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6 (1898) Englische Fragmente Reisebilder : 2
Entstehung
Seite
22
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SS Reisebilder ll,

decn SchiffSranuc hinabgeführt, wieder ganz bcgneni nngefesselt, »ndin ihrem dunkeln Elend machen sie demagogische Betrachtungen überVersprechungen von Seelenverkäufern, deren ganze Sorge nach über-stcmdener Gefahr dahin geht, noch einige Seelen mehr einzutauschen,

O navis, rskörsnt in nmrs bs novilllnvtus? sw.

Als mein alter Lehrer diese Ode des Hvraz, worin der Senatmit einem Schiffe verglichen wird, explizierte, hatte er allerlei poli-tische Betrachtungen zu machen, die er bald einstellte, als die Schlachtbei Leipzig geschlagen worden, und die ganze Klasse auseinanderging.Mein alter Lehrer hat alles voraus gewußt. Als wir die ersteNachricht dieser Schlacht erhielten, schüttelte er das graue Haupt.Jetzt weiß ich, was dieses Schütteln bedeutete. Bald kamen die ge-naueren Berichte, und heimlich zeigte man einander die Bilder, wogar bunt und erbaulich abkonterfeit war, wie die hohen Heerführerauf dem Schlachtfelds knieten und Gott dankten.

Ja, sie konnten Gott danken — sagte mein Lehrer und lächelte,wie er zu lächeln Pflegte, wenn er den Sallust explizierte — derKaiser Napoleon hat sie so oft geklopft, daß sie es ihm doch am Endeablernen konnten.

Nun kamen die Alliierten und die schlechten Befreiungsgedichte,Hermann und Thusnelda, Hurra! und der Franenverein, und dieVaterlandseicheln, und das ewige Prahlen mit der Schlacht bei Leipzig,und wieder die Schlacht bei Leipzig, und kein Aufhören davon.

Es geht diesen Leuten, bemerkte mein Lehrer, wie den Theba-nern, als sie bei Lenktra endlich einmal jene unbesiegbaren Spar-taner geschlagen, und beständig mit dieser Schlacht prahlten, so daßAntistheneS von ihnen sagte: Sie machen es wie die Knaben, dievor Freude sich nicht zu lassen wissen, wenn sie einmal ihren Schul-meister ausgcprügclt hallen. Liebe Jungens, es wäre besser gewesen,wir hätten selbst die Prügel bekommen.

Bald darauf ist der alte Mann gestorben. Auf seinem Grabewächst preußisches Gras, und es weiden dort die adeligen Rosseunserer renovierten Ritter.

Kapitel XI.

Die Tiroler sind schön, heiter, ehrlich, brav, und von unergründ-licher Geistesbeschrttnktheit. >sie sind eine gesunde Menschenrasse,vielleicht weil sie zu dumm sind, um krank sein zu können. Aucheine edle Nasse möchte ich sie nennen, weil sie sich in ihren Nahrungs-mitteln sehr wählig und in ihren Gewöhnungen sehr reinlich zeigen;nur fehlt ihnen ganz und gar das Gefühl von der Würde der Per-sönlichkeit, Der Tiroler hat eine Sorte von lächelndem humoristische»