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findet sie nicht hier nntcn und nicht einmal dort oben. Dort jeneSterne sind nicht gleich, einer ist größer und leuchtender als derandere, keiner von ihnen wandelt frei, alle gehorchen sie vorgeschriebenen,eisernen Gesetzen — Sklaverei ist im Himmel wie auf Erden,"
„Das ist der Tower!" rief plötzlich einer unserer Reisegefährten,indem er ans ein hohes Gebäude zeigte, das aus dem nebelbedecktcnLondon wie ein gespenstisch dunkler Traum hcrvorsticg.
II.
t o n d o n.
Ich habe das Merkwürdigste gesehen, was die Welt dem stau-nenden Geiste zeigen kann, ich habe es gesehen, und staune nochimmer — noch immer starrt in meinem Gedächtnisse dieser steinerneWald von Hänsern und dazwischen der drängende Strom lebendigerMenschengesichter mit all ihren bunten Leidenschaften, mit all ihrergrauenhaften Hast der Liebe, des Hungers und des Hasses — ichspreche von London,
Schickt einen Philosophen nach London; beileibe keinen Poeten!Schickt einen Philosophen hin und stellt ihn an eine Ecke vonCheapside, er wird hier mehr lernen als aus allen Büchern der letztenLeipziger Messe; und wie die Menschcnwogen ihn nmrauschcn, sowird auch ein Meer von neuen Gedanken vor ihm aufsteigen, derewige Geist, der darüber schwebt, wird ihn anwehen, die verborgenstenGeheimnisse der gesellschaftlichen Ordnung werden sich ihm plötzlichoffenbaren, er wird den Pnlsschlag der Welt hörbar vernehmen undsichtbar sehen — denn wenn London die rechte Hand der Welt ist,die thätige, mächtige rechte Hand, so ist jene Straße, die von der Börsenach Downingstrect führt, als die Pulsader der Welt zu betrachten.
Aber , schickt keinen Poeten nach London! Dieser bare Ernstaller Dinge, diese kolossale Einförmigkeit, diese maschinenhaftc Be-wegung, diese Verdrießlichkeit der Freude selbst, dieses übertriebeneLondon erdrückt die Phantasie und zerreißt das Herz. lind wolltetihr gar einen deutschen Poeten hinschicken, einen Träumer, der vorjeder einzelnen Erscheinung stehen bleibt, etwa vor einem zerlumptenBcttelweib oder einem blanken Gvldschmiedladcn — v! dann geht esihm erst recht schlimm, und er wird von allen Seiten fortgcschobenoder gar mit einem milden Kock ckamn! niedergestoßen, Kock ckamn!das verdammte Stoßen! Ich merkte bald, dieses Volk hat viel zuthnn. Es lebt ans einem großen Fuße, es will, obgleich Futterund Kleider in seinem Lande teurer sind als bei uns, dennoch bessergefüttert und besser gekleidet sein als nur; wie zur Vornehmheit ge-hört, hat es auch große Schulden, dennoch aus Grvßprahlerei wirft