6 Predigt am ersten Advent-Sonntage.
schlecht Wasser, wie anderes Wasser. Er hats in das Wort ge-fasset und in die Predigt; da sehen die Augen anders nichts,denn eines Menschen Odem. Aber wir sollen uns hüten undden Augen nicht folgen, sondern die Augen zu und die Ohrenaufthun und das Wort hören; dasselbe lehret, wie unser HerrJesus Christus sein Blut vergossen habe zur Vergebung unsererSünden und ewigen Leben. Solche Gaben will er uns gebenin der heiligen Taufe, im Abendmahl, in der Predigt und Ab-solution; da sollen wirs gewiß finden. Nun, wahr ist es, esscheint klein und gering, daß durchs Wasserbad, Wort und Sa-crament solches soll ausgerichtet werden; aber laß dich die Augennicht verführen. Dort war es auch klein und gering, daß der,der auf dem entlehnten Esel Anritte, und hernach sich creutzigenliefst, sollte Sünde, Tod und Hölle wegnehmen; niemand konntees ihm ansehen; aber der Prophet sagts und das Werck hernachzeigets. Derohalben muß es schlecht mit den Ohren gefasset undmit dem Hertzen geglaubet seyn; mit den Augen wird mansnicht sehen. Darum spricht der Evangelist: Sagets der TochterZion. Und der Prophet spricht: Aion jauchze, sey fröhlich, tantzeund springe, denn dein König kommt zu dir. Was für einKönig? Ein heiliger und gerechter König, ein Heiland oder Helfer,der dein Heiligmacher und dein Heiland will seyn. Denn seineHeiligkeit und Gerechtigkeit will er dir anhangen, daß du vonSünden ledig vor Gott gerecht und selig seyest; und sein Lebenwill er für dich lassen, daß du durch seinen Tod vom ewigen Todsollt erlöset seyn. Derohalben ärgere dich nicht an solchem Elendund Armuth, es ist dein Genieß und Leben; sondern dancke ihmdafür und tröste dichs, denn es geschiehst alles um deinet willenund dir zu gut. Er will dir also von deinen Sünden und Todhelfen, und dich gerecht und selig machen. Das ist nun unserKönig, der liebe Herr Jesus Christus, und diß ist sein Reich undAmt. Er gehet nicht mit Thalcrn, Kronen, grossen Königreichenund weltlicher Pracht um. Nein, sondern wenn wir müssensterben, und können diß Leben hie nicht langer behalten, so istdiß sein Amt Werck, daß wir, durch sein Leiden und Tod erlöset,wissen, wo wir bleiben sollen, daß wir können sagen.- Ich bingcheiliget durch meinen König Jesum Christum, der ist darumso elend und arm kommen, hat sich darum an das Creutz lassenschlagen, daß er mich heiligen wollte, und in mir ersaussen meineSünde und Tod. Wer solches also glaubt, wie ers höret, undim Evangelio geprediget wird, der hats also. Denn darum ist
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