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6 (1898) Englische Fragmente Reisebilder : 2
Entstehung
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Reise von München nach Genna. 13

ausliefern werden. Schon haben die Engländer ihn aufs Korn ge-nommen und zweitausend siebenhundcrtsiebenundsiebzig Gnineen fürihn geboten, schon haben die Österreicher ihn gegen die Giraffe ein-tauschen wollen; aber unser Ministerium soll geäußert haben' Derletzte Dcmagvg ist uns für keinen Preis feil, er wird einst der Stolzunseres Natnralienknbinctts und die Zierde unserer Stadt.

Der Berliner schien etwas zerstreut zuzuhören, schönere Gegen-stände hatten seine Aufmerksamkeit in Anspruch genommen, und ersiel mir endlich in die Rede mit den Worten' Erlauben Sie gehor-samst, daß ich Sie unterbreche, aber sagen Sic mir doch, was istdenn das für ein Hund, der dort läuft?

Das ist ein anderer Hund.

Ach, Sie verstehen mich nicht, ich meine jenen großen, weiß-zottigen Hund ohne Schwanz.

Mein lieber Herr, das ist der Hund des neuen Alkibiadcs.

Aber, bemerkte der Berliner, sagen Sie mir doch, wo ist dennder neue Alkibiadcs selbst?

Aufrichtig gestanden, antwortete ich, diese Stelle ist noch nichtbesetzt, und wir haben erst den Hund.

Knpitcl iv.

Der Ort, Ivo dieses Gespräch stattfand, heißt Bogenhausen, oderNenburghansen, oder Villa Hompesch, oder Montgelasgarten, oderdas Schlüssel, ja man braucht ihn nicht einmal zu nennen, wennman von München dort hinfahren will, der Kutscher versteht unsschon an einem gewissen durstigen Augenblinzeln, an einem gewissenvorseligen Kopfnicken und ähnlichen Bezeichnungsgrimassen. TausendAusdrucke hat der Araber für ein Schwert, der Franzose für dieLiebe, der Engländer für daS Hängen, der Deutsche für das Trinken,und der neuere Athener sogar für die Orte, wo er trinkt. Das Bierist an besagtem Orte wirklich sehr gut, selbst im Prytancnm, vul^oBockkeller, ist es nicht besser, es schmeckt ganz vortrefflich, besondersans jener Trcppenterrasse, wo man die Tiroler Alpen vor Augen hat.Ich saß dort oft vorigen Winter und betrachtete die schneebedecktenBerge, die, glänzend in der Sonncnbelenchtung, aus eitel Silber ge-gossen zu sein schienen.

Es war damals auch Winter in meiner Seele, Gedanken undGefühle waren wie eingeschneit, es war mir so verdorrt und tot zuMute, dazu kam die leidige Politik, die Trauer um ein liebes ge-storbenes Kind, und ein alter Nachärger und der Schnupfen. Außer-dem trank ich viel Bier, weil man mich versicherte, daS gäbe leichtesBlut. Doch der beste attische Breihahn wollte nicht fruchten bei mir,der ich mich in England schon an Porter gewöhnt hatte.

Endlich kam der Tag, Ivo alles ganz anders wurde. Die Sonne