Druckschrift 
Über Deutschlands Zustand und Bundes-Verfassung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

— 6o —

dortiger Weise wiederhergestellt, er ist überall um uus her,gegen Osten bey weitem der stärkste. Jede heftige Un-gerechtigkeit und Angriff schadet selbst dem edleren men-schenfreundlichen Frepheitssinn, schreckt ab und hemmtdie Emancipation, die lettoos st.istlr»nvl>issement^ diewir setzt so häufig sehen, die von den stärksten Gründender Vernunft provocirt werden, die man großmüthig ge-nug giebt, die die mächtigsten und edelsten unserer Monar-chen mannigfaltig begünstigen — was alles ohne Verstand,ohne Tugend, ohne Verdienst und wahrscheinlich ohneNutzen wäre, wollte man es ertrotzen! Mit dem GenferStaatsmann laßt uns sagen, beneidet die Zeit nicht!

Zu dem einfachen Menschenverstand will ich reden.Mit welchem Anschein von Wahrscheinlichkeit werdensich unsre Kronprinzen, die Erzherzoge sammtlich, dieBrüder und Schwäger der Herzoge von Kent und Cam-bridge, Herr Habsburg, Herr Hessen, Herr Sachsennennen? Hatte die Prinzeß Charlotte von Großbritannienden Bürger Saalfeld geheirathet? Unser Mitbürger warLeopold gewiß, und nach meiner genauen persönlichenKenntniß einer der edelsten. Wer wird ihm sürstlicheGeburt, Namen und Rang bestreiten? Mit welcher Billig-keit wird man jene Opfer der Zeit, die Leiningen, dieHohenlohe, die Solms, die Schwarzenberg der Jnsignienihres vorigen Zustandes, ihrer Ebenbürtigkeit, ihrer An-sprüche auf gerechte und schonende Behandlung verlustigerklären? Die Fremdlinge, die aus sehr triftigen Ursachenmit besonderer Achtung unter uns aufgenommen find, derHerzog von Reichstadt, der Herzog von Leuchtenberg