Wellington.
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XII.
Wellington.
Der Mann hat das Unglück, überall Glück zu haben, wo diegrößten Männer der Welt Unglück hatten, und das empört uns undmacht ihn verhaßt. Wir sehen in ihm nur den Sieg der Dummheitüber das Genie — Arthur Wellington triumphiert, wo NapoleonBonaparte untergeht! Nie ward ein Mann ironischer von Fortunabegünstigt, und es ist, als ob sie seine öde Winzigkeit zur Schaugeben wollte, indem sie ihn ans den Schild des Sieges emporhebt.Fortuna ist ein Weib, und nach Weiberart grollt sie vielleicht heimlichdem Manne, der ihren ehemaligen Liebling stürzte, obgleich dessenSturz ihr eigener Wille war. Jetzt bei der Emancipation der Katho-liken läßt sie ihn wieder siegen, und zwar in einem Kampfe, worinGeorge Canning zu Grunde ging. Mau würde ihn vielleicht geliebthaben, wenn der elende Londonderry sein Vorgänger im Ministeriumgewesen wäre; jetzt aber war er der Nachfolger des edlen Canning,des vielbcweintcn, angebeteten, großen Canning — und er siegt, woCanning zu Grunde ging. Ohne solches Unglück des Glücks würdeWellington vielleicht für einen großen Mann passieren, man würdeihn nicht hassen, nicht genau messen, wenigstens nicht mit dem he-roischen Maßstäbe, womit man einen Napoleon und einen Canningmißt, und man würde nicht entdeckt haben, wie klein er ist als Mensch.
Er ist ein kleiner Mensch, und noch weniger als klein. Die Fran-zosen haben von Polignac nichts Ärgeres sagen können, als: er seiein Wellington ohne Ruhm. In der That, was bleibt übrig, wennman einem Wellington die Feldmarschalluniform desRuhmes auszieht?
Ich habe hier die beste Apologie des Lord Wellington — imenglischen Sinne des Wortes — geliefert. Alan wird sich aber wun-dern, wenn ich ehrlich gestehe, daß ich diesen Helden einst sogar mitvollen Segeln gelobt habe. Es ist eine gute Geschichte, und ich willsie hier erzählen.
Mein Barbier in London war ein Radikaler, genannt MisterWhite, ein armer kleiner Mann in einem abgeschabten schwarzenKleide, das einen weißen Wiederschein gab; er war so dünn, daßdie Fassade seines Gesichts nur ein Profil zu sein schien, und dieSeufzer in seiner Brust sichtbar waren, noch ehe sie aufstiegen. Erseufzte nämlich immer über das Unglück von Alt-England und überdie Unmöglichkeit, jemals die Nativnalschuld zu bezahlen.
„Ach!" — hörte ich ihn gewöhnlich seufzen — „waS brauchtesich das englische Volk darum zu bekümmern, wer in Frankreichregierte und was die Franzosen in ihrem Lande trieben? Aber der
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