Die Bäder von Lucca.
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will meinen Mund nicht zum Bösen aufthun — bloß in die Wadegestochen. Denn hier kann man nicht, wie in Hamburg, gleich dieWache rufen, und in den Apenninen giebt es keine Nachtwächter.Oder vielleicht gar — fuhr der unerbittliche Tröster fort, ohne durchdie Verzweiflung dcS Marchese sich im mindesten stören zu lassen —vielleicht gar, wenn Sie bei Lady Maxfield ganz wohl und warmsäßen, käme plötzlich der Schwager von der Reise zurück und setzteIhnen die geladene Pistole auf die Brust, und ließe Sie einenWechsel unterschreiben von hunderttausend Mark. Ich will meinenMund nicht zum Bösen aufthun, aber ich setze den Fall, Sie wärenein schöner Mensch, und Lady Maxfield wäre in Verzweiflung, daßsie den schönen Menschen verlieren soll, und eifersüchtig, wie dieWeiber sind, wollte sie nicht, daß eine andere sich nachher an Ihnenbeglücke — Was thut sie? Sie nimmt eine Citrone oder eine Orangeund schüttet ein klein weiß Pülverchen hinein und sagt: Kühle dich,Geliebter, du hast dich heiß gelaufen — und den andern Morgensind Sie wirklich ein kühler Mensch, Da war ein Mann, der hießPieper, und der hatte eine Leidenschaftslicbe mit einer Mädchenpcrson,die das Pvsaunencugclhannchen hieß, und die wohnte auf der Kaffec-macherci und der Mann wohnte in der Fuhleutwiete —
Ich wollte, Hirsch — schrie wütend der Marchese, dessen Unruheden höchsten Grad erreicht hatte — ich wollt' dein Pieper von derFuhleutwiete, und sein Posaunenengel von der Kaffeemacherei, unddu und die Gudel, ihr hättet mein Glaubersalz im Leibe!
Was wollen Sie von mir, Herr Gumpel? — versetzte Hyacinth,nicht ohne Auflug von Hitze — Was kann ich dafür, daß LadyMaxfield just heute nacht abreisen will und Sie just heute iuvitiert?Könnt' ich das voraus wissen? Bin ich Aristoteles? Bin ich bei derVorsehung angestellt? Ich habe bloß versprochen, daß das Pulverwirken soll, und es wirkt so sicher, wie ich einst selig werde, undwenn Sie so diSparat und leidenschaftlich mit solcher Raserei hinund her laufen, so wird es noch schneller wirken —
So will ich mich ruhig hinsetzen! ächzte Gumpeliuo, stampfteden Boden, warf sich ingrimmig aufs Sofa, unterdrückte gewaltsamseine Wut, und Herr und Diener sahen sich lange schweigend au,bis jener endlich nach einem tiefen Seufzer und fast kleinlaut ihnanredete:
Aber, Hirsch, waS soll die Frau von mir denken, wenn ich nichtkomme, sie wartet jetzt auf mich, sie harrt sogar, sie zittert, sie glühtvor Liebe —
Sic hat einen schönen Fuß — sprach Hyacinth in sich hineinund schüttelte wehmütig sein Köpfleiu, In seiner Brust aber schienes sich gewaltig zu bewegen, unter seinem roten Rocke arbeitete sicht-bar ein kühner Gedanke —
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