Druckschrift 
1 (1827)
Entstehung
Seite
IV
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Vorwort.

sie, wie jedes menschliche Werk, das Gepräge ihrer Zeit an sichtragen, welches in unfern Tagen nur dem Geschichtskundigenkenntlich und dem Forscher des Alterthums interessant ist.Der innere Gehalt aber steht unter keinem Cours, sondernbehalt seinen unwandelbaren Werth, und verdient um so mehrvon jeder Zeit beachtet zu werden, da er durch seinen silberrei-nen Klang manche falsche Münzen, die, sich gleich an Gehalt-losigkeit, wenn gleich von dem Geiste verschiedener Zeiten ver-schieden gestempelt, kenntlich macht.

Wie aber diese Auswahl geschehen solle; nach welchenGrundsätzen dabei zu verfahren? Darüber darf man nichthoffen, eine Ansicht zu finden, um so weniger, da man nachdrei Jahrhunderten noch nicht eins geworden ist, welches denneigentlich das Wesen und der Geist der Reformation und desProtestantismus sei? Denn, indem einige behaupten, derselbebestehe in einer fortwahrenden Läuterung der geoffenbarten Re-ligion, und berechtige und verpflichte zu einer unaufhörlichenProtestation gegen alles das, was in derselben von der Ver-nunft nach ihrem jedesmaligen Grade der Cultur nicht erkanntwerden kann, oder mit ihren wandelbaren Ansichten unverein-bar ist, preisen andere Luther, daß er ihnen die Freiheit errun-gen, in Sachen des Glaubens und Lebens allein das in derdurch ihn uns wiedergegebenen heiligen Schrift enthalteneWort Gottes als Norm und Gesetz anzuerkennen, und dar-nach die Aussprüche und Lehren fremder oder eigener Ver-nunft, die immer unter dem Einflüsse der Zeit stehet, zuregeln.

Der Herausgeber dieser Auswahl ist es dem Publicoschuldig, zu bekennen, daß ihm in letzterer Hinsicht der Werthder Reformation Lutheri und seiner Schriften sich darlege,und daß er es für die Summa und den Geist derselben halte,daß dadurch dem in der heiligen Schrift gcoffenbarten Worte