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Neisebildcr II.
sollte. Als der Mnrchese den kleinen Fuß ehrfurchtsvoll geküßt, er-hob er sich mit einem ächzenden O Jesu! und bat um die Erlaubnis,mich, seinen Freund, vorstellen zu dürfen, welches ihm ebenfallsgähnend gewährt wurde, und wobei er es nicht an Lobsprüchcn aufmeine Vortrefflichkeit fehlen ließ, und auf Kavalierparole beteuerte,daß ich die unglückliche Liebe ganz vortrefflich besungen habe.
Ich bat die Dame ebenfalls um die Vergünstigung, ihr denlinken Fuß küssen zu dürfen, und in dem Momente, wo ich dieserEhre teilhaftig wurde, erwachte sie wie aus einem dämmerndenTraume, beugte sich lächelnd zu mir herab, betrachtete mich mitgroßen verwunderten Augen, sprang freudig empor bis in die Mittedes Zimmers, und drehte sich wieder unzähligem»! auf einem Fußeherum. Ich fühlte wunderbar, wie mein Herz sich beständig nulldrehte, bis es fast schwindlig wurde. Der Professor aber griff dabeilustig in die Saiten seiner Guitarre und sang:
Eine Opcrn-Signora erwählteZum Gemahl mich, ward meine Vermählte,lind geschlossen war bald unsre Eh' —
Wehe mir Armen! weh!
Bald befreiten von ihr mich Korsaren,
Ich verkaufte sie an die Barbaren,
Ehe sie sich es konnte versehn —
Bravo, Biskroma! schön! schön!
Noch einmal betrachtete mich Signora FranccSka scharf undmusternd von: Kopfe bis zum Fuße, und mit zufriedener Mienedankte sie dann dein Marchcse, als sei ich ein Geschenk, das er ihraus Artigkeit mitgebracht. Sie fand wenig daran auszusetzen: nurwaren ihr meine Haare zu hellbraun, sie hätte sie dunkler gewünscht,wie die Haare des Abbatc Cecco, auch meine Augen fand sie zu kleinund mehr grün als blau. Zur Vergeltung, lieber Leser, sollte ichjetzt Signora Franceska ebenso mäkelnd schildern; aber ich habewahrhaftig an dieser lieblichen, fast leichtsinnig geformten Grazien-gestalt nichts auszusetzen. Auch das Gesicht war ganz gbttermäßig,wie man es bei griechischen Statuen findet, Stirnc und Nase gabennur ciue einzige senkrecht gerade Linie, einen süßen rechten Winkelbildete damit die untere Nasenlinie, die wundersam kurz war, ebensoschmal war die Entfernung von der Nase zum Munde, dessen Lippenan beiden Enden kaum ausreichten und von einem träumerischenLächeln ergänzt wurden; darunter wölbte sich ein liebes volles Kinn,und der Hals -- Ach! frommer Leser, ich komme zu weit, und außer-dem habe ich bei dieser Jnauguralschilderung noch kein Recht, vonden zwei schweigenden Blumen zu sprechen, die wie weiße Poesie