rechte zu forder», fuhren mußte. Dieser Ucbergang zuden Extremen, der der Menschheit nur verderblich wer-den konnte, leitete ihn auf die Bahn der Mäßigung,der er stets anhing, und welche er späterhin durch seinin zwei Bänden erschienenes scharfsinnige Werk: „Ucberdie Vermittelung der Extreme in der Meinung"öffentlich beurkundete. In diesem Werke, welches ebenso großen Beifall als Anfechtung fand, hat er den Schlüs-sel zu seinen Bestrebungen niedergelegt, und die Art undWeise entwickelt, wie er das versöhnende Princip mitdem nöthigen Kampfe gegen das böse zu vereinen bemühtwar. Diese Mäßigung ward aber von Manchem miß-deutet, indem man in solcher nur Willenslosigkeit undSchwäche erkennen wollte, ohne jedoch zu berücksichtigen,daß oft mehr Charakterstärke dazu gehört, um trotz allerAnfechtungen mäßig und fest zu bleiben, und durch Aus-dauer das vorgesetzte Ziel zu erreichen, als mit der Machtund unbekümmert über die Folgen gegen den Unverstandanzukämpfen»
In seinen politischen Ansichten war Ancillon derfeste, unerschütterliche, entschiedene Verfechter der beste-henden Ordnung; dagegen erwies er sich nicht minderals der feste, unwandelbare, entschiedene Freund und Be-förderer der Freiheit, falls sie nämlich nur auf gesetzlichemWege nachgesucht wurde. Dessenungeachtet ward aberseine im Jahre 1K15 erschienene Schrift: „Ueber Sou-vcrainität und Staatsverfassung, ein Versuchzur Berichtigung einiger politischen Grundbe-griffe", wohl besonders seiner damaligen Stellung we-gen, zu seinem Nachtheile gedeutet, so daß er sich im
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