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Übersicht der Bodenfläche und Bevölkerung des preußischen Staats
Entstehung
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wendig damit Verbund»? Unvollkonnnenhcit der geselligen Anstalten, welche den Judennn Allgemeinen auf einer niedrigen Kulturstufe hält. Wohl aber ist es der Mangelan sichern und ausreichenden Erwerbsmitteln. Der Christ baut zunächst mit eignenHänden den Boden, auf dem er wohnt, und dadurch allein nährt sich der bei weircmgrößte Theil der Bevölkerung. Ein andrer beträchtlicher Theil des Volks ergreift dieHandwerke, deren der Ackerbau zunächst bedarf; er wird Schmied, Rademacher, Rie-mer, Seiler, Böttcher, Müller; arbeitet als Zimmermann, Maurer, Tischler undSchlosser für die Wohnung, als Tuchmacher und Leinweber für die Kleidung desLandmanns. Aller dieser Erwerb liegt in der Regel gänzlich außer dem Geschäfts-kreise des Juden. Der wahre Bedarf an Kleinhändlern ist fehr gering: die großeMasse der Menschen, welche sich zum Kleinhandel drängt, befriedigt nicht sowohlein Bedärfniß der Gesellschaft, sondern sie dringt derselben vielmehr Dienste auf,welcher sie in solchem Maaße gar nicht bedarf, und deren Ucbermaaß besser ungeleistetbliebe. So lange der gemeine Mann bei jedem Schritte zchnfältige Lockungen findet,des Pfennigs los zu werden, der eben noch in seiner Tasche klingt, bleibt es fast un-möglich, daß er Vorrath für die Zeiten der Mißerndte, der Krankheiten oder desAlters sammeln, oder das Betriebskapital, womit er wirchschaftet, vermehre. Istdas schon im hohen Grade wahr in Rücksicht des Theils der christlichen Bevölkerung,der nicht graben mag, und sich doch zu betteln schämt: so ist cs moch viel schrecklicherwahr in Rücksicht einer ganzen Nation von 427,00» Seelen, die mit wenig Ausnah-men seit fast zwei Jahrtausenden an den Kleinhandel gewöhnt ist.

Sechs Sicbenthciie der 42 Städte, in welchen mehr als hundert Judenfami-licn wohnen, sind nicht im Stande ein Zwanzigtheil der jüdischen Bevölkerung, diesie enthalten, durch ihr natürliches Bedürfnis; an Kleinhandel zu nähren. Die unge-heure Mehrzahl ist genöthigt, ein unstätes Leben zu führen, und weit umher die Mög-lichkeit aufzusuchen, wo sie zwischen den Erzeuger und Verzehrcr sich eindrängen, oderrhcbliche stehende Gewerbe in einen kleinlichen Hausirhandcl zersplittern kann. Es istallerdings die drückendste Noch, welche zu diesem verächtlichen, armseligen und ver-derblichen Gewerbe drängt: aber eine Noch, welche nicht in der Natur, sondern inder Verwöhnung liegt.

Diese Verwöhnung macht selbst fühllos gegen das Elend, das sie erzeugt.Der polnische Jude vermehrt sich stark im Verhältniß seiner erbärmlichen Lage. Dieneun Regierungsbezirke Danzig, Köslin, Marienwcrder, Frankfurt, Bromberg,Posen, Liegnitz, Breslau und Oppeln enthalten zusammen 85/078 Juden, größten-thcils polnischer Abkunft, oder überhaupt zwei Drittheilc der Judenschaft des gMZenpreußischen Staats. In diesen Regierungsbezirken wurden im Jahre 4817. bei derJudenschast Z,590 Kinder geboren: es kam also auf 2ck Lebende eine Geburt. Da-gegen starben 4,994; und es kam also auf 43 Lebende nur ein Todesfall. Der Zu-wachs durch die Ueberzahl der Geburten betrug daher 4599, oder 487 auf zehntausendLebende. Die ganze Bevölkerung der gedachten neun Regierungsbezirke bestand ausZ /777,637 Menschen; und im Jahre 4847- wurden darin geboren 487,39» Kinder,wogegen 147,5-?^ Personen starben. Es kamen also im Durchschnitte auf 2» Lebendeeine Geburt, ^ d auf 32 Lebende ein Todesfall. Der Zuwachs durch die Ueberzahlder Geburten betrug 69,829 oder 485 auf zehntausend Lebende. Hieraus crgiebt sich,daß zwar bei den Juden die Anzahl der Geburten, aber auch die Anzahl der Todes-fälle geringer ist, und daß daher ihre Vermehrung derjenigen vollkommen gleichkommt, welche bei der ganzen Volksmasse im 'Allgemeinen statt findet. Demoh-u-

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