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6 (1898) Englische Fragmente Reisebilder : 2
Entstehung
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228 Nciscbilder II.

hohe Adel und die hohe Kirche fiirchtctcn die FreiheitSgrnndsätze derfranzösischen Revolution, und nm diese Grundsätze zu unterdrücken,mußte John Bull sein Blut und sein Geld hergeben und noch obendrein Schulden machen. Der Zweck des Krieges ist jetzt erreicht,die Revolution ist unterdrückt, den französischen Freiheitsadlcrn sinddie Flügel beschnitten, der hohe Adel und die hohe Kirche könnenjetzt ganz sicher sein, daß keiner derselben über den Kanal fliegt, undder hohe Adel und die hohe Kirche sollten jetzt wenigstens die Schuldenbezahlen, die für ihr eigenes Interesse, und nicht für das arme Volkgemacht worden sind. Ach! das arme Volk"

Immer, wenn er andas arme Volk" kam, seufzte Mister Whitenoch tiefer, und der Refrain war dann, daß das Brot und derPorter so teuer sei, und daß das arme Volk verhungern müsse, umdicke Lords, Jagdhunde und Pfaffen zu füttern, und daß es nureine Hilfe gäbe. Bei diesen Worten Pflegte er auch das Messer zuschleifen, und während er es über das Schleifleder hin lind her zog,murmelte er ingrimmig langsam: .Lords, Hunde, Pfaffen!"

Gegen den Onlrs ok"lVoIlinoston kochte aber sein radikaler Zornimmer am heftigsten, er spuckte Gift und Galle, sobald er auf diesenzu sprechen kam, und wenn er mich unterdessen einseifte, so geschahes mit schäumender Wut. Einst wurde ich ordentlich bange, als ermich just beim Halse barbierte, während er heftig gegen Wellingtonloszog, und beständig dazwischen murmelte:Hätte ich ihn nur sounterm Messer, ich würde ihm die Mühe ersparen, sich selbst dieKehle abzuschneiden, wie sein AmtSbruder und Landsmann London-dcrrh, der sich die Kehle abgeschnitten zu Nvrth-Cray in der Grafschaft Kcnt Gott verdamm' ihn!"

Ich fühlte schon, wie die Hand des Mannes zitterte, und auSFurcht, daß er in der Leidenschaft sich plötzlich einbilden könnte, ichsei der Oules ob ^-VsIIinAton, suchte ich seine Heftigkeit hcrabzmstimmen und ihn unter der Hand zu besänftigen. Ich nahm seinenNationalstolz in Anspruch, ich stellte ihm vor, daß Wellington denRuhm der Engländer befördert, daß er immer nur eine unschuldigeMaschine in dritten Händen gewesen sei, daß er gern Beefsteaks esse,und daß er endlich Gott weiß! was ich noch mehr von Wellingtonrühmte, als mir das Messer an der Kehle stand.

Was mich am meisten ärgert, ist der Gedanke, daß ArthurWellington ebenso unsterblich wird wie Napoleon Bvnaparte. Istdoch in ähnlicher Weise der Name Pontius Pilatus ebenso un-vergeßlich geblieben wie der Name Christi. Wellington und Napo-leon! Es ist ein wunderbares Phänomen, daß der menschliche Geist