388 Heine und Consorten.
seinen Gedichten hat er aus des Knaben Wunderhorn,aus Arnim und Brentano, Durch den maßlosen mephisto-phelischen Hohn, die triumphirende Freude des stets verneinendenGeistes und seine diabolische Kraft, welche jedes Gefühl, jedenGedanken zertrümmert, welche das Schöne nur als Torso kennt,das sind Elemente, die in dieser conseguenten Durchführung wesent-lich neu waren und durch ihre frappante Kühnheit das größteAufsehen machten."
Ferner sagt Gottschall -
„Heine und Börne sind kranke Naturen: dort haben wir dasFieber des Talentes, hier das Fieber des Charakters, dort (berHeine) die süßen, lieblichen Traumbilder der Phantasie, aber auchbacchantische Träume mit crassen Nuditäten, und nach den holdestenTräumen ein estnisches Erwachen,"
158, Wie Keine ehrenhafte «Millen behandelt, und wie aber auchFtheistcn über Keine den Stab brechen.
Die Niederträchtigkeit Heines, der die von ihm be-stohlenen Romantiker beschimpft, charakterisirt F. W, Weber:Der feine Knabe sagt unfeinen Dank,
Der in den Brunnen speit, aus dein er trank.
Man könnte die ganze Romantik Heines in einer Vierzeileschildern wie folgt:
Er macht einen Strauß aus duftigen BlumenUnd dreht ihn herum im Sonnenschein,
Und wenn ihn dann emsige Bienen umstimmen,So spuckt er echt bubenhaft mitten hinein.Das Bespötzeln und Bespeien kommt bei Heine in seinerPoesie oft so recht talmudartig vor. Peter Cornelius, dergeniale Künstler, wird von Heine in folgender Weise angegrunzt:„Mit Cornelius ging verloren — Auch des Meisters Jüngerschaft,Hat das Haar sich abgeschoren, — Und das Haar war ihre Kraft,Denn der kluge Meister legte — Einen Zauber in das Haar,
Drin sich sichtbar oft bewegte — Etwas, das lebendig war."
Im Heinestyl ließe sich dieser Poesie folgendes Parolibieten:
Wer aus das Haupt eines Ehrenmannes
Die eig'nen Läuse will übertragen,
Bei dem ist wohl erlaubt, zu fragen:
Wer kann das thun? Ein Lausbub' kann es.