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gesetzt ist, wenn einem die Eisbären auf der Straße begegnen.Denn, liebe Franceska, erklärte ich ihr, in Spitzbergen liegen gar znviele Bären in Garnison, und diese konimen zuweilen auf einen Tagnach Berlin, um etwa aus Patriotismus den Bär und den Bassazu sehen, oder einmal bei Beyermann im Cafe Royal gut zu essenund Champagner zu trinken, was ihnen oft mehr Geld kostet, alssie mitgebracht; in welchem Falle einer von den Bären solange dortangebunden wird, bis seine Kameraden zurückkehren und bezahlen,woher auch der Ausdruck „einen Büren anbinden" entstanden ist.Viele Bären wohnen in der Stadt selbst, ja man sagt, Berlin ver-danke seine Entstehung den Bären, und hieße eigentlich Bärlin.Die Stadtbären sind aber übrigens sehr zahm und einige darunterso gebildet, daß sie die schönsten Tragödien schreiben und die herr-lichste Musik komponieren. Die Wölfe sind dort ebenfalls häufig,und da sie der Kälte wegen Warschauer Schafpelze tragen, sind sienicht so leicht zn erkennen. Schnecgänse flattern dort umher undsingen Bravourarien, und Remitiere rennen da herum als Kunst-kenner. Übrigens leben die Berliner sehr mäßig und steißig, unddie meisten sitzen bis am Nabel im Schnee und schreiben Dvgmatikcn,Erbauungsbücher, Religionsgeschichten für Töchter gebildeter Stände,Katechismen, Predigten für alle Tage im Jahr, Elvhagedichtc, undsind dabei sehr moralisch, denn sie sitzen bis am Nabel im Schnee.
Sind die Berliner denn Christen? rief Signora voller Ver-wunderung.
Es hat eine eigene Bewandtnis mit ihrem Christentum. Diesesfehlt ihnen im Grunde ganz und gar, und sie sind auch viel zu ver-nünftig, tun es ernstlich auszuüben. Aber da sie wissen, daß daSChristentum im Staate nötig ist, damit die Untcrthancn hübsch de-mütig gehorchen, und auch außerdem nicht viel gestohlen und ge-mordet wird, so suchen sie mit großer Beredsamkeit wenigstens ihreNebenmcnschcu zum Christentume zn bekehren, sie suchen gleichsamRemplayants in einer Religion, deren Aufrechthaltnng sie wünschen,und deren strenge Ausübung ihnen selbst zu mühsam wird. Indieser Verlegenheit benutzen sie den Diensteifer der armen Juden,diese müssen jetzt für sie Christen werden, und da dieses Volk fürGeld und gute Worte alles aus sich machen läßt, so haben sich dieInden schon so ins Christentum hineinexerziert, daß sie ordentlichschon über Unglauben schreien, auf Tod und Leben die Dreieinigkeitverfechten, in den Hundstagen sogar daran glauben, gegen dieRationalisten wüten, als Missionäre und Glaubensspione im Landeherumschlcichen und erbauliche Traktätchen verbreiten, in den Kirchenam besten die Augen verdrehen, die scheinheiligsten Gesichter schnei-den, und mit so viel hohem Beifalle frömmeln, daß sich schon hierund da der Gewerbsneid regt, und die älteren Meister des Hand-