Vorwort.
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Gottes, als einem festen, prophetischen Worte, Anerkennungund demüthige Unterwerfung der wandelbaren Vernunft unterdie ewige Wahrheit gesichert ist. Der Weg, auf welchem Lu-ther selbst zu dieser Quelle geleitet wurde, war das lebendigeGefühl des Unbefriedigtseins bei aller Forschung auf dem Ge-biete des Wissens, die Unruhe bei allen Machtsprüchen mensch-licher Weisheit, der Mangel an Frieden bei aller Verheissung.Seine Sehnsucht nach Wahrheit und Licht trieb ihn von denMenschen zu Gott, bei dem er höhere Erleuchtung im anhal-tenden Gebete suchte und fand. Rührend und zur Auflösungder Frage: woher doch dem Manne in seinem sinstern Zeitaltersolche helle Einsicht? dienend, ist das Zeugniß eines seiner Be-kannten (Veit Dietrich), der an Melanchthon schreibet: „Es„geht kein Tag vorüber, an welchem er nicht aufs wenigst„drey Stunden, so dem Studiren am allerbequemlichsten sind,„zum Gebet nimmt. Es hat mir einmal geglücket, daß ich„ihn Hörste beten, hilf Gott, welch ein Geist, welch ein Glaub„ist in seinen Worten! Er betet so andachtiglich, als einer,„der mit Gott, mit solcher Hoffnung und Glauben, als einer,„der mit seinem Vater redet. Ich weiß, sprach er, daß du„unser lieber Gott und Vater bist, derhalben bin ich gewiß,„du wirst die Verfolger deiner Kinder vertilgen. Thust du„es aber nicht, so ist die Fahr dein sowol, als unser, die ganze„Sach' ist dein, was wir gethan haben, das haben wir müs-„sen thun, darum magst du, lieber Vater, sie beschützen. Als„ich ihn solche Worte mit Heller Stimme von ferne hörte beten,„brand mirs Herz im Leib für grosser Freude, sintemal ich ihn„ so freundlich und andachtiglich mit Gott hörete reden; fürnem-„lich aber, weil er auf die Verheißungen in den Psalmen so hart„dränge, als wäre er gewiß, daß alles geschehen müßte, was„er begehrte." So erfüllete Gott seine Verheissung, Ier. 31,9, an ihm: Sie werden weinend kommen und betend,so will ich sie leiten, ich will sie leiten an denWasserbachen aus schlechtem Wege, daß sie sich