soll, der allen denen von Sünden und ewigem Tod- 'l-. will Helsen, die an ihn glauben und ihn als ihren König auf-
nehmen, und sich den armen entlehnten Esel nicht argern lassen.Die solches thun, denen soll die Sünde vergeben seyn und derTod nicht schaden, sondern sollen das ewige Leben haben undnicht sterben; und ob sie schon leiblich einmal sterben und be-
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graben werden, so soll es doch nicht ein Tod seyn und heissen,sondern nur ein Schlaf. Solches will der Prophet von diesem
^' König rms lehren mit dem, daß er ihm diese zwey Namen gibt,
und Heisset ihn gerecht und ein Heiland, als sollte er sagen: Die-
ser König soll seyn und heissen ein Sündenfresser und Todver-
scblinger, der die Sünde tilgen, der dem Tod die Zahne aus-« brechen, dem Teufel den Bauch zerreissen, und also uns, die wiran ihn glauben, von Sünd und Tod frey machen soll und unter^ - kAM» die Engel führen, da ewiges Leben und Seligkeit ist. Den an-dern Königen laßt er ihre Pracht, Schlösser, Hauser, Geld undGut; laßt sie köstlicher essen, trincken, kleiden, bauen, dennandere Leute. Aber diese Kunst können sie nicht, die der arme^ Bettelkönig Christus kann; denn da kann weder Kaiser, König,
- noch Pabst, mit all ihrer Macht von der geringsten Sünde hel-
"M-ck fen, noch mit ihrem Geld und Gut die geringste Kranckheit' Ämt, heilen; ich geschweige, daß sie wider den ewigen Tod und die-Hölle sollten helfen. Aber dieser König Christus, welcher gerechtund ein Heiland ist, ob er wcl arm und elend einher reitet auf- bah einem Esel, hilft nicht allein wider eine Sünde, sondern wideralle meine Sünde, und nicht allein wider meine Sünde, son-. ^dern auch wider der ganzen Welt Sünde. Er kommt, daßer will wegnehme» nicht allein meine Kranckheit, sondern auchmeinen Tod, und nicht allein meinen Tod, sondern auch dergantzen Welt Tod. Wenn man solches nicht mit den Ohrenwill fassen, sondern mit Augen sehen und Händen tasten, derfehlet des Königes, und so ists verloren. Denn mit diesem Kö-nig ist es weit anders, denn sonst mit andern Königen. Wasdieselben thun, das thun sie mit einer Pracht, und hat alles eingroß, tapfer Ansehen und herrlichen Schein. Das findet manbey Christo nicht, der hat solch sein Werck, daß er von Sündenund Tod helfen, gerecht und lebendig machen will, erstlichen in^ die Taufe gestecket; da sehen die Augen anders nichts, denn ein. .-5-'"