Druckschrift 
1 (1827)
Entstehung
Seite
XIII
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Vorwort. xm

Behauptung, als sei dieser Geist, der Geist des Glaubensan höhere Offenbarung und der Unterwerfungunter ihre Aussprüche von ihr gewichen, und inihr nur noch das Streben nach dem abstractenBegriff von Freiheit geblieben. Das sicherste Mit-tel, allen Machinationen der römischen Curie, die Protestantenihrer Kirche ungetreu zu machen, entgegenzuarbeiten, wirdnoch immer dasjenige sein, wodurch Luther sich freien Aus-gang aus ihrer Herrschaft erkämpfte, nämlich gläubigesHalten an Gottes Wort, wie es uns in der h. Schriftgeoffenbaret ist. Dieses nur ist und bleibt Wahrheit undkann uns wahrhast frei machen und erhalten bei allen Angrif-fen auf unsere protestantische Freiheit. Das schien mithindem Herausgeber gerade beim Blick auf unsere Zeit ein wahresBedürfniß, aus den Schriften Luthers darzuthun, daß er selbst inder demüthigen Unterwerfung unter die höchste Vernunft Schutzund Freiheit suchte und fand bei den durch bloß menschliche,in Leidenschaften befangene Ansichten, und in dieser Anhäng-lichkeit an höhere Leitung bei dem Gefühl eigener Beschränkt-heit auch seiner Kirche das gegen alle einengende menschlicheWillkür sichernde Princip der wahren Freiheit hinterließ. Solange wir daran halten, ist keine Gefahr für die protestantischeKirche zu befürchten; je mehr es aber verlassen wird, verliertsie ihre Haltung, ihr Fundament, und giebt sich den offenba-ren und heimlichen Angriffen der Gegner bloß.

Unsers Reformators frommer Sinn und sein lebendigerGlaube an die von Anbeginn vorbereitete und durch Christumvollendete göttliche Erziehungsgeschichte des menschlichen Ge-schlechts lehrte ihn die in der Natur der Sache gegründeteNorm zur Auffindung ihres wahren Verstandes finden, näm-lich die: die Bibel aus sich selbst zu erklären. So wieer demnach zu seiner Zeit der Kirche und der Tradition dasRecht absprach, über ihren Sinn allgemeingültige und festste-hende Erklärungen zu geben: so würde er zu unserer Zeit alle