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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
Seite
143
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Briefe ans Berlin, 143

Maltitz, Aber raten Sic mal, wer diese determinierte Figur ist, die,am Kamine steht? Das ist Ihr Antagonist Hartmann vom Rheine:hart und ein Mann, und zwar aus einem einzigen Eisengüsse, Aderwas kümmern mich alle diese Herren, ich habe Hunger, (stnryon, Inoirarts! Betrachten Sie mal diese Menge herrlicher Gerichte. Wiedie Namen derselben melodisch und schmelzend klingen, ns wnsio c>ntüs vntsrs! Es sind geheime Zauberformeln, die uns das Geister-reich aufschließe», lind Champagner dabei! Erlauben Sie, daß icheine Thräne der Rührung meine. Doch Sic, Gefühlloser, haben garkeinen Sinn für alle diese Herrlichkeit, und wollen Neuigkeiten, arm-selige StnNnenigkeiten, Sie sollen befriedigt werden. Mein lieberHerr GanS, waS giebt es Neues? Er schüttelt das graue ehrwürdigeHaupt und zuckt mit den Achseln, Wir wollen uns an das kleinerotbäckige Männlcin wenden; der Kerl hat immer die Taschen vollNeuigkeiten, und wenn er mal anfangt zu erzählen, so geht's wie einMühlenrad, WaS giebt's Neues, mein lieber Herr Kammermusikns?

Gar nichts. Die neue Oper von Hcllwig: „Die Bergknappen",soll nicht sehr angesprochen haben, Spvntini komponiert seht eineLper, wozu ihm Korcff den Text geschrieben. Er soll ans der preußischenGeschichte sein. Auch erhalten wir bald Koreffs „Ancnssin und Nicvlctic",wozu Schneider die Musik setzt, Letztcrc wird erst noch etwas zu-sammengestrichen, Nach Karneval erwartet man auch Bernhard Klcins„Didv", eine heroische Oper, Die Bohrer und Bvncher haben wiederKonzerte augekündigt. Wenn der „Freischütz" gegeben wird, ist esnoch immer schwer, Billette zu erhalten. Der Bassist Fischer ist hier,wird nicht auftreten, singt aber viel in Gesellschaften, Graf Brühlist noch immer sehr krank; er hat sich das Schlüsselbein zerbrochen.Wir fürchteten schon, ihn zu verlieren, und noch so ein Theater-intendant, der Enthusiast ist für deutsche Kunst und Art, wäre nichtleicht zu finden gewesen. Der Tänzer Antonini war hier, verlangteIVO LvniSdors für jeden Abend, welche ihm aber nicht bewilligt wurden,Adam Müller, der Politiker, war ebenfalls hier; auch der Trngödicn-

„Mit Bedauern habe ich erfahren, dasi zwei Aufsähe von mir, überschrieben:„Briese aus Berlin" liu Rr, o, 7, IN ?c, des NIM Rhciuisch-Wcsts, Anzeigergehörigen „Ünnst- und WissenschaftSblattcS") aus eine Art ausgelegt worden, diedein Herrn Baron oou Schilling verlegend erscheinen muß : da es nie meineAbsicht war, ihn zu tränken, so crllärc ich hiermit, dasi es mir herzlich leid ist,wenn ich zufälligerweise dazu Anlaß gegeben hätte: dasi ich alles dahin Gehörigezurücknehme, und daß es bloß der Zufall war, wodurch seht einige Worte aufden Herrn Baron von Schilling bezogen werden konnten, die ihn nie hätten treffentonnen, wenn eine Stelle in jenem Briese gedruckt worden wäre, die ans Delikatesseunterdrückt werden mußte. Dieses kann der geehrte Rcdactcur jener Zeitschriftbezeugen, und ich suhle mich verpflichtet, durch dieses freimütige Bekenntnis der Wahr-heit allen Stoff zu Mißverständnis und öffentlichem Federkriege fortzuräumen,Berlin, den s, Mai 1SSS. Heinrich Heine,"

Der Herausgeber.