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Übersicht der Bodenfläche und Bevölkerung des preußischen Staats
Entstehung
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geachtet ist der polnische Jude im Durchschnitte doch noch in einer ärmlichern Lage,als der Fabrikarbeiter in den starkbevölkerten Provinzen, wo gleichwohl die Bevölke-rung sehr viel langsamer fortschreitet, und der Zuwachs durch Ucbcrfchuß der Gebur-ten über die Todesfälle nur Zg auf 10,000 Lebende, wie in Düsseldorf, oder gar nurLI auf 10,000 Lebende, wie in Achcn betragt.

Nach dem natürlichen Laufe der Dinge würde der Jude am wenigsten Erwerbauf dem Lande erwarten können. Es ist daher eine befremdende Erscheinung, wennman ihn in großer Anzahl auf dem Lande findet. Dies ist gleic. wohl der Fall inOberfchlesicn und sn der Mosel und Nahe. In der Provinz Posen findet im Grundedasselbe Verhältnis statt, obwohl es in den statistischen Tabellen nicht so auffallenderscheint: es wohnt nämlich dort eine große Anzahl von Juden in den vielen sehrkleinen Städten, die an Wohlstand und Verkehr kaum ansehnlichen Dörfern gleichen.In Posen und Obcrschlcfi'en ist es der Brandweinfchank, an der Mofel der Weinbau,welchen den Juden auf das Land zieht. Dort findet der Gutsherr an ihm einen be-triebsamen Verbreiter seiner weit über alles natürliche Bedürfnis ausgedehnten Brand-weinbrennerei : hier mackt die Ungewißheit des Erwerbes aus dem Weinbau? denLandmann geneigt, sich dem Wucher hinzugeben, und die Hoffnung künftiger Erndtcndurch Vorschüsse aufzuzehren. Beiderlei Treiben nagt an dem Wohlstande der Länder,welchem nur daurend aufzuhelfen ist, wenn die Landwirthschaft im Osten nicht mehrauf die Brandweinblase, und der Weinbau im Westen nicht mehr auf wuchcrlnüeVorschüsse gegründet wird. Dahin zu gelangen, ist indes nicht leicht, und man darfschwerlich erwarten, während der Dauer einer Generation Nebel zu heilen, welche sichaus fehlerhaften Grundverfassungen im Laufe von Jahrhunderten nach und nach ent-wickelt haben, und setzt der Kenntnisse und der sittlichen Bildung des Zeitalters zuspotten scheinen.