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6 (1898) Englische Fragmente Reisebilder : 2
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Reise von München nach Genna.

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junge, schon ctivas abgeliebte, aber noch immer hinlänglich schöne Dame;hinter dieser ein rotes Portergesicht mit puderweißen Aufschlägen,steif einhertretend in einem dito Rock, und die hölzernen Hände voll-auf befrachtet mit Myladys Handschuhen, Nlpenblumen und Mops,

Das Kleeblatt stieg schnurgerade nach dem oberen Ende derKirche, wo der Sohn Nlbivns seiner Gemahlin die Statuen erklärte,und zwar nach seinem Knicks ckss vozmAsnrs, in welchem ausführlichzu lesen war: Die erste Statue ist der König Chlodwig von Frank-reich, die andere ist der König Arthur von England, die dritte istRudolf von Habsburg u, f. w. Da aber der arme Engländer dieReihe von oben anfing, statt von unten, wie es der Knicks ckss vo^a,-o;snrs voraussetzte, so geriet er in die ergötzlichsten Verwechslungen,die noch komischer wurden, wenn er an eine Frauenstatne kam, dieer für einen Mann hielt, und umgekehrt, so daß er nicht begriff,warum man Rudolf von Habsburg in Weibskleidern dargestellt, da-gegen die Königin Maria mit eisernen Hosen und einein allzulangenBarte. Ich, der ich gerne mit meinem Wissen nachhelfe, bemerktebeiläufig, dergleichen habe wahrscheinlich das damalige Kostüm er-fordert, auch könne es besonderer Wille der hohen Personen gewesensein, so, und beileibe nicht anders, gegossen zu werden. So könnees ja dem jetzigen Kaiser einfallen, sich in einem Reifrock oder gar inWindeln gießen zu lassen; — wer würde was dagegen einwenden?

Der Mops bellte kritisch, der Lakai glotzte, sein Herr putzte sichdie Nase, und Mylady sagte: lins sxüibition, vsr^ lins inckssck!

Kapitel ix.

Brixen war die zweite größere Stadt Tirols, wo ich einkehrte.Sie liegt in einem Thal, und als ich ankam, war sie mit Dampfund Abendschattcn Übergossen. Dämmernde Stille, melancholischesGlockengebimmcl, die Schafe trippelten nach ihren Ställen, die Men-schen nach den Kirchen; überall beklemmender Geruch von häßlichenHeiligenbildern und getrocknetem Hen.

„Die Jesuiten sind in Brixen," hatte ich kurz vorher im Hespe-rus gelesen. Ich sah mich auf allen Straßen nach ihnen um; aberich habe niemanden gesehen, der einem Jesuiten glich, es sei dennjener dicke Mann mit geistlich dreieckigem Hut und pfäffisch geschnitte-nem schwarzen Rock, der alt und abgetragen war, und mit den glän-zend neuen schwarzen Hosen gar auffallend kontrastierte.

Das kann auch kein Jesuit sein, sprach ich endlich zu mir selber;denn ich habe mir immer die Jesuiten etwas mager gedacht. Ob eswirklich noch Jesuiten giebt? Manchmal will es mich bedünkcn, alssei ihre Existenz nur eine Chimäre, als spuke nur die Angst vorihnen noch in unseren Köpfen, nachdem längst die Gefahr vorüber,und alles Eifern gegen Jesuiten mahnt mich dann an Leute, die,

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