druck jene Rundung, Fülle, der moderne Anstrich zu man-geln schien, der ohnehin bisher in den deutschen Staatsver-handlungen zu den Seltenheiten gehörte. Sicher hat diegroße Mehrbeit, mit Inbegriff der Verständigen, ganz an-dere Manier, Formen, Ergreifung des Gegenstandes er-wartet, als vordem zu Regensburg der Fall war, und derkaiserliche Hof hat dem entsprochen, die Nation befriedigt,ohne Scheue diese Nation genannt, offen sich an sie ge-wendet.
Ein für allemal will ich hier bey dem Wort: Nationverweilen. In Frankreich, wo es einst seltener gebrauchtwurde, kam es alsobald zum Mißbrauch, und wurde fastverschrien, wie selbst die Freybcit, und selbst die Tugend.Vivo In Nation, assemblöo nationale) cocainle natio-nale, gellen noch wie mißliebige Töne in unfern Ohren.Sie wurden fubstlluirt, absichtlich und gefährdevoll dem altenVivo le lvoi und Vivo la b'iance. Bcy uns nicht so.Eben weil wir kein so festes allgemeines Band hatten, kei-nen solchen Herrfcher, noch ein so einfaches Deutschland, wares und ist es als einziges und nachdrucksames Bindungs-Mittel, als stete Mahnung, was wir seyn sollen, um sonothwendiger. Unsre Gesetze, die kaiserlichen Briefe, dieWillebriese und Unionen der Churfürsteu, die Urkunden,Bündnisse und Concordatc; die Richtersprüchc sind zu allenZeiten voll davon. Und niemand sprach mehr vom Reichdeutscher Nation als Carl V. und sein Bruder in lenen neue-ren Zeiten, wo doch die kaiserliche Macht am stärksten undgewaltsamsten erschien.
Unbekümmert was bep den Nachbarn vorgeht, der alten