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Über Deutschlands Zustand und Bundes-Verfassung
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Ich berühre hier eine der großen wunden Stellen des Va-terlandes — Wohlan, wie drücken das die Bayern selbstans? 22)

„Indessen geschah, was nach obigen Vorgangen zuerwarten war, Ferdinand wurde zum römischen Königegewählt, und gleich hernach zn Achen gekrönt. Da-durch war die Scheidewand, welche bcyde Hänser,Oestreich und Bayern, bisher trennte, befestigt.Man darf wohl behaupten, daß die Grnndprincipicnder Politik derselben seit dieser Zeit sich gebildet haben.Das Streben des einen, den kleiner» Rivalen, demes den Flug bereits abgewonnen hatte, vollends znzerstören — die Anneignng des andern an fremdeMacht thcils um sich in seinem Bcsitzthum zn erhal-ten, theils um bey Gelegenheit Rache an der drücken-den Ucbermacht zn nehmen; Principien, welche in derNatur der Verhältnisse liegen, in denen bcyde Häuserund Staaten erwachsen sind."

Es ist sehr leicht gegen solche Dinge, die eine Speckesvon Wirklichkeit haben, zn declamiren oder zn jammern!Mit dürren Worten hieße das von beyden Seiten Neid!Aber siehe die nencrn Begebenheiten sind Bayern so un-gemein zn statten gekommen; der königliche Staat ist sogerundet, so ansehnlich gemacht, nichtsdestoweniger derMaasstab gegen die große Ocstreichische Masse so ungemein

22) Bayerns politische Geschichte von Andreas Scb, Stumpf,Staarsarchivar (von izca—rzzo) mit Urkunden Th. i.l>- Z?.

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