Zwei Kuschmänner (Dorne und Keine). Aktenmäßig geschildert von Seba st tan B r u n n e e. Es hat sich ein Jeder schon selbst tätowirt, Dann hat auch Einer den Andern bemalt. So sch'n wir sie monumental dekorirt Als Helden in der markanten Gestalt. Haben sie auch verschieden gedacht Und oft miteinander gerungen, Sie waren doch immer umschlungen Durch Eintracht in der Niedertracht? Wcrderborn. Druck und Verlag von Ferdinand Schöning!.), 18A, Zweigniederlassungen in Münster i. W., Osnabrück und Mainz. Inhaltsverzeichnis;. (Abkürzungen: B, — Börne. G. — Grötz, H. — Heine. P. — Plate», Str. ^ Strodtniann.) Seite Warum sich B. und H. taufen ließen. B. erwägt und beurtheilt die Ereignisse der Weltgeschichte mit der Shylokswage 3 Wie B. die Sklaverei bei den Heiden für höher und vorzüglicher hält, als die Zustände in christlichen Ländern. Dieser Unsinn nachgewiesen 12 Was nach B. diese elendigen Christen den edlen und vortrefflichen Juden für Unrecht angetban haben. Die Anklagen B.'s Punkt für Punkt als unverschämte Lügen nachgewiesen 15 Wie B. die deutsche Nation mit der Wuth und Gemeinheit eines Hasenbalghändlers verschnupft und verspottet, und die deutschen Gimpel so gefällig sind, das Alles in Geduld sich von dem wü- thenden Juden gefallen zu lassen. Wie B. die Beschränkung der Juden-Ehen als einen grausamen Kindermord proklamin ... 21 Wie B. in seiner talmudischen Wuth gegen das Christenthum das 19. Jahrhundert erröthen läßt, weil es das Christenthum noch nicht vernichtet hat 25 Wie B. behauptet, daß die Christen den Juden das heiligste, unantastbarste, unersetzlichste Eigcnthum betrügerisch vorenthalten, sammt noch anderen talmndischen Gehirnexaltationen 2(! Eine entsetzliche Frevelthat des Frankfurter Senats, der die Juden 1719 zur Mit-Handarbeit beim Festungsbau angehalten, und nach 100 Jahren ihnen ein Gebet für Befreiung der Frankfurter in der Synagoge aufträgt. Fluch und noch einmal Fluch dem Frankfurter Senat! 27 Umschläge von eiskalten Thatsachen zur Abkühlung der Rabbinerphantasie B.'s. Wie das Fordern von Handarbeit das fluchwürdigste Attentat auf die Judenehre ist ...... 29 Die Dankbarkeit der Juden in Rumänien für Gewährung der schon von B. gestellten Forderungen an christliche Fürsten ... . . . 32 Wie die Millionen Menschen,- die im jüngsten 30jährigcn Kriege gefallen sind, nur im Interesse der Juden gekämpft! haben, und wie die Juden sich an diesem Kampfesheldenmüthig (durch Anlehcn und Lieferungsgeschäfte) bctheiligt haben. Wie sich B- rühmt, daß die Juden für eine halbe Million Bestechung'sich die Bürger-sWürgcr?)- Rechte erschwindelt haben . . 34 Einige Vorläufer über die religiösen Gesinnungen des Talmud. Die Behauptungen des getauften I)r. Delitzsch iin Interesse seiner ungetansten Freunde 37 I' IV Jnhaltsverzeichniß. Seite Wie B. beweist, daß die den Juden gewährten Concessionen den Christen nichts schaden, weil es in Frankfurt fünf Jahre nach der Gewährung noch reiche Kaufläden, Häuser und Kutschen gibt, die noch den Christen gehören gg Welche Frechheit sich B. iin Bewußtsein seiner talmudischen Weltherrschaft einem Christen gegenüber erlaubt, und wie er sich seiner Judenbüberei noch öffentlich zu rühmen beflissen ist 40 / Wie B, den Schiller und Goethe herunterschimpft und den honorirten Judenverhimmler Lessing über diese beiden stellt 42 Wie B. Lessing und Voltaire, weil sie erklärte Feinde des Christenthums waren, hoch über Goethe und Schiller stellt, die „nichts mehr nützen"; und wie I>r, Dühring den Lessing in eine zersetzende Lauge hineinlegt .44 Wie B.dcn Schiller einen Lumpen schimpft, und Goethe und Schiller berabreißt, weil sie bei der franz. Revolution nicht mitgejohlt haben 4S Wie B. in seiner echt jüdischen Arroganz dem Goethe selbst „das Genre" abspricht, sich'aber durch sein Wuthgezappel nur lächerlich macht. Wie sich Riemer über das Gespötzel B.'s geäußert . . 47 Wie Riemer den Haß und die Intoleranz der Juden allen Völkern gegenüber nrit Stellen von Klassikern erhärtet 43 Wie sich B. über den Theatcrjuden Shewa (von Cumberland) und den Edclmuth desselben vor Rührung gar nicht zu fassen weiß, und den dummen Goyim diesen Edcljuden als Musterbild vor die Nasen hinstellt 51 Wie dieser Theatcrjude von den Juden im Schauspielhause nrit Erstaunen wegen seiner Tugenden betrachtet wird. Die Inquisition nach B. und nach den historischen Thatsachen .54 B.'s förmliche Apotheose Shewas, und wie B. sämmtliche Goyim für dumme Teufel hält. Wie Dühring den B. der jüdischen llr- theilslosigkeit überweist 56 B .'s Ingrimm, wenn er auf dem Theater einen echtfarbigen Juden erblickt. Wie er hier plötzlich Maß und Gewicht wechselt und selbst die anrüchigen Juden in „Unser Verkehr" herauszuputzen sucht . 56 Wie B. nrit seines seligen Herrn Vaters Großmüthigkeit prahlt, während im Frankfurter Stadtarchiv die Schmutzigkeit und der Betrug des alten Baruch — aktenmäßig erwiesen vorliegt. Des Alten und Jungen talmudischc Frömmigkeit. Schleiermacher über B. . . . 60 Wie G. in seiner Rcbbesphantasic behauptet, der Vater Börne, der alte Baruch, habe einen Sohn der Maria Theresia auf den Chur- stnhl von Köln gebracht, wofür ihm Maria Theresia eigenhändig einen Lobcsbricf ausgestellt; und was der alte Baruch auch sonst noch für ein großer Diplomat gewesen ist 66 Wie die von dieser aufschneidenden Menschenklasse erzählten Groß- muthsakte mit großer Vorsicht, oder anbctrachts der Gepflogenheit dieser Klasse mit großer Nachsicht aufzunehmen sind 63 Die Rache an Schauspieler Wurm, der aus dem Theater einen Juden sehr zum Lachen dargestellt hat, was als ein Attentat am 13. Jahrhundert betrachtet werden muß 70 Jnhaltsverzeichniß. V Seite Wie nach B.'s Ansicht auf dem Theater alle Stände der Christenheit lächerlich gemacht werden sollen, und somit nur das einzige Majestätsverbrechen zurückbleibt: einen Juden lächerlich machen. Psui! und noch emol psui! 72 B/s talmudische Herzenslust, wenn es über die Pfaffen losgeht. Wie er die Tiroler herabschimpft und jeden für sein Vaterland begeisterten Helden für einen Cretin hält 74 Wie Naudh die Niedertracht, mit welcher Juden christliche Helden behandeln, charakterisirt. Wie Leo, ein Mann von Ehre, die Tiroler ganz entgegengesetzt dem Börne schildert — dem Männchen von Unehre! 77 Was B. für höchst verdächtige Anschauungen über Moral kundzugeben sich erlaubt, und wie er von Muth und Entschlossenheit wie ein Blinder über die Farbe urtheilt 30 Wie B. hinter der Festung seines Schreibpultes den Wilhelm Tell einen „Philister" schilt, und den persönlichen Muth überhaupt als einen Unsinn verurtheilt 32 B.'s complet jüdische Anschauung über Gütererwerb und Güterbesitz. B.'s Wuth über Protestanten, welche das positive Christenthnm in der socialen Frage als Princip vertreten 84 Wie B. die nahestehende Judenherrschaft prophezeit, die Welt aber über die weiteren Folgen derselben im Dunkeln läßt. B. als Catalina im Jndeninteressc 87 Wehklagen über die Frankfurter, welche die guten Juden nicht mit der gehörigen Hochachtung behandeln öl B. schimpft über einen Goy, der die Keckheit hat, über die Juden ein Buch zu schreiben, in welchem diesclbigen nicht gelobt werden 93 Wie B. den Goyim die albernsten Behauptungen andichtet, um diese mit Hohn und Spott abfertigen zu können 94 Wie B. über Eisenmenger schimpft, aber bei dem Stein des Anstoßes (dem Kern der Frage) sehr schlau vorüberschleicht ... 97 Wie Goethes Ruhm den kleinen Baruch nicht schlafen läßt, und er den komischen Versuch macht, den Alten von seinem Monuments- sockcl herabzudrängen und sich hinaufzustellen 99 B. über Judenbeschästigung und Judenbekehrung 192 Wie B. sämmtliche getauften Juden nach dem Maßstabe eigener Niedertracht messen möchte 193 B. klagt über die Judenbeschränkung in Frankfurt. Judenverfolgungen und ihre Ursachen. Jubel B.'s über die Beschimpfung der Kapuziner auf dem Theater '. 105 Wie B. zu Hülfe nimmt einen Wiener, zu schimpfen über Goethe und zu liefern den Beweis, daß man in Wien gerade so denkt und schreibt über Goethe, was bewiesen ist in dem Schreibebrief, was geschrieben hat dieser Wiener an den großen B., um mit dem B. zu sagen, daß Goethe ist gewesen gar kein Genie. Hast du gesehn ? . . / . 107 Wie B. aus seiner sicheren Hyänenhöhlc in Paris gegen die Könige eine Hetzjagd arrangirt und zweifelt, ob er im Kriegsfalle „unter VI Jnhaltsverzeichniß. Seite die Kavallerie oder dieJnfcmterie gehen solle". Höchste Fructificirung der Courage-Renommage! Wie B. Kaiser und Könige als jüdische Gauner behandelt, die inan nicht allein im Zimmer lassen darf. II« Nachgier, Hobn, Schadenfreude B.'s, wenn es über die Fürsten losgeht. „Die Deutschen sollen schreien, Lärm machen", hetzt B. aus seiner Schildkrötenschale in Paris l12 Wie sich B. immer im Kreisel der Judenfrage herumdreht und die Goyim nur aufhetzt, den Juden die Kastanien aus dem Feuer zu holen .... 114 B. stellt wieder das Hcidenthum über das Christenthum und sagt: „Wir jammervollen Christen", anstatt zu sagen: „Ich jammervoller Jude" ' 116 Echte Judensreude über den zerstörenden Pöbel. Bedauert, daß er nicht dabei war, als er den Palast des Erzbischofs zerstörte u. s. w. Schäumende Tollwuth gegen die Goyim von Seite dieser getauften Engelsseele 117 Wie nur der Clcrus an dem Elend der Juden Schuld ist. Wonniges Grinsen, wenn im Theater der Clerus herabgerissen wird. . . 119 In der Posse „Mnrat" geht es gegen die Pfaffen derartig los, „daß man zehn Christenthümer damit zu Grunde richten könnte". Wonnegezappel des kleinen Juden 122 Die von B. angeführten Briefe an ihn haben sämmtlich seinen Hundctrabstyl, was sehr bedenklich ist. Was B. bezugs der polnischen Juden für ein jammervoller Prophet geworden ist . . 124 B. schon wieder als abgebrannter Prophet. Seine Sorgfalt dreht sich ewig nur um das Judenwohl und die Judenherrschaft. Börne will den Leuten die Ohren abschneiden und die Augen ausstechen, weil sie den Goyim Paganini und Taglioni so viel Geld zutragen. Der Deutsche soll sich nicht mit Pfaffcngeheul zu Grabe schleppen lassen 126 Verdruß über die Franzosen, weil sie den arroganten' Juden aus dem Parterre hinausbefördert haben. Wessen Beute ist nun das deutsche Land? fragt B. vor 50 Jahren. Lob der gutmüthigen Wiener. Was sich der Jude unter gutmüthig denkt! .... 129 Wie B. den Leser versichert, daß er die größte Freude hat, wenn ihn ein Goy tüchtig zusammenpfeffert. Wie aber B. sogleich aus der sriedensvollen Stimmung heraus- und in die Wuthrolle hineinfällt 131 B.'s Racheschwur gegen die Goyim, und wie er sich rühmt, selben gehalten zu haben 133 B. läßt sich taufen; warum? Cimborassogipfel höchster Infamie. Rabbi G. baut oben eine Pyramide und setzt sich darauf. Das Wort Frechheit hat seine Bedeutung verloren 134 Höchste Leistung Grätz', des Rabbinerbildners ...... 136 Ein Rabbinerkniff. G. beschuldigt die Pastoren, welche B. und H. getauft haben, daß sie der Ehrlichkeit ihres Verlangens Glauben geschenkt und nicht Beide im vorhinein für Schufte gehalten haben 137 G. reklamirt die beiden großen Männer trotz ihrer Taufe für die Juden 140 G. anerkennt für die Beiden sogar Charakter, versteht sich Judencharakter. Der verwundende und heilende Witz B.'s 141 Inhaltsverzeichnis;. VII Seite Der Rabbi freut sich über und belobt die Wuth B.'s und H.'s gegen das Christenthum. Die Christen der Menschenschlächterei beschuldigt 143 B, schreit wieder für Einancipation (Judenherrschaft), schimpft über die Fürsten und sagt über sociale Zustände Wahrheiten, von denen er nicht ahnt, wie diese gerade den Juden sehr verhängnißvoll werden müssen 146 B, ist auf das Haus Rothschild nicht gut zu sprechen. Schwört feinen Feinden Rache und wünscht sich, stark zu sein, um mit seinen Feinden raufen zu können 149 Versichert den Leser schon wieder seiner Freude, als ihn ein Gegner mit seinen eigenen Waffen heimsucht. Auch hier straft der nachfolgende Zornesausbruch die obige Versicherung der Lüge. Angst vor der Todesstrafe 151 Wie B. dem Leser seinen persönlichen Muth hinaufzubeweisen sucht 153 Lamento der Frankfurter Juden. B. „lacht" wieder über einen Gegner, der ihn geschildert hat 155 B., nach Rabbinergeständniß ein Talmudjude, geräth in Wuth, wenn er Jude genannt und als solcher behandelt wird. Erneuerte Fürsten- zerquetschung und Königsvernichtung. Juden können alle Könige stürzen 157 Abbs Chatel. Moliöres Begräbniß zu einem Wuthausfall gegen den Clerus benutzt. Reinganums Hohes Lied und großes Lob über B. gesungen 159 Dllhrings Urtheil über B 162 Wie B. sich selber das entehrendste Urtheil gesprochen. Der arme Zelter nennt B. einen ehrlichen Ochsen, ein Verstoß gegen Thier- und Menschenkenntniß 164 B.'s Prahlerei, Großthun und Verlogenheit 165 H. über B. B. freut sich an Menzel, weil dieser der Erste war, der gegen Goethe aufgetreten 167 Als der Goy Menzel die beiden Juden, B. und H., kennen gelernt und die Wahrheit sagte, fahren sie in vereinigter Koppel gegen den Goy los. H.'s Gemauschel über Christenthum und Judenthum. H.'s Majestät der Genußseligkeit 176 H. stellt sich auf d. Sockel d. zertrümmerten Christenthums als König der Genußseligkeit. Wie sich B. u. H. bei ihrer ersten Zusammenkunft über das Loos der Juden trauernd beklagen 172 Die Juden sind immer die unschuldigen Lämmer, und die Christen die wüthenden Wölfe. Rothschild gelobt, weil er die Oberherrschaft des Bodens (Grundbesitzer und Bauern) zerstörte. Die Ruinirer und die Ruinirten; die Zukunft beider 174 B.'s Zorn und Schimpf über Taufe und getaufte Juden. Diese beiden Juden haben ihre Anschauungen von Haus aus im Soirulolrau uruelr mitbekommen und daran festgehalten 176 Gesetze für die Juden in ihrem Verkehr mit den Goyim. H. als echter Talmudjude . . 178 Noch schönere Gesetze für die Juden im Verkehr mit den Goyim . 186 VIII Inhaltsverzeichnis;. Was H, mit kluger Rücksicht auf seine eigene Sittlichkeit für Moralgesetze aufstellt. Schändliche Verhöhnung des Erlösers . . . Neue Anschauung H.'s über die Taufe. Treuer Befolger des Talmud B. schimpft über Rottecks Größenwahn. B.'s und H.'s souveräne Verachtung der Könige. H.'s Muthprahlerei, während er von Guizot bezahlt ist Wie B. einen Wind von der Guizot'schen Großmuth an H. bekommt, und der bezahlte H. den ihn versteckt der Bestechung beschuldigenden B. anklagt: B. habe sich in die Moräste der Verleumdung treiben lassen Der faktisch bezahlte H. beschuldigt B., er habe ihn aus Neid verleumdet. Rache am todten B. Enthüllt B.'s Privatverhältnisse aus Bosheit. H. belobt seine eigene, ihm angeborne Moral. . Wie sich H. mit seinem eigenen Moralcompendium ruinirt. H. per- sislirt B.'s Revolutionerei. H. sucht den B., um ihm zu schaden, der Hinneigung zuni Katholicismus anzuklagen H. läßt seine Galle gegen B. und gegen die katholische Kirche zugleich los H. übersieht die zwölsbändige, fortgesetzte Lästerung u. Beschimpfung der kath. Kirche in B.'s Schriften. Die Juden sind groß u. die Goyim plumpe Dränger. Die Juden sind aus d. Gottesteigc geknetet H. stellt sich als den Großen ans sein Monument, auf welches die Zwerge schwindlicht hinausblinzeln. Pyramidaler Größenwahn des Monumentaljuden . H.'s exorbitante Selbstüberschätzung auch von seinen Lobrednern eingestanden H.'s verunglückte Versuche, sich dem Publikum als einen Charakter darzustellen u. s. w. Die ungezügelte Wuth gegen das Christenthum bei den jüngsten Börne- und Heineschüleru Die Versuche B.'s, die Juden als sehr liebenswürdig zu schildern, welche wir, um einen günstigen Eindruck für die armen Verfolgten zu hinterlassen, am Ende bringen H.'s talmudischer Haß oonbr-r Christentum. Sein beliebtes „Hunde"- Schimpfen. Das Christenth. eine Krankheitsperiode d. Menschheit. Nach außen heuchlerisch ein Christ, im Kern ein ewiger Jude. Saphir über H ! . . . Der Protestant Gödeke über H. H. von Frankreich aus jahrelang besoldet: seine Leistungen dafür. Predigt die Emancipation des Fleisches H.'s begeisterte Schüler in Zucht-, Gefangen- und andern Häusern. Erklärt Religions- und Sittenlosigkeit als höchste Errungenschaft Der Autor hat schon 1345 u. 1846 nachgewiesen, daß es gar keine Kunst ist, noch drastischer über Religion zu schmähen, als es H. verstanden Wie H. nach Rabbineraussprüchen doch immer ein „echter Jude" geblieben ist Julian Schund über H.'s Unwissenheit in politischen Fragen. Menzel über H.'s Frivolität und Liederlichkeit Wie H. den Menzel in Manier eines rabiaten Trödeljuden beschimpft Seite 182 185 187 139 191 194 196 198 200 203 204 211 217 221 224 226 236 240 242 Inhaltsverzeichnis;. Wie H> die historischen Thatsachen bezugs Blutritual sehr billig abzufertigen sucht. Das jüngste Opfer des Blutrituals .... Gutzkows Verkehr mit und Urthcil über H. H. und Campe in- intriguiren gegen Gutzkows Buch über B., H. und andere Söldlinge der französischen Civilliste. Wie sich auch Gutzkow durch Nicht- und Mißverstehen der großen Weltfragen bemerkbar gemacht Warum Gutzkow und H. über einander gerietheu. H. nennt sich einen Repräsentanten des heiligen Geistes. Wie Juden je nach Bedürfnis; den H. als einen Christen behandeln, sich aber immer über dessen echte jüdische Innerlichkeit erfreuen Arnold Rüge gegen H. Wie sich H. als Winkelried für die Fleisches- emancipation hinopfert. H. lobt sich wegen der Größe seines Charakters und Talentes. Höchste Leistung der Eitelkeit und des Größenwahns Wie H. seine eigene „eventuelle Bekehrung" im vorhinein abzuschwächen sucht Die Geisteskrankheit H.'s. Der Apostel Paulus lehrt anders, als der Apostel H. „Wo der gesunde Menschenverstand aufhört, fängt das Christentkum an", sagt der Jude am seinem Krankenlager. Von krankhaft verzogenen Lippen träufelt giftiger Hohn. Für lüderliche Gesellen ist das Christenthum total unbrauchbar . . Fortgesetzter Spott und Hohn gegen den Erlöser. H. spricht echt jüdisch von Glaubcnspisse, vergißt aber aus die Vierfüßler, welche Kirchenwände be—schnüffeln Wie Str. deni H. sogar ein „religiöses Gemüth" hinaufdisputirt und diese abnorme Gabe auch noch zu beweisen sucht Wie Str. den Fürsten Piickler-Muskau als Autorität zu verwertheu sucht. Pücklers Memoiren eine bloßgclegte Cloake u. s. w. Wie sich H. das Gottwerdcn der Menschen zu seinem Gebrauch zu adaptiren sucht H. für Spinoza. Krötengift gegen die Lehrsätze des Christenthums. Nennt den Clerus die „heiligen Vampyre des Mittelalters" und ignorirt die unheiligen Vampyre, welche das Christengeld aussaugen H. sucht den alten Kohl des linken Hegclthums als selbstgezogenes Gemüse zu verwerthcn und plaidirt ekcliger Weise noch als angehender Leichnam für die farbige, warme Sinnlichkeit .... Str. rechnet es dem H. als Religion an, wenn er nur über Religion spricht, d. h. über dieselbe spottet. Neuer Hohn über den Erlöser. Die dem H. nachgrinsenden Juden . Confusion ini Dcnkgeschäft H.'s; er schreckt vor den Conseguenzen zurück, wenn diese ihm an den Hals kommen. Die „Dichtergnade" ein neues Dogma gegen das alte „Sittcndogma" . . ! . . H.'s Unkenntnis; in Philosophie und Theologie. Kämpft unnöthiger Weise gegen Jene, die ihn für einen „Betbruder" halten u. s. w. Der Bekehrungsspektakel über H.; das Ende desselben. Der alte Nihilismus H. spricht über das Alte Testament einen Unsinn aus zum Beweis, daß er auch das Alte Testament nicht gelesen, sondern sich mit Ii IX Seite 244 254 257 260 262 264 267 260 271 273 275 277 270 282 234 X Inhaltsverzeichnis. Seite der Talmud-Tradition zufrieden gegeben hat. H. übertrifft Voltaire an Cynismus 235 H.'s Todesangst; verhöhnt die Barmherzigkeit Gottes noch auf dem Todtenbette 288 H. will confessionslos begraben werden. Rabbinermoral. Die Rabbiner erklären H. für einen der Ihrigen. Diese Ehre bleibt unbestritten 239 Aussprüche von Copernicus und Newton in Anbetracht des Todes. Freilich nur Zwerge im Vergleich mit dem „Gcistesriesen" H. . 292 Wie H. den Grafen Platen behandelt. H. bringt das blöde Märchen. Plate» habe „katholisch" werden wollen, um gegen die kath. Kirche und gegen Platen seinen Hohn zugleich ablagern zu können. H.'s „freudenhäusliches" Moralprincip 293 H. gibt sich für einen Protestanten aus und schmäht unter dieser Heuchlermaske über das ganze positive Christenthnm. H.'s infame Frechheit, den armen Grafen Platen wegen seines Jahresgehaltes von König Ludwig zu verlästern, nachgewiesen ... 295 Wie fürchterlich H. über die Könige und Louis Philipp schimpft, bis er sich durch den Pcnsionsbogeu das Maul zustopfen läßt. Wie H. den „Volkswillen" als Objekt der Ausnutzung behandelt. . 297 Das unsinnige Märchen vom Kätholischwerdenw ollen P.'s aus dessen Gedichten widerlegt 298 Wie Gödeke den P. vertheidigt, P. aber durch seine anakreontischen Lieder dem boshaften H. ein Heft in die Hände gegeben hat . . 390 Das edle Motiv, das den H. bewog, den P. total zu ruiniren, von H. selbst eingestanden 391 Wie H. mit seinem moralischen Entrllstungsbesen für P. vor seiner eigenen Thür Mist genug zum Wegkehren gefunden hätte. Erneuerte talmudische Wuth gegen den Erlöser, die Kirche und den Clerus 393 H.'s Geständnisse aus seinem Leben und über sein Leben. Wüthet aeaen Adel und Obscurantismns. Wieder mißlungene Frivolitäten gegen Gott 395 Wie der Revolutionsheld H. bei Preußen, Oesterreich und Hamburg um eine sichere „Anstellung" schnuppert, die Regierungen aber sich nicht in die Falle locken ließen. Was die Mutter H.'s ihren Söhnen gerathen hat 397 H. im Lichte seiner Nichte. Wie die Nichte den blöden Goyim vor dem H.'scheu Stammbaum den größten Respekt einzuflößen sucht. H.'s Großvater und die Heldenthat, ein Armeelieferant gewesen zu sein. Was Luther über die Juden sagt 319 H. auch gegen Juden rachsüchtig, wenn ihm diese nicht Respekt bezeugten 313 Die Nichte postirt in ihrer nationalen Begeisterung H. über Goethe. Ein Märchen berichtet, der große H. sei selbst gegen Prinzessinnen flegelhaft gewesen 313 Was sich die Nichte von florentinischen Blumengärten für mythologisch noble Vorstellungen macht, und was sich diese Dame von „emsigen Bienen" gedacht haben mag 316 Wie dem H. ein Duell zugemuthet wird (selbstverständlich unblutig und ohne tödtlichen Ausgang). Welche coloffalen Geistes- und Jnhaltsverzeichniß. XI Seite Charaktervorzüge, in deren Besitz H. gewesen sein soll, von der Nichte dem Leser vorgegaukelt werden 3 IS Wie H. noch während seiner Lebenszeit vom Herausgeber dieses geschildert worden ist 324 Was die „serstliche" Nichte von dem Jubel des Clerus über die Bekehrung H.'s sich sür Trugbilder vorgaukelt 326 Schon wieder ein Duell — selbstverständlich kein treffender Witz, nur ganz leichte Verwundung: gegenseitig sehr schonungsvoll, wie vorauszusehen war 327 Wie die Nichte ihre achtzigjährige Großmutter nach allen Richtungen hin verhimmelt 32S H.'s letzte Tage von der fürstlichen Nichte geschildert. Ein kräftiger Judenfluch gegen alle Elenden, welche H.'s Verdienste schmälern wollen .... 330 Wie, wozu und warum sich H. hat taufen lassen ... . . 333 Die hohe Meinung, welche H. von sich und von seinen Schriften gehabt. H. gegen Goethe und Menzel . 335 H.'s idyllisches Eheleben von seinem Freunde Weill sehr drollig geschildert .... 337 Mit welchem Zauberschleier Str. das „eheliche" Leben H.'s (vor der fatalen Enthüllung Weills) umwoben und sich und den H. lächerlich gemacht hat 34 l H.'s Arroganz in München von Künstlern gezüchtigt 343 H. persiflirt selbst seinen Muth und sucht sein Leben zu defendiren. Die Bedenken gegen H.'s Apologie-Prahlereien 346 Wie schlau sich H. in Bayern behufs einer Anstellung einzuschleichen sucht! Vergeblich! 349 H. bemüht sich, um die eigene Feigheit zu maskiren, wie früher B., den Patriotismus der Tiroler zu verhöhnen 351 Die Angst der Eltern H.'s, ihr Sprößling könnte zu einem Helden herangezogen werden. Geschmuse über Kunst 353 Wie schändlich H. den Louis Philipp herabmacht, über welchen König er aber aus klingenden Gründen zu einer besseren Ansicht bekehrt worden ist . . 354 Wie H. die christliche Moral stinkicht findet; ein Urtheil, bei dem er an seiner eigenen Moral, mit einem Schnupfen behaftet, vorübergegangen ist 356 Wie H., um von dem Juden Moser ein Anlehen herauszupressen, mit einer unerhörten Wuth das Christenthum verlästert . . . 359 Str.'s Versuche, den H. wegen seiner Pension zu reinigen. Alles vergebens, wie es Str. am Ende selber einsieht 362 Auch ein Herr Kertbeny sucht (aber erst 1861) den Heine vergeblich zu purificiren . 365 H.'s Verständnis; für Geldfragen 366 Wie H. sich durch Schmähung und Anrathen scharfer Maßregeln gegen die Katholiken an die preußische Regierung anzudrängeln sucht, diese Regierung aber selbstverständlich die Pfiffe des schlauen Hebräers durchschaut und ihnen keine Folge gibt 366 Ii» XII Inhaltsverzeichnis;. Seite Ein Briefwechsel in Geldsachen. Fürst Pückler-Mustau, Varnhagcn. Heines Onkel und der Dichter 369 Kostbare Urtheile und Geständnisse eines „berühmten" Rabbiners über H.'s Briefe an Moser 372 Christi Wort verhöhnt 377 Der incarnirte Haß in seinen echt talmudischen Ausbrüchen gegen das Kreuz und gegen den Welterlöser 378 Berichte über die Bekehrung H.'s, und wie selbst über diese Bekehrung die Jünger dieses Dichters erbittert worden sind ... 381 Das projektirte Monument. Schlußbetrachtung 384 Viele Juden niit und viele Christen ohne Begeisterung für Heine. H. als Plagiator 336 Wie H. ehrenhafte Christen behandelt, und wie aber auch Atheisten über H. den Stab brechen 388 Wie der Größenwahn von B. und H. bei den Complicen derselben zum NationalArößenwahn angewachsen ist 393 Wie die alten Wünsche B.'s und die jüngsten Wünsche seiner Schüler noch immer nicht in Erfüllung gegangen sind. Vorhersage Drum- monts. Ein Wunsch des Fürsten Alois Liechtenstein gegen den Börnewunsch als Schluß 402 „War doch der Jude Börne von dem Recht des Judenthums auf eine nicht einmal literarisch anzutastende Herrschaft übervoll. Er hoffte noch die Zeit zu erleben. wo jede solche aufrührerische Schrift gegen die Juden ihren Verfasser entweder ins Zuchthaus oder ins Tollhaus bringen würde." vr. Dühring, „Judenfrage". 2. Auflage, S. 5K. II. Was sie sich gegenseitig genannt. Bleibt in ihren Nacken gebrannt. Deshalb läßt sich anch Niemand wehren, Beide nach ihrem Verdienst zu ehren. III. Andre Zeiten sind gekommen. Und die „Edlen" sind durchschaut: Wunder hat es uns genommen, Daß man ihnen je getraut. IV. „Die Unwissenheit in allen ernsthaften Fragen ist bei Beiden (Börne und Heine) gleich erstaunlich. Beiden ist der Witz der Maßstab der Wahrheit. Im Ganzen ist Börne in seinem Witz glücklicher, wie in seiner Unwissenheit unbefangener: er weiß, daß er nichts weiß, und verachtet Jeden, der etwas weiß, weil das Wissen den Charakter schwäche." Julian Schund, „Literaturgeschichte". III.. S. 212. V. Das Freiheitsbanncr trägt voran Der Federheld ans Canaan. Er hat gespielt ein falsches Spiel, Die Judenherrschaft war sein Ziel. Der Rabbi Grätz sagt frech genug: Die Taufe Börnes war nur Trug, Verfolgt hat ja sein Judenhaß Die Goyim ohne Unterlaß. 1, Warum sich Wörne und Keine taufen ließen, Wörne erwagt und keurtljeilt die Ereignisse der Weltgeschichte mit der Slj»loliswaage. Hören wir gleich eingangs nnserer Abhandlung und Abwandlung über die beiden ersten Heerführer des streitlustigen Israel ein Organ, welches in dieser Richtung sicher nicht der Parteilichkeit beschuldigt werden kann. Die Augsburger „Allgemeine Zeitung" (welche früher Heine und Börne zu ihren Mitarbeitern zählte) weist im Jahre 1857, Nr. 86, auf den 5, Band, S, 223—224, von Menzels „Geschichte der Deutschen", neueste Auflage, hin, wo neben dem literarischen auch das finanzielle Judenthum unserer Zeit besprochen ist : „Ebendaselbst heißt es nun von Heine: „„Ein reicher Geist mit vollkommenstem Affencharakter,"" Und von Börne: „„Ein wahrer Shylok, der die lange Judenverachtung durch den ingrimmigsten Deutschenhaß zu rächen versuchte,"" — Wenn irgend ein Blatt der großen geistigen Begabung dieser beiden Schriftsteller gerecht geworden ist, so war es wahrhaftig die „Allg, Zeitung", aber so weit geht unsere Bewunderung für Talent, Witz und Darstellungsgabe nicht, daß wir darüber die argen Charakterschwächen dieser Männer übersehen dürften oder das, was sie an der Ehre und den Heilig- thümern des deutschen Volkes gefrevelt haben. Achtung vor jedem Israeliten, der mit treuer Ueberzeuguug an seinen alten ursprünglich ehrwürdigen Glauben hängt,* aber Heine und Börne fielen vom Mosaismus ab, um aus weltlichen Rücksichten * Der Schreiber obigen Artikels war nämlich der Meinung, das heutige Judenthum hänge noch an den Büchern des alten Testamentes, und übersah ganz und gar die gegen die Goyim theils befohlenen, theils gerathenen und theils erlaubten Ruchlosigkeiten des Lokuloban arnob, aus denen die furchtbare Moral und das christenschädliche Gebahren der Juden gegenüber den Christen erklärlich wird. 4 Börne und Consorten. Scheinchristen zu werden und dann den Taufschein (Heine besonders), als einen Freibrief zu dem gemeinsten Hohn gegen das Christenthum zu mißbrauchen. Wie nennt das ein ehrlicher Mann, gleichviel ob Jud oder Christ, vom sittlichen Standpunkt? Heine und Börne, immer stark in der Negation, wußten die Politischen Schwächen deutscher Geschichte und deutscher Zustände witzig und kurzweilig Hervorzuheben: aber hinter dieser Satyre lag, trotz der gelegentlichen Koketterie damit, keine Liebe für Deutschland, und überdies waren beide, was die positiven Erfordernisse zur Einrichtung eines guten Staates betrifft, notorisch unwissend, wie neugeborene Kinder," Julian Schmid sagt in seiner Geschichte der neuen deutschen Literatur (3. Bd.): „Im Zeitalter der Restauration, war unter den Schriftstellern der Jude eine Ausnahme: in dem geschäftlichen Zweige der Literatur der Journalistik bilden sie jetzt die ungeheure Mehrheit, Daher die Empfindlichkeit, wenn man auf das Judenthum zu sprechen kommt. Fast sieht es so aus, als seien die Juden noch immer das auserwählte Volk und durch ein Privilegium gegen die Angriffe geschützt, die sich jede andere Nation gefallen lassen muß. Gegen die Deutschen haben Börne und Heine und ihre Glaubensgenossen eine ganze Scala von Schimpfworten angewendet, vom „Bedientenvolk" angefangen bis zum „Nachtstuhl", und gegen das Christenthum nicht minder; wagt man es aber, den ewigen Judenschmerz zu lästern, wagt man es, zu bezweifeln, daß Shylok ein Märtyrer war, so ringt die gesammte Journalistik über den Mangel an Ausklärung und Toleranz die Hände. Tadelt man die Eigenthümlichkeit der jüdischen Nation, so ist das ein Angriff auf die Glaubens- und Gewissensfreiheit, kritisirt man die religiösen Gebräuche, so ist es ein Hohn gegen ein Märtyrcrvolk, Der Grund dieser seltsamen Empfindlichkeit ist nicht das Rechtsgefühl, sondern vor allem d ie Begeisterung für Börne und Heine, Die Juden sollten nicht vergessen, daß von ihnen die religiöse Exklusivität ausgegangen ist, Sv etwas rächt sich unausbleiblich in der Geschichte, und die Unschuldigen müssen für die Sünden ihrer Väter büßen. Außerdem wird der religiöse Gegensatz mehr und mehr ausgeglichen" Der Schreiber dieses bemerkte schon vor 33 Jahren über diesen von Julian Schmid in Aussicht gestellten Ausgleich wörtlich („Wiener Kirchenzeitung", 1857, S. 229): „Je toleranter aber die Leute auf dem religiösen Gebiete werden, desto intoleranter werden sie auf dem nationalen. Der Konflikt der Zukunft wird nicht in katholischen Ländern mit orthodoxen, sondern bei rationalistischen Völkerschaften mit Reformjuden losbrechen," Börne und Consorten. 5 Auf diese nüchternen Urtheile hinauf wollen wir gleich eine jüdische Apotheose auf den großen Börne vernehmen. Im „Neuen Conversationslexikon" * wird dem Börne folgendes Sittenzeugniß ausgestellt: „Edelmnth und Sanftmuth waren die Grundzüge seines Charakters, allenthalben in seinen Schriften gibt sich der Menschenfreund kund, der die Menschen aufklären und glücklich inachen will. Nur das augenblickliche Bedürfnis; drängte ihn: die Feder in die Hand, er wollte nicht Worte für die Ewigkeit schreiben, und doch trug jede Zeile den Stempel künstlerischer Formvollendung," Auf diese im begeisterten Jargon eines Rebb Pinkeles angefertigte Heiligsprechung des Löb Baruch, der sich sehr schlau in das christlich-germanische Gewand eines Ludwig Börne eingehüllt, wollen wir wieder sehr unparteiisch den Borstand einer Rabbinerhochschule vernehmen, der uns kalten Blutes berichtet, daß sich Börne und Heine nur zum Scheine taufen ließen, im Herzen aber doch Talmudjuden geblieben sind. Grätz sagt („Geschichte der Juden", 11. Bd., S. 367): „Gehören auch Börne und Heine in die jüdische Geschichte? Allerdings! Es floß nicht bloß jüdisches Blut in ihren Adern, sondern auch jüdischer Saft in ihren Nerven. Die Blitze, die sie bald in regenbogenartigen Farben, bald in grellen Streifen über Deutschland flammen ließen, waren mit jüdisch-talmndischer Elektricität geladen. Sie haben zwar beide sich äußerlich vom Jndenthnme losgesagt, aber nur wie Kämpfer, die des Feindes Rüstung und Fahne ergreifen, um ihn desto sicherer zu treffen, und ihn desto nachdrücklicher zu vernichten." So belehrt uns der Erzrabbi Grätz in Breslau über das Verhältnis der Juden zu den Christen in einer Weise, die, was kolossale Unverfrorenheit anlangt, nichts zu wünschen übrig läßt. Wir sind aber bei alledem diesem edlen Rabbiner vielen Dank schuldig, und stimmen ihm sogar bei, indem wir die von ihm ausgesprochene Niedertracht Börnes und Heines aus den Schriften der beiden mit den vollgültigsten Zeugnissen erhärten und später die übelduftige Moral dieses großen Lamden (Gelehrten) der Jüdischkeit mit desinficirender Carbolsäure nach Verdienst behandeln. ^ Ein Wörterbuch des allgemeinen Wissens von Meyer (Herausgeber des Universums) in Hildburghausen. 3. Bd., S. 689. 8 Börne und Consorten. Wir haben Gründe, uns gleich Anfangs gegen die sehr ungerechte Beschuldigung zu verwahren, die oft von Juden sämmtlichen Convertiten gemacht wird, die Beschuldigung! es sei noch Keiner aus Ueberzeugung und aufrichtig Christ gewordem Wir können viele Convertiten nennen, die nach ihrer Taufe bis an ihr Ende als gute Christen gewandelt sind, so z. B, Vr. Johann Emanuel Veith, Geheimrath Baron Karl Hock, Canonikus Calmus, die wir persönlich gekannt haben, wie Dorothea Schlegel, die Tochter Mendelssohns, und ihre beiden Söhne Johannes und Philipp Veit (aus ihrer ersten Ehe mit dem Bankier Veit), deren jüngst erschienener Briefwechsel Mutter und Söhne als aufrichtige Katholiken und edle Menschen im schönsten Lichte darstellt,^ In Frankreich den hochverehrten kons Liberman, Gründer und Superior der Kongregation vom heiligen Geiste, dessen Biographie zu Paris 1878 bei Victor Sarlet erschienen ist, u, v. a. Der Refrain, der in Börnes Schriften als der Grundton derselben vorliegt, ist das Wehgeschrei über die Unterdrückung und Verfolgung der armen, unschuldigen Juden, Es konnte Börne nicht unbekannt sein, daß von dem Augenblicke an, in welchem die legale Nothwehr der Gesetzgebung, welche die Christen vor den Uebergriffen der Juden schützt, gefallen ist, die armen, unterdrückten, ausgesogenen Goyim an die Tagesordnung kommen. Das wünschte und wollte Börne, er hat es auch unter verschiedenen Formen mit der ganzen, ihm besonders eigenthümlichen Frechheit ausgesprochen. Er spaziert in Versailles herum (III. Bd., S. 107) und läßt seiner sittlichen Entrüstung über die Verschwendung der Könige Frankreichs freien Lauf; über das Osil äs dosnk ruft er aus: „Wer kennt dies berüchtigte Vorzimmer nicht, worin die Schmeichler dreier Könige ihre Zunge gewetzt, und die Blutsauger dreier Menschengeschlechter durstig herumgekrochen?" Gut gebrüllt, Löwe, vortrefflich entrüstet, Baruch! Jetzt kann man mit größerem Recht im gleichen Styl ausrufen: Wer kennt die großen Blutegelteiche (die Börsen) nicht, in denen * Dorothea von Schlegel geb. Mendelssohn und deren Söhne Johann und Philipp Veit, Briefwechsel, herausgegeben von I)r, I, M, Raich, Mainz, Kirchheini, 1S8I. 2 Bände. Börne und Consorten. 7 die kalten, feuchten, mit Saugnäpfen und dem stechenden Bohrstachel zum Aderlaß versehenen Egel tausendweise im Börsenbassin herumschwimmen? Wer kennt die Höhlen der Wucherer nicht, die mit Hülfe einer liberalen, im Blutegel-Interesse abgefaßten Gesetzgebung das Shylokmesser wetzen, um das am christlichen Volke auszuführen, was Shylok im Theater mit leuchtenden, freudestrahlenden Augen anstrebt? In Anbetracht der Gräuel während der französischen Revolution kommt Börne zur liebreichen Entschuldigung: „Und man spricht noch von den dummen Streichen*, die das französische Volk während der Flegeljahre seiner Freiheit begangen/' Sehr sonderbar! Das Hinschlachten taufender Opfer auf dem Schaffott, das sind „dumme Streiche", weun aber irgendwo ein Wucherjude durchgeprügelt oder notorischen Blutsaugern die Fenster eingeworfen werden, das ist ein Attentat gegen das 19. Jahrhundert, ein Frevel, an der ganzen Menschheit begangem Das ist die echte Shylokswaage! Börne hätte die Zeitschrift „Waage", die er in Frankfurt herausgegeben, mit vollem Rechte als Shylokswaage bezeichnen können. Wir verurtheilen jede Gewaltthat, aber diese gelinde Beurtheilung der Gräuel, welcher sich die französische Revolution schuldig gemacht, und nebenbei der Heidenlärm über einen (wenn auch nicht durch Gerichtsverfahren, sondern durch Lynchjustiz) durchgeprügelten Wucherjuden gehört in das Gebiet talmndischer Weltanschauung. Was würde Börne sagen, wenn im neuen Frankreich das von Riesenblutegeln ausgesogene Volk einmal mit seinen Bedrängern sich ähnliche „dumme Streiche" erlaubte, weun einige Juden, die das Geld der Nation hinwegnahmen, das Schaffott besteigen müßten, ob dann das französische Volk eine gleich milde Beurtheilung mit den Worten „dumme Streiche" erhoffen dürfte? Louis XVI. hat nämlich in seiner Herzensgüte den ersten Schritt gemacht, um die Juden zu emancipiren. In der * Im Lehrbuch der Weltgeschichte von Or. I. B. Weiß, 8. Band, l. Hälfte (64N Seiten), findet man aus zeitgenössischen Quellen die Tausende von Opfern ans dem Schaffott und die Ströme vergossenen Blutes! Das Alles nur „dumme Streiche". 8 Börne und Consorten. Nationalbibliothek zu Paris ist noch heutigen Tages das Pergament (mit des Königs Unterschrift) aufbewahrt, in welchem befohlen wird, daß die Juden beim Eintritt in Städte nicht mehr besteuert werden sollen, wie die Thiere. Besonders die Juden im Elsaß hatten dem König ihre totale Befreiung und Gleichstellung mit allen anderen Franzosen zu danken. Zwanzig Jahre darnach war das Volk im Elsaß durch Judenwucher ausgeplündert und an den Bettelstab gebracht. Der Jude Börne mußte von diesen Zuständen, die auch in den Zeitungen oft besprochen wurden, sicher Kunde haben. Dafür hat der edle Freiheitsheld nichts als echten Judenhohn und echt talmudische Schadenfreude über das Loos der unglücklichen Opfer auf dem Schaffott. Das ist ein schönes Beispiel nationaler Dankbarkeit. Leman, ein wahrer, edler Convertit, der sich aus Ueb erzeug ung und nicht aus schmutzigen Absichten taufen ließ und Priester wurde, hat über das angedeutete Thema in einem ausgezeichneten Werke die wichtigsten historischen Tatsachen publicirt* Wenn es sich um Akte der schändlichsten Undankbarkeit handelt, da haben die modernen Börnejünger die großartigsten Leistungen aufzuweisen; jeder Verfolgung der Päpste und der Kirche wird von diesem Elitechor zugejubelt. Wie oft haben gerade die Päpste die Juden zu schützen gesucht, wenn sich ausgesogene, erbitterte Völker in blutiger Selbsthülfe gegen ihre Blutsauger erheben wollten. Wir können den Dank hiefür tagtäglich vor unseren Augen sehen. Hören wir nun den Löb Baruch, mit welcher Verschmitztheit er im Stammesinteresse die Sittenlehren des Christenthums zu entstellen sucht, da ihm doch von Haus aus die Sittenlehre des Talmud sehr bekannt gewesen sein muß und er dieselbe auch, wie wir nachweisen werden, in Gesellschaft mit seinem frommgläubigen Herrn Vater, dem alten Baruch, den dummen Goyim gegenüber anzuwenden keinen Anstand genommen hat. * I/Lntrös : aber die Sklaverei der Alten war auch eine ihrer Hautkrankheiten, die sich jetzt auf die edleren innern Theile der Völker und Staaten geworfen hat. Es hat jetzt alles eine Haut wie Sammet so weich, und fleckenlos wie Schnee, und Börne und Consorten. 13 darunter sitzt das kranke angefaulte Leben, Waren die leibeigenen Menschen des Alterthums nicht glücklicher als die geisteigenen unserer Tage? 2 Jene lebten in unfreiwilliger Kindschaft, aber sie genossen von ihren Herrn auch väterliche Sorgfalt, s Diese, verwaist und frei aller verwandtschaftlichen Bande, sind verlassen und der launischen Hülfe Fremder hingegeben. Jene waren doch wenigstens lebendigen Geschöpfen unterthan, diese sind leblosen Sachen unterworfen, sie sind Sklaven ihrer Bestimmung, der Scheere, der Feder, des Hobels oder sonst eines elenden Handwerkszeuges^ Wo haben jetzt noch wie sonst die Niedriggebornen ihre Patrone, bei denen sie in Sorge und Roth Rath und Beistand fänden? Nichts widerlicher als ein todter Heller, der keine Früchte trägt und dessen Gabe beschämt, weil sie durch Liebesdienste dem Geber nicht vergolten werden kann, s Denn das arme Volk hat nichts mehr zu verschenken, aller Segen kommt von oben,"s Wir wollen das Geschmuse Börnes Punkt für Punkt beleuchten, 1. Börne verhöhnt die Thatsache, daß das Christenthum die Sklaverei abgeschafft habe, 2. Er sucht die Sklaven im heidnischen Alterthum glücklicher darzustellen, als die geisteigenen Menschen unserer (hier seiner Tage, 1823) Tage. Jetzt haben wir ganz geisteigene Menschen, es kann auch Jeder schreiben, was er will, aber das Proletariat wächst trotz dieser Geisteseigenheit furchtbarer an, als es je gewesen, lieber den echt nationalen Vergleich der Sklaverei mit einer Hautkrankheit eine kleine Betrachtung, Selbst die Bilder werden krätzig, Wenn der Mansche! sagt geschwätzig, Daß der Heiden Sklaverei Hautausschlag gewesen sei! Roebuk* gibt mit viel Geschick Dem Baruch dieses Bild zurück. Er sagt: „Das Uebel neuer Zeit Das ist die Juden-Lauskrankheit, Die Oesterreich hat heimgesucht", Seitdem es ist schulchan-arucht. Der gute Roebuk hat geglaubt, Das, was dem Juden ist erlaubt, * Roebuk, der englische Politiker, äußerte sich schon vor 30 Jahren wie oben über Oesterreich. 14 Börne und Consorten. Das muß dem Christen ebenfalls Gestattet werden jedenfalls. Der Jude will nur schießen her, Hinschießen, das verdrießt ihn sehr. Das Recht, meint er, hat er allein, Der Goy soll nur ganz stille sein; Wenn er sich nur ganz leise muckt, Wird er zugleich zusammgeduckt. Jedoch die Zeit geht ihren Gang Und ändert viel, ob kurz, ob lang, Die Welt ist rund und dreht sich sehr, Und unverhofft kommt was daher: Dann schaut die Frechheit drein verdutzt, Wird nach Gebühr sie zugestutzt; Trotz allem Zorn und Wehgeschrei Kommt doch der große Krach herbei. 3. Von einer väterlichen Sorgfalt von Seiten der alten, besonders der klassischen Völker gegenüber ihren Sklaven zu sprechen, dazu gehört eine orientalische Phantasie. 4. Hier hätte Börne seine Stammesgenossen ausnehmen sollen, denn diese arbeiten blutwenig mit Scheeren (außer mit Cvuponscheeren), mit Hobel und anderen Werkzeugen. Nur die Feder wird als Werkzeug der Reklame, des Schwindels, der Lüge, der Verdummung des Volkes wacker gehandhabt, dann auch jene Scheere, mit welcher den dummen Schafen ihre gute Wolle abgeschoren wird. 5. Im Christenthum kann der Liebesdienst schon vergolten werden durch ein aufrichtig gemeintes: „Vergelt's Gott!" das zu einem Gebet für den Geber wird, durch die Ergebenheit in das traurige Loos der Armuth, wenn der Beschenkte vom Geber als ein armer Mitbruder liebevoll behandelt wird. 6. Jetzt hat auch der Segen von oben aufgehört. Mit d em Hinschwinden der christlichen Charitas kommt der Unsegen von unten, die Wogen der socialen Revolution branden an den Ufern des Besitzes, und ob die Schlauesten aller Schlauen diesen Sturm von sich ab und nur den Goyim allein zulenken können, das wird die Folge lehren. Börne und Consortcn. 15 Z. Was nach Warne diese elendigen ßljristen den edlen und vortrefflichen Inden für Unrecht angetljan ljaöe». Die Anklagen Börnes Dunkt für Wunkt als unverschämte .Lügen nachgewiesen. S, 46 legt Börne eine Lanze ein für die Juden (181l)). Börne ist selbstverständlich über die Behandlung der Juden außerordentlich entrüstet, er behauptet, nur der christliche Fanatismus wäre Schuld daran. Er sagt und fragt: „Worin das böse Verhängniß der Juden besteht, ist schwer zu erfassen,: weil es seine Laufbahn noch nicht vollendet hat und erst un Tode der Dinge ihre Lebcnsbedeutung sich offenbart. 2 Es scheint aus einem dunklen unerklärlichen Grauen zu entspringen, welches das Judenthum einflößt, das, wie ein Gespenst, wie der Geist einer erschlagenen Mutter, das Christenthum von seiner Wiege an höhnend und drohend begleitete.» Aber wir wollen hinabsteigen zu den freien Handlungen der Menschen, tief hinab zu der sumpfigen Gegend, wo all das häßliche, giftige Schlangengezücht wohnt, das bösen Dunst verbreitet, so vielen unschuldigen Geschlechtern das Dasein verbittert und sie um den Preis ihres Lebens prellt, r Vormals hatte man aus Glaubens- wuth Juden und Ketzer verbrannt — aber weil dieses unmenschlich war, kann es nicht menschlich gerichtet werden. Man beraubte die Gemordeten, denn das Fett der Schlachtopfer war stets der Lohn der priesterlichen Dienste. Aber jetzt, da auch der ruchloseste Heuchler nicht zu sagen wagt, daß er die Juden wegen ihres Glaubens verfolge, womit wird jetzt die Bosheit beschönigt?" 0 — „Es wird mit der schamlosesten Heuchelei gegen die Juden zu Werke gegangen, es werden lügnerische Behauptungen niit solcher Keckheit geführt, daß selbst Gutgesinnte dadurch getäuscht werden, weil sie nicht glauben können, daß man sie so plump betrügen wolle. ? Darum will ich die Thoren entlarven und den Bösewichtern ins Angesicht leuchten.» Sie werden lärmen und schwirren, wie die aufgeschreckten Nachteulcn." — „Das aufgeklärte Volk wird einsehen lernen, daß es das Schlechte nicht einmal zu seinem eigenen Vortheile beging, sondern daß es das unredlich Erworbene einigen unersättlichen Aristokraten überlassen muß." g — „In dem letzten Jahrzehnte vor der französischen Revolution wurden von deutschen Staatsgelehrten, wie für die Gesetzgebung überhaupt, so auch für die bürgerlichen Verhältnisse der Juden menschlichere und verständigere Grundsätze aufgestellt, und die Franzosen begannen ihre Staatsumwälzung damit, daß sie diese Grundsätze ins Leben einführten. In Westfalen, dem Großherzogthum Frankfurt und in andern deutschen Ländern, wo zur Zeit der Napoleon'schen Herrschaft französische Regierungsart sich geltend gemacht, wurde die Rechtsgleichheit^ der Juden mit den übrigen Bürgern verfassungsmäßig aufgenommen. Es geschah dieses ohne 16 Börne und Consorten. Widersetzlichkeit, ohne Murren des Volkes. Napoleon fiel und Deutschland wurde frei. Alsobald erhoben sich im nördlichen Deutschland einige Schriftsteller, die gegen die Juden eiferten, und die freien Städte, das siebenschläfrige Frankfurt besonders, suchten das alte Recht der Juden, oder vielmehr ihren ehemaligen rechtlosen Zustand aus dem Staube der Archive wieder hervor. Es ist zu untersuchen, aus welcher Quelle das Eine und das Andere entsprang." n Diese ganze Darstellung ist zwar nicht bornirt, aber börnirt, d. h. im Interesse der Juden verlogen und zugestutzt und für ein bornirtes Lesepublikum berechnet. Einige Thatsachen werden den ganzen Börne'schen Phrasennebel wegblasen. Man sehe nach obigen Nummern. I. Das ist gar nicht schwer, sondern sehr leicht zu erfassen; das Verhängniß der Juden besteht in jenen verruchten Vorschriften des Talmud und späteren Sobniolmn uruck, nach denen sie seit fast 2606 Jahren die Nichtjuden behandeln. Mit dem Talmud auf dem Rücken und mit seinem befohlenen Haß im Herzen haben sie ihren Einzug bei den christlichen Völkern gehalten. Wer die Vorschriften dieses Sittenwerkes gegenüber den Nichtjuden, zunächst den Akum (Christen) kennt, der wird finden, daß die Juden jene Behandlung, die sie im Mittelalter bisweilen erfahren mußten, nicht nur provocirt, sondern auch verdient haben. Der Leser kaufe sich vor Allem das trotz aller Machinationen der Juden nach genauer Prüfung authentisch anerkannte Buch: „Der Judenspiegel im Lichte der Wahrheit. Eine wissenschaftliche Untersuchung von De. Jakob Egger, Privatdocent für semitische Philologie an der Königlichen Akademie zu Münster. 2. Auflage. Paderborn, Bonifaciusdruckerei, 1884." Da finden sich die furchtbaren Gebote in hebräischem Text mit an der Seite stehender, unabstreitbarer Uebersetzung, alles wörtlich aus dem 8c.kuwlis.ll aruck, der seit 300 Jahren authentischen Gesetzessammlung aus dem Talmud für die Juden. Freilich kann es den Juden nicht angenehm sein, „die wahre Brutstätte der Gottlosigkeit und Verworfenheit" enthüllt zu sehen. Hat Börne diese Gesetze nicht gekannt? Hat er die jüdische Praxis nicht gekannt, die sich mit einer bedauernswerthen Gewissenhaftigkeit an diese Gesetze von jeher gehalten hat? „Wir leben nicht ohne Sittlichkeit, aber ohne Börne und Eonsorten. Sittenlehre leben wir", schrieb Börne. Da er im Herzen immer als Jude spricht, so muß man ihm entgegenhalten: Im Talmud ist die Sittenlehre der Juden, und nach dieser Sittenlehre behandeln sie die Nichtjuden; und diese Behandlung ist von je die Ursache der Judenverfolgungen gewesen. Wenn die Juden die schändlichen Lehren des Talmud nicht ins praktische Leben umsetzen würden, so könnten sie sicher ungestört unter den Christen verweilen. Die unleidliche Handlungsweise der Juden ist es von jeher gewesen, welche das Volk gegen dieselben selbst bis zu grausamen Thätlichkeiten erbittert hat. Selbstverständlich werden wir nie derlei Gewallt Halen gutheißen, wir können dieselben aber durch die furchtbarsten Provocationen und den unleidlichen Druck der Wucherer erklärlich finden. Riehl, Professor in München, Protestant, ruhiger Beobachter, dem man sicher keinen religiösen Fanatismus nachsagen kann (mit dessen Vorwurf die Juden ihre Gegner so gerne unschädlich zu machen suchen), beweist, wie die Stimmung gegen die Juden nicht in der Religion, sondern m der Handlungsweise der Juden sich begründet, er sagt*: „In manchen rheinischen Städten überwuchsen die arbeitsrührigen (Handelsarbeiter) Juden das lässige Christenvolk dergestalt, daß zu befürchten stand, sie würden alle Bürger zuletzt aus der Stadt hinausarbeiten." „Gegen diese Concurrenz half man sich im Style des 11. Jahrhunderts dadurch, daß man die Juden todtschlug. In manchen Staaten war es gewiß nicht bloß Glaubenshaß, sondern zugleich eine barbarische, wirthschaftliche Nothwehr, welche zu den Jnden- morden trieb. Selbst in unfern Tagen galt der gewaltthätige Judenhaß nicht dem Jndenglanben und der Judensitte, sondern der Judenarbeit, dem Schacher, der schon so manchen Kleinbauer aus dem Lande hinausgearbeitet hat." ^ Was würde jetzt Riehl 30 Jahre später sagen, wo in Cisleithanien in Einem Jahr 12 000 Bauernwirthschaften zum größteutheil in die Hände jüdischer Wucherer fielen, wo die Juden bis zur kolossale» Unverschämtheit und in ihrem blinden Uebermuthe zu der Unklugheit sich verleiten ließen, öffentlich * Die deutsche Arbeit, von I)r. Riehl. Stuttgart, Cotta, 1361. S. 64. Brunucr, Zwei Vuschmmmer. 2 18 Börne und Consorten, folgendes Geständniß drucken zu lassen. (Der orthodoxe Jsralit, Jahrg. 1878.) „Binnen zwei Dezennien wird der Ackerbau Galiziens zum großen Theil sich in den Händen der Juden befinden. Auch hierin sehen wir das Walten der Vorsehung mit dem beständigen Schutz für unser so viel duldendes indisches Volk." — Der galizische Bauer lebt von Kartoffeln und Schnapps und lebt als Sklave und Taglöhner der Juden — zu Tausenden wurden die Bauern in Galizien durch Wucherer von Haus und Hof vertrieben, und die traurigen Folgen der Blut- saugerei wird der Vorsehung in die Schuhe geschoben, die für das so viel duldende Volk Israels arbeitet! Gut, daß die Vorsehung mit Erledigung ihrer Pläne noch nicht fertig ist — es könnte derselben Vorsehung einmal belieben, die Lehre zu geben: daß Eine Nation nicht von Gott die Gnade erhalten hat, die andere ungestraft auszuwuchern. Die jüngsten Prozesse (1890) gegen jüdische Seelenverkäufer, welche die armen Bauern hundertweise nach Amerika schickten, nachdem sie diese armen Teufel um ihre Habe in der schändlichsten Weise betrogen, sind ein prachtvolles Sittenbild zu der sogenannten „Vorsehung", welche den frommen Juden Grund und Boden in Galizien in die Hände gespielt hat! Das wäre eine saubere Vorsehung, deren fromme Propheten als infame Betrüger, Räuber und Volksausbeuter in den Kerker wandern mußten, da sie doch noch ganz was anders verdient hätten! 2. Diese Offenbarung der „Lebensbedeutung im Tode der Dinge" ist eine hohle Phrase. 8. So? Also hat das Christenthum das Judenthum erschlagen, und das Judenthum schleicht jetzt als Gespenst herum, um das Christenthum höhnend und drohend zu begleiten. Das Höhnen und Drohen constatiren wir auch. Nun ist das Judenthum politisch von den heidnischen Römern erschlagen worden, und nicht von der sogenannten Tochter — als diese Tochter noch in der Wiege lag. Das ist auch ein reiner verlogener Phrasenschwulst, um die christlichen Leser von dem Centrum der Frage abzulenken — wahre Börnologie! 4. Also so vielen unschuldigen Geschlechtern ist das Dasein verbittert worden, und sie sind um den Preis ihres Börne und Consortcn, lU Lebens geprellt worden? Das klingt gerade so, als ob das Prellen und Beschummeln im christlichen Sittengesetz anbefohlen, und von Christen, die es in der That sind, befolgt würde! Wie kommt es denn, daß, statistisch ausgewiesen, gerade die unschuldige (börnologisch gesprochen) Judenschaft für Criminalverhandlungen das größte Contingent liefert, wobei noch die Schlauheit in Betracht kommt, mit welcher Theile der Preller mit dem Aermel am Zuchthaus vorüberstreifen? 5. Das hat wieder den Anschein, als ob die Judenverfolgungen vom Clerus ausgegangen und das den Juden abgenommene Geld in den Säckel des Clerus gewandert wäre Wie es eine Lüge ist, das Gros der Judenverfolgungen der Glaubenswuth zuzuschreiben, haben wir in Note 1 nachgewiesen. 6. Das ist also pure Bosheit, wenn sich die armen Teufel von Bürgern und Bauern, deren Existenz durch Blutsauger zu Grunde gerichtet worden ist, endlich, nachdem sie auf dieser Welt nichts mehr zu verlieren haben, und nachdem bor- nirte oder (was möglicher Weise hie und da auch vorkommen könnte) bestochene Gesetzfabrikanten das Volk den Wucherern ans Messer geliefert haben, zu rühren anfangen, um sich auf legale Weise durch Zustandekommen gerechter und sittlicher Gesetze ihre traurige Lage zu verbessern. 7. Sind die statistischen Ausweise über die Verbrecher, die sich die Beschädigung fremden Eigenthums zur Lebensaufgabe gemacht haben, gefälscht? Wer ist wahrhaft groß in dem Vorbringen lügnerischer Behauptungen? Wo tritt die Lüge mit größerer Frechheit auf als dort, wo sich Schwefelbanden zur Beherrschung der öffentlichen Meinung und zur Be- thöruug der „Gutgesinnten" eingenistet haben? 8. Wer an der Heiligkeit und Unschuld der Juden zweifelt, ist „Bösewicht", und allen Bösewichtern werden die frommen jüdischen Publicisten ins Angesicht leuchten: Welcher Schrecken unter den Gvyim! ll. Das „aufgeklärte Volk" begeht „das Schlechte" (welche Schande für die Aufklärung!), und was es „unredlich erworben", das muß es einigen unersättlichen Aristokraten überlassen. Wieder ausgezeichnete Börnologie! — Kehren wir die Phrase um: das unaufgeklärte Volk muß das, was es 20 Börne und Consorten. redlich erworben, einer Heerde von unersättlichen Gaunern überlassen, in dieser Fassung hat die börnische Terminologie doch einen rechten historischen Sinn! 10. Diese bösen Aristokraten und diese bösen Fürsten, wie sie mit dem armen Volk verfahren sind, es ist grauenhaft! Und siehe, jetzt ist z, B. Ungarn zu Grunde gerichtet, finanziell verblutend, die Bauern sind ruinirt, die Aristokraten und die Bürger sind ruinirt, das Geld, das Blut des Verkehrs, ist den frommen unschuldig leidenden und verfolgten Juden zugeflossen. Schlösser und Bauernhöfe sind zu Hunderten und zu Tausenden in die Hände der Groß- und Kleinwucherer übergegangen, so daß der „Orthodoxe Israelit" wie bei Polen auch bezugs Ungarns sagen kann: „Auch hier sehen wir (Juden) das Walten der Vorsehung (der jüdischen) mit dem beständigen Schutz für unser so viel duldendes jüdisches Volk". — Was nun diese orthodoxen Juden sagen werden, wenn sich die Vorsehung heute oder morgen wieder eines Andern besinnen wird? 11. „Rechtsgleichheit" — „ Gleiches Recht für Alle", wie das so schön freiheitlich und aufgeklärt klingt! — Aber „Pflichtengleichheit", was den Rechtsgleichhäutern nie schmecken wollte, das haben sie immer fein liegen lassen. In Galizien sind bei Ausbruch des italienischen Krieges in einem einzigen Kreise über 100 Judenjünglinge nach Rußland geflüchtet im Angesicht der Rekrutirung, und haben es den blöden Goyim überlassen, fürs Vaterland zu sterben! Eklatante Bestechungen, welche bei Rekrutirungen von jüdischer Seite stattgefunden, sind in die Oeffentlichkeit gedrungen. Der aktive Militärdienst des Soldaten, der vor dem Feinde zu stehen, zu kämpfen und sein Leben einzusetzen hat, wird großmüthig den dummen Goyim überlassen. 12. „Es ist zu untersuchen", meint Baruch Börne. Mit diesen Worten will der schlaue Baruch die Erbitterung gegen die Juden als ein aus Fanatismus hervorgegangenes Unrecht bezeichnen; er stellt sich unschuldig, als ob er nicht wüßte, welche Verheerungen die jüdischen Wucherer in kürzester Zelt im Elsaß angerichtet, allwo die jüdische Güterschlächterei im höchsten Flor stand, und die Bauernwirthschaften zu Tausenden in die Hände der Wucherer fielen, während die Bauern als Börne und Consorten, 21 Bettler von Haus und Hof vertrieben wurden. Baruch ist ein Meister im Declamiren, in Freiheitsentrüstung, in Toleranz, in Humanität und im Jgnoriren und Verschweigen von comprommitirenden Thatsachen. Das ist von je das Princip der jüdischen Hetzer, welche die Christen unter einander Hetzen, um im Trüben ihr Geschäft betreiben zu können. Es ist gebotene Nothwehr, den Taschenspielern mit Feder, Tinte und Papier auf die Finger zu schauen. 4. Wie Mrne die deutsche Motion mit der Wutlj und Hemeinljeit eines Kasenlialgljäiidlcrs verschimpft und lierspoltet, und die deutschen Gimpel so gefällig sind, das M'es in Geduld sich von dem wnlljenden Juden gefallen zu lassen. Wie Mrne die Beschränkung der Juden- Lljen als einen grausamen Kindcrmord proklamirt!!! Börnes Judeneifer, andere Nationen, besonders die Deutschen, in deren Sprache der Jude schrieb, in der frechsten Weise mit ekeligem Miste zu bewerfen, ist bekannt. Kein Schriftsteller hat die deutsche Nation so verschimpft und verlästert, wie dieser aufgeblasene Jude. Die Franzosen hätten die Schriften eines Schriftstellers, der sie in dieser Weise behandelte, aus ihren Bibliotheken geächtet, der Deutsche läßt sich in Geduld von Inden ausbeuten und —- beschimpfen! Nur ein Beispiel von Hunderten. Im Aufsatz: „Der Narr im weißen Schwan" (II. S. 140) sagt Börne: „In Deutschland sind die Menschen geordnet wie in Bibliotheken die Bücher. Die großen und schweren stehen unten, die kleinen oben. Man muß sich bücken, einen Foliomenschen, man muß steigen, eine Duodezseele zu fassen. Die deutschen Obern sind schön gebunden und haben goldene Titel, die untern sind auch gebunden, aber wie die Schweine, und haben kein Ansehen." — „Das Geheimniß jeder Macht besteht darin: zu wissen, daß andere noch feiger sind als wir." „Der Deutsche liebt bescheidenes Rechten, mäßiges Fordern, sanften Tadel, stille Vorwürfe. Darum muß man, um auf sie zu wirken, durch Rede und Schrift aninaßlich streiten, ungebührlich fordern, bitter tadeln und polternd zurechtweisen. Denn mäßigt euch, wie ihr wollt, der deutsche Leser mäßigt noch eure Mäßigung. Er kann das Feilschen nicht lassen, man muß ihn 22 Börne und Consortcn. >vie ein Krämer überthenern. Man muß mit ihnen alles übertreiben, sie haben eine Elephantenhaut; zarten Kitzel fühlen sie nicht, man muß ihnen eine Stange in die Rippen stoßen." Börne Hütte in der That nicht Unrecht, wenn er die Deutschen seiner Zeit für Cretins gehalten; in unseren Tagen dürfte es dieses Urbild von Frechheit kaum mehr wagen, feine Niederträchtigkeit so unverfroren darzulegen. II. 153 sagt Börne über die staatliche Beschränkung der Juden-Ehen: „Freuen wir uns, daß die Menschlichkeit so große Fortschritte gemacht hat — selbst die Henkerkunst hat sie veredelt. Gibt es denn eine sanftere Art hinzurichten, als die Kinder vor ihrer Empfängniß zu tödten? Es sind noch keine 4000 Jahre, da hatte ein ägyptischer Pharao auch den staatswirthschaftlichen Einfall, die Bevölkerung der Juden zu vermindern i doch das Christenthum hat sanftere Mittel, es verbietet den Inden das Heirathen, i Das Christenthnin? Seid ihr Menschen, seid ihr Christen? Und wie und welche? Wir haben heiße Protestanten, die, weil sich unsere Bürger in Vauxhall belustigen, alle Stunden für diese Stadt das Schicksal von Sodoma und Gomorha fürchten, und welche die katholische Kirche mit der babylonischen Hure vergleichen, weil sie verstattet, an Feiertagen Kirschen zu verkaufen. Auch sind fromme Katholiken unter uns, die sich für Heilige halten, weil sie sich von der Vernunft erlöst fühlen.s Und das Recht, die Menschlichkeit? Recht und Menschlichkeit sind weltliche Dinge, von denen sich ächte Christeil, die nach himmlischen Gütern streben, nicht zerstreuen lassen..? Und die Juden, dulden sie diese Mißhandlungen ohne Murren?"« So Baruch Börne. Er eskamotirt immer — beständiges Wort-Gemauschel — die armen Inden sind immer die unschuldig Gekränkten und Verfolgten. Daß die Concessionen zum Heirathen vom Staate ausgehen, das eskamotirt er. Daß der Staat das Recht hat, zum Schutze seiner Angehörigen Gesetze zu erlassen, das widerstrebt der jüdischen Freiheit. Lassen die Juden ihre christlichen Diener und Mägde Heirathen? — Da sehen wir also auch fromme Juden als bethlehemitische Henker und Kindesmörder. Die Deutschen waren in der That Cretins, daß sie sich durch eine unerhörte Frechheit und Wort- und Thatsachen- verdrehung eines Talmndisten ein halbes Jahrhundert lang dupiren ließen. Börne und Consorten. 1. Gab es nicht zugleich mit Beschränkung der Juden-Ehen auch noch mehr Beschränkungen der Christen-Ehen? Dürfen Soldaten Heirathen? Dürfen selbst Offiziere Heirathen, wenn sie nicht ein Kapital (Kaution) erlegen können? War es nicht das Recht jeder Gemeinde, Leute, die sich über die Erhaltung eines Hausstandes nicht genugsam ausweisen konnten, nicht Heirathen zu lassen? Und war dies Gesetz wirklich dumm, grausam und kindesmörderisch, wie es die exorbitante Judenphantasie Börnes bezeichnet? Ist es ein absoluter Unsinn, wenn eine Gemeinde das Recht hat, sich vor Proletariern zu schützen, vor sicheren Bettelfamilien, die der Erhaltung der Gemeinde zur Last fallen, die Jene, die noch etwas besitzen, auch zu Bettlern machen durch die unerschwinglichen Abgaben für Staat und Gemeinde? In Polen, Ungarn, Böhmen, Mähren und allüberall beweisen die statistischen Tabellen, daß die Juden, die der Handarbeit und dem Kriegsdienst mit List, Kraft und Nachdruck sich entziehen, sich alljährlich in großartiger Progression vermehren, während die arbeitenden und Kriegsdienst thuenden Ungarn, Slaven und Deutschen weniger werden. — Ist denn eine Nation geradewegs verpflichtet, liebenswürdig einer Andern Haus, Hof, Land zu überlassen und sich zu Tagelöhnern zu verdingen oder auszuwandern? — Alle diese Fragen haben in den Köpfen phantasiereicher Juden keinen Platz, — ihnen ist das Nicht-nach-Willkür-Vermehrenlassen der Juden ein bethlehemitischer Kindermord. Wie grausam!! Man muß diese Goyim geradewegs als Dummköpfe behandeln. Heißt das eine Logik! Die Goyim, welche sich von den Juden nicht verdrängen lassen wollen, sind Kindesmörder. Entsetzlich! Denn durch ein solches Verbot können Judenfamilien nicht in die Gemeinde kommen, die Juden können in der Gemeinde sich nicht vermehren. Dieser Umstand „tödtet die Kinder vor ihrer Empfängniß", das ist nach Börne „veredelte Henkerskunst", und Börne ruft dazu aus: „Gibt es eine sanftere Art hinzurichten, als die Kinder vor ihrer Empfängnis; zu tödten?" Das ist doch staatswirthschaftliche Judenlogik in der höchsten Potenz. Jüdischer Schwefel zur Betäubung dieser blöden, dummen Deutschen mit ihrer „Elephantenhant", bei 24 Börne und Consorten, denen man Alles „übertreiben", Alles „wie ein Krämer Übertheuern muß", wie Börne sich selbst die Behandlung der Deutschen (dieser Dummköpfe) in colossaler Unverfrorenheit vorschreibt. Wenn aber diese dummen Ele- phanten einmal zur Einsicht kommen, wie man sie dupirt hat, dann könnte es den Elephanten-Stachlern und -Treibern erst noch nicht mehr so gut ergehen, wie es ihnen seither ergangen ist. 2. Die Katholiken halten sich für Heilige, weil sie sich von der Vernunft erlöst fühlen? — Was soll man auf diese wahrhaft blöde Behauptung erwidern? Dieser Börne, der im Vertrauen auf die Dummheit der Deutschen und der Christen in beständigem Conflikt mit der Logik und mit den Thatsachen arbeitet, er hat ja selber den Deutschen gegenüber das Uebertheuern (echt jüdische Redensart) und das Uebertreiben, also das Lügen als Princip aufgestellt, 3. Recht, Menschlichkeit — vage Worte! Recht hat der Shylok auch mit seinem Schein in der Hand; und Menschlichkeit besteht für sie darin, daß der dumme Deutsche sein Haus und seinen Hof verläßt und dem Eindringling sagt: „Wollen Sie gefälligst sich hier placiren, ich bitte nur das Eine, daß Sie mir dafür das Belobungsdekret eines aufgeklärten und toleranten Staatsbürgers verleihen, und ich werde dann als Bettler damit sehr zufrieden sein. Wenn Sie dann unter sich beisammen sind und sagen: „Sind das dumme Teufel, wie sie sich beschummeln lassen", so thut mir das nicht weh, das höre ich nicht, und ich werde mich mit dem mir gespendeten Lobe meiner Aufklärung und Toleranz zufrieden geben. Das wird meine Speise im Hunger, mein Trost in der Trübsal sein!" 4. Dieser Satz ist seit 50 Jahren nicht mehr zu verwenden; wie die Sachen jetzt stehen, fragen sich die Christen allenthalben: „Und die Christen, dulden sie diese Mißhandlung ohne Murren?" Börne und Consorten, 25 S. Wie Wörne in seiner tal'mndischen Wntlj gegen das Kljristenthum das 19. Jahrhundert erröthen läßt, weil es das Khristcnthum noch nicht vernichtet hat. Die Freimaurerei, die in ihrem Kampfe zuerst und zunächst den Sturz der Kirche und den Sturz der Könige sich vorgesetzt, wird 1811 von Börne (II. S. 264) mit einer besonderen Lobhymne (in Prosa) angesungen. Es ist mit Händen zu greifen, wie gerade hier die ganze Wnth gegen die Kirche sich wendet: sie hat den Zankapfel unter die Völker geworfen, sie den Unfrieden gestiftet, sie die Nationen durcheinandergehetzt. Der Religion haben sich die Priester bemächtigt; Börne declarirt seine Freude über die Logenarbeiten mit folgenden Worten: „Das Heiligste, was die Erde und der Himmel trägt, das schönste Gut, das der Mensch besaß, stahlen sie frech, warfen es hin auf den Kampfplatz, und die Flamme des Krieges loderte von Neuem auf. Was war jenes Heilige, das dem Blödsinn zur Folie dienen mußte? Wie hieß das Göttliche, das der Mensch zum Wetzstein seiner Bosheit herabwürdigte? Wie hieß es? Keiner frage mich darnach. Ich weiß es wohl, doch darf ich es nicht sagen. Ich mag in diesem Hans des Friedens und der Freude (in der Loge) das Wort nicht aussprechen, das wie ein böser Zauber den Vorhang vor einer blutigen Vergangenheit hinwcg- zieht, ich mag das Wort nicht nennen, das in wenigen Silben das Schrecklichste bezeichnet, den Mord, den Mörder, und den Gemordeten zugleich." — Als Jude und Maurer entleert hier Börne seine Galle gegen das Christenthum, plätschert dann in seiner Maurerrede noch in dem gewöhnlichen Logenphrasengewässer von Licht und Weisheit herum und kommt zu dem Schlüsse: „Meine Brüder, wann wird der Tag erscheinen, den alle Maurer mit Einem Herzen begrüßen? Wann geht der Mittag auf, der uns zur gemeinschaftlichen Arbeit führt, und wann bricht die Nacht heran, wo alle beide Arm in Arm entschlummern? Er wird kommen, der Tag des Lichtes! Mögen immerhin Pygmäengesinnungen in einen Kampf sich einlassen, mit dem Riesengeist der Wahrheit: wir lächeln — und sind des Sieges gewiß. Doch — auch die Wunde des Siegers schmerzt. Darum, meine Brüder, laßt uns mit lindernder Hand Balsam träufeln in die Wunde der siegenden Wahrheit, damit, wenn man das 19. Jahrhundert nochmal erröthen steht, man sagen möge: Die Farbe 26 Börne und Consorten. der Freude ist's, die es verklärt, nicht die Farbe der Scham." * Jahrhunderte pflegen in der Regel nicht zu erröthen: wie ein ganzes Jahrhundert zum Erröthen kommen soll, das wäre eine Preisfrage. Es ist bekannt, daß nach jeder Logenversammlung, zu der auch Juden ihr Contingent liefern (denn die spielen ja doch immer, wo es gegen das Cchristenthum geht, mit Vorliebe die große Baßgeige), die Juden eine Separatsitzung halten, um die Logenbeschlüsse im Interesse des Judenthums auszubeuten. Die Maurer christlicher Außenseite, d. h. christlicher Abstammung, können sich mit dem erhebenden Gedanken vertrösten, daß sie von jüdischer Seite als blinde Werkzeuge (Cretins) zur Herstellung der jüdischen Universalherrschaft sich gebrauchen lassen. Schon die Separat- (geheimen) Versammlungen der Juden nach der gemeinsamen Logenarbeit hätten die Maurer stutzig machen können, aber die „dummen, dickhäutigen Elephanten" spüren nichts, es sind Elephanten mit einer Rhinozeros haut, man muß sie „Übertheuern" nach Krämer-, d. h. specifisch nach Judenart, man muß sie dupiren, um sie ausnutzen zu können, denn der specifische Jude fragt sich in seinem Utilitätssinn auch in der Loge: „Was thu' ich dermit?" t>. Wie Wörne behauptet, datz die Hhristen den Juden das heiligste, unantaflharste, unersetzlichste Ligcnthum betrügerisch uarenthalten, sammt noch anderen talmndischcn Hehirneraltationen. Im Artikel: „Eine Kleinigkeit" (11.326) polemisirt Börne gegen den Buchhändler Klein, weil dieser von einem Hartwig von Hundt-Radowsky eine Schrift gegen die Juden verlegt, und dieser Klein sich geäußert, Börne sei deshalb ein Feind des Klein geworden: „Doch woraus vermuthet Herr Klein, daß ich selbst ein Jude sei? Weil ich die Inden vertheidige? Also Herr Klein schließt, alle die Menschen müssen meine Freunde und Blutsverwandte 5 Was wiiroe Börne jetzt sagen, nachdem auch die Logen in Frankreich die Frechheit und die Herrschaft der Juden nicht mehr zu erdulden gesonnen sind? Fluch auch über die Maurer! Verschwarzen sollen sie! Börne und Consorten. sein, die ich nicht berauben und bestehlen helfe? Denn i ist es etwas anderes, als der gewaltsamste Raub, als der schnö- K beste Diebstahl, wenn man den Juden das heiligste, 1 das unantastbarste, unersetzlichste Eigenthum, das, H was sie von der Natur selbst erworben, betrügerisch vorenthält? Gibt es etwas Ungerechteres, als die Minorate, H die wir (wer sind die wir? Börne redet immer von wir, da er doch ihr sagen sollte) zu unserem Vortheile gestiftet, und etwas Z Lächerlicheres, als die Meinung, daß uns, weil wir die jüngeren j Söhne des Vaters sind, das Erbe allein gebühre? Und muß man ein Jude sein, um christliche Gesinnungen zu hegen?" Merkwürdig, wie sich seit 1820 die Anschauungen geändert ^ haben! Seitdem innerhalb 40 Jahren der Judenein an ci pation Millionen christlicher Gewerbsleute an den ^ Bettelstab gekommen, und hunderttausende von Bauern- ^ Höfen durch jüdische Wucherer in Folge der höchst segensvollen Wucherfreiheit (die den Juden „als das heiligste, unantastbarste Eigenthum betrügerisch vorenthalten worden ist" und welche sie durch die Macht ihrer Presse sich errungen s haben) den Bauern abgenommen und die Bauern als Bettler ^ durch erleuchtete (sehr oft auch bis in den Sack hinein erleuchtete) Gesetzgeber von Haus und Hof davongejagt worden sind, — seitdem haben sich die Anschauungen vom „heiligsten, unersetzbaren Eigenthum", das „betrügerisch" abge- genommen worden, gerade ins Gegentheil geändert. Jetzt ist Vieles in Frage gestellt. Man fragt: Wer sind denn die eigentlichen Betrüger? Jetzt haben die „älteren Söhne" des Vaters den „dummen Jungen" schon einen großen Theil des „Erbes" abgeschwindelt. Die Börne-Logik hat durch die Entwicklung der Geschichte einen gewaltigen Riß bekommen, der sich durch den jüdischen Phrasenzwirn nicht mehr zunähen läßt, 7, c^ine entsetzliche Ireveltljat des Irankfnrter Senats, der die Juden 17l!> zur Wit-Kandarlieit beim Jeilnngsliau angeljaltcn, und nach Itilt Zaljren iljnen ein Heiiet für "Befreiung der Irankfnrter in der Synagoge aufträgt. Mich und noch einmal Ilüch dem Irankfnrter Senat! Am 27, Juni 1819 hatte sich der Frankfurter Senat erfrecht, in Erinnerung an einen Brand, der 100 Jahre vorher viele Häuser in Asche gelegt, Gebete anzuordnen: Der Senat, 28 Börne und Consortm. erwägend: „daß die Erinnerung an ein solches Verhängniß einen tiefen Eindruck in der Seele jedes Bürgers und Einwohners machen muß", hatte diese Feier angeordnet. Am Schlüsse der Verordnung heißt es: „Der Senat erwartet von dem rechtlichen Sinn löblicher Bürger- und Einwohnerschaft, daß solche durch ernste Gottesverehrnng den Dank gegen die Vorsehung laut aussprechen werden. Zu diesem Ende wird Sonntag den 27. l. M. in allen christlichen Kirchen feierlicher Gottesdienst gehalten werden, sowie in der jüdischen Synagoge Gebete verordnet sind." Diese Verordnung (dünkte dem Börne nun) wäre für die Frankfurter Juden in hohem Grade verletzend. Hören wir seine Logik: „Der Senat hatte mit Recht zur kirchlichen Feier eines irdischen Ereignisses nur aufgemuntert, sie aber nicht anempfohlen, denn dieses wäre eine Verletzung der Gewissensfreiheit gewesen. Aber warum ließ man diese gebührende Ächtung nur den christlichen Bürgern widerfahren und versagte sie den jüdischen? Warum heißt es von jenen, es wird in allen christlichen Kirchen Gottesdienst gehalten werden, und von diesen: man habe in der Synagoge Gebete verordnet? Warum spricht man dort von Gottesdienst, hier von Gebeten? Gesteht man den Juden keinen Gottesdienst zu? i Dieser Eingriff in die religiöse Freiheit der Juden kann selbst in der vorgeblichen Verschiedenheit ihrer bürgerlichen Rechte in Frankfurt weder Erklärung noch Entschuldigung finden. Verordnete Gebete? Erhörst du sie, Vater des Lichtes? ^ Wirst du der Herzen inbrünstiges Gebet von dem polizeibefohlencn nicht zu unterscheiden wissen? Gewahrst du nicht den bittern Fluch der Unterdrückten, den sie ans Furcht vor ihren Unterdrückern mit Segen überzuckern?:! Oder wie? Ein Frankfurter Jude soll sich liebend erinnern tonnen der verwitternden Gebeine seiner Freunde, die vor hundert Jahren, da sie noch lebten, ein Unglück betroffen?.! Er sollte liebend der Atenschen gedenken, die ihn schmähten, mißhandelten, mit Füßen traten: einer Zeit, wo er keine Vaterstadt hatte und sein Geburtsort ihm fremder war, als jedes Ausland? Heißt es nicht in der Beschreibung der damaligen Fenersbrnnst: täglich mußten IM Mann Handwerksburschen, Bauern, Soldaten und Inden auf den Brandstätten arbeiten, räumen und den Grund wegschaffen, und den Jndenbanmeiitern wurde scharf anbefohlen, so viel Juden, als nur immer mögli ch, zu solcher Arbeit herbeizuschaffen. -> Und das Andenken jener Zeit soll ihn mit Menschenliebe erfüllen? Er soll das Unglück derjenigen beweinen, deren Urenkel ihn heute noch verfolgen, und ihn, so viel es nur geduldet wird, in schmählicher Erniedrigung Börne und Consorten. halten? Seit jenem Tage, da zum ersten Male die Befreiung Deutschlands in Frankfurt gefeiert worden, wurde stets in de» obrigkeitlichen Festordnnngen der sonderbare Ausdruck gebraucht: den Inden seien Gebete verordnet worden. O armes Vaterland, in dem solche Dinge geschehen!,; Denn haßt oder liebt die Inden, drückt sie nieder oder erbebt sie, erzeigt ihnen Gutes oder verfolgt sie: dies Alles sei eurer Willkür überlassen. Aber Eins sage ich Euch: Seht zu, wie weit ihr kommt mit der Freiheit des deutschen Landes, so lange die Freiheit nicht sein soll für Alle?" 7 Wir wollen nun dem Eskamoteur auf die Finger schauen. 8. Almschlage von eiskalten Hljatsachen zur Abkühlung der Flabliincrpljantasie Winnes. Wie das Fordern no» Handarbeit das fluchwürdigste Attentat auf die Zndeneljre ist. 1. Seit die Juden ihren Tempel verloren und dafür die Synagoge gewonnen haben, hat ihr alter Ritus (als formeller Gottesdienst) aufgehört, die Synagoge ist nun „Bethaus", wie man es als Aufschrift auf Synagogen, und zwar von den Juden selbst freiwillig angebrachte Inschrift, lesen kann. Wenn der Senat nun bei Juden von Gebeten redet, so kann nur ein exorbitanter, selbst für eine eingebildete Verletzung jüdischen Wesens sensitiver Jude schon darin eine Verletzung der Freiheit und bürgerlichen Rechte herausfinden. 2. Es ist bekannte Judenart, bei Conflikten sich Bundesgenossen zu suchen. Hier erscheint es geradewegs Heiterkeit erregend, wie Borne selbst unfern Herrgott apostrophirt, er solle sich im Streite mit dem Senat auf die Seite der so tief gekränkten Frankfurter Judenschast stellen. 3. Hier gesteht es Börne selber (Kenner der jüdischen Praxis wissen es längst), was von Gebeten der Juden in solchen Fällen zu halten ist, besonders wenn sie für christliche Regenten und Obrigkeiten beten, öffentlich in der Synagoge aus Furcht zusammenkommen, es sind diese Gebete ein bitterer Fluch der Unterdrückten, nach außen mit Segen überzuckert. Man soll dem Börne eigentlich danken, daß er durch einen unvorsichtigen Ruck mit der Blend- (alias Diebs-) Laterne die jüdische Zuckerbäckerei so grell beleuchtet hat. (Wer den Judenspiegel liest, wird in den Talmudgesetzen die Verlogenheit Börnes principiell begründet finden.) 30 Börne und Consorten. 4. Börne sucht immer die Judenverfolgung zu vergrößern, und die eigentliche Ursache der jeweiligen Ausschreitungen gegen die Juden wegzudeklamirem Immer will er nur Rechte, Rechte und Rechte, immer nur Gleichstellung der Juden mit den Christen, aber standhaft schweigt er von den Pflichten, die nur für die Christen da sind, nicht für die Juden. Es dürfen einige Punkte in dieser Judenpolemik nicht übersehen werden. a) Die Juden sind entweder militärfrei in Zeiten und in Orten, wo man zum Kriegerstand ein fremdes, sehr streit-, aber sehr wenig kampflustiges Volk gar nicht zugelassen hat. oder sie machen sich durch alle möglichen Künste, Vorstellungen, Bestechungen und Flucht vor dem aktiven Militärdienst aus dem Staube. Der Krieg ist also für den Juden weder Beschwerde, noch Schrecken, noch Verlust — er vermehrt seine Familie und durch Lieferungen seine Kasse, im Kriege werden die Christen arm und ihre Zahl vermindert sich, die Juden werden reich und vermehren sich. l>) Die statistischen Tabellen (auf welche Juden nicht einen Einfluß besitzen), weisen nach, daß die schwere Handarbeit der Christen eine größere Mortalität im Gefolge hat, während die Juden, welche die Goyim für sich arbeiten lassen — an Zahl zunehmen. Börne schweigt standhaft über die gemeinsamen Pflichten, denen sich die Goyim unterziehen, und denen sich die Juden standhaft entziehen, er heult nur immer über vorenthaltene Rechte von Seiten der Christen — und schweigt über die vorenthaltenen Pflichten von Seiten der Juden. 5. Hier gipfelt eigentlich die ganze Diatribe gegen den Frankfurter Senat. Die Frankfurter haben sich vor 100 Jahren das fluchwürdige Verbrechen angemaßt, die Juden zu schwerer körperlicher Arbeit anzuhalten! Wehegeschrei in Israel, entsetzlicher Frevel. Um die Soldaten, Handwerksburschen und Bauern, die ebenfalls zur Arbeit angehalten wurden und deren Nachkommen doch auch zum Daukesgottesdienst aufgefordert worden sind, kümmert sich Börne durchaus nicht. Das sind elende Goyim, die sind zur Arbeit bestimmt, aber das Attentat auf die Juden, die da einmal vor 100 Jahren zu ungewohnter körperlicher Arbeit verhalten wurden, das Börne und Consorten, 31 bringt ihn aus dem Häuschen, Wenn den Judenbaumeistern --(also gab es ja auch jüdische Baumeister) befohlen wurde, so viel als möglich Inden zu solcher Arbeit herbeizuschaffen, so ist daraus ersichtlich, daß die Juden auch hier der Arbeit sich zu entziehen, sich alle mögliche Mühe gegeben haben, Häuser, Paläste, ganze Straßen entstehen in großen Städten für die Juden, Christenblut und Christenschweiß klebt an den Mauern, nicht eine jüdische Hand arbeitet, wenn die Goyim als Sklaven der Juden arbeiten. Dies finden die frommen Verfechter der Judenrechte ganz in der Ordnung! Wozu sind sie da, diese dummen Goyim? 6. O armes Vaterland! in dem solche Dinge geschehen — entsetzlich! Die Juden in Frankfurt wurden vor 100 Jahren einmal zur Handarbeit angehalten. Welches Attentat auf die s geheiligten Menschenrechte! Und 100 Jahre darnach wurde verordnet, die Juden sollten ein Dankgebet wegen Abwendung einer Feuersbrunst abhalten! — Da ist die Freiheit in ^ Gefahr, D eutschland steh t am Rande des Abgrundes! Die Juden werden zur Arbeit und zu einem Gebet ver- I halten! „Gewahrst du nicht den bittern Fluch der Unterdrückten, den i sie aus Furcht vor ihren Unterdrückern mit Segen über- i zuckern?" — Das ist der echte, vom Rabbi mit Siegelwachs petschirte Koscherzucker, wie er für die Frommen aus Israel in allen Auslegekästen der Gewürzkrämer um die Osterzeit zu sehen ist!* 7. Die Freiheit für Alle! Gleiches Recht für Alle — aber gleiche Pflichten — das geht nicht! Us iUonäo, 17, November 1866, antwortet dem Motto und Geschrei der Juden „Gleiches Recht für Alle": „Aber gleiches Recht beuten geben, die alle Sittengesetze der christlichen Moral verleugnen, heißt, Vampyre für diejenigen schaffen, die das christliche Gesetz von Betrug und Diebstahl zurückhält." * Ueber den „ koscheren Wein und das echte Paschamehl" mit dem Cert ifikat des Großrabbi sind in den ilrobives lsraekibos vom 16. März 1882 und in Rohlings: Meine Antwort an die Rabbiner, Prag, Zeman, 1833, von S. 58—84 fürchterliche, historisch erwiesene That- sachcn zu finden. 32 Börne und Consorten. 9. Die Aanköarkeit der Juden in Uulliänien für Hewäljrung der schon von Mrne geüesstcn Jorderungen an christliche Fürsten. Die Juden in Rumänien. Wenn man die praktischen Folgen des gleichen Rechts für Alle so recht vor Augen sehen will, so darf man nur jener Thatsachen gedenken, die sich in Rumänien in wenig Jahren nach der Judeninvasion entwickelt haben. Desjardins hat die Judenfrage in Rumänien in einer eigenen Broschüre behandelt. Er kommt zu dem Resultat: „Für jeden Unparteiischen, der meine Broschüre aufmerksam liest, wird der Beweis geliefert sein, daß in Rumänien erst seit einer kurzen Zahl von Jahren 400 000 Inden (1828 waren 25 OVO, 1844 schon 55 000, 1845 schon 160 000, 1868 nach Cremieux selbst 400 000, nach dem rumänischen Kammcrgericht über eine halbe Million Inden) daselbst sich etablirten, die größtentheils nach Geburt, Neigung, Sitten, Geist und Sprache dem Lande fremd bleiben wollen: die aufs äußerste und mit allen Mitteln das Land ausbeuten, die alle Gesetze des Landes zu umgehen und allen Pflichten, welche dieselben den Bürgern auflegen, sich zu entziehen suchen, die unwissend, abergläubisch, geizig, die Lügner, Wucherer, Spitzbuben und entsetzliche Schmutzfickel sind, so daß man für die öffentliche Gesundheit selbst in Besorgniß ist. Kein religiöses Motiv hat dagegen irgend Theil an den Maßregeln der Regierung. ^ Der Berliner Congreß hat sich vor der jetzt lwie lange noch??) herrschenden Großmacht Israels demüthig gebeugt, und den Rumänen im Namen der Aufklärung des 19. Jahrhunderts befohlen, die Schleußen für Jnnndation dieser trüben, reißenden Ströme offen zu halten befohlen. Die Kammer macht über die Juden in Rumänien folgenden fürchterlichen Bericht: Die Invasion der Juden in Rumänien hat in den letzten Jahren so gewaltige Verhältnisse angenommen, daß die Bevölkerung des Landes darüber entsetzt ist. Diese Bevölkerung sieht sich überflnthet von einer feindselig gesinnten Sonderrace, die den Eingcbornen fremd und ihren Interessen entgegen ist. Diese stille Eroberung unseres Landes hat in der Oekonomie des Staates große, täglich wachsende Mißstände hervorgerufen, und diese Eindringlinge zählen nun über 500000. Ihre Geburt, ihre Moral, ihre hartnäckige Jsolirung sondert sie von den Rumänen. Man hat sie ein Monopol gründen lassen, das den Handel und die kleine Industrie gänzlich zerstörte. Die Kapitalien, welche sonst in rumänischen Händen Frucht trugen, sind der Nation entzogen. Ohne die geringste Zurückhaltung ergaben sich die Juden dem Wucher, so daß sie Taufende von reichen Familien ausgeraubt und ins Elend gestürzt haben. Der Wucher und die Monopolisirung der Kapitalien haben die Geldkrise herbei- Börne und Consorten, -63 geführt, welche seit so vielen Jahren das Land drückt. Selbst das Elend des Volkes wird durch zahllose Mittel von der unersättlichen Habsucht der Inden ausgenutzt; denn die Nolh ist einträglich s für jene, welche die Grausamkeit besitzen, sie auszubeuten. Der Jude hat das Geld monopolisirt, er hat Speise und Trank niono- . polisirt. Das hat schreckliche Folgen zur Zeit der allgemeinen Noth H gehabt, und die arbeitende Klasse litt am meisten unter dieser . Hab'ucht, welche tausend Fälschungen und 1(M Mischungen zum W Schaden der öffentlichen Gesundheit anwandte. MM Jahre charak- terisirt sich der Jude geschichtlich durch den Geist schärfster Ausschließlichkeit. Genöthigt unterwarfen sich die Juden äußerlich der Autorität des nichtjüdischen Staates, ohne integrirender Bestand- s theil desselben zu werden. Sie können ans ihrem Geist die Idee K des jüdischeil Staates nicht verbannen. Deshalb wird der Jude nie H Pole, nie Franzose, nie Engländer, er bleibt ewig Jude, wie seine W Vorfahren des billlischen Zeitalters. Sie können keine Gemeinschaft mit den christlichen Völkern haben, da sie in Allem deren Gegen- ! theil sind. Im Großen wie im Kleinen sind sie überall die Keime M der Zerstörung und Auflösung, denn ihre Tendenz ist, überalt sich K aus den Ruinen der Uebrigen zu erheben. Dankbarkeit gegen die Z Völker, welche sie gastlich aufgenommen haben, kennen sie nicht, denn sie betrachten jene als Usurpatoren. Deshalb gebrauchen sie Dalle Mittel, um die Herrschaft über das Universum zu erlangen, worauf sie durch den alten Bund ein Recht zu baben glauben. 'Die Inden können die Toleranz um so weniger anrufen, als ihre ? Religion die Unterdrückung aller übrigen ist, denn das Judenlhnm verurtheilt zum Haß und zur ewigen Verfolgung alle, welche ihm nicht angehören, es unterhält einen ewigen Krieg gegen die erhabenen sittlichen Ideen, welche die Basis unserer bürgerlichen Gesellschaft bilden. Wir sind weit entfernt, irgend welche Ungerechtigkeit selbst gegen strafbare Juden zu billigen; wir sagen mit den Päpsten, überweiset dem Juden, wo er gefrevelt hat, seine Verbrechen, strafet ihn dafür nach den Gesetzen, fordert zurück, was er euch nahm; aber es ist unerlaubt, ihm zu nehmen, was rechtlich ihm gehört, ihn über Gebühr zu strafen, oder gar sein Leben, wo er nicht selber Jemanden das Leben nahm, durch den Richter auf das Schaffst zu bringen. Aber wir fragen, was hat die Indignation der Rumänen erregt? Was anderes als die Wucherei, die Betrügerei der Juden? Die Judenblätter leugneten auch das; der Talmud sagt, nur des Friedens wegen darf man lugen, und Jude Mdaride schrieb 1861: Israel wuchert nicht, weil es nicht wuchern kann ;Uss Ricks x. 430. ?a,-is IS6I) — natürlich: es stiehlt, es betrügt auch nicht, weil es von den Richlinden immer nur nehmen kann, was sein ist.." Brunncr, Zwei Buichmmmer. 34 Börne und Consorten. 10. Wie die Millionen Mensche», die im jüngsten 30jährigen Kriege gefallen stnd, nur im Interesse der Juden gekämpft staken, und wie die Juden sich an diesem Kampfe steldenmütstig (durch Knüsten und Mferungs- gcschäfte) ketsteiligt stake». Wie sich Warne rüljmt, dast die Juden für eine stalke Million Westechnng sich die Wiirger-(Würger?)-Aechtc erschwindelt staken. Im II. Bd. S. 385 und ff. läßt Börne wieder einen Artikel „für die Juden" los. Er macht ganz naiv das Ge- ständniß, daß die Juden Große und Mächtige mit einer halben Million bestochen haben, um die „Bürgerrechte" zu erlangen. Eine halbe Million hatten sie also von dem ohne Arbeit erschwindelten Reichthum für die Bürgerrechte opfern können: da läßt sich denken, wie großartig sie den Gelderwerb erst mit den „Bürgerrechten" betrieben haben werden. Diese halbe Million mußte ja vielfach sich auszahlen. Börne gesteht: „Die Juden zu Frankfurt hatten als eine Frucht unseres alles zeitigenden Jahrhunderts die Bürgerrechte erlangt. Aber die vornehmen Diener der Zeit, die ihnen dieses Gewinnstes frohe Botschaft brachten, forderten und erhielten einen ungeheuer» Botenlohn. Die Lösung ihrer schmachvollen seit Jahrhunderten getragenen Ketten hat fast eine halbe Million gekostet. — Doch von dem unabänderlich Geschehenen ist weiter keine Rede!" — Die Macht des Geldes kennen die Juden von jeher. In obigem Geschwätz gibt sich aber die unendliche Liebe zum edlen Metall zu erkennen, der Fluch der Lächerlichkeit folgt immer dem tragischen Gejammer auf dem Fuße nach. Wir sind gerecht: und wollen elenden Christen, die vom Christenthum nur den Namen haben, den Stempel der Niedertracht, wenn sie solchen verdienen, ihrem schmutzigen Nacken nicht vorenthalten. „Das Geld überhaupt, und also auch das Judengeld, stinkt nicht" — sagt ein Sprichwort — aber freilich nur die Gemeinheit von Gesellen, die feil und bestechlich sind, pflegen dies Sprichwort als Schutz für ihren Schmutz zu gebrauchen. Das Judengeld stinkt nicht, aber die Ehre der Christen, die sich bestechen lassen, verbreitet Miasmen. Wird der bestochene Christ in tla^l-anti ertappt, dann verlegt er sich auf die Frechheit, die er an jenen, die ihn mit den Silberlingen erkauft haben, als Beispiel und Muster studirt Börne und Consortcn. s5 hat. Es hat sich eine bestochene Minister-Excellenz eklatant bemerkbar gemacht, welche sich frech mit dem usus, Trinkgelder zu nehmen, vor Gericht entschuldigen wollte. Das Gericht hat zwar den Vorgang nicht als strafbare Gaunerei bezeichnet, aber die Excellenz mußte mit dem Brandmal der Schande auf dem Nacken durchs Leben schreiten, ein Brandmal, das durch die erschwindelten Orden, die vorne an der Brust baumelten, nicht getilgt, nicht geheilt, nicht unsichtbar gemacht werden konnte! Statt daß Börne über die Bestechung geschwiegen hätte, was klug gewesen wäre, läßt er sich durch den Schmerz über die halbe Million, welche die Juden für ihre „Bürgerrechte" ausgegeben, verleiten, der halben Million — einige Zähren in Form eines schwarzen Tintenergusses nachzuweinen: „Bürgerrechte"!! Wir haben die Erfahrung gemacht, daß Leute, denen die christliche Sittenlehre ein Gegenstand des Hohnes und Gelächters ist („wir leben nicht ohne Sittlichkeit, aber ohne Sittenlehre leben wir" sagt Börne), die Bürgerrechte in Würgerrechte zu eskamotiren wissen. Das Würgerrecht ist der Schein in der Hand des Shylok. und die infamen Christen sind jene weisen Gesetzgeber, jene „weisen Daniels", die den Juden für Geld (und manche in ihrem grenzenlosen Blödsinn auch nur für das Lob der Aufklärung und des Verständnisses des 19. Jahrhunderts) den Shylok- schein zur Ausbeutung und Marter der Christen in die Hände gedrückt haben! In Anbetracht der Verheerungen, welche der christliche Bodenbesitz durch die erschlichenen Würgerrechte erlangt hat, läßt sich der Nothschrei hingewürgter Familien in Mitteleuropa vernehmen, der Nothschrei: Wie lange könnt ihr „Volksvertreter" noch zusehen dem Jammer und dem Elend, zu dem manche von euch noch mitgeholfen haben? Wie lange wird es dauern, bis ihr vom Shylok den Schein zurückverlangt, auf den er pocht, ihm das Würgerrecht entzieht, wofür freilich auch Shylok den nicht sehr schmeichelhaften Titel „weiser Daniel" euch für die Zukunft vorenthalten, und euch dafür Verfinsterer, bornirte Köpfe, freiheitsfeindliche Tyrannen. Reaktionäre und Räuber der glorreichen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts schelten wird. 36 Börne und Consorten, S, 393 lamentirt der Judenvertheidiger (1819) Börne: „Also hätte wirklich die so lange unter tausendfachen Wehen kreisende Zeit eine lächerliche Maus geboren! Darum allein wären Millionen Menschen hingeschlachtet worden, damit nach Mjährigem Kämpfen sich ergebe, was Jedermann schon gewicht, daß die Herrschaft über ein gewisses Volk ldie Inden) dem Kunz und nicht dem Hans gebühre! Es wäre nicht geslritten worden für die Anerkennung der nnberänßerlichen Rechte, die der Mensch auch als Bürger nicht verliert, nicht für die Gleichheit aller Bürger und für die Stellung der Herrscher nnter dem Gesetze! Nicht für die llnverantwortlichkeit und den gleichförmigen Staatsschutz aller religiösen Gesinnungen! Wie, die Früchte einer so mühsamen und kummervollen Saat soll man tausend deutschen Bürgern darum, weil sie Inden sind, rauben, und diese Erzengnisse — wegwerfend: französische Institutionen nennen dürfen!" — — Was für lyrische Sprünge, welche Seiltänzern mit Worten, welche Schadhaftigkeit der ganzen Logik, welche Anschauungen über die Evolutionen der Geschichte!! Also die Millionen Menschen, die in 30jährigen Kämpfen gefallen sind (und unter denen keine Inden waren, weil diese vorsichtiger Weise nur mit Lieferungen von Commisbrod und schlechten Schuhen sich befaßten und sich während des christlichen Blutvergießens und Elendes bereicherten), diese Millionen sind nur deshalb gefallen, um den Juden die Bürgerrechte wie Kastanien aus dem Feuer herauszuholen, „Gleichheit aller Bürger, Anerkennung unveräußerlicher Rechte!" — lauter schöne Phrasen, Wer liest aber von Anerkennung und Befolgung unveräußerlicher Pflichten? — Die sind eben nur für die Goyim in die Welt gekommen! „Nicht für die UnVerantwortlichkeit und den gleichförmigen Staatsschatz aller religiösen Gesinnungen!" 8io! Der Staat muß ja doch noch die Erlaubniß haben, nachzufragen: „Was versteht ihr nnter religiösen Ge- s innungen?" So oft diese Nachfrage gegenüber den Katholiken erhoben wurde, da jauchzte das schreibende Israel vor Freuden, es jauchzte, als die Existenz der ganzen katholischen Kirche und das positive Christenthum bei Protestanten in Frage gestellt wurde. — Wenn aber die infernalen Gepflogenheiteuund Handelsund Wandelsgebränche, die aus dem Talmud heraus Börne und Consorten, 37 auf das praktische Judenleben in grellen Thatsachen bestimmend einwirken, untersucht werden, da wird um gleichförmigen Schutz aller religiösen Gesinnungen gefleht! ll, Linisie Vorläufer silier die religiösen Hefinnungen des Halmud. Die Behauptungen des getauften vr. Delitzsch im Interesse seiner ungetansten Ireunde. Wenn der Talmud nur ein Märchenbuch wäre, so dürfte man denselben den Juden nicht als sociale Sünde anrechnen; man gehe aber einfach in das von Juden ausgesaugte Hessen, Baiern und Schwaben, Galizien, Ungarn, in den Elsaß, in tausende von Ortschaften in Böhmen und Mähren, und betrachte sich die Praxis der Juden daselbst, und man wird finden, daß die Talmudstellen über das Eigenthum der Goyim Fleisch und Blut angenommen haben, Franz Delitzsch, jüdischer Convertit, jetzt protestantischer Theologe, hat sich die undankbare Mühe genommen, die drastische Wirkung von Rohlings Talmudjuden abzuschwächen und 35 von Rohling citirte Talmudstellen als nicht richtig übersetzt, oder die daraus gezogenen Consequenzen als nicht logisch nachzuweisen gesucht, (Schon früher haben sich zwei Rabbiner durch Artikel gegen Rohling lächerlich gemacht, indem sie sich an einige unbedeutende Verstöße in der Sprache mit großem Geschrei heranmachten, aber großmüthig sämmtliche gravirenden Sätze, welche Rohling ans dem Talmud und seinen jüdischen Erklärern angeführt, durch das Stillschweigen über dieselben als richtig anerkennen mußten.) Delitzsch hat seine ganze Broschüre durch folgenden Passus in der Vorrede (S. 6) schon im vornherein um allen Credit und selbe um allen Effekt gebracht. Er sagt: „Auf das entschiedenste aber Protestire ich gegen den Zusammenhang, in welchen Rohling jene Vampyre, welche unfern Bauernstand aussangen, jene Börsenspieler, welche durch Erwerb ohne Arbeil sich empvrschwindcln, jene Geldaristokraten, welche sich Christenmndchen für ihre Begier verkuppeln, jene Obscöni- tälenhändler, welche sich vom Wollnstkitzel bereichern, mit dem Talmud bringt — die Moral des Talmud ist rein und streng genug, um das Treiben dieser Elenden zu verdammen; sie schänden 38 Börne und Consorten. das Judenthum nicht minder als die menschliche Gesellschaft, und es ist lediglich die Connivenz des Staates, welche diese Schlangenbrut groß gezogen nn d geduldet., Kann man das Evangelium verantwortlich machen für die Grauet der Inquisition, z Paulus, den Apostel, für die Gräncl der Nikolaitcn,» die deutsche Reformation für die Gräuel des Bauernkrieges?, Und was würde Rohling sagen, wenn man die Grauet der Unzucht und des Mordes, welche unter der Herrschaft Alexanders VI, und seiner Tochter Luerezia florirteu, aus den Canones und Dekretalen deducirte?"o — 1. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Sind die Gesetze zu Gunsten des Wuchers und die Aufhebung der Gesetze zur Unterdrückung des Wuchers nicht durch den Hochdruck der Judenblätter zu Stande gekommen, welche noch immer evident und klar die politische Constellation in colossaler Majorität beherrschen, sind sie nicht dieser „öffentlichen Judenmeinung" zu verdanken? Hat man nicht das Volk bethört, indem man das Kind nie beim Namen genannt, den Christen vorgeredet, was sie durch die Aufhebung dieser veralteten Gesetze für ungeheure Vortheile erringen, wie sie Geld für geringe Prozente bekommen würden? Was heißt Staat und Connivenz des Staates? Liegt der Zug zum Wucher, der bei den Juden auf dem ganzen Erdkreis sichtbar hervortritt, im Blute, oder in der Gesetzgebung des Talmud? Der Protest eines convertirteu Theologieprofessors hat gegenüber den colossalen That- sachen gar keinen Werth, Der Staat wäre schuld, daß er diese „Schlangenbrut großgezogen". Aber der Staat hat sie nicht ausgebrütet, sie war schon da; und wenn nun Delitzsch die Connivenz dieses Staates beschuldigt, so hat er allerdings Recht, aber das verändert die Schuld der Schlangenbrut der millionen- köpfigen Hydra um kein Pünktlein, 2. Das Evangelium kann man für die Gräuel der Inquisition nicht verantwortlich machen, weil solche Gräuel im Evangelium nirgends anbefohlen sind, den Talmud aber mit seinen fürchterlichen Sätzen darf ein Theologe, der christliche Theologie vorträgt, doch nicht mit dem Evangelium in Beziehung auf allgemeine Menschenliebe in einen Vergleich bringen. Dieser Vergleich hinkt nicht nur, sondern er ist auch gar nicht anzuwenden. Börne und Consorten. 3. Wie Paulus für die Gräuel der Nikolaiten verantwortlich gemacht werden könnte, ist gleichfalls ein Räthsel. 4. Daß die Lehren der Reformation zum Bauernkriege geführt haben, ist gewiß; Luther verdammte wohl den Bauernaufstand, aber das ist kein Beweis, daß die Principien des Berwerfens der geistlichen nicht auch zur Verwerfung der weltlichen Obrigkeit geführt haben. Luther schreckte eben vor den unliebsamen Consequeuzen zurück. 5. Hier wären die Canones und Dekretalen anzuführen, welche Unzucht und Mord lehren, und katholische Kirchenhistoriker zu nennen, die Unzucht und Mord rechtfertigen. Alexander VI. kann somit für die Unschuld des Talmud nicht ins Treffen geführt werden. 12. We Winne beweist, inch die den Juden gewahrten Eoiicesstonen den Ghristen nichts schaden, weites in Frankfurt fünf Jahre nach der Hewährnng noch reiche Kaufläden, Käufer und Kutschen gilt, die »och den Hhristen gehören. Und weiter deklamirt Börne: „Wie, die Früchte einer so mühsamen und kummervollen Saat, soll man tausend deutschen Bürgern, darum, weil sie Juden sind, rauben, und diese Erzeugnisse wegwerfend: französische Institute nennen dürfen? Man lese nur die alte Frankfurter sogenannte Jndenstättigkeit — man wird glauben, den Roman der Bosheit zu lesen — und die Befreiung von solchen albernen, abscheulichen Gesetzen, daran man nur „hierund da etwas abzuändern" gedenkt, wird eine verderbliche, französische Einrichtung genannt? Wo sind denn die verderblichen Folgen dieser seit 5 Jahren bestehenden Einrichtung? Man zeige oder nenne doch nur einen christlichen Kaufmann in Frankfurt, der durch die den Juden gewährte Handelsfreiheit verarmt oder von Bereicherung wäre abgehalten worden? Wem anders, als christlichen Kansieuten sind sie zugehörig, die täglich sich mehrenden glänzenden Kutschen und Pferde, alle die Luftgärten, die man neu anpflanzen, alle die Häuser und Paläste, die man in ganzen Straßen sich erheben sieht? — Wenn es aber christliche Kaufleute gibt, die ihre Zufriedenheit nur in dem Unglücke und dem Mißbehagen ihrer jüdischen Mitbürger finden, dann möge man sie bedanern, belehren, wenn man will, doch nimmermehr darf man verstatten, daß ein erbärmliches Krämerrecht die Ansprüche der Menschlichkeit verdränge." — 40 Börne und Consorten, Welche Beweisführung! Weil die Juden in fünf Jahren die christlichen Kaufleute noch nicht ruinirt haben; weil diese noch nicht verarmt sind; weil sie noch Gärten und glänzende Kutschen haben, — ist der Beweis hergestellt, daß die Juden die christlichen Kaufleute mit der Zeit nicht ruiniren werden, daß die Paläste nicht in Judenhände übergehen werden u, s. w. Betrachte man jetzt Städte, in denen die Juden mit ihrer Praxis, die Christen zu beschummeln, zu bewuchern, die den Christen schädigenden Gesetze auszubeuten, 40 Jahre laug arbeiten, und die Verarmung der Christen ist da ebenso constatirt, wie die colossalen Reichthümer, welche sich die Juden anzueignen gewußt haben. Börne ist merkwürdig ungeduldig; in fünf Jahren schon soll das Geld, das Blut des Handels, aus den geöffneten Adern der Christen in die Saugadern der Juden übergegangen sein! Und weil das in fünf Jahren noch nicht geschehen ist, ruft er mit beweisen sollender, herausfordernder Miene den Christen zu: Seht ihr, wie ungerecht eure Furcht gewesen ist? Man sieht, wie sich Börne nicht nur erfrecht hat, in dürren Worten die Deutschen zu beschimpfen, sondern wie er auch — nur in Voraussetzung einer colossalen Dummheit dieser Deutschen — mit derlei „Beweismitteln" vor dieselben hinzutreten gewagt hat! 13. Welche Frechheit sich Werne im Wewuhtsein keiner talmndischen Weltherrschaft einem Khriffen gegenüber erlaulit, und wie er sich feiner Judcnbüberei noch öffentlich zu rühmen beflissen ist. Wie Börne gar keine Ahnung von jenem Zustande hat, den die deutsche Sprache mit Unverschämtheit kennzeichnet, ergibt sich aus folgendem Reisebericht. (II. S. 410. XDXI, Bauholz zu einem Roman:) „Da fuhr ich neulich im Postschiff am Rhein hinab. Was nur im deutschen Reiche an Krämern, Inden und schlechten Dirnen Gemeines hernmwandert, fand sich da zusammen. Einer der Reisegefährten war mir mehr als alle andern in tiefer Seele zuwider. Der Kerl war jung und Feldmesser. Er trug weiße, blaugestreifte Börne und Eonsorten. 41 leinene Beinkleider, Gamaschen von gelbem Nankin und seine schwarze Weste hatte unausstehlich farbige Blumen. An seiner Tabakspfeife hingen große gelbe und rothe Troddeln. Er drang der ganzen Gesellschaft die mit sich führende Wnrst auf, schnappstc mit jedem Postillou, konnte seine langen Beine nie zu erwünschter Gemächlichkeit bringen, ließ kein vorübergehendes Bauernweib ungeueckt, und erschöpfte alle Saufgelage an schlechten Redensarten. Stach dem Essen schlief der Kerl und schnarchte im Sonnenschein. Ein Buch fiel ans seiner Seitentasche, das ich in die Hand nahm. Es war Jean Pauls Titan, und tausend Anstriche und Punkte, und alle Ränder vollgeschrieben. Keine Ader hatte dieser Hcrzenszergliedcrer beschrieben, die der Feldmesser nicht nachgezeichnet, keine Nerve aufgedeckt, die er nicht durchempfundcn, kein Leid erzählt, dessen Schilderung er nicht alstreu bekräftigt. Manchen Pinselstrich des Malers hatten die Thräncn des anbetend Niedergefallenen ausgelöscht, und oft war der Schleier, mit dem der Dichter große Schmerzen umhing, von einer festen, selbstmörderischen Hand hinweggczogen. In dem frechen Gesellen war eine schöne Seele. Als er aufwachte und das Buch in meiner Hand sah, ward er roth und zornig und rief: „Dummes Zeug, ich gebranch's zu Fidibus", und riß wirklich ein Blatt heraus, um seine Pfeife damit anzuzünden. So ist der Mensch!" Mit welcher bedauernswerthen Frechheit erzählt hier Börne, daß er das aus dem Sack gefallene Buch init den Aufschreibungen des „Langen" durchblättert, als ob eine derartige im gesellschaftlichen Leben mit Infamie bezeichnete Handlung ganz in der Ordnung wäre. Börne hat gar keine Ahnung, wie er sich durch Erzählung dieser Unverschämtheit selber jene moralische Ohrfeige gibt, die ihm der erwachende „Lange", als er seine Ausschreibungen in Börnes Händen fand, vorenthalten hat. In unserer Zeit, in der man die Frechheit der Börnejungen schon bis zur Uebersättigung genossen, würde der „Lange" von der ganzen Schiffsgesellschaft (insoweit diese christlichen Herkommens war), Recht bekommen haben, wenn er dem Börne gesagt hätte: Eine solche Unverschämtheit, mein aus der Tasche gefallenes Buch mit meinen Ausschreibungen in die Hand zu nehmen und durchzulesen, sieht Ihrem ganzen Exterieur vollkommen gleich; die Ohrfeige, welche Sie dafür verdient haben, erlasse ich Ihnen, aber meiner vollsten Verachtung Ihrer Gemeinheit kann ich Sie versichern." — Was hätte Börne darauf erwidern können? Hätte er den „Langen" zu einem Duell gefordert? Frechheit und lebensverachtcnde Kampfeslust sind in den seltensten Fällen ein Geschwisterpaar. 42 Börne und Consorten. Daß der Langbeinige erröthet und vordem kurzbeinigen Börne sich schämt, und ihn gleichsam um Entschuldigung bittet, daß er Dummheiten in das Buch geschrieben, scheint extra noch ein Borgang zu sein, der sich nur in der Phantasie Börnes abgespielt hat und den er zu Papier brachte, um zu zeigen, wie einschüchternd seine geistsprühende Physiognomie auf den armen erwachenden Goy gewirkt haben mußte! 14. Wie Werne den Schisser und Hoctlje ljerunterschimpft und den ljonorirten Judenverljiinniker ^Lessing nver diese Seiden sicsst. III. S. 305 macht Börne (1830) über Goethes und Schillers Briefwechsel seine Witze: „Kostbar ist ein Brief, den Goethe auf einer Reise nach der Schweiz ans Frankfurt an Schiller geschrieben. Wer ihn ohne Lachen lesen kann, den lache ich ans." ^ „Die Briefe (von Goethe und Schiller) ergötzen mich bloß, weil sie mir Langeweile machen. Etwas weniger langweilig wurden sie mich entsetzlich langweilen. Wären sie gefällig, was wär's? Schiller und Goethe! Aber daß unsere zwei größten Geister in ihrem Hanse, dem Vaterlande des Genies, so Nichts sind — nein, weniger als Nichts, so wenig, das ist ein Wunder, und jedes Wunder erfreut, und wäre es auch eine Verwandlung des Goldes in Blei, Wasser in Liguenr- gläschcn. Ein Briefwechsel ist wie ein Ehebnnd. Die Stille und die Einsamkeit erlaubt und oerleitet viel zu sagen, was man andern verschweigt, ja, was man mittheilcnd erst von sich selbst erfährt. Und was sagen sie sich? Was Niemand erhorchen mag, was sie sich auf dem Markte hätten zuschreien dürfen. Anfänglich schreibt Schiller: „Hochwohlgeborner Herr, hochzuverehrender Herr Geheimrath." Nun, diese Etikette hört freilich bald auf? aber es dauert noch lange, bis Schiller Goethes Hochwohlgeburt vergißt, und nur einmal in 10 Jahren ist er Mann genug, ihn mein Freund, mein theurer Freund zu nennen. Goethe aber vergißt nie seine Lehenshcrrlichkeit über Schiller, man sieht ihn oft lächeln über dessen Jämmerlichkeit, und ihn als einen blöden Buchdichter gnädig und herablassend behandeln. Er schreibt daher: Mein Werthester, mein Bester." Das geht noch an, aber Börne macht die beiden Nationaldichter mehr und mehr lächerlich; er will die Beiden unter seine Füße bringen, um sie als Piedestal seiner Größe und getrimmten Herrlichkeit zu benutzen. Er findet mit der ihm angeborenen Schärfe ihre schwachen Seiten heraus (III. S. 327): Börne und Consorten. 43 „Von ihrer (Goethes und Schillers) Freundschaft halte ich nicht viel, Sie kommen mir vor. wie der Fuchs und der Storch, die sich bewirthen: der Gast geht hungrig vom Tische, der Wirth, übersatt, lacht im Stillen, Doch kommt Storch Schiller besser dabei weg, als Fuchs Goethe, Elfterer kann in Goethes Schüssel sich wenigstens seinen spitzen idealen Schnabel netzen, Goethe aber mit seiner breiten, realistischen Schnauze kann gar nichts aus Schillers Flasche bringen," „Goethe schreibt: „„Ich bin jetzt weder zu Großem noch zu Kleinem nütze, und lese nur indessen, um mich im Guten zu erhalten, den Herodot und Thucpdides, an denen ich zum ersten Male eine ganz reine Freude habe, weil ich sie nur ihrer Form und nicht ihres Inhalts wegen lese,"" Bei den Göttern, das ist ein Egoist, wie nicht noch einer! Goethe ummanert nicht bloß sich, daß ihn die Welt nicht überlaute; er zerstückelt auch die Weit in lauter Jchheiten, und sperrt jede besonders ein, daß sie nicht heraus könne, ihn nicht berühre, ehe er es haben will. Hätte er die Welt geschaffen, er hätte alle Steine in Schubfächer gelegt, sie gehörig zu schematisiren, hätte allen Thieren nur leere Felle gegeben, daß sie Liebhaber ausstopfen, hätte jede Landschaft in einen Nahmen gesperrt, daß es ein Gemälde werde, und jede Blume in einen Topf gesetzt, sie aus den Tisch zu stellen. Was wäre auch nebulistischer, als das unleidliche Durcheinanderschwimmen auf einer Wiese! Goethes Hoklente bewundern das und nennen es Sachdenklichkeit, ich schlichter Bürger bemitleide das und nenne eS: Schwachdenklich- keit," — „Ist Goethe glücklich zu nennen? Er iü so arm und so allein! Ihm kommt jeder Wunsch erst nach dessen Erfüllung, er begehrt nur, was er schon besitzt. Aber die Welt ist groß und der Mensch ist klein, er kann nicht Alles fassen. Nur die Sehnsucht macht reich, nur die Religion, die, uns der Welt gebend, uns die Welt gibt, thut genug. Ich möchte nicht Goethe fein, er glaubt nichts, nicht einmal das, was er weiß," III. 373: „Ich war immer erstaunt, daß unseren zwei größten Dichtern der Witz gänzlich mangelt, aber ich dachte: sie haben Adelstolz des Geistes und scheuen sich, da, wo sie öffentlich erscheinen, gegen den Witz, der plebejischer Natur ist. Vertraulichkeit zu zeigen. Im Hause, wenn sie keiner bemerkt, werden sie wohl witzig sein. Doch als ich ihren Briefwechsel gelesen, fand ich, daß sie im Schlafrocke nicht mehr Witz haben, als wenn den Degen an der Seite," „Der Mangel an Witz tritt bei Goethe und Schiller da am häßlichsten hervor, wo sie in ihren vertraulichen Mitthcilungen Menschen, Schriftsteller und Dichter beurtheilen. Es geschieht dieses oft sehr derb, oft sehr grob, aber es geschieht ohne Witz, Das Feuer brennt, aber es leuchtet auch, das Licht warnt vor dem Schmerz und bezahlt ihn, Tadel ohne Witz ist Gluth ohne Licht. Das Lob braucht den Witz, verträgt ihn nicht, Wohlgefallen ist nur, 44 Börne und Consorten, wo Einheit der Empfindung, und der Witz brennt, zerreißt. Der Tadel braucht ihn, der Witz macht ihn milder, erhebt den Aerger zu einem Kunstwerke. Ohne ihn ist Kritik gemein und boshaft," So arbeitet Börne fort, sehr viel über den Witz und sehr viel unter dem Witz vorbringend. Er will seine Manier, alles Mögliche und Unmögliche zu beschnüffeln, zu benergeln und zu bewitzeln, über die Werke Schillers und Goethes gestellt wissen, Schiller und Goethe waren bei ihren Mängeln, über welche wir selber schon mehrere Schriften publicirten, doch allgemein anerkannt schaffende Geister, jeder von ihnen hat in seiner Art große Kunstwerke zusammengebracht, Börne hingegen hat immer nur zersetzt, aufgelöst, kritisirt, geschimpft, herabgerissen, alles Bestehende umzustürzen gesucht, er hat weder Werke, noch schaffende, bauende Ideen hervorgebracht. Das ärgert den giftigen Gesellen, und da läßt er seine Galle an Schiller und Goethe aus, Voltaire und Lessing, die stellt er schon höher: Voltaire offenbar, weil er das Christenthum Herunterzusch impfen, und Lessing, weil er das Judenthum hinauf- zuloben versucht hat. Der Kern der Schriftstellern des Börne ist der erbitterte, giftige, zersetzende Judencharakter, 15. Wie Wörnc Hessing und Woltaire, weil sie erklärte Jeinde des Ghristeiithnms innren, hoch über Hoetlje und Schiller stellt, die „nichts mehr nützen"; und inie vr. Dnhring den Lesstng in eine zersetzende Glinge hineinlegt. III, 374: „Goethes und Schillers so verständige Lehren nützen nichts mehr: denn man hat ihre Lehren befolgt, und neues Wissen braucht neue Regeln, Auch Lessing und Voltaire haben gelehrt, die Kunst und ihre Zeit haben von ihnen gelernt, aber ihre Lehren sind für immer, Sie kämpften mit dem Witze, und der Witz ist ein Schwert, das in jedem Kampfe zu gebrauchen. Die Geschichte zählt große Menschen, die sind Register der Vergangenheit, so Goethe und Schiller, Sie zählt wieder andere, die sind Inhaltsverzeichnisse der Zukunft, so Voltaire und Lessing," Das ist für die Juden das Ideal der Zukunft, das Christenthum durch den Spott Voltaires vernichtet, das Judenthum mit Hilfe des freimaurerischen Humanismus in „Nathan dem Weisen" als Ideal der Menschheit hingestellt! Börne und Consorten, 15 Schlagend sagt über die Lefsingverhimmelung Dühring („Die ^ Judenfrage", Karlsruhe 1881, 2. Auflage, S, 58): „Diese echt jüdische Höchststelluug Lessiugs kann nicht mehr j auffallen. War dach der Jude Börne von dem Recht des Judenthums auf eine nicht einmal literarisch anzutastende Herrschast übervoll. In einer hinterhaltinen und das Publikum irreführenden Recensiou eines gelehrten Werkes über das Judeuthum (von L, Holst, Mainz 1821) machte er dem Verfasser desselben eine Erklärung, welche noch heute für das Judenverhalten > bezeichnend ist. Er führte ihm nämlich zu Gemüthe, daß er (Börne) noch die Zeit zu erleben hoffe, wo jede solche auf- - rührerische Schrift gegen die Juden ihren Verfasser I entweder ins Zuchthaus oder ins Tollhaus bringen ' würde." Börne starb 1837. Im Jahre 1881 sind aber diese frommen Wünsche der Judenraee trotz der seitdem gewaltig gestiegenen Macht noch unerfüllt geblieben, verlautbaren sich jedoch schon im unmittelbarsten Ruf nach dem Büttel." — — In der That, da haben wir eine gefangene Ratte in der Falle! Diese Ratte ist nicht der große Apostel moderner Freiheit, Börne, sondern nur sein und der Seinigen offen ausgesprochener Herzenswunsch, Jeden ins Zuchthaus oder ins Tollhaus zu bringen, der so tollkühn ist, gegen die Judenherrschaft noch eine Verwahrung einzulegen. Christenverdummnng, Christenverknechtung , Christenverachtung! — Lautlos sollen die Goyim bleiben, Leiden und Schweigen sei ihr Loos! 1 Börnes Aussprüche unter dem Mikroskop. 1. Nachdem der Jude sich über Schiller und Goethe gehörig ausgeschimpft hat, verlangt er: Goethe und Schiller hätten Anführer des Volkes sein sollen! Anführer? Der Börne war immer so vorsichtig, aus dem Bersteck heraus zu schimpfen. Unseres Wissens hat er seinen kleinen Leichnam nie einer Gefahr ausgesetzt. 2. Dann wäre Börne sicher still geblieben und hätte viel gebetet! Z. Hier hat die jüdische Frechheit den Culminationspunkt erstiegen. In feiger Sprachwendung wirft er dem Schiller den „Lump" auf den Rücken. Echte Judenart! Börne und Consorten, 47 4. Das ist ein Radirgummi. Es ist dem Börne um den ausgespielten Lump bange, und da begütigt er den empörten deutschen Leser: „Schiller war edel", nachdem er ihm früher jeden Journallumpen an die Seite gestellt. 5. Wir werden die Wuth Börnes über Goethe noch später zu beleuchten Gelegenheit finden. — S. 381 nennt Börne wieder den Schiller den Stolz und die Zierde des Baterlandes; er lobt ihn da nur, um den vielbesprochenen Egoismus Goethes in ein noch grelleres Licht zu setzen. Wir erkennen es aus Respekt vor der Wahrheit gerne an, daß Börne in seinem Urtheile über Goethe manchmal auch den Nagel auf den Kopf getroffen hat. er überschreitet aber, wenn er im „Spuken" einmal drinnen ist, oft alles Maß und fährt am Ende immer über die Linie der Gerechtigkeit und der Billigkeit hinaus. So III. S. 387: „Nie hat er (Goethe) ein armes Wörtchen für sein Volk gesprochen? er, der früher auf der Höhe seines Ruhmes unantastbar, später im Hohen Alter unverletzlich, hätte sagen dürfen, was kein anderer wagen durfte. Noch vor wenigen Jahren bat er die hohen und höchsten Regierungen nm Schutz seiner Schriften gegen den Nachdruck. Zugleich um gleichen Schutz für alle deutschen Schriftsteller zu bitten, das fiel ihm nicht ein. Ich hätte mir lieber wie ein Schnlbübchen mit dem Lineal auf die Finger klopfen lassen, ehe ich sie dazu gebraucht, um ein Recht zu betteln, und um mein Recht allein!" Es war eben damals bureaukratischer Gebrauch, daß jeder Schriftsteller bittlich um den Schutz gegen Nachdruck seiner Schriften einschreiten mußte. Somit ist auch dieser Vorwurf Börnes mit Haaren herbeigezogen. l7. Wie Winne in seiner echt jüdischen Arroganz dem choetlje selbst „das Heute" abspricht, sich aber durch sein Wulljgezappel nur lächerlich macht. Wie sich Meiner über das Hcspökel Winnes geäussert. III. S. 413 versteigt sich der neidische Grimm des Börne so weit, daß er dem Goethe selbst das „Genie" abspricht: „Welch ein beispielloses Glück mußte sich zu dem seltenen Talente dieses Mannes gesellen, daß er M Jahre lang die -48 Börne und Consarten, Handschrift des Genies nachmachen konnte nnd unent- deckt geblieben!" Für diese unleidliche Arroganz ist Börne auch schon oft genugsam zerzaust worden. Dem Goethe selbst das Genie absprechen! Er schimpft weiter fort: „Das zahme Dienen trotzigen Herrschern hat sich Goethe unter allen Kostbarkeiten des orientalischen Bazars am begierigsten angeeignet. Alles andere fand er, dieses snchte er: Goethe ist der gereimte Knecht, wie Hegel der ungereimte." Nachdem der Börne drei Seiten lang den ihm sehr widerwärtigen Goethe herabgerissen, läßt er gegen denselben folgende Schlußcantate los: „Goethe oerbietet da selbst dem Eigenwilligsten das Selbstdenken. klnd sage man nicht: es geschieht, weil er den Gegenstand bis auf den Grnnd ausschöpft, weil er der Wahrheit höchste Spitze erreicht. Der menschenliebende, gottverwandte Dichter entführt nns der Schwerkraft der Erde, trägt uns ans seinem feurigen Flügel hinauf bis in den Kreis des Himmels, dann senkt er sich, auch seine andern Kinder zu heben, uns aber zieht die Sonne an. Sinken wir mit dem Dichter zurück, so ist es, weil er den irdischen Dunstkreis nicht verließ. Der wahre Dichter schafft seine Leser zum Gedichte, das ihn selbst überflügelt. Wer nicht dieses vermag, dem ist nichts gelungen. Ein Gesell zieht er Gesellen an, aber er ist kein Meister nnd bildet keinen." — „Goethe ist ein Gesell', er ist kein Meister", So sagt Börne, der Richter aller Geister. Viele Stände hat er bewitzelt, Viele Wände hat er bekritzelt, Viele Ecken hat er beschnüffelt, Aber er wurde auch öfter karnüffelt. Viele Dichter hat er beschimpft — Ueber Viele — die Nase gerümpft. Er hat sich an Palästen den Rücken gerieben; Und: Was ist der Börne doch immer geblieben? Noch als Goethe gelebt, hat sich in Deutschland eine gewaltige Reaktion gegen das giftige Gespötzel über Goethe vom Juden Börne (der es in seiner ausgebildeten, neiderfüllten Eitelkeit so weit gebracht, Goethe selbst das Genie ganz frech abdisputiren zu wollen) bemerkbar gemacht. Börne und Consorten. 4st In den „Mittheilungen über Goethe", von 4>r. Riemer, Berlin, Duncker, 1841, findet sich I. Bd., S, 434, Nr. XV, das Verhältniß Goethes zu Börne ziemlich drastisch dargestellt. In Anbetracht der Schmähungen von Börne und der ihm nachfolgenden Judenschule ruft Riemer aus: „Ist es erhört, ist es erlaubt, daß ein Jude, ein Frankfurter Schutzjude, einem Edlen, dein ersten Dichter der Nation, auf den sie stolz zu sein Ursache hat, dem sie Monumente errichten will, ins Angesicht und vor aller seiner Mitbürger Ohren und Augen sagen und es gedruckt der Welt hinterlassen darf: „„Seit ich fühle, habe ich Goethe gehaßt, seit ich denke, weiß ich warum."" Dach ein Jude kann Alles: (denn er schämt sich nicht und grämt sich nichts, ein Narr darf Alles. Es scheint daher unnöthig, nach seinem Warum! zu kragen, aber es ist in anderer Art nützlich, es zu wissen. Lx nnZns loonam. Also: „„Weil er anders denkt als ein Börne, weil er kein deutscher Patriot ist, der in 50 Bändchen nicht eine Zeile für die deutsche Freiheit geschrieben, weil er der größte Egoist des Jahrhunderts ist."" Wie, was, noch ein größerer als Börne, doch wohl, inwiefern? „„Da er wnst nicht das größte künstlerische Genie hätte sein können."" Ja freilich ist Börne weder künstlerisches Genie, noch Genie überhaupt, wenn man ihn auch unendlich witzig findet, aber darum nichts desto weniger der bornirteste Egoist." 18. Wie Meiner den Käß und die Intoleranz der Inden allen Völkern gegenüber mit Stellen von Klassiker» erhärtet. „Die Nation, der dieser Börne mit Leib und Seele augehört, hat von jeher die anders Denkenden gehaßt. Die Intoleranz ist von ihr geboren worden und in alle Welt ausgegangen. Ihr angeerbtes und anerzogenes oclium allversus omnos alias bostlla iJaeitus bist. V. o. 5. luvsnalis 8at. XIV) gilt schon über ggstst Jahre. Ihr theokratischer Egoismus hat es verstanden, die übrige Welt nur einzig für sich selbst und ihre Geschichte einzunehmen: die Thaten und Leiden anderer Völker aber, deren Verdienste um Wissenschaft und Kunst in den Hintergrund, ja ganz in Schatten zu stellen: die Religion und Moralität derselben zu verdächtigen und zu verschreien: die bildende Kunst vollends bei ihr selbst und im Keime schon zu ersticken und deren Geburt bei anderen durch Einschränkung zu verkümmern und zu verbutten: die Vorschritte in allen Naturwissenschaften, zuvörderst der Astronomie und Cos- mogonic, aufzuhalten, zu verspäten und den Einfluß ihrer verständigen Forschungen und vernünftigen Resultate in das geistige und sittliche Leben der christlichen Völker durch die Autorität eines inappellablen Orakels zu hintertreiben: den Aufschwung der nationalen Industrie durch Accapariren des norvns rsinm zu hindern, Brunner, Zwei Buschmiiimcr. ^ 5t) Börne und Consorten, zu lähmen und sowohl Regenten als Regiertc lcmge Zeit in einer Abhängigkeit von ihr zu erhalten, wodurch sie selbst zwar verhaßt, aber unentbehrlich, zwar verachtet, aber geschont blieb, sodaß jetzt noch manche Provinz, manches Reich sogar an der freien Bewegung seiner Glieder, der leichten Circnlation seiner Lebenskräfte gehindert, wie unter schwerem Alpdruck ein träumerisches Dasein hindämmert. Und bei dieser schmarozerpflanzenartigen Existenz, womit sie viele Jahrhundertc hindurch den andern Nationen geistig und leiblich aufgesessen hat und noch aufsitzt, verlangt sie — ohne eigenes Vaterland — Patriotismus von ihren Brodherren! Für ihre Intoleranz, die nichts gelten läßt, eine Toleranz, die sich Alles gefallen lasse!" „Das erstere wäre freilich schon längst, aber gegen sie auszuüben gewesen. Die andere genießen sie immerfort und bereits im Uebermaß, wie Figura zeigt," „Was will Patriotismus heißen bei Menschen, die kein Vaterland haben? Warum haben sie es verlassen? warum nicht wiedererobert? „Habens Holter so besser", denn dort im alten Canaan fräßen sie sich einander auf, hier aber nun andere. Der Jude ist jetzt selber ein Proselyte des Thors, ein Jngniline, und was hat es denn ihn zu kümmern, wie sein Hausherr sich in seinen 4 Wänden arrangirt hat oder serner arrangiren will? Woher nimmt er das Recht, seinem Miether den Text nnd auch die Leviten zu lesen? Ist dies nicht geradeso, als wenn die Mistel den Eichbanm, der sie trägt nnd mit seinen feinsten Säften nährt, harangniren wollte, daß er sich keinen freien Platz im Walde zu seiner Existenz ausgesucht, wo er nicht von seinen Nachbarn incommodirt werde? oder daß er seine Aestc und Zweige besser ausstrecken und sich gegen die Eingriffe der Nächsten mehr sträuben und spornen sollte?" Ein Braunschweiger Jude, Israel Jacobsohn, hatte Napoleon I. eine Bittschrift eingereicht folgenden jüdisch-patriotischen Inhalts? „Um die deutschen Juden glücklich zu machen, müsse ein sonve- rainer jüdischer Rath mit einem Patriarchen an der Spitze niedergesetzt werden? müsse die ganze jüdische Gemeinde Oammuaante (hier so viel als Nation) in Distrikte getheilt werden, von denen jeder seinen eigenen Synod besäße, der unter Aufsicht der französischen Regierung nnd des souverainen jüdischen Rothes in allen gottesdienstlichcn Angelegenheiten entscheide und die Rabbiner ernennte? müsse der souveraine Rath (in Frankreich) die Gewalt haben, jedem Juden die nöthige Autorisation (Iss äispsnsss) zu ertheilen, um in allen Ländern die Bürgerpflichten zu erfüllen" (folglich die Bürgerrechte zu genießen), Ueber diesen Plan äußerte sich Goethe (Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1. S, 205 und 208): „Dem brannschweigischen Judenheiland ziemt es wohl, sein Volk anzusehen, wie es sein nnd werden sollte, dem Fürsten- Börne und Consorten. 51 Primas (Dalberg in Frankfurt) ist aber auch nicht zu verdenken, daß er dies Geschlecht bebandelt wie es ist, und wie es noch eine Weile bleiben wird," Weiter nennt vi-, Riemer den Börne (S. 441, 1, Bd,) „einen wahnwitzigen Fanatiker, den bereits canoni- sirten Heiligen und Schutzpatron des jungen Deutschland, dessen Mitglieder der Sage nach aus lauter Bekennern der mosaischen Lehre bestehen,"* In Goethes Namen wäre es an der Zeit, sowohl gegen das Geschimpfe Börnes, als gegen die Lobhudeleien Düntzers Protest einzulegen, ungefähr wie folgt: Zwei Halbverrückte seh' ich im Feind- und Freundeschor, Sie thun im Schimpfen und Loben es allen Andern zuvor. Der Eine hätte mich gerne um mein Genie gebracht, Der Andere hat mich wieder zum Tugendbolde gemacht; Der Eine ist der Börne, das Jüdlein voll Gall' und Gift, Der Andere ist der Düntzer, der immer von Lobpsalm trieft. Es haben Beide geschossen weit über das Ziel hinaus: Der Börne und der Düntzer, man lacht sie beide aus. So würde der Goethe sagen, nur stärker in Sang und Klang, Es machte ihm mehr dies Loben, als des Mauschels Schimpfen Der Börne, ein Kothvulkan, der ohne Unterlaß Aus seinem Herzen schleudert den giftigen Judenhaß. Der Düntzer, ein Zuckerbäcker, ein Honig- und Milchfabrikant, Im Schimpfen und im Loben sind Beide hirnverbrannt! l!>. Wie sich Aörne über den Wcaterjnden Sljewa (von Kuinberland) und den Ldelmutlj desselben nor Aüljrnng gnr nicht zufassen weih, und den dummen Hopim diesen Ldel'juden als Mlstcrbitö nar die Aasen hinstellt. In einer Besprechung von: „Der Jude", Schauspiel von Cumberland, ergeht sich Börne IV. S. 137 in folgenden Betrachtungen über diesen edlen Theaterjuden Shewa sin „Nathan der Weise" in einer Auflage fürs Volk): „Wie viele Tausende jenes unglücklichen Volkes mußte Cumberland haben dulden sehen, bis er den ungeheuren Judenschmerz, * Riemer wußte eben nicht, daß der Talmud als eine totale Fälschung und Uniänderung des alten Mosaismus bezeichnet werden muß. 5)Z Börne und Consorten, einen reichen, dunklen Schatz, von Geschlecht zu Geschlecht herabgeerbt, auch nur zu ahnen vermochte, bis er zu erlauschen vermochte die Leiden, die nicht klagen, weil sie kein Ohr zu finden gewohnt sind! Wie viele Tausende mußte er unschuldig verdammt haben, bis er endlich Einen schuldlos fand, und ihn dem unfruchtbaren Mitleid der Menge im Bilde darstellte/' So Börne, Immer sind es diese hartherzigen Christen, die sich durch den edlen Theaterjuden nicht znm Mitleid besonders aufgefordert fühlen! — Wir sind weit entfernt, irgend eine Ausschreitung, irgend ein Unrecht, irgend eine Grausamkeit, die je an Juden begangen worden sind, zu billigen oder gutzuheißen. Anderseits müssen wir aber den immer und immer wiederkehrenden Judenmodus, die den Juden von Christen angethanen Unbilden auf die Schuldtafel der Christen zu schreiben und die Juden als die unschuldigen Opferlämmer darzustellen, mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Daß die Juden mit ihrem im Talmud formulierten Haß in der Tasche nach ihrer Vertreibung aus ihrem Lande sich in Europa überall eingefunden haben, das hätte ihnen keine Feinde und Gegner gemacht, aber sie haben die Flüche und Lehren des Talmud den Christen und dem Eigenthum derselben gegenüber immer und immer wieder in Anwendung gebracht; sie haben, wo es ihnen nur möglich war, die Christen arbeiten, dienen lassen, sie durch die Ketten des unbarmherzigen Wuchers in ihre Sklaverei gebracht; sie haben sich dem ehrlichen Arbeiten, dem Dienen (ein Jude dem andern) unter sich selbst entzogen und die Christen nur immer als Gegenstände der Ausbeutung und der Dienstbarkeit betrachtet. Und das sind die von Juden (wie Börne) immer entweder ganz verschwiegenen oder frech in Abrede gestellten Momente, welche die Christen endlich zur legalen, oder wo die Gesetzorgane durch Juden direkt oder indirekt bestochen waren, am Ende zur illegalen Nothwehr, d. h. zur Selbsthilfe gebracht haben. Immer der ungeheure Judenschmerz! Was haben die durch Judenwucher in einem Jahre tausendweise hingeopferten, von Haus und Hof vertriebenen Bauern für ein Gefühl? Sollen die vielleicht dem ungeheuren Judenschmerz gegenüber eine ungeheure Christenfreude im Herzen empfinden und ins Theater gehen, um sich durch den weisen Börne und Consorten. 53 Nathan und den edlen Shewa belehren zu lassen, was die Juden im Grunde für unglückliche, unschuldig leidende, edle, für die Christen sich aufopfernde Menschen sind? Die Judenlogik ist nie eine allgemeine Menschenlogik, d, h. wenn der Jude dem Christen das Mark und das Blut aussaugt, so geschieht den Christen immer Recht; und wenn der zur Verzweiflung gebrachte, durch ungerechte, den Juden günstige Gesetzpraktiken ausgeraubte Christ in der Verzweiflung bisweilen zu einem Akt der Nothwehr sich veranlaßt sieht, da geschieht den Juden immer Unrecht. Der Militärstand wird von den Juden immer beschimpft, wenn er im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung rebellischen Juden an den Pelz rückt; da regnet es Schimpf und Spott: „verthierte Soldateska" (vom Juden Kuranda zuerst gebraucht) war im Jahre 1848 zu Berlin und Wien zu einem Schlagwort unter den Schvrnalisten geworden, wenn aber das Volk sich gegen die geheiligte Judsnschaft auflehnt, dann soll „die verthierte Soldateska" wieder zum Schutz der Juden und ihres erwucherten Eigenthums in diese dummen Goyim die blauen Bohnen hineinpfeffern! Börne, der so gnädig ist, den mit dem „ungeheuersten Judenschmerz" bis an den Hals ausgestopften Theaterjuden Shewa als einen Inbegriff jüdischer Unschuld (der gegen seine Henkersknechte, die Goyim, dennoch von Liebe erfüllt ist) und für einen wahren Typus des echten und rechten Judenthums zu halten (zu halten? — nein, dazu ist der Börne doch zu viel Menschen- und Judenkenner — sondern ihn dafür auszugeben), fährt in seinem ungeheuren Judenschmerz weiter fort (III. S. 137): „Armer Shewa, alter kranker Mann, wozu wurdest du geboren, als dich deines Todes zu freuen? Wie einsam warst du auf dieser Erde, wie ungekanut und ungeliebt; nicht einen allein durftest du lieben, nur alle Menschen!, In Spanien drohte ihm der Scheiterhaufen der Inquisition, aber der Flammentod war selbst nordisch christlichen Nerven ein zu schauderhafter Anblick, und da fand er einen Retter unter seinen Feinden. 2 Er kam nach Deutschland; dort trafen ihn keine zerstörenden und raschen llebel, aber die hinhaltenden, täglichen schleichenden, ihm begegnete die Verachtung, der Tadel, der Hohn der Gesetze und der Bürger, da schmolz sein Herz, und floß in ein Meer von Gutthütigkei t auseinander, s Nicht nur die Menschen verkannten ihn, er 54 Börne und Consorten, verkannte sich selbst. Es war seine einzige Schuld, daß ihm seine eigene Tugend fremd geblieben, und einige Geringschätzung hatte er verdient, weil er sie zu verdienen glaubte. Armer Shewa, dir war die verächtliche Behandlung deiner Mitmenschen, die sich Christen nennen, sv nothwcndig gewvrden, wie den tief Eingekerkerten die Dunkelheit, daß du das Licht einer freundlichen Behandlung nicht mehr ertragen kanntest. Wenn dein beschämter Widersacher dir seine Kränkung abbittet — wie macht dich dieses taumeln: „„Barmherziger Gott, o nein, das ist zu viel! Ich bitte Sie, lieber Herr Geheimrath, sagen Sie nichts weiter: Sie machen mich roth über und über, wenn Sie sich sv weit herabgelassen, um Verzeihung zu bitten einen armen Juden. — Genug, genug, mehr als genug! Ich bitte Sie, schonen Sie meiner, ich bin gar nicht gewöhnt an die Stimme des Lobes, das drückt mich zu Boden."" Warst du noch tiefer niederzudrücken?" „Aber Jnd bleibt Ind. Shewa hing fest an seinem Gelde, selbst mitten im Himmelreiche der Tugend.-c Schien ihm nicht jede gute That, mit welcher er sein ausgehungertes Herz bewirthete, mit Geld zu theuer bezahlt? und seufzte er nicht selber über seine Milde als über eine Schwäche, die ihn überwältigte? Aber wollt ihr einem Unglücklichen Alles nehmen, selbst die Hoffnung? Ist Geld etwas anderes als die Hoffnung des Genusses, wie es die wohlthuende Erinnerung ist der mühsamen Erwerbung, ist es nicht Vergangenheit und Zukunft, und will man den armen Juden, der keine Gegenwart hat, auch diese rauben? Ist nicht Geld das Grab, das Allen gemein ist, und Könige wie Bettler, Glückliche und Unglückliche, Verfolger und Verfolgte aufnimmt? Ist es nicht die gemeinschaftliche Verwesung, die Christen und Juden untereinander mengt, und ihre Unterscheidungszeichen aufhebt? Wie sollte Shewa das Geld nicht lieben, da Keiner an ihm liebt, als das, da Keiner an ihm liebt, was er ist, sondern nur das, was er hat." Selbst Heine hat den Styl Börnes als „Sätze im Hundetrab" bezeichnet. Wenn eine jüdische Größe über die andere jüdische Größe so abfällig urtheilt, so darf wohl auch noch ein armer Goy sich ein wenig dem „Hunde trab" Börne- schen Styls entgegenstellen. 20. Wie dieser Hljeaterznde von den Juden im Schauspieltjause mit Erstaunen wegen seiner Jugenden betrachtet wird. Die Inquisition nach Wärne und nach den historischen Hljatsachen. 1. Mit Erstaunen erfahren wir hier, wie Shewa nur alle Menschen lieben darf. Wenn nun ein Goy gehässig sagen würde: Solche Inden wie Shewa, die solle man mit der Börne und Consorten. 55 Laterne suchen, so müßte einem so dummen Goy entgegnet werden: Erspare die Kerze und die Zeit, gehe ins Theater, wenn der Jude von Cumberland gegeben wird, setze dich ins Parterre und gib dich eine Stunde der Täuschung hin, lasse dich von dem armen Shewa zu Thränen rühren, dann geh' heraus und rufe laut: „O, was war ich für ein Thor, ivas war ich für ein erbärmlicher, verstockter Wicht, — wie Hab' ich bisher diese armen Juden verkannt, der Cumberland hat mir mit seinem vor Liebe zur Menschheit brennenden Juden das rechte Licht angezündet, — ich habe die Judenliebe in tla- Ai-auti ertappt. Dieser Eindruck ist unvergeßlich, so etwas, wie das, was ich heute gesehen, ist noch gar nicht dagewesen." Nathan der Weise mit Shewa im Bunde Macht auf den Brettern der Welt jetzt die Runde, Bekehret die Völker — denn alle sind blind — Daß sie sehn, was die Juden für Gutedel sind! 2. Die Inquisition ist nach den neuesten historischen Forschungen aktenmäßig erwiesen zuerst eine Nothwehr gegen das übermüthige Treiben der Juden gewesen, welche das spanische Volk in eine völlige Sklaverei gebracht hatten. Die Juden waren in Spanien schon unter den westgothischen Königen, darnach unter den Mauren, und ebenso unter den späteren christlichen Fürsten zu Reichthum, Macht und Einfluß gelangt. Wie es die Juden machen, wenn sie in einem Lande einmal die Geldherrschaft besitzen, das haben die Juden unserer Zeit genugsam selber gezeigt. In Spanien kamen nun viele Juden in öffentliche Aemter, wurden Haushofmeister und Verwalter bei Königen und Granden, sehr viele betrieben die Arzneikunde, forschten alle Familieugeheimnisse zur Verwerthung der Juden aus, wurden Finanzminister und Günstlinge der Könige, und regierten eigentlich das Land. Sie eigneten sich so das Nationalvermögen an und betrieben die Proselytenmacherei im Großen. Noch gefährlicher wurden die Maranos (Juden, die sich zum Schein taufen ließen, wie Börne, Heine und Comp., um unter der Maske des Christenthums die Christen noch mehr unterjochen zu können). Schon 690 hatten sie den westgothischen König Egica zu stürzen gesucht, wurden aber entdeckt und dann allerdings nicht glimpflich behandelt. Sie erholten sich wieder unter der maurischen Herrschaft; in dem späteren christlichen spanischen 56 Börne und Consorten. Reiche wurden sie sehr einflußreich, schlichen sich selbst in geistliche Aemter und auf Bischofssitze eiu, gelangten zu hohen bürgerlichen Ehren, heirateten in die besten Familien und benutzten ihre colossalen Reichthümer, um die spanische Nationalität völlig zu unterjoche» und die christliche Religion auszurotten. Begreiflicher Weise ist das am Ende den Königen und dem Volke zu arg geworden. Das christliche spanische Volk begrüßte in der Inquisition die Rettung vor seinen Blntsaugerüsseln, den das Volk auswnchernden Bedrängern, lieber alle diese Thatsachen fliegen Börne und sein Nachfolger, mit dem Heine zusprechen, im „Hundetrab-Styl" hinweg und lassen nur auf der einen Seite das Schlagwort „Inquisition", ans der andern das arme, unschuldige, verfolgte, edle und biedere Judenvolk stehen! Z. Ein schönes Meer von Gutthätigkeiten, das in jedem Jahre in Galizien, Ungarn, Böhmen und Mähren Taufende und Tausende von Bauerngütern durch die concessionirten Wucherer auf die Gant bringt. Und diese armen Bauern werden von dem Meer von Gutthätigkeit aus ihrem Besitz hinausgeschwemmt und als Bettler in die Welt hinausgeworfen ! 4. Ans diesen Passus konnte man selbst bei Börnes Judenverhimmlung nicht gefaßt sein; er ist in der That überraschend! Mitten im Himmelreich der Tugend hängt er an seinem Gelde. Bei dieser Gelegenheit erklärt uns Börne, was das Geld eigentlich ist, und in dieser Frage ist Börne doch sicherlich competent. — Der alte Rothschild schrieb einmal in einem Mahnbriefe: „Wer immer mir Geld nimmt, nimmt mir meine Ehre," Wir überlassen es dem christlichen Leser, sich über die Definition, welche Börne vom Gelde zum besten gibt, sich selber seine Glossen zu machen. Selbe liegen sehr nahe! 21, Wörnes förmliche Fpotljcose Sijewas, und wie Wörne fämiutliche Ho»im für dumme Heufcl hält. Wie Miljrini; den Wörne der jüdischen Wrtljeilsloliglleit üöerweist, Börne schließt seinen Lobgesang auf den edlen Juden Shewa wie folgt: „Das süße Glück, seinen Freunden wohlznthnn, hat Shewa nie gefühlt, das harte Geschick wollte ihm nur vergönnen, wvhlthätig Börne und Cvnsorten, 55 gegen seine Lente zu sein, um sich die Bürde des ihn niederdrückenden Hasses zu erleichtern. Es war eine edle Rache, die er an der Christenmelt ausübte; aber es war doch eine Rache: Shewa hatte die Laster eines tugendhaften Menschen, Gewiß eine ungemeine Kunstfertigkeit hat Cnmberland in der Darstellung dieses Shewa offenbart.. Es ist ein mühsames Werk, einem Manne ohne Heldenthaten im Hasse und in der Liebe, in der Tugend oder im Laster auf der Kühne Theilnehmer zu verschaffen. Durch eines alten scheinlosen Juden stille Thaten und noch stilleres Leiden entlockt man nicht die alltäglichen Theaterthränen, aber wenn, wie hier, das Streben des Dichters gelang, edlere als diesejz" 1. Gewiß ist das keine kleine Kunstfertigkeit, ohne Modelle so was zu Stande zu bringen. Der Stümper Shakespeare, der machte sich's leicht, der stndirte sich da seine Inden in London (damals hatte unglücklicher Weise Cnmberland seinen Shewa nicht in die Welt gesetzt) und machte sich im Shylok ein Ideal daraus! Shakespeare war somit nichts Anderes als ein dummer Judenfresser, dieser langweilige Shakespeare! Dieses Urtheil hat Börne zwar nicht zu Papier gebracht, aber logischer Weise kann man ihm dasselbe mit Recht zu- muthen. Wir wissen, wie er Goethe und Schiller geradewegs verspuckt hat. Dühring in seiner „Judenfrage", Karlsruhe, Reuther, 1881, sagt über ihn (2. Auflage, S. 58); „Börne kauu auch als Beispiel dafür dienen, wie sich jüdische Urtheilslosigkeit über Literaturgrößen ausnimmt, und wie diese Urthcilslosigkeit noch überdies ohne Scham in plumpen und ordinären Ausdrücken ihre angeblichen Trümpfe ausspielt. So hat Börne in seinen Schriften von einem „spitzen idealistischen Schnabel Schillers" und einer „breiten realistischen Schnauze G oethes" geredet, und gleich neben diesen mehr als unedlen Ausdrücken auch noch hinznzuschreiben vermocht: „Schiller und Goethe wären nur für ihre Zeit, und sie seien nur Register der Vergangenheit." 2. Börne will offenbar die blöden Goyim glauben machen, dieser vorzügliche, edle, leidende, versöhnliche, seine Feinde liebende, ihnen Wohlthaten erweisende Shewa sei das eigentliche Prototyp der Juden. Daß die Juden, die tausendweise auf dem Lande als Wucherer herumschleichen, über den Blödsinn dieses Theaterjuden sich eines innerlichen Gelächters nicht erwehren können, das ist ein Verdacht, der, so gegründet er im Benehmen dieser Taufende von Juden ist, bei Börne auch nicht im leisesten 58 Börne und Consorten. Hauche erwähnt werden dar st Wenn die Christen im Theater über den edlen Shewa weinen, so wäre ihnen zu rathen, sie sollen sich ihre theuren Thränen für die Hunderttausende von Opfern des Wuchers aussparen; das wären dann Thränen, die durch den Anblick eines wahren, durch Geldgier und Grausamkeit entstandenen Elends verursacht werden, nicht Thränen, die ein Dichter mit dem Einreiben seiner poetischen Zwiebelknollen den blöden Augen seiner sentimentalen Zuschauer und Zuhörer entlockt Hab 22. Mrnes Ingrimm, wenn er auf dem Mcater einen echtfarliigen Inden erblickt. Wie er tjier plötzlich Wich und chemicht wechselt und selbst die anrüchigen Juden in „Unser Werkelsr" ljcranszupntzen sucht. Höchst charakteristisch ist das plötzliche Wechseln von Maß und Gewicht in der Theaterkritik bei Börnes Beurteilung des Stückes „Unser Berkehr" (eine Posse von Sessa, zuerst in Leipzig 1816 aufgeführt, in den letzten vierzig Jahren durch die jüdische Herrschaft und Allmacht von der Bühne verbannt, aber in vielen Auflagen verbreitet). In dieser einaktigen Posse, die selbst gebildete Juden, wenn sie gerecht sein wollen, als eine wahre Photographie des inneren Verkehrs gewöhnlicher Handelsjuden anerkennen dürften, ist die Habsucht und Grausamkeit Shyloks, welche einen tragischen Eindruck macht, ganz außer Acht gelassen, der jüdische Verkehr ist nur von der komischen Seite aufgefaßt. Die Charaktere sind nach dem Leben gezeichnet, es finden sich darin nur die komischen, zum Lachen reizenden Eigentümlichkeiten der Handels- und Verkehrsjuden dargestellt. Da es Judeuart ist, Alles, was dem Judenthum zuwider ist, zu verhöhnen und dem Gelächter preiszugeben, muß es sie natürlich nicht angenehm berühren, wenn sie ihre Waffe siegreich gegen sich selber angewendet finden. Der Jude, der Alles lächerlich zu machen sucht, wird geradewegs verblüfft, wenn mau seine Waffe gegen ihn selber kehrt. Börne kommt über diese Posse ganz aus dem Häuschen. Wir werden sehen, wie es Börne ganz gerecht findet, wenn der Börne und Consorten. 5L Adel, die Advokaten, die Aerzte, und besonders der katholische Cultus aus der Bühne lächerlich gemacht werden, aber — aber — aber — wenn Juden auf der Bühne lächerlich gemacht werden, „so müssen solche Darstellungen den jüdischen Glaubensgenossen mit Recht verwünschens- werth sein." Ei, ei! Es zeigt von einer großen Zurückhaltung Börnes, wenn er nur sagt: verwünschenswerth, daß er nicht gleich dazu- geschrieben die bekannte Verwünschung: „Verschwarzen sollen sie, die verfluchten Goyim!" Wer sehen will, wo und wie Börne den Höhepunkt von Hoffart, Arroganz, Eigenliebe und Ungerechtigkeit erklommen hat, der darf nur die beiden Kritiken Börnes über Shcwa und „Unser Verkehr" nacheinander lesen. Welch ein Gewinsel über „Unser Verkehr"! Alles ist in diesem Stück miserabel. „Das Stück wurde in Berlin", sagt Börne, „ das Feldgeschrei ei ner albernen Verbrüderung, die keinen ernsten Zweck hatte, ja wobei nicht einmal immer Bosheit eintrat. Die Theilnehmcr jenes Trutzbundes gegen die Juden thaten nicht mehr, als was man zuweilen unartige Schulbuben thun sieht. So wie diese manchmal das Ränberhandwcrk spielen, ohne Gefahr für sich und andere, so haben jene mit gleicher Bedeutungslosigkeit das wilde, menschensresfendc Volk gespielt und sind dabei mit allerlei theatralischen Grimassen, fürchterlichen: Spuk, Beschwörungsformeln und sonstigen erhabenen Floskeln zu Werke gegangen." — Börne zeigt sich hier in der ganzen Aufgeregtheit über „Unser Verkehr", ein Stück, das in der That eine der witzigsten Possen ist, welche in Deutschland je producirt worden sind. Wenn es in einer Posse mit ähnlichem Witz über eine christliche Institution losginge, da würde Börne jubeln vor Freude, zappeln und in die Hände klatschen, — weil es aber über dieses arme, gekränkte, bemitleidenswerthe, unschuldige Judenvolk losgeht, und die Juden von der komischen Seite auf der Bühne erscheinen sollen, da ist Börne rein trostlos! Selbst seine Zugeständnisse eröffnen noch einen Tiefblick in die echt jüdische Anschauungsweise Börnes. Er sagt: „Ueber die Rolle des Jaeob können sich dessen theilnehmendc Glaubensgenossen nnt Recht gar nicht beklagen. Er theilt mit seinem hartherzigen Vater das ihm zugefallene Glück, er nimmt, ein rcichgewordener Mann, Lydien mit offenen Armen auf, ob er 60 Börne und Consorten. zwar kurz vorher von ihr verschmäht und mißhandelt worden war, er stellt zarter Weise dem Isidoras Morgenländer als edle Rache für die empfangenen Prügel 15 Thaler zu; und wenn er auch dem Postillon nur falsche Groschen schenkt, so spricht sich doch seine Gutmüthigkeit darin aus, daß er ihn lieber durch eine Täuschung erfreuen, als ganz mit leeren Händen abfertigen wollte," In dieser versuchten Schönfärberei des Jacob, der den Postillon, der ihm das große Loos bringt, mit falschen Groschen absichtlich beschenkt, d, h, betrügt, um ihn lieber mit einer Täuschung (So? Das ist ja ein schändlicher Betrug; der Postillon kann ja dann als Verausgaber falscher Groschen noch dazu abgestraft werden!) zu erfreuen, als ganz mit leeren Händen abfertigen wollte. Hier verfällt Börne wieder in die complete Mauschelei; er will den betrügerischen Judenjungen, den nun reich gewordenen Jacob, mit dem Geleitschein der Gutmüthigkeit dem Leser angenehm machen. Das ist doch ein wenig zu arg! Mit diesem moralischen Urtheile hat Börne sich zu einer sehr schmutzigen Anschauung über Erlaubtes und Unerlaubtes, Ehrbares und Niederträchtiges im Geldverkehr bekannt, er wird Advokat einer genieinen Betrügerei, um den Goyim weiszumachen, der Judenjunge sei im Grunde doch ein gutmüthiger Kerl gewesen. Die Grenzlinie, welche unter Christen Ehrenhaftigkeit von Niedertracht scheidet, ist dem Börne nicht sichtbar geworden, wie wir es deutlich ausgeprägt in der Schuldenaffaire des nächsten Kapitels ersehen können. 23, Wie Wörue mit seines seligen Kerrn Gaters Hrohmüthigkeit prahlt, den alten Warnch als einen Spender guter Brinkgelder ausgikt, mährend im Frankfurter Stadtarchiv die Schmntzigkeit und der Wetrug des alten Waruch — aktenmäjstg ermiesen vorliegt. Des Alten und Jungen talmudischc Frömmigkeit. Schleicrmacher nker Wörne. In VI, 309 (Menzel, der Franzoseufresser) fühlt Börne das Familienbedürfniß, auch seinen liebenswürdigen Herrn Vater der Großmuth zu verdächtigen, indem er erzählt: „Mit Entzücken erinnere ich mich, daß ich in meiner Jugend mit meinem Vater eine Reise nach Wien gemacht- Mein Vater war gewohnt, gute Trinkgelder zn geben, nnd alle Postillone Borne und Consorten. 61. unter der Eims ncinnten ihn Eure Gnaden, und nuch einige Male den Junker. Der Lohnbediente im Ochsen zu Wien nannte mich in der dritten Person nie anders als den jungen gnädigen Herrn (ich gab ihm oft Papierscheine gegen Conventionsmünzen einzuwechseln) und die vornehmen und reichen Leute in den Gesellschaften erhoben mich förmlich, jedoch taxfrei, in den Adelsland, und nannten mich Herr von Baruch. Ich schmunzelte damals eben so über meinen vornehmen Stand, als der Herr Fürst von Pückler-Muskau über den seinigen; denn ich war noch jung und dumm!" u. s. w. Was von den guten Trinkgeldern des alten gnädigen Herrn von Baruch zu halten sei, das möge sich der nachdenkliche Leser zurechtlegen. Die Phantasie des jungen Herrn von Baruch weiß falsche Groschen, die aus einem gut- müthigen Herzen kommen, zu veredeln und zu verwerthen. Daß diesen jungen Herrn von Baruch die Postillone in Niederösterreich „den Junker" nannten, ist colvssal erlogen, weil man im Volks- und also auch Postillonmunde (in Oesterreich) das Wort Junker nie gekannt und nie gehört hat. Daß den jungen Baruch die vornehmen Leute in Gesellschaften in den Adelstand erhoben, gehört sicher ebenso in das Reich der poetischen Licenzen, wie die Großmuth des alten Baruch. Schade, daß der junge Baruch Name und Wohnung der Altväter nicht genannt hat, bei welchen diese vornehmen Gesellschaften abgehalten wurden. lieber die guten Trinkgelder des alten Baruch existirt ein kostbares Seitenstiick in vr. Reinganums Biographie Börnes (Börnes Werke, 12. Bd.); Reinganum ist »neu bsno selber Semit und ein Lobredner Börnes. In Börnes Tagebuch steht 8. October 1803: „Von mir. liebe Mutter, kann ich Ihnen nicht viel Gutes sagen, ich habe mich um nichts gebessert, seit ich hier bin. Immer noch die gemeine Mittelmäßigkeit in meinen Studien, unkluges Betragen, von meinen Launen bestimmt, und thörichter Verschwender des Geldes in Folge meines Müßigganges." 27. Nov. 1803: „Meine Geldaffairen haben mir schon viele Verdrießlichkeiten gemacht." 1>r. Reinganum setzt hinzu: „Und seinem Vater nicht minder. Börne hinterließ bei dem Abgange von Halle 1807 Schulden. Seinem Vater mit dem 62 Börne und Consorten. großen Ordnungssinn und der Solidität (ach!) desKauf- manns*, muß dies unerträglich gewesen sein, und doch mochte er sich nicht entschließen, für seinen Sohn einzustehen, eben weil ihm, der in ganz andern Gedankenkreisen (!) lebte, ein Student mit Schulden eine ungeheuerliche Erscheinung war," „Die Philister^ aus Halle erhoben im Jahre 1899 vor dem fürstlich-Primatischen Stadt- und Landgericht Frankfurt eine Collektivklage gegen den Vater," — „Der Proceß zog sich bis zum 20. Juli 1813 hin. Das Enderkenntniß von diesem Tage vernr- theilte den Beklagten zur Zahlung mit allen Zuthaten hauptsächlich, „„weil die eingeklagten Posten Lebens- und Studien- bedürsnisse betreffen, nicht aber von heimlichen Darlehen bedeutender Kapitalien oder von luervsem Borg hier die Rede ist,"" „Durch dieses Endurtheil ist wirklich die Unschuld Börnes (ü) an den Tag gekommen, daß er in seiner Kassenvcrwaltnng nicht pünktlich, aber kein Verschwender gewesen. Die Gefühle des Vaters aller kann man sich ausmalen," So berichtet vr. Reinganum, der den Börne nicht genug loben kann. Sehr merkwürdig, was der Herr Vater, der alte Barnch, für entgegengesetzte Launen hatte! Der junge Barnch berichtet, sein Bater war gewohnt, gute Trinkgelder zu geben, und das Frankfurter Archiv berichtet, daß er für seinen Herrn Sohn die 174 Thaler Schulden nicht zahlen wollte, erst nach einem sechsjährigen Proceß dazu behördlich gezwungen werden mußte. Und der vr. Rein gannm setzt dazu: „Die Gefühle des Vaters aber kann man sich ausmalen," Er, der Geber guter Trinkgelder, hatte also — wenn dem Bericht des Barnch junior zu trauen war — über dieses Endurtheil eine unbändige Freude gehabt. Eine prächtige Illustration zum Märchen von der Groß- muth des Tatteleben und zur Ehrenhaftigkeit des jungen Barnch! Baruch junior war, noch während der Proceß in der Schwebe hing, 27 Jahre alt geworden, (Der Urtheilsspruch 1813.) Der junge Baruch profitirte vou dem Buchstaben der ^ Wir werden gleich ein Muster von dieser „Solidität" bekommen. Niederträchtig von diesen Philistern, daß sie nicht haben besessen jenen Grad von Bildung, der einsieht, daß es ist die größte Ehre für einen Goy sich von zwei Juden, Vater und Sohn, beschummeln zu lassen, und daß sie haben gehabt die Frechheit, zu verlangen, der alte Baruch soll bezahlen die Schulden, welche der junge Baruch hat gemacht. Börne und Consorten. 63 Unmündigkeit während des Contrahireus seiner Schuld; er hielt sich sehr schlau mäuschenstille und machte dem Gläubiger nicht einmal das Versprechen, ihn einmal zu bezahlen, obwohl er von der durchaus gerechten Schuldforderung des Gov überzeugt und schon mündig war. Der Semit Reinganun sucht diese fatale Geschichte zu vertuschen und sagt, es sei wirklich „seine Unschuld (des jungen Börne) an den Tag gekommen, daß er in seiner Kassenverwaltung nicht pünktlich, aber kein Verschwender gewesen sei". — Was für eine faule Unschuld! Daß die beiden Makkabäer den dummen Goy um 174 Thaler beschummeln wollten, das findet Reinganum ganz in der Ordnung, davon wird gar nicht mehr geredet Börne hatte in der letzteren Zeit, als sein Tatteleben die von ihm gemachten Schulden nicht zahlen wollte, schon eine Anstellung und ein Gehalt; er hätte seinem Bater, wenn er das gewesen wäre, was die dummen Christen (Goyim) ehrenhaft nennen, mindestens zureden müssen, daß er die 174 Thaler zahlen solle. Hören wir darüber Ludwig Salomen, „Geschichte der deutschen Nationallitteratur", Stuttgart 1881, S. 45: „Börne erhielt 1811 von dem Fürst-Primas Dalberg, dem damaligen Großherzog von Frankfurt, in seiner Vaterstadt die Stelle eines Polizeiaktuars, und wäre nun wohl langsam im Staatsdienste vorgerückt, hätte die Herrschaft Dalbergs Bestand gehabt. So aber brach diese mit dem Sturze Napoleons wieder zusammen. Frankfurt wurde wieder freie Reichsstadt, und da nach dem alten Frankfurter Gesetze Juden keine öffentlichen Stellen bekleiden durften, so mußte Börne sein Amt gnittircn." Der Junge hatte also schon zwei Jahre vor 1813 ein Gehalt — und zahlte doch nicht! Merkwürdig! Der katholische Primas und Monarch von Frankfurt gab dem Juden Löb Baruch eine Anstellung, in welcher er Hoffnung und Anspruch hatte, weiter befördert zu werden, und das wieder frei gewordene Frankfurt jagte den Löb Baruch hinaus, weil er Jude war! Und der Jude Lob Baruch schimpfte aus echt jüdischer Dankbarkeit darnach sein Leben lang über Pfaffen, so viel er konnte, und deklamirte sich halb zu Tode für die Freiheit, die den Juden hinausgeworfen hatte. Das ist (wie Jonathan Swift in Gullivers Reisen humoristisch sagt): „roplum Zoal- oat", was so viel sagen will als ein Räthsel der Natur. 64 Börne und Consorten. Kehren wir wieder zur Großmuth von Tcitteleben und Sohn zurück! Nur dumme und unwissende Goyim könnten hier diese beiden Juden für infame Gauner halten, die, in der schönsten Familieneinigkeit zusammenhaltend, nicht bezahlen wollten. Wer aber Studien gemacht hat, wird finden, daß der alte und junge Baruch sehr religiöse und hochgradig fromme Juden gewesen sind, die sich mit der zartesten Gewissenhaftigkeit an ihre religiösen Vorschriften gegenüber den Goyim gehalten. Baruch ssu. und jau. waren verpflichtet, den Goy zu beschwindeln, denn es steht geschrieben (Labulelmn uruob, Eirosokisu lm-inisokput 227, entnommen aus dem Talmud Ilslm insam x. 4!»)*: „Es ist deni Juden streng verboten, seinen nächsten Mitmenschen zn betrügen, nnd zwar gilt es schon als Betrag, wenn er ihn nm den 6. Theil des Werthes gebracht hat, und wer seinen nächsten Mitmenschen betrogen hat, der muß es zurückerstatte». Natürlich ist das Alles nur bei Juden der Fall, einen Aknin (Christen) hingegen zu betrügen, ist ihm erlaubt, und er darf demselben nicht zurückgeben, um was er ihn betrogen hat. Denn es steht in der heiligen Schrift: „Ihr sollt euren nächsten Mitbrnder nicht betrügen", nnd die Christen sind doch unsere Brüder nicht, sondern (wie oben Gesetz 25) schon erwähnt ist — ärger als Hunde." Es ist alsv sehr angezeigt, früher den Lokulokmn urnob zu studiren, ehe sich ein Goy ein wegwerfendes Urtheil über einen jüdischen Gauner erlaubt, denn darnach wird der dumme Goy finden, daß er oft sehr im Jrrthum befangen ist und dem Juden ein großes Unrecht anthut, wenn er den Juden (nach einer ähnlichen Erfahrung, wie der obige Philister) für einen gewissen- und ehrlosen Gauner hält, während dieser ein getreuer Beobachter religiöser Vorschriften und ein gewissen- und ehrenhafter Biedermann ist. Finale: Auch der junge, fromme Baruch machte keine Miene, seine Schuld zu bezahlen? Zwei Juden wollten die Goyim beschummeln, Und der dritte die Leser be-Reinganummeln. * Siehe im als echte Uebersetzung approbirten „Judenspiegel" oon Eggcr. Paderborn, Bonifaciusdruckerei, 1884. 2. Auflage, S. 57. Börne und Consorten. 65 Der junge Baruch ist also ein ebenso nobler Gentleman gewesen, wie sein nobler, großmüthiger Herr Vater, und der junge hat für die rührende Liebe zu seinem Tatteleben das schönste Zeugniß abgelegt, als er ihm geschwind auf der Post die reichlichen Trinkgelder andichtete, für welche ihn (den jungen) die österreichischen Postkutscher mit Junker tauften. So waren der alte und junge Baruch Gehorsame Diener des Lobulekun uruob.* Factum bleibt, daß der junge Freiheitskrakehler auch keine Miene machte, seine während der Minderjährigkeit beim Goy contrahirten Schulden zu bezahlen. In dieses sehr sichtbare schwarze Centrum der Charakterscheibe des edlen Gesegneten (Baruch) ist hier zum ersten Male hineingeschossen worden. Diese Handlungsweise können auch nur Juden vertheidigen, die ihre Begriffe und Anschauungen von Pflicht und Ehre sich seit ihrer Jugend nach dem Lobnloüun uruob gemodelt haben. Hierher gehörig ist auch ein Urtheil Schleier machers über Börne aus der Studentenzeit desselben. Schleiermacher schreibt seiner Freundin, der Jüdin Herz, über Börne**: „Wegen Louis Börne hast du etwas Recht, und er etwas Recht, und ich gar nicht Unrecht. Freundlich tun ich ihm übrigens immer, aber gleichgültig ist er mir sehr. Wie soll man mehr Interesse an einem Menschen nehmen, als er an sich selbst nimmt? Er fängt gar nichts mit sich selbst an, vertändelt seine Zeit, ver- säumt seine Studien, ruinirt sich durch Faulheit, und sieht das selbst mit der größten Gelassenheit an, und sagt nur immer, es wäre ihm nun einmal so, und wenn er sich zu etwaS anderm zwingen wollte, so wäre es ja denn auch nicht besser. Wie kann man auf einen Menschen wirken, der sich so den Willen selbst weg- räsonnirt? Ich weiß nicht, ob er untergehen wird; manche Natur rettet sich aus diesem Zustande; aber in diesem Zustande ist nichts auf ihn zu wirken und kein Theil an ihm zu nehmen. Dabei ziert er sich noch und ist falsch. So hat er sich z. B. gegen mich angestellt, als ginge er höchst ungern nach Frankfurt, und fürchte sich dort vor der schrecklichsten Langweile. Dagegen versichert mich die Reil, er habe sich gefreut darauf wie ein Kind. Wie er klagen * Wenn der Tonfall von Baruch und aruch nicht klappt, so klappt die dem Tattelebcn angedichtete Noblesse mit der thatsächlichen Schufterei desselben eben so schlecht. ** „Aus Schlcierinachers Leben." In Briefen. 2. Band. 2. Auflage. Berlin, Reimer, 1860. S. 36. 37. Brunn cr, Zwei Buschmünncr. b <16 Börne und Consorten, kann, daß er trübe ist, begreife ich wohl, aber nicht, wie du es als Klage aufnehmen kannst. Was hat ein gesunder, junger Mensch, dem nichts abgeht, trübe zu sein? — Aber Trübsinn kommt aus seiner Unthätigkeit, die ihn schlaff macht. Du kannst ihm das Alles schreiben, ich sage es ihm auch selbst, wenn er wieder kommt. Schade ist es um ihn, wenn er in diesem Gange bleibt, aber helfen kann ihm Niemand, wenn er sich nicht selbst hilft." Ohne Datum: „Mit Louis Börne und mir, liebe Jette, wäre es — wie wir beide sind — nichts geworden. Er liebt und hätschelt seine Faulheit und Eitelkeit, und will von allen Menschen entweder gehätschelt werden, oder hochmüthig über sie wegsehen. Das letzte kann er nicht üher mich, und das erste kann ich nicht gegen ihn: denn Faulheit und Eitelkeit sind mir an jungen Leuten ekelhaft und verhaßt. Ans diese Weise ist er eigentlich von mir abgekommen. Ein interessanter Mensch, wenn du es so nennen willst, kann er wohl immer bleiben; aber weiter glaube ich nicht, daß er etwas wird; zumal ich auch nicht einmal ein entschiedenes, tüchtiges, bestimmtes Talent an ihm bemerkt habe, ans welches ich meine Hoffnung setzen könnte, daß es Herr über ihn werden, und ihn durcharbeiten werde." 24. Wie Hrätz in seiner Nebbesphantasie behauptet, der Gater Warne, der alte Waruch, habe einen Sohn der Maria Jheresta ans den Khurstuhl von Köln gebracht, wofür ihm Maria Hhcresta eigenhändig einen ^obesbrief ausgestellt; und was der alte Waruch auch sonst noch für ein groszer Diplomat gewesen ist. Grätz in seiner „Geschichte der Juden", 11. Bd., S. 325 u. 370, berichtet natürlich über den alten Baruch ganz anders. Er ist mäuschenstill über den Frankfnrterlich-archivalisch dokumentirten Schmutz, der an dem Kaftan des alten Baruch haftet, und stellt ihn als einen noblen Politiker mit großem Einfluß dar; „Die Frankfurter Gemeinde hatte 2 Deputirte nach Wien (zum Congreß) gesandt, von denen der eine Jacob Baruch, Börnes Vater war, weil er am Wiener Hofe Gönner hatte. Sein Vater, ehemals Finanzagent beim Kurfürsten von Köln, hatte einst beim Kapitel die Wahl eines österreichischen Erzherzogs durchgesetzt und dafür von Maria Theresia eine schriftliche Versicherung erhalten, daß seine Nachkommen stets in Oesterreich Vorschub finden würden. Jacob Baruch scheint sich beim Kaiser Franz auf dieses Versprechen berufen zu haben und Börne und Consortcn. 67 fand an Metternich einen günstigen Fürsprecher. Würdig seines großen Sohnes, hat Baruch seine Aufgabe in uneigennütziger Weise erfüllt und sogar den Kostenersatz für seinen längen Aufenthalt in Wien zurückgewiesen. Er und sein wenig bekannter Mitdeputirter überreichten dem Congreß (October 1814) eine Denkschrift, worin die Gründe für das Recht der Frankfurter Juden nach allen Seiten hin auseinander gesetzt sind: das formelle Recht, daß sie ihre Gleichstellung mittelst einer hohen Summe nach bester Form erworben: und das patriotische Recht, daß sie auch an derBefreiungDeutschlands Theil genommen," Sie haben wirklich Theil genommen, und keinen kleinen, als Armeelieferanten. Der blöde Goy soll sich hier der schmeichelhaften Anschauung hingeben, als wären in den Befreiungskriegen einige Hundert tapfere Makkabäer mit Gut und Blut für Deutschlands Befreiung eingestanden und am Ende noch als Opfer gefallen! Der Herausgeber dieses hat eine Unzahl von Aktenstücken über die Wahl des Erzherzogs Max für Köln (1780) in Händen gehabt, (Siehe „Humor in der Diplomatie, von S. Brunner, 1, Bd., S, 240 u. s, f.) Es ist viel politisch gearbeitet worden, aber daß ein Frankfurter Handelsjude nöthig war, um den Erzherzog durchzusetzen, — das ist doch eine colossale , Der eigenhändige Brief von Maria Theresia (!!), die sich bei dem Juden für seine Verwendung bedankt!! Weislich hat Grätz den Churfürsten nicht genannt, und der Dankbrief der Kaiserin an den Schacherjuden ist leider aus dem Börne'schen Familienarchiv auch verschwunden! Jammerschade! Der alte Baruch, der nur gelebt vom Schacher, Wird hier gemacht — zu einem Churfürstenmacher. So sagt uns Grätz, der Rabbinermagister, Er meint, er hat vor sich lauter Philister, Denen er jeden Blödsinn hinaufmanscheln kann; Aber selbst der Philister glaubt nicht daran. Die Fabel vom alten Baruch als großem Diplomaten — Damit macht der Grätz sehr schlechte Masematten, Der alte Baruch, der mit der Kaiserin correspondirt! Soweit hat sich die orientalische Phantasie verirrt! Grätz kommt mit einem neuen Lobabsud für den alten Baruch. 68 Börne und Consorten. Auch dieser notorische Biedermann soll noch herausgeputzt werden. Grätz schmeichelt: „Börnes Bildungsgang war eig enthümlich. Sein Vater Jacob Baruch, ein Schützling des österreichischen Hofes, von Jugend auf in stetein Verkehr mit Hofleuten und Fürsten, versteckt wie ein Minister, und aufgeklärt wie die Creme der Berliner, war dem Judenthum halb, oder vielleicht ganz entfremdet.^ Nichtsdestoweniger ließ er aus Familienrücksichten seine Söhne in althergebrachter Weise erziehen. Er suchte für sie einen Hauslehrer, Jacob Sachs, der selbst zu den Aufgeklärten gehörte und sich Friedländer zum Mister genommen hatte, und verlangte von ihm, daß er seine «söhne durchaus in stockalter Weise unterrichten und ihnen nichts von der neumodischen Aufklärung beibringen sollte." — 1. Der alte Baruch aufgeklärt. 2. Nimmt einen aufgeklärten Lehrer. 3. Befiehlt ihm aber, seine Söhne- talmudisch zu erziehen! Nun, er ist ja versteckt, wie ein Minister! Was nutzen alle diese patriotischen Tugenden, dieser gerühmte Patriotismus und diese Aufopferung (ach!) für Deutschland, und dieser Verkehr mit Hofleuten (steter Verkehr auch noch) und Fürsten!!! Und hinterdrein dieses schändliche Archiv mit dem Frankfurter Proceß, in dem der alte Baruch als ein schmutziger, betrügerischer Jude erscheint; der für seinen Sohn Bücherschulden durchaus nicht bezahlen und die Gläubiger um 174 Thaler sammt sechsjährigen Zinsen beschummeln will!! Und der junge Baruch verhält sich ganz still, er verspricht den Gläubigern nicht einmal, daß sie zu ihrem Gelde kommen werden. Aber das macht Alles nichts, — es waren große Männer, der Alte und der Junge; sie haben's probirt und sechs Jahre lang gekämpft und gerungen!! um diese dummen Goyim zu beschummeln ! Es ist jedenfalls sehr ehrlich von Reiuganum, wörtlich über die Verurteilung des alten Baruch zu sagen: „Die Gefühle des Vaters aber kann man sich ausmalen !" * Aber die Beschummelungsgcsetze gegenüber den Goyim hat er gewissenhaft eingehalten. Börne und Consorten, 69 25. Wie die von dieser aufschneidenden Wcnschenliiasse erzählten Hroßmutljsakte mit großer Vorsicht, oder anlietrachts der Hepffogcnljcit dieser Klasse mit großer Nachsicht aufzunehmen sind. Ueberhaupt sind die von diesen Herren von sich und von einander den „blöden Goyim" erzählten Groß- muthsakte mit sehr großer Vorsicht aufzunehmen; es wird da oft mit großen Geschenken geprahlt, die aber gar nicht geschenkt worden sind. So erzählt der Bruder Heines, Max, in seinen Erinnerungen, der alte, reiche Salomon Heine sei einmal von Jean Paul besucht worden, und der alte, reiche Salomon hätte dem armen Teufel „Jean Paul" ein „ansehnliches Geldgeschenk" gegeben. Welche Großmuth! Aber doch Alles erlogen. Strodtmann, I. Bd., 707, sagt darüber: „Die geringe Zuverlässigkeit der Angaben des Max Heineschen Buches, welche wir so häufig berichten und widerlegen müssen, macht dasselbe leider zu einer sehr trüben Quelle, aus der nur mit Vorsicht zu schöpfen ist. Wir verweisen in dieser Beziehung unter anderm auf die Beilage der A. A. Zeitung Nr. 162 vom 30. Juni 1868, woselbst Do. Ernst Förster, der Schwiegersohn Jean Pauls und Herausgeber seines literarischen Nachlasses, den von Maximilian Heine (auf S. 199 und 201 seines Buches! erzählten Besuch Jean Pauls bei Salomon Heine in Hamburg, und das „ansehnliche Geldgeschenk", welches der reiche Bankier ihm beim Abschiede gemacht habe, für pure Erfindungen der Max Heincschen Phantasie erklärt." Muß sich so ein armer Teufel von deutschem Dichter noch, wenn er schon jahrelang im Grabe liegt und mit seiner irdischen Roth ausgerungen hat, das großmüthige Geschenk eines reichen Juden vom Neffen desselbigen Juden — in den Sack hineilllilgcil lassen, was ihm während des Lebens in densclbigen Sack nie hineingelegt worden ist! Derselbe Heine sucht auch seinem Bruder Heinrich die habituelle Großmuthsschwäche anzupassen. Strodtmann (1. 681) berichtet: „Minder glaubwürdig ist die von Max Heine in dessen Erinnerungen erzählte Anekdote, wie sein Bruder in Bonn um einen nagelneuen blauen Sammetrock gekommen sei, den sein Barbier anstart des ihm geschenkten alten Stndentenrocks von schwarzem 70 Börne und Consorten. Sammet, mitgenommen habe. „Hat das Barbierchen Glück!" soll Heine ausgerufen habein -^LVir erwähnten schon, daß Heine nach dem Zeugnisse Neunzigs, Steinmanns und anderer Universitätsgenossen niemals einen sogenannten altdeutschen Rock, am wenigsten wohl einen schwarzen oder blauen Sammetrock trug/' — Max Heine (auch sehr witzig) mag sich gedacht haben: Warum soll man den Leuten nur immer vormachen einen blauen Dunst? wir wollen versuchen, ihnen zur Abwechslung einmal vorzumachen einen blauen Roch 2ti. Die Flache an Schauspieler Wurm, der auf dem Hijeater eine» Jude» sehr zum fachen dargestellt hat, was als ein Fttcutat am 19. Jahrhundert betrachtet werden muh. Wir kommen nach dieser Abschweifung auf den Schauspieler Wurm, der in Berlin (in „Unser Verkehr") den Jacob gespielt hat. Wurm muß den Juden Jacob vortrefflich gespielt haben, und das war das Unglück des Herrn Wurm. Die Semiten dürfen Alles lächerlich machen, alle Stände nach Herzenslust herabreißen, — aber weh dem Goy, der den Spieß umkehrt, der einen Juden lächerlich macht; der versündigt sich an der rrmsssbas AöMw snckuious. Börne selbst referirt über die Leiden des Herrn Wurm und von der Verfolgung des Herrn Wurm durch die Juden, und von dem Recht der Juden, daß sie den Wurm verfolgt haben. Börne sagt: „In dieser Rolle (des Jacob) soll ein Herr Wurm vorzüglich geglänzt, und den israelitischen Burschen recht, was man von nmoro nennt, gespielt haben. Dieses ist sehr löblich, und es ließ sich nicht anders von jenem Künstler erwarten, der, wie man weiß, auch die ungewöhnlichsten Gegenstände mit Liebe zu nmfassen und zu behandeln versteht. Wenn aber Herr Wurni hierbei, wie es in seiner Schutzschrist heißt,noch mehr that, als seine Rolle vor- * Wurm wurde, weil er den Judcujungen zum Lachen spielte, von den Juden allenthalben angegriffen, verfolgt und in den großen Bann erklärt. Er mußte zur Sic! crung seines Lebens eine Schutzschrist absahen. Börne und Consorten. 71 zeichnete, und sich dadurch, wie behauptet wird,* den Haß und die Verfolgung der Juden zugezogen hat, so ist noch zu bezweifeln, ob ihm so ganz Unrecht geschehen ist, vorausgesetzt nämlich, daß unter jenem „mehr" nicht bloß eine quantitativere Ausbenutzung der Rolle, sondern eine qualitativere Steigerung derselben verstanden werden sollte/' Börne findet es ganz gerecht, daß Wurm von den Juden verfolgt wurde, weil er es wagte, den Judenburschen oon amors zu spielen. Ferner meint Börne, daß „die örtlichen Verhältnisse in Berlin, welche der abgeschmackten Posse „Unser Verkehr" eine günstige Aufnahme verschafften, auch zugleich den Widerwillen der Juden gegen dieses Stück hervorrufen mußten," Börne nennt diese Posse „abgeschmackt". Der Leser, welcher selbe nicht kennt, möge sich dieselbe anschaffen, sie kostet in der Leipziger Stereotypausgabe 20 Pfennig, Wir schreiben es mit aller Seelenruhe hin: der witzige Börne hat mit all seinem Talmudwitz so etwas nicht zusammengebracht; „Unser Berkehr" ist eine der gelungensten Possen in der ganzen dramatischen Welt! Die Juden fühlen sich freilich damit ins Herz getroffen! — Börne hätte sein Urtheil nicht mehr blamiren, den Juden nicht parteiischer hervorkehren können, als durch seinen arroganten und süffisanten Ausspruch: eine abgeschmackte Posse! Im Gefühle seines Einstimmens in die Verfolgung des Schauspielers sucht Börne wieder ein wenig dem christlichen Leser gegenüber einzulenken. Er sagt: „Vielleicht würden letztere (die Juden) verständiger gehandelt haben, wenn sie ihre Empfindlichkeit nicht geofsenbart hätten,** allein, daß diese (die Juden) aufgeregt werden, kann etwa als eine Aeußerung einer allzu reizbaren Selbstsucht weder getadelt noch belächelt werden!"*** * Börne wußte es ja, daß Wurm wegen dieser Rolle von den Juden verfolgt wurde; wozu sagt er denn hier: „wie behauptet wird"? ** Warum hat denn Börne in dieser Richtung nicht verständiger gehandelt? *** Wie grausam dieser Shylok ist! Selbst das Lächeln verbietet er den Goyim sehr begreiflicher Weise, denn er beantragte ja, Jeden ins Zucht-oder Narrenhaus zusperren, der es wagt, etwas gegen die Juden zu schreiben. 72 Börne und Consorten, In dieser Weise rechtfertigt Börne mit der gewöhnlichen talmudischen Sophisterei die Empfindlichkeit der Juden über dieses Stück und nennt ihre Widersetzlichkeit dagegen eine gerechte Selbstvertheidigung, Börne bohrt sich immer mehr in die Rechtfertigung der Juden hinein. Er sagt: „Die Empfindlichkeit der Juden wäre selbst dann zu billigen gewesen, wenn auch das Stück selbst nichts enthielte, was einen unverdienten Spott oder Groll gegen sie aufzuwecken geeignet wäre, — welches aber, wie gezeigt werden soll, nicht minder der Fall ist," Jetzt kommt aber die höchste Leistung von jüdischer Selbstüberhebung, Börne vertheidigt sich und die ganze löbliche Judenschaft wie folgt: „Man Pflegt einzuwenden, es werde so oft auf der Bühne dieser oder sener Stand der Gesellschaft mit Spott behandelt. Der Adel, die Advokaten, Acrzte, ja selbst der katholische Cultus wären in manchen dramatischen Darstellungen verunglimpft worden. Dieses habe in Frankfurt sogar mit Bürgermeistern geschehen dürfen, obgleich selbe daselbst die höchste Würde der Regierung ausdrückten. Warum sollten sich also die Juden dies nicht auch gefallen lassen sollen? Jedoch sind die Fälle, die man hier zur Vergleichung angeführt, durchaus verschieden. Dort werden nicht die Stände, sondern die den Gliedern dieser Stände zuweilen anhängenden Schwächen und Fehler, es wird der Adelstolz, die Rabbulisterei, das Pfäffische Wesen belacht, und es ist weder von dem Schriftsteller gemeint, jene Klassen der Gesellschaft herabzuwürdigen, noch auch tritt die Gefahr ein, daß eine solche Meinung bei den Zuhörern veranlaßt wird,* Wenn aber Judenmaniren ans die Bühne gebracht werden, und diese wie in „Unser Verkehr" das ganze Stück ausfüllen, so müssen solche Darstellungen den jüdischen Glaubensgenossen mit Recht verwün- schenswerth sein." 27. Wie nach Worms Fnsicht ans dem Hljeater alle Stände der Kljrilienljcit lächerlich gemacht werden sollen, und somit nur das einzige Wajestätsneriircchen zurückbleibt: einen Juden lächerlich machen, Wsni! und noch emol pfui! Die Juden halten sich eben immer noch für das auserwählte Volk; wer sie auch nur lächerlich macht, der verdient mit Recht, * Das ist echte Talmudlogik, — eine Behauptung gleich als einen Beweis hinstellen! Woher weist denn Börne, daß irgend ein Autor die besagten Stände nicht herabwürdigen wolle, und woher weist er, daß diese gleiche Meinung nicht auch bei den Zuhörern veranlaßt werde? Börne und Consorten, 76 verwünscht zu werden. Da haben wir die Rechtfertigung und den Rechtsbestand der schauerlichen Judenflüche! Die Christen sollen sich nicht mucksen, wenn sie von den Juden ausgezogen und ausgelacht werden, aber die Juden haben schon im Falle des Ausgelachtwerdens das Verwünschungsrecht! Börne fährt noch weiter fort: „In diesem Falle auch (was schon selten vorausgesetzt werden kann) der dramatische Schriftsteller und der Schauspieler unbefangen genug wären, hierbei nach nichts weiterm als nach Belustigung zu streben, so sind doch wenige Zuschauer so arglos, sich hiermit zu begnügen. Sie werden vielmehr die bei solchen Anlässen empfangenen Eindrücke mit sich aus dem Schauspielhause tragen und die auf der Bühne mit Treue oder Ueberladnng vorgespiegelten Gebrechen der Juden üblicher Weise allen diesen Maubensbekennern anrechnen." — Sonderbar! Beim Adel, Advokaten, Aerzten, katholischem Cultus, da leiden die Verhöhnten beim Publikum keinen Schaden, wenn aber die Juden dargestellt werden, wie sie in der Regel sind, da leiden die Juden Schaden, und es tritt das Verwünschungsrecht ein. — Börne-Logik! Börne schließt seinen Vortrag für das Haus Israel mit den Worten: „Wer weiß es nicht, wem braucht man es erst zu erzählen, wie dieses beklagenswerthe Volk auch darin stets mit Ungerechtigkeit behandelt worden ist, daß man alle in Zeit und Raum zerstreuten Schlechtigkeiten, solche, welche Juden verschiedener Gegenden und verschiedener Zeiten eigen oder angedichtet waren, gesammelt, und stets auf den einzelnen Kopf jedes nächst dastehenden Inden als eine Tontine gehäuft hat." — Diese Deklamation enthält wieder statt Logik nur Behauptungen. Erstens: es sei dies Volk stets mit Ungerechtigkeit behandelt werden; das ist offenbar erlogen. Daß die Juden schon zu den Zeiten der Römer sich allen andern Völkern, bei denen sie Einkehr genommen, feindlich gegenübergestellt haben und diese Völker haßten, das bezeugen die klassischen Autoren. Daß sie nicht ihres Glaubens, sondern ihrer Handlungsweise wegen die oft leider sehr grausame Behandlung im Mittelalter erfahren haben, das umgeht Börne mit seiner schlauen Judenlogik und Geschichtsverdrehung; bei ihm sind die Juden stets mit Ungerechtigkeit behandelt worden. Daß einzelne Juden, welche das Normalwesen des Stammes 28. Börnes takmiidifche Kerzenslujk, wenn es riöcr die Ufaffen losgeht. Wie er die Hiroter ljeraöfchimpft und jeden für fein Unterland begeisterten Kelden für einen Aretin hält. Wenn Börne Gelegenheit findet, sich über „die Pfaffen" (die christlichen Geistlichen versteht sich, denn die Rabbiner sind unverletzlich; wer sie angreift, ist verwünschensWerth, Fluch sei ihm!) herzumachen, da bebt sein Herz in talmudischer Lust und Begeisterung. Die Worte des Hohnes und Spottes träufeln ihm über den Bart, da ist er so recht im Fahrwasser des fanatischen, das Christenthum und alles das, was dazu gehört, verwünschenden Juden. In Bd. IV, Nr. XXXVII, bespricht er „Das Trauerspiel in Tirol. Ein dramatisches Gedicht von Jmmermann." Einmal ist ihm die Begeisterung der Tiroler für Oesterreich in die Seele hinein zuwider, er verschimpft sie, wie er nur kann. überwunden und theilweise abgelegt haben, von Christen auch mit Achtung behandelt werden und daß es nur an der Persönlichkeit und Handlungsweise der Juden liegt, sich die Achtung zu erwerben, — das übergeht Börne auch. Eines erklären wir aber wiederholt als großes Unrecht, und das ist die im Allgemeinen ausgesprochene Beschuldigung, daß sämmtliche Juden, welche Christen werden, nur irdische Absichten haben und im Herzen Juden bleiben. Diese Verallgemeinerung ist ein schweres Unrecht und ein liebloses Urtheil. Wir haben Männer aus Israel gekannt, die sich aus Ueberzeugung taufen ließen und selbst die immer nvch gefährlichen Klippen der Lust an Geld und Gewinn in der edelsten Handlungsweise umschifft haben; und vor solchen Semiten, die sich aus Ueberzeugung taufen lassen, wird jeder wahre und gerechte Christ eine um so größere Hochachtung hegen, je mehr der Convertit sich die Feindschaft seiner Stammesgenossen zugezogen, und je mehr er bestrebt ist, Alles, was ihm von Erziehung und Angewöhnung noch ankleben mag, zu überwinden und zu entfernen. Börne und Consorten. Börne und Consorten, 75 Sammeln wir Blumen aus Börnes Kritik: „Wie in Spanien, war es auch in Tirol Pfaffentrug, der das Volk aufgerührt, und der Herzog von Danzig ruft daher mit Recht seinen Soldaten zu*: Denkt eures Ruhmes, ihr beherzten Braven, Folgt mir zum Angriff auf die Psassensklaven," Die Tiroler kämpften für ihr Vaterland, für ihren Altar, für ihr Fürstenhaus, und was soll die Ermuthigung für die Franzosen sein? Das Gedenken ihres Ruhmes. Wenn der Jude aufrichtig und nicht verlogen und hinterlistig wäre, wenn er die Gedanken seines Herzens ohne Nebenabsicht aussprechen könnte, so würde er in seiner Denkweise sagen, wenn er, unter die kämpfenden Franzosen eingereiht, dieser Nuhmes-eingedenk-Aufforderung nachkommen und sich erschießen lassen sollte: „Wie haißt? Was ist Ruhm? Was Hab' ich dervon? Was thu' ich dermit? Wenn wir unser 10 (XX) daliegen, Jeder eine Kugel im Bauch oder im Kopf — wie haißt Ruhm? Berschwarzen sollen sie, diese Goyim, mit ihrem Ruhm, sie sollen sich todtschießen, wie sie wollen, je mehr, desto besser! Was liegt mir daran, ob die Franzosen oder die Tiroler in die Höhe kommen — Goy ist Goy! Was soll ich dem Einen helfen gegen den Andern? Ich kämpfe nur für Israel, und zwar mit der Feder; ich vergieße die Tinte, das ist mein Blut. Ich bin Kritiker und werde über die Schlacht einen Bericht schreiben, und wenn 10 000 Tiroler fallen und wenn 10 000 Franzosen fallen — mir sind sie alle recht!" Der Herzog bei Jmmermann hat dem Börne aber viel zu wenig über die Pfaffen geschimpft. Börne fährt fort: „Aber der Dichter hätte diesen Schlüssel großer machen sollen, er ist zu klein. Ein Kritiker, der gräbt und schaufelt und umhersieht, konnte ihn wohl finden, aber der flüchtige Leser oder der Zuschauer, den die Lichter blenden, bemerkt ihn gewiß nicht. Die * D. h. im Theater, und der Herzog von Danzig ist erbittert über den treuen Widerstand der Tiroler; die Franzosen hätten gerne ein feiges, unterwürfiges Volk gefunden. Auch dem Börne ist der Muth in die Seele zuwider; diese Aufopferung in den Tod hinein ist ihm völlig unverständlich. Börne und Cvnsorten. Reden der beiden Priester sind die einzigen, die das Geheimniß verrathcn — zu wenige Worte, zn leise ausgesprochen und nur dem Nahestehenden vernehmlich, wenn sie gut aufhorchen." S. 246: „Hofer ist der Papa seines Volkes, ein guter Mann, aber schwach und abergläubisch* Er ist ein Teig für Pfaffen, und die haben ihn ganz weich geknetet. Er hat Träume, und läßt sie sich von einem Pater auslegen. Wenn er schlagen soll, betet er, und wenn er geschlagen, weint er, statt den Sieg zn verfolgen. Als man ibm verkündet, er sei zum Oberhanpte gewählt worden, faßt er die Thorheit gar nicht, bis ihm der Pater sagt: Begreifst du's nicht, so nimm es für ein Wunder, Ein König wird nur durch ein Wunder König u. s. w." Wenn ein Mensch, der sich in jedem Satze seiner Schrift als prononcirter Jude ausspricht und der specifisch das Kritikgeschäft handhabt, über Helden urtheilt, so mißlingt das immer. Dafür hat er offenbar kein Verständniß, ja selbst den Theaterhelden, den Jmmermannschen Hofer, beurtheilt er in seiner nergelnden, Alles besser wissen wollenden, herabreißeuden, zersetzenden und hämischen Weise. Nichts ist ihm recht, jeden Satz benutzt er, um seinen Hohn darüber auszugießen. Den Speckbacher beschimpft er auch: „Speckbachcr ist der Mann seines Volkes. Er ist kühn, diebes- schlan, wie es sich gebührt der Uebermacht entgegen." „Speckbachcr kennt und braucht die Pfaffen, er ist nicht ihr Knecht. Daß er nicht gewußt, warum er die Franzosen befeinde, haben wir schon gehört. Es ist bei ihm wie bei den Seinigen eine Art Sinnlichkeit, Jagdlust, Freude am Stutz, vielleicht auch dankbare Erinnerung an die landesherrlichen Preisdukaten, die er an Schützenfesten sich wohl gewänne. Als nach dem Frieden alles verloren, rettet er sich für bessere Tage. Er will nicht romantisch untergeben wie Hofer. Romantik ist die Auszehrung der Freiheit, die ihr fieberrothe Wangen gibt und darunter den Tod. Speckbacher ist der Thaten- held des Dramas, Hofer ist nur der Leidensheld des Romans." ^ Allerdings kritisirt nach außen hin Börne nur die Charaktere des Jmmermann'schen Dramas, aber in seinem Innern gewährt es ihm eine echte Judenlust, die * Schwach? Ein Dutzend Börnes wären davongelaufen, wenn ihnen Hofer nur mit ernster Miene entgegen gegangen wäre. Börne und Consortcn. 77 vaterländischen Helden lächerlich und verächtlich zn machen, und zwar bei Gelegenheiten, die er herbeizieht, die ihm das Drama gar nicht bietet; er erfindet Vermuthungen, um die Tiroler Helden als blöde Kerle darstellen zu können. Das ist die Psychologie des Juden. Speckbacher bekämpft die Franzosen aus einer Art Sinnlichkeit. Jagdlust, Freude am Stutz, vielleicht auch in dankbarer Erinnerung an die landesherrlichen Preisdukaten, die er an (soll heißen: bei) Schützenfesten gewonnen. Also ein Dank für gewonnene landesherrliche Preisdukaten als Impuls des Heldenmuthes bei Speckbacher! -- Diese Insinuation, die Börne aus der Luft greift, um den Speckbacher als einen geldgierigen Cretin darzustellen, ist eine der höchsten Leistungen der erbärmlichsten Judenfeigheit, die es verdrießt, einen entschlossenen, todesmuthigen Verfechter seines Vaterlandes zu sehen, und die es in einer unerhörten Frechheit wagt, ihm die gemeinsten Motive, welche seinen Heldenmuth entflammen, unterzuschieben. Das ist echte Judenjungenart! 29. Wie Mandls die Miedertracht, mit welcher Juden christliche Felden lieljandelii, charakteriflrt. Wie ^ieo, ein Wann von ,Lljrc, die Hiroler ganz entgegengesetzt dem Mörue schildert — dem Männchen von Unehre! Diese Art gemeinster Niedertracht, von Börne hier verübt, charakterisirt H. Naudh^: „Geschichtsschreibung und Philologie sind nie mit besonderem Erfolge von Juden cultivirt worden. Dem Juden kommt es mehr auf Benutzung, als auf Verständniß der Menschen an, er betrachtet die Welt, wie der Indianer seine Jagdgründe. Wegen dieser fehlerhaften Richtung ist es ihm uninteressant, die ethische Idee in der Geschichte aufzusuchen, und unmöglich, dieselbe zu verstehen. Jedes opfermuthige, begeisterte Volk muß ihm wie ein Narrenhaus erscheinen, und jeder Held alsein thörichter Schwärmer, der seinen Profit vergißt." * „Die Juden und der deutsche Staat", von H. Naudh. Elfte, vermehrte Auslage. Chemnitz, Schmeitzncr, 1883. S. 91. 78 Börne und Consorten. Mit dieser scharfen Beobachtung hat Naudh den Nagel auf den Kopf getroffen und dem Juden auf die Finger geklopft. Für einen Helden mangelt dem Inden das Organ des Verständnisses. Wenn Börne den erbärmlichen Verräther Donay, der Priester war und sich zum Verräther an Hofer machte, verurtheilt als einen Schurken, so hat er vollkommen Recht; sehr Unrecht aber hat er, die Schuld dieses Elenden herabzumindern und dafür den Haspinger als einen bornirten Kopf, der sich von Anderen zum Mittel gebrauchen läßt, herunterzuschimpfen. Börne sagt: „Er (der Donop) ist ein schlechter Geselle, kein Meisterschnrke. Ihm gegenüber steht der Kapuziner Haspinger, ein braver Mann, so viel man mit einer Standesliebe brav sein kann.* Die Kirche ist ihm Alles. Zwar kämpft er wacker mit, während Donap seine Haut schont, aber von Treue und Vaterlandsliebe ist auch bei ihm kein Wort. Den Bruder Donap kann er nicht ausstehen. Das ist gewiss kein Handelsneid, aber es scheint oft so. Diese beiden geistlichen Herren bilden den Dampf der Maschine, der sie treibt. Man sieht ihn nicht, man spürt ihn nur. Nun ist zwar die Insurrektion der Tiroler eine Dampfmaschine gewesen, aber auf der Bühne soll es für die Zuschauer keine Geheimnisse geben. Der Dichter hätte uns den Kessel, den Ofen, die Räder zeigen sollen. Der Kessel Platzt, alle Spur geht verloren und wir wissen nicht, woher das Leben war und woher der Tod gekommen." — — — Börne nergelt am Stücke Jmmermanns herum, — diese Helden versteht Börne nicht. Wenn Haspinger den Donap nicht ausstehen kann, so ist dies ein sehr einfaches Problem: er durchschaut ihn. verachtet ihn und traut ihm nicht. Da verdächtigt nun Börne den Haspinger: „Das ist gewiß kein Handelsneid, aber es scheint oft so." Also es scheint ein Handelsneid! Diese Insinuation kommt aus der dunklen Schacherbude hervor, dem Börne ist Alles Geschäftssache; er mißt die Helden nach der schmutzigen Elle, nach Geschäftsgewinn — das ist Alles psychologisch sehr leicht erklärbar. * Börne ist ein braver Mann, so viel man mit einer jüdischen Nationalliebe und Talmudmoral brav sein kann. Börne und Consortcn, 70 Der Historiker Leo, ein Mann von Ehre, der auch den Opfermut!) und die ehrenhafte Gesinnung an Anderen zu schätzen weiß, der für einen Helden den rechten Maßstab besitzt und nicht die schmutzige Elle einer übelduftigen Handelsbude handhabt, sagt über die Tiroler Insurgenten*: „Einfalt und Treuherzigkeit habeu die Tiroler überall begleitet und sind ihnen auch nachher treu geblieben. Hofer ist selbst im Moniente seines größten Glanzes ein schlichter Landmann geblieben, der, als er als Oberbefehlshaber in der Residenz des Kaisers in Innsbruck saß, noch für 3V Kreuzer zu Mittag aß. Wie zu Hause mit seineu Kindern, hielt er täglich mit den Schildwachen, die vor seinem Palaste standen, seine Gebete, und wer mit ihm aß, mußte mit ihm beten, „Habt's mit gessen, könnt's mit beten" — und zuletzt, als ihn die Franzosen gefangen nahmen und in ihrer kannibalischen Roheit den Bart ausrauften, sagte er tröstend zu seiner Frau: „Bete, sei standhaft, leide mit Geduld, dann kannst du etwas von deinen Sünden abbüßen." Mit größter, kindlichster, frömmster Seelenruhe ging er dem Tode entgegen — und wenn auch nicht alle die Seinigen von gleicher Art, so war doch ein Zug von seinem Wesen im ganzen Aufgebot der Tiroler, und dieser sittliche Zug war die emzige Grundlage der Gewalt, die er über seine Landsleute zu üben ini Stande war. In einer Zeit, in der die Leidenschaften der Tiroler durch den Kannibalismus ihrer Feinde zur höchsten Wuth gesteigert waren, hielt er die Grausamkeit in Schranken, so viel er konnte. Ja er war so voll Rechtsgefühl, daß er nicht einmal Munition mit Gewalt nehmen wollte. So weit sein Einfluß reichte, ließ er keinem Gefangenen ein Haar krümmen. In Hofer war ein kernfester Glaube, ein Opfermuth, der nie und nirgends auf den weltlichen Ausgang der Dinge sieht, wie das ja überhaupt nicht der Christen, sondern der Heiden Sache ist, er sah auf Recht und Gewissen und auf das, was diese fordern. Er hat nie wie andere Völkerführer trügerische Hoffnung zu erregen, und auf schlechte Weise zu vertrösten gesucht, sondern allein auf die göttliche Hilfe hingewiesen, mit der am Ende Recht Recht bleiben mußte." In dieser Weise schildert Leo den Hofer noch von Seite 1238—1240 fort und fort und schließt: „Hier komme ich auf die Aeußerung zurück: daß in den Tirolern allen ein Zug dieses schönen Geistes war, der in Hofer lebte, denn trotz der Kindlichkeit und Anspruchslosigkeit des Mannes, wie haben sie ihm gehorcht, wie haben sie gefochten!" * „Lehrbuch der Universalgeschichte." 4. Band. s3. Auflage.) Halle 1856. S. 1237. 8t) Börne und Consortcn, „Alles hätte auch in Tirol zersplittern müssen, hätten nicht alle in der Empfänglichkeit für die Heiligkeit ihrer Sache und ihres Rechts eine einige Seele gehabt, einen Athein gehaucht, wie ihn andere Nationen eben nicht haben." S. 1241: „Solche Erscheinung wie die Tiroler, solche moralische Stellung wie Hofer immer hatte, macht Niemand, sie gewährt die Natur, oder besser Gottes Liebe und Gnade." Das ist nun freilich ein ganz anderes Urtheil, als das des großmächtigen Judengenies Börne, in dessen Augen die Tiroler „dumme, bornirte Kerle" gewesen sind, und der auch in Heinrich Leo nur einen blöden, dummen Goy sehen konnte, der keinen Verstand und keinen Witz hat, und tief, tief, tief unten steht, unter dem gewaltigen Manne, der alle Deutschen als Dummköpfe geschildert hat, und der so hoch, hoch, hoch oben steht auf der Höhe seiner Zeit. Wer konnte es aber dem Börne verargen? Er hatte ja gelernt (Lodnlotmn arnok storo. Usaü, H 372, 2. „Judenspiegel", S. 87, Gesetz 92), die Akum (Christen) nicht als Menschen, sondern als Thiere zu betrachten. 3t). Was Mrne für höchst verdächtige Lnschauungen über Woral kundzugeben sich erlaubt, und wie er von Wutlj »nd Lntschlöstenljeit wie ein Minder über die Jarbe urlljeilt. Hören wir, was für eine Gattung Moral Börne beim fr anzösischen Oberstlieutnant Lacoste entschuldigt. Im Drama Jmmermanns wird Elfi, des Wirths Wildmann am Jsel Frau, durch Lacoste verführt. Ihr Manu verstößt sie deshalb, sie eilt in das Hauptquartier nach Villach und läßt sich bei Lacoste melden. Nun Börne wörtlich: „Der Bediente sagt: Eine junge Frau, sie heißt Elsi, wolle ihn sprechen. Der Franzose erwidert barsch: er kenne das Weib nicht, er kenne keine Elsi." — Das ist hart, aber der Krieg ist auch hart. Hat der Franzose nicht recht, wenn er sagt: „Das wäre zu harte Strafe unserer Sünden, wenn sich die Schönen, die die Langweile von ein paar müßigen Stunden uns vertrieben, gleich Furien an unsere Fersen hingen." — Das arme Weih, so schnöde abgewiesen, fällt in Verzweiflung und Wahnsinn, taumelt fort und schleicht von Elend zu Elend." Börne und Consorten. 81 Börne erzählt nun des Weiteren, wie Elfi den Lacoste im Hause ihres Mannes, in dem Lacoste beim Durchzug übernachtet, verbrennt, indem sie das Haus anzündet. Christlich war diese Rache allerdings nicht; wie kommt aber Börne hier ans einmal zu christlichen Anforderungen, da er doch bei Lacoste vollkommen heidnisch (oder jüdisch?) urtheilt, indem er schreibt: „Hat der Franzose nicht Recht, wenn er sagt (n. s, w,, wie oben)," Dem Franzosen, der das Opfer seiner Lüste von sich stößt, gibt Börne Recht, der Elfi, die sich rächt — Unrecht, Nun ist aber die Handlungsweise des Franzosen vom christlichen Standpunkt ebenso verwerflich, wie die Rache des Weibes, und es ist hier wieder ersichtlich, wie Börne als nicht christlicher Handelsmann mit zweierlei Gewichten wiegt, mit zweierlei Maßen ausmißt. Die christlichen Helden sind ihm eben unverständlich. Auch Schillers „Wilhelm Tell" findet beim kleinen Börne keine Gnade, er reißt ihn herunter (IV, S. 31Ü): „Auf dem Riitli, wo die Besten des Landes zusammenkommen, fehlte Teils Schwur, er hatte nicht den Muth, sich zu verschwören, Wenn er sagt: der Starke ist am mächtigsten alleine, so ist das nur die Philosophie der Schwäche," „Wer freilich nur so viel Kraft hat, gerade mit sich selbst fertig zu werden, der ist am stärksten allein, wem aber nach der Selbstbeherrschung noch ein Ueberschuß davon bleibt, der wird auch andere beherrschen und mächtig werden durch die Verbindung, Tell versagt dem Hute auf der Stange seinen Gruß: doch man ärgert sich darüber. Es ist nicht der edle Trotz der Freiheit, dem schnöden Trotz der Gewalt entgegengesetzt: es iü nur Philisterstolz, der nicht Stich hält, Tell hat Ehre im Leibe, er hat aber auch Furcht im Leibe, Um die Ehre mit der Furcht zu vereinigen, geht er mit niedergeschlagenen Augen an der Stange vorüber, damit er sagen könne, er habe den Hut nicht gesehen, das Gebot nicht übertreten. Als ihn Geßlcr wegen seines Ungehorsams zur Rede stellt, ist er demüthig, so dcmüthig, daß man sich seiner schämt. Er sagt: aus Unachtsamkeit habe er es unterlassen, es solle nicht mehr geschehen, und wahrlich, hier ist Tell der Mann, Wort zu halten. Der Apfelschuß war nur immer ein Räthsel, — ja mehr ^ ein Wunder. Es soll geschehen sein, man glaubt daran gleich viel. Ein Vater kann Alles wagen um das Leben seines Kindes, doch nie dieses Leben selbst, Tell hätte nicht schießen dürfen, und wäre darüber ans der ganzen schweizerischen Freiheit Brunn er, Zwei Buschmänner, o 82 Börne und Consorten, nichts geworden. Man frage mir die Zeugen der That, man höre, was sie sagen, beobachte die Schweigenden — sie alle haben sie verdammt. Ja, die gelungene That ist noch ganz so häßlich, als es die gewagte war" das Entsetzen bleibt, und die Furcht: der Vater hätte sein Kind treffen können, ist größer als die frühere war, — er könnte es treffen. War Geßlers Gebot so ungeheuer, daß es einen Vater ganz ans der Natur werfen könnte, und er nickt mehr bedachte, was er that: so hätte auch Tell ohne Bedacht dem Befehle nicht gehorchen, oder den Tyrannen erlegen sollen. Aber er war doch besonnen genug, wie ein Weib zu bitten, und sein lieber Herr, licber Herr zu sagen, wofür der bonge Mann Ohrfeigen verdient hätte. Daß er dem Landvogt tollkühn eingestand, was er mit dem zweiten Pfeile im Sinne geführt, das war auch wieder Philistcrei, die ehrliche Hont tonn nicht lügend Dieses ängstliche Wesen, diese Nnbeholienheit des guten Tell entsprang aber nicht ans Scheu des Nnterthanen vor seinem Herrn — nein, es war die Scheu des Bürgers dem Edelmanns gegenüber. Ganz anders betrug sich der Ritter Rndenz, Das ist es aber eben, das hätte der Dichter bedenken sollen. Man muß das Bürgervolk nur immer in Blasse kämpfen lassen, man darf keinen Helden aus seiner Mitte an seine Spitze stellen. Der schönste Kampf kommt in Gefahr, dadurch lächerlich zu werden!" — Zl. Wie Wörnc hinter der Festung seines Schrcibpultcs den Wilhelm Hess einen „Uhilister" schilt, und den persönlichen Wuth überhaupt als einen Unsinn verurthcilt. Wenn Börne von seinem Schreibpulte aus über Muth und Kampf schreibt, so kommt eben ein Resultat heraus, wie das, was wir eben angeführt haben. Er versteigt sich in seiner Tintencourage sogar so weit, dem Tell Ohrfeigen geben zn wollen. Wenn der Tell so vor Börne stände, er wäre sicher dem Tell immer auf zwanzig Schritt Ohrfeigenweite ausgewichen, Börne nennt Tell einen Philister, weil er vor dem Landvogt tollkühn eingestanden, was er mit dem zweiten Pfeile im Sinne geführt; auch benergelt Börne, daß Tell sagt: * Die ehrliche (moralisch gesunde) Christenhaut kann nicht lügen. Welcher niederträchtige Judenhohn auf die Ehrenhaftigkeit; aber die ehrlose (moralisch krätzige) Haut, die kann lügen, und echt, perfekt und unverschämt auch noch dazu. Börne und Consorten, 83 „Der Starke ist am mächtigsten allein!" und Börne nennt das eine Philosophie der Schwäche; Tel! hätte sich verschwören, Andere „beherrschen sollen". Da zeigt sich der ebenso feige, als faine Jüd. Schlau muß man sein, die Tölpel, die Goyim, muß man in dem Kampf vorwärts schieben, diese bluten und fallen lassen. Diese Methode haben die modernen Malkabäer bei den Revolutionen, die sich vor unseren Augen abgespielt, gewissenhaft eingehalten; das ist eben auch nach Börne der echte, lobenswerthe, der philosophische Muth! Allein kämpfen, selbst kämpfen — welch ein Unsinn! Da erinnert sich der Leser an das Stück „Unser Verkehr", wo im 8. Auftritt der Juden- ji'mgling Jacob, vom Convertiten Isidoras mit einem Stock zum Zweikampf gefordert, zusammenstürzt, sich wie ein Käfer todt stellt, wartet, bis sein Herausforderer Jsidorus fortgegangen, dann sich ausrichtet, scheu herumschaut und folgendes schöne Geständniß macht: „Ich hob' mich gestellt taudt. Ich hob' gerettet mei Leben. Er ist fort!" (Aufstehend :) „Ich bin nicht furchtsam — hätt' ich gehat än langen Degen, oder äne lange Flinte mit än langen Bajonett, ich hätt' cn mer gewollt halten von Leib — ich hätt' en gewollt jogen. — Aber ä san? Wenn mer Einer kümmt so nah, wenn Einer schwengt en Stock über mer — ai weh! än Stock, was thn ich niit än Stock! — s' is wider meine Natur su sehen än Stock über mer, ich hob' äne Eversion vor än geschwungenen Stock! Er lau doch tallcn ans Versehen auf meine Schultern, er käu mer machen än blauen Fleck. — Was Hab ich dervon?" Dieses ganze Selbstgespräch des Jacob in „Unser Verkehr" ist aus dem Leben; das Gewäsche über Schillers „Tell" ist eigentlich Galle über den persönlichen Muth, Bestreben, den persönlichen Muth herabzusetzen und seine Feigheit. seinen Unmuth über den Muth in Schmähungen zu verbergen. Am Schlüsse der Kritik über „Tell" sucht Börne ein wenig einzulenken, nachdem er doch noch erst am Muthe Tells wiederholt herumgenergelt hat. Er sagt: „Tell aber ragt in Thun und Leiden zu monarchisch vor, gehör t nicht zu dem topographischen Schicksale der Schweiz, und «!' 84 Börne und Consorten, ist übrigens der Mann nicht, eine monarchische Rolle zu spielen. Er ist zu ängstlich, bedenkt zu viel, und duckt sich gern. Den Mann nnt breiten Schultern füllt nicht ganz seine Seele ans. Warum ihn aber Schiller io behandelt, ist schwer zu erklären. Er hätte ihn können alles thun, alles ertragen lassen, was er gethan und ertragen, und ihn dabei trotziger, hochsinniger, gebietender machen können. Wilhelm Tell bleibt aber doch eines der besten Schauspiele, das die Deutschen haben. Es ist mit Kunstwerken wie mit Menschen, sie können bei den größten Fehlern liebenswürdig sein. Was heißt aber ein liebenswürdiges Schauspiel? Ein liebenswürdiges Schauspiel ist ein Schauspiel, das liebenswürdig ist! die Kritik weiß hierüber nicht mehr als jedes Frauenzimmer!" So schließt Börne sein Gebell gegen Wilhelm Tell! Was soll dieser Schluß heißen? Börne hat selbst gefühlt, daß er in seinem gewohnten Geschimpfe und Herabmachen zu weit gegangen ist; es könnte doch mancher deutsche Gimpel darüber die Geduld verlieren, und so sucht er in seiner Weise einzulenken und die aufgebrachten deutschen Gimpel in etwas zu versöhnen. Frechheit und Arroganz haben sich diese dummen deutschen Goyim seither schon mehr als genug gefallen lassen. Ein wahres Glück, eine Morgendämmerung und ein Sonnenaufgang einer besseren Zeit, wenn die deutschen Gimpel, die sich von der Frechheit dieser Juden beschummeln ließen, mehr und mehr aussterben, wenn die zeitweilige Bewunderung der Börneschriften nach und nach jener Werthschätzung Platz macht, welche dem jüdischen Eskamoteur gebührt. 32. Mrncs complet jüdische Lnschauung über Hütercrivcrö und Hütcrliesitz. Wörnes Wntlj über Protestanten, welche das positive Hljristentljum in der socialen Irage als Zsrincip vertreten. Im V. Bd., Artikel: „Die gute Sache von Heinrich Steffens" entwickelt Börne ganz naiv und kurz seine sociale Anschauung über Grunderwerb und Besitz; da zeigt sich die jüdische Anschauung vollendet ausgeprägt. Börne und Consorten. 85 Steffens sagt: „Der Grundirrthum aller herrschenden Ansichten vom Wesen des Staates ist der, daß die Menschen ursprünglich ein gleiches Recht auf die irdischen Güter haben/' Börne spricht sich darüber also aus: „Mir scheint diese Ansicht, richtig aufgefaßt, vielmehr die Grundwahrheit zu sein, Gleich vertheilt waren niemals die Güter der Erde, und sie können es nicht werden: denn die Natur selbst stattet den Menschen bei ihrer Geburt mit Kräften des Geistes und des Körpers ungleich aus; die Größe ihres Gütererwcrbs wird also hierdurch bedingt. Aber die Gleichheit der Rechte besteht darin, daß Jeder seine Kräfte soll gebrauchen dürfen, um seinen Besitz zu erweitern. Darum keine bevorrechtete Stände, welche die Zeit oder den Raum der niedriger Gestellten beengen," Wie naiv! Die Kräfte, seinen Besitz zu erweitern, soll Jeder gebrauchen dürfen, aber bevor rechtete Stände soll es nimmer geben. Als ob Jene, welche Millionen durch ihre Kräfte (ob diese Kräfte nicht auch Schwindel, Betrug, Raub sein können, darüber schweigt der Weltweise) sich aneignen, nicht auch ein heillos bevorrechteter Stand wären! Börne will kein Vorrecht, als das des Geldes — der Besitzerweiterung, und die durch die Besitzerweiterung in ihrem Besitz verengerten armen Teufel sollen stets auf dem Bauche liegen, sich von den Besitzerweiteruden immer mehr schröpfen lassen, bis sie zu blutleeren Richen, zu totalen Sklaven der Plutokratie geworden sind. Und darin besteht nach Börne die Gleichheit der Rechte, Judenjus, Judenlogik, Judenschwindel! Börne hält die Gvyim für so dumm, daß sie nicht verspüren, wo er mit dieser ungehemmten Besitzerweiterung hinaus will. Sein ganzer Freiheitskrakehl geht — wie es sich hier wieder offen zeigt — aus die Judenherrschaft und Christenverknechtung hinaus. Wie aber die Einen das Recht haben, durch List oder Gewalt, durch Aufbieten jeder Kunst der Niedertracht (Kräfte des Geistes nennt es Börne) ihren Besitz zu erweitern, so werden sich die Besitzverengerten den Grundsatz Börnes beim Lichte anschauen und auch mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln aus dem engen, geschlossenen Kreise, den die Plntokratie wie einen eisernen Ring um sie 86 Börne und Consorten. geschlossen hat, durchzubrechen und auch ihren Besitz zu erweitern suchen. Wenn die bevorzugten Stände auf die Anregung und durch die Mithülse der Juden gefallen sind, so werden die Geldbevorzugten es sich seiner Zeit auch gefallen lassen müssen, wenn es ihnen an den Kragen geht. Ist das Gesetz der christlichen Gerechtigkeit und Liebe im Verkehr mit den Nebenmenschen über den Haufen geworfen, — ist dem Menschen der Ausblick auf eine Gerechtigkeit und Ausgleichung im Jenseits entzogen, dann folgt die Ausgleichung hier auf Erden mit allen Mitteln (Kräften des Geistes), die denen zu Gebote stehen, die von den Besitzerweiternden ausgebeutet worden sind. Das nennt man auf deutsch den socialen Sturm, den die über Nacht Reichgewordenen durch ihre Jonasstaudenblätter eine Zeit lang aufhalten können, der aber um so verheerender losbrechen wird, je länger und je frecher jeder friedliche Ausgleich auf dem Boden christlicher Gesetzgebung verhindert worden ist. Besonders unangenehm berührt ist Börne über folgenden Ausspruch des positivgläubigen Protestanten Steffens: „Der Staat ist ein religiöses Individuum, seine Freiheit nur durch Erlösung, durch Anerkennung der geheimen Schuld, durch Reue und Buße zu erringen. Der Heiland ist die innere Quelle aller bürgerlichen Freiheit, die Offenbarung der Liebe, die jede eigenthnmliche Natur in ihrer Art bestätigt und befreit, Kirche und Staat sind Eins, und jede freie Verfassung christliche Theokratie. — Worauf alle Zeichen der Zeit deuten, und alle Verwirrung der irdischen Verhältnisse, ist Einheit des Protestantismus und Katholicismus." ^ Darauf Börne: „Ganz wahr, aber nicht die ganze Wahrheit." Steffens spricht die Ansicht aus, die Rückkehr zum Christenthum werde den Bürgern die wahre Freiheit bringen, und sagt dazu: ... „Nachdem ein verblendetes Volk versucht hat, aus irdischer Weisheit das Räthsel des gesellige» Daseins zu lösen, und in den: thvrichtcn Versuche seine eigene Vernichtung fand, will in Deutschland die tiefer sinnende Betrachtung die wahre Stätte suchen, und wird sie finden." Börne und Consortcu. 87 Börne in seiner Galle darauf: „Sie r. Ludolph Horst. Mainz 1821. Kupferberg. 450 Seiten." — Börne beginnt seinen „ewigen Juden" mit dem obligaten Schimpfen und dem frechsten Judenhohn über die Deutschen. Er sagt: „Deutsche, wie Affen, wenden hundertmal eine Nuß in der Hand herum, ehe sie znknacken. Sie spielen so lange damit, daß ihnen die Nuß oft entfällt, aber sie verlieren lieber die Frucht, als die Geduld. Indessen haben sie gute ehrliche Zähne, und zuletzt kommen sie auf den Kern. Dieser Kern ist das Leben und die Schale ist das Buch. Man ist den Deutschen nicht willkommen, wenn man ihnen eine geschälte Nuß gibt, sie lieben das Krachen. Ist die Holzschalc auch gar noch mit der grünen umgeben, dann sind sie doppelt vergnügt, und nach einem Buche über ein Buch sind sie am meisten lüstern: sie finden dann den 88 Börne und Consorten, Wcg vom Worte bis zur That schön lang und freuen sich auf ein hundertjähriges Schlenkern, Wer sie zum Guten hinziehen will, der thne ja nichts, sondern schreibe, und wer seines Erfolgs gewisser sein will, der recensire. Ans diesem Grunde habe ich einige Ansichten über die tierwetterte Jndcnsache in Form einer Recension eingekleidet, diese aber darum: der ewige Jude überschrieben, weil ich tausendmal in meinem Leben zu diesem Ausrufe bewegt worden bin. In Frankfurt, wo ich wohne, ist das Wort Jude der unzertrennliche Schatten aller Begebenheiten, aller Verhältnisse, aller Gespräche, jeder Lust und jeder Verdrießlichkeit, Stellt ein jüdischer Handelsmann seine Zahlungen ein, so machen die Gerichte bekannt: die jüdische Handlung N, N. habe ihre Zahlungen eingestellt." Börne verlangt also, es solle bei ähnlichen Fällen nicht angezeigt werden dürfen, daß die besagte Handlung eine jüdische sei, weil dadurch die jüdischen Handelsleute, die bekanntlich im Großen und Ganzen in ihrem Handel so bieder und so ehrlich sind, in ihrem Rufe Schaden leiden würden, denn, wenn diese dummen deutschen Goyim in den Zeitungen die vielen jüdischen Bankerotte lesen, so werden sie am Ende die Nuß wie Affen nicht hundertmal in der Hand herum- wenden und selbe lieber gleich im Anfang aufknacken, Börne ferner: „Ist ein Jude Arzt oder Advokat, dann wird er im Staatskalender bezeichnet: Arzt jüdischer Nation, Advokat jüdischer Nation," Das ist ebenfalls wieder sehr verwerflich, denn ein deutscher Goy in seiner Ausschließlichkeit und Dummheit könnte lieber zu einem christlichen Arzt oder Advokaten gehen; wozu braucht der dumme Goy überhaupt zu wissen, mit wem er es zu thun hat. Es ist für den „ewigen Juden" immer besser, im Verborgenen zu wirken, sich mit einem christlichen Namen zuzudecken und den Goy gleich im Beginne mit dem Aushängeschild eines christlichen Namens zu beschummeln, Börne: „Stiehlt ein Jude, und mau fragt nach dem Diebe, so heißt es: ein Jude war's," Auch das ist wieder von Seite der deutschen, dummen Nußknacker, eine schändliche Intoleranz und Gemeinheit, Solche fatale Eingriffe in die Taschen der Goyim müssen immer verheimlicht werden; wozu brauchen diese Goyim es zu wissen, Börne und Consorten. 8» daß es eine erkleckliche Anzahl von raffinirken jüdischen Gaunern gibt. Ins Zuchthaus oder ins Tollhaus mit einem Goy, welcher es wagt, eine derartige aufrührerische Notiz zu publiciren. Der Goy muß gezwungen werden, wenn ein Jude stiehlt, zu schreiben: ein Christ war's. Im Anfang unserer Forderungen werden wir uns zufrieden geben, wenn die Gerichte durch unseren Einfluß gezwungen werden, bei jüdischen Gaunern das Wort: jüdisch wegzulassen! denn zu schreiben: das war ein jüdischer Ganner, das widerstrebt der Aufklärung, der Toleranz, der Freiheit, es widerstrebt dem 19. Jahrhundert. Wer durch Verbreitung der Nachricht, daß ein Jude gestohlen oder betrogen hat, sich versündigt, der muß in allen Judenblättern als ein Feind des 19. Jahrhunderts gebrandmarkt werden. Börne: „Zeichnet sich ein Jude durch Art und Bildung aus, dann sagen die Spötter: er bleibt doch ein Jude, und die Gutgesinnten sprechen: Er mache seiner Nation große Ehre." Nun. dafür ist jetzt gesorgt, daß ein Jude, wenn er auch nur das Geringste in „Art und Bildung" leistet, zur größtmöglichen Anerkennung gelangt. Ein Dichter, ein Musiker (beim Maler und Bildhauer schaut nicht viel heraus, da muß zu viel studirt und gearbeitet werden), ein Schauspieler, wenn er Jude ist, hat für die Lobtrommel nicht zu sorgen; wenn Börne jetzt leben würde, so könnte er seine helle Freude haben, denn der von ihm herbeigewünschte Zeitpunkt, Ivo die Goyim, die etwas gegen die Juden schreiben, ins Narrenhaus oder iu den Kerker geworfen werden, war schon ziemlich (oder unziemlich) nahe. Wie lange dieser Börne-Triumph hält, ist freilich eine andere Frage; diese dummen Deutschen werden doch wie die Affen die Nuß einmal knacken, wenn sie dieselbe hundertmal herumgedreht haben! Wenn die christlichen Spötter über einen durch Art und Bildung ausgezeichneten Juden sagen: er bleibt doch Jude, so ist diese Bemerkung doch zumeist durch irgend einen Akt hervorgerufen, der durch den Firniß bisweilen durchschlägt. Wenn sich ein Jude als ehrenhaft erprobt hat, so kann er sicher von Christen und von Deutschen Gerechtigkeit und Anerkennung erwarten. 90 Börne und Consortcn. Börne: „Gebt ein Jude zu einem Schneider und bestellt sich einen Roch so bemerkt ihm der Schneider ohnfehlbar: irgend ein Jacob oder Isaak habe sich ein ähnliches Kleid machen lassen." — Das ist nun von einem solchen Schneider allerdings eine große Dummheit, aber der dumme Schneider thut das in der besten Absicht: er meint, der Bestellende wird ein Zutrauen gewinnen und eine Freude haben, wenn auch andere Nations- geuossen bei ihm arbeiten lassen. Ein schlauer Schneider wird dem Juden nicht zu erkennen geben, daß er ihn als Juden erkennt, denn das allein ist schon eine Ehrenbeleidigung! Er will in der Regel ein Jude bleiben, aber nicht ein solcher scheinen, und der Schneider, der ihn auch in der besten Meinung merken läßt, der ihm seine Nationalität ansieht, hat allen Ernstes einen Geschäftsverstoß gemacht. Wir sind also gerecht — und verurtheileu den Schneider mit Börne! Börne: „Kauft eine Jüdin Blumen ein, so erzählt ihr der Gärtner: Frau Esther habe ihm vor einigen Tagen einen Rosenstock abgekauft." O, welch ein Kameel von einem Gärtner, der meint, er macht der Dame eine Freude, wenn er ihr aus ihrem wenn auch noch so medaillonartig ausgeprägten Profil die Abstammung ansieht: wenn er schlau wäre, so müßte er sagen: Gestern hat die Fürstin T., dann die Gräfin D., heute die Excellenz Z. und die Geheimräthin Abc. bei mir einen Blumenstrauß gekauft, — das schmeichelt. Der Gärtner darf nicht verrathen, was ihm die Nase und das ganze Gesicht, die Haltung und der Handelsgeist seiner Käuferin ver- räth: wenn er durchscheinen läßt, er halte sie für eine Aristokratin, dann kann dem armen Manne geholfen werden. Also auch hier muß man mit einiger Menschen- und Natio- nalitätenkenntuiß dem Börne vollkommen Recht geben: der obige Gärtner ist ein Tölpel, der sein Geschäft, d. h. seine Kunden, nicht versteht! Ferner: „Stirbt ein Jude, wird er geboren oder getraut, dann hat das Frankfurter Wochenblättchen eigens gedruckte Judengassen für jene Aus- und Einziehenden, und schwarze, dicke Mauern von Tinte trennen die jüdischen Wiegen, Särge und Hochzeitbetten von den christlichen." Börne und Consortm. Ü1 Sonderbar! Die Zeit der Judenherrschaft widerlegt den Krakehl Börnes am allermeisten. In allen Blättern der Juden wurde über die Katholiken geschimpft, welche für sich Gottesäcker haben wollten. Die Juden haben es auch durch ihren Toleranzspektakel dazu gebracht, daß in katholischen Friedhöfen alle möglichen Konfessionen untergebracht werden müssen, sie selber aber haben sich immer ihre jüdischen Friedhöfe exceptionell reservirt, sie selber trennen nicht nur ihre Särge, sondern auch ihre Begräbniß- orte von den christlichen. Und wenn nun der Herausgeber des Frankfurter Blattes dasselbe thnt, was die Juden machen, ihre Särge (Todesanzeigen) separirt— ein gewaltiger Lärm! Die anderen christlichen Konfessionen werden immer durcheinander gehetzt (nach Bedarf; wenn die Christen miteinander raufen, machen die Juden die Musik dazu, sagte man bei der Oper des jüdischen Komponisten der „Hugenotten"), und im Gottesacker sollen sie wieder todt beisammenliegen, um die Lebendigen dadurch zu ärgern; aber Israel schließt sich aus von jenen Anforderungen, die es an die Anderen stellt. Es setzt überall eigene Begräbnißorte durch! 34, Wehklagen nker die Frankfurter, welche die guten Juden nicht mit der gehörigen Sochachtuag behandeln, Börne: „Kommt man nach Stuttgart, München, Wien oder nach einem andern Orte, wo die Leute gebildet und ohne Vorurtheile sind, und gar nicht an Juden denken (ach!), setzt man sich dort an eine Wirthstafel, und ein Reisender ans Frankfurt sitzt unter den Gästen, so kann man wetten, daß, noch ehe das Rindfleisch kommt, der Frankfurter ein lebhaftes Gespräch über die Juden eingeleitet haben wird. Wer nun gleich mir diese Narrheit schon 2» Jahre beobachtet hätte, der würde sich auch daran gewöhnt haben zürnend oder lächelnd, tadelnd oder bemitleidend, wie ich ausrufen: der ewige Jude!" Betrachtungen eines Ungebildeten, der voll von Vor- urtheilen ist: n) In Stuttgart, München, Wien sind (1820) die Leute gebildet und ohne Vorurtheile, weil sie gar nicht an li2 Börne und Consorten. Juden denken. Das ist also das Maß der höchsten Bildung, an Juden gar nicht zn denken. Nun sind aber in neuester Zeit in Württemberg (Stuttgart), Bayern (München), Wien (Oesterreich-Ungarn) Hunderttausende von Bauernhäusern in die Hände von jüdischen Wucherern übergegangen und Hunderttausende Fabrikanten und Geschäftsleute durch jüdische Kaufleute mit ihren allbekannten Praktiken ruinirt worden: diese armen Teufel sind nun bodenlos, geldlos, eigenthumlos, Sklaven der Juden, und diese dummen Teufel denken an Inden; und weil sie es wagen, an Juden nur zu denken, so wird ihnen Bildung nicht zugesprochen, sondern abgesprochen. Entsetzlich! Kein gebildeter Mensch soll an Juden denken, und von ihnen sprechen schon gar nicht! b) Die Frankfurter leiten in allen großen Städten bei der Wirthstafel ein lebhaftes Gespräch über die Juden ein — noch vor dem Rindfleisch, Das ist entsetzlich und ungebildet. Wenn sie wenigstens warten würden, bis das Rindfleisch vorüber ist! Nun hat Börne das Gespräch sehr schlau nur „lebhaft" genannt. Wie haißt lebhaft? Haben vielleicht diese Frankfurter ihr lebhaftes Gespräch also begonnen: „Nein, was wir Frankfurter Christen über diese Juden und ihre Vermehrung und ihren Einfluß in Frankfurt für eine Freude haben, das läßt sich gar nicht beschreiben. Diese Juden sind unser Glück, man kann sich auf jedes Wort von ihnen verlassen, im Handel sind sie ehrlich und treu, im Umgang höchst bescheiden, sie entziehen sich keinen Lasten, welche die anderen Bürger zu tragen haben, sie sind großmüthig, sie schnüren keinem die Kehle zusammen, den sie unter ihre Hände bekommen, sie sind der Bürger Trost, sie sind des Volkes Freude, sie sind unserer Stadt von größtem Nutzen; wer das nicht einsieht, der hat keine Bildung, und wer sich vermessen wollte, das Gegentheil zu behaupten, der gehört ins Zucht- oder ins Narrenhaus"? o) Nun, das wäre auch ein lebhaftes Gespräch, und ein solches Gespräch würde Börne und die Börnirten mit wohlgefälligem Schmunzeln hingenommen haben. Warum spielt denn Börne nicht die Karte aus? Er wagt es gar nicht zu sagen, was er unter der Lebhaftigkeit der Frankfurter Börne und Consortm. versteht. Aufrichtig und nicht hinterlistig hätte Börne sagen sollen: Die Frankfurter fangen allüberall schon vor dem Rindfleisch über die Juden zu schimpfen an, und dieses Schimpfen über die gewiß sehr lobenswerthen Juden, das ist eine Narrheit, an die man sich zürnend, lächelnd, tadelnd oder bemitleidend gewöhnen kann, wie sich Börne daran gewöhnt zu haben vorgibt. Wenn man sich aber über etwas zürnt, etwas tadelt, so hat man sich sicher noch nicht daran gewöhnt. Wer aber das Gewäsche Börnes mittelst Logik zu prüfen wagt, der redet lebhaft von den Juden und ist ungebildet; man muß ihm zürnen, tadeln, über ihn lächeln, ihn bemitleiden. 35. Börne schimpft über einen Hop, der die Keäiljcit ljat, über die Juden ein Much zu schreiben, in welchem diesclliigen nicht gelobt werden. Jetzt beginnt Börne über das besagte Buch zu sprechen mit den Worten: „Das Buch, hinter das ich mich stecke, heißt wie folgt (Judenthum u. s. w. wie früher)." Das Buch, hinter das ich mich stecke. Diese ganze Einleitung ist schon echt ! Er stellt sich nicht vor das Buch hin, — er steckt sich hinter das Buch! Nun vertheidigt Börne die Juden und verschimpft die Christen, die sich der Judenherrschaft nicht willig hingeben wollen, auf 66 Seiten im Jahre 1821. Wir ersuchen, diesen Artikel aufmerksam zu lesen und die Erfahrungen und Thatsachen der 42 Jahre seit 1848 daneben zu stellen, und der Leser wird es begreifen, wie es überflüssig ist, darüber eine Kritik zu schreiben. Die Kritik haben die vor unseren Augen liegenden Thatsachen geschrieben. Börne beschimpft mit der frechsten Sophistik die Christen, die sich der hereinbrechenden Judenherrschaft aus Nothwehr entgegenstellen. Die trockene Geschichte der Neuzeit hat das Lügengewebe Börnes zerrissen. 94 Börne und Consorten. Beispielsweise hören wir eine Deklamation gegen die Frankfurter im Artikel Börnes S> 49 u, ff.: »Ihr Herren von Hamburg, Frankfurt, Lübeck und Bremen, antwortet mir: Ihr klagt, die Juden ergeben sich allem Schacher, und dennoch verhindert ihr die geistige Entwicklung derer, die sich vom Schacher losmachen? Ich lasse mich nicht abweisen, ich will Antwort daraus haben. Ihr Herren von Frankfurt, sagt mir, warum sollen nur 4 jüdische Aerzte, warum sollen gar keine Juden-Advokaten sein dürfen? Seid so gut und antwortet mir: Schreiben die jüdischen Aerzte ihre Reccpte etwa in hebräischer Sprache? Heilen sie die Hautkrankheiten nach den Regeln des Alten Testaments? Stellen sie wucherhafte Rechnungen für Arztlohn?" ZK. Wie Werne den Hoyim die albernsten Weljanptungeii andichtet, nin diele mit Koljn und Spott abfertigen zu können. Bei Börne (und Comp.) muß man wie bei einem Jongleur immer auf die schmutzigen Finger schauen. Er stellt lauter Behauptungen auf, die er erfindet, und die sehr leicht zu widerlegen find, und vermeidet es sehr schlau, auf die wirklichen Gründe einzugehen, welche die Frankfurter bestimmt haben, gegenüber dem Neberhandnehmen der Juden wachsam und auf der Hut zu sein. u) Wer hat denn behauptet, daß die Juden ihre Recepte in hebräischer Sprache schreiben? t>) Wer hat behauptet, daß Inden Hautkrankheiten nach den Regeln des Alten Testamentes heilen? o) Wer hat behauptet, daß die Juden wucherhafte Rechnungen für den Arztlohn stellen? -— Behauptet aber wird und widerlegt wird nicht, daß seit dem massenhaften Eindringen der Hebräer in die Medizin auch der Schwindel massenhaft sich breit gemacht hat. 6) Daß die Juden, wo sie im Gebiete der Arzneikunde eingedrungen sind, die Majorität anstreben und erringen, und die christlichen Aerzte unterdrücken, das braucht nicht behauptet zu werden, man darf im Gebiete der Heilkunde nur mit offenen Augen Rundschan halten. Vom christlichen Gelde gegründete Universitäten haben nun als Professoren und Docenten, besonders der Medizin, die Juden erobert. Börne und Consorten. 95 „Die deutsche Wacht", Bd. III, Nr. 2, S. 32, bringt Thatsachen aus Berlin über die Universitätsklinik daselbst. Der Berichterstatter sagt: „Direktor Griesinger stellte um der Gleichberechtigung willen in dieser Klinik auch Juden an; dann wurde vir Meyer, ein Jude, Vorstand. Seitdem aber der Jude Professor Joseph Meyer die Klinik leitet, hat meines Wissens kein Christ mehr die Ehre erreichen können, zu der bevorzugten vielumworbenen Stellung eines Assistenten der Universitätspoliklinik in Berlin erwählt zu werden. Was Wunder, daß seit Meyers Direktorium dies Institut nicht mehr Univcrsitätspoliklinik, sondern Jndenklinik im Munde des Volkes heißt. Ich begnüge mich, einfach die Thatsache festzustellen, daß im Jahre 1879 sowohl als 1880 die I Assistenten unter Meyers Direktorium Levinsky, Stadthagen, Wolfs, Lublinsky hießen- Auch für 1887 weist das Berliner Adreßbuch dieselben Namen auf." „Fand, so frage ich, sich im Laufe der Jahre unter den vielen christlichen Aerzten wirklich kein Würdiger, dem Professor Meyer als Assistent unterstellt zu werden? Wo ist, wie das beliebte Geschrei auf der Semitenseite lautet: „Gleiches Licht und gleicher Schatten, gleicher Wind und gleiche Sonne für Alle?" Wo ist, frage ich, die praktische Anwendung dieses Losungswortes: Ja, Michel, das ist ganz was anderes! — Wie hier an einem Beispiele bewiesen, ergeht es uns auf allen Linien des gesellschaftlichen Lebens. Lassen wir in falsch angewandter Duldsamkeit und an- geborner passiver Gutmütbigkeit den Juden nur durch eine kleine Ritze in ihnen bisher verschlossene Thüren sich eindrängen, bald werden sie die ganze Mischpoche, Mann für Mann hinter sich her ziehen, alle Riegel und Hindernisse bei Seite schieben, und in bekannter, rücksichtslosester und unverfrorener Weise sich als Herren des Feldes breitmachen. Laßt unbeanstandet nur einmal einen Juden Minislerpräsident werden, und wir hätten nach Analogie der Judenklinik bald ein ganzes Judenministerium." — Börne deklamirt weiter: „Haben die jüdischen Advokaten die Institutionen und Pandekten nicht im Kopfe, rechten sie etwa nach dem Talmud? Ihr Herren von dem Frankfurter Gelehrtenvercin, antwortet mir: Warum kann kein jüdischer Gelehrter Mitglied dieses Vereins werden? Ihr Herren des Frankfurter Museums für Kunst und Wissenschaft, antwortet mir: Warum nehmet ihr keinen jüdischen Freund der Kunst und Wissenschaft, keinen jüdischen Gelehrten oder Künstler aus? Ihr Herren der Frankfurter Lesegesellschaft, antwortet mir: Warum darf kein Jude unter Euch sitzen und den allgemeinen Anzeiger lesen? Ihr Herren von der Frankfurter Gesellschaft der nützlichen Künste, antwortet mir: Warum darf kein Jude die nützlichen Künste befördern helfen? Ihr Herren Börne und Consorten. 97 nach Rechten dürsten und die dummen Christen auf ihre Pflichten aufmerksam machen! Die Frankfurter haben ihre Pappenheimer gekannt. Das Benehmen der Juden nach der Emancipation hat offenbar gezeigt, was die Frankfurter mit mathematischer Gewißheit vorausgesehen. 37, Wie Werne ülier Eisenmenger schimpft, alier öei dem Stein des Fn stolzes (dem Kern der Junge) seist schlau voriiiierschleicht, Ueber Eisenmengers Werk: „Entdecktes Judenthum" mit den vielen Uebersetzungen aus dem Talmud versucht Börne seinen Spott auszugießen. Das ist sehr billig; er umgeht den Kern der Frage: Stehen diese fürchterlichen Moralgesetze im Talmud oder nicht? und befaßt sich nur damit, die talmudischen Märchen, welche Eisenmenger anführt, auch lächerlich zu machen, z, B-: „1. Ob des Engels Schwert am Eingänge des Paradieses wirklich von Stahl gewesen, 2, Wie viel Adam von dem Apfel seiner Gattin bekommen haben möge. 3, Ob das Ei, welches die Henne am Festtage legt, genossen werden darf. 4, Ob bei der Auferstehung der Todten alle Juden, oder nur ein Theil derselben, die Gelehrten, auferstehen werden. 5. Ob Adam und die Erzväter mit oder ohne ihre Weiber und auch früher auferstehen werden, 6, Ob dann Könige und Fürsten wieder unter den Menschen sein werden? — — - " Indem nun Börne aus Eisenmenger und dem Talmud nur derlei Spitzfindigkeiten jüdischer Theologie anführt, umgeht er absichtlich die schändlichen Verhaltungsregeln, welche den Juden durch den Talmud im Verkehr mit den anderen Völkern, also zunächst im Verkehr mit den Christen, eingeimpft werden, und dieses Schweigen und Umgehen ist im höchsten Grade perfid und niederträchtig. Die Sittengesetze des Talmud sind kein Gegenstand für fade Witze, sie sind geradewegs empörend und fürchterlich. Die Juden, welche gegen andere Völker mit dem talmudischeu Haß erfüllt sind und diesen Haß in ihren Thaten beweisen, haben kein Recht, sich aufzuhalten, wenn die Gehaßten Brunncr, Zwci Buschmmmcr. 7 !)bi Börne und Consortm. sich zur Nothwehr aufraffen. Die Nothwehr eines ausgesaugten Volkes, dem die eben vorhandenen Gesetze gegen seine Ausbeuter keinen Schutz gewähren, ja, welches Volk mitunter durch die Auslegung dieser Gesetze geradewegs an das Shylokmesser geliefert wird, diese Nothwehr als den Ausbruch eines häßlichen Hasses zu bezeichnen, das ist von jeher eine Finte semitischer Schreiber gewesen, Börne aber bedient sich dieses Kniffes sehr oft und immer in einer unverfrorenen Weise. Er umgeht alle Vergehen, die sich die Juden dem christlichen Eigenthum gegenüber haben zu Schulden kommen lassen, und wirft immer mit Freiheitsphrasen und mit unmotivirtem Haß herum. Am Schlüsse seiner Deklamation ruft er den Christen zu: »Doch müßt ihr hassen, ist der Haß der Sauerteig eures Lebens, der allein ihm Würze gibt, so haßt, was hassenswürdig ist: die Falschheit, die Gewalt, die Selbstsucht. Seid, was ihr wollt, gut oder schlimm, fromm oder ruchlos, weise oder wahnsinnig, doch seid nur etwas! Seid Glühwein oder brunnenhelles Wasser, nicht nur abgestandenes Naß, das jeden anekelt — seid keine Philister! Die neue Verfolgung, welche die Juden im ungelehrigen Deutschland erduldet, ist keine frisch aufgelebte, sie hat sich nur aufgerafft im letzten Kampfe des Todes. Die Flamme des Hasses loderte noch einmal hell, um auf ewig zu verlösche». Das tröste die Leidenden. Shakespeare und seine Schwester Erfahrung sprechen: »Vor der Genesung stets von heftgcr Krankheit, Im Augenblick der Kraft und Bcss'rung, ist Am heftigsten der Anfall: jedes Uebel, Das Abschied nimmt, erscheint am übelsten." Shakespeare würde sich sicher höchlich verwundern, wenn er diese Stelle als einen Schlußpunkt aller Unzufriedenheit der Christen mit den Juden, also auch als einen Schlußpuukt der Ausbeutungslust der Juden gegenüber den Christen angeführt fände. Shakespeare hat den Shylok geschildert und in diesem Shylok das talmudische Judenthum greifbar verkörpert. Diese vier Zeilen Shakespeare'scher Poesie, hier zum verlangten Juden schütz angewendet, werden vom scharfen Messer, mittelst dessen Shylok dem christlichen Schuldner ein Pfund Fleisch aus dem Leibe schneiden will, in aller Geschwindigkeit spurlos hinwegradirt. Börne und Consorten. 99 Börne zieht eine Stelle aus Shakespeare rein bei den Haaren herbei, um selbe zu Gunsten der Juden anzuwenden, und schleicht scheu und mit abgewendetem Gesichte am mächtigen Erzbilde des Shylok vorüber, als ob er nichts davon wüßte und es nie beachtet hätte!! 38. Wie Hoetljcs Auljm den kleinen Warnch nicht schlafen läßt, und er den komischen Wersuch macht, den Llten von seinem Wonnmentssolkel ljeralizudrängen und sich ljinanfznstellcn. In Bd. VI, S. 209—231, Artikel: „Bettina Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" (geschrieben in Auteuil bei Paris im Sommer 1835) überläßt sich Börne seinem Mißvergnügen über Goethe in der allerschimpfseligsten Laune. Man kann es eigentlich nicht mehr Geschimpfe nennen, es ist ein tolles Zappeln mit den Beinen, dann Herumtrippeln, Kopfschütteln, Herumspucken und Herumspötzeln; Börne macht sich nicht nur an den ethischen und religiösen Gehalt der Schriften Goethes heran (denn in Beziehung auf Religion, Ethik und sogar Anstand haben wir gesehen, daß Börne trotz seiner allgemeinen Freiheitsproklamation doch immer auf den Standpunkt der unduldsamen Reformjuden zurückkommt), er sucht in seiner maßlosen Eitelkeit auch das Genie Goethes in Frage zu stellen und ihn nur zu einem von der blöden Menge vergötterten Spießbürger zu machen. Obwohl es Börne in der Regel auf die Katholiken sehr scharf hat, sucht er im Kampf gegen Goethe auch die Katholiken als Bundesgenossen anzuwerben. Es ist das die merkwürdige Eigenart, auch die christlichen Bekenntnisse gegen einander zu Hetzen, und wenn ein Vortheil dabei herausschaut, sich dann auf die eine oder andere Seite zu schlagen, sich der einen oder der andern anzunehmen. Börne sagt: „Wer Frankfurt kennt, den Geburtsort der Verfasserin (Bettina Arnim), und ihrem Buche die Bewunderung zuwendet, die es verdient, der wird nicht begreifen können, wie sie Freiheit des Geistes und des Herzeus gewinnen konnte. Die Auflösung des Räthsels liegt darin: Frau von Armin war eine Katholikin, sie ltll) Börne und Consorten. gehörte zu den unterdrückten Volksklassen, sie war also Weltbürgern», und dies bewahrte sie vor der Engherzigkeit und der Philisterei, von der sich der Protestant Goethe, der zur herrschenden Partei gehörte, nie losmachen konnte- Was machte Goethe, den größten Dichter, zum kleinsten Menschen? Was schlang Hopfen und Petersilie durch seine Lorbeerkrone? Was setzte die Schlafmütze ans seine erhabene Stirne? Was machte ihn zum Knechte der Verhältnisse, zum feigen Philister, zum Kleinstädter? Er war Protestant und seine Familie war rathsfähig- Er war schon M Jahre alt, stand auf dem höchsten Gipfel seines Ruhmes, und Weihrauchwolken unter seinen Füßen wollten ihn trennend schützen vor den Niedern Leidenschaften der Thalbewohner — da ärgerte er sich, als er erfuhr, die Frankfurter Inden forderten Bürgerrechte, und er geiferte gegen die „Hnmanitätssalbader", die den Juden das Wort sprächen. Ja, der Gott ärgerte sich und geiferte, und das Kind Bettina mußte ihm weiche Unischläge auf sein gichtisches Herz legen und ihn beschwichtigen wie einen leidenden, mürrischen Onkel." „Goethe war König, nicht der gemeinen, noch der vornehmen Geister, sondern ein König bürgerlicher Seelen. Ehrfurcht und Liebe umgaben ihn nicht, aber Bettelei und Dankbarkeit. Er war der Gönner der literarischen Gewürzkrämer, die Nationalgarde der Egoisten, verschmähend Alles, was Allen, hassend das, was den Besten gefiel. Er beschützte die Mittelmäßigkeit der Literatur und ließ sich von ihr bewachen." „Man mustere die liebenden Paare, die durch seine Dichtungen streichen, loses Gesindel, das in allen Reichsstädten dem Konsistorium zugefallen wäre. Die glückliche Liebe ist ein Verbrechen, die unglückliche ein verbrecherischer Wunsch: Sinnlichkeit, Eitelkeit, Heuchelei, von blumigen Redensarten ein Schleier darüber. Seine geliebten Frauen sind Maitressen, seine geliebten Männer Günstlinge und bezahlt. Die Liebeswirthschast in Wilhelm Meister hätte die Polizei keinen Tag geduldet, wären nicht Barone und Gräfinnen dabei im Spiele gewesen." — „Goethe war stolz und hochmüthig, aber alle seine großen Gaben berechtigten ihn zu keinem Stolze, denn die Gaben, die allein dazu berechtigen, fehlten ihm: Mnth und Seelengröße. Und ist man ein Dichter ohne Muth?" „Aber Goethe ist auch kein Dichter, die Binse war ihm nie vermählt, sie war seine Dirne, die sich ihm hingab für Geld und Putz, und Bastarde sind die Kinder seines Geistes." „Wenn Bettina ihre schöne Begeisterung für die Treue, den Heldemnuth der Tiroler und ihren Schmerz und Zorn bei Hofers Tod Goethen anvertraut, und von ihm Verständniß, Erwiderung ihrer Gefühle erwartet, muß man da nicht laut auflachen über das närrische Kind, das seiner Puppe seine Leiden vorweint?" Welche Anschuldigung von Börne, der in seiner Besprechung der Erhebung der Tiroler diese gelegentlich als Pfaffenknechte Börne und Consorten. 101 und Fürstenknechte schildert! Die Erinnerung an die Festgaben bei Preisschießen bezeichnet Börne als die Wurzel ihrer Vaterlandsliebe. Börne hätte mehr nach als Goethe die Bettina mit ihrer Begeisterung für Andreas Hofer und die Tiroler ausgelacht — nach seinem ganzen früher kundgegebenen llrtheil über die Tiroler Erhebung, weil aber Goethe in der Gleichberechtigung der Juden (doch sicher nicht vom religiösen Standpunkte) die zukünftige Herrschaft der Juden voraussah und die Fechter für die Juden Humanitätssalbader nannte, da muß ihm nun auch sogar sein Dichtergenie nicht nur iu Frage gestellt, sondern kurzweg abgesprochen werden. lieber „Faust" urtheilt Börne: „Goethe hat nur das Räumliche und das Zeitliche verstanden, das Unendliche und die Ewigkeit verstand er nicht, aber unsterblich ist nur. wer die Unsterblichkeit begreift. Lächerlicheres gibt es nicht auf der Welt, als Gott und Teufet, wie sie Goethe in seinem vielgepriesenen Faust dargestellt, Goethe hat Gott und Teufel nach seinem Ebenbilde geschaffen. Dort ist Gottes Weisheit, fünf gerade sein lassen, des Teufels Klugheit, es mit Gott nicht zu verderben, weil er doch ein vornehmer Herr ist." Hier hat Börne einmal über Goethes Faust-Gott und Faust- Teufel kurz, gut und drastisch geurtheilt. Auch das llrtheil über den Charakter Goethes ist hart und bitter. Börne hat mit seinem Spürsinn Anhaltspunkte in Goethes Leben aufgefunden: „Goethe hat nur immer der Selbstsucht, der Lieblosigkeit geschmeichelt: darum lieben ihn die Lieblosen. Er hat die gebildeten Leute gelehrt, ivie man gebildet sein könne, freisinnig und ohne Vorurtheile, und doch ein Selbstling: wie man alle Laster haben könne ohne ihre Roheit, alle Schwächen ohne ihre Lächerlichkeit, ivie man den Geist rein erhalte von dem Schmutz des Herzens, mit Anstand sündige und den Stoff jeder Nichtswürdigkeit durch eine schöne Kunstform veredle, lind weil er sie das gelehrt, verehren ihn die gebildeten Leute. Goethe hat sich mit wenigen Worten treffender und wahrer geschildert, als es irgend ein anderer vermöchte. Er sagt iu seinem Leben: „Es liegt nun einmal in meiner Natur, ich will lieber eine Ungerecht tigkeit begehen, als eine Unordnung ertragen." So war Goethe immer und überall, so hat er sich gezeigt in allen seinen Worten und Handlungen." 102 Börne und Consorten. 3S. Aörnc ülier ZudenLeschäftigung und Zudeiilielieljrmig. lieber Judenbeschäftigung und Judenbekehrung raisonirt Börne (VI. 235) am 1. October 1820: „Der Handel mit Staatspapieren ist hier vorzüglich in den Händen der Juden, und bei der südlichen Beweglichkeit dieses Volkes und der Öffentlichkeit ihrer Empfindungen (?) und Gedanken (?) kann jeder, der sich nur etwas auf die Chiromantie versteht, an den Fingern der von der Börse rückkehrenden Asiaten abzählen, ob eine feindliche Einmischung in die Sache Neapels erwartet werde oder nicht." lieber die Londoner Gesellschaft zur Bekehrung der Juden macht sich Börne lustig: Die Frankfurter Frauen werden eingeladen, den englischen nachznthun, und für die Bekehrung der Juden zu wirken durch Gebete und Groichengcsellschaften. In London hätten mehrere Frauen wöchentlich eine eigene Stunde bestimmt, um ganz besonders zu beten „für die Nachkommen des glaubensvollen Abraham". Wer wöchentlich einen Groschen bezahlt, werde Mitglied der Gesellschaft und ausschußfällig. Das solle man hier nachahmen. „Aber unsere guten und verständigen Frauen werden sich nicht verwirren lassen, fühlend, daß es die wahre Heiligkeit nicht sein könne, die man so wohlfeil erkauft: begreifend, das; sie Besseres zu thun haben als zu beten, und wenn zu beten, daß sie zu beten haben für sich oder für Alle, und bedenkend endlich, daß ihnen keine andere Bekehrung zukomme, als die ihrer Männer von dem Hasse zur Liebe, vou dem Dunkel zum Lichte, von der Verwirrung zur Besonnenheit. Das Haus sei ihre Kirche, und Gatte und Kinder ihre Gemeinde. Es ist kein Sprung, wenn ich von der Mystik und Judenbekehrnng zur Komödie übergehe. Unsere Bühnenverwaltung (Frankfurt) wandelt stolz und ruhig ihre Straße fort u. s. w." Scholl (Diaconus in Langenburg) sagt iu seiner „Geschichte der neudeutschen Literatur", 2. Bd., S. 911, über Börne: „Daß er 1817 unter dem Namen Börne zur evangelischen Kirche übertrat, war bei ihm von geringer Bedeutung, weil es ihm dabei offenbar nur auf Befreiung der religiösen Ucberzeugung von jedem Zwange a nkam." Was hier Scholl eigentlich sagen will, das ist etwas unklar, man kann aber annehmen, daß er sich doch etwas dachte, als er obigen Satz niederschrieb. Daß die Taufe bei Börne „von geringer Bedeutung war", das ist das Bedeutendste in Börne und Consortcn. 103 der ganzen Nachricht. — Wenn nun Börne oben sagt: „Es ist kein Sprung, wenn ich von der Mystik und Judenbekehrung zur Komödie übergehe", so erklärt er offen, für was er seine Bekehrung selber gehalten hat. Er sucht in den Statuten der Judenbekehrungsgesellschaft nach einem Witz, den findet er im wöchentlichen Beitrag eines Groschens, und der Witz lautet: „Es könne die wahre Heiligkeit nicht sein, die man so wohlfeil erkauft." Das ist nun auch ein sehr wohlfeiler Witz, der aber auch — keinen Groschen Werth ist; die Frauen sollen auch nicht für die Bekehrung der Juden beten, sie sollen nur für ihre Männer beten, daß diese Männer sich vom Haß zur Liebe bekehren, und sie sollen in keine Kirche gehen, ihr Haus soll ihre Kirche und ihre Kinder sollen ihre Gemeinde sein. Börne hat aber kein Recht, sämmtliche Judenbekehrungen nach seiner Bekehrung zu messen und zu beurtheilen: indem er über seine Bekehrung einen Witz macht, begeht er eine unverzeihliche Frivolität. Das ist geradewegs eine Charakterlosigkeit, die sich selber richtet. 4ll. Wie Wörne sämmtliche getauften Juden nach dem Maßstäbe eigener Niedertracht messen möchte. Er hält alle jene Juden, die sich zum Christenthum bekehren, für Komödianten, weil er eine Komödie gespielt hat; er beschuldigt alle Konvertiten der eigenen von ihm verübten Niedertracht, um alle bei Christen und Juden eben so verächtlich zu machen, wie er sich selber gemacht hat. Wir wiederholen, daß wir jenen Juden, die sich aufrichtigen Sinnes zum Christenthum bekehrt und diese Bekehrung in Lehre und Leben bezeugt haben, eine besondere Achtung und Verehrung zollen, weil sie den edlen Muth haben, den Haß und Spott ihrer Stammesgenossen nicht zu fürchten und ihnen bisweilen (in Anbetracht der Bekehrten a In Börne) auch von christlicher Seite kein rechtes Vertrauen entgegenkommt und sie sich dieses durch ihr vollkommenes Abgehen von talmudischen Traditionen und Eingehen in den Segen der Erlösung erst gewinnen müssen. Es kann nicht oft genug ausgesprochen werden, daß Christen, welche Konvertiten aus dem Judenthum in ls)4 Börne und Consorten, Bausch und Bogen von vornherein verurtheilen, sich nicht nur einer Gemeinheit, sondern auch geradewegs einer Sünde schuldig machen. Die apostolischen Männer des Evangeliums, die dem Stamme Israel entsprossen waren, haben immer edle Schüler und Nachahmer gefunden, und es ist zu hoffen, daß einst nach vielen Wirren in der Geschichte die Juden in Massen den wahren Messias und Christus den Herrn erkennen und bekennen werden. VI. S. 423 schüttet Börne über Jene seine Galle aus, welche (ob nun Protestanten oder Katholiken) nach manchen Irrungen zum Bekenntnis) des positiven Christenthums zurückkehrten. Er sagt: „Menzel ist der erste nicht, der aus einem Freunde der Freiheit ihr Feind geworden, nicht weil er seine Gesinnung gewechselt, sondern weil er die Macht nicht hatte, der Freiheit nützlich zu sein, oder den Muth verloren, sich öffentlich ihren Freund zu nennen. Es gab schon viele solcher Menschen, die aus der Roth eine Tugend gemacht, die es aber nicht dabei bewenden ließen, was noch verzeihlich geblieben wäre, sondern die jene erzwungene Tugend sich selbst als freie Tugendhaftigkeit, die Nvth derer aber, die ihre Roth treu fortgefühlt, diesen andern als Halsstarrigkeit, Blödsinn oder Ruchlosigkeit angerechnet. Was war es denn sonst, was in früherer Zeit Görres, Schlegel, Steffens, Zacharias Werner und noch so manchen andern edlen Deutschen aus dem Reiche des Sonnenlichts und der Wahrheit in Nacht und Wahn gestürzt, was sie ans Adlern zu Eulen, aus Denkern zu Myuikern gemacht? Die Verzweiflung war es an sich, dem Vaterlande und der Welt. Ohnmächtig, sich die Freiheit des Lebens zu gewinnen, flüchteten sie in der Freiheit des Todes u. s. w." Hier zeigt sich so recht der sogenannte Charakter Börnes, der, wie er selbst sagt, aus der Noth eine Tugend gemacht, sich taufen ließ, im Herzen aber ein halsstarriger, verbitterter Gegner des Christenthums, ein echter Talmudjude blieb uud diesen Akt der Perfidie und Verlogenheit verzeihlich findet, während er Männer wie Görres, Schlegel, Steffens, Werner, die sich offen zum Christenthum bekannten, als Flüchtige in Nacht und Wahn, als Eulen bezeichnet. Das ist so recht der jüdische Eskamoteur, der das Brandmal der Perfidie von seinem Nacken Hinwegdisputiren und mit seiner Sophistik edlen Männern, die mit Geist und Herz der christlichen Wahrheit gedient haben, dieses Brandmal Börne und Consorten, 105 aufdrücken will! Wenn dieser Jude seiner Taufe gedenkt, fängt er vor Galle zu zappeln an und sucht sich vor den Juden Zu entschuldigen und vor ihnen durch Schmähung von bekenntnißtreuen Christen sich wieder schön zu färben. 41. Winne klagt üöer die Zudeiikeschränkung in Frankfurt. Judenverfolgungen nnd iljre Ursachen. Iuöel Winnes nlicr die Wcschinipfung der Kapuziner ans dem Hljealcr. Börne lamentirt über die Beschränkungen der Juden in der Stadt Frankfurt (VII, S. 64) in einem Artikel: „Die Juden in Frankfurt." Diese Beschränkungen sind allerdings arg gewesen; selbe sind durchwegs aufgehoben worden, und jetzt könnten die Christen sich iwch viel eher über die fürchterlichen Beschränkungen aufhalten, die ihnen jüdische Handels weise und der furchtbare Druck des jüdischen Kapitals auferlegt. Früher seufzten die Juden um Emanci- pation, sie ist ihnen geworden; jetzt seufzen die Christen um Emancipation, und was jetzt geschehen wird, das hält die Zukunft noch (aber wahrscheinlich nicht gar lange) in ihrer kalten Hand verschlossen. In den Fragmenten, 301, lamentirt Börne: „Aus Neuchatel will man die Juden vertreiben. Sonderbar! Dort werden jährlich 130 000 Stück Uhren verfertigt, und doch wissen die Herren des Landes nicht, welche Zeit es ist." Börne fragt nie, warum man die Juden vertreiben will, und wünscht, daß der Leser immer voraussetze: aus Fanatismus, Geistesfinsterniß, Religionshaß, mittelalterlicher Dummheit; und in dieser schönen Gepflogenheit folgen ihm die Tausende von jüdischen Zeitungsschreibern getreulich nach. Immer ist der Fanatismus, der Religionshaß und die Dummheit der Christen schuld. Im Mai 1881 machte die Deutsche Petersburger Zeitung über die in Rußland immer drohender und verbreiteter auftretenden Judenverfolgungen die Bemerkung: „Der „Golos" hat nicht Unrecht, wenn er auf das Bestreben der Juden hinweist, den Christen mit möglichst weniger Arbeit das Geld aus der Tasche zu ziehen. Eine solche unsolide, wucherische 106 Börne und Consorten. Thätigkeit muß naturgemäß Haß und Erbitterung erzeugen. Wenn der Russe gegen die Juden Haß zeigt und sich sogar grobe Excesse zu Schulden kommen läßt, so läßt sich s priori annehmen, daß nicht religiöse, sondern wirthschaftliche Motive hinter der ganzen Bewegung stecken." Merkwürdig! Während sich Börne Nr. 301 über die in- tentirte Vertreibung der Juden beklagt, deutet er an, daß dem Volke in Freiburg unheimlich vor dem Bösen (der Jesuiten- ansiedlung) werde und es sich bewege. Das Volk, welches gegen die Jesuiten loszugehen Miene macht, wird ein schuldloses, kindliches Volk von ihm genannt; wenn aber das Volk gegen die Juden losgeht, dann ist es dumm, fanatisirt, roh, abergläubisch ! Die Juden bezeugen immer eine exorbitante Freude, wenn es irgendwo gegen den Clerus losgeht, und helfen getreulich mit. zu Hetzen, sie denken nicht an das Heute mir, morgen dir! Als es in einem Pariser Theater über die armen Kapuziner losging, da fühlte sich Börne jüdisch-kannibalisch wohl. Im 16. Pariser Brief (19. Oktober 1830) erzählt er: »Die uuheilige Dreieinigkeit voll zu machen, erschien nach der Volkssouveräuität und Buou aparte der leibhaftige Teufel selbst auf der Bühne unter Voltaires Gestalt. Das Vaudeville heißt: Voltsire die? los Oapaeias. Das Stück spielt in einem Kapuzinerkloster, worin Voltaire als uugekannter Gast eingekehrt war. Es sind heuchlerische Pfaffen, die dort ihr Wesen treiben. Voltaire entdeckt ihre Schelmereien, ihre geheimen Liebschaften, ihre Ränke und Missethaten, er schürt das Feuer und schwelgt ganz selig in Schadenfreude und Bosheit. Es war eine Lust, wie gut ihn der Schauspieler dargestellt — aber gottlos, sehr g ottlos." ^ Sonderbar! Wir haben uns früher überzeugt, in welchem Zorn Börne über den Schauspieler Wurm aufloderte, als dieser den Judenjüngling Jacob in „Unser Verkehr" so recht „oou amora" spielte. Da fand es Börne ganz in der Ordnung, daß die gesammte Judenschaft über diesen Wurm erbittert wurde und denselbigen in den Judenbann erklärte. Einen Juden auf der Bühne lächerlich machen, das darf nicht sein, sagt Börne; Fürsten, Minister oder selbstverständlich den katholischen Cultus lächerlich zu machen, das ist ganz in der Ordnung. Das charakerisirt den kleinen, gallsüchtigen, verbissenen, immer haßfertigen Börne; Freiheit für die Börne und Consorten. Uli Deutschen verlangt er, sie, die Deutschen, sollen ihre Freiheit erringen, und hinterdrein kommen die Börnegenossen und demächtigen sich der Presse, des Kapitals, der Herrschaft und lassen den Goyim das Schweigen, die Armuth und die Knechtschaft! — Das ist das Finale der deutschen Erhebung und der Glanzpunkt der deutschen Aufklärung. Er gaukelt beständig mit zweierlei Maß, Für uns nur die Liebe, für euch nur den Haß. Die Goyim sind Thiere, wie der Talmud es lehrt, Und Thiere sind doch unsrer Liebe nicht Werth. Kapuziner verspotten - da zappelt das Herz, Doch Juden verlachen ist bitterer Schmerz; Die Junker, die Pfaffen verhöhnt auf den Brettern, Doch geht's über die Juden, da gibt es ein Zettern, Und ein großes Verbrechen jeder Goy begeht, Der uns beleidigt, — wir sind Majestät! 42. Wie Mine zu Ml'fe nimmt einen Wiener, zu schimpfen üöer Hoctlje und zu liefern den Weweis, tmst man in Wien gerade so denkt und schreiöt nker Hoetljc, was öcwiescn ist in dem Schreiliciirief, was gcschrieöen ljat dieser Wiener an den grasten Warne, um mit dem Warne zu sagen, dast Hoetlje ist gewesen gar kein Henie. Säst du geseljn? Im 14. Pariser Brief läßt sich Börne (angeblich) von einem Wiener Gelehrten loben, indem er aus dessen Brief Folgendes copirt: „Darum ist eben so schön und tief der Satz, den Sie im 7. Bande Ihrer Schriften aussprachen, und gegen den nicht nur die Theologen, sondern alle, die selbstsüchtig und Freunde der Freiheit find, aufstehen — der Satz: die Menschheit ist um der Menschheit willen da." Wenn man Börne auf die Finger schaut und beobachtet, auf welches Ziel seine Freiheitsdeklamationen immer hinsteuern, und welchen Ausgang sie anstreben, so könnte man besser sagen: Die Menschheit ist um der Juden willen da. lind dieser Wiener Pvliciuell, welcher den eklatantesten Judenstyl schreibt: „Darum ist eben so schön und 108 Börne und Consortcn, tief der Satz"! — Es wird bei „schön" und „tief" und „Satz" gewackelt mit dem Kopf und gegeben dazu der Takt mit beiden Händen zugleich, daß man sogleich kann hören und sehen, wer ist der Wiener, der geschmust über Goethe so schön und tief, wie der große Börne, der hoch erhaben ist über Goethe und Schiller und alle Goyim an Genie, Charakter und Heldenthum für Freiheit, Licht, Talmud, ScRnIvKan aruoh, Kabbala und „unsere Leut'". Nachdem Börne über Goethe alle Galle ausgegossen, läßt er sich auch noch von seinem Phantasie-Wiener den Goethe herabschimpfen, um sagen zu können- Da seht ihr, auch aus Wien schimpft ein „Gelehrter" über Goethe noch mehr, als ich je geschimpft habe: was kann ich dafür? ein Wiener hat geschimpft, ich führe nur seine Worte an, — das muß mir doch erlaubt sein. Und der kleine Börne steckt sich hinter die Bretterwand, auf die er den Wiener hinaufgemalt, und dieser Wiener schmust über Goethe merkwürdig ganz im jüdischen Börnestyl: „Was mich aber wundert, ist dies, daß sie den wilden Goethe öfters anführen. Dieser Mensch ist ein Muster von Schlechtigkeit, Man kann in der Weltgeschichte lange suchen, bis man seines Gleichen findet, Thöricht ist es, daß man immer sagt: Schiller und Goethe, wie Voltaire und Rousseau, Uni so viel Rousseau mehr ist als Schiller, um so viel ist Goethe schlechter als Voltaire, Goethe war immer nur ein Despotendiener: seine Satyre trifft weislich nur die Kleinen, den Großen macht er den Hof, Dieser Goethe ick ein Krebsschaden am deutschen Körper, und das ärgste ist noch, daß Alles die Krankheit für die üppigste Gesundheit hält, und den Mephistopheles auf den Altar setzt und Dichterfürsten nennt. Ja Fürsten- d, h. Despotendichter sollte er eigentlich heißen," Goethe, „dieser Mensch, ist ein Muster von Schlechtigkeit". — Der Börne läßt es sagen seinen Wiener; man muß sie beschummeln, die dummen Goyim, wie man kann. Wenn diese Thiere mir wollen vorwerfen, daß ich Hab' geschimpft so stark über Goethe, so kann ich sagen: Was kann ich derfür, wenn ein graußer Lamden aus Wien hat geschimpft über Goethe? Schlau muß man sein und dupiren muß man sie, diese dummen Deutschen und diese blöden Goyim. Was Hab' ich ihnen schon alles gesagt, diesen deutschen Tölpeln, und doch lesen sie mich und bewundern mein Genie! Börne und Cvnsorten. 10!) Und nun lobt Börne selbstverständlich die Worte, die er sich angeblich von seinem Wiener Gelehrten im Schreibebrief berichten ließ, und schreibt ganz gnädig eigenfederig noch dazu: „Wie wahr, wie wahr das Alles, und wie heilsam wäre es, solche Gesinnung — nicht zu verbreiten, sie ist verbreitet genug—, sondern den Muth zu verbreiten, sie auszusprechein Goethe ist der König seines Volkes, ihn gestürzt, und ivie leicht dann mit dem Volke fertig werden! Dieser Mann eines Jahrhunderls hat eine ungeheure hindernde Kraft: er ist ein grauer Staar im deutschen Auge, wenig, nichts, ein bischeu Horn, aber beseitigt das, und eine ganze Welt wird offenbar. Seit ich fühle, habe ich Goethe gehaßt, seit ich denke, weiß ich warum. Wir haben oft davon gesprochen, und Sie begreifen meine Freude, in einer Geisteswüste wie Oesterreich cmem menschlichen Wesen begegnet zu sein, das fühlt und denkt wie ich," Merkwürdig — wie sich dieser Wiener Gelehrte in den Styl Börnes hineingearbeitet hat! Warum dieser Mann gerade ein „Gelehrter" sein soll, das will uns nicht recht verständlich werden, denn der Gelehrte gibt hier nur Proben, daß er über Goethe accurat so schimpfen kann, wie Börne. Zu welchen Lügen, Entstellungen, Verdrehungen ist ein Mensch fähig, der sich als Jude taufen läßt und die Judentaufen ins- gesammt mit der Komödie im bittersten Hohne, aber auch zugleich mit einer seinen eigenen Charakter brandmarkenden Unverschämtheit in Verbindung bringt; das Judentaufen nennt er aus der Roth eine Tugend machen! — Da ist ja doch Goethe, abgesehen von seinem Genie als Dichter, gegenüber dem schmähsüchtigen Börne ein wahrer Gentleman, jeder Zoll, trotz seiner Jrrthümer und sonstigen Gebrechen, gegenüber Börne, der bei seinem absoluten Haß gegen das Christenthum an Goethe, der doch ein Heide war, hätte eine Freude haben sollen. Aber Börne war so voll Neid über den Ruhm des Dichters und so von seiner eigenen Ohnmacht (die eigentlich nichts Positives leisten, sondern nur zersetzen, zerschimpfen und zerkritisiren konnte) überzeugt, daß er seinen Ruhm nun darin suchte, um das Steinmonument des Dichters herumzutanzen und Sockel und die Basreliefs der Wände zu „begeifern" (Börneausdruck) und zu beschmutzen. Da nimmt er sich dann noch einen selbstgeschnitzten Wiener Policinell zu Hülfe, dessen Holzkopf und Tuchlappen er mit Börne und Consorten, seiner Hand dirigirt, den er ebenfalls um das Monument herumzerrt, und der ihm helfen muß. das Gespötzel gegen Goethe noch giftiger zu machen, und auf welchen Policinell er sich dann berufen kann, der schlaue Jüd: Seht, seht, da ist ein Wiener Gelehrter, der gerade so spuckt, wie ich, der Baruch, spucke. Jetzt sind schon unserer zwei Gelehrte fLamden), einer größer als der andere. „Welche Freude, in der Geistcswüste Oesterreichs einein menschlichen Wesen begegnet zu sein, das fühlt und denkt wie ich!" sagt der Börne, er hätte aber besser gesagt: das flucht und spuckt wie ich. 43. Wie Werne ans seiner sicheren Kyänenljöljke in Waris gegen die Könige eine Hetzjagd arrangirt und zweifelt, ob er im Kriegsfälle „unter die Kavallerie oder Infanterie gehen falle". Höchste Irnctificirung der Gouragc-Ilenommage! Wie Wörne Kaiser und Könige als jüdische Hauner llehandelt, die man nicht allein im Zimmer lasten darf. VIII. S. 199 hetzt der Jude wieder gegen die Könige aus seinem sicheren Versteck in Paris: „Die Belgier haben ihren König nicht länger behalten wollen, sie haben ihn fortgejagt und seine Leute geprügelt — ist das nicht schön und ein gutes Beispiel, nachzuahmen?" Welche Lust für Börne und Comp., wenn ein König davongejagt wird! Nun hat es aber den Anschein, als ob der Rummel auch einmal über die Geldkönige losgehen sollte. Wenn nun einmal diese davongejagt und ihre Börsengallopins durchgeprügelt werden, ob die Börnejünger auch dann sagen: Ist das nicht schön und ein gutes Beispiel nachzuahmen? O nein, dann wird es heißen: Welch ein fluchwürdiges Attentat! Die Bildung des 19. Jahrhunderts, alle unsere Errungenschaften laufen Gefahr, von einer schwarzen, mittelalterlichen Strömung hinweggeschwemmt zu werden. Hülfe! Polizei! Militär! Kriegsminister! Feldmarschall! Hülfe, Hülfe, Hülfe! Wenn sich die Goyim nicht gutwillig und ohne zu mucksen ihr Geld aus den Säcken herausziehen, ihren Handel vernichten, Börne und Consorten. III ihre Gewerbe durch alle Künste des Wuchers und der Ueber- vortheilung ruiniren lassen, dann ist nur immer der Neid dieser verfluchten Goyim an solcher Auflehnung gegen die Judenmacht und das Judengenie Schuld. Börne, VIII. S. 109: „Haben Sie in den gestrigen französischen Zeitungen die Rede gelesen, welche August Perrier (ein Semit) für die Inden gehalten? Darin bekommen auch die Frankfurter Kaufleute einen tüchtigen Hieb, indem gesagt wird, wie sie ans Handelsneid mit den freien Städten die Juden verfolgen." Sehr komisch wirkt die kriegerische Stimmung, zu welcher sich Börne in einem unbesonnenen Augenblicke hinreißen läßt; indeß ist anzunehmen, daß über sein eigenes Antlitz ein Lächeln zuckte, als er folgende höchst couragirte Worte niederzuschreiben wagte (VIII. S. 113): „Ich weiß wahrhaftig noch nicht, was ich thuc, wenn es Krieg gibt, ob ich unter die Kavallerie oder die Infanterie gehe, oder unter dem Federvolk diene, denn thnn muß ich etwas!" Es war sehr vorsichtig von Börne, daß er sich auch deu Kampf mit der Feder (60 Meilen vom Kriegsschauplatze fern) als Auswahl der Kampfmethobe ausbedungen. Mit der Feder kämpfen und Tinte vergießen, das ist der echte Mauschelmuth; mit dem Schwert und Blutvergießen — das ist eine Arbeit für die blöden Goyim! S. 169 schreibt Börne in gleichem Sinne: „Die alte Genlis ist gestorben. Sie starb den schönen Tod auf dem Schlachtfelde — die Feder iu den Händen" Zu derlei Schlachten braucht man nichts von dieser verfluchten — Courage! VIII. S. 114 schreibt Börne über eine in Paris stattgefundene Vorlesung einer Uebersetzung Macbeths, wobei zweiunddreißig Schriftsteller versammelt waren: „Ich habe mit vielen gesprochen, mit Victor Hugo und anderen. . . . Sie sprachen immer von Goethe und Schiller, von Schiller und Goethe ohne Ende. Sie meinten wohl, ich hätte Vergnügen daran. Einer fragte mich nach Klvp- stock, Kleist, Ramler, die ich alle nicht kenne." Diese dummen Franzosen! In Gegenwart des einzigen großen Börne von Goethe, Schiller und Klopstock zu sprechen, 112 Börne und Consorten, und noch gar so dumm sein, zu meinen, der große Börne könnte eine große Freuve darüber haben. Pfui! über den „langschnabligen Schiller", und pfui! über den „breit- schnauzigen Goethe!" lauten des großen Börne wörtliche Worte. Als es in Paris (Ende Dezember 1830) Mode war, über Kaiser und Könige zu schimpfen, da stand Börne voran; es kostete nichts, stand gut, war nichts zu riskiren, und die „blöden Deutschen" staunten über so viele gefahrlose Courage. VIII. S. 161 vom 28. Dezember 183() schreibt Börne: „Nun Glück zuni neuen Jahr! und möge es uns und unfern Freunden im neuen Jahre besser gehen als Kaisern und Königen. Das sind bescheidene Wünsche, die wohl der Himmel erhören wird. Ich werde dem Conrad sagen: wenn ein Kaiser kommt, sehen sie ihm auf dieHände, und lassen sie ihn nicht allein im Zimmer. Im nächsten Jahre wird das Dutzend Eier theurer sein, als ein Dutzend Fürsten." Mag ein Republikaner den Füstenhaß Börnes immerhin ganz plausibel finden, so muß es doch anderseits als eine schmutzige Gemeinheit bezeichnet werden, einen depossedirten Kaiser mit einem jüdischen Gauner (vor dem man keine Prästasen im Zimmer liegenlassen darf) auf eine Linie des Mißtrauens und der Verachtung zu stellen. 11. Kachgier, Koljn, Schadenfreude Körnes, wenn es iilicr die Fürsten kosgcljt. „Die deutschen Hoifim sollen schreien, Aärm machen", ljetzl "Körne aus seiner Kchildkrötenschale in Garis. Der echt jüdische Hohn über den vertriebenen König bricht in den Pariser Briefen bei jeder Gelegenheit durch; so VIII. S. 128: „Gleich interessant waren auch die Versteigerungen der Sachen des Königs: der Krönungswagen unter andern: 7000 Flaschen Wein des königlichen Privatkellers, Weine enthaltend, welche seit 30 Jahren von allen Fürsten der Welt an Ludwig XVI., Napoleon, Ludwig XVIII., Charles X. geschenkt wurden. Die Geschichte dieser Weine soll merkwürdig gewesen sein. Alle wiche humoristische Stoffe für eine geschickte Feder werden aber von den hiesigen Blättern selten und ungeschickt benutzt. Es fehlt diesen Herren an deutscher Philosophie und Tiefe der Empfindung." Börne und Consortm. 113 Das heißt auf deutsch: Der Franzose hat bei all seiner republikanischen Begeisterung doch noch so viel Sinn für Ehrenhaftigkeit (söntiinsnt ä''llonnöuri, der ihn abhält, einem vertriebenen Fürsten in feiger Niedertracht seinen Hohn und Spott nachzusenden. Daher ist Börnes SpruchEs fehlt diesen Herren an deutscher Philosophie und Tiefe der Empfindung" dahin zu berichtigen: Es fehlt diesen Herren die nichtdeutsche Gemeinheit und die Niederträchtigkeit der Gesinnung! Am 14. Dezember 1830 schreibt Börne in einem Pariser Briefe: „Und unsere armen Teufel von Deutschen! Sie sind die Lampenputzer im Welttheater, sie sind weder Schauspieler noch Zuschauer, sie putzen die Lichter und stinken sehr nach Oel. Wie können Sie mir jetzt mit den Juden kommen nnd verlangen, daß ich für sie schreibe? Sie sollen Lärm machen, sie sollen schreien. Mit guten Worten richtet man nichts aus, aber mit Drohungen viel. Die Regierungen sind jetzt so schreckhast, daß man alles von ihnen verlangen kann, wenn man nur nicht selber zaghaft ist." Sehr treffend ist das Mittel, das Börne den Juden angibt, das sie aber auch ohne Börnes Rath von jeher standhaft befolgt haben: Sie sollen Lärm machen, sie sollen schreien. lieber den Werth und den Erfolg seiner eigenen Thätigkeit urtheilt Börne sicher nicht zu gering und zu bescheiden. Er sagt im selben Briefe: „Ich weiß gar nicht, wohin ich mich wenden soll, gewiß gibt es keinen Minister in Europa, der so beschäftigt ist wie ich, und gar kein Weg, etwas zu thun." — — „Daß ich mich freue über den Sieg der guten Sache, mich freue, daß der Mensch seinen Proceß gewonnen gegen die Hölle, das wissen Sie. Aber das ist es nicht allein, es ist auch die Schadenfreude, zu sehen, wie das armselige Dutzend Menschen in Europa, das klüger zu sein glaubt als die ganze Welt — mächtiger als Gott, gefährlicher als der Teufel — wie es zu Schanden wird, und von uns, die sie wie Hunde behandelt, in die Waden gebissen und aus Haus und Hof gejagt werden.* Das elende Volk!" * Fünfzig Jahre darnach sind in Deutschland, Oesterreich-Ungarn Hunderttausende von armen Bauern durch aus dem Ghetto befreite Juden von Haus und Hof vertrieben worden, und das geht immer noch fort, — bis wann? das wird die Zukunft lehren. Brnnner, Zwei Buschmänner. s 114 Börne und Consorten, Diese einbekcinnte Schadenfreude, diese Rachgier, dieses zuerst wüthende Beißen in die Waden, diese Hundebilder, das Alles bedarf keines Commentars, Es ist charakteristisch! 45, Wie sich Börne immer im Kreisel der Zudenfrage herumdreht und die choyim nur aufhetzt, den Juden die Kastanien aus dem Jeuer zu haken. Am 1. Januar 1831 (VIII. S. 165) beschäftigt sich Börne weiter mit den Juden: „Beim Consul in Genf wurde von einem Deputirten der Antrag gemacht, den Juden die bürgerliche Freiheit zurückzugeben, die sie bis zum Jahre 1816, wo die französische Herrschaft aufhörte, genossen haben. Der Antrag wurde von vielen unterstützt. Die Zeit wird auch bald für Deutschland kommen, wo die bürgerlichen Verfassungen Verbesserungen erfahren werden, und das nicht bloß durch Revolution, sondern auch auf friedlichem Wege, weil die Regierungen nicht mehr länger werden ausweichen können. Dann wird auch wieder von Juden die Rede sein, und unsere Juden thuen so vieles, um sich bei den Freunden der Freiheit unbeliebt zu machen. Ich begreife das nicht recht. Diese Menschen sind doch sonst so klug auf ihren Vortheil und wissen den Mantel nach dem Winde zu hängen. Was wollen sie denn jetzt noch von den Fürsten und den Ministern haben? Es ist nichts mehr an ihnen zu verdienen. Sie sollten sich jetzt dem Volke zuwenden, ihren Geldkasten verschließen und den großen Herren den Rücken zukehren." Wozu Börne seinen Stammesgenossen diese weisen Lehren gibt? Wozu er noch betont, sie sollen ihre Geldkasten verschließen? Das ist gerade, als ob sie einen ungeheuerlichen Großmuthsdrang in sich verspürten, ihre Geldkasten für das allgemeine Volkswohl aufzumachen. Und wozu er sie ermahnt, den abgethanen großen Herren den Rücken zu kehren? Man sollte dem Börne so wenig Selbstkenntniß (d. h. Stammes- kenntniß) gar nicht zutrauen. lieber König Ludwig von Bayern bringt Börne Folgendes (4. Januar 1831): „Saphir ist hier und sein Anfang ist nicht schlecht. Schon haben einige Blätter von ihm gesprochen als von einem, den der Zorn seines Königs verfolgte. Im Figaro stand ungefähr Folgendes: Der König von Bayern, selbst Poet, habe aus Poetischer Börne und Consorten. 115 Eisersucht den Saphir Perjagt. . , , Ter Vorwand seiner Verbannung sei gewesen, weil er gegen das Theater geschrieben, der eigentliche Grund aber, weil Saphir dem König ein hübsches Mädchen abwendig gemacht. Sie hätten sich entzweit pour uns büv -rroigs (das bekannte Kaffeehausgetränk), der König von Bayern wird genannt „su msjssts bruwl". Als ich das las, habe ich treuer deutscher llnterthan aller Fürsten ohne Unterschied mich gekreuzigt!" Die Abwendigmachung eines Mädchens durch Saphir wird Jeden zum Lachen bringen, der je Saphir gesehen. Saphir hat über sein auffallend verzwicktes Gesicht wiederholt selber Witze gemacht. Börne hätte bei seinem Hohn über die deutschen Fürsten deutsch sagen müssen, er habe sich bekreuzigt, nicht gekreuzigt. Daß ihn übrigens Alles, was mit dem Kreuz in Verbindung stand, etwas verwirrt machte, muß man ihm, dem Nothgetauften, nachsehen. Interessant ist, daß Börne einmal selbst (ausnahmsweise eben, nicht einnahmsweise) über die reichen jüdischen Bankiers seine Galle ausgießt (Paris, 25. Januar 1831): „Hat man in Frankfurt auch die jüdisckwpolnische Zeitung, deren erste Nummer hier angekommen ist? Sie wird von Rabbinern geschrieben und es werden darin alle jüdischen Glaubensgenossen aufgefordert, mit Geld beizustehen. Unsere deutschen adeligen Juden, die auf du und du mit allen Ministern und fürstlichen Maitressen sind, und darum auf Ehre halten, werden lachen über die Zumuthnng jener polnischen Canaillen, und sich um die stinkenden Polen und ihre stinkende Freiheit wenig bekümmern." VIII. S. 251 versucht es Börne, einen Judengegner mit einem sehr billigen Witz lahm zu legen. Er berichtet (Paris, 2. Februar 1831): „Gestern kam in der Pnirskammcr das Gesetz über die Besoldung der jüdischen Geistlichen vor. Es wurde zwar angenommen, fand aber dach viele Gegner. Der Admiral Verrhuell hielt eine Rede gegen die Juden. Das Volk Gottes hat doch Feinde zu Wasser und zu Lande. Der Admiral sagte: ich habe die Juden in allen 4 Theilen der Welt kennen gelernt, sie taugen überall nichts, überall denken sie nur an's Geldverdienen. Schändliche Verleumdung! Gerade das Gegerstheil. Die meisten Juden streben nach nichts als Geld zu verlieren, und darum kaufen sie österreichische Staatspapiere!" — 116 Börne und Consorten, Das ist einer der schlechtesten Witze, die Börne je gemacht, wie es im Gegentheil einer der besten Witze der jüdischen Bankiers war, zu jener Zeit österreichische Staatspapiere zu kaufen und Millionen daran zu gewinnen. 1b, Körne stellt wieder das Keidentijiim üöer das Aljristcntljum und sagt: „Wir jammervollen Kljristen", anstatt zn sagen: „Ich jammervoller Jude". Am 14, Februar 1831 besucht Börne, nachdem er gehört, es werden sich die Italiener gegen die österreichische Herrschaft erheben, die Antikengalerie in Paris und verhimmelt das Heidenthum : „Ich flehete dort die Götter an — aber die Götter rührten sich nicht. Da nabele ich mich den Grazien, hob meine Hände empor und sprach: Und sind alle Götter stumpf geworden, rührt sie das Schöne, bewegt sie das Mißgestaltete nicht mehr? ^ Ihr holden Grazien müsset Oesterreich hassen, denn unter allen Göttern hasset es am meisten euch! Schwebt nach Italien hinunter, lächelt der Freiheit, und zaubert die deutschen Brummbären über die Berge hinüber! Und wahrlich, sie lächelten niir. — Die glücklichen Griechen! Noch im Marmorsarge sind ihre Freuden schöner als unsere, die im Sonnenlichte athmen! Der Himmel war ihnen näher, die Erde war ihnen Heller, sie wußten den Staub zu vergolden! Statt wie wir jammervollen Christen Leidenschaften als empörte Sklaven zu züchtigen, gaben sie sie frei, fesselten sie durch Liebe und beherrschten sie sicherer, als wir die nnscrn in den schweren Ketten der Tugend, Dieser Bacchus, er ist Meister des Weins, nicht sein Sklave, wie ein betrunkener Christ, es ist Tugend, so zu trinken. Dieser Achill, er ist gar nicht blutdürstig, er ist edel, sanft, es scheint ihm ein Liebeswcrk, ieine Feinde zn tödten. Dieser Herkules, er ist kein plumper Ritter, ihm ist der Geist zu Fleisch geworden, und sein Arm schlägt mit Macht, weil ihm das Herz mächtig schlägt. So zu lieben wie diese Venus, es ist keine Sünde, wie die fromme Nonne glaubt. Dieser lächelnde Faun, er übt keine Gewalt, er gibt nur einen Vorwand und schützt die Unschuld, indem er sie bekämpft," Hier stellt sich Börne wieder mitten unter die Christen hinein, um sagen zu können: wir jammervollen Christen, und um das Heidenthum, dessen Humanismus die Brutalität und dessen Freiheit die Sklaverei gewesen, auf Kosten der christlichen Lehre von der Sünde und Tugend herabzumachen. Börne und Consortm. 117 Warum nimmt er da gleich alle Christen für sein Urtheil in Beschlag? Er hätte ja sagen können: Ich jammervoller Christ, oder eigentlich und wahr: Ich jammervoller Jude! 17. Lchte Judenfreude üöcr den zerstörenden Wliek. Wedanert, daß er nicht dabei war, als er den H'alast des Lrzbischofs zerstörte; freut sich, daß die Kreuze von den Kirchen ljeraligerissen wurden, und daß es gegen die katholischen Ifaffen recht losgeht u. s. w. Schäumende Jollwnth gegen die Hoyim von Seite dieser getauften Lugelsseele. Der zerstörende Pöbel ist Börnes Abgott, so lange es über die „Könige und die Pfaffen" losgeht, wenn aber der Pöbel gegen die Juden losgeht, da kehrt „der jammervolle Christ" den Mantel um, wie er dieses Manteldrehen früher selber seinen Juden anempfohlen. Wenn er bei einem Werke der Zerstörung sich nicht selber (selbstverständlich an einem gesicherten, ungefährlichen Posten) seine rachedürstige Seele erlaben konnte, so jammert er über das Unglück, beim Tumult abwesend gewesen zu sein. Paris, 16. Februar 1831: „Während ich gestern auf den Boulevards mich wie ein Kind an den Muinmereien ergötzte, zerstörte das Volk die Kirchen, warf von den Thürmen die liliengeschmückten Kreuze herab und verwüstete den Palast des Erzbischofs. Das hätte ich alles mir ansehen können, wäre ich kein solcher Unglücksvogel. Zu jeder andern Zeit bin ich in dem entlegensten Winkel von Paris zu finden, aber so bald etwas vorgeht, bin ich auf der Stube.Wer nur von einem Thurme herab dieic Kontraste mit einem Blicke hätte übersehen können! Die Seine hinab schwammen die Möbel und Bücher des Erzbischofs, das Wasser war weiß von Bettfedern. Auf der einen Seite des Stromes trug das Volk in Prozession das Bild des Erzbischofs und beräucherte es aus Spott mit Kirchengefäßen, und auf der andern jubelte der Zug des Losk gras vorüber, umringt von Amoretten, Göttern und Narren. Hier hielt die Nationalgarde mit großer Mühe die Wuth des Volkes im Zaum, dort machte sie ^ Dieser arme Ungtücksvogel! Es wurde ihm schon seiner Zeit immer nachgesagt, daß er stets das Unglück hatte, wenn ein Ausstand mit Gefahren irgendwo losgebrochen, in seiner Stube gewesen zu sein. 118 Börne und Consorten. nnt noch größerer Mühe seinem Jubel Platz. Solche kühne Sprünge haben Shakespeare, Swift, Jean Paul nie gewagt. Aber es war wieder ein strenges und gerechtes Volks- gericht. Mehrere meiner Bekannten, die glücklicher als ich, im Gedränge waren, haben mir erzählt von den Reden und Äeuße- rnngen des Volkes. Man muß erstaunen über diesen gesunden Menschenverstand. Und dieses sogenannte so gescholtene Volk verachtet man überall, man verachtet die Mehrzahl einer Nation, der weder der Reichthum das Herz verdorben, noch das Wissen den Kopf! Man klagt dessen wilde Leidenschaften an, weil es zu edelmüthig ist, gleich den Vornehmen seinen Haß in eine kleine Pille zu verschließen, die man dem sorglosen Feinde mit Lächeln beibringen kann! Man verspottet seine Dummheit, weil es nicht immer so klug ist, seinen eigenen Vortheil dem Rechte vorzuziehen. Ich finde wahre menschliche Bildung nur im Pöbel, und den wahren Pöbel nur in dem Gebildeten!" — Börne glorificirt nicht das Volk, sondern den Pöbel, weil der Pöbel seiner eigenen Rachsucht als Werkzeug gedient hat. Daß es auch unter den Gebildeten einen Pöbel gibt, das unterliegt gar keinem Zweifel; auch Leute, die sich in Börnes Schriften ihre Grundsätze und ihre Moral geholt haben, können noch immerhin zum Pöbel gehören. Wenn der Pöbel aber über die Auserwählten losgeht — was dann? Im selben Briefe glorificirt er den Louis Philipp und gibt seine Henkergelüste kund: „Die Kammer zeigt sich täglich erbärmlicher, und das besser gesinnte Ministerium muß nachgeben, denn es kann die Majorität nicht entbehren. Gott schütze den König! Europa ist verloren ans 1V Jahre, wenn er zu Grunde geht. Ich strenge mich an, meine Furcht zu unterdrücken. Und mit 10 Ellen Hanf wäre der Welt Friede, Glück, Ruhe zu gehen." Einige Zeilen früher berichtet Börne: „Vornehme Rohalisten sind arretirt, Herr von Vitrolles, von Berthier, der Erzbischof von Paris." Diesen vergönnt der kleine, blutdürstige Judenwütherich die zehn Ellen Hanf! Mit großer Freude erzählt der erbärmliche Christ (wie er sich selber nennt) Folgendes: „Bon allen Kirchenthüren wurden die Kreuze abgenommen, wegen ihrer unheiligen Allianz mit den Lilien. Das katholische Psaffenthnm hat in diesen Tagen eine große Niederlage erlitte», die Bourbons hatten nicht viel mehr zu verlieren." Börne und Consorten. 119 Am 11. März 1831 ist der neue Bürgerrevolutions- und Freiheitsköuig bei Börne schon vollends aus der Gnade gefallen. Er sagt: „Man will ein friedliches, ein unglaubliches Ministerium bilden. Wenn der Jude Rothschild König wäre und sein Ministerium aus Wechselmäklern bildete, es könnte nicht niederträchtiger regiert werden. Ich gebe dem Orleans keine 10 Sons für seine Krone. Pfui, was ist das für ein Treiben!" Es scheint somit auch das Haus Rothschild sich einmal durch irgend eine Mißachtung an dem gallsüchtigen Männchen versündigt zu haben, denn für ein Compliment kann diese reiche Familie oben gebrachten Ausspruch doch nicht hinnehmen. Wenn es über den Clerus losgeht, da hüpft dem Juden das Herz vor Freude; er kann den Seelenjubel nicht für sich behalten (IX. S. 69): „Die Frommen sehen den Himmel für einen Hof an und sehen mit Verachtung am alle diejenigen herab, die nicht hoffähig sind wie sie. Darum erguickt es mich, wenn in den neuen französischen volkssouveränen und censurfreien Theaterstücken die Geistlichkeit, die schwarze Gensdarmerie und geheime Polizei der Fürsten, so geneckt und gehudelt wird. Es ist eine Schadenfreude, daß man jauchzen möchte. Und was thut man ihnen denn? Sie werden nicht gemartert, nicht verbannt, nicht eingekerkert, nicht verflucht, durch keinen Höllenspnk geängstigt, man nimmt ihnen keine Zehenten ab, man macht sie nicht dumm, man lacht sie nur aus. Wahrlich, die Rache für 1000 Jahre erlittener Qual ist mild genug! Es ist aber auch eine Lebensfreudigkeit, eine frisch quellende Natur in den Schauspielern, so oft sie Geistliche vorstellen, daß man deutlich wahrnimmt, wie ihnen alles aus der Brust kommt, und wie sie gar nicht spielen, wie das Herz mit ihnen selber spielt. Die Tartüffenatur können sie auswendig wie das Einmaleins. Die Pfaffenheuchelei in ihren feinsten Zügen zeichnen sie mit geschlossenen Augen. Und doch muß ich zu ihrem Ruhme sagen, daß sie keine Bosheit in die Rolle bringen. Sie betragen sich als großmüthiae Sieger, entwaffnen den Feind, thun ihm aber weiter nichts zu Leide." — 48. Wie nur der Hserus au dem Llend der Juden Schuld ist. Werne stellt sich, als ob er die infamen rKug-, Wetrug- und Mcineid-Hcfehe gegenüber den ßiopim in den Flabbinifchen Kcsetzbüchern gar nicht kennte! Wonniges Hrinsen, wenn im Mealer der Klerus ljerabgcristcn wird. „Wahrlich, die Rache für 1000 Jahre erlittener Qual ist milde genug", sagt der rachsüchtige Jude, dem 120 Börne und Consorten, dieses Lächerlichmachen des Clerus auf der Bühne weitaus nicht genug ist. Jetzt spricht sich Börne auf einmal wieder als Jude aus, während er für gewöhnlich sich mit wir mitten unter die Christen stellt. „Wir jammervollen Christen" sagt er kurz zuvor, jetzt hätte er bei Beginn seines Racherufes sagen können: „Ich jammervoller Jude!" Börne fechtet nur immer gegen die angeblichen Judenquäler! Die Juden haben so friedlich unter den Christen gewuchert, so friedlich das Volk ausgesogen, so friedlich die Lehren ihres Talmuds gegenüber den Goyim gehandhabt, daß sie vom ganzen Volk immer hochgeliebt und -geachtet worden sind, und nur dieser böse Clerus hat diese armen, redlichen, arbeitsamen Juden beim Volke verdächtigt — und darum Rache diesem Clerus! Das ist aber die eigentliche Impertinenz dieser Judenlamentos, daß immer nur die Christen des ungerechtfertigten Hasses, des Religio ns Hasses beschuldigt werden, und von der Schuld der Juden auch nie ein Wörtchen gesprochen, auch nie ein Pünktchen zugestanden wird. Welcher Jubel im Herzen Börnes, als er auf der Bühne den Clerus verhöhnen sieht; selbst den obscuren Schauspielern, den Tagesfliegen der Pariser Volkstheater, theilt er, ein kleiner Judenkönig, die Lorbeerkränze des Ruhmes aus! — Der Schauspieler Wurm, der, wie wir schon bemerkt, den Judenjüngling Jacob in „Unser Verkehr" gespielt, der bekommt keinen Kranz, der wird der ganz gerechten Judenrache anheimgegeben, weil er es auf dem Theater gewagt, die Praktiken der Handelsjuden darzustellen. Das ist das „gleiche Recht für Alle!" Ein neues Jubelfest für Börne ist die Aufführung der Posse „Die Päpstin Johanna" („Im xapssss loauns"). Welche Freude für Börne! Drei Seiten lang beschreibt er den Skandal mit wonnigem Grinsen. Er betrachtet den Titel wie ein Hungriger nach dem langen Tag (der tausendjährigen Qual) einen fetten Gänsebraten und fängt an: „Der Titel allein macht schon satt." — „ Jahrhunderte glaubte die Welt, es wäre einmal eine Frau Papst gewesen, und das Geheimniß sei erst entdeckt worden, als der heilige Vater in die Wochen gekommen. Das ist die berühmte Päpstin Johanna. Nene Historiker haben die alte Geschichte für ein Märchen erklärt. Börne und Konsorten. 1^1 Aber was ändert das? Die Hauptsache bleibt immer wahr. Man hatte eine salche Vorstellung von der Verdorbenheit der Römischen Kirche, daß man das Mögliche für wirklich hielt. Diese Päpstin tritt in Vaudeville auf. Anfänglich ist sie erst Cardinal. Eine lange, prächtige Frauensperson in Weiberkleidern ist allein mit ihrem Kammermädchen, und lachen die beide und machen sich lnstig über die Cardinalität unter der Haube und unter der rothen Mütze, daß die Wände zittern. Die Cardinalin Jeanne erzählt ihre frühere Geschichte, Sie war mit einem Kreuzfahrer als dessen Ehefrau in den heiligen Krieg gezogen. Dort verlor sie im Gedränge ihren Mann und wurde als leichte Ware von einem Pascha von einem Kreuzritter dem andern zugeworfen. Sic kam als Mann verkleidet nach Rom, trat in den geistlichen Ordens und als sie es durch Pfäffische Geschmeidigkeit so weit gebracht, daß sie nichts mehr roth machen konnte, als der Purpur, bekani sie ihn. Die Cardinalin geht ins Seitenzimmer, sich als Mann umzukleiden. Unterdessen tritt ein alter Cardinal herein, tändelt mit dem Kammermädchen, und macht ihr Liebeserklärungen, Jeanne erscheint im rothen Ornate, Wechselseitige Heuchelei und christliche Bruderliebe** beider Cardinäle. Der männliche Cardinal geht fort und dem weiblichen wird ein Kreuzfahrer gemeldet, der aus dem gelobten Lande kommt,*** Ein gemeiner Reiter tritt herein, ein geharnischter Lümmel, sieht den Cardinal ins Gesicht und schreit: meine Frau, meine Frau Cardinal! Der Kerl möchte sich todt lachen. Die erschrockene Johanna bittet um Gottes- willcn, sie nicht zu verrathen. Er gelobt Verschwiegenheit für vieles Geld und vielen Wein, Er bekommt Beides und betrinkt sich. In diesem Zustande vergißt er sein Wort, und ruft in einem fort: meine Frau Cardinal! und lacht unbändig. In dieser Lage der Dinge kommen sämmtliche Cardinäle herein, um Johanna in das Conclave abzuholen, wo ein neuer Papst gewählt werden soll, Sie hören die wunderlichen Reden des Soldaten, werden argwöhnisch und dringen in ihn zu erklären, wer von ihnen eine Frau, und seine Ehehälfte wäre. Der Soldat bekommt einen verstohlenen Wink von Johanna, den er versieht. Er stürzt mit ausgebreiteten Armen auf den ältesten und garstigsten Cardinal los, fällt ihm um den Hals, küßt ihn und schreit: „Du bist meine Frau, * Börne denkt sich die Sache so: Es existirt irgend ein Orden, den man vorzugsweise und so im Allgemeinen den Orden nennt, Studien in Geschichte und überhaupt in positiven Wissenschaften hat man bekanntlich bei Börne nicht zu suchen, ** Welche Wonne, die christliche Bruderliebe verhöhnen zu können! Echter Judenhohn — das ist die Gemüthsstimmung, in der sich Börne am behaglichsten suhlt. *** „Wir jammervollen Christen" nennen im neuen Bunde Palästina „das heilige Land". Man sieht, Börne kann trotz seiner Roth taufe (er nennt das Taufen ans der Roth eine Tugend machen) das gelobte Land nicht vergessen. 1^2 Börne und Consorten. kennst dn mich nicht mehr, liebe Sophie?" Die andern Cardinäle stellen sich, als glaubten sie das, denn gerade derjenige von ihnen, den sich der Reiter zur Fran gewählt, hat die meiste Aussicht Papst zu werden, und sie möchten ihn beseitigen. Sie sperren den Verräther ein, und eilen in das Conclave, wo Johanna zum Papst gewählt wird. Der heilige Bater und die Cardinäle singen die schönsten und erbaulichsten Lieder, der Kreuzsoldat wird zum Hauptmann der päpstlichen Leibwache ernannt und die Geschichte ist aus. Nutzanwendung: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!" So Börne. Wir kennen ihn nach seinem Gerechtigkeitssinn, nach seinen Gemüthsstimmungen. Gesetzt den Fall, es wären auf dem Theater einige Rabbiner in einer so entsetzlich brutalen, blöden und rohen Manier behandelt worden, da hätte Börne über Fanatismus, Finsternis, Judenhaß fürchterlich geschimpft und dann den Katheder eines Moralprofessors bestiegen, und das 19. Jahrhundert bedauert, in welchem eine Mache, welche die Schmach und Schande aller Aufklärung und Toleranz ist, über die Bühne gehen kann. 1!). In der Wosse „Mural" geht es gegen die Massen derartig kos, daß man zehn Hljristentijiüiier damit zu Hrunde richten könnte. Wonnegczappek des kleinen Juden. Wache, Wache, Wache! Die Posse „Joachim Murat, König von Neapel" macht Börne wieder Freude. Er sagt über Murat: „Er war ein vortrefflicher Fürst, der sein Land gut regiert und es glücklich gemacht hätte, hätten es die Pfaffen und der heilige Januarius zugegeben. Im ersten Akte ist er Zögling einer geistlichen Schule, im 2. Husar, im 3. König, im 4. wird er todt- geschossen! — Lustig ist der erste Akt, wo Murat im Seminarium als junger Abbe auftritt. Ganz schwarz unter lauter schwarzen Kameraden blickt Murats rosenrothes, lebensvolles Gesicht aus der dunklen Kleidung gar angenehm hervor. Himmel, was werden da für Streiche gespielt, von den alten und von den jungen Geistlichen, von den heimlichen und von den öffentlichen Taugenichtsen! Man könnte zehn Christenthümer damit zu Grunde richten.^ Wir sahen auch die Prozession des heiligen Januarius * Börne hat ganz recht, wenn er sich zu den jammervollen Christen zählr. Jeder Zoll Lebulaban arnoli, Jedes Wort ein Judcnfluch, Ein jeder Satz voll Gall' und Gift, Ein Maul, aus dem der Geifer trieft! Börne und Consorten. 123 in Neapel (Wer??) Als die Franzosen Neapel eroberten, wurde von ihnen die Statne des heiligen Januarius, des Schntzgottes des Volkes, ins Meer gestürzt. Murat ließ sie später wieder herausfischen, aber die Nase fehlte. Darüber war das Volk trostlos; der Erzbischof war einverstanden mit König Murat. Als nun der heilige Januarius ohne Naie auf dem Markte aufgestellt war, stürzten Fischer herbei und berichteten mit unbeschreiblichem Entzücken, sie hätten soeben die Nase auf dem Boden des Meeres wiedergefunden. Sie wird dem heiligen Januarius anprobirt, und sie paßt vollkommen und bleibt sitzen. Ter Erzbiichof schreite Mirakel, und das Volk: Es lebe Joachim! Dabei erinnerte ich mich in Flagoletta gelesen zu haben, daß, als die Franzosen nach Neavcl kamen, das Blut des heiligen Januarius zur gehörigen Zeit nicht fließen wollte. Das entsetzte Volk in der Kirche drohte aufrührerisch zu werden. Da nahte sich ein französischer Offizier unter Lächeln und Bücklingen dem snngirenden Erzbischof, zeigt ihm eine kleine Pistole in seinem Rockärmel und sagt ihm freundlich: Heiliger Bischof, haben Sie die Gefälligkeit, das Blut fließend zu machen, sonst sage ich Ihnen eine Kugel durch den Kopf. Der Bischof verstand den Wink und das Blut floß aufs schönste." Man sieht, wie dem Juden die blödsinnigsten Possen und Lügen willkommen sind, um seine Pariser Briefe pikant zu machen und, wie er selber sagt, zehn Christenthümer damit zu Grunde zu richten! Börne beschreibt mit gleicher Wonne die Posse: „<1o- tillon III ou Iwuis XV akss Äuckums Onbnrrzr" HIX. S. 7ö): „Alle Personen, selbst Ludwig XV. und der alte Erzbischof von Paris, werden liebenswürdig dargestellt. Der letztere erscheint bei der Morgentoilette der Dnbarrh, hilft ihr beini Ankleiden, und kniet nieder, ihr die Schuhe anzuziehen. Er ist sehr galant und hofft bald Cardinal zu werden. Den leichten Fächerschlag mag die katholische Geistlichkeit hinnehmen, das ist doch kein grausames Spießrnthenlanfen wie in der xnxooss ÜSÄNNS." * Börne läßt sich zu seinem Bericht noch den Text des Stückes geben und citirt daraus, wie der Erzbischof sich rühmt, bei den drei Maitressen des Königs durch Nachsicht es immer weiter gebracht zu haben: vom Abbs zum Bischof, dann zum Erzbischof; jetzt schwebt der Cardinalshut ober seinem Haupte, ^ Sonderbar! Hier nennt Börne das Stück ein Spieß ruthen- laufen, und in seinem Berichte über das Stück ver spuckt er die „Spießruthendurchläuser" und gibt über die Procedur die wonnevollste Befriedigung zu erkennen. 124 Börne und Consorten. und kommt noch eine vierte Maitresse, so wird er es zum Papst bringen. Die ganze Verschimpfung des Clerus auf der Bühne, die er drastisch reproducirt, ist ihm nach seinem eigenen Geständnis; doch noch viel zu wenig. Er sagt ja: „Wahrlich, die Rache für 1000 Jahre erlittener Qual ist milde geuug! Die Juden sind unschuldig an ihrem Loose, nur der Clerus ist Schuld daran!!" Um nicht immer den Clerus und auch die Christen und Deutschen herunterzuschimpfen, wechselt Börne die Arie und fängt die Juden (um der Ausgleichung und historischen Gerechtigkeit willen) wieder zu loben an. 50. Die von Winne angeführten Wrisse an ihn haöen foimmtl'ich feinen Kundctraöstpf, was sehr bedenklich ist. Was Wörne liezugs der polnischen Juden für ein jammervoller Prophet geworden ist. 17. März 1831 führt er einen Brief aus Warschau (die Briefe, welche an Börne kommen und deren Absender er nie nennt, haben alle einen Styl und bekunden alle das Urtheil und die Weltanschauung Börnes) an Börne an; darin werden die 10 VW Deutschen in Warschau beschimpft und die 30 000 Juden gelobt. Es heißt: „Diese (Deutschen) verstehen gar nicht, was das heißt Vaterland, weil sie vielleicht nirgends eines haben. Sic kommen zn Tausenden nach Polen, zehren von dessen Brode und verlassen es, wenn sie sich bereichert haben. Aber es hat keine Gefahr mit ihnen, es sind größtentheils Leute von schwachem, aber ehrsamem Charakter, man braucht sie nur starr anzublicken, um ihrer Treue versichert zu sein. . . . Was die jüdische Bevölkerung betrifft, früher so schlecht, hat sie seit dem 29. November sehr große Fortschritte im Guten gemacht. Der Geist der Verbrüderung fängt an. sie mit den wahren Polen zu vereinigen, und ich kann sie versichern, daß, wenn die Vorsehung unsere Waffen segnet, in einem Jahre alle unsere Juden in Polen umgewandelt sein werden." Börne ist so schlau, diese blödsinnige Vorhersage nicht für seine Waare auszugeben, er läßt sich dieselbe von „einem jammervollen Christen" aus Warschau schreiben; er ist aber so unverfroren, diese lächerliche Prophezeiung gleich für eine Börne und Consorten. 125 total erfüllte, für eine Thatsache hinzunehmen, um sein Judenlob und seinen Deutschenschimpf daran knüpfen zu können. Börne ruft über des unbekannten Briefschreibers Bericht aus: „Ist das nicht merkwürdig? Was die schlechten, verachteten und die verächtlichen Juden hinab geknechtet seit 2669 Jahren, brauche nur ein einziges Jahr, um zum herrlichsten Volke der Erde, um Polen zu werden; nur ein einziges Jahr, um die Freiheit zu verdienen, um zu erkämpfen und sich ein Vaterland zu erwerben — und die so stolzen, herrischen Deutschen, welche prahlen, die Freiheit sei ihre Wiege gewesen, die auf die Juden mit solcher Verachtung herabblicken, haben noch und wollen kein Vaterland, haben noch und wollen keine Freiheit! Ich habe es ja immer gesagt, und wie ich glaube, auch drucken lassen: Türken, Spanier, Juden sind der Freiheit viel näher als der Deutsche. Sie sind Sklaven, sie werden einmal ihre Ketten brechen, und dann sind sie frei. Der Deutsche aber ist Bedienter, er könnte frei sein, aber er will es nicht, man könnte ihm sagen: Scher dich zum Teufel, und sei ein freier Mann ^ er bliebe und würde sagen: Brod ist die Hauptsache. Und will seine Treue ja einmal wanken, man braucht ihn nur starr anzusehen und er rührt sich nicht. Ich habe mir vor Vergnügen die Hände gerieben, als ich das im polnischen Briefe gelesen. Dahin müßte es noch kommen, diese erhabene Lächerlichkeit fehlte noch der deutschen Geschichte, daß einmal Juden sich an die Spitze des deutschen Volkes stellen, wenn es für seine Befreiung kämpft!" — Statt einem Jahre r. Meyer alles bin, wie ich genannt werde. Elend, seicht, gräulich, ruchlos, lächerlicher Thor, superkluger schreier, dito eingebildeter, heilloser Gesell, Haupträdelsführer einer jämmerlichen Skriblerbande, Mensch, dito gottloser, Kerl, jämmerlicher Wicht, entarteter Bursch, Mordbrenner, schamloser Bube, Jude." — Nachdem sich Börne mit verschiedenem Witz an diesem und an einem „Wurm" gerächt, der in den kritischen Blättern der Börsenhalle gegen ihn geschrieben, kommt er in den rechten Ton hinein, versichert, für das geschändete Recht geschrieben zu haben, und sagt, daß, wenn er seine Kraft gebrauchen wollte diesem Zwerggeschlecht gegenüber, nichts von ihm übrig bliebe, „es als ein kleines Siegeszeichen an den Hut zu stecken". Also nur aus Mitleid schont er seine Gegner und reducirt sie nicht auf nichts und eliminirt sie nicht aus der sichtbaren Schöpfung hinaus. Welche Großmuth! Börne und Consorten. 133 54- Winnes Kacheschwur gegen die Hoyini, und wie er sich rüljmt, selben geljalten zu haben- S. 9 ist er so unvorsichtig, seineu Racheschwur, den er über die bestehende Gesellschaft ausgesprochen, zu motiviren- Er erzählt: „Diesen Sommer in Baden, als ich unter meinen Papieren suchte, fiel mir ein altes Blatt in die Hand, das mich auf das heftigste bewegte. Das Herz befahl meiner Hand, die Hand ergriff die Feder — nach S Almuten legte ich weg; ich konnte nie zu meinem Vortheile schreiben. Es war ein Paß. Im Jahre 1807. da ich Student war, ließ ich mir in Frankfurt einen Paß ausstellen, um über Mainz nach Heidelberg zu reisen. Ich kam aus dem Leben der Freiheit, kehrte in dasselbe zurück, und berührte das Land der Gleichheit. Der Schreiber auf dem Römer, der den Paß ausfertigte, war eine Mißgestalt mit einem giftigen Krvteugesicht. Als ich den Paß in die Hand nahm, las ich darin: ckuik üs ?rsnekort. Mein Blut stand stille, doch durfte ich nichts sagen noch thuu, denn mein Vater war gegenwärtig. Damals schwur ich es in meinem Herzen, wartet nur, ich schreib euch auch einmal einen Paß, euch und allen. — Und nicht wahr, nicht wahr, ich habe meinen Schwur gehalten?" Wir werden sehen und haben zum Theil schon gesehen, wie Börne seinen Schwur der Rache gehalten. Daß es ihn empören mußte, als er in seinem Passe las: lluik clo ?rg.no- kort, das wollen wir gern anerkennen; eine Freude konnte ihm dieser Titel nicht machen, sein Fehler aber war, daß er nie nachgedacht, wie es denn gekommen, daß dieser Name unter den Völkern verächtlich geworden, und ob denn da sämmtliche Völker und Nationen an dieser Verachtung die Schuld tragen und ob nicht das gleiche Benehmen der Juden allen Völkern gegenüber an dem gleichen Erfolg der Werthschätzung auch Schuld getragen hat. Aber zu diesem Nachdenken ist Börne nicht gekommen, nach ihm hat nur die Dummheit und der Fanatismus der Christen diese ungünstige Stimmung hervorgerufen und erhalten. Zudem ist Börne als Jude erzogen und im Sollulollaw nrnoll gelehrt worden (genaue Citate daraus im „Judenspiegel" von Egger, 2. Auflage, Paderborn 1886, Bonifaciusdruckerei), daß die Christen nicht als Menschen betrachtet werden dürfen: die frommen Segenswünsche gegen die Christen, daß Gott seinen 134 Börne und Consorten. Zorn über die Goyim ausgießen möge: „Für Hunde darf man (der Jude) eine Speise zulegen, denn wir sind ja auch verpflichtet, Hunde leben zu lassen, für einen Aknin (Christen) hingegen mehr Speise zuzulegen, ist streng verboten, indem wir (Juden) denselben leben zu lassen nicht verpflichtet sind; einen Christen zu bewuchern, ist Gott zu jeder Zeit wohlgefällig: das Geld eines Aknm ist herrenloses Gut, und wer da will, hat alle Rechte, sich in Besitz desselben zu setzen. Es ist erlaubt, einem Hunde ein Stück Fleisch vorzuwerfen, aber nicht einem Nochri (Christen) es zu schenken, weil ein Hund besser sei, als ein Nochri (Christ). Die Christen sind unsere Brüder nicht, sondern ärger als die Hunde." Diese und noch weit ärgere Verhaltungsregeln für Juden den Christen gegenüber sind in Anzahl von hundert im besagten „Judenspiegel" genau citirt und genau übersetzt. Es ist in Anbetracht dieser Talmudgebote doch nur ein Minimum von Gegenwehr gewesen, wenn die Frankfurter in den Paß eines Talmudisten das an und für sich unverfängliche Wort Jude geschrieben, lieber den Haß, der den Juden von Kindheit auf durch den Lodulotmu nruoü eingetrichtert wird, sind Börne und Heine immer stillschweigend, als ob sie davon gar nie etwas gehört hätten, hinausgegangen. Sie haben die Juden nur immer als die grausam Verfolgten dargestellt, über die Frage aber, wer denn an dieser Stimmung der Goyim Schuld getragen, haben sie ein sehr verdächtiges Schweigen beobachtet. 55. Börne läßt sich taufen; warum? Gimborasiogipfel höchtler Infamie. Aaööi Hrätz Laut olicn eine Mramide und fetzt sich darauf. Aas Wort Frechheit hat feine Bedeutung verkoren. Börne läßt sich im Jahre 1817 taufen. Sein Biograph, kW. Reinganum, berichtet darüber (XII. S. 256): „Vorher (d. i. vor Herausgabe der Zeitschrift: die Wage) ließ er sich, wie der legale Ausdruck wohl ist, iu die protestantische Kirchengemeiuschaft ausnehmen, bei ihm eine Kundgebung des Ilnabhäugigkeitsgcfühls. Vorher änderte er auch seinen Börne und Consorten. 135 Familiennamen Barnch mit Bewilligung des Frankfurter Senats in Börne um, weil er als öffentlicher Schriftsteller der Gegenwart einen nom üo gnsrro brauchte, und Barnch zu sehr an den Propheten der Urzeit erinnerte." — Aehnlich spricht sich Diaconus Scholl" aus: „Daß Börne 1817 unter dem Namen Börne zur evangelischen Kirche übertrat, war bei ihm von geringerer Bedeutung, weil es ihm dabei offenbar nur auf Befreiung der religiösen Ueberzeugung von jedem Zwange ankam." — — Diese Gründe wollen eben sagen, daß keine religiöse Ueberzeugung die Veranlassung seiner Taufe gewesen; er ist auch faktisch in seinem ganzen Wesen Reformjude geblieben. Am 22. December 1831 schreibt Börne eine Stelle in einem Briefe nieder, welche seinen Charakter in einem derartigen Lichte zeigt, daß seine Freunde und Stammesgenossen wünschen müssen, er hätte diese Stelle nicht niedergeschrieben. Er wurde in einem Artikel der Münchener Hofzeitung angefochten. Darüber schreibt er nun Folgendes: „Die ministerielle Klatschliesc in München, um meinen Namen zu verdächtigen, um meinen Muth herabzusetzen, erinnert mich an einen „gewissen Vorfall auf dem Frankfurter Cvmö- dienplatz" und meint, es käme mir nicht zu, den Deutschen ihre Feigheit in Paris vorzuwerfen. Wenn man etwas Beschämendes von mir wußte, warum erzählte man denn den Borgang nicht? Sollte man vielleicht auf eine alte Geschichte niit dem Schauspieler Heigel anspielen? Aber damals hat sich das Christcnthum sehr hundsföttisch benommen, ich aber habe mich als tapferer Makkabäcr gezeigt.^* Jude, Jude, das ist der letzte, rothe Heller aus der armseligen Sparbüchse ihres Witzes. Aber nach Allem! ich wollte, es gäbe mir einer die 3 Lonisdor zurück, die ich für mein Christen- thnm dem Pfarrer verehrt. Seit 18 Jahren bin ich getauft und es Hilst mir nichts. Drei Lonisdor für ein Plätzchen im deutschen Narrenhausc. Es war eine thörichte Verschwendung." — * „Geschichte der neudeutschen Literatur." Stuttgart, Ebner, 1352. 2. Bd.. S. 911. ** Warum bat Börne diesen Borgang nicht erzählt? Wäre Börne wirtlich der Held einer makkabäischen Scene gewesen, so würde er mit seiner sonst so freigebigen und generösen Phantasie ein befreites Jerusalem in drei Bänden gedichtet haben. Ein beohrfeigtes Jerusalem haben wir bei makkabänchen Kritikern in der Neuzeit sehr häufig erlebt. 136 Börne und Consorten. Ueber diese Charakterschilderung Börnes, von ihm eigenhändig angefertigt, gehen die jüdischen Lobredner Börnes scheu hinweg, — es ist eben die Stelle eines Hingerichteten, der sich selber justificirt hat. Und streng genommen kann man dem Börne dieses Ge- bahren und diese Anschauung der Taufe nicht einmal auf seine persönliche Schuldentafel schreiben. Die Anschauung, die Taufe als ein Mittel zu gebrauchen, um das verhaßte Christenthum als äußerlich Getaufter anzufeinden, es um so besser vernichten zu können, wird Rabbinern von ihren jüdischen Professoren gelehrt!! Wir ersuchen den Leser, jene Stelle über die Taufe der Beiden, Börne und Heine, zu beachten, die wir in Nr. 1 aus des Or. Grätz' „Geschichte der Juden" angeführt haben. 56. Köchste Tcijlmig Hräh', des Kalitiinerliit'dners. Der besagte Rabbiner fährt fort: „Beide (Börne und Heine) haben sich mit einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt, ausgesprochen, wie viel ihnen an der Krenzesreligion lag, die sie, der eine in einem Kirchlei» in Offenbach, der andere in Heiligenstadt kaum mit den Lippen bekannten. So waren sie Heuchler? Man mache die Lauheit oder Einfalt der halben Dorfpfarrer verantwortlich, die sie mit dem Taufwasser besprengten, ohne sie um ein aufrichtiges Glaubensbekenntniß zu betragen. Trotz ihres Taufwassers haben ihre Gegner sie als Juden betrachtet und beschimpft.* Das Christenthum hat daher nicht den mindesten Grund, Börne und Heine wegen der leeren Ceremonie, die sie sich in der Kirche gefallen ließen (!), zu seiner Heerde zu zählen. Einer von ihnen hing trotz seiner wechselnden Stimmungen im Herzen dem Judenthum aufrichtiger an, als die Friedländers, die sich als dessen Vertreter gebürdeten. Diese beiden reichbegabten Persönlichkeiten, die man ungeachtet ihrer inner» Verschiedenheit als ein Zivillingspaar ansieht, auf die Deutschland hinterher, wie auf das Zwillingspaar Schiller und Goethe stolz ist (oh oh oh!!Z, gereichen desto mehr der Judenheit zur Zierde. Den geläuterten Geschmack, das lebhafte, rücksichtslose * Eben, weil sie trotz des Taufwassers Erziuden geblieben sind. Börne und Consorten. 137 Wahrheitsgefühl^ und den Freiheitsdrang verdanken die Deutschen größtentheils diesen beiden Juden, die sie im Leben mit ihrem widerlichen Hep-Hep-Geschrei verfolgten, Börne und Heine haben den mittelalterlichen Qualm, den die Deutschen künstlich, nm daS Licht (die Schabbeslamve?) zu verdunklen, um sich anhäuften, mit ihrem blitzartigen Geiste durchbrochen und dem reinen Lichte wieder Zutritt verschafft, Witz und Geist, für die außer Lessing nur Wenige in Deutschland bis dahin das rechte Verständniß hatten, machten sie in der deutschen Literatur heimisch und verbannten die deutsche Hölzernheit und Unbeholfenheit, über welche sich die Nachbarvölker luv ig zu machen pflegten," Was doch in einem solchen Rabbinergehirnkasten Alles Platz nebeneinander hat; welche Trödelbude von schmutzigen Fetzen! Die zwei Inden waren keine Heuchler, aber die zwei protestantischen Pfarrer, welche sie tauften, waren lau oder einfältig, weil sie die Juden nicht um ihr aufrichtiges Glaubensbekenntnis) befragten, Sie hätten also bei den Juden die Verlogenheit schon voraussetzen sollen, sie hätten sagen sollen: „Hören Sie, ich traue Ihnen nicht, Sie sind ein verlogener Gauner und wollen mit dem Christenthum nur Geschäfte machen," — Was hätte Börne, der kleine, giftige Hebräer, gesagt? „Ich werde Sie stellen vor Gericht; wie können Sie sich erlauben, mir anzuthun diesen Schimpf; wie können Sie zweifeln an meiner Liebe zur Wahrheit? Ehrenbeleidigung! Polizei! Gericht! Proceß! Verurtheilung! Verfluchte Goyim!" u, s, w. 57. Lin Flabbinerkniff. Hrätz beschuldigt die Kastoren, welche Wörne und Keine getauft haben, daß sie der Ehrlichkeit ihres Verlangens chlanben geschenkt und nicht Weide im vorhinein für Schufte gehalten haben. Es liegt auch darin ein nicht zu übersehender Judenkniff, die bei der Taufe gegenwärtigen protestantischen Geistlichen „halbe Dor.fpfarrer" zu nennen, ihnen Lauheil und Einfalt (warum nicht lieber gleich Dummheit?) auf den ^ Sich taufen lassen und innerlich Jude zu bleiben, um das Christenthum (den Feind) um so nachdrücklicher vernichten zu können: das ist rücksichtslose Ehrlosigkeit und ehrlose Rücksichtslosigkeit. 138 Börne und Consorten. Rücken zu werfen, und sie verantwortlich zu machen, weil sie nicht um ein aufrichtiges Glaubensbekenntniß fragten! Nun waren aber bei der Taufe Heines zwei Superintendenten und nicht halbe Dorfpfarrer zugegen, wie es Strodtmann* berichtet: „Es versteht sich, daß Solches ldie Taufe) in aller Stille und mit sorglicher Vermeidung jedes öffentlichen Aufsehens geschehen war. In dem kleinen preußischen Orte Heiligenstadt, einige Meilen von Göttingen entfernt, hatte sich Harry Heine am 28. Juni 1825 in der Dienstwohnung des Pfarrers zu St. Martini, des Superintendenten Magister Gottlob Christian Grimm, durch diesen in die Gemeinschaft mit der evangelischen Kirche aufnehmen lassen und mit Beibehaltung des Familiennamens bei der Taufe, die Vornamen Christian Johann Heinrich empfangen. Als einziger Tanfpathe fnngirte der Superintendent zu Langensalza, Dr. t.deol. Carl Friedrich Bonitz, welcher am folgenden Tage auch bei der Taufe von Zwillingskinderu des Magisters Grimm Gevatter stand, und vermuthlich zu diesem Zwecke nach Heiligenstadt gekommen war. Wegen seiner zufälligen Anwesenheit mag er von Heine, dem es sicher erwünscht war, die Kirche selbst mit dem ganzen Odium der vorschriftsmäßigen Formalitäten zu belasten, ersucht worden fein, ebenfalls an ihm die Patheustelle zu vertreten." — — — Der Taufakt Heines findet sich im Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde zu St. Martini in Heiligenstadt eingetragen wie folgt**: „Ein Proselyt, Herr Harry Heine, welcher in Güttingen die Rechte studirt, und bereits das Examen zum (Irnäns eines Doetori8 5uri8 bestanden hat, empfing mit Beibehaltung des Familiennamens Heine, bei der Tanke die Namen: Christian Joh nun Heinrich. „Er ist geboren zu Düsseldorf, 13. Dezember 1799 — ehelich — ist der älteste Sohn eines vormals in Düsseldorf wohnenden israelitischen Kaufmanns, Samson Heine. Der Vater privatisirt jetzt in Lüneburg. Der getaufte Sohn hält sich noch in Güttingen auf. Tag der Taufe: der 28. Jnnius gegen 11 Uhr Vormittags. Die Taufe geschah in der Stille in der Wohnung des Pfarrers. Getauft hat Magister Gottlob Christian Grimm, Pfarrer der evangelischen Gemeinde und Superintendent. Einziger Pathe war der Dr. der Theologie und Superintendent in Langensalza, Herr Carl Friedrich Bonitz." Maximilian Heine ^Heinrichs Bruder), welcher in den Erinnerungen an seinen Bruder l S. 59) den Zweck jener Reise nach Heiligenstadt ängstlich ver- * „Heines Leben." 1. Bd., S. 496. ^ Strodtmann: „Heine." 1. Bd., S. 799. Börne und Consorten. schwergt und dieselbe vielmehr als einen sidelen Studentenausflug darstellt, gibt neben andern Unrichtigkeiten irrthümlich an: daß die Doktorpromotion damals schon stattgefunden habe." — Somit ist ersichtlich, daß die „halben Pfarrer", mit „Lauheit und Einfalt begabt", als ein echter Rabbipfiff sich herausstellen. Heine soll bezugs seiner Taufe entlastet werden, was wieder ein Profit für Heines „echtes Judenthum" wäre. Es ist also obige Schlauheit des Rabbi auch ein Rebbespfiff zu nennen. Rabbi Grätz gesteht selber, daß die zwei Juden sich taufen ließen, um in dieser Feindesrüstung und mit dieser Feindesfahne das Christenthum (den Feind) um so sicherer zu treffen und desto nachdrücklicher zu vernichten. < Und acht Zeilen weiter hält er sich auf über die Goyim: „Trotz des Tantwassers haben ihre Gegner sie als Juden betrachtet und beschimft." Der Rabbiner selber erklärt, daß die Beiden trotz des Taufwassers verbissene Juden geblieben sind, und hält sich über die Goyim auf, die sie als Juden betrachtet und beschimpft haben. Also diese blöden Goyim haben nach dem kleinen Gehirn des Professors der talmudischen Theologie die Pflicht gehabt, diese beiden notorischen Schmäher und Erz- suden als Christen zu verehren, weil sie sich mit dem Taufwasser „besprengen" ließen* Nun, der Rabbiner Grätz ist eben Talmudist; ihm gilt ein Hund besser als ein Nochri (Christ),** und die Akum (Christen) sind nicht als Menschen, sondern als Thiere zu betrachten u. s. w. * Der zu Taufende wird mit dein Taufwasser nicht besprengt, sondern begossen. Es ist eine alte Bemerkung, daß die Juden alle christlichen Ritusakte, sobald sie von solchen schreiben, absichtlich verdrehen und verstümmeln. Siehe die wortgetreuen Citate im „Judenspiegel" von Ur. Justus, 2. Auflage, Paderborn l333, S. 50 u. 87, und in Eggers „Judenspiegel" mit dem hebräischen Text. 140 Borne und Consorten. 58. Hrätz rekkamirt die beiden großen Wänner trotz ihrer Haufe für die Juden. Wer sollte so kl'öde fein, diese Leiden Hutedel der Andenschaft nicht zu vergönnen? Der Rabbiner sagt: „Das Cbristenthum bat daher nicht den mindesten Grund, Börne und Heine, wegen der leeren Cereinonie, die sie sich in der Kirche gefallen ließen,* zu seiner Heerde zu zählen." — — Wir möchten jene Schwachköpfe unter den Govim genannt wissen, welche diese beiden (was Charakter anbelangt) notorischen Edeljuden für das Christenthnm reklanuren und selbige für wirkliche, überzeugte Christen gehalten haben. Wenn der Rabbi den Börne und Heine dem Goethe und Schiller gleichstellt, so ist das Rabbinergeschmack. Nun hat aber der eitl^ aufgeblasene Börne Goethe selbst das Genie abzusprechen gewagt, dieser Jude, der in zwölf Bänden nicht einen die Gesellschaft auf einer haltbaren Grundlage erbauenden Gedanken zu Wege gebracht und sich nur mit Schimpfen und Herabreißen (aber genial, hochgenial!) seinen Ruhm erworben hat. Und doch, diesen beiden Juden haben wir das Licht zu verdanken, diese Beiden haben die deutsche Hölzernheit und Unbeholfenheit weggeräumt, über welche sich die Nachbarvölker lustig zu machen pflegten. — Erst diese zwei Juden haben uns Deutschen die Hölzernheit und Unbeholfenheit weggenommen. Das schleudert uns Deutschen dieser freche Rabbi vom gedeckten Tisch (Soünietmu uruok) wie eine übelduftende Knoblauchwurst ins Gesicht. In Deutschland hat sich übrigens noch keine Stadt in einem so . . moralisirteu Zustand gefunden, daß dieselbige dem Heine, dem Sänger „der freien Liebe", und nach einem Selbst- geständniß dem Habitus der Hamburger lle ein Monument zu Stande gebracht hätte. Schon Heine selber hat in seiner maßlosen Eitelkeit gemeint, Rom und die Protestanten würden sich um ihn zanken. * Welche gnädige Herablassung! Alle Goyiin sollen Freudensprünge machen, weil diese beiden Zierden der jüdischen Menschheit sich zu einer für sie so entwürdigenden Posse herabließen. Börne und Consorten. 141 Wir haben das noch zu Lebzeiten Heines besprochen* und Einiges in der nachfolgenden Abhandlung über Heine angeführt. Nur Heines Nichte war so gefällig (sie heirathete und wurde ?rin- mpsssu äöllg. koLva), in ihren „Erinnerungen an H. Heine", Hamburg 1881, „zur Beruhigung Aller zu versichern", daß er (Heine) Protestant war. Die gute Dame! Es war ihr sehr widerwärtig, nachdem sie es zur krinoipsssa. gebracht, ihren Herrn Onkel unter den Juden zu belassen. Nun, jetzt wäre Alles beruhigt bis auf Rabbi Grätz, der verlangt Heines Auslieferung an die Synagoge. Er soll ihn haben! 59. Hrätz anerkennt für die Weiden sogar Kljarakter, versteht sich Zudcncharakter. Der verwundende und heilende Witz Winnes. Rabbi Grätz geräth in seinem Judenlob in eine gesteigerte Ekstase (XI. S. 369): „In ihrer kindischen Verbissenheit gegen die Juden behaupteten die Deutschthümler, die Rühs und dieHundt-Radowsky, das Judeutbum könne keinen Mann von Charakter, keine Seele mit freiem Kunstsinn aus sich gebären, da strafte sie die Geschichte sofort lügen und beschämte sie. Das Judenthum stattete einen charakterfesten Freiheitsapostel mit einer Sprache ans, welche an die Propbeten, an die römischen Catone erinnerte, und dieser verwirrte alle Begriffe der Deutschen von der Staatsrechtslehre, und es stellte noch dazu einen kunstsinnigen Dichter auf, mit einer Mischung von inniger Poesie und geißelnder Ironie, und dieser warf alle ihre Kunstregeln über den Haufen.** Es ist wohl nicht allzu übertrieben, zu behaupten,*** daß kein Volk der Erde in der Gestaltenfülle der Geschichte zu gleicher Zeit zwei solche eigenartige Naturen erzeugt hat, welche mit Börne und Heine verglichen werden können.**** In der Geschichte des * „Keilschriften" von S. Brunncr. t. Auflage. 185S. S. 40. ** Es ist charakteristisch, daß der Rabbi selber die echte Judenart des Verwirrcns, Zerstörens und Alles-über-dcn-Haufen-Werfens einbekennt und auch noch zu glorificiren sucht. Der Jude kann eben nichts Originelles schaffen — nur zerstören. *** Im Bebaupten stark, im Beweisen schwach, — Darin steht der Rabbi keinem Juden nach! **** Der Rabbi vernichtet Goethe und Schiller Mit Einem Synagvgen-Trompeten-Triller. Vernichtet sollen alle Dichter der verfluchten Goyim sein, Dann bleiben unsere Leut', Börne und Heine, allein! i 142 Börne und Consorten. jüdischen Volkes stehen sie nicht vereinzelt, Börne erinnert mit seiner Gefühlstiefe und seinem zugleich verwundenden und heilenden Witz an den prophetischen und Psalmistischen Spott über Verkehrtheiten!" Der kleine Davidl mit seiner politischen Harfe, Was singt er für Lieder, für giftige und scharfe! Die Staatsrechtslehre der Deutschen thut er vernichten, Und nur der Heine hat es verstanden, zu dichten. Der große Heine, mit geißelnder Ironie, ein jüdischer Hohenstaufen, Wirft er auf einmal alle Kunstregeln über den Haufen! Was für ein Genie — und nur von unsere Leut'! Die Goyim sind dumm, und wir sind gescheidt! Börne hat verwundenden und heilenden Witz, Wir erkennen in Börne nur das corrostve Element, eine Schwefelsäure mit Knoblauchgeruch, die höchste Höhe des nur zerstören könnenden Radikalismus, Wo liegen Bausteine zu einer gesunden, Dauer verheißenden Staatsform in Börnes Schriften? Ihm ist es rein nur zu thun, wie wir ersehen, die christliche Staatsform zu Grunde zu richten und darauf die Judenherrschaft zu bauen, gegen welche sich kein Goy mucksen darf, wenn er nicht will werden gesperrt ins Irrenhaus, in den Narrenthurm. Das ist Börnes Ideal, auf welches er immer wieder zurückkommt, und die dummen Deutschen sollen ihm die Kastanien aus dem Feuer Holen, Er nennt sie lügnerisch und dumm, so lang sie sich wehreu, in seine Falle hineinzugehen, und er hält sie aber ernstlich für dumm, wenn sie sich von ihm bethöreu lassen. Dem Börne war es ein verlogenes Borgeben, die Deutschen groß und mächtig zu machen: seine innere Gesinnung galt nur (wie solche aus dem kleinen Vulkan bei allen Ritzen hervorschwefelt), die Juden zur Weltherrschaft zu erheben. Das besagen seine Racheschwüre, die er geschworen echt jüdisch zu Frankfurt, als man ihm in den Paß geschrieben: Börne, Jude aus Frankfurt, Erfreulich war dieser Paß allerdings nicht, aber wahr. Börne ist trotz „Besprengung mit Taufwasser" ein echter Jude und grimmiger Feind des Christenthums geblieben, wie ihm auch der fromme Rabbi Grätz selber den vollgiltigen Fleißzettel ausstellt. Börne und Consorten, 143 W. Der Aaöki freut sich üöer und öelobt die Wutlj Aörnes und Keines gegen das Cljristeillljiu», Die Misten der Wenschenschtächtcrei öeschulöigt. Der Rabbi fährt in seinem Lobespsalter über die beiden Judenheiligen fort: „Heine hatte Scitenstücke an Jbn-Esra, Alcharisi und Jnima- nuel Romi, deren Satpre sich über sich selbst lustig machte, die ebenfalls äußerlich hell auflachten, und innerlich tiefen Gram bargen. Der mannigfaltige Bliithenschmuck des Bvrue-Heinescheu Geistes ist aus jüdischer Erde emporgesprossen, und nur von europäischer Cultur benäßt worden.^ Das beweist ihre tiefe Verwandtschaft miteinander, trotz ihrer Verschiedenheit und gegenseitigen Antipathie, Nicht bloß ihr Witz war jüdisch, sondern auch ihr Wahrheitsdraug,ihr Widerwille gegen Schaustellungen, ihr Haß gegen das Bemänteln und Verschleiern, ihre Verachtung gegen offizielles Gepränge, gegen benebelnde Weihrauchs- wölken, gegen das betäubende Glockengeläute für nichts und wider nichts, gegen ambroiianische Orgelklänge für Lüge, Menschenkn echtung, Rechtsverdrehung und Menschenschlächterei," Da sehen wir wieder auf einmal die ganze vulkanische Wuth des echtgefärbten Talmudjuden gegen das Christenthnin losbrechen. Darum sind diese beiden Männer in Israel so groß, weil sie sich in ihrer verbissenen Feindschaft gegen das Christenthum ausgezeichnet haben! Hier hat der Rabbi wieder seine Larve in der Begeisterung fallen lassen und zeigt sich der Ingrimm in dem haßerfüllten Antlitz, Zuletzt wirft er geradewegs der Kirche Menschenschlächterei vor. Das zielt offenbar auf die Judenverfolgungen des Mittelalters und auch der Neuzeit, Die * Wie ist das so außerordentlich schön gesagt. Die europäische Cultur hat sie benäßt, diese beiden duftigen Blumen aus Israel! Wir sehen hier eine wahre Wunderblume im Gebiete der Ethik: eine jüdische Wahrheitsliebe. Wer nach dieser Entdeckung noch wagen möchte, von einer jüdischen Verlogenheit zu sprechen, dem könnte ein Proccß auf Ehrenbeleidigung gemacht werden. Nachdem derselbe Rabbi die beiden Juden belobt, daß ihre Taufe nur eine Lüge von ihrer Seite war, liefert er uns den schönsten Beweis, was eigentlich unter dieser jüdischen Wahrheitsliebe zu verstehen ist. 144 Börne und Consorten. Kirche hat kein Gesetz gegeben, daß man die Juden gewaltsam unterdrücken, sie peinigen, ihre Habe zerstören und sie todt- schlagen soll! Wir haben einen gewiß unbefangenen Zeugen vernommen, der nicht nach Judenart die Juden immer als die unschuldigen Lämmer und die Christen als die grausamen Wölfe darstellt.^ Wenn nun der Rabbi von Rechtsverdrehung und Menscheu- schlächterei redet, so möge der Leser sich eine Sammlung von Judengesetzen aus den religiösen Büchern der Juden durchlesen im „Judenspiegel" von Ur. Egger, und da wird er staunen über die maßlose Frechheit, mit welcher der Rabbi die Christen der Rechtsverdrehungeu beschuldigt. Was den Vorwurf der Menschenschlächterei anbelangt, so muß der fromme Rabbi, in der Milch der frommen Denkungsart schwimmend, den Lollar sDäir. Promos!, Band II, S. 119 a) gar nicht kennen. Wunderbar! Hier heißt es zunächst, daß die Töchter der Goyim Thiere sind i „Der Tod dieser Töchter soll öffentlich lvor allen Eingeweihten, Zuverlässigen aus der Gemeinde) bewirkt werden. lind zwar soll man das Vlnt derselben so vergießen, daß die Töchter, welche man schlachtet, (die Farbe) verändern und erblassen wie Todte (d. h. das Blut muß ganz abgelassen werden, so daß der Leichnam blaß wird), ferner schlachtet man sie, indem man ihnen den Mund znstopft, wie bei einem Thiere, welches stirbt und nicht Stimme und Sprache von sich gibt. Vor dem Schlachten verrichtet man ein Gebet und sagt: Ich habe keinen Mord zu antworten, und keine Stirn, das Haupt zu erheben (d. h. ich werde Uneingeweihten, Profanen diese Sache nicht mittheilen und mich dieser heiligen, ruhmvollen Handlung vor ihnen nicht rühmen), und der Schlächter setzt das Gebet fort, indem er Gott gelobt, an jedem Tage lwenn er kann) einen solchen Mord zu vollbringen, mit alsk u. s. w. «Zahlenwerth 13) d. h. wie man schlachtet ein Thier mit 12 Prüfungen eines Messers, und dem Messer selbst, welche sind 13, und mach dem Schächtens benedeit und lobpreiset er (der Schächter) den Herrn, gelobt sei er." So der Lollar. Eine fernere Stelle, die ebenfalls den rituellen Opfermord lehrt, findet sich im Lotsr llalllntllim slnbor Loilootionum) des berühmten heiligen Rabbi Vital sOkasim Vital Lalabrssö, * Riehl: „Die deutsche Arbeit." Stuttgart, Cotta, 186l. S. 69. Börne und Consorten. 145 geb. 1543, der ein Schüler des noch berühmteren Rabbi Isaak Lurja war. Dieses Buch ist noch im Jahre 1868 in dem von Moses Montefiore in Jerusalem begründeten Etablissement gedruckt worden. (Siehe Wiener „Tribüne" vom 8. Juli 1883.) Es werden somit sämmtliche fromme Rabbis gehorsamst gebeten, in Zukunft die ambrosianischen Orgelklänge mit Menschenschlächterei nicht mehr in Verbindung zu bringen und die dummen Goyim nicht noch mehr aufzufordern, daß sie in die menschenfreundlichen Gebräuche der Synagoge mit den eigenen Rituallaternen der frommen Juden hineinleuchten. Nach dieser Beschuldigung der Menschenschlächterei, bei welcher man eine alles christliche Denkvermögen überragende Unverschämtheit vor sich hat, fährt der Rabbi im Lobe des Doppelgestirnes fort: „Die demokratische, freiheitsglühende Gesinnung, die bei Börne mehr, bei Heine weniger, die spinozistisch einschneidende Zergliederung, die bei diesem mehr, bei jenem weniger hervortritt, das alles war an ihnen urjüdisch. Im Christenthum geboren und in offiziellem Geiste erzogen, wären Beide nicht das geworden, was sie waren: befreiende Mächte, welche eingewurzelte Verkehrtheiten und blödsinnige Thorheiten mit lachender Miene bannen halfen. Sie, die Geknechteten, wurden Befreier, und erlösten ihre Feinde von dein Doppeljoche politischer und gesellschaftlicher Unmündigkeit!" Jetzt sind wir erlöst — durch Börne und Heine! Die Groß- und Kleinwucherer, die Börsenschwindler und die Bauernschinder, die Güter-, Ochsen- und Menschenschlächter saugen am Mark und Blut des Bürgers und des Bauern. Die Gesetzgebung hat den „Befreiern", die sich aus dem Raubthierzwinger herausgeschlicheu, das Shylokmesser und die Fleischwage in die Hand gegeben, es fehlt den armen Teufeln nur noch der wahre, gerechte Richter von Venedig, der wahrhaft weise Daniel, der dem Juden, welcher schneiden will, das Messer aus der Hand windet und ihm auf der Wage sein eigenes Zukunftsloos erwägen läßt, wenn er in seinem Gelüste der Rache nicht einhalten will. Brunn er, Zwei Buschmänner. 10 146 Börne und Consorten. Kl. Wörne schreit wieder für ^maucipation (Judenherrschaft), schimpft üker die Jürsten und sagt üker sociale Zustände Wahrheiten, von denen er nicht ahnt, wie diese gerade den Juden sehr verhängnistvotl werden müssen. Als man in der Kammer zu München bezugs der Emanci- pation der Juden Bedenken erhebt und den Entwurf des neuen Gesetzes den Ständen des Reiches vorzulegen beschließt, ruft Börne aus (4. December 1831): „Wozu ins Teufels Namen alle diese Umständlichkeiten? Wenn die Juden emancipirt werden sollen, wozu da noch vorher die langweilige Musterung alter Ungerechtigkeit?" — „Selbst um gerecht zu sein, muß der Deutsche lieben. Nun liebt man aber dieIuden nicht. Aber der starke Mann der Wahrheit und des Rechts muß auch sein Herz zu meistern wissen. Sie wissen, wie meines für die Juden schlägt! Und habe ich sie darum nicht doch immer vertheidigt?" Das ist etwas unklar. Das Nicht lieben der Juden war eben keine Herzenssache, es war jene Furcht vor der bald übergreifenden Herrschsucht, welche Furcht allenthalben nach der Emancipation sich als vollkommen berechtigt herausgestellt hat. 4. Januar 1832: „Wir glücklichen Deutschen haben einige und dreißig Fürsten, einige und dreißig Civillisten. Rechnen Sie, was das kostet und athmen sie dabei, wenn sie können. Und Tausende wandern jährlich nach Amerika aus, wandern gedankenlos vorüber an einigen und dreißig duftenden Küchen, und schiffen sich ein, um in einem fremden Welttheile ihren Hunger zu stillen." Jetzt, nach 60 Jahren, wandern auch wieder Tausende nach Amerika aus, die durch Wucherer und durch die liberalen, den Wucherern das Shylokmesser in die Hand gebenden Gesetze um Haus und Hof gekommen sind (in einem Jahre sind in Oesterreich, ohne Ungarn, allein über 20 000 Bauern depossedirt worden), und keiner der Börnejünger erhebt ein Mordio darüber; und Börne, wenn er leben würde, was würde der sagen? — Und wie steht es in Frankreich? Drei Seiten lang hält Börne Louis Philipp die Verschwendung der Civilliste vor und bespricht die Hofgaunereien am russischen Hofe. Alles allerdings sehr traurig! Aber Börne und Consorten. 147 steht es jetzt in Frankreich bei der vollen Republik besser? Eine Bande von Juden und Goyim, die es verdienen, zu den Goyimfeinden zu gehören, plündern das Volk aus; während ihr Mund von Freiheit überfließt, verschwindet das Gold des Volkes in ihren Säcken. — Die Freiheitsversuche ohne Ruhe und ohne Unterlaß haben das Land mit Milliarden überschuldet, kein Mensch hat ein Vertrauen auf die Zukunft, und wenn die Köuigszeit schlecht war, so hat die Republikzeit Alles gethan, um sie in diesem Punkte noch weit zu überflügeln! X. S, 25 spricht Börne über den Kern der socialen Frage, Hier kann man ihm vollkommen Recht geben, und wir geben ihm vollkommen Recht, aber gerade von den emanci- pirten Inden, für deren Emancipation Börne direkt und indirekt immer gearbeitet, wird er für diese Anschauung von Reich und Arm, und für diese Forderungen im Namen der Armen gegenüber den Reichen sich keinen Beifall erwerben. Er sagt! „Der fürchterliche Krieg der Armen gegen die Reichen, der mir so klar vor Augen steht, als lebten wir mitten darin, könnte vermieden, die Ruhe der Welt könnte gesichert werden; aber alle Regierungen sind vereint bemüht, das Verderben herbeizuführen. Wenn die Staatsmänner zittern vor einem Uebel, so meinen sie, sie hätten das Ihre gethan. Die armen Leute in Frankreich haben in der Kammer keinen Stellvertreter. Die neueste französische Constitution hat die alte Thorheit, die alte Ungerechtigkeit, die alte erbärmliche Philiüerpolitik beibehalten, das Wahlrecht an den Besitz gebunden und die Besitzlosen auch ehrlos gemacht. Die Rcformbill in England hat nur den Zustand der Mittelklassen verbessert und das Helotenverhältniß des andern Volkes von neuem befestigt. Im Parlament, wie in der Deputirtenkammer sitzen nur die reichen Gutsbesitzer, die Rentiers, die Fabrikanten, die nur ihren eigenen Vortheil verstehen, welcher dem der Arbeitsleute gerade entgegensteht. Die graubärtige Staatsweisheit, vor Alter kindisch geworden, geifert gegen den Wunsch der Besseren und Einsichtsvolleren; daß man auch die niederen Stände an der VolkSrepräsentation möge theilnehmen lassen n. s. w." „Wer trägt denn nun alle die Lasten, unten welchen die europäischen Völker halb zerquetscht jammern? Der arme Taglöhner, das Land! Aber was ist dem Städter das Land? Gott hat es nur zu Spazierfahrten und Kirchweih festen geschaffen. Der Bauer muß seinen einzigen Sohn hergeben, den frechen Ueberflnsz der Reichen gegen seine eigene Roth zu schützen, und unterliegt er der Verzweiflung und murret, schickt man ihm den eigenen Sohn lv» 148 Börne und Consorten. zurück, der für 5 Kreuzer täglich bereit sein muß, ein Vatermörder zu werden." „Die fluchwürdigen Staatsanlehen, von denen erfunden, welchen nicht genügt, das lebende Menschengeschlecht unglücklich zu wissen, sondern die, um ruhig zu sterben, auch die Zuversicht mit in das Grab nehmen wollen, daß auch die kommenden Geschlechter zu Grunde gehen werden — entziehen dem Handel und dem Gewerbe fast alle Kapitalien, und nachdem sie dieses Verderben gestiftet, bleiben sie zu noch größerem Verderben unbc- steuert, und was der Staat au Einkommen verdient, wird von deni armen Rest der Gewerbe verlangt." Was Börne hier sagt, ist Alles vollkommen Wahrheit: wir geben ihm da Recht aus vollem Herzen, aber er ist nicht der Erfinder dieser bitteren Kritik. Die französischen Blätter mit dem Bestreben, die sociale Frage zu lösen, haben gerade in jener Zeit, in welcher Börne seine Pariser Briefe schrieb, alles das, was hier Börne sagt, in Hunderten von Artikeln schon breitgetreten vorgebracht. Die heutigen Verschlinger, welche das Vermögen und den Wohlstand des Bürgerstandes und der Kleingewerbe hinabgewürgt haben und es nun in ihrem Uebermuth verprassen (verdauen), diese Gesellen machen sicher keine Spazierfahrten zu Kirchweihfesten, sie feiern jetzt eine Zeit lang — den langen Tag beständiger Feste, aber keine Kirch weih feste, sondern Feste ohne Kirche und ohne Weihe. Jetzt, 6V Jahre nach dem Erscheinen der Börne-Briefe, sind es in den Parlamenten gerade jene Emancipirten und ihre durch Geld oder gute Worte erkauften und bethörten Freunde, welche den oben ausgesprochenen Forderungen Börnes und der Armen gewaffnet zur Abwehr gegenüberstehen. Ist jetzt von einer Besteuerung der Millionäre, von einer Börsensteuer die Rede, so ertönt Wuth- und Wehgeschrei durch das Haus Israel über diese blöde, unsinnige Forderung, es wird versucht, zu beweisen, daß die Börsensteuer ein purer Unsinn, eine Unmöglichkeit ist, und wenn das zur Verzweiflung gebrachte aus- gewucherte Volk hier und da zu ungesetzlicher Abhilfe seine Zuflucht nimmt und zu Gewaltthaten gegenüber den Blutsaugern schreitet, dann wird von den Börnejüngern der Militärjüngling, der arme Sohn des armen Bauern, „der für 5 Kreuzer täglich bereit sein muß, ein Vatermörder zu werden" (nach Börne), in Bewegung gesetzt, er muß täglich bereit sein, Börne und Consorten. 149 ein Vatermörder zu werden, daß die Wucherer unter dem Schutz des Gesetzes ihr segensreiches Gewerbe ungestört fortsetzen können. In der That, die Geschichte seit sechs Dezennien hat uns gezeigt, daß Börne nicht daran gedacht hat, wie er selbst diese Armen gegen die reichen und übermüthigen Emancipirten zum Kampfe auffordert. Und in der That, wenn das „hundsföttische Christenthum" (wie es der getaufte Börne im Zeuith seiner Infamie nennt) hier nicht auf dem Wege christlicher Gesetzgebung die Völker beruhigt, dann mögen sich Jene, die dem Volke das Geld und die Religion abgeschwindelt haben, vorsehen: der Fünfkreuzerheld^ dürfte nach Börnes Vorschrift sich auch hier weigern, auf seinen Vater zu schießen. Börne hat durch seinen socialen Excurs seinen Stammesgenossen einen sehr schlechten Dienst erwiesen. Börne besaß eben nur talmudistische Sophistik und deshalb Mangel an reeller Logik. Börne ist in einemfort über die Christen und über die Deutschen erbittert; fluchend, spötzelnd, spuckend, voll des gemeinsten Judenhohues fährt er wie ein Kreisel herum, er kommt aus dem bornirten Talmudkreis selten heraus, er plaidirt immer nur für die Juden, nur mit den Crösusjuden macht er eine kleine Ausnahme. Vom Hause Rothschild hat er sicher weder Geld, noch gute Worte bekommen, diesem Hause hängt er bisweilen einen Klaps an. 62. Wörne ist ans das Saus Itotljschitd nicht gut zu sprechen. Schwört seinen Jeindcn Aache und wünscht sich, stark zu sein, um mit seinen Jeindcn raufen zu können. Nachdem er (X. S. 201) weitläufig erzählt, wie das Haus Rothschild bei einem Anlehen für Oesterreich sich um acht Millionen (zu wessen Gunsten versteht sich) verrechnet, bringt er den Detailbericht hierüber aus einem französischen Blatte. Wir führen den Schluß desselben an: „Wir haben es schon früher gezeigt, daß die Geldlente die gefährlichsten Feinde der Völker sind, sie haben am meisten dazu ^ Oder die „verthierte Soldateska", wie Jude Kuranda das Militär genannt. 150 Börne und Consorten. beigetragen, den Grundbau der Freiheit zu untergraben, und ohne Zweifel wäre der größte Theil der europäischen Völker schon im vollen Besitz der Freiheit, wenn die Rothschild, die Agnado, die Casimir Perrier, und andere mit ihrem Gelde die absolute Gewalt nicht unterstützt hätten." Börne bemerkt weiter: „Dupin hat diese Woche in der Kammer die Bankiers laux- eerviers, Luchse genannt! Das sind Ranbthicre, die zum Katzengeschlecht gehören. Casimir Perrier «Jude) hat ihm über seine unzeitige Naturgeschichte die bittersten Borwürfe gemacht. Das führt mich ans die Rothschilde zurück. Noch einmal — wäre es nicht ein Glück für die Welt, wenn alle Kronen ans deren Häuptern säßen, statt daß sie setzt zu ihren Füßen liegen? Es kommt auch noch dabin. Sitzen die Rothschild auch noch ans keinen Thronen, so werden sie, wenigstens so bald ein Thron srei wird, um Rath gefragt, wen man daraus setzen solle." Börne, der Alles zertrippelt und verspötzelt hak, was ihm nicht zu Gesichte stand, ist immer voll des Aergers, wenn Diejenigen, auf welche er geschossen hat, auf ihn wieder herüberschießen. Man sagte von ihm, er sei „gereizt, nervenschwach". X. 216: „Auch Robert hat mich einen nervenschwachen Athleten genannt, der Johanniter Meyer in Hamburg kennt mich besser. Er nennt mich „so ein Kerl", was doch auf eine 6 Fuß hohe Seele hindeutet! Äch wäre ich nur so ein Kerl, nicht wie jetzt ein jämmerlich übersetzter Kerl, sondern ein untersetzter Kerl, mit breiten Schultern, öreiter Brust, breiten Zähnen, breiten Fäusten und breiten Gedanken — hei, wie wollte ich sie zurichten. „Sie schrieben mir neulich, es sei meiner unwürdig, wie ich mich gegen Robert und Pitschaft ausgesprochen." „Wenn die Feinde der Freiheit im Kothe lagern, soll ich fern bleiben und sie nicht angreifen, um meine Stiefel nicht zu beschmutzen!" Wenn es darauf ankommt, von den feinsten Worten ein Filigran zu flechten, ein Drahtnetz für Mückenseelen — ich verstehe das so gut als Einer. Wenn es darauf ankommt, eine Satyre zu spitzen, so spitz, daß sie durch die Pore eines Glases dringt — ich verstehe das so gut als Einer. Wenn es' darauf ankommt, ein Gift zu mischen, klar, hell, rein, durchsichtig, ohne Farbe, Geruch und Geschmack, unschuldig wie frisches Quellwasser, ein Verleumdnngs- gift, eine agua tokana — ich verstehe das so gut als Einer. Aber nein, ich will die Kerls todt schlagen am hellen Tage und vor Aller Augen, und alle sollen es wissen, und sie selbst, daß sie von meiner Hand gefallen. Wie, wenn ein dummer Bauernlümmel mir in der Schlacht gegenübersteht, der gar nicht Börne und Consorten. 151 weiß, wo er sich befindet, nicht weiß, woher er gekommen, wohin er geht, für wos, für wen er streitet, soll ich ihn schonen, weil er dumm ist? Er gilt seinen Mann, und seine Kugel trifft so gut, als kenne er fein Ziel. Darum schlage ich ihn zu Boden. Soll ich ihm verächtlich den Rücken wenden, daß er mich von hinten treffe? Fein thun mit solchen plumpen Thieren, unter Scherz und Lachen, Kirschkerne schnellen gegen solche Elephanten, es ist lächerlich. Sie spüren es gar nicht. Oder glauben Sie vielleicht, daß Alle die Plumpheit, die Roheit, die Gemeinheit meiner Gegner fühlten? Glauben Sie das nicht, nicht einmal die Bessern alle! Ein wohlmeinender Freund brachte mir das Blatt aus Stuttgart: ich las es iu seiner Gegenwart und ergötzte mich unter lautem Lachen Gm?) an dem Fischweiberwitze einer deutschen Hofzeituug. Aber der Freund bemerkte mit bedenklichem Gesichte: ja es bleibt doch immer etwas hängen. Ich erwiderte: Pah. das bürstet mein Bedienter wieder aus. Als ich aber später darüber nachgedacht, fand ich, daß ich nur eine leere Floskel gebraucht, um etwas zu sagen, und daß der Freund Recht gehabt." Börne erinnert mit seinen Bedingungen (breite Brust, breite Schultern, breite Zähne, breite Fäuste) an den tapfern Jacob in Sessa's „Unser Verkehr". Das Stück wurde 1816 zum ersten Male aufgeführt; Börne schrieb obige Stelle 1832, also 16 Jahre später. Ein glänzender Beweis, wie Sessa die Tapferkeit von Börnes Helden und Stammesgenossen gut zu copiren wußte. Jacob beginnt seinen Tapferkeitsbeweis mit: „Ich bin nicht furchtsam", aber die Litanei der Bedingungen, unter denen er „nicht furchtsam" wäre, ist derartig psychologisch richtig gegeben, daß Börne, der über „Unser Verkehr" sehr aufgebracht war, hier in die komische Situation Jacobs sich selber, ohne es zu wollen, hinein verwickelt. KZ. Gersichert den Aescr schon wieder seine Ireude und sein fröhliches Gelächter, als ihn ein Gegner mit seinen eigenen Waffen heimsucht. Auch hier straft der nachfolgende eklatante Zorncsausbruch die obige Gerstcherung der Auge. Angst vor der 'Todesstrafe. Wenn Börne eine Schrift seiner Gegner in die Hände bekommt, da prahlt er immer mit seinem guten Humor, mit seinem Gelächter über seine Gegner. Aber das Gelächter hält 152 Börne und Consorten, nicht an, es verstummt sehr geschwind, um einige Seiten lang dem wüthendsten Geschimpfe Platz zu machen. Hören wir ihn: „Was andere thun für die Tyrannei, warum sollen wir es nicht kür die Freiheit thun? Schwert gegen Schwert, List gegen List, Koth gegen Koth, Hundegebell gegen Hundegebcll. „Nur mit Unrecht gewinnt man das Recht: (!> denn man kann selbst im Kampfe für die Wahrheit die Söldlinge nicht entbehren, und diese bezahlt man mit Tugend nicht. Sehen Sie Rousseau. Es gab keinen Menschen, der das Gute mehr geliebt, das Schlechte mehr gehaßt, als er. Er kämpfte sein ganzes Leben für Freiheit und Recht, und warum wurde er so verkannt, warum wurde er so verspottet?" „Alle Blitze seiner Beredsamkeit gebrauchte er für Andere, für sich selbst war er wehrlos und stumm! Einmal sagt er in seinen Bekenntnissen: „„.hätte ich meine Kraft gebrauchen wollen gegen meine Feinde, ich hätte gewiß die Lacher auf meiner Seite gehabt."" „Ich habe mir das gemerkt. Die Lacher will ich aus meine Seite ziehen, die gutes Herz und gute Fäuste haben, und nicht die feinen Lächler, die, ob sie zwar tausendmal mir Recht gaben, doch tausendmal mich todtschlagen ließen, ohne die Hand für mich aufzuheben; aber mir immerfort Recht geben und immerfort lächeln würden. Göttliche Grobheit, vor dir falle ich nieder." Der Kampf für die Freiheit wird nur durch einen Charakter geadelt. An Rousseau haften zwei Begebenheiten, die man im Gedanken an ihn nicht losbringen kann: Der Banddiebstahl -— und das arme Stubenmädchen als Diebin vorschieben mit aller Schmach und mit der Strafe für dies Vergehen, dann die Versendung seiner Kinder ins Findelhaus ohne Namenszettel, daß diese ja nie hülfesuchend zu ihren Eltern kommen können. Trotz dieser Thatsachen ist Rousseau in seinem Kampfe für sein von ihm ausgedachtes Freiheitsideal nicht so selbstsüchtig und immer für die Gloire seines Namens bedacht gewesen, und er hat auch nicht mit so giftigen Waffen gekämpft, wie der „kranke, nervöse, verkrümmte" Börne. Was in dieser Richtung Börne zum Lobe Rousseaus sagt, das hat allerdings etwas für sich. Samstag, den 4. Februar 1832 schreibt Börne: „Heine wurde neulich von Jemand gefragt: worin er sich in seinen politischen Ansichten von mir unterscheide? Er antwortete: ich bin eine gewöhnliche Guillotine, und Körne ist eine Dampfguillotine." — Börne nnd Konsorten. 153 7. Februar 1832 arbeitet Börne für Abschaffung der Todesstrafe: „Als der edle Tracy in der Kammer auf die Abschaffung der Todesstrafe angetragen, da hätten sie nicht ruhen und rasten, sie hätten ihre Kinder nicht wiedersehen, nicht eher essen, trinken und schlafen sollen, bis das rettende Gesetz angenommen und verkündigt worden. Die Unglückseligen! Für wen denn haben sie das Schaffst ausgerichtet, für wen haben sie das verrostete Beil des Henkers wieder blank geschliffen? Für sich selbst. Nicht zum zweiten Male wird das Volk seine Freiheit Tyrannen anvertrauen, nicht zum zweiten Male wird es seinen Feinden das Leben schenken." Das geht Altes in einem Athem: Abschaffung der Todesstrafe für Verbrecher jeder Art, auch für Mörder und Todt- schläger, wer aber als ein Feind des Volkes bezeichnet wird, der gehört dem Henker! Börne hat eine ungeheure Angst vor der Todesstrafe und wüthet gegen den Adel: „Der englische Adel drängt seinen König zurück, und der französische rüstet sich mit dem Gelde der dummen Bankiers!" Dumm waren und sind diese Bankiers nicht, ihr erster Grundsatz ist Geldverdienen, — das war von jeher so! Warum sollten sie auch nicht? Wenn Börne sich über den Verlust der drei Louisd'or (die er für das „hundsföttische Christenthum" bei der von ihm verlaugten Taufe dem Pastor als Geschenk gegeben) zu einer oraisou kunsbrs hinreißen läßt, und zwar deshalb, weil ihm die Taufe nichts geholfen, warum sollen die Bankiers nicht dem Adel helfen, wenn es ihnen etwas hilft? 64. Wie ZSöriie dem ?5eser seinen persönlichen Wntlj ijinnuszubeweisen sucht. Psychologisch interessant ist, wie Börne das Dasein des Muthes bei sich zu beweisen sucht; er nennt den Stuttgarter Hofzeitungsschreiber (X. S. 3l)6) einen Taugenichts, dann: „Der Stuttgarter Hofzeitnngsschreiber, wie die ganze Schafheerde, die gegen mich geblökt, fürchtet mich mehr als den bösen Wolf, nnd sähe daher gar zu gern, daß ich keine Gelegenheit versäumte, mich todtschießen zu lassen. So ein Schuß ist freilich eine Kritik, die keine Antikritik zu fürchten hat. Darum sucht der Narr auch meinen Ehrgeiz rege zu machen nnd sagt: „„Bald will H. Börne Revolutionen nnd zappelt krampfhaft 154 Börne und Consorten, darnach, bald fürchtet seine erbärmliche Judenseele sie ängstlich, wie im 19. Brief. So oft Spektakel und Auflauf war in Paris, hatte er Zahnweh oder dicke Backen, und jammert dann hintendrein wahrhaft kindisch komisch, nicht dabei gewesen zu sein."" „Mein guter alter Freund, wo haben Sie da im 19. Brief Furcht gefunden? Unser Muth und unsere Bangigkeit sind freilich sehr verschieden 0on einander. S i e fürchten Alles, nur die Polizei nicht, weil sie unter deren beson- derm Schutze stehen; ich aber fürchte nichts als den Meuchelmord der Polizei. Eine offene Kugel fürchte ich nicht. Wenn ich Sie früher oder später einmal in Stuttgart besuche, werde ich Ihnen beweisen, daß eine dicke Backe Einem wirklich am Ausgehen hindern kann, und daß, wenn man in Paris zu Hause bleibt, und man als Oberspion keine andere Spione unter sich hat, man nicht erfährt, was sich in der Stadt ereignet. Es gab noch mehrere solcher Narren, die, um mich los zu werden, einen kindischen Ehrgeiz in mir aufzuregen suchten. Als sie erröthen mußten, daß ich, ich allein unter all den Stummen und Verschnittenen, es gewagt, den Unterdrückten (?> des Volkes die Wahrheit zu sagen, da meinten sie: Welch ein großer Muth, sich in Paris hinzusetzen und dort gegen deutsche Regierungen zu schreiben! Und jetzt hoffen sie, ich würde hurtig, wie ein thörichter Knabe in die Höhle des Tigers laufen." — Diese Schutzrede für den persönlichen Muth Börnes hat ihre sehr schwachen Seiten; sie zeigt einen Schatz von Klugheit, der nicht zu erschöpfen ist, dafür aber für Persönlichen Muth — Erschöpfung allein. Auch die sehr ästhetisch und mit feinem Gefühl dem Stuttgarter angedrohte Ohrfeige ist nicht zu Stande gekommen; der kleine, schwache Börne wäre auch in Stuttgart (wie er sich zuvor geäußert) nicht wie ein thörichter Knabe in die Höhle des Tigers gelaufen, er wäre ja bei gegenseitigem Aus Wechsel der Feigen gar zu reichlich retourbezahlt worden. Der Stuttgarter hätte aus Hochachtung für Börne die Ohrfeige nicht friedlich eingesteckt, das konnte sich Börne denken. Der kleine, schwache Geselle wäre mit einem Schlag zappelnd auf dem Boden gelegen. — Diese in Stuttgart zu verabfolgende Ohrfeige Börnes war sonach nur ein — meilenweites Con- rage-Turnen! X. S. 312 entgegnet Börne dem Stuttgarter Hofzeitungsmitarbeiter (er soll Lindner geheißen haben) mit einem Häring- salat von allen deutschen Schimpfworten. Börne selber erzählt: „Ich habe in meinem Briefe gesagt: im nächsten Jahre würde das Dntzend Eier theurer sein, als das Dntzend Fürsten — Börne und Consorten. 155 und jetzt machen sie sich lustig über mich, weil gerade das Gegen- theil eingetroffen." Lindner nennt Börne: „O du elende Schmeißfliege". Das wird Börne zu arg, er rächt sich und beginnt: „Ihr Schlingels, Ihr Flegels, Ihr Ochsen, Ihr Esel, Ihr Schweine, Ihr Schate, Ihr Mordbrenner, Ihr Spitzbuben, Ihr jämmerlichen Wichte, Ihr Sch— doch ohne Leidenschaft. Alles mit Ordnung." Dann folgen fünf Seiten alphabetisch geordnet alle möglichen deutschen Schimpfwörter. Man sieht, Börne weiß sich vor Unbehagen gar nicht aus, weil er als der dreizehnte der kleinen Bibelpropheten auftreten wollte und mit den billigen Dutzend Fürsten — Fiasko gemacht. 65. Lamento der Irankfurtcr Juden. Worin: „lacht" wieder nver einen chegner, der ihn geschildert hat. Frankfurter Juden richten eine Adresse au die Herren Vorsteher des Deutschen Preßvereins in Zweibrücken. Die Adresse beginnt (XI. S. 34): „Wir haben die Ehre, ihnen eine Liste von Einwohnern Frankfurts, die dem schönen Bunde für das freie deutsche Wort beigetreten, zugleich mit dem Betrage der Sammlung des ersten Monats zu übersenden. Alle die Unterzeichneten sind jüdischen Glaubens." — „Wir hätten vorauseilen sollen in einem Kampfe, der uns mehr verspricht, als den übrigen Deutschen, (!) weil uns Alles fehlet, doch wir sind die Minderzahl, und es ziemte uns daher, die Beschlüsse der Mehrheit abzuwarten und ihrer Leitung zu folgen." u. s. w. (Das heißt wohl zu warten, bis uns die dummen Goyim die Kastanien aus dem Feuer herausgeholt haben.) Wenn man weiß und erfahren hat, wie es die Herren Juden machen, sobald sie emancipirt und zur Herrschaft gelangt sind, wie sie die Christen dann in allen Richtungen als ihre Leibeigenen behandeln, der wird folgenden Passus, den Börne auch noch durchschossen drucken ließ, zu würdigen wissen: „Man hat sich uns gegenüber das Recht der Pest angemaßt, das Recht, unsere Bevölkerung zu vermindern, und um dieses fluchwürdige Ziel zu erreichen, verstattet man uns, die wir in Frankfurt 500V an der Zahl sind, jährlich nur 15 Ehen zu schließen! 156 Börne und Consorten. Höre es, deutsches Vvlk! Und wenn Freiheit, Recht, Menschlichkeit in deinem Wörterbuche stehen, erröthe, daß du ahne Erröthen diese Schmach, die das ganze Vaterland schändet, so lange ertragen konntest," Das ist Alles ganz schön und plausibel gesagt. Da es aber nicht Sache der Juden ist, als Com- ba ttanten im Kriege sich todtschlagen zu lassen, und da es nicht ihre Sache ist, zu hämmern, zu weben, zu nähen, zu stricken, beschwerliche Handwerke zu üben, zu arbeiten, den Körper anzustrengen, Bausteine zu tragen, Holz zu fällen, in Bergwerken zu arbeiten, in Werkstätten zu sitzen, mit einem Wort: zu produciren und die Lebenskraft dabei einzusetzen, da sie der Meinung sind, dazu sind nur die Goyim geschaffen, und sie sind nur da, um sich zu vermehren und sich von den Goyim bedienen zu lassen, so müssen gegen derlei eben so fein ausgesponnene, als grob ausgeführte Pläne von den Goyim Präventivmaßregeln angewendet werden, wenn sie nicht ganz und gar in die elendeste Sklaverei der Juden verfallen wollen. Man muß eben beide Theile hören; die Einen, die wollen nur immer Rechte, Rechte, Rechte und Gleichstellung bezugs der Rechte, aber von Pflichten schweigen sie standhaft, denen suchen sie sich überall zu entziehen, wo es nur möglich ist; sie die Löwen und die Christen die Schafe und Kameele, — Wenn nun die Christen noch nicht so verdummt sind, daß sie dieses schöne Projekt durchschauen und nicht noch mithelfen, es auszuführen, dann sollen sie bis über die Ohren rvth werden vor Scham, Kein Volk ist so entschieden in Forderungen und keines so zurückhaltend mit Leistungen, als Israel, Das ist ihre Taktik, und dann folgt in erster Linie das Elend der Goyim! Daß Lindner in München, der gegen Börne geschrieben, Legationsrath geworden, veranlaßt Börne zu allerhand Witzen, Er sagt: „Lindner habe die Erlaubniß, die Uniform des königlichen Hauses zu tragen, taxfrei bekommen. Ich möchte ihn sehen in seiner Livree n. s. w." Dann kommt Börne auf seine eigene Person: „Ach was habe ich für einen schönen, neuen Ueberrock, Hasel- nnßfarbe, bequem über dem Frack zu tragen, wattirt, lang, ein Meisterstück, Auch hat ihn der berühmte Staub gemacht, der Börne und Consortcn. 157 Rothschild der Schneider. Was die Natur an mir verdorben, hat er wieder gut gemacht. Meine Taille sollten Sie sehen." Börne war höckerig und klein und macht hier selbst einen Witz über seine Gestalt. Dann ergeht sich Börne in Aeußerungeu, die er dem Redakteur der „Mannheimer Zeitung" ins Gesicht sagen würde, wenn er mit ihm zusammenkäme, und schließt: „Sie sind nicht Werth, daß Sie der Teufel holt! Dann ginge ich fort, und lachte mich todt! Nur eines ist mir unerklärlich: warum der Redakteur der Mannheimer Zeitung von den Heidelberger Studenten noch niemals Prügel bekommen!" — Hier sehen wir, wie Börne immer von seinem Lachen redet, wenn er sich weidlich ärgert, und wie er höchst perfid den Heidelberger Studenten einen Wink gibt, wie sie für Börne, der in Paris im Trockenen sitzt, die Rache für ihn übernehmen könnten. LK. Wörne, nach Nalihinergcständnist ein Hal'mudzude, gerätlj in Müh, wenn er Jude genannt und als solcher behandelt wird. Erneuerte Jürstenzerguetschnng und Königsvernichtung. Juden können alle Könige stürzen. Der 11. Band von Börnes Schriften (75.—99. Brief) ist der langweiligste, er gibt ein Zeugniß, daß Börne auch als Satyriker in den Jahren 1830—33 vollkommen fertig war. Das Schimpflexikon ist erschöpft, als Prophet hat er Fiasko gemacht, viele lächerliche Seiten Börnes sind enthüllt worden, die Judenschule hat ihn überflügelt, eine Menge seiner Jünger seine Sprache nachgeahmt, er hat das Monopol verloren, er fängt an, untröstlich zu werden. Er wirft selten mit Eseln herum — es hat ihn die Zuversicht auf sich selber verlassen. In Bibliotheken findet man den letzten Band wenig, den 11. gar nicht gelesen, der Schnitt ist noch zugeklebt; Börne ist selbst seinen Verehrern für die Länge ungenießbar geworden, er hat sich selbst überschimpft und überwüthet. Gegen Ende des 11. Bandes, S. 219, vergleicht sich Börne, der „Fürstenentthroner", sogar mit Christus dem Herrn. Ein Gedicht in den Xenien, welches ihn und Heine persiflirt, ärgert ihn. Es lautet: „Schumi und Heyum, sie schreiben als deutsche Männer für Freiheit, Kommt noch der Jtzig dazu, stürzen die Fürsten vom Thron." 158 Börne und Consorten, Börne hierüber: „Nun, warum nicht, wenn ein Jude (Börne meint Rothschild) stark genug ist, die wankenden Fürsten auf ihren Thronen zu erhalten, warum sollten die Juden nicht Macht genug haben, sie herunter zu stürzen. Auch Christus war ein Jude, und er hat die Götter ans dem Olymp gestürzt, und das war doch eine ganz andere Fürstenschaft, als die heilige Allianz des hohen deutschen Bundes. Wo ist jetzt Jupiter mit seinen Blitzen? Vor nnserm Spotte schützt ihn nur unser Vergessen — und das hat ein Jude gethan! — Ich glaube, der Schmnl bin ich, und der Heynm wird wohl Heine sein: aber wo bleibt der Jtzig! Jtzig! Jtzig! Jtzig!" Börne kommt immer in entsetzliche Aufregung, wenn Gegner ihn als Juden behandeln. „Was hat es mir genützt", fragt er aber (das ist doch echter Handelsmann und Trödler), „daß ich mich habe taufen lassen?" Die Taufe war ihm nach eigenem Geständniß unkommode — er blieb jeder Zoll Jude. Er wird immer rabiat, wenn man ihn auf das aufmerksam macht, was er selber nie vergessen, aber auch nie verbergen kann. Der Börne ist immer der Baruch. und wenn er vielmal mit Ausrufungszeichen schreibt: Jtzig! so sieht man das kleine Männchen auf seinem Sessel zittern und zappeln, er gibt feine Aufregung in seinem Styl kund. S. 244 erzählt Börne, daß in der Abendzeitung über ihn stand: „Börne steht jetzt ans dem Punkte, wo der Mensch in den Tiger übergeht." Das freut Börne natürlich, und der Satz ist auch dumm abgefaßt. Der Gegner Börnes hat dem kleinen Männchen eine Schmeichelei gesagt, die ihn nichts weniger als ärgern konnte. Der Vergleich war ein Fehlgriff in der Menagerie. Börne will die Könige stürzen, natürlich die christlichen Könige, denn wir haben ja in Europa (der Sultan zählt nicht und den wollte er auch nicht stürzen) nur christliche Könige. Da entpuppt sich der kleine Jude (der sich nach seines Kampfgenossen Heine Beobachtung in seinem großen, schweren Schlafrock wie eine Schildkröte in ihrem Gehäuse herumdrehte) als echter Talmudjude, denn im Sokmr I. 21öb steht geschrieben: Börne und Consorten. 159 „Unsere (der Juden) Gefangenschaft wird fortdauern, so lange wir nicht die Herrscher der Akumvölker von der Erde vertilgt habein Rabbi Josi und ein Reisegenosse waren beisammen, als sie einen Vogel bemerkten, der verbrannt wurde. Dieses Schicksal des Vogels, sagte Josi, sei eine Andeutung, wie man mit nichtjüdischen Herrschern zu Verfahren habe, und darauf beziehe sich Dan. 7. 11, ich sah zu, bis das Thier getödtet wurde. Auch Derechemeth bemerkt zu Sohar I 2l9t>, daß die irdische und die himmlische Welt nicht eher Ruhe finden können, bis man sich von der Herrschaft der nichtjüdischen Herrscher los gemacht haben wird." Da haben wir wieder den kleinen, giftigen Juden als Vernichter christlicher Könige, als frommen Befolger rabbi- nitischer Lehren, als wüthenden Hasser der christlichen Fürsten. Es hat oft in Frankreich eine wahre Heidenwirthschaft mit den Finanzen unter den christlichen Herrschern gegeben, wie unter Louis Philipp und Napoleon III., aber derartig frech ist Frankreich noch nicht ausgebeutet worden, wie von einer unverschämten Räuberbande von nichtchristlichen Geldkönigen in der glorreichen Zeit der jüngsten Republik!! r. Reinganum beschließt XII. 398 die Biographie Börnes mit den Worten: „Sein Andenken wird in seinen Werken leuchten durch die dankbaren Jahrhunderte Deutschlands. Und wie die Mühen, so wird man auch den großen Charakter des Mannes immerdar ehren. Unvergessen wird sein, daß dieser echte Sohn des Vaterlandes ihm die treuesten Dienste leistete, da er unerschrocken die ewigen Wahrheiten verkündete, am welchen das Wohl der Menschheit und die Sicherheit des Lebens der Völker beruht — da er die Gebrechen der Zeiten an das Licht der Sonne zog, um zu strafe» nicht allein, um zu heilen. (!) Unvergeßlich wird sein, daß er sein Vaterland herzlich liebte, freilich nicht mit der weichlichen verschwimmenden Stimmung der gedankenlosen Enthusiasten, aber mit der Strenge und dem Ernste eines Helden des G eistes." Die Verleger der Böruestchen Schriften können mit diesem Schlußfeuerwerk, welches 1)r. Reinganum über den hingegangenen Börne abgebrannt hat, vollkommen zufrieden sein. Wenn es wirklich Börne zu danken wäre, daß man jetzt in Deutschland die deutschen Fürsten nach Lust persifliren kann, so muß es doch auch erlaubt sein, denselbigeu Börne (herüber Schiller den „Dünnschuäbeligen" und Goethe den „Breit- schnauzigen" seine Galle endlos ausgegossen) ein wenig mit seinen eigenen Geständnissen zu beleuchten und die Waffen zu untersuchen, mit denen dieser „Held des Geistes" gekämpft, die Ziele, die er sich in unbewachten Augenblicken öffentlich vorgesteckt (als er z. B- sagte, er hoffe es noch zu erleben, wo jede solchPaufrührerische Schrift gegen die Juden ihren Verfasser entweder ins Zuchthaus oder ins Tollhaus bringen werde), und das Glück zu betrachten, in welches Deutschland durch das Börne-Judenfreiheits- und Emancipationsgeschrei hineingestürzt worden ist. Brunn er, Zwei Buschmänner. 11 162 Börne und Consortm. KS. Dütjrings Urttjeik über Wörne. Dühring jagt über die Börne-Richtung in der deutschen Literatur in seiner „Judenfrage", 2. Auflage, S, Sö: „Man braucht sich in der Judenpresse der sechziger und siebziger Jahre nur umzusehen, nm zn erkennen, wie die Literaten von Heine und Börne zehrten, und wie sie mit Redensarten oder sein sollenden Witzen aus diesen Quellen herumwarfein Am lehrreichsten war diese Erscheinung in Deutschlands socialpolitischer Presse, Hier war die Verjudung am vollständigsten, namentlich in der Marxistischen Sippe dieses Preßchorus, Diese Verjudunq wuchs in den spüteru siebenziger Jahren fast zu einer ausschließlichen Herrschaft des jüdischen Elements, der sich social- demokratisch gebärdenden Presse, Alttestamentliche und Talmudische Anspielungen in den Redewendungen verriethen oft genug in diesen Zeitungen, woher ihre Schreiber ihr bischen Bildung erworben hatten," „Die zunehmende Verjudung ging mit der Beseitigung der Spaltung in der Socialdemokratie Hand in Hand, und hätte nicht das Socialistengesetz die ganze sich so muthig duckende Judenschaft dieser Sphäre gleichsam mit einem Deckel den Augen entzogen, so würde die Presse und Broschürenliteratur ihre jüdische Physiognomie heute in vollster Glorie zeigen: denn sie war auf dem Wege, auch die letzten Spuren jedes nichtjüdischen Elements und jeder nicht judengehorsamen Regung in der Socialdemokratie auszutilgen," „Zu der ordinären und völlig unsauber» Manier, für welche Heine besonders in seinen späteren Schriften massenhaften und wüsten Stoff geliefert, fügten die 6ver und 70er Jahre durch weniger talentvolle Juden noch gesteigerte Probestücke hinzu. In literarischer Gemeinheit und unmenschlich widrigem Ton wurde durch die Entfesselung des Judenwesens das Aeußerste geleistet." Was Dühring von Heine sagt, hat auch von Börne seine volle Geltung: „Heine hatte schon damit angefangen, die nach den Freiheitskriegen sich fortsetzenden nationalen Regungen zu verspotten. Dagegen hatte er in Prosa und in Reimen stets die Sache des Judenthums geführt — eine Thatsache, die durch die gelegentliche Einmischung von ein Paar Spässen über die „mehr oder minder gebogenen" Nasen seiner Stammesgenossen ihren Grundcharakter nicht.im mindesten verliert." So hat der Dühring den Reinganum Untergetaucht sammt seinem Brimbamborinm. Er hat erklärt in Acht und Aberacht Die Börne-Heine'sche Niedertracht. Börne und Konsorten. 163 Wer lacht dem Reinganum nicht ins Gesicht, Wenn er bei Börne von einem „großen Charakter" spricht, Der „ewige Wahrheiten verkündet unerschrocken"? Ach, wie unverdaulich sind diese Brocken! Der muthige Held hat sich immer verkrochen, Wenn in Paris ein Krawall war ausgebrochen. „Kommende Jahrhunderte sollen ihn dankbar preisen Und ihm alle möglichen Ehren erweisen." „Ans Licht zog er der Zeiten Gebrechen", Und wir wollen von seinen Gebrechen sprechen. „Er hätte sein Vaterland herzlich geliebt," Ein Held, für den es kein Vaterland gibt?! Der Christenhaß war ihm ja eingeimpft, Er hat die Goyim als „Deutsche" niedergeschimpft. Es ist doch ein Wort, ein freches und dreistes, Den Börne zu stempeln zu einem „Helden des Geistes". Es kommen die Goyim auch wieder zum Worte Zum Verdruß der Schwindler der schlechtesten Sorte. Wir schließen mit einem Urtheil Dührings („Judenfrage", S. 58), dessen Aeußerungen wir gerade deshalb anführen, weil er in der Judenfrage ganz von aller positiven Religion abstrahirt und nur die Beobachtungen an der Nation mittheilt. Dühring sagt: „Börne kann auch als Beispiel dafür dienen, wie jüdische Urtheilslosigkeit noch überdies ohne Scham in plumpen und ordinären Ausdrücken ihre angeblichen Trümpfe ausspielt. So bat Börne in seinen Schriften von einem spitzen, idealen Schnabel Schillers und einer breiten, realistischen schnauze Goethes geredet und gleich neben diesen mehr als unedlen Ausdrücken auch noch hinzuschreiben vermocht, Schiller und Goethe wären nur für ihre Zeit, und sie seien nur Register der Vergangenheit. Lessing dagegen sei auch für die Folgezeit, und er sei im Gegensatz zu Schiller und Goethe ein „Jnhaltsverzeichniß der Zukunft". Diese echt jüdische Höchststellung Lessings kann nicht auffallen. War doch der Jude Börne von dem Recht des Judenthums auf einenicht einmal literarisch anzutastende Judenherrschaft übervoll! In einer Hinterhaltigen und das Publikum irreführenden Reeension eines gelehrten Werkes über das Judenthum (von Holst) machte er dem Verfasser desselben eine-Erklärung, welche noch heute für das Jndenthum bezeichnend ist. Er führte ihm nämlich zu Gemüthe, daß er, Börne, noch die ii' 164 Börne und Consorten. Zeit zu erleben hoffe, wo jede solche aufrührerische Schritt gegen die Juden ihren Verfasser entweder ins Zuchthaus oder ins Tollhaus bringen werde. Börne starb um 1837. Im Jahre 1881 sind aber diese frommen Wünsche der Judenracc, trotz der seitdem gewaltig gestiegenen Macht, noch unerfüllt dieselben, verlautbaren sich jedoch schon im unmittelbarsten Rufe nach dem Büttel." 69. Wie Wörne sich selber das entehrendste Urtljeil gesprochen. Der arme Zelter nennt Wörne einen ehrlichen Achsen, ein Zerstoß gegen Hhicr- und Wenschenkenntniß. In dieser Hoffnung Börnes (die wir schon früher angeführt) und in der Stelle, wo er als echter Talmudjude über das „hundsfvttische Christenthum" wuthschäumend losbricht und sein drei Louisd'or-Geschenk für die Taufe zurückzuhaben wünscht mit dem Ausruf: „Seit 18 Jahren bin ich getauft, und es Hilst mir nichts!" hat sich Börne gekennzeichnet. lieber dieses Bekenntniß „einer schönen Seele" läßt sich das Urheil anwenden: „Das heißt ja doch: den Rock ausziehen, das Hemd über den Nacken herunterstreifeu, sich auf den offenen Markt Hinstelleu und sämmtliche Passauten einladen, sie mögen die moralische Brandmarke anschauen, die dem glücklichen Besitzer derselben aufgeprägt ist. Glücklich, den: der Maßstab für Ehre unfindbar in Verlust gerathen: denn der wird vom Gefühl der Ehrlosigkeit nicht mehr belästigt werden." Zelter schrieb an Goethe^ drei Monate vor Goethes Tode: „Was einem alles durchs Haus läuft! So habe ich Ludwig Börnes Briefe aus Paris vom Jahre 1836^31 eben gelesen. Dieser ehrliche Ochs ist aus dem Schlachthause mit einem verfehlten Schlage am Kopfe entlaufen, oder es ist der zweite vr. Planglos, von einem Pfuscher von Scharfrichter schlecht gehängt, denn er hat den Strick noch am Halse. Das allerlustigste ist sein Zeter über die Beschränkung der Presse, indem er mir nichts dir nichts alle sinnige Kaiser und Fürstendiener und mit ihnen auch Dich namentlich absetzt und mit orientalischer Naivetät (denn er ist ein Jude) ihre Stelle und ihre Macht fordert" * „Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter." 6. Bd. Brief 832, vom 3. December 1331. S. 346. Börne und Consorten. 165 Zelter thut ihm sehr unrecht mit dem Titel „ehrlicher Ochs", denn Börne ist beides durchaus nicht gewesen. Wer sich taufen läßt und über seine Taufe wie Börne spricht, und es aller Welt mittheilen kann, warum er sich taufen ließ und warum ihn die Taufe reut, den darf man mit dem Epitheton Zelters nicht benennen. 7V. Wernes Maklerei, KroßM» „nd Verlogenheit. Von wem die Prahlereien ausgegangen sind, die Holtet als Zeuge berichtigt, das kann man nicht sagen, nur kann man sick's denken. Holtei erzählt Folgendes bei Gelegenheit seines Aufenthaltes in Weimar 18^8, als Börne auch nach Weimar kam: „Börnes Richtung ging nach Berlin. Er verlangte Briefe an Berliner Literaten. Ich gab ihm deren an Ludwig Robert, Buchhändler Josephy, Willibald Alexis und viele andere. Wenn Börne irgendwo drucken lassen, Willibald Alexis habe sich ihm gewissermaßen angebettelt, oder dergleichen, so war dies eine Unwahrheit oder eine irrthümliche Verwechslung, Den Brief, den ich ihm für W. Alexis mitgab, hatte Börne ausdrücklich begehrt und noch dazu mit sehr lobpreisender Bezeichnung meines Berliner Freundes." Gutzkow sagt in Börnes Leben S. 112: „Börne war einmal in Weimar nahe daran, Goethe in Weimar vorgestellt zu werden. Holtei wollte ihn einführen. Doch schlug es Börne aus-" Wer könnte denn dies für Börne sehr vorteilhafte Märchen erfunden und ausgesprengt haben? Gutzkow glaubte es andächtig, und eben so andächtig glauben es die Leser Gutzkows. Und die „Anhänger" Börnes finden es von Börne „sehr groß", daß er es verschmäht hat, dem Minister Goethe vorgestellt zu werden. Nun ist aber der einzige und echte Zeuge in dieser Geschichte Holtei, und der berichtigt diese Lüge gerade ins Gegentheil hinüber: „Ich kann mich wirklich nicht mehr daraus besinnen, ob davon zwischen uns die Rede war, daß ich ihn aber bei Goethe hätte einführen wollen, ist schon deshalb unmöglich, weil Börne gleich mit der Erklärung ankam, am nächsten ^ „Vierzig Jahre", von Karl von Holtei. Breslau, Schulz, 1345. Fünfter Band, S. 54—55. löst Börne und Consorten. Mvrgen zeitig aufbrechen zn müssen. Und au jeneni Sonntag Abend, !vo er eingetroffen war, hätt' ich's ja für 1VVV Thaler nicht gewagt, beim alten Herrn einzudringen, so standen wir beide, Goethe und ich, gar nicht mitsammen. Und nun gar ein Fremder!! Börne!! Ich glaube, Friedrich, der Leibdiener Goethes, wie sehr er sonst mein Gönner sein mochte, hätte mich bei der bloßen Zumnthung einer solchen Anmeldung über die Stiege geworfen. — Als ich später Gelegenheit nahm, Börnes Anwesenheit zu erwähnen, äußerte sich Goethe so gar nicht über ihn, daß ich unmöglich zu einer Meinung gelangen konnte, wie er ihn wohl aufgenommen haben würde." Also auch hier echt semitische Verlogenheit, Prahlerei und Großthuerei. Das klappt wieder mit den großen Trinkgeldern, die der alte Baruch nach der Aussage des jungen Baruch dem Postillon gab, wofür der junge Baruch von diesem Postillon in Oesterreich Junker genannt wurde! Und auf diesen mit Poesie ausstaffirten Baruch der wirkliche, der, obwohl vermögend, jahrelang Proceß führt, bis er endlich, gerichtlich gezwungen, die Bücherschulden seines Herrn Sohnes mit schwerem Herzen bezahlt! Der alte und der junge Baruch Befolgen beide den Lokulobau aruoü. Der Goy wird beschummelt -— es geschieht ihm Recht, Er ist aus dem Esel- und Thiergeschlecht. Der junge wollte profitiren durch die Taufe, Aber er kam vom Regen in die Traufe; Er blieb, was er war — ein Jud' jeder Zoll, Das spürten die Goyim, und daher kam der Groll. Beide waren große Prahler, Beide waren schlechte Zahler, Ueber alle Maßen schuftig Und moralisch übelduftig. Endlich kommt die Zeit — als Richter Und verurtheilt das Gelichter, Als man schrieb in seinem Passe Ganz herkömmlich seine Race, War er deshalb sehr verdrüssig, Und es war doch überflüssig; Denn, was der Börne ist gewesen, Gab er deutlich selbst zu lesen. Börne und Consorten. 167 71. Keine über 'Körne. Körne freut sich an Wenzel, weil dieser der d Kissing, 1877. S. 195. ** Den Heine genirr es, den eigentlichen, specifischen Haß Börnes gegen die Goyim einzugestehen, denn da müßte er ja auch srch unter den Bann dieses Hasses stellen und denselben, den er so oft mit giftigem Hohn ausgesprochen, öffentlich eingestehen. Das erklärt auch die nachfolgende Taschenspielerei als eine echte Judenlogik. Börne und Consorten, 171 welchem Namen ich (!) ebenfalls kein bestimmtes Volk, sondern eine sowohl angeborene als angebildete Geistesrichtung und Anschauungsweise bezeichne. In dieser Beziehung (!) möchte ich (Heine) sagen: Alle Menschen sind entweder Juden oder Hellenen, Menschen mit ascetisthen, bildfeindlichen, vergeistiguügs- süchtigen Trieben, oder Menschen von lebensheiterem, entfaltungsstolzem und realistischem Wesen. So gab es Hellenen in deutschen Predigerfamilien, und Juden, die in Athen geboren, vielleicht von Theieus abstammten. Der Bart macht nicht den Juden, oder der Zopf macht nicht den Christen, kann man hier mit Recht sagen. Börne war ganz Nazarener, seine Antipathie gegen Goethe ging unmittelbar hervor aus seinem nazarenischen Gemüthe: seine spätere politische Exaltation war begründet in seinem schroffen Ascetismus, seinem Durst nach Märtyrerthum (oh! oh! oh!), der überhaupt bei den Republikanern gefunden wird, den sie republikanische Tugend nennen, und der von der Passionssucht (!) der früheren Christen io wenig verschieden ist (!!) In seiner späteren Zeit wendete sich Börne sogar zuni historischen Christeuthum, er sank fast in den Katholieismus, er fraternisirte mit dem Pfaffen Lamenais und verfiel in den widerwärtigsten Kapuzinerton. als er sich einst über einen Nachfolger Goethes, einen Pantheisten von der heitern Observanz öffentlich aussprach. Psychologisch merkwürdig ist die Untersuchung, wie in Börnes Seele allmählich das eingeborene Christenthum emporstieg, nachdem es lange niedergehallen worden von seinem scharfen Verstand und von seiner Lustigkeit. Ich sage Lustigkeit nicht Freude sois,- die Nazarener haben bisweilen eine gewisse springende, gute Laune, eine witzige, eichkätzchenhafte Munterkeit, gar lieblich kapriziös, gar süß, auch glänzend, worauf aber bald eine starre Gemüthsvertrübung folgt: es fehlt ihnen die Majestät der Genußseligkeit, die nur bei bewußten Göttern gefunden wird." Soll man dem christlichen Leser eine Auseinandersetzung dieses echten talmudischen, mit Kulturphrasen dekorirten Gemauschels machen? Welch sinnreiche Sätze: Christen und Juden sind sinnverwandte Worte, also so ziemlich gleich, alle Menschen sind Juden oder Hellenen; also alle Christen sind Juden, — der Bart macht nicht den Juden, der Zopf macht nicht den Christen. — Das ist gerade so, als ob irgend ein Christ diesen Blödsinn je ausgesprochen hätte, daß der Bart den Juden und der Zopf den Christen macht. Das ist doch echte Talmudfinte, einen albernen Satz aufstellen, diesen den Goyim zuschreiben, um sie zu verspotten und zu verhöhnen, den Govimhaß und Judenhohn Börnes mit dem 172 Börne und Consorten. Mantel: „nazarenisches Gemüth" zu verhüllen und ihn, diesen notorisch persönlich sublim feigen Gesellen, mit dem Durst des Republikaners nach Marturthum zu dekoriren. Kindlich komisch! Als ob der kleine Börne von seinen Freunden beim Rockschoß wäre je zurückgehalten worden, als er sich in den Straßenkampf hätte stürzen wollen, und als ob es nicht notorisch wäre, wie er sich immer schlau in seiner Falle verbarrikadirte, wenn irgendwo in Paris ein Kampf losgebrochen und dann am Schreibpnlt bei den Pariser Schreibe- briefcu statt Blut Gallentinte verspritzte. Dann ferner: Sein scharfer Verstand und seine Lustigkeit hielten ihn vom Christenthum ab. Also mit scharfem Verstand kann man nur Jude sein, der Christ hat einen stumpfen Verstand und eine eich- kätzchenhafte Munterkeit, mitunter lieblich kapriziös, ivorauf aber bald eine starre Gemüthsvertrübung folgt. Nun, nachdem der culturangehauchte Talmudist seinen Hohn über die Naza- rencr ausgeschüttet (wobei er Juden und Christen in einen Topf geworfen), kommt er mit seiner Genüsse-Religion zum Vorschein: „Es kehlt ihnen (den Nazarenern) die Majestät, die Genußseligkcit, die nur bei bewußtenGöttern gefunden wird." 73. Keine stellt sich uns den Kochel des zertrümmerten Gljristentljums als König der HennjMjigkeit. Wie sich Wörnc und Keine liei ihrer ersten Zusammenkunft nlier das Loos der Anden trauernd beklagen. Also alle nazarenische Bornirtheit und Dummheit, Ziegel auf Ziegel gelegt, ist das Postament der Götterstatue: oben steht der sich selbst bewußte Gott, der die Majestät der Genuß seligkeit besitzt. Das ist die neueste göttliche Eigenschaft, die alle anderen veralteten göttlichen Eigenschaften in den alten Katechismen der Nazarener ersetzt. Die Majestät der Genuß seligkeit, das ist die Gloriole, mit welcher Heine sein Haupt umgibt. Ihm hat diese Eigenschaft sicher nicht gefehlt, ob sie aber majestätisch oder gar göttlich ist, darüber sind die Meinungen noch sehr verschieden. Und dieser göttliche Heine, der sich seiner philosophischen Börne und Consorten. 1D3 Anwandlungen nur immer in Bocksprüngen, wie den obigen, zu entledigen sucht, hat sich auch in Zeiten seines zum Götter- bewußtseiu hinaufgeschwindelten Größenwahns gerühmt, den Franzosen die deutsche Philosophie zugänglich gemacht zu haben. Nachdem er nun mit allerhand Phrasen hin und her gemauschelt und die Behauptung aufgestellt hat, daß zwischen Juden und Christen kein großer Unterschied sei, setzt er voraus, daß der lesende Goy so blöde ist und seine Behauptung als bewiesen annimmt, denn nur diese unverschämte Voraussetzung auf die Nichtlogik seiner Leser konnte ihn zu folgendem Schlüsse verleiten i „Ist aber in unserem Sinne kein großer Unterschied zwischen Juden und Christen, so existirt dergleichen desto herber m der Weltbetrachtung der Frankfurter Philister; über die Mißstände, die sich daraus ergeben, sprach Börne sehr viel und sehr oft während der 3 Tage, die ich ihm zu Liebe in der freien Reichs- und Handelsstadt Frankfurt am Main verweilte." — Börne führte Heine zu seiner (Börnes) „Frau", der Madame Pohl. Heine kann es nicht unterlassen, über diese „Dame" und ihr Verhältnis? zu Börne seine ihm in gewissen Richtungen und Dichtungen sehr geläufigen Witze zu machen. Börne hatte sich zur Madame Pohl geäußert, „Heines Besuch sei für ihn eine größere Ehre, als wenn ihn Goethe besucht hätte." Leider hat sich Goethe nie versucht gefühlt, dem großen Börne diese kleine Ehre anzuthun. Börne führt den Heine in die Judengasse und apostrophirt ihn mit folgendem Klagelied: „Betrachten Sie diese Gasse, sprach er seufzend, und rühmen Sie mir alsdann das Mittelalter. Die Menschen sind todt, die hier gelebt und geweint haben, und können nicht widersprechen, wenn unsere verrückten Poeten und noch verrückteren Historiker, wenn Narren und Schälke von der alten Herrlichkeit ihre Entzückungen drucken lassen, aber wo die tobten Menschen schweigen, da sprechen desto lauter die lebendigen Steine." Das ist ein Lieblingsthema Börnes: die armen, unglücklichen, unterdrückten, verfolgten Juden und diese intoleranten, bösen, herrschsüchtigen Christen. Börne thut immer so, als ob er den Lobnlolmn uimok, den in allen Judenschulen üblichen Moralkatechismus, in welchem in mehr als hundert Paragraphen die Juden aufgefordert werden, die Christen zu 174 Börne und Consorten, beschummeln, das Eigenthum der Christen als das ihre, sich als die künftigen Herren der Welt zu betrachten u. s. w,, gar nicht gekannt hätte. Als ob die Christen im Mittelalter nicht durch die den Untergang des Christenthums im Auge habenden Gesetze zur Roth wehr geradewegs gezwungen gewesen wären, wenn sie sich nicht selbst den Juden zur Unterdrückung und Aussaugung überliefern wollten! 7-l. Die Juden sind immer die nnfstiutdiiM Lämmer, und die Gljristen die wütljeudcn Wölfe. Rothschild gelobt, weil er die Oberherrschaft des Rodens (Hrundbesttzer und Mauern) zerstörte. Iie Buinirer und die Auiuirten', die Zukunft beider. Dieses totale, absichtliche Jgnoriren der jüdischen Gesetze und Anleitungen, welche die Juden im Verkehr mit den Christen zu beobachten haben, ist auch ein entschiedenes Merkmal der jüdischen Reformer, ein entschiedenes Merkmal Börnes, der, wie wir in seinen Schriften gesehen, wiederholt unwillkürlich die Maske fallen ließ, hinter welcher die ganze Schönheit des talmudischen Glaubens und Hoffens, aber auch der sehr eigentümlichen Liebe, welche die Juden den Christen angedeihen lassen, sichtbar geworden. Börne erzählt dem Heine S. 55 den geheimen Plan des Barons James Rothschild, wie dieser selbigen dem Börne einmal auseinandersetzte mit der Belehrung, wie eigentlich die Rothschilde durch ihr Staatspapiersystem für den sogenannten „gesellschaftlichen Fortschritt" die Bahn gebrochen haben. Rothschild sagte zu Börne: „Zu jeder Begründung einer neuen Ordnung twn Dingen gehört ein Zusammenfluß von bedeutenden Menschen, die sich mit diesen Dingen gemeinsam zu beschäftigen haben. Dergleichen Menschen lebten ehemals vom Ertrag ihrer Güter oder ihres Amtes, und waren deshalb nie ganz frei, sondern immer an einen entfernten Grundbesitz oder an irgend eine örtliche Amtsverwaltung gefesselt: jetzt aber gewährt das Staatspapiersystem diesen Menschen die Freiheit, jeden beliebigen Aufenthalt zu nehmen, überall können sie von den Zinsen ihrer Staatspapiere, ihres Portativen Vermögens geschäftslos leben, und sie ziehen sich zusammen und bilden die eigentliche Macht der Hauptstädte. Von welcher Wichtigkeit aber eine solche Residenz der verschiedenartigsten Börne und Consorten, 175 Kräfte, eine solche Centralisation der Intelligenzen und socialen Autoritäten, das ist hinlänglich bekannt. Ohne Paris hätte Frankreich nie seine Revolution gemacht, hier hatten so viele ausgezeichnete Geister Weg und Mittel gefunden, eine mehr oder minder sorglose Existenz zu führen, mit einander zu verkehren u. s. w,, Jahrhunderte haben in Paris einen solchen günstigen Zustand allmählich herbeigeführt" u, s, w. Heine macht nun dazu noch folgende interessante Bemerkung : „Von diesem Standpunkte aus betrachtet Rothschild die Resultate seines Schaffens und Treibens. Ich bin mit dieser Ansicht ganz einverstanden, ja ich gehe noch weiter, und ich sehe in Rothschild einen der größten Revolutionäre, welche die moderne Demokratie begründeten. Richelieu, Robespierre und Rothschild sind für mich 3 terroristische Namen, und sie bedeuten die graduelle Vernichtung der alten Aristokratie. Sie sind die 3 furchtbarsten Nivelleurs Europas. Richelieu zerstörte die Sou- verainetät des Feudaladels und beugte ihn unter jene königliche Willkür, die ihn entweder durch Hofdienst herabwürdigte oder durch krautjunkerliche Unthätigkeit in der Provinz vermodern liest. Robespierre schlug diesem unterwürfigen und faulen Adel endlich das Haupt ab. Aber der Boden blieb und der neue Herr desselben, der neue Grundbesitzer, ward ganz wieder ein Aristokrat wie sein Vorgänger, deren Prätensionen er unter anderen! Namen fortsetzte. Da kam Rothschild und zerstörte die Oberherrschaft des Bodens, indem er das Staatspapiersystem zur höchsten Macht erhob, dadurch die großen Bcsitzthümer und Einkünfte mobilisirte, und gleichsam das Geld mit den ehemaligen Vorrechten'des Bodens belehnte. Er stiftete freilich dadurch eine neue Aristokratie, aber diese, beruhend ans dem nnzuverlästlichsten Elemente, auf dem Gelde, kann nimmermehr so nachhaltig miszwirken wie die ehemalige Aristokratie, die im Boden, in der Erde selber wurzelte. Geld ist flüssiger als Wasser, windiger als Luft, und dem jetzigen Geldadel verzeiht man gern seine Impertinenzen, wenn man seine Vergänglichkeit bedenkt ... er zerrinnt und verduftet, ehe man sich desselben versieht." Hier malt sich Heine das Schicksal der Geldaristokratie mit hellen, schimmernden Farben aus. Die jüdischen Großgeldmächte haben den Bodenbesitz im Großen zerstört, die Tausende und Tausende von Kleinwucherern, die Dorfjuden, haben den Besitz des Kleinbauern und des Kleingewerbes in Hunderttausenden von Bauernhöfen und Werkstätten der Gewerbetreibenden in Mitteleuropa mit der Wurzel aus dem Boden herausgerissen. Wenn nun Heine liebeselig meint, der Bauern- 176 Bömc und Consorten. und Bürgerstand werden dieser neuen Wucheraristokratie ihre Impertinenz gerne verzeihen, so hat hierüber nicht der Schwätzer Heine, sondern die Zukunft das letzte Wort zu sprechen, und diese wird die wünschevolle Vorhersage des modernen Habakuck gehörig blamiren. Nur das ist in Heines Betrachtung wahr, daß die Ausgeraubten und Ruinirten an die Vergänglichkeit des jetzigen Geldadels denken, und zwar mehr und intensiver, als es diesem Geldadel lieb sein kann; nur sind diese Gedanken nichts weniger als harmlos, denn dieser Geldadel begeht keine verzeihlichen Impertinenzen, wie Heine beschwichtigend meint, sondern die Impertinenzen desselben gehören entschieden in die Klasse der unverzeihlichen Impertinenzen. 75. Wernes Zorn und Schimpf über Hanfe und getaufte Juden. Diese beiden Juden haben ihre Fuschaumigen von Sans aus im Selinlelian ai-neli mitbekommen und daran feilgehakten. S. 61 macht Börne dem Heine seine Anschauung über reiche Juden kund, die sich taufen lassen. Nach den schriftlichen Auslassungen des Börne über seine eigene Taufe (welche doch den unumstößlichen Beweis liefern, daß Börne die Idee von Ehrenhaftigkeit in seinen talmudischen Gedankenkreis gar nicht aufnehmen konnte) hat er sich auch sein Urtheil über sämmtliche getauften Juden gebildet. Wir haben die toll- wüthige Unverschämtheit in seinem Ausspruch nach der Taufe kennen gelernt. Hören wir den durch die Hand und Feder Heines redenden Börne: „Denn sehen Sie, die Rothschilde haben so viel Geld, eine solche Unmasse von Geld, daß sie uns fast einen grauenhaften Respekt einflößen; sie identificiren sich so zu sagen mit dem Begriff des Geldes überhaupt, und Geld kann man nicht verachten. Auch haben diese Lenke das sicherste Mittel angewendet, um jedem Ridikül zu entgehen, dem so manche andere baronisirte Millionären- Familien des alten Testamentes verfallen sind: sie enthalten sich des christlichen Weihwassers. Die Taufe ist jetzt bei den reichen Juden an der Tagesordnung, und das Evangeliuni. das den Armen Judäas vergebens gepredigt worden, ist jetzt in Floribus bei den Reichen. Aber da die Annahme derselben nur Börne und Consortm. 177 Selbstbetrug, wo nicht gar Lüge ist, und das ange- heuchelte Christenthum mit dem alten Adam bisweilen recht grell kontrastirt, so geben diese Leute dem Witze und dem Spotte die bedenklichsten Blößen. Oder glauben Sie, daß durch die Taufe die innere Natur ganz verändert worden? Glauben Sie, daß man Läuse in Flöhe verwandeln kann, wenn man sie mit Wasser begießt?" Darauf Heine: „Ich glaube nicht." Daraus Börne weiter: „Ich glaub's auch nicht, und ein eben so melancholischer wie lächerlicher Anblick ist es für mich, wenn die alten Läuse, die noch ans Aegypten stammen, aus der Zeit der Pharaonischen Plage, sich plötzlich einbilden, sie wären Flöhe, und christlich zu hüpfen beginnen. In Berlin habe ich auf der Straße alte Töchter Israels gesehen, die am Halse lange Kreuze trugen, Kreuze, die noch länger als ihre Nasen, und bis an den Nabel reichten: in den Händen hielten sie ein evangelisches Gesangbuch, und sie sprachen von der prächtigen Predigt, die sie eben in der Dreifaltigkeitskirche gehört. Die eine frug die andere, bei weni sie das heilige Abendmahl genommen? und beide rochen dabei aus dem Halse. Widerwärtiger war mir noch der Anblick von schmutzigen Bartiudeu, die aus ihren polnischen Cloaken kommen, von der Bekehrungsgesellschatt in Berlin für den Himmel angeworben wurden, und in ihrem mundfaulen Dialekte das Christenthum predigten und so entsetzlich dabei stanken. Es wäre jedenfalls wllnschenswerth, wenn man dergleichen polnisches Läusevolk nicht mit gewöhnlichem Wasser, sondern mit Lau äs Lologns taufen ließe." — Wenn man im Tone Börne-Heines erwidern wollte, so müßte man ungefähr also beginnen: Hier sind mit echt talmudisch stinkendem Geifer (die Jüdinnen, die von der Nehmung des Abendmahls sprachen und dabei aus dem Halse rochen) das Kreuz, die Taufe und das Abendmahl nicht nur verhöhnt, sondern auch verspieen, und die Juden, welche sich taufen lassen, in Bausch und Bogen — als Selbstbetrüger, Lügner, Heuchler und Läuse bezeichnet, nur „vor der Unmasse Geld" hat der Talmudjude einen „grauenhaften Respekt". Das ist sicher ein wahrhafter und ungeheuchelter Respekt, sowie der giftige Hohn gegen die Taufe und das Kreuz ein wahrhafter und ungeheuchelter, talmudisch- orthodoxer Hohn ist. Wenn nun ein Christ in der ganz gleichen Weise, in welcher die geistreichen Juden das Christenthum in seinen Grnndlehren verhöhnen, gegen dieselbigen Juden losgeht, so ist das Gemeinheil, Fanatismus, Niederträchtigkeit, Beleidigung des 19. Jahrhunderts — aber beim Judengenie ist das Alles Bruinier, Zwei Buschmänner. 12 178 Börne und Consortcn. höchst witzig, fein, geistreich, graziös, denn, daß sich die dummen, blöden Goyim ihre Religion von den Beherrschern und rechtmäßigen Eigenthümern der ganzen Welt verhöhnen und verspeien lassen müssen, das versteht sich von selbst, und jeder Goy, der Miene macht, sich gegen die Insulten der Juden vertheidigen zu wollen, der muß in der öffentlichen Meinung vernichtet werden. Unwillkürlich fragt sich hier der christliche Leser: Aber warum haben sich denn diese Juden selber taufen lassen? Eingestandener Maßen, um in der Maske des angeheuchelten Christenthums um so leichter und erfolgreicher ihren Haß befriedigen zu können. 7li. Hesepe für die Juden in ihrem Ferkelst mit den Hoyim. Keine als echter Iatniudjudc. Wenn man die Auslassungen Börnes über das Christenthum betrachtet, so wird man finden, daß trotz dem zeitweiligen Spotte über das Judenthum doch der ganze Talmudhaß in der Seele Börnes als thätiger Gährstoff zurückgeblieben ist. So z. B. (Loüuloüan uruoü Oraoü LRajim, H 224. 2, entnommen aus dem Talmud Loraobot, p. 54 und x. 58)*: „Ein jeder Jude ist verpflichtet, wenn er bei einer Kirche (der Christen), die zusammengestürzt ist, vorbeigeht, dann soll er sagen: Gelobt seiest du, Herr, daß du dieses Götzenhaus von hier ausgerottet hast, und wenn ein Jude vor einer noch stehenden Kirche sder Christen) vorbeigeht, dann soll er sagen: Gelobt seiest du, o Herr, daß du den Uebelthätern deinen Zorn verlängerst, und wenn er 600000 Juden beisammen sieht, dann soll er sagen: Gelobt seiest du, weiser Herr — wenn er aber Aknm (sieht), dann soll er sagen: Cure Mutter stehet in großen Schanden, und die euch geboren hat, ist zum Spulte geworden (Jer. 5V, 12), und wenn ein Jude vor einem jüdischen Begräbnißorte vorbeigeht, dann sage er: Gelobt seist du, Herr, daß du sie mit Recht erschaffen hast, und vor einem Begräbnißort der Akum (Christen) soll er sagen: „Eure Mutter stehet in großen Schanden." Wenn ein Jude gut gebaute Häuser von Akum (Christen) sieht, soll er sagen: Die Häuser der Hochmüthigcn soll Gott zerbrechen, wenn er aber Trümmer vom Hause eines Akum sieht, so soll er sagen: Gott ist der Herr, der sich rächet." * Aus der Sammlung: „Der Judenspiegel" von Eggcr. Paderborn 1884. 2. Auflage. S. 34. 35. Börne und Consorten. 179 Im selben Egger ist zu finden im Gesetz 24 aus dem Lvkuloknn urnok, daß es den Juden erlaubt ist, den Akum zu betrügen, so daß dieser sein Geld los wird. Der jüdische moralische Grund dafür lautet wörtlich: „Denn das Geld eines Akum (Christen) ist herrenloses Gut, und wer da will, hat alle Rechte, sich in den Besitz desselben zu setzen." S. 7V mit genauem Citat aus dem Loknloban urnoü und nebenan stehendem hebräischem Text: „Wenn von Jemand constatirt wird, daß er dreimal einen Juden oder dessen Geld an einen Akum verrathen hat, so sucht man Mittel und Wege, ihn aus der Welt zu schaffen." „Zu den Ausgaben, welche man gemacht hat, um einen Verräther aus der Welt zu schaffen, sind alle Einwohner des Ortes beizutragen verpflichtet, selbst diejenigen, die ihre Steuern an einem andern Orte zahlen." S. 72, Gesetz 50, handelt von dem Todtschlag, der auch ohne den Ausspruch des Rabbiueramtes für ein gutes Werk erklärt wird. S. 74: „Ein jüdischer Freidenker (d. h. wer Akumdienst treibt, und diejenigen aus Israel, welche läugnen die Tora und das Prophetenthum), diese zu tödten ist Gebot. Wenn man die Macht hat, sie zu tödten mit dem Schwerte öffentlich, so thue man es, wenn nicht, so komme man an sie mit Ränken, bis man verursacht ihre Tödtung."* Daß es somit auch eine Pflicht ist, Christen (wenn man es thun kann) todtzuschlagen, lehrt das folgende Gesetz, S. 74: „Drei Klassen sind die Leugner der Tora, z. B. die Christen und die Türken. Jeder ist ein Leugner der Tora." S. 75. Von den Mitteln, ihn heimlich aus dem Wege zu schaffen, ist eines in unserer wörtlichen Ucbersetzung angeführt. Es ist entnommen aus dem Talmud ^boäa 2uru 26. 6, wo noch andere Ränke angegeben sind: „Ist eine Stiege in der Grube, so soll mau die zerstören und sagen: „Ich fürchte, mein Vieh könnte da hinablaufen." Lag ein ^ Daraus erklärt sich, daß vor einigen Jahren rab binische Zeitungsschreiber sich vornahmen, einen Christen, der sie früher verthcidigte, als er die Juden aber kennen lernte, sie bekämpfte, zu Tode zu quälen. Sie wußten, daß er sehr nervös war, und verfolgten ihn so lange mit ihren Umtrieben, bis er in Tobsucht ausartete — ganz nach obiger Borschrift. 180 Börne und Consorten. Stein auf dem Brunnen und er wurde weggerückt, so daß der Betreffende hineinfiel, so soll man schnell den Stein wieder darauflegcn, und sagen: Ich muß mein Vieh hinübertreiben," S. 98: „Es ist verboten zu erzählen von ihrem (der Akum) Lobe, sel bst zu sageu: Wie schön ist dieser Akum von Gestalt, um wie viel mehr (ist es verboten), etwas zu erzählen vom Lobe seiner Thaten oder etwas von ihm als liebend würdig darzustellen/' Dieses Gebot halten mit einer großen Gewissenhaftigkeit die Schreibjuden in sämmtlichen Rabbinerblättern, Besonders christliche Geistliche werden entweder in Notizen oder in Leitartikeln, oder in Romanen nur immer beschimpft. Wenn aber ein Rabbiner ein schönes jüdisches Paar zusammenbindet und er mauschelt etwas sentimental Dufiges über dieses Paar, so wird auch der Dorfrabbi zu einem gelehrten Doktor, und das Gemauschel wird immer zu einer „ergreifenden Rede". 77. Uoch schönere Hesetze für die Jude» im Werkelst mit den Hoyim. S. 105 wörtlich aus lors äö a 158, 1: „Den Akum (Christen) verursache man nicht den Tod, aber es ist verboten, sie zu retten, wenn sie dem Tode nahe sind. Z. B. wenn man sieht einen von ihnen, der gefallen ist ins Meer, so ziehe man ihn nicht heraus, selbst wenn er bezahlen will. Deshalb heile man sie auch nicht, selbst für Geld, mit Ausnahme, wo Feindschaft zu fürchten ist, denn dann ist es selbst unentgeltlich erlaubt, wenu man sich nicht entziehen kann. Und eben so ist es erlaubt zu versuchen ein Medikament an einen Akum, ob es nützt."* S. 109: „Wenn er (der Jude) gezwungen wird (zu schwören) und es ist keine Entheiligung des Ramens (Gottes) in der Sache, so soll er den Schwur in seinen: Herzen für ungültig erklären, weil er gezwungen ist zum Schwur, wie schon früher gesagt ist." * Außerordentlich tröstlich für arme Akum, denen in Staats- oder Militärspitälern von Staatswegen so lernbegierige Versuchs-Hcil- oder Heil-Versuchskünstler verliehen werden. Börne und Consorten. 181. S, 115: „Wegen (verstorbener) Knechte und Mägde spricht mnn nicht Worte des Trostes zu den Trauernden (d. h. zu dem Herrn derselben), sondern man sage ihm (dem Hausherrn): Gott ersetze dir deinen Schaden, gerade so wie man einem Menschen sagt wegen seines Ochsen oder wegen seines Ekels," S. 116. Das Gesetz (148. 12, ist deshalb besonders merkwürdig, weil darin der offenbare Beweis daliegt, daß unter Akum immer die Christen verstanden werden: „So soll man auch heut zu Tage, wenn man einem Akum ein Geschenk schicken will, am 8. Tage nach Weihnachten, den man Neujahr nennt, da sie es als eine gute Vorbedeutung ansehen, wenn sie an diesem Tage ein Geschenk erhalten, es ihm womöglich am Abend vorher zuschicken, wenn (dies aber) nicht (möglich ist), so schicke man es am Tage selbst." Das ist nur eine kleine Beispielsammlung von den Liebenswürdigkeiten, die den Juden gesetzlich in ihrem Verkehr mit den Akum ausgetragen sind. Im „Judenspiegel" von Egger, der 2 Mark kostet, mag sich der arme Akum des Weiteren belehren. Diese Gesetze sind derartig des fürchterlichen Hasses und der echt fanatischen Verfolgungs- und Vertilgungssucht gegen die Akum voll, daß demjenigen Christen, der diese authentischen Gesetze kennt, geradewegs, wie man zu sagen pflegt, der Verstand stehen bleibt, wenn rabbinische Zeitungsschreiber die Christen der Intoleranz, des Fanatismus, der Verfolgungssucht beschuldigen. Die Lamentos, Verwünschungen und Anklagen, welche Börne in einemfort gegen die schlechten, intoleranten und fanatischen Christen erhebt, werden durch diese Gesetze, die der Jude von seinem Herrn Vater und von seinem „Religionslehrer und Talmudmeister" ganz sicher gehört hat, in das rechte Licht gestellt ! Wenn aber besonders Börne und Heine durch beständiges Schmähen, Spotten und Verhöhnen der Kirche und christlicher Lehren und Gebräuche sich als eifrige Talmudjuden (nach des Rabbiners Grätz Zeugniß) ausgezeichnet haben, so haben wir hierin den Beweis, daß diese beiden Juden in ihrer literarischen Wirksamkeit gewissenhafte Befolger talmudischer 182 Börne und Consorten. Gesetze gewesen sind. Man lese hierüber nach in Egger 87. 88. 89. 90. 91 (Gesetz 64. 65. 66. 67). Einen Beweis für den echten Judenhohn finden wir gleich (S. 66, Heine) bezüglich der jüdischen Speise Schalet (eines aus Graupen, Bohnen u. s. w. zubereiteten dicken Breies; Heine setzt die Bereitung als bekannt voraus): „Dieses Gericht ist aber auch ganz vortrefflich, und es ist schmerzlichst zu bedauern, daß die christliche Kirche, die dem alten Judenthum so viel Gutes entlehnte, nicht auch den Schalet adop- tirt hat. Vielleicht hat sie sich dieses für die Zukunft noch vow behalten, und wenn es ihr mal ganz schlecht geht, wenn ihre heiligsten Shmbole, sogar das Kreuz seine Kraft verloren, greiit die christliche Kirche zum Schaletessen und die entwischten Völker werden sich wieder mit neuem Appetit in ihren Schooß hineindrängen. Die Juden werden sich wenigstens dann mit Ueberzeugung dem Christenthume anschließen . . . denn wenn ich klar einsehe, ist es nur der Schalet, der sie zusammenhält im alten Bunde. Börne versicherte mich sogar, daß die Abtrünnigen, welche zum neuen Bunde übergegangen, nur den Schalet zu riechen brauchen, um ein gewisses Heimweh nach der Synagoge zu empfinden, daß der Schalet sozusagen der Kuhreigen der Inden sei." Der Hohn in dieser Expektoration läßt nichts zu wünschen übrig, der Witz alles, denn dieser Hohn wird das rechte grinsende Verständniß doch am ehesten in einer schmutzigen Trödelbude finden, in der mit alten H (Kleidungsstücken) oder in einem Zeitungsbureau, wo mit alten, abgebrauchten Schnurren gehandelt wird. Immer geht es am Ende gegen das Kreuz los, das gehaßte Symbol der Menschenerlösung. Das ist der echt unverwüstliche Judenhohn. 78. Was Keine mit klüger Uüchstcht auf seine eigene Sittlichkeit für Woralgcfetze aufstellt. Schändliche Verhöhnung des Erlösers. S. 97 bemüht sich Heine, seine Thesen über Moral aufzustellen, selbstverständlich sind seine Theorien sämmtlich derartig gestaltet, daß sie mit seiner bekannten, von ihm selbst sehr unverhohlen proklamirten Praxis zusammenklappen. Er sagt S. 97: „Ich glaube daher behaupten zu können, die Sittlichkeit ist unabhängig von Dogmen und Legislation, sie ist ein reines Produkt des gesunden Menschengefühls und die wahre Sittlichkeit, die Börne und Consorten. 183 Vernunft des Herzens wird ewig fortleben, wenn auch Kirche und Staat zu Grunde gehen." Somit wäre es eine Impertinenz von Kirche und Staat, sittliche Gesetze zu promulgiren, denn die wahre Sittlichkeit wird Kirche und Staat überleben. Nur Heines Sittlichkeit ist die wahre gewesen. S. 98 gibt er seinen Widerwillen gegen das positive Sittengesetz wiederholt mit Erbitterung kund: „Aber wahre Sittlichkeit ist, wie von Dogmen und Legislation, so auch von den Sitten eines Voltes unabhängig. Letztere sind Erzeugnisse des Klimas, der Geschichte, und aus solchen Factoren entstanden Legislation und Dogmatil. Es gibt daher eine indische, eine chinesische, eine christliche Sitte, aber es gibt nur eine einzige, eine menschliche Sittlichkeit. Diese läßt sich vielleicht im Begriff erfassen, und das Gesetz der Sittlichkeit, das wir Moral nennen, ist nur eine dialektische Spielerei." Diese Definition verdient es, als Inschrift auf sämmtlichen „munteren Häusern" in Hamburg, über welche Heine erfahrungsmäßig berichtet, als Devise angebracht zu werden. Nachdem Heine in ähnlichen Kaffeehausmauscheleien in sophistischen, aller Logik baaren Sprüngen herumgetanzt ist, will er dem Leser auf einmal sich als ein ernst nachdenkender Weltweiser vorstellen. Er sagt HS. 99): „So lange ich denke, habe ich über diesen Gegenstand, die Sittlichkeit, nachgedacht. Das Problem über die Natur des Guten und Bösen, das seit anderthalb Jahrtausend alle große Gemüther in quälende Bewegung gesetzt, hat sich bei mir nur in der Frage von der Sittlichkeit geltend gemacht." Nachdem er sich in einer Stimmung (über welche er doch innerlich selber wieder lachen mußte) als einen beharrlichen und angestrengten Nachdenker über das Problem der Sittlichkeit hingestellt, vergißt er, wie er sich gleich nach seiner Taufe einen beharrlichen Juden genannt, und spricht über das Neue Testament: „Welchen heiligen Boden betritt hier dein Fuß! Bei dieser Lektüre sollte man die Schuhe ausziehen, wie in der Nähe von Heiligthümern." Aber schon nächste Seite (191) reut den Juden das Lob des Neuen Testaments; er hat es ausgesprochen, um gleich 184 Böme und Consortcn. darnach über Christum den Herrn schmähen und ihn hinter Mohamed setzen zu können: „Eine gewisse mystische Doppelsinnigkeit ist vorherrschend im neuen Testamente. Eine kluge Abschweifung, nicht im System, sind die Worte: Gib Cäsaren, was des Cäsaren, und Gott, was Gottes ist. So auch wenn man Christum fragt: bist du der König der Juden? ist die Antwort ausweichend. Ebenfalls auf die Frage, ob er Gottes Sohn sei. Mahomct zeigt sich weit offen bestimmter. Als man ihn mit einer ähnlichen Frage anging, nämlich, ob er Gottes Sohn sei, antwortete er: Gott hat keine Kinder!" So macht es Heine immer ; irgend ein perfides, im Herzen selbst nicht geglaubtes Lob und gleich darnach kommt wieder die Katzenkralle des Talmudjuden zum Vorschein. Sein leitender Gedanke bleibt immer sein eigener Ausspruch: das Christenthum ist eine Krankheitsperiode. So verhöhnt er Christum gleich in Folgendem: „Welch ein großes Drama ist die Passion! Und wie tief ist es motivirt durch die Prophezeiungen des alten Testamentes! Sie konnte nicht umgangen werden, sie war das rothe Siegel der Beglaubniß. Gleich den Wundern, so hat auch die Passion als Annonce gedient. . . . Wenn jetzt ein Heiland aufsteht, braucht er sich nicht meh r kreuzigen zu lassen, um seine Lehre eindrücklich zu veröffentlichen ... er läßt sie ruhig drucken und annoncirt das Büchlein in der Allgemeinen Zeitung mit sechs Kreuzer die Zeile Jnser- tiousgebühr." So macht es Heine immer: zuerst eine pathetische Ouvertüre zum Lobe und zur Anerkennung des Neuen Testaments, und gleich hinterdrein der ekelhafteste Hohn aus der duftigen Trödelbude, und dann gleich wieder: „Welche süße Gestalt dieser Gottmensch! Wie bornirt erscheint im Vergleich mit ihm der Heros des alten Testamentes. Moses liebt sein Volk mit einer rührenden Innigkeit, wie eine Mutter sorgt er für die Zukunft dieses Volkes. Christus liebt die Menschheit, jene Sonne nmflammte die ganze Erde mit den wärmenden Strahlen seiner Liebe!" u. s. w. Und S. 105 ist wieder das Alte Testament obenan: „Ich habe wieder ini alten Testamente gelesen. Welch ein großes Buch!" „Das ist wirklich das Wort Gottes, statt daß andere Bücher nur von Menschenwitz zeugen." Börne und Consorten, 18s S. 107 macht Heine Shakespeare zu einem Juden*: „Shakespeare ist zu gleicher Zeit Jude und Grieche, oder vielmehr beide Elemente. Der Spiritualismus und die Kunst haben sich in ihm veriöhuungsvoll durchdrungen und zu einem höhereu Ganzen entfaltet." 79. Wem Anschauung Keines liker die Hanfe. Hreuer Wesokger des Hal'inud. S. 134 träumt Heine, er sei ein Walfisch, und in seinem Bauche sagt der Prophet Jonas unter Anderem Folgendes: „Euch, ihr Priester Baals ldie katholischen Geistlichen), euch wird man bei den Ohren fassen, und eure Ohren festnageln an die Pforte der Tempel! Ja, an die Thüreu eurer Läden wird man euch annageln, ihr Leibbäcker Gottes, denn ihr habt falsches Gewicht gegeben, ihr habt leichte betrügerische Brode dem Volke verkauft. Oh ihr geschorneu Schlauköpfe, wenn das Volk hungerte, reichtet ihr ihm eine dünne homöopathische Scheinspeise, und wenn es dürstete, tränket ihr statt seiner: höchstens den Königen reichtet ihr den Kelch. Ihr aber, ihr assyrischen Spießbürger und Grobiane, ihr werdet Schläge bekommen mit Stöcken und Ruthen, und auch Fußtritte werdet ihr bekommen und Ohrfeigen, und ich kann es euch voraussagen mit Bestimmtheit, denn erstens werde ich alles mögliche thun, damit ihr sie bekommt, und zweitens bin ich Prophet, Jonas' Sohn Amithai. O Ninive, o Ninive, du mußt untergehen!" — In dieser haßgeschwollenen Rede, die Heine dem in seinem Bauche rumorenden Propheten Jonas in den Mund legt, und die zunächst gegen Kirche, Priesterthum und Altars- sakrament mit echtem Knoblauchgeifer als Wurf- oder Aus- wurfgeschoß operirt, da zeigt sich wieder der wahre Talmud- judc und gibt den Beweis, wie er in seinen süßlichen Phrasen „von der süßen Gestalt des Gottmenschen" und vom Lob des Neuen Testamentes nur widerwärtig geheuchelt hat. Der Untergang der Kirche, des positiven Christenthums — das ist sein Ziel, sein Streben, seine Freude! * Wahrscheinlich meinte Heine, die Zeichnung Shylvks sei so meisterhaft und aus dem Leben gegriffen, daß ein Goy so etwas gar nicht zu Stande gebracht hätte. 186 Börne und Consorten. Ein Mensch, der als Jude sich taufen läßt und nach der Taufe seinen Haß gegen das Christenthum und gegen das Kreuz ausspricht und sagt, er sei trotz der Taufe Jude geblieben, er habe sich nur aus Luxusübermuth taufen lassen, um das Christenthum um so gesicherter verhöhnen und verspotten zu können, ein solcher Mensch bekennt offen, daß ihm Sitte, Ehre, Scham ganz unverständliche Worte sind. Die ganze Wuth gegen das Christenthum und die Hoffnung auf Vertilgung desselben von der Erde zeigt uns den Heine wieder als einen sehr gelehrigen Talmudschüler. Den Inhalt seiner frommen Wünsche hat er ja als Knabe schon im Schephahgebet vernommen und gebetet (gohulollan uruoü Oraciü Otmstm H 486, HaZu aus Nstmri Lrin) : „Am ersten Abend vor dem Osterfeste soll jeder Jude das Schephah-Gebet hersagen, in welchem Gott angerufen wird, er möge seinen Zorn gegen die Goyim ausgießen, und wenn die Juden das Gebet andächtig verrichten werden, dann wird der Herr ohne Zweifel das Gebet erhören und den Messias schicken, der seinen Zorn über die Goyim ausgießen wird." S. 151 läßt Heine den Börne nach der Revolution 1836 über die von 1793 sich äußern: „Marat hatte ganz Recht, il kaut faire saigner Ik g-sni-g llumsin und hätte man ihm die 366 666 Köpfe bewilligt, die er verlangte, so wären Millionen der bessern Menschen nicht zu Grunde gegangen, und die Welt wäre auf immer von dem alten Hebel geheilt." — — Wie freigebig, ja, wie großmüthig verschwenderisch dieser orientalische Heine mit 366 666 Christen köpfen gewesen wäre! Hätte man ihm den Vorschlag gemacht, auch nur 1666 Köpfe von Geldjuden mitzuopfern, er hätte eine Forderung dieser Art als eine christliche Infamie, der Revolution unwürdig, zurückgewiesen. Börne war selber Rentier, er war wohlhabend, wie Heine berichtet. Sein Herr Vater, der „große Trinkgeldgeber", der aber die Goyim, welche seinem kleinen Herrn Sohn Geld geliehen, beschummeln wollte und nur durch Gerichtszwang nach jahrelangem Proceß zur Zahlung zu bringen war, dieser alte Barnch hatte sür sein Söhnchen gesorgt. Würden nun die Proletarier auch sein blaßgelbes Köpfchen verlangt haben — — — — er hätte mit tausend Behauptungen zu beweisen gesucht, daß unter Börne und Consorten. 187 diesen Köpfen sein Kopf nicht mit einbegriffen sei. Börne war eben gegen Ende seines Lebens nach Heines Bericht in eine fast unzurechnungsfähige Revolntionswuth hineingerathen, die freilich nur im Poltern. Wüthen und Schimpfen bestand, denn seine geheiligte kleine Person wußte er vor drohenden Gefahren immer in der gehörigen Assekuranz-Schußweite zu halten, in welcher Vvsicht ihn auch seine nachkommenden Jünger und Stammesgenossen sich als Muster vorgehalten haben. btt. Wörnc schimpft über Uottcäis Hröfzemvolju. Winnes und Keines souveräne Gerachtung der Könige. Keines Wntljpraljkerei, mährend er von Huizot bezahlt ist. S. 157 schimpft Börne über die „Vettel von Rotteck": „Dieses alte Weib ist nicht einmal ein ehrlicher Mann. Er ist halb Fuchs, halb Hund, und hüllt sich in ein Wolfsfell, um mit den Wölken zu heulen. Da ist mir doch tausendmal lieber der dumme Kerl von Räumer — so eben lese ich seine Briefe ans Paris ^ der ist ganz Hund, und wenn er liberal knurrt, täuscht er Niemand, und jeder weiß, er ist ein unterthäniger Pudel, der Niemand beißt. Er fürchtet Fußtritte der hohen Gönner. Und sie geben ihm wirklich Fußtritte und halten das arme Vieh für einen Revolutionär. Lieber Himmel, es verlangt nur ein bischen Wedelfreiheit, und wenn man ihm diese gewährt, so leckt es dankbar die goldenen Spornen der nckermärkischen Ritterschaft." - Wenn diese beiden großen Männer in ihre orientalische Wuth gerathen, so pflegen sie ihren Gegnern ganze Rudel von Hunden auf den Nacken zu werfen; da pflegt es die Hunde zu regnen, wie man's in jeder Trödelbude hören kann, wenn Concurrenz droht oder wenn sich der dumme Goy nicht pflichtgemäß beschummeln läßt. S. 186 berichtet Heine: „Es ist vielleicht metaphorisch gemeint, wenn Börne behauptet: im Fall ihm ein König die Hand gedrückt, würde er sie nachher ins Feuer halten, um sie zu reinigen, es ist aber nicht bildlich, sondern ganz buchstäblich gemeint, daß ich, nachdem mir das Volk die Hand gedrückt, sie nachher waschen werde." Wir finden in diesen beiden Aeußernngen nur ein Princip, das ist der fürchterlichste Hvchmuth und Größenwahn. Nach der Aenßerung Börnes sollte man meinen, die Könige drängten 188 Börne und Consorten. sich an seinen goldenen Schlafrock, in dein er, wie Heine sagt, sich wie eine Schildkröte in ihrem Gehäuse herumbewegte, und nach der Aeußerung Heines sollte man meinen, das Volk lechze nach der Ehre, dieser Berühmtheit die unsaubere Hand zu drücken. Daß es auch Manchem aus dem Volke, dem Heine die Hand gedrückt, hätte einfallen können, sich selber die Hände zu waschen, an diesen Frevel, der geheiligten Majestät des großen Mannes angethan, soll man gar nicht denken. S. 200 meint Heine über die Polen, die 1830 nach Paris kamen: „Diese Polen waren gleichsam ihrem heimatlichen Mittelalter entsprungen, und ganze Urwälder von Unwissenheit im Kopfe tragend, stürmten sie nach Paris, und hier warfen sie sich entweder in die Sektionen der Republikaner oder in die Sakristeien der katholischen Schule, denn um Republikaner zu Win, dazu braucht man wenig zu wissen, und um Katholik zu sein, braucht man gar nichts zu wissen, sondern braucht man nur zu glauben." Wir haben in der Schrift über Voß* mit vollgiltigen Zeugnissen nachgewiesen, daß die hier auch von Heine vorgebrachte Behauptung geradewegs ein Unsinn ist, den nur Jemand aussprechen kann, der von Theologie keinen Dunst hat. Was lag aber dem Heine an einem Studium, an Ernst und Wahrheit? Er brauchte einen Witz oder eine Posse, und dazu braucht man blutwenig zu wissen. S. 234 .erkärt Heine i „Trotzdem, daß mich meine politischen Meinungen von ihnen lden französischen Jacobineru) scheiden im Reiche des Gedankens, würde ich mich doch jederzeit denselben angeschlossen haben auf den Schlachtfeldern der That. Wir hatten ja gemeinschaftliche Feinde und gemeinschaftliche Ge- fah ren." Welche Courage! Auf den Schlachtfeldern der That will sich Heine den Jacobineru anschließen. So schreibt er 1840, und seit 1830 bis 1848, wo es mit Louis Philipp zu Ende ging, bezog Heine jährlich 4800 Franken vom Minister Guizot macht 57 000 Franken. Wie viele arme Bauern und Arbeiter, doch katholisch getauft und ehrliche Leute, mußten * „Hau- und Bausteine", von S. Brunner. Erster Band. Börne und Consorten. 189 sich im Schweiße ihres Angesichtes abmühen, um der Steuerpresse zu genügen, daß ein aus Deutschland nach Paris kommender Jude das Geld des armen Volkes bei feinen Restaurants verprassen m s, w., die Religion derselben verspotten und „ver speien" konnte. Was mag sich Guizot gedacht haben, als er diesen obigen Couragepassus und Jacobineranschluß auf dem Schlachtfelde gelesen? Nun, das wird ihm Heine schon gesagt haben: „Ich muß durch ähnliche Enthusiasterei die 4800 jährlichen Franken zu decken suchen, denn wenn die deutschen Flüchtlinge davon wüßten, da wäre der Teufel los." Nun, der Teufel ist los geworden 1848. Es wäre Zeit gewesen, auf den Barrikaden zu erscheinen, — aber zum Unglück fand man die jährlichen 4800-Frank-Quittungen im Ministerium, und Heine konnte sich, abgesehen von der fürchterlichen Angst, auch wenn er den nicht zugestandenen Muth gehabt hätte, sich auf eine Barrikade zu stellen, zu diesem Wagstück nicht herbeilassen, denn er wäre mit Fußtritten von den Republikanern — herunterbefördert worden. Jetzt, nachdem die Unterstützung notorisch und historisch geworden ist, kann man erst recht den Passus von Heine (S. 234), 1840 geschrieben, verstehen und die 4800 zwischen den Zeilen lesen: „Es ist weder hier der Ort, noch ist es jetzt an der Zeit, ausführlicher über die Differenzen zu reden, die sich bald nach der Jnliusrevolution zwischen mir und den deutschen Revolutionären in Paris kund geben mußten. Als der bedeutendste Repräsentant dieser letzteren muß unser Ludwig Börne betrachtet werden, zumal in den letzten Jahren seines LebenS, als in Folge der republikanischen Niederlagen die zwei thätigücn Agitatoren Garnier und Wolfrum vom Schauplatze abtraten." 81. Wie Dorne einen Wind von der Huizot'schen Hrostmuth an Keine bekommt, nnd der bezahlte Keine den ihn versteckt der Destechung beschuldigenden Dorne anklagt: Dorne habe sich in die Moräste der Verleumdung treiben lasten! Börne hatte einen Wind von der Guizot'schen Groß- muth bekommen, die den Heine'schen Kleinmuth bezugs der republikanischen Bestrebungen zur Folge hatte. Börne hatte 190 Börne und Consorten. aber keine Beweise in Händen und konnte es nur in seinem Kreise den vertrauten Anhängern mittheilen. Das machte Heine auch wieder sehr wüthend, aber er wußte seine Wuth hinunterzuwürgen. Erst nachdem Börne todt unten lag und nicht mehr krakehlen konnte, erst als Heine auf dem Grabe über Börne stand, ließ Heine seine Galle los, wie folgt: „Seitdem diese beiden (Agitatoren) verschwanden, trat Börne unter den Revolutionären zu Paris unmittelbar persönlich hervor, er herrschte nicht mehr durch Agenten seines Willens, sondern im eigene» Namen, und es fehlte ihm nicht an einem Hofstaat von beschränkten und erhitzten Köpfen, die ihm mit blinder Verehrung huldigten. Unter diesen lieben Getreuen saß er in aller Majestät seines buntseidenen Schlafrocks und hielt Gericht über die Großen dieser Erde, und neben dem Czaren aller Reußen, war es wohl der Schreiber dieser Blätter (Heine), den sein rhadamantischer Zorn am stärksten traf. , , , Was in seinen Schriften nur halbwegs angedeutet wurde, fand im mündlichen Vortrag die grellste Ergänzung, und der argwöhnische Kleingeist, der ihn bemeisterte, und eine gewisse infame Tugend, die für die heilige Sache sogar die Lüge nicht verschmäht, kurz, Beschränktheit und Selbsttäuschung trieben den Mann bis in die Moräste der Verleumdung!!" — —* Dieser Morast der „Verleumdung" war die Anklage, Heine sei vom französischen Ministerium durch eine Jahrespension gewonnen, Heine machte seine Vertheidigung sehr vorsichtig, er war auch so klug, die Anklage nicht formulirt zu bringen und spricht nur so im Allgemeinen von einem „Morast der Verleumdung". Selbstverständlich konnte Heine gegen den lebenden Börne nicht auftreten, er konnte ja doch nicht sicher wissen, inwieweit Börne von der thatsächlichen Beziehung Heines zu Guizot unterrichtet war: nun hier S, 239 schlägt er gegen den unterirdischen Börne los: „Mit diesem (mit Robespierre) hatte Börne zuletzt die größte Aehnlichkeit: im Gesichte lauerndes Mißtrauen, im Herzen eine * Das ist hier der gleiche Fall wie bei Lessing, der es auch nicht wagte, den Empfang der 1(100 Dukaten von den Amsterdamer Juden als Lohn für die Herausgabe talmudischer Schmähungen des Erlösers entschieden in Abrede zu stellen, sondern seinem Stiefsohn eine sehr zahme und lahme Erklärung diktirte, welche wir in „Lessingiasis und Rathano- logie" (Scböningh, Paderborn, 1890) als eine Quittung des Empfanges bezeichneten. Börne und Consorten. 191 blutdürstige Sentimentalität, im Kopfe nüchterne Begriffe. Nur stand ihm keine Guillotine zu Gebote, und er mußte zu Worten seine Zuflucht nehmen und bloß verleumden (!!) Auch dieser Vorwurf trifft mehr die Gattungen, denn sonderbar, ebenso wie die Jesuiten* haben die Jacobiner das Lügen als ein erlaubtes Kriegsmittel adoptirt, vielleicht weil sich beide der höchsten Zwecke bewußt waren, jene stritten für die Sache Gottes, diese für die Sache der Menschheit. . . . Wir wollen ihnen daher ihre Verleumdungen verzeihen." — Dieser Vertheidigungsgallimathias ist nach den 4800- Franken-Enthüllungen erst recht in seinem ganzen Jammer und seiner Lächerlichkeit erkennbar geworden. 82. Der faktisch bezahlte Keine beschuldigt Wörne, er habe ihn aus Weit» verleumdet. Wache am todteu Winne. Enthüllt Wernes Wrivatverhaltnilse aus Bosheit. Keine belobt seine eigene, ihm cingebornc Moral. Diese Beschuldigung Börnes muß Heine außerordentlich genirt haben. Er sucht sich auf alle Weise herauszuwinden: Börne, sucht er zu beweisen, habe aus Neid ihn, den Heine, verleumdet. S. 240: „Ob aber bei Ludwig Börne nicht manchmal ein geheimer Neid im Spiele war? Er war ja ein Mensch, und wenn er meinte, er ruinire den guten Leumund eines Andersgesinnten nur im Interesse der Republik, während er sich vielleicht noch etwas darauf zu Gute that, dieses Opfer gebracht zu haben, befriedigte er unbewußt die versteckten Gelüste der eigenen bösen Natur, wie einst Maximilian Robespierre glorreichen Andenkens. And namentlich in betreff meiner sHeines) hat der Selige sich solchen Privatgefühlen hingegeben, und alle seine Anfeindungen waren am Ende nichts anderes als der kleine Neid, den der kleine Tambour-Maitre gegen den großen Tambour-Major empfindet: er beneidete mich ob des großen Federbusches, der so keck in die Lüfte hineinjauchzt, ob meiner reichgestickten Uniform, woran mehr * Die Juden haben im Talmud eine eingängige Anleitung zum Lügen, in den Statuten der Jesuiten ist sicher eine solche Anleitung nicht zu finden. Heine sucht hier die Jacobiner (die vom ungerechten Guizot nicht unterstützt wurden) durch die eingeflochtencn Jesuiten noch mehr zu verleumden, als Börne und die Jacobiner ihn verleumdet haben. 192 Börne und Consorten. Silber, als er. der kleine Tambour-Maitre, mit seinem ganzen Vermögen bezahlen kannte, ob der Geschicklichkeit, mit der ich den großen Stock balancire, ob der Liebesblicke, die mir die jungen Dirnen zuwerfen, und die ich nielleicht mit etwas Koketterie erwidere," Heine geht in seiner Rache an dem Tobten noch weiter: er schildert von 243 bis 246 die sogenannte Madame Pohl, die nach einem langen Verhältniß mit Börne einen jungen Frankfurter Kaufmann heirathete, wonach Börne und dies Ehepaar in Gemeinschaft lebte u, s. w. Nachdem Heine diese von ihm zweideutig genannte Dame noch viel zweideutiger auf drei Seiten geschildert, holt er auf einmal die sehr bestaubte und beschädigte, aus dem Leim gegangene Lyra sittlicher Entrüstung von der Wand herunter, greift in die schlotternden, sehr unharmonisch gestimmten Saiten und singt verwegenen Muthes folgendes Lied: S, 247: „Ich hoffe, es wird niemand mißdeuten, weßhalb ich obige Particularitäten aus Börnes Leben hervorhebe, Sie sollen nur zeigen, daß es noch ganz besondere Mißstände gab, die mir geboten, mich von ihm entfernt zu halten. Das ganze Reinlichkeitsgefühl (!) meiner Seele sträubte sich in mir bei dem Gedanken, mit seiner nächsten Umgebung in die mindeste Berührung zu gerathen. «soll ich die Wahrheit gestehen, so sah ich in Börnes Haushalt eine Jmmoralität, die mich anwidert e," Während Heine diese sittliche Entrüstung (bei welcher er in Anbetracht seines eigenen Gebarens sich in einen förmlichen Sittlichkeits- und Tugend-Enthusiasmus hineinarbeiten mußte) niederschrieb, mochte er bei seiner sonstigen, reich ausgestatteten Phantasie sich das Lächeln vorstellen, welches die Lektüre dieser Entrüstung im Gesichte des Lesers mehr oder minder faltenreich hervorrufen mußte. Da nahm er nun das kalte Bügeleisen der Entschuldigung zur Hand und suchte die sichtbaren Zeichen dieses Lächelns auszuglätten: „Dieses Geständniß mag befremdlich klingen im Munde eines Mannes, der nie in das Zelotengeschrei sogenannter Sittenprediger einstimmte, und selber hinlänglich von ihnen verketzert wurde. Verdiente ich wirklich diese Verketzerung? Nach tiefster Selbstprüfung kann ich mir das Zeugniß geben, daß niemals meine Gedanken und Handlungen in Widerspruch gerathen mit der Moral 194 Börne und Consorten, 83. Wie sich Keine mit seinem eigenen Woral'compendium sellier ruinirt. Keine persiffirt Wornes Mcoosutionerei. Keine sucht den Mr»e, um ilj»i zu schaden, der Kinneigung znni Katljolicismus anzuklagen. Heine mußte keinen Freund gehabt haben, denn ein Freund, der diese moralische Zwietracht und den Kampf Heines mit dem im Grabe liegenden Börne im Manuskript gesehen, der hätte dem Heine sagen müssen: „Um Gottes willen, — mit deinem Moralcompendium in der Hand wirst du nicht den Börne, sondern dich selber ruiniren; mit deinem kindlichen Glauben an die von dir erdichtete und proklamirte „körperliche Offenbarung Gottes" forderst du das Gelächter heraus; dein Moralprincip umschließt so ziemlich den Festungsrayon von Paris. Hättest du den lebendigen Börne nach seinen Schriften noch so hergenommen, man würde Dich nicht so leicht verurtheilen können, — daß du aber den todten Börne aus deinen eigenen Erfahrungen im „Haushalt" desselben und aus dem Klatsche seiner von dir selber als unsauber und schmutzig gezeichneten Umgebung, aus den Berichten spionirender Freunde so von deiner von dir selbst construirten Moralkanzel, aus seinem Privatleben nach zu vernichten dir vorgenommen, das fällt auf dein Haupt zurück." Heine fährt nun fort, den politischen Radikalismus Börnes und seiner Freunde lächerlich zu machen. Guizot konnte auch aus dieser Schrift entnehmen, daß er das Jahresgehalt für Heine nicht umsonst hinausgeworfen; der Bürgerkönig Louis Philipp hatte von Heine nichts mehr zu fürchten. Heine schildert den Börne geradewegs in seiner Lächerlichkeit. S. 255: „Aber nicht bloß beim Essen, sondern sogar in meiner Nachtruhe iucommodirte mich Börne mit seiner Patriotischen Exaltation. Er kam einmal um Mitternacht zu mir heraufgestiegen in meine Wohnung, weckte mich aus dem süßesten Schlaf, setzte sich vor mein Bett und jammerte eine ganze Stunde über die Leiden des deutschen Volkes und über die Schändlichkeiten der deutschen Regierungen, und wie die Russen für Deutschland so gefährlich seien, und wie er sich vorgenommen habe, zur Rettung Deutschlands gegen den Kaiser Nikolaus zu schreiben, und gegen die Fürsten, Börne und Eonsorten. 195 welche das Volk so mißhandelten, nnd gegen den Bundestag. - . . Und ich glaube, er hätte bis zum Morgen in diesem Zuge fortgeredet, wenn ich nicht plötzlich nach langem Schweigen in die Worte ausbrach: „Sind Sie Gemeindeversorger?" Ueber Börnes Tod sagt Heine S. 258: „So vergingen mehrere Jahre, ich verlor den Mann auch geistig aus dem Gesicht, selbst von jenen Artikeln, die er in französischen Zeitungen gegen mich schrieb, und die im ehrlichen Deutschland so verläumderisch ausgebeutet wurden, nahm ich wenig Notiz, als ich eines späten Herbstabends die Nachricht erhielt, Börne sei gestorben." — „Ich habe seinem Begräbniß nicht beigewohnt, was unsere hiesigen Correspondenzler nicht ermangelten nach Deutschland zu berichten, nnd was zu bösen Auslegungen Gelegenheit gab. Nichts ist aber thörichter, als in jenem Umstände, der rein zufällig sein konnte, eine feindselige Härte zu erblicken. Die Thoren, sie wissen nicht, daß es kein angenehmeres Geschäft gibt, als dem Leichenbegängnisse eines Feindes beizuwohnen." „Ich war nie Börnes Freund, und ich war auch nie iein Feind Der Unmuth, den er manchmal in mir erregen konnte, war nie bedeutend, und er büßte dafür hinlänglich durch das kalte Schweigen, das ich all seinen Verketzerungen und Nucken entgegensetzte. Ich Hab', während er lebte, auch keine Zeile gegen ihn geschrieben, ich ignorirte ihn komplet und das ärgerte ihn über die Maßen." — — S. 284 sucht Heine den Börne der Hinneigung zum Ka- tholicismus zu beschuldigen, was 1840 bei dem alten Frankreich und jungen Deutschland als das größte Verbrechen galt. Durch diese Beschuldigung wollte er den Börne offenbar total vernichten. Börne hatte La Menais' „karolos ä'nn oroz-ant" ins Deutsche übersetzt und in den „Reformateur" und die „Balance" Aufsätze geschrieben: „Merkwürdige Urkunden seines Geistes, wo sich ein Verzagen, ein Verzweifeln an protestantischer Vernnnftsantorität gar bedenklich offenbart, und das erkrankte Geniüth in katholische Anschauungen hinüberschmachtet." — Was Börne vom Christenthum überhaupt gehalten, das hat er in der bitteren Reue um die drei Napoleonsd'or ausgesprochen, die er dem Pfarrer als ein Geschenk bei Gelegenheit der Taufe verehrt. Er hat nie dem Christenthum (auch in der protestantischen Form) das Wort geredet, sondern immer IS» 196 Börne und Consorten. nur für die Juden plaidirt, Heine fährt fort, zwei Fliegen auf einen Schlag treffen zu wollen. S. 285: „Es war vielleicht ein Glück für Börne, daß er starb. Wenn nicht der Tod ihn rettete, vielleicht sähen wir ihn heute römischkatholisch blamirt."* — „Wie ist das möglich? Börne wäre am Ende katholisch geworden? Er hätte in den Schoost der Römischen Kirche sich geflüchtet, und das leidende Haupt durch Orgelton und Glockenklang zu betäube» gesucht." Das ist so Heine'sche Logik: die katholische Kirche hat keine andere Aufgabe und keine anderen Mittel, den Menschen mit Gott bekannt zu machen und ihm die Hoffnung aufs Jenseits zu beleben, als Orgelton und Glockenklang. Nun fällt aber die Erfindung und der Gebrauch von Glocken und Orgel in eine Zeit, in welcher die Kirche schon durch Tausende von Blutzeugen ihre Lebensprobe abgelegt, und die Reformjuden haben die Orgel schon angenommen und werden es beim Fortschreiten (wie mit dem Barett und Predigeranzug) auch noch mit den Glocken versuchen. 84. Keine läßt seine Hasse gegen Wo nie und gegen die katholische Kirche zugleich los. Um sich also mit den Orgelklängen betäuben zu lassen, hätte Börne nicht Katholik werden dürfen, sondern sogar in der Synagoge diese Betäubung sich anthun können. Doch, wann und wo hat sich Heine um Logik gekümmert? Er fährt fort: „Nun ja, er war auf dem Wege, dasselbe zu thuu, was so manche ehrliche Leute schon gethan, als der Aerger ihnen ins Hirn stieg, und die Vernunft zu fliehen zwang (!) und die arme Vernunft ihnen beim Abschied nur noch den Rath gab: wenn ihr doch verrückt sein wollt, so werdet katholisch, und man wird euch wenigstens nicht einsperren, wie andere Monomanen." * Das wäre für Börne nach Heine eine große Blamage gewesen: was ihm aber Heine nach dem Tode Börnes über seine Privatverhältnisse auf den Grabstein geschrieben, das scheint Heine für eine reformjüdische Ehrenbezeugung und Lobrede gehalten zu haben. Börne und Consorten, 197 Also um katholisch zu sein oder zu werden, muß man ein completer Narr sein oder werden, um weise zu sein aber muß man (nach Heine) „in der großen Passion göttlicher Art" sich für verschiedene Frauenzimmer begeistern und in ihrer körperlichen Schönheit die körperliche Offenbarung Gottes bewundern !!! Wenn aber ein Frauenzimmer (oder ein Mann) nicht das Glück hat, schön zu sein, so wäre das nach Heine eine sehr verunglückte Offenbarung Gottes! Interessant ist, wie sich Heine, der es versucht hat, am Probirsteiu Börnes als echtgoldigem Moralisten sich zu reiben, die Verbreitung des Christenthums in der römischen Heidenzeit vorstellt: „Wie der Einzelne sich trostlos die Adern öffnete und im Tode ein Asyl suchte gegen die Tyrannei der Cäsaren: so stürzte sich die große Menge in die Ascetik, in die Abtödtungs- lehre, in die Martyrersncht, in den ganzen Selbstmord der nazarenischen Religion, um auf einmal die damalige Lebensgnal von sich werfen und den Folterknechten des herrschenden Materialismus zu trotzen. Für Menschen, denen die Erde nichts mehr bietet, ward der Himmel erfunden. . . . Heil dieser Erfindung, Heil einer Religion, die dem leidenden Menschengeschlecht in den bittern Kelch einige süße, einschläfernde Tropfen goß, geistiges Opium, einige Tropfen Liebe, Hoffnung und Glauben." — Das ist so ganz der legere Styl, in dem nach des großen Heine Vorbild die Talmudbekenner die Kirche, die Erscheinung des Christenthums in der Welt sich zurechtlegen. Ein Glas Opiumwasser, ein wenig Lacritzensaft und Johannisbrotsaft, einige Tropfen Glaube, Hoffnung und Liebe, und der schwarzgelockte Jüngling klatscht nach diesem geistreichen Exposs die Hände zusammen und schreibt einen von jenen geistreichen Feuilleton-Artikeln, die wir an Vorabenden von christlichen Feiertagen (nach Vorschrift der Lehrer von Israel, um die Goyim zu ärgern und ihnen den Festtag zu verleiden) in großen und kleinen jüdischen Blättern zu finden gewohnt sind. Diese Weisheit ist billig, sie wird in der Wissenschaftsbude der Journale jedes Stück zu 27 Kreuzer geboten, es steht gut, man ist geistreich, aufgeklärt, mitunter lachen die blöden Goyim selber mit, die überhaupt sehr oft mitlachen, wenn es über ihre Religion losgeht und erst nachdenklich werden, wenn sie fremde Hände in ihren Geldtaschen fühlen. 198 Börne und Consorten. 8S. Keine übersieht die zwölföändige, sortgesetzte Lästerung und Beschimpfung der katholischen Kirche in Winnes Schriften. Die Juden sind grotz und die Hoqim plumpe Dränger. Die Juden sind aus dem Hottesteige geknetet! Daß Börne in seinen zwölf Bänden bei jeder Gelegenheit Kirche und Christenthum verlästert, dieser Umstand genirt Heine gar nicht, über diesen Börne zu schreiben: „Ludwig Börne war, wie ich bereits in der ersten Abtheilung erwähnte, seiner Natur nach ein geborner Christ, und diese spiri- tualistische Richtung mußte in den Katholicismus überschnappen, als die verzweifelten Republikaner nach den schmerzlichsten Niederlagen sich mit der katholischen Partei verbanden." So phantasirt Heine fort und sucht a In Meyerbeer Katholiken und Protestanten durcheinander zu Hetzen, und er macht die Musik dazu. S. 290: „Was kümmert es aber die frommen Leute in München, ob man am Rhein deutsch oder französisch spricht, für sie ist es hinreichend. daß man dort lateinisch die Messe singt. Pfaffen haben kein Vaterland, sie haben nur einen Vater, einen Papa in Rom." So schreibt dieser in Deutschland geborene, sich immer als Deutschen gerirendeJude zu einer Zeit über die Pfaffen, „die ihren Vater in Rom haben", während er seinen Vater, den väterlichen Freund Guizot, in Paris hat und von diesem doch nicht für deutsche Expektorationen jährlich 4800 Franken einsteckt. Heine hatte eben so viel „Glauben, Hoffnung und Liebe" zum Bürgerkönig und seinem Minister, daß er wenigstens während seines Lebens es nicht für möglich hielt, daß die Bureaux Guizots gestürmt und die geheimen Pensionen von diesen verfluchten Republikanern, über die er gar nicht gut zu sprechen war, veröffentlicht würden, von denen er schrieb, daß er sich immer die Hände gewaschen, wenn ihn einer von ihnen berührt hatte. Es wäre ihm sehr gut gewesen, wenn er sich seine Hände au ch gewaschen hätte, wenn diese von Republikanern nicht berührt wurden, — an ausgiebigem Stoff für diese Reinigungsoperation hat es ihm sicher nie gefehlt. Börne und Consorten. 199 Wenn nun Heine seine echte Talmudwuth am Christenthum ausgelassen, da kann man versichert sein, daß ein prasselndes Feuerwerk von Judenverherrlichung in einigen Seiten später nachfolgt. S. 306 heißt es: „In der That, die Juden sind ans jenem Teige, aus dem man Götter knetet, tritt man sie heute mit Füßen, fällt man morgen vor ihnen auf die Kniee, während die einen sich im schäbigsten Kothe des Schachers herumwühlen, ersteigen die andern den höchsten Gipfel der Menschheit, und Golgatha ist nicht der einzige Berg, wo ein jüdischer Gott für das Heil der Menschheit geblutet. Die Juden sind das Volk des Geistes, und jedesmal, wenn sie zu ihrem Princip zurückkehren, sind sie groß und berrlich und beschämen und überwinden ihre plumpen Dränger ldie blöden Goyim). Der tiefsinnige Rosenkranz vergleicht sie mit dem Riesen Antäns, nur daß dieser jedesmal erstarkte, wenn er die Erde berührte, jene aber, die Juden, neue Kraft gewinnen, sobald sie wieder mit dem Himmel in Berührung kommen. Merkwürdige Erscheinung der grellsten Extreme! Während unter diesen Atenschen alle möglichen Fratzenbilder der Gemeinheit gefunden werden, findet man unter ihnen noch die Ideale des reinsten Menschenthnms, und wie sie die Welt in neue Bahnen des Fortschrittes geleitet, so hat die Welt vielleicht noch weitere Initiationen von ihnen zu erwarten." Seit Heine diese freudigen Erwartungen geschrieben, ist ein halbes Jahrhundert vergangen. Was die Christen von den Juden zu erwarten haben, das ist seither so ziemlich offenbar worden, was aber die Juden von den Christen zu erwarten haben, das können wir nicht wissen, aber es wird allem Anscheine nach auch offenbar werden. Was Juden selbst mitunter von einander zu erwarten haben, das zeigt Heine am Ende seines Buches, wo er uns eigentlich mit der Ursache des Anfanges dieses Buches über Börne bekannt macht. Diese ganze Mache: Heine über Börne spitzt sich zu in eine Vertheidigung Heines gegen die Beschuldigung Börnes, er, der Heine, sei bestechlich gewesen und er sei bestochen worden. S. 343 spricht sich Heines arger Verdruß unverhohlen aus; was er früher öfter nur verblümt angedeutet, kommt jetzt in nackten Worten zum Vorschein: „In den Pariser Briefen und den erwähnten Artikeln des Reformatenrs wird bereits von meinem charakterlosen Poetenthnm 200 Börne und Consorten. und meiner poetischen Charakterlosigkeit hinlänglich gezüngelt, und es winden und krümmen sich dort die giftigsten Insinuationen. Nicht mit bestimmten Worten, aber mit allerlei Winken werde ich hier der zweideutigsten Gesinnungen, wo nicht gar der gänzlichen Gesinnungslosigkeit verdächtigt! Ich werde in derselben Weise nicht bloß des Jndifferentismns, sondern auch des Widerspruchs mit mir selber beznchtigt. Es lassen sich hier sogar einige Zischlaute vernehmen, die — (könnten die Todten * im Grabe erröthen) — ja, ich kann dem Verstorbenen diese Beschämung nicht ersparen: er hat sogar auf Bestechlichkeit hingedeutet" Wie stellt nun Heine diesen Borwurf Börnes in Abrede? Er stellt ihn sehr schlau gar nicht in Abrede, sondern sagt gleich darnach: „Schöne, süße Ruhe, die ich in diesem Augenblicke in tiefster Seele empfinde! — Du belohnst mich hinlänglich für Alles, was ich gethan, und für Alles, was ich verschmäht , . , Ich werde mich weder gegen den Vorwurf der Indifferenz, noch gegen den Verdacht der Feilheit vertheidigen." — — 86. Keine stellt sich als den Hrosten ans sein Monument, auf welches die Zwerge schwindlicht hinausölinzelu. pyramidaler Hröstenwaljn des Monuinentaljuden, Der arme Heine! Von 1848 bis zu seinem Ende 1856 mußte er diese 4800 Franken wohl mehr als tausend Mal hinunterwnrgen, nicht mehr als „Verdacht der Feilheit", sondern als Thatsache royaler und loyaler Großmuth, — vom ersten Diener des Bürgerkönigs dem großen Mann gespendet, an dessen Monument „die Zwerge stehen und schwindlicht hinaufblinzeln". So beurtheilt sich Heine selber, nachdem er den Börne abgethan. S. 362: „Ob das, was ich überhaupt schuf in diesem Leben, gut oder schlecht war, darüber wollen wir nicht streiten. Genug, es war groß, ich merkte es au der schmerzlichen Erweiterung der Seele, woraus diese Schöpfungen hervorgingen . . . und ich merkte es auch an der Kleinheit der Zwerge, die davor stehen und schwindlicht hinaufblinzcln Ihr Blick reicht nicht bis zur Spitze, 5 Hier ist offenbar Börne gemeint, wie aus dem Context deutlich hervorgeht. Böme und Consorten. 201 und sie stoßen sich nur die Nasen an dem Piedestal jener Monumente, die ich in der Literatur Europ as aufgevfl anzt habe zum ewigen Ruhme des deutschen Geistes. Sind diese Monumente ganz makellos? sind sie ganz ohne Fehl und Sünde? Wahrlich, ich will auch hierüber nichts Bestimmtes behaupten. Aber was kleine Leute daran auszusetzen wissen, zeigt nur von ihrer eigenen putzigen Beschränktheit." Und in dieser Faoon arbeitet er noch fort von S. 365 bis 375. Nur Skorpionen und kleine Giftthierchen sieht er unten an dem Sockel seines Riesenmonumentes herumkriechen, und S. 368 verzweifelt er an den modernen Zuständen: „Für die Schönheit und das Genie wird sich kein Platz finden in dem Gemeinwesen unserer neuen Puritaner, und beide werden fletirt und unterdrückt werden, noch weit betriebsamer als unter dem älteren Regiments. Denn Schönheit und Genie sind ja auch eine Art Königthum, und sie passen nicht in eine Gesellschaft, wo jeder im Mißgefühl der eigenen Mittelmäßigkeit alle höhere Be- gabniß herabzuwürdigen sucht, bis anfs banale Niveau." Dann erzählt Heine noch allerhand Träume von schlanken Gestalten und schönen, nackten Frauenbildern u. s. w. Und das Alles: sein Genie, seine Geistesgröße, sein Riesenmonument, an dessen Sockel die Skorpionen, die kleinen Gift- thierchen, die Zwerge und beschränkten Köpfe unten herumkriechen, die gar keinen Maßstab für Heines Größe haben, und am Ende die bei Heines Poesie unentbehrlichen schönen, nackten Frauengestalten, dieser ganze Trödelapparat des Größenwahns, das soll alles zusammenhelfen, um den Beweis zu liefern, daß Börne ein Verleumder ist, weil er bei Heine sogar auf Bestechlichkeit hingedeutet, und daß Heine nicht nur ein Plato, sondern auch ein Cato gewesen ist, und von Guizot kein Geld bekommen hat. Etwas Wahres ist daran: nach dem Jahre 1848 hat er nichts mehr bekommen. — Das ist der kurzgefaßte Inhalt, der Zweck und das verunglückte Streben, sich reinzuwaschen im Buche: „Heine über Börne." Der Schreiber dieses hat im Jahre 1846 das Verhältniß Heines zu Börne gerade mit Rücksichtnahme auf das hier besprochene Buch in Nersen darzustellen gesucht* * In „Der deutsche Hiob" von S. Brunner, mit dem Motto: „Ihr großen deutschen Geister, ihr kritisirt nicht schlecht, Ihr nennt einander Lumpen, und Jeder von euch hat Recht." Regensburg, Manz, 1846. 2. Auflage S. 42. 202 Börne und Consorten. Es soll daraus hier nur der Monolog des auf Börnes Grabe sitzenden Heine gebracht werden: Ich Hab' mich lange genug geschmiegt, Gott Lob, daß der nun da drunten liegt, Das ist mir ein lieber Leichengeruch, Ich werde begeistert zu einem Buch. Er ist nun unter, ich ober dem Stein, „Heine über Börne" soll der Titel sein! Heine über Börne — nun endlich einmal! Ich auf dem Lebensberg, er im Grabesthal, Er war mir im Leben zu grob und erstarrt, Ich habe auf günstige Zeiten geharrt. Ich bin nun am Platz und er ist fort, Mein ist der Sieg — das letzte Wort! Du schaust herab, du kaltes Broncegesicht, Doch Heine fürchtet deine Kälte nicht. Daß dein Erzbild so höhnisch lacht, Das hat der Künstler David gemacht. Jetzt bin ich erst gänzlich ä mon »iss, Seit ich dich weiß im ?srs Daobsiso; .Es ist mir, als ob der große Stein, Der sich erhebt auf dem Leichenschrein, Mir war' vom Herzen gefallen herab Und läge vor mir, auf deinem Grab. Alle guten Geister loben Gott den Herrn, Und alle großen Geister beschimpfen sich gern. Er, der sich so oft das Maul zerriß, Der keinen guten Faden an mir ließ, Der liegt nun in seiner grabsteinernen Rast; Herr Börne da drunt, ein wenig aufgepaßt: Wir rechnen jetzt unsre Rechnung aus, Wie wir's gelernt bei den Vätern zu Haus'. Mein Wechsel an dich soll die Rache sein, Mein Buch ist mein Wechsel — ich löse ihn ein. Es mag sich empören die Christenheit, So ist's einmal Brauch bei „unsere Leut'", Ob nun durch List, ob durch Gewalt, Die Rache bleibt niemals unbezahlt! Mein Buch sei ein mächtiger Zauberstab, Daß du dich umkehrst in deinem Grab. Die dummen Christen sagen wohl, Daß man die Fehler des Nächsten soll Mit einem Mantel decken zu, Und die Todten lassen in Ruh'. Ich brauch' diesen Mantel für mich zu sehr, Als daß ich ihn gäbe für Andere her, Börne und Consorten, 203 Doch zudecken will ich dich mit beschmutztem Papier, Mit meinem Buch, — wo ich siebe ober dir. Blätter will ich sammeln mit Fleiß und Müh', Gerissen aus deiner Biographie; Zum Kranz will ich sie schlingen kraus und dicht, Und Lorbeern — sind diese Blätter nicht! Mein Witz flechtet Stacheln und Dornen hinein. Das soll deine Leichenkrone sein. Das, was einst der Freund den. Freunde erzählt, Das wisse von nun die ganze Welt; Ich steige hinab in dein Lcbenshaus Und räume dort alle Cloaken aus. Das wird eine Herkulesarbeit sein — Ich wasche davon mich nimmer rein. So eine Plage im Augiasstall, Das ist doch ein Opfer als Freund und Special. Schon hör' ich die Welt, laut rufet sie- „Herr Herkules Heine, sie sind ein Genie!" Der weitere Verlauf dieses Heine-Börne-Dramas im angezeigten „Deutschen Hiob", von S. 42 bis S. 83. 87. Keines exorbitante Selbstüberschätzung auch »an seinen ^obrednern eingestanden. Um den Beweis zu liefern, wie wir in unserem Urtheil über Heine dem Börne gegenüber nichts weniger als parteiisch gewesen sind, wollen wir Stellen aus dem Biographen Heines, Strodtmann, über diese Affaire anführen. Strodtmann hat zwei Bände zur Verherrlichung Heines geschrieben.* „Heine hatte sich in „unmotivirten galligen Schmähungen" über Gutzkow und dessen vermeintliche Satelliten ergossen. Im Gefühl, wie weit er seinen Feinden überlegen sei, rief er ans (XX. S. 249j- „„Mögen Sie sich immerhin einbilden, ich fürchte sie — ein Centner Arsenik fürchtet ein Loth Grünspan."" — Das Vollmast seines Ingrimms, seines eigenen Giftes hat Heine hier drastisch selber angegeben." „Die Spurei, solcher mastlosen Verbitterung trägt vor Allem Heines Denkschrift über Börne. In diesem Buche entlädt sich ein seit Jahren angehäufter Groll des Poeten wider die einseitig politischen Revolutionäre, als deren typischer Repräsentant ihm Börne entgegentrat. * „Heines Leben", von Strodtmann. Berlin, Duncker, 1874. 2 Bde. 204 Börne und Consorten. „Als Heine nach München reiste, kam er zum ersten Male mit Börne zusammen. (Strodtmauu II 268.) Da wollten die beiden vereinigt Krakehl machen. Als Heine 26. Sept. 1831 in Paris Börne besuchte, rief ihm Börne entgegen: „„Willkommen in Paris. Das ist brav, ich bin überzeugt, die Guten, die es am besten meinen, werden bald alle hier sein. Hier ist der Convent der Patrioten von ganz Europa, und zu dem großen Werke müssen sich alle Völker die Hände reichen!"" — Und nun entwickelte er dem Dichter seine republikanischen Ideen, seine aus den Pariser Briefen bekannte Wuthpolitik, und suchte nach Kräften Einfluß auf Heines literarische Thätigkeit zu gewinnen. Das grämliche, mißtrauisch ausholende Wesen, welches zum Theil aus der zunehmenden SchwerhörigkeitBörnes entspringen mochte, l?) übte auf Heine von vorne herein eine so abstoßende Wirkung, wie Heines diplomatische Zurückhaltung l?> und witzige Frivolität das Mißbehagen Börnes erregte. Gleich nach der ersten Unterhaltung schrieb letzterer seiner Freundin Madame Wohl, an welche die Briefe aus Paris gerichtet siud, daß Heine keine Seele habe, daß ihm Nichts heilig, daß er nach Berichten anderer grenzenlos eitel und gemein liederlich sei. Die folgenden Briefe wiederholen mit gesteigerter Schärfe dies absprechende Urthcil, daß Heine herzlos, seine Unterhaltung geistlos, sein Ernst immer affektirt sei, daß er kein vernünftiges Wort rede, und entweder keinen Eiser für die gute Sache habe, oder denselben verberge, was er doch bei ihm, dem Gleichgesinnten, gewiß nicht zu thun brauchte." — „Börne führt in seinen Briefen an Madame Wohl förmlich Tagebuch über alle Klatschereien, die ihm betreffs Heines zu Ohren gekommen. Er verfolgt ihn, er horcht ihn aus, er moralisirt. ^ „„Der arme Heine wird chemisch von mir zersetzt, und er hat gar keine Ahnung davon, daß ich im Geheimen beständig Experimente mit ihm mache. Ich sammele Alles, was ich von andern über ihn höre und ich selbst über ihn beobachte."" Ich komme bestimmt mit ihm früher oder später in öffentlichen Streit, und da kann ich es benutzen." — Da ist doch jede Zeile — echt christlich! 88- Keines nerunglüchle Versuche, sich dem Publikum als einen Gljarakter darzustellen; sucht mit dem Mestrenolver Anerkennung zu erzwingen. Die ungezügelte Wullj gegen das Kliristcntljum bei den jüngsten Börne- und Keineschülern. Sie kamen auch fürchterlich übereinander, die beiden großen Männer und kleinen Juden, oder vielleicht kleinen Männer und colossalen Juden! Börne warf dem Heine Charakter- Börne und Consorten. 205 losigkeit vor. Darüber wird Heine erbittert, denn nicht nur Börne, sondern Jeder, der Heines Leben, Treiben und Schreiben kannte und der sich noch den Begriff Ehre ein wenig anem- pfinden konnte, hatte dem Heine denselben Vorwurf gemacht! Was that nun Heine? Er setzte sich nieder und fing an, nachzudenken, wie er sich mit der talmudischen Verrenkung logischer Gedanken dieses Vorwurfs erwehren könne. „Ich hab's!" sagte er, „ich werde beweisen, daß große Charaktere von dem bornirten Volke gar nicht beurtheilt werden können; große Charaktere, und selbstverständlich ich, der Heine, einer der allergrößten, wir stehen so hoch, daß uns der Plebs unten gar nicht übersehen, nicht verstehen und nicht beurtheilen kann." Und diesen strategischen Entwurf führte Heine folgendermaßen aus (XII. 238): „Charakter hat derjenige, der in bestimmten Kreisen einer bestimmten Lebensanschauung lebt und waltet, sich gleichsam mit derselben identificirt, und nie in Widerspruch geräth mit seinem Denken und Fühlen.* Bei ganz ausgezeichneten, über ihr Zeitalter hinausragenden Geistern kann daher die Menge nie wissen, ob sie Charakter haben oder nicht, denn die große Menge hat nicht Weitblick genug, um die Kreise zu überschauen, innerhalb derselben sich jene großen Geister bewegen. Ja, indem die Menge nicht die Grenze des Wollens und Dürfens (?) jener hohen Geister kennt, kann es ihr leicht begegnen, in den Handlungen derselben weder Befugniß noch Notb- wendigkeit zu sehen, und die geistig Blöd- und Kurzsichtigen klagen dann über Willkür, Jnconsequenz, Charakterlosigkeit. Minder begabte Menschen, deren oberflächlichere und engere Lebens- anschannng leichter ergründet und überschaut wird, und die gleichsam ihr Lebensprogramm in populärer Sprache ein für allemal auf öffentlichem Markt proklamirt haben, diese kann das verehrungswürdige Publikum immer im Zusammenhang begreifen, es besitzt einen Maßstab für jede ihrer Handlungen, es freut sich dahei über seine eigene Intelligenz, wie bei einer aufgelösten Charade und jubelt: Seht, das ist ein Charakter!" Wer also nicht minder begabt sein, nicht zu den geistig Blöden und Kurzsichtigen, nicht zur großen Menge, * Nach dieser Llummi-olastionm-Definition hat auch der Vorstand einer Gauner- oder Räuberbande, oder irgend eines anderen öffentlichen, unnennbaren Instituts Charakter, wenn er in seinen Kreisen lebt und waltet, sich gleichsam mit denselben identificirt und mit seinem Denken und Fühlen nie in Widerspruch geräth. Nach dieser Definition kann einem vollendeten Schuft auch ein vollendeter Charakter nicht abgesprochen werden. 206 Börne und Consorten. zum „verehrungswürdigen Publikum" gehören will, der darf sich auch über die hohen, großen Geister kein Urtheil erlauben! Der bornirte Mensch, der minder begabte Mensch, dessen oberflächliche und engere Lebensanschauung leichter zu ergründen und zu überschauen ist, der kann mit dem gewöhnlichen Maßstab ebenfalls wieder von bornirte» Menschen gemessen werden, aber hohe Geister entziehen sich jeder Con- trole ü! Habt ihr's verstanden — ihr Lumpenpack? Aus diesem ganzen Gewäsche geht nur Eines klar hervor: den Heine genirte es außerordentlich, wenn er mit dem gewöhnlichen Maßstab für Sitte, Ehre und für den aus Sitte und Ehre hervorgehenden Charakter gemessen wurde, und darum steckte er seinen Kopf hoch, hoch hinauf und verbarg sich unter den Wolken und sah von der Hoheit seines Geistes auf den armen Pöbel herunter, der so bornirt ist, mit dem Maßstab der Katechismusmoral die Gewogen-, Gepflogen- und Verlogenheiten der praktischen Talmud-Sittenlehre prüfen zu wollen. Selbst Strodtmann gesteht, daß es sich Heine mit seiner Definition des Wortes Charakter allzu bequem gemacht hat. — Die Selbstüberhebung dieses auch von ehrenhaften Radikalen als grundliederlich bezeichneten Heine hat sich am Ende seines Lebens fast bis zum Wahnsinn gesteigert; seine Gegner sind ihm „Zwerge, die tief unten an seinem Monumente stehen und schwindlicht hinaufblinzeln zum großen, glänzenden Apollo, zu jenem Monumente, das er in der Literatur Europas aufgepflanzt zum ewigen Ruhme des deutschen Geistes". — Ein aufgepflanztes Monument! — und nur Skorpione und kleine Giftthierchen sieht er am Sockel seines Riesenmonumentes herumkriechen. Es hat den Anschein, Heine wollte die Bezeichnung Lump, die ihm der ebenfalls radikale, aber dabei doch geniale Johannes Scherr gegeben, von sich abwälzen nach dem Goethe- Recept: „Nur Lumpe sind bescheiden." — In der That, wenn nur die Bescheidenheit das Merkmal eines Lumpen wäre, dann hätte Heine den vollgültigen Beweis geliefert, daß ihm Johannes Scherr außerordentlich unrecht gethan hat. Mit einer so colossal unverschämten Aufgeblasenheit hat noch nie ein Dichter die Anerkennung seiner Zeitgenossen zu Börne und Consorten. 207 erzwingen gesucht! Er verlangt mit dem Revolver in der Hand seine Mvnumentalitätsbefähigung; wer sie ihm nicht gewährt, ist bornirt, Zwerg, Skorpion und Giftthierchen. An Eitelkeit hat den Heine kein deutscher Dichter übertroffen. Platen hat versucht, ihm nahezukommen, dafür hat ihn Heine mit einem wahren Klapperschlangenbiß vergiftet. Als der bedauerns- werthe Mensch zehn Jahre lang in seiner Matratzengruft leidend und in Schmerzen dagelegen, suchte er sich mit dem Opium des Größenwahns zu betäuben. Zu einer wahren Reue über sein Leben hat er es nicht gebracht, er meinte sein Gewissen zu beruhigen und Gott genug Ehre zu erweisen, als er im Angesichte des Todes noch mit krankhaft verzerrtem Grinsen einige krankhafte und abgeblaßte Possen über den alten Jehova gerissen und dieselben seiner Umgebung zum Besten gab. Julian Schmidt berichtet über Börne (III. 212): „Börne in seinen Briefen an Madame Wohl ging resoluter zu Werke als Heine. Er steht auf der freiesten Höhe des Radica- lismus, ihm genügen kanm noch die Republikaner. Zwischen den beiden entspann sich bald eine bittere Feindschaft, nicht sowohl wegen ihren politischen Ansichten, als weil der eine in der demokratischen Tabakskneipe, der andere im parfümirten Salon lebte, weil der eine ein Puritaner, der andere Libertin war. Sonst haben sie viel Aehnliches. Die Unwissenheit in allen ernsthaften Fragen ist bei beiden gleich erstaunlich, beiden ist der Witz der Maßstab der Wahrheit. Im Ganzen ist Börne in seinem Witz glücklicher, wie in seiner Unwissenheit unbefangener: er weiß, daß er nichts weiß, und verachtet Jeden, der etwas weiß, weil das Wissen den Charakter abschwäche. Es genügt ihm die schon zu Moses' Zeit (?) berüchtigte Hundedemuth kleindeutscher Beamteuherrschakt zu kennen und durch Pathos und Spott zu geißeln. Gegen viele seiner Vorwürfe läßt sich nichts einwenden, und da er selber sich niemals vermaß, etwas Positives zu leisten, so würde man seine erbitterten Angriffe gegen Deutschland mit Heiterkeit hinnehmen können, wenn ihre Wirkung nicht so unglaublich groß gewesen wäre. Börne ist der Vater des deutschen Radicalismns, der noch heute über seinen Staudpunkt des: Entweder — Oder nicht herausgekommen ist. Die strengsten Verbote fruchteten nichts, denn die feurige Rhetorik jener Briefe fand in der allgemeinen Mißstimmung über jene kläglichen Verhältnisse des deutschen Bundes einen bereiten Wiederhall. Es war Gemüth in seinen Vorwürfen, in jeder Theaterrecension war die Totalität seiner Seele: der Weltschmerz über Deutschlands Verwahrlosung, die trauernden Juden (!) und die Hofräthe. Oft erinnert er an Jfflands polternde Alten, die den damaligen 208 Börne und Consorten. Hofräthen mich tüchtige Wahrheiten sagten. Auf Widersprüche kommt es ihm gar nicht an: heute poltert er darüber, daß die Deutschen kein Nationalgefühl haben wie andere Völker, daß man sie ungestraft beleidigen kann, während die Franzosen sogar für die Ehre ihres Klimas auf die Mensur gehen, morgen schlägt er einen eben so großen Lärm, wenn sich dies Nationalgefühl wirklich zu regen beginnt. Die schlimmste Wirkung dieser permanenten sittlichen Entrüstung, dieses Hin- und Herwendens abstrakter Formeln, ist, daß es die Trägheit begünstigt. Einen Witz zu finden ist leichter, als den Zusammenhang des Staatslebens zu stndiren." „Zeiten, in denen die Bildung so ganz außer Verhältniß zu deu bestehenden Einrichtungen steht, bringen stets einseitige Talente herbor, wie Junius, Couvier und Börne. Der ewigen Schönrednerei müde, freute man sich au einem kühn ausgesprochenen Nrtheil, wenn es auch nicht gehörig begründet war, und namentlich an einem regen, in einer bestimmten Richtung sich fortbewegenden Gefühl. So wenig Börne und seine Gleichgesinnten der Jugend zuführten, so erweckten sie doch in ihr den Wahn, sie sei durch eine tiefe Kluft von der alten Zeit getrennt, die alten Rechtsformen hätten sich überlebt, und nur eine Revolution könne die Menschheit retten. Die Revolution ist wie ein Gewitter, es zündet Bäume und Häuser an, verwüstet die Saaten, reinigt die Luft, aber so wie es vorüber ist, tritt die alte Natur wieder hervor. Richt einmal das äußerliche Räderwerk des alten Staates kann völlig gebrochen werden, denn die Voraussetzungen bleiben, und die Barrikadenkämpfer werden sich immer nur auf Augenblicke der Gewalt bemeistern." — Wie weit es die jüdischen Börne- und Heine-Schüler in jüngster Zeit in ihrer Wnth gegen Kirche und Christenthum gebracht, davon nur ein Beispiel aus einem unverfrorenen Pamphlet" Alexander Weills, eines intimen Freundes von Heine (welchen Freund er durch einen Bericht über dessen häusliches Leben lächerlich und verächtlich gemacht), in welchem Pamphlet die jüdische Wnth und Arroganz in folgender Expektoration ausbricht: „Die katbolischeu Nationen, götzendienerisch, verdummt, ver- thiert durch Glaubenslehren, welche unvereinbar sind mit dem kleinsten Körnchen Vernunft, waren vor der Reformation zur Ordnung, zur Vernunft, zu jeder Sparsamkeit unfähig. Sie lebten in Faulheit und Armuth,"" und wenn sie sich zur Thätigkeit aufschwangen, so brachten sie nur Dummheiten fertig, welche 5 lla lAkinzg eatboligus et atbes. Baron Vogelsang in seiner „Oesterreichischen Monatsschrift für christliche Socialreform" (9. Heft, 1SS6, S. 4S0) bemerkt hierzu: „Der Börne und Consorten. Äsiö poetisch gencmnt wurden, ober die eher einer unaufhörlichen Betrunkenheit gleichsehen, als wahre Poesie, welche stets nur die rhythmisch ausgesprochene Vernunft ist. Diese Völker haben sich erst zur Zeit der Renaissance moralisch und Physisch erhoben — nicht seit dem Wiederaufleben der griechischen Literatur ^ diese hat nichts zur Veränderung der Lage der christlichen Völker beigetragen, sondern ausschließlich seit der Kenntnis; und dem Studium der Bibel und des mosaischen Gesetzes, aus dem erst die Reformation, und dann, als diese auf halbem Wege stehen geblieben — die rein de istische Revolution von 17M entsprungen ist und welche wörtlich die mosaische Gleichheit, Freiheit und solidarische Brüderlichkeit als ihre Dogmen und ihre Grundlage verkündet hat. Diese deistische und mosaische Revolution hat wie ein stegreicher Pfeil den Mittelpunkt des Ziels, das Christen- thum, in mehrere Theile zerspalten, und wird es zuletzt gauz verschwinden machen,"'' „Als die Reformation durch das Entstehen und den Krieg der widertäuferischcn Commnnisten, die ihren Commnnismns ans dem Evangelium schöpften, in ihrer Entwicklung gehindert worden, und nachdem mehrere Staaten durch Annahme des Protestantismus wieder in den Bereich des Papstthums zurückgekehrt waren, flüchtete sich die monotheistische Idee der Bibel — über die Köpfe der Rabbinisten, der den Katholiken an Aberglauben nicht nachstehenden Juden hinweg — in die geheime Gesellschaft der Frei- mauerei," „Die Freimanerei von damals, ausschließlich deistisch, war ebensowenig protestantisch wie katholisch, sie war deistisch- mosaisch mit all den politischen und socialen Cvnsegnenzen dieses Bekenntnisses," „Sie war deistisch-republikanisch, nach dem mosaischen Gesetz selbst gebildet, von Moses hatte sie dessen Siegel, das Winkelmaß angenommen, welches die Gleichheit, das Grund- princip des Moses, darstellt. In der Thnt war die Freimanerei indische Schriftsteller scheut sich hier nicht, im Vertrauen auf die Unwissenheit seines Publikums, der geschichtlichen Wahrheit ins Gesicht zu schlagen. Was die Faulheit betrifft, so ist hier offenbar das Halten der im Mittelalter so genau beobachteten Feiertags- und Sonntagsruhe gemeint; den Vorwurf der Faulheit machten ja auch die jüdisch-liberalen Blätter in Oesterreich, voran das Hauptorgan der LUlnrnvs israslits, die „N. Fr. Pr.", den Christen Oesterreichs, als die Sonntagsruhe gesetzlich eingeführt war." — ^ Die Christen können den Juden für das unverfrorene Aussprechen ihres Höffens, Wünschcns und Strebeus nur dankbar sein. Wir sind so frei, zu meinen, es ist die volle Herrschaft des Jubcnthums, die Ausrottung des Christenthums und die gehofftc Sklaverei der Goyim noch eine sehr offene Frage, »5 zgic schlau! Reformrabbi Weill stellt sich so, als ob er dieTal- mudlehrcn nicht kannte, um den Fanatismus derselben derKirchen- lehre gleichstellen zu können. Brunn er, Zwei Buschmänner, m 210 Börne und Consorten, eine Republik mit allgemeinem Wahlrechte, einem ehrwürdigen (ach!) Präsidenten und einem Redner an der Spitze, eine Republik, welche keinen andern Adel zugab, als jenen der Wissenschaft, der Tugend und der Gerechtigkeit! Alle großen Geister, alle großen Schriftsteller, alle großen Denker Deutschlands, Frankreichs und Italiens waren mit der Freimanerei verbündet, ans welcher nach einem und einem halben Jahrhundert die Revolution von 1789 hervorgegangen ist, deren Nationalversammlung in Wirklichkeit nur eine Nachahmung der Logen der Freimanerei war, und bei welcher weder Königthnm noch Gcburtsadcl mehr möglich blieb/' Sehr schön! Wenn aber, wie dies schon nach allen Richtungen hin gährt, auch der Kapitaladel, der Geldadel, der Wucheradel, der Ausbeutungsadel an die Reihe kommt, dann werden alle RevolutionSmanscheln ein allgemeines Auweh- geschrei erschallen lassen! Wenn diese schlauen Herren die Geld- und Weltherrschaft errungen haben, bann soll die Sonne der Revolution auf einmal stillstehen! Diese Sonne wird aber auch in ihre Kassen hineinleuchten, Baron Vogelsang fügt den Bekenntnissen der schönen Judenseele noch folgende Betrachtung bei: „Wer die Revolution von 1789 hauptsächlich hervorgerufen hat, das zeigt Weill hier deutlich, wenn er auch in gewöhnlicher jüdischer Ueberhebnng sich darin irrt, daß er glaubt, das Juden- thnmhabesich allein die geistige Urheberschaft derselben zuzuschreiben. Nein, mit dem Sinken deS christlichen Glaubens und der christlichen Sitte, mit dem dadurch bedingten schwinden der übernatürlichen Gnade, welche die Christenheit an Stelle des Judenthums zum anserwählten Volke erhoben hatte, vollzog sich gleichsam automatisch das Sinken der Wage des Einen, das Steigen des Anderen, Und je leichter die Christenheit in die Wage der Weltgeschichte zu fallen begann, desto gewichtiger wurde das Jnden- thum ohne alle? Zuthnn von dessen Intelligenz und Rührigkeit, von welcher man ein so großes Wesen zu machen pflegt. Den glaubcns- und sittenlos gewordenen Christen entfällt das Scepter der Erde, und die Inden gewinnen dasselbe, ihr Geist ist es, der jetzt in Gesetzen, Institutionen und Unsitten über und in uns herrscht, dem wir uns — wie widerwillig auch immer — dienstbar machen. Mit vollem Rechte durfte Cremieux trinmphirend ausrufen: Us fmk roi ctg I'öpoobs. Diese Epoche ist die der französischen Revolution, aber diese Epoche geht mit dem Ccn- tcnarium 1 789 zu Ende, wenn sie nicht schon früher durch eine andere abgelöst wird," Börne und Consortcn, 211 89. Mc ^ersuche "Minnes, ^ kiclienswiirdig zu schildern, welche wir, um einen günstigen ^indriuk für die armen Verfolgten zu hinterlassen, am ^Lnde liringen. Wir wollen dem Leser den tragischen Eindruck, welchen die verbissene Feindschaft dieser beiden Nebenbuhler (Börne und Heine) hervorbringen muß (die nur im Kampfe gegen das gehaßte Christenthum sich geeinigt haben) ein wenig vermindern, und zwar durch einige zur Heiterkeit stimmende Berichte Börnes. In III. S. 419 erzählt Börne Folgendes: „Es trat einmal ein deutscher Freund noch spät Abends mit lautem Lachen in mein Zimmer (zu Paris) und erzählte mir: er habe bei Lafitte zu Mittag gegessen, und unter den Fremden wäre auch ein halbes Dutzend Frankfurter Bankiers gewesen, zur Hälfte christlichen, zur Hälfte jüdischen Glanbens. Lafitte dachte seinen Frankfurter Gästen keine größere Artigkeit erzeigen zu können, als wenn er sie alle neben einander setzte, und so kam durch eine fürchterliche Erderschütteruug ein Frankfurter christlicher Kaufmann neben einen jüdischen zu sitzen. Die Christen verloren alle Haltung, rutschten auf ihren Stuhlen unruhig hin und her, und bekamen Zuckungen in den Ellenbogen. Zuletzt aber brach die auf Lebenszeit eingesperrte Artigkeit "gegen Juden in der Verzweiflung durch, und warf alles vor sich nieder. Der eine Jude, ein neckischer Mensch, versuchte mehrere Male seinen christlichen Nachbar zur Besinnung zu bringen, und ihn durch das einfache Mittel, daß er ihn um den Schinkenteller bat, gelind zu erinnern, wer sie eigentlich beide untren und was sie unterscheide. Aber es half Alles nichts, die Christen in ihrem Taumel blieben höflich den ganzen Abend. Ja nach dem Essen nahm jeder seinen jüdischen Landsmann unter den Arm, ging mit ihm im Kaffeesaale auf und ab, und erkundigte sich aus das Freundlichste nach dem Befinden der „Kauzer und Restanten." Diese rührende Geschichte läßt sich Börne von einem deutschen Freunde erzählen, und zwar spät Abends, weil die Geschichte gar so nnterhaltlich, interessant und lehrreich (für Christen) ist) und der Freund tritt „mit lautem Lachen" bei Börne ein, weil die Geschichte gar so unendlich komisch ist. Zuerst sind die Gäste Bankiers, sechs Zeilen später Kaufleute, und der Restaurateur in Paris kümmert sich darum, woher seine Gäste sind, und ist so blitzdumm und unpariserisch, daß er nicht weiß, der Wirth soll die Gäste sich ihre Tischgesellschaft selber wählen lassen, und übersieht auch ganz und gar, daß drei von ihnen 212 Börne und Consorten. Juden und drei Christen sind, und weiß diesen Frankfurtern in Bermuthung der großen Liebe und Zuneigung, die sie zu einander haben, keine größere Freude zu machen, als sie an Einen Tisch zusammenzusetzen! Wer nie in einer Großstadt gelebt hat und wer das Pariser Leben nicht kennt, der mag sich dieses Toleranzedikt von Börne willig auf den Rücken heften lassen. Die Goyim (Christen) sind so dumm, „auf ihren Sitzen hin und her zu rücken" und Zuckungen in den Ellenbogen zu bekommen, als ob sie, wenn ihnen die Tischgesellschaft zuwider war, sich nicht zu einem andern Tisch hätten separiren können! Ein Jude, „ein neckischer Mensch", sagt Börne, das ist eigentlich eine Ehrenbeleidigung der ganzen Judenschaft, und stellt in Zweifel, ob sie nicht durchgängig neckisch wären. Er bittet deswegen um den Schinkeuteller, um ihn zu errinnern, wer sie Beide eigentlich wären und was sie unterscheide. Welche Symbolik der Bekenntnisse! Der Jude braucht nur Schinken zu essen — und er ist Christ, und der Christ braucht nur keinen Schinken zu essen — und er ist Jude! Die Erfindung dieses Dramas ist weniger frivol, als dumm, es ist ein verlogener, frivoler Blödsinn, aber der große Börne hat es geschrieben nieder, und wer es nicht will bewundern, der ist ein Dummkopf! Sind denn die Deutschen wirklich schon gar so verdummt, daß sie jeden schiefgetretenen Trödelmarktstiefel, welchen Börne zusammenschrieb, zu einer Grundlage ihres gesellschaftlichen Wandels machen und jeden schmutzigen Peitschenriemen, mit dem er auch auf die größten Dichter Deutschlands losschlägt, wie eine wohlverdiente Zuchtruthe zum Kuß entgegennehmen? — Nun, die Deutschen haben sich den Trödelausverkauf lange genug gefallen lassen. Wie sich Börne bisweilen selber mit seinen Pfiffen und Erfindungen prahlt, ersehen wir aus einem Roman, in dem er sich die Liebhaberrolle angedichtet hat. III. S. 405 berichtet er des Längeren, wie im Bade Soden eine junge Wittwe seine Aufmerksamkeit gefesselt, so daß er sich derselben mit Entfaltung seiner ganzen Liebenswürdigkeit und seines edlen Charakters (eigene Erfindung) zeigen wollte. Börne und Consorten. 21Z Er berichtet mit selbstgefälligem Lächeln: „Wer lehrt mich mit einer bürgerlichen Witwe umgehen? Ich versuche es- Bin doch setzt der einzige Mann im Bade- Die Krankheit hat einige interessante, melancholische Züge in meinem Gesichte zurückgelassen, und die Weiber trösten gern- Ich werde ihr unter den Bäumen begegnen, und trübsinnig mit verschränkten Armen, ohne zu grüßen, au ihr vorübergehen- Ich fülle meine Tasche mit Kreuzern und vertheile sie rechts und links an die Dorfarmuth. (Ach!) Ja, ich kann in einiger Entfernung von ihr meine Uhr unter dem Rocke hervorziehen, sie küssen und au mein Herz drücken. Das Gold blinkt in der Sonne, und sie wird es wohl für ein Medaillon ansehen. — Eine abwesende Geliebte? — Oder ist sie todt? — O das wirkt! ^ Bei Weibern ist die Liebe w oft eine Tochter, als die Mutter der Eifersucht. Und vor allen du mächtige Göttin, siegreiche Langweile, du zauberst ihr wohl etwas von meiner Jugend, meiner Schönheit, meiner Liebenswürdigkeit vor. Aber wer mag die andere sein? Ihre Tochter? Nicht möglich! — Warum nicht möglich? Ich weiß schon nicht mehr, was ich spreche. Ihre Schwester, ihre Cousine, ihre Freundin ^ gleich viel! Zwei um so besser. Ich muß mich heute noch sehen lassen. Ihr Fenster geht nach dem Garten. Ich sitze in der Lanbe, lese Pfisters Geschichte der Deutschen und streiche eine Thräne aus meinen Augen. Das Buch ist hellblau gebunden und kann etwas Romantisches vorstellen. Sie bemerken mich gewiß. Heute sprechen sie von mir, morgen über mich, übermorgen mit mir, in drei Tagen zu mir. Schließ deine Rechnung mit dem Himmel, Witwe: dein Herz ist mein! Kein Gott kann dich retten!"^ Und vor solchem Wilzgefunkel stand ein Theil Deutschlands bewundernd und händeklatschend da! Die Zeit ist vorüber! Börne hätte eben so gut sagen können, er habe seine Taschen mit Sechsern gefüllt, um sie rechts und links an die Dorfarmuth auszutheilen. Aber er mag sich gedacht haben: das Sechseranstheilen verbietet mir eine reiche, bezugs Geld aber sparsame Phantasie selbst vor Damen. Es sind ja Kreuzer mehr als genug. Ich muß ja froh sein, wenn einige blöde Goyim glauben, daß ich der schönen Witwe wegen Kreuzer ausgetheilt habe, von meinen Stammesgenossen glaubt es mir ohnedies keiner — Nathan der Weise ausgenommen! ^ Wenn mau sich so die dürftige, verkrümmte Gestalt mit dem gelben Gesichte vor Augen stellt und obigen geschilderten Liebreiz dazu, in dessen Besitz zu sein der Börne sich schmeichelt, er, der Damen gegenüber Unbesiegbare, der die Witwe apostrophirt: „Kein Gott kann dich retten!" Da kann man nicht lachen, nur bedauern. 214 Börne und Consorten, Eben kommt uns während der Correktnr ein neuer Beweis zu Händen, wie mit diesen dummen, deutschen Goyim eigentlich gar nichts anzufangen ist, wie sie trotz der höchst liebreichen und väterlichen Ermahnungen ihres wohlwollenden Freundes Börne seit 50 Jahren sich eher verschlechtert als gebessert haben. Wir ersehen dieses aus einer Nachricht im Wiener „Deutschen Volksblatt" vom 4, Januar 1891, welche wörtlich lautet: „Was ist die Ausgabe des israelitische« LehrersHört Ihr's, Goyim, der orthodoxe „Israelit", Centralorgan für das orthodoxe Judenthum, lehrt es Euch, Die Aufgabe des jüdischen Lehrers ist: „Der Retter (!) seiner deutschen uichtjüdischeu Brüder (!) zu werden, sie zu schützen vor sittlichem Schaden, sie zu bewahren vor Schmach und Schande (!)." Ihm fällt die große Aufgabe zu: „Dem Ausbruch einer sittlichen Krankheit (den Antisemitismus) seiner Brüder l!) wirksam entgegenzutreten und einen großen Theil des deutschen Volkes vor Schaden an Geist und Seele, an Moral nnd Sitte zu bewahren," Wir fragen, kann es eine größere Frechheit geben, als die, den Judenlehrer als Erzieher des deutschen Volkes hinzustellen? Und dies thut das „Eentralorgan des Jndenthums", Volk, werde endlich wach!" — So das „Volksblatt", Schon Börne wollte Deutschland von seiner Dummheit befreien, es ist dem großen Manne, dem Wunder des 10, Jahrhunderts, dem kleinen Habakuck leider nicht gelungen. Diese Deutschen werden immer noch dümmer und dümmer. Nun kommt auf den Reformer Börne ein Orthodoxer, das ist der Herr Rebb Pimpeles; er will die deutschen Brüder retten vor Schaden an Geist und Seele, an Moral und Sitte bewahren, weil sie einer sittlichen Krankheit (also gibt es auch unsittliche Krankheiten) anheimgefallen sind! Wie sanft und milde ist der Rebb Pimpeles gegen Börne, der jeden von diesen Kranken gleich ins Narrenhaus oder ins Gefängnis; werfen wollte! Die Zeiten haben sich geändert. I. Als er selbst Gott hat angewitzt, Ist er gehörig abgeblitzt. Denn nnser Herrgott ruft ihm zu: „Jnd', was bin ich, und was bist du?" II. Verhaßt ist euch der cw'ge Bund. Die Treue bis zum Tode, Das Liebcslied kommt aus den Hund Nach dieser Heine-Mode. Der treue Sänger gilt euch nichts, Er dünkt euch nur — ein Pinsel, Dann wird das Lied des faunischen Wichts Am End' zum Hnndcgewinscl. III. „Er besaß, was die Juden mit den Franzosen gemein haben, die Anmnth des Lasters, die auch das Niederträchtige und Ekelhafte auf einen Augenblick verlockend erscheinen läßt." Trcitschke, „Deutsche Geschichte tes 19. Jahrhunderts". IV. .Heine greift jetzt zu den rohcsten Aushilfsmittcln. Es soll jener jüdischätzende Sarkasmus sein, der Heine so eigen ist, ist aber jetzt nichts mehr als eine abgeriebene Kratzbürste." V. „Immer hinreißend, immer unwiderstehlich, immer unausstehlich, ein Wicht — und der verhätschelte Liebling Alter, ein Geschwür des Gestankes — und vom Dufte der Lorbeerblätter nie verlassen, ein geiler Affe und ein Musenjttngling mit einem Strahlennimbus nm'S Haupt, ein unerschöpflicher Honigkelch voll Gift für die Nation." Der Aesthelikcr Vischc r. Icr Standpunkt des Futors. Heines tnlinndischcr Haß eontra Cljrijicnlhuin. Sein licliebtes „Hunde"-Schiinpsen. Jas Kljristentijnui eine Krankljeitspenodc der Menschheit. Wach außen ljcucht'erisch ein chljrist, im Kern ein ewiger Jude. Saphir über Keine. Wir haben es hier in erster Linie nicht mit Heine, deni Liederdichter, nicht mit seinem poetischen Talent, nicht mit seiner gewandten Form der Darstellung zu thun, denn darüber ist schon mehr als genug geschrieben worden; unsere Aufgabe soll es sein, die Stellung Heines zum Glauben und zur Sitte des positiven Christenthums zu betrachten, auf die ziemlich offen daliegenden Ursachen seines bei jeder Gelegenheit losbrechenden Hohnes und Spottes über dasselbe hinzuweisen, die talmndische Verbissenheit gegen die Lehre vom Kreuze bloßzulegen und zu beweisen, daß seine Theologie eben so schadhaft gewesen ist, wie sein sittliches Leben, das er in echt cynischer Frechheit seinen Lesern nach allen Seiten bloßzulegen nicht nur keinen Anstand genommen, sondern sich desselbigen noch gerühmt hat. Er hat mit seinem Buch der Lieder auch ein Buch der Lieder lichkeit herausgegeben. Ob nun das Wirken desselben ein segensreiches gewesen ist, darüber mögen christliche Väter und Mütter entscheiden, deren Söhne oder Töchter sich diesen Autor zu ihrem Liebling auserkoren und theilweise zu ihrem Muster genommen haben. Selbstverständlich haben wir es hier nicht mit dem tobten Heine, sondern mit dem in seinen Schriften noch fortwirkenden Autor zu thun. Wenn wir Thatsachen aus seinem Leben anführen, so geschieht das nur, um mittelst derselben seine Schriften zu beleuchten und nachzuweisen, wie sein Leben und sein Schreiben sehr oft harmonisch zusammenklingen. Der Schreiber dieses hat schon 1845 und 184b im „Nebeljungenlied" und dem „Deutschen Hiob", wie 1855 in „Keilschriften" in Reimen das Wirken Heines geschildert, also noch ^13 Heine und Consorten. zu seiner Lebenszeit. Hier wollen wir nun gleich mit Heines besonders wutherfüllten Ausbrüchen gegen das Christenthum beginnen. Wie Börne gebraucht er den Kniff, sich als Protestanten zu geriren, da er doch immer nach berühmter Rabbiner Geständnis; ein echter Talmudjude geblieben ist und die Taufe nur heuchlerisch zum Scheine über sich ergehen ließ. Schon im 1. Band, S. 131 (Rcisebilder), bricht er los: „Die Tage der Geistesknechtschast sind vorüber, altersschwach Mischen den gebrochenen Pfeilern ihres Colisenms sitzt die alte Kreuzspinne und spinnt noch immer das alte Gewebe, aber es ist matt und morsch, und es verfangen sich darin nur Schmetterlinge und Fledermäuse, und nicht mehr die Steinadler des Norden s!" Was soll mau darüber sage», wenn moralisch herabge- kommcne und zugleich physisch verbrauchte Jndenjungen sich für „Steinadler des Nordens" halten? Heines Humor besteht im Schimpfen über Gott und die Welt, seine Schriften sind doch vorzüglich für die Bewohnerinnen gewisser Ungewisser Häuser als Trostbücher verwendbar, ebenso für die Bewohner von vergitterten Hinterseiten von Justizpalästen, denn diese Damen und Herren fühlen geradewegs ein dringendes Bedürfnis;, die persönliche Verantwortung des Menschen vor einem ewigen Richter verspottet und verhöhnt zu sehen. Der Witz Heines besteht in der Frechheit der Profanation a lles dessen, was dem Christen heilig ist, aber auch jede sittliche Größe in der Menschheit ist ihm in die Seele hinein zuwider, und auch seine Schmähwvrte hat er ans der Schacherbude entnommen. Der Hund spielt bei ihm eine große Rolle; Männer, zu deren Beurtheilung ihm durch sein sittliches Leben der Maßstab abhanden gekommen ist, traktirt er echt jüdisch als Hunde. So sagt er über den englischen Historiker Cobbet (III. 93): „Er ist ein Kettenhund, der jeden, den er nicht kennt, gleich wüthend anfällt, oft den besten Freund des Hauses in die Waden beißt, immer bellt, und eben wegen jenes unaufhörlichen Vellens nicht gehört wird, wenn er einmal einem wirklichen Dieb entgegen- bcllt. Deshalb halten es jene vvrnehmen Diebe, die England Heine und Consorten, 21ll plündern, nicht einmal für nöthig, dem knurrenden Cobbet einen Knochen zuzuwerfen und ihm damit das Maul zu stopfen. Dieses wurmt den Hund am bittersten und er fletscht die hungrigen Zähne. Alter Cobbet, Hund von England, ich liebe dich nicht, denn fatal ist mir jede gemeine Natur, aber du dauerst mich bis in die tiefste Seele, wenn ich sehe, wie du dich von deiner Kette nicht losreisten und jene Diebe nicht erreichen kannst, die lachend vor deinen Augen ihre Beute fortschleppen, und deine vergeblichen Sprünge und dein ohnmächtiges Geheul verspotten." So spricht der Heine über den wahrheitsliebenden, ehrenhaften und edlen Charakter Cobbet; er nennt ihn einen knurrenden Hund, der nur bellt, weil man ihm keinen Knochen zugeworfen. Derselbe Heine, dem Guizot den Knochen der Subvention jahrelang vorgeworfen, und welcher Knochen von Heine mit Wedeln, vergnüglichem Knurren und wahrem Hnndeplaisir jederzeit abgenagt und hinabgewürgt worden ist! Es macht dem Heine ein Vergnügen, irgend einem berühmten Goy nach Trödelbndenmanier einen Hund an den Hals zu werfen, s. z. B. dem berühmten Schauspieler Garrik: „Dieser Garrik aber liebte den grasten Dichter und zum Lohne für solche Liebe liegt er begraben in Westminster neben dem Piedestal der Shakespearischen Statue, wie ein treuer Hund zu den Fühen seines Herrn." Garrik liegt aber gar nicht neben dem Denkmal Shakespeares, sondern in der Diagonale gegenüber. Heine hat ihn nur zu den Füßen Shakespeares hineskamotirt, um seinen Hundewitz auch hier am Monument des großen Briten anp .... n zu können. Am Schlüsse der Besprechung von Shakespeares „Cleopatra" (III. 228) heißt es: „An der Pforte nickt der hieroglyphenmützige Jsismönch. In üppigen Villas halten die Mumien ihre Siesta, und die vergoldete Larve schützt sie vor den Fliegenschwärmen der Verwesung. . , . Wie stumme Gedanken stehen dort die schlanken Obelisken und die plumpen Pyramiden. Im Hintergrund grüsten die Mondberge Aethivpiens, welche die Quelle des Nils verhüllen . . , Ueöerall Tod, Stein und Geheimnist. . . . Und über dieses Land herrschte als Königin die schöne Cleopatra. Wie witzig ist Gott." — Wer läßt sich herbei, in der albernen Frechheit: „Wie witzig ist Gott!" einen Witz zu finden? Höchstens ein 220 Heine und Consorten. Ladendiener, dessen Orakel Heine ist, der könnte ausrufen: „Gott über die Welt, was für ein göttlicher Witz, dieser witzige Gott!" Wie ist doch Alles so feine, Was er sagt, unser Heine; Es haben die Goyim nie Hervorgebracht ein so großes Genie. Was ist dagegen Schiller und Goethe? Höchstens ein Frosch und eine Kröte. Ein großer Goy, der nicht wird gehaßt, Ist der Lessing, der den „Nathan" verfaßt. An dem „Nathan" mögen die Goyim ersehn, Wie hoch die Juden über den Christen steh'n. Wir haben die Schulden des Lessing beglichen^, Und er hat uns dafür herausgestrichen. Lessing wollte die Ehre der Juden retten, Darum steht er hoch über allen Poeten. Wer für uns schreibt, das ist unser Held, Er hat die Poesie und wir haben das Geld. In 1kl. S. 381 wird Guizot gelobt, „er habe über die Shakespeare'sche Komödie das Beste geschrieben" und eine Stelle aus Guizot hierüber angeführt. Gesetzt den Fall, irgend ein anderer deutscher Dichter hätte von einer deutschen Regierung ein Jahresgehalt bezogen und dieser Dichter hätte den Minister, der ihm dieses Gehalt zu Wege gebracht, öffentlich belobt, welche Fluth von Hohn und Spott möchte Heine über diesen Unglücklichen ausgegossen haben! Da hätte es sicher Hunde, und zwar „bettelnde, um Knochen wedelnde Hunde" geregnet. Wie hat Heine den Grafen Platen heruntergerissen, weil er vom Bayernkönig Ludwig 1. ein kleines Jahresgehalt bekommen, — und das war doch sein König, ein deutscher König — derselbe Heine, der sich von Frankreich bezahlen ließ, besaß die Unverfrorenheit, dem Platen diese Königsgabe ^ In „Lessingiasis und Nathanologie" haben wir aus geschriebenen Geständnissen von Juden nachgewiesen, daß Inden die Wechsel des zahlungsunfähigen Lessing während der Abfassung des „Nathan" eingelöst haben. Heine und Consorten. 221 zum Verbrechen zu macheu, versteht sich nur, so lange Heines Bezahlung von Frankreich noch unbekannt war, IV. 163 nennt Heine das Christenthum eine Krankheitsperiode der Menschheit- „Das rechte Träumen beginnt erst bei den Juden, dem Volke des Geistes, und erreichte seine höchste Blüthe bei den Christen, dem Geistesvolke, Unsere Nachkommen werden schaudern, wenn sie einst lesen, welch ein gespenstisches Dasein w ir geführt, wie der Mensch in uns gespalten war, und nur die eine Hälfte ein eigentliches Leben geführt. Unsere Zeit, und sie beginnt am Kreuze Christi — wird als eine große Krankheits- periode der Menschheit b etrachtet werden," Wer Heines Gesundheits Periode aus seinen eigenen Schilderungen kennt, der wird es begreiflich finden, daß Heine das Christenthum eine Krankheitsperiode nennt. Wieviele deutsche Jünglinge, die sich Heines Lehren und Leben zum Vorbild genommen, haben ihr Leben nicht mit der Krankheitsperiode des Christenthums, sondern nach Heines Muster mit einer ganz anderen Krankheitsperiode abgeschlossen. Bei der Mehrzahl der Feinde des positiven christlichen Sittengesetzes wird man in ihrem Leben ähnliche Züge finden, wie bei Heine, so bei Voltaire, Rousseau und früher bei dem grundlüderlichen Hutten, Sl. Der Protestant Hödeke nöer Keine. Keine von Frankreich aus jahrelang besoldet', seine «Leistungen dasür, predigt die «Lmancipalion des Fleisches. Gödeke (Protestant) bringt im „Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung", Dresden 1862, ß 325, ein Leben Heines. Gödeke schildert Heines Charakter aus den Schriften, Briefen und vollwichtigen Zeugen ausführlich; sehr interessant ist der Bericht über Heines sogenannte Bekehrung zum Christenthum : „Er war am 18, Juni 1825 in Heiligeustadt zum lutherischen Bekenntnisse übergetreten. Daß er dazu von einem inuern Bedürfnisse nicht getrieben wurde, ließ sich erwarten. Er selbst sagt vor dem Uebertritt mit dürren Worten, seine Dcnknngsart lasse 222 Heine und Consortcn, ihn die Taufe als einen gleichgültigen Akt ansehen, den er auch symbolisch nicht wichtig achte. Nach der Taufe sagt er in seiner Weise verblümt, das; ihm nichts so sehr zum Greuel sei, und das; er nichts so sehr hasse als das Christenthnm, nichts so sehr als das Kreuz, das; er im Herzen ein Jude sei, sich aber aus Lnxnsübermnth habe tanken lassen. Auch in der Folge hat er sich immer wegwerfend über den gethanen Schritt geäußert, durch den er nur um so besser berechtigt zu sein bekannte, die Grundlagen aller kirchlichen Gemeinschaft, ja die Grundlagen der Religion selbst einer Kritik zu unterziehen, natürlich in seiner Weise, die in nichts anderem bestand, als in Spott und Verhöhnung. Auf dieser Bahn können wir ihm hier nicht folgen, zur Charakteristik reicht es hin, an die Stelle zu erinnern, Ivo er den Holländer, der natürlich seine eigene Erfindung ist, die Dreieinigkeit, an die Heine nicht zu glauben brauchte, während seines Gesprächs^ darüber — die Unterscheidung zwischen Kabeljau, Laberdan und Stockfisch erklären läßt; es sei im Grunde eins und dasselbe, und man bezeichne damit nur die verschiedenen Ein- salznngsgradc. Ein weiteres Eingehen auf diese und schlimmere Spöttereien würde einer Verbreitung gleichkommen. Es bedarf auch gar nicht des Nachweises, daß Heines Frivolität nichts im Himmel und ans Erden schonte, was der Menschheit heilig ist! eben so wenig, daß er die Triebfedern, die ihn geleitet hatten, zu allgemein gültigen Grundsätzen nmznschaffen bemüht warn kaum nöthig ist es zu sagen, daß er im „Kampfe gegen Pfaffen und Aristokratie", den er gern als seine Lebensaufgabe bezeichnete, nur ein Beilänfer gewesen ist, über dessen Witze man lachte, während man die Armseligkeit seiner Kämpfe nach ihrem wahren Werthe schätzte, d, h, verachtete," Derselbe Karl Gödeke^ sagt über ihn ferner: „Er verwischte die Formen, welche Poesie und Prosa scheiden,,, er hat die Methode eingeführt, ernste Gegenstände zu behandeln, ohne ihrer mächtig geworden zu sein, , ,, Sieht man gegenwärtig die Reihe seiner Schriften ruhig und unbefangen wieder durch, ersch rickt man fast vor der geistigen Ocde und Leerheit derselben, und muß sich, um die Wirkung, die sie auf die Zeitgenossen gehabt haben, einiger Maßen zu begreifen, daran erinnern, daß damals die Literatur der Stichwörter und der Anspielungen im Schwünge war, die, wenn sie nur einen der vielen Gegenstände, welche der freien offenen Behandlung versagt waren, leicht anklingen ließ, ein vielstimmiges Echo fand," > Wolfgang Kirchbach, der einen drei Nummern seiner Zeitschrist durchlaufenden Artikel über die Ueberschtttzung Heines * In dessen „Magazin für Literatur des In- und Auslandes", Jahrgang 1883, Nr, 18, Heine und Consorten. 22,! als Lyriker durch unverschämtes Reclameweseu iu sehr ausführlicher Weise gebracht hat, berichtet, es habe Gödeke wegen seines den Literaturmauscheln sehr unliebsamen Urtheils eine Menge namcnlvse Drohbriefe und Schmähungen entgegennehmen müssen. Diese anonume ausbrechende Verzweiflung der Makkabäer schüchtert niemand mehr ein, die Lärmtrommel ist durchlöchert und hat ihren Schall verloren und ihre Wirksamkeit eingebüßt, Gödeke berichtet weiter: „Die französische Depntirtenkammer hatte MlkM Franks zu jährlichen Unterstützungen an Flüchtlinge aus allen Ländern En ropas bewilligt, deren Verwendung geheim blieb, Heine erhielt von 18Ü6 an jährlich und im Ganzen bis zur Febrnar- Revölnlion ül>(!00 Franks als Antheil „von dem großen Almosen, das das französische Volk an so viele tausende von Fremden spendete, die sich durch ihren Eifer für die Sache der Revolution in der Heimat mehr oder weniger compromittirt hatten", Gnizvt hatte dafür keine Dienste verlangt, kannte aber seinen Mann genügend, um zuwissen, daß er keinen Gegner seiner und Fraukreichs Politik besoldete.^ Er hat niemals einen positiven befreienden Gedanken aufgestellt, der sein Eigenthum wäre; den durch alle seine Schriften durchlaufenden Gedanken, daß die Unsittlichkeit ein Recht auf Existenz habe, kann man weder einen freimachenden, noch Positiven nennen," „Das „Wintcrmärchen" wird die Krone von Heines Dichtungen genannt. Besonders wird darin die pantheistische Negation des christlichen Dualismus zwischen Diesseits und Jenseits hervorgehoben, und das alte Lieblingsthema Heines, die Einsetzung des Sensualismus in seine Rechte gegenüber dem christlichen Spiritualismus, wird von radicalen Literarhistorikern nndHeineverehrern hochgclobt," Das wird Alles dem Lesepublikum so trocken vorgelegt, als ob der Heine mit seiner „Einsetzung des Sensualismus in seine Rechte" ganz im Recht wäre. Was an dieser Einsetzung für nothwendige Konsequenzen hängen, daran denken diese Literarhistoriker nicht. Wenn der Sensualismus in seine Rechte eintritt, so muß Jeder seinen gehörigen Theil ^ Der Literarhistoriker Kurz ist in seiner Charakteristik Heines über diese 4300 französischen Franken mäuschenstille (und zwar 186S im dritten Bande, obgleich die Entdeckung dieses Guizot'schen Kanfschillings schon 1843 stattgefunden) hinweggegangen. 224 Heine und Consortcn. davon bekommein Wenn die Proletarier in Paris nach Heines System gehandelt hätten, so würden sie ihm sein Gnad engehalt (das ihm Guizot aus dem „geheimen Fonds" „für Mouchards, Spione, Apostaten und Verräther" jährlich ausbezahlte) ohne Umstände weggenommen haben, denn nicht er allein hat das Recht gehabt, das heimlich ausgezahlte Geld sensualistisch zu verjuxen, es ist Art der Fünfsinnenweisheit, sich seinen Antheil am großen Weltvergnügen mit List herauszuprakticiren (wie es Heine gethan) oder mit Prügeln herauszuschlagen, wie es die Proletarier machen, wenn sie als gelehrige Schüler des Sensualismus obenauf kommein l>?. Keines begeisterte Schüler in Zucht-, Hcfangen- und andern Käufern. Erklärt Beligions- und Sittcnl'ostglieit als höchste Errungenschaft. Daß es gegenüber den Anhängern des sensualistischen Systems sehr leicht ist, sich durch entschiedene Frechheit, durch Lächerlichmachen von Himmel und Hölle, durch das Prokla- miren ungezügelter Lumperei einen Namen zu erwerben, das bezeugt die moderne Literaturgeschichte. Die Bewohner sämmt- lichcr Criminal-, Zucht- und Arbeitshäuser klatschen in die Hände, wenn sie ihre Philosophie von externen Anhängern ihres Systems verherrlicht finden. Daß sie (diese Kriminalisten) zu den internen Verehrern des Systems gehören, das gibt eben nur von der traurigen Thatsache Kunde, daß ihr System noch nicht allgemein durchgedrungen ist. Wer hat denn nach dem sensualistischen System ein Recht, seine Mitbürger von dem großen Frendenmahl abzusperren, ihnen die Quellen aller Sinnlichkeit abzugraben, sie zu interniren? Das ist der Krebsschaden, welcher vom Mittelalter bis in unsere Zeit sich hereinschleppt; dieser Schaden muß gewaltsam mit Feuer und Eisen aus der noch kranken Gesellschaft exstirpirt werden. Die Zucht- und Gcfangenhäuser sind offenbar eine Schande des 111. Jahrhunderts. Wie können wir denn am allgemeinen Fortschritte theilnehmen, wenn uns ein infames, lächerliches Staatsmoralsystem unter Schloß und Riegel sperrt und wir nicht einmal einen Schritt vor die Thür machen dürfen? Das ist ein schöner Fortschritt, wenn Diejenigen, die sich gerichtlich Heine und Consorten. 225 als die Fortschrittlichsten dokumentirt haben, dafür mit dem Rückschritt ausgezahlt werden. Es gibt kein Verbrechen, sagt die Theorie, aber die Strafe für das, was man mit Unrecht Verbrechen nennt, die muß schon noch eine Weile fortdauern, bis der Most ausgegohren und die humane Mo- ralitätsidee, die in der Achtung der armen Kleingenüsser vor den reichen Großgenüssern besteht, zum Gemeingut der Proletarier geworden ist. Hören wir nun den Heine, wie er seinen von ihm selbst eingestandenen giftigen Haß gegen das Christenthum wie eine Art Krötengeifer über die christliche Romantik absondert: „Sie sang vom irdischen Jammerthal, Von Freuden, die bald zerronnen, Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt, Verklärt in ewigen Wonnen. Sie sang das alte Entsagungslied, Das Eia Popeia vom Himmel, Womit man einlullt, wenn es greint, Das Volk, den großen Lümmel. Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, Ich kenn' auch die Herren Verfasser; Ich weiß, sie tranken heimlich Wein Und predigten öffentlich Wasser. Ein neues Lied, ein besseres Lied, O Freunde, will ich euch dichten, Wir wollen hier auf Erden schon Das Himmelreich errichten. Es wächst hienieden Brod genug Für alle Menschenkinder, Auch Rosen und Myrthen, Schönheit und Lust, Und Zuckererbsen nicht minder. Ja, Zuckcrcrbscn für Jedermann, Sobald die Schoten platzen. Den Himmel überlassen wir Den Engeln und den Spatzen. Ein neues Lied, ein besseres Lied, Es klingt wie Flöten und Geigen, Das Nisororo ist vorbei, Die Sterbeglocken schweigen. Brunn er, Zwei Buschmänner. IS 226 Heine und Consorten, Die Jungfer Europa ist verlobt Mit dem schönen Geniusse Der Freiheit; sie liegen einander im Arm, Sie schwelgen im ersten Kusse. Und fehlt der Pfaffensegen dabei, Die Ehe wird gültig nicht minder. Es lebe Bräutigam und Braut Und ihre zukünftigen Kinder!" Wenn moderne Literarhistoriker und alle beschränkten Köpfe, denen die Worte Aufklärung, Religions- und Sittenlosigkeit als die höchsten Errungenschaften des Jahrhunderts gelten und deren Leitstern im Labyrinth des Lebens die Frechheit und Liederlichkeit eines abgebrauchten Juden geworden; wenn all diese mit dem Sittengesetz in permanentem Konflikt lebenden Jungen in bettelhafter Genügsamkeit das Geschimpfe und Gespötte über Gott, Religion und Kirche als die höchsten Resultate des Nachdenkens über Welt, Gott, Natur und den Menschengeist halten, so stellen sie sich hiermit eben nur das Zeugniß ihrer Geistesarmuth aus, während sie sich im Lobe des verlüderlichten Musendienstes einen Fleißzettel für ihren Geistesreichthum zu verdienen vermeinen. 9Z. Der Futor ljat schon 1845 und 1846 nachgewiesen, daß es gar keine Kunst ist, noch drastischer über Aeligion zu schmaljen, als es Keine verstanden- Der Schreiber dieses hat schon im Jahre 1845 in dem „Nebeljungenlied" darthun wollen, daß zur Entstellung der höchsten Blüthen in der Menschengeschichte, die sich in der geoffenbarten Religion entfaltet haben, nur negirende Böswilligkeit und einiges Talent, Reime zu machen, gehört. Er will hier einige Proben anführen, die nachweisen sollen, daß man es in der Fertigkeit, die höchsten Interessen des Menschenlebens mit Frivolität zu behandeln, auch noch um einige Grade höher bringen könnte, als es Heine gebracht hat. In den „Nebeljungen" (von S. Brunner) wird der Professor der Theologie (S. 11) also angelassen: Heine und Consorten. 22 „Ach, Aermster am Katheder dort, Du schwelgst im Buche Mösts, Wir hören dich an und lachen dich aus, Denn wir sind Kinder der Gnosis, Und was der Alte gläubig schrieb In seinen fünf Scharteken, Das ist ja doch ein Seinsalz nur, An dem die Schafe lecken. Für Kinder ist das Fabelwerk Von den sechs Schöpfungstageu Und vom Gewässer, das den Geist Einst Huckepack getragen. Wer braucht zur Schöpfung einen Gott Des Himmels und der Erden? Es hilft uns ja die Formel aus: Das Nichts wird Sein durch's Werden. So beißen wir die Frage auf Von unserm Katzenjammer Und brauchen nicht zur harten Nuß Den Sündenfall — als Hammer. Wozu denn das Erlösungswerk Vom Uebel und der Sünde? Uns führt der Zwirn der Wissenschaft Aus jedem Jrrgewinde. Und Jene, die den Bibeltext Noch tagelang bekritteln, Faßt bei dem Kragen handfest an, Sie aus dem Traum zu rütteln. Die Schläfer gleichen jenem Geist, Der einstmals voll Erbarmen Erzeugend ob den Wassern schwamm Mit. ausgestreckten Armen. So träumen sie ob ihrem Buch, Die Sinn- und Unsinnpresscr, Und finden nichts bis auf den Grund, Als laues und flaues Gewässer. Der gute Luther meinte noch. Man soll die Bibel lesen, Er könnt' es nie verleugnen ganz, Daß er einst Mönch gewesen. IS' 228 Heine und Consorten. Du wack'rer Mönch zu Wittenberg, Verbrannt hast dn die Bulle Des heiligen Vaters, und durch dich Ward seine Macht zur Nulle, Es dauerte dreihundert Jahr', Bis uns ein größ'res Kunststück glückte, Bis wir verbrannt die Bulle selbst, Die Gott vom Himmel schickte. Der Alte und der Neue Bund Sie gingen aus in Flammen, Und die' Studenten klatschten dann Die Hände froh zusammen! Der Jubel scholl durch's ganze Land, Als die verbraunten Blätter Wie Unglücksraben flogen auf Vor einem Hagelwetter. Wir brauchen dies Juwel nicht mehr, Das der heil'ge Geist redigirte, Und das sechstausend Jahre lang Die Leser zu Thronen rührte, Von nun an wird es eingereiht Ins Buch der Mythen und Sagen, Und bald wird keine Seele mehr Nach dieser Legende fragen. In achtzehn Jahrhunderten konnte erst Die Menschheit das Alles erfahren, Ich Glücklicher wußte es so früh, Schon mit kaum 18 Jahren." Die gerade von Heine mit vorzüglicher Hingebung gepflegte Lüderlichkeit, die er auf seine Fahne gemalt und mit welcher er den Reigen vor einer Schaar von lüderlichen Dichtergesellen eröffnet hat und mit welcher Fahne er im Lager der Christen (die vielen Literaturjuden hinter sich) seinen Einzug gehalten, wird im „Nebeljungenlied" also geschildert: „Der Tempel von Salem ward ihnen zerstört, Doch andere Tempel erblühen, Das sind die Börsen weit und breit, Wo sie den Leuten die Haut abziehen. Heine und Consorten. Verloschen ist der Opferherd, Erstorben sein Flammengezische, Und das Hohepriesterthum Umringt die Wechseltische. Die Lehre der heiligen Wissenschaft Die will jetzt nimmer floriren; Das eine Wort aus der Schule blieb, Das goldene Wort: spekuliren. Nur Einen Cultus behielten sie bei, Die frommen Jsraelskinder: Sie opfern noch fleißig am Börsenaltar Die guten Schafe und Rinder. Vom Talmud warfen sie schon über Bord Das Fabel- und Zaubergcrümpel, Sie wackeln auch nimmer im Tempel herum, Wie abgerichtete Gimpel. Die Predigt tönt jetzt von der Kanzel herab, Die flaue Messiasvertröstung, Und für seinen schlechten Glauben hat Der Rabbiner gute Verkostung. Die Thora ist die Geliebte sein, Die muß er zur Abwechslung küssen? Sie ist leider schon ein altes Weib Und steht auf sehr schwachen Füßen. Auch die Rabbiner fangen an, Mit einander zu zanken, Und das Mädchen „Allgöttelei" Macht ihnen viel böse Gedanken. Sie predigen nimmer vom Judenthum, Vom starren, verrosteten alten, Man sieht, wie sie lüstern den Mund zum Kuß Der jungen Zeit entgegenhalten. Vor Jehova sind sie Jahrtausende lang Als wie die Hunde gekrochen, Jetzt verlassen sie seinen Dienst, Und ihr hört sie auf „Gleichheit" pochen. Sie kriechen auch vor den Goyim nicht mehr, Wie sie es von jeher pflegten, Und schreien beim großen Lärmen mit, Mit dem wir die Welt bewegten. 230 Heine und Consorten. Das Kriechen ist ein Samenkorn, Das trotzet yar lang der Zerstörung, Es zeitigt früh oder spät eine Frucht, Die sichere Frucht ist: „Empörung". Eben dazu brauchen wir euch, Ihr Juden und Judengenossen, Schlagt mit dem Beil der Vernichtung darein, Handhabt es kräftig und unverdrossen. Ja, eben dazu brauchen wir euch, Ihr Juden und Judcnjungen: Schnell das Schalischim^ zur Hand Und kecke, frivole Lieder gesungen! , Ach, David, wie würdest du staunen sehr, Du lieber, guter Alter, Hörtest du diesen Bachoresgesang, Den iunkelneuen Psalter: „Wir hängen die Harfen immer auf An Babylons Trauerweiden, Wir klagen nimmer bang und lang lieber der Knechtschaft Leiden. „Wir nehmen jetzt den Dolch zur Hand, Er schwirrt ob Feindesherzen, Die Zeit der Rache ist einmal da Für tausendjährige Schmerzen." Die Feinde sind in sich zertheilt, Nun wüthet in ihren Reihen, Speit vor dem feigen Worte aus, Vor dem eklen Wort: Verzeihen. Wir haben keinen Judengott mehr Und hassen den Gott der Christen, Wir sind die keckste Rotte der Welt, Wir jüdische Pantheisten. Man hat uns vor Zeiten allerlei, Sogar oft das Leben verboten, Jetzt hören die Christen lächelnd zu, Wenn wir des Christenthums spotten. Wir rufen nun Freiheit, Freiheit aus Mit allen andern Schreiern, Wir wollen nimmer den langen Tag, Den langen Fasttag feiern. * Ein Klingel-Instrument der alten Hebräer. Heine und Consorten. 231 Wir haben gefastet zweitausend Jahr' Ohne der Freiheit Speise, Wir darbten in allen Reichen der Welt Auf der ewigen Judenreise. Kennt ihr die kräftigsten Fluche der Welt? Die Judenflüche sind es, Sie fahren über's verfluchte Land Wie Pcsthauch auf Flügeln des Windes. Wir schicken die glühende Sinnlichkeit Einer Judith den Feinden ins Lager, Denn das frivole, halbnackte Kind Ist ein wahrer Kopfabschlager. Wer einmal der Lust zur Beute fällt, Den könnt ihr zu Allem haben. Der muß als wie ein Mühlenochs In eurem Frohndienst traben. Drum laßt die Fuchsenkoppel aus lind treibt sie ins Feld der Philister, Die brennenden Fackeln bindet daran; So werden sie Saatenverwllster. Denn Wollust und Aufruhr umschlinget ein Band; Der Lüsterne will ja genießen. Wer dem brennenden Panther im Wege steht, Wird von seinen Krallen zerrissen. Drum streut die Lust hinaus unter's Volk, Streut sie aus im klingenden Liede, Und eine Saat wird dann sicher verbrannt: Des Herzens innerer Friede. Ein Jeder hat Recht auf des Lebens Lust, Man darf sie Keinem verwehren. Zu diesem Wort müßt ihr vorerst Die armen Teufel bekehren. Sagt nur: Laßt euch nicht iürder mehr Auf's ewige Leben vertrösten, Denn irdische Zwiebel lassen sich schwer Am himmlischen Liebesherd rösten. Wir haben ja Alle ein gleiches Recht, Ein jegliches Gut zu genießen; Wir sehen nicht ein, warum eben wir Die Narren der Reichen sein müssen. Heine und Cvnsorten. Auch wir spülten gerne Champagnerwein In unsere durstigen Rachen, Bisher ließ man uns das Zuschau'n nur, Wir hörten die Pfropfen krachen. Auch wir trügen gern einen feinen Rock Statt unserm groben Kittel, lind einen Stecken mit gold'nem Knauf Statt unserm Bauernknittel. Auch wir mochten gern in einem Palast Voll Gold und Silbers Hausen, Statt in ver Hütte, die Sturm und Wind Und Schneegestöber durchsausen. Nun seht, ihr lieben Judengenies, Ein Christ gibt euch diese Lehren, Wir wollen sclbander Hand in Hand Die ganze Welt umkehren. Nur macht es fein und sucht vorerst Den Pöbel vom Wahn zu heilen, Als könnte er mit Stiefel und Sporn Nach dem Tod in den Himmel eilen. Statt all dem tollen Firlefanz Vom Gericht und vom ewigen Leben Müßt ihr das Gefühl der eig'nen Macht Dem Volk in die Hände geben. Nur seid mit allem Eiter dran, Wenn einmal uns're Stund' ist, Und denkt nur, daß ein jeder Lump Alsdann mit uns im Bund ist. Und fehlen wird's an Leuten nicht, Nur schwächt die Macht der Pfaffen, Die inachen uns am meisten noch Mit dem ewigen Richter zu schaffen. Es gibt der Narren noch genug. Die ihren Worten trauen, Und mit gefallenen Händen hinauf Ins Blaue beten und schauen. Denkt, daß es mit diesem Glauben an Gott Noch immer ein eigen Ding ist, Und daß er trotz unserm Zetergeschrei Bei den Schwachköpfen nicht gering ist. Heine und Consorten. 233 Der Witz ist hier das beste Schwert, Wie's Voltaire (der selige) machte, Der, wo es ihm an Beweisen gefehlt, Sarkastisch grinste und lachte. Es regt der Witz elektrisch auf Wie eine galvanische Säule; Den starken Leiter der Frivolität Legt zwischen jede Zeile. So ein Gedichtchen hat mehr Gewalt, Als hundert Bände in Leder, Das Lesen ist eine geringe Müh', Und versteht! kann's ein Jeder. So flieget auch ein witzig Wort Gleich eineni Blitz aus dem Munde, Und ehe noch ein Tag vergeht, Macht's in der Stadt die Runde. Wir brauchen keine Gründlichkeit, Denn auch das Volk haßt sie gründlich. Und für einen jeden schlechten Witz Da dankt es auch verbindlich. Der lesende Pöbel ist nicht schwer Herumzuzieh'n bei der Nase, Man drückt ihn leicht hinauf und hinab, Wie den cartesischen Teufel im Glase. Der Pöbel ist dem Kinde gleich, Er freut sich am Schimmern und Glänzen, Und wenn's im Becher nur leuchtet und blitzt, So kannst du ihm Gift credenzen. Der Pöbel staunt ob dem Wundermann Mit seinem guten Magen, Der Trinkgläser zerbeißen kann Und Glasscherben vertragen. Und so ein Bursche gilt ihm mehr, Als der Mann der größten Erfindung, Dieweil er blanke Glasscherben frißt Und kriegt keine Magenentzündung." Nachdem nun den Nachtretern der verlüderlichten Poesie noch ähnliche gute Lehren gegeben werden und ihnen besonders 234 Heine und Consortcn. empfohlen wird, die pantheistische Philosophie populär zu machen, heißt es weiter^: „Nur im Gedanken lebt unser Gott, Den wir uns selber denken, Dies ist der neuen Weisheit Schlund, In den wir die Welt versenken. Und das, was der Juden Jehova sprach: Ich bin der König der Welten, Ich bin Gott, außer mir ist kein Gott, Das soll nur vom Menschengeist gelten. So wird im Gedanken Gott selber befreit Mit einem Zauberschlage, Der wahre Gott von dem falschen Gott, Der Geist von dem Alten der Tage. Wir brauchen keinen Gott außer uns, Wir werden uns selber genügen, Der freie Gedanke ist auf seinen Thron Im Menschengeiste gestiegen. Der alte Gott geht jetzt herum, Wie der Geist von Hamlets Vater; Er wittert schon die Morgenluft, Wie jenes Gespenst im Theater. Es ist seines Bleibens nimmermehr Dahier auf unsrer Erde, Hier ruft der kühne Menschengeist Der neuen Schöpfung: Werde! Der Alte hüllt sich ins Leichentuch Und überläßt uns seine Habe Und geht bedächtig die Stufen hinab Zu seinem ewigen Grabe. Und mit ihm gehen als Leichengcleit Die Könige von Gottes Gnaden, Er hat sie zum ewigen stillen Gebet Zu sich in die Gruft geladen. —" Die wüthende Feindschaft gegen das Christenthum läßt sich viel dringender und ringender machen, als * Brunncr, „Nebeljungenlied". S. 50. Erscheint eben in vierter Auflage, mit einem Stahlstich nach Führichs Composition. Heine und Consorien. 235 dies Heine zu Stande brachte, der wohl von der ganzen Judengalle erfüllt gewesen, bei dem aber das Wort noch weit hinter seinem giftigen Haß zurückgeblieben ist. Seite 72 : „Das Christenthum und sein Symbol Das muß im Grund vermodern, Dann wird der Freiheit Blüthengold Im Sonnenlichte lodern. Bei Moses steht: Es werde Licht! Schon vor sechstausend Jahren, Und Juden und Christen sind seither Im Nebel herumgefahren. Nun sagen wir: Es werde Licht! Und im Nu sind die Wolken verschwunden, Die Särge der Engel und Elohim, ' Deren Leichen wir drinnen gesunden. Zu Ende ist das himmlische Reich, Von dem die Menschheit träumte, Verschüttet der Nektar des Pfaffentrugs, Der im gleißenden Becher schäumte. Und eine Censur wird von uns geübt, Wie vor uns noch keine gewesen. Wir lassen den Pöbel vom Weltenbuch Nur, was uns gutdünkt, lesen. Gestrichen wird 's Neue Testament, Und mit der Parcenicheere der Mythen Ist der Faden des Christenthums Auf einmal entzweigeschnitten. Und redet der Pfaffe von Gott dem Herrn Mit luftdurchsägenden Händen, So laßt ihn reden sein leeres Wort Zu leeren Stühlen und Wänden. Und wenn er das Kreuz von der Kanzel macht Aus die Schläfer in den Bänken hienieden, Dann soll er sagen: „Das Christenthum Das ruhe nun sanft im Frieden." Die große Krankheit im Mcnschcngeist, Die haben wir überwunden, Er war in eitler Liebe zu Gott Ein paar Jahrtausend' entzünden. 233 Hcine und Consorten. Die Krankheit war das Christcnthum, Es war eine Hirnentzündung, Er phantasirte von Gott dem Herrn, Dem Gottc der eig'nen Erfindung." u. s. w. 94. Wie Keine nach Aakliincraussprüchen doch immer ein „echter Aude" geblieben ist. Der Heine als Talmudchrist, das heißt ein Getaufter, der talmudisch geblieben ist, sucht allerhand Gelegenheiten und wählt allerhand Formen, nm das positive Christenthum zu verhöhnen. In seinen Reisebildern (III. Bd., ll. Kapitel) erscheint ein getaufter Jude Gumpel, der es zum reichen Marquis gebracht und sich den Namen Gumpelino beigelegt, mit einem Kammerdiener, der ein jüdischer Lvttocollectant gewesen ist und sich jetzt als Hyacinth rufen läßt. Diese beiden Getauften verwendet und verwerthet der getaufte Heine, um seine Knoblauchsäure über Religion überhaupt und über das Christenthum insbesondere ausduften zu können. Da heißt es mm S. 390: „Du mußt nämlich wissen, lieber Leser, daß der Markese, dieser vornehme Mann, jetzt ein guter Katholik ist, daß er die Ceremonien der alleinseligmachenden Kirche streng ausübt, und sich, wenn er in Rom ist, einen eigenen Kaplan hält, ans demselben Grunde, weshalb er in England die besten Wettrenner und in Paris die schönste Tänzerin unterhält." „Herr Gumpel flüstert jetzt sein Gebet ^ flüsterte Hyacinth mit dem wichtigen Lächeln, und indem er nach dem Cabinete seines Herrn deutete, fügte er noch leiser hinzu: so liegt er alle Abende 2 Stunden ans den Knieen vor der Prima Donna mit dem Jesuskind. Es ist ein Prächtiges Kunstbild, und es kostet ihm 20» Fran- zeskanis." „Und Sie, Herr Hyacinth, warum knieen Sie nicht hinter ihm, oder sind Sie etwa kein Freund von der katholischen Religion?" „Ich bin ein Freund davon, und ich bin auch wieder kein Freund davon, antwortete jener mit bedenklichem Kopfwiegen. Es ist eine gute Religion für einen vornehmen Baron, der den ganzen Tag müßig gehen kann und für einen Kunstkenner; aber es ist keine Religion für einen Hamburger, für einen Mann, der sein Geschäft hat, und durchaus keine Religion für einen Lotterie- Collekteur. Ich muß jede Nummer, die gezogen wird, ganz exakt Heine und Consorten, 237 aufschreiben und denke ich dann zufällig an bum, bum, bum, an die katholische Glock; oder schwebelt es mir vor den Augen wie katholischer Weihrauch, und ich verschreib mich und ich schreib eine unrechte Zahl, so kann das größte Unglück daraus entstehen. Ich habe oft zu Herrn Gumpel gesagt: Euer Excellenz sind ein reicher Mann, und können katholisch sein, so viel Sie wollen, und können sich den Verstand ganz katholisch einränchern lassen, und können so dumm werden wie eine katholische Glock, und Sie haben doch zu essen; ich aber bin ein Geschäftsmann, und muß meine sieben Sinne zusammenhalten, um was zu verdienen, Herr Gumpel meint freilich, es sei nöthig für die Bildung, und wenn ich nicht katholisch würde, verstände ich nicht die Bilder, die zur Bildung gehören, nicht den Johann von Viehesel*, den Corretschio und Carratschio und Carravatschio - aber ich habe immer gedacht, der Corretschio und Carratschio und Carravatschio können mir alle nichts helfen, wenn Niemand bei mir spielt, und ich komme dann in die Patschio, Dabei muß ich Ihnen auch gestehen, daß mir die katholische Religion nicht einmal Vergnügen macht, und als vernünftiger Mann müssen Sic mir Recht geben. Ich sehe das Pläsir nicht ein, es ist eine Religion, als wenn der liebe Gott, Gott bewahre, eben gestorben wäre und es riecht dabei nach Weihrauch wie bei einem Leichenbegängnisse, und dabei brummt eine so traurige Begräbnißmusik, daß man die Melancholik bekommt — ich sage Ihnen, es ist keine Religion für einen Hamburger." „Aber, Herr Hyacinth, wie gefällt Ihnen denn die protestantische Religion?" „Die ist mir wieder zu vernünftig, Herr Doktor, und gebe es in der protestantischen Kirche keine Orgel, so wäre sie gar keine Religion, Unter uns gesagt, diese Religion schadet nichts und ist so rein wie ein Glas Wasser, aber sie hilft auch nichts. Ich habe sie prvbirt, und diese Probe kostet mir 4 Mark l4 Schilling,"** — „Wieso, mein lieber Herr Hyacinth?" * Eine Gewalt von einem Witz, dem Johann von Fiesole an- gethan! So könnte Heine für sich auch das Psalmenwort angewendet haben: „Werdet nicht wie die Viehesel und Maulthiere, die keinen Verstand haben," Der Maler Fra Giovanni Fiesole, dem es gelungen, die edelsten Gestalten und Gesichtszüge verklärter Seelen zu schassen, der als Maler (nach Zevianis Worts einer der edelsten Dichter gewesen, dieser Maler mußce dem sittlich heruntergekommenen Liedersänger ein Vorwurf und ein Dorn im Auge sein. ** Das erinnert an den großen Börne, der seine Reue und sein tiefinnerstes Bedauern, seine aus dem Herzen aufquellende Wehklage über die drei Lonisd'or offen ausgesprochen, die er dem Pfarrer für seine Taufe verehrt. Diese jüdischen Gentlemen haben so eigentlich den Sinn für das, was ekelhaft ist, total verloren. 238 Heine und Consorten. „Sehen Herr Doktor, ich Hobe gedacht: das ist freilich eine so aufgeklärte Religion, und es fehlt ihr an Schwärmerei und Wundern; indessen ein bischen Schwärmerei muß sie doch haben, ein ganz kleines Wunderchen muß sie doch thun können, wenn sie sich für eine honette Religion ausgeben will. Aber wer soll da Wunder thun, dachte ich mir, als ich in Hamburg mal eine protestantische Kirche besah, die zu der ganz kahlen Sorte gehörte, wo nichts als braune Bänke und weiße Wände sind, und an der Wand nichts als ein schwarz Täfelchen hängt, worauf ein halb Dutzend weiße Zahlen stehen. Du thnst dieser Religion vielleicht Unrecht, dachte ich wieder, tnelleicht können diese Zahlen ebenso ein Wunder thun, wie ein Bild von der Mutter Gottes, oder wie ein Knochen von ihrem Mann, dem heiligen Joseph, und um der Sache ans den Grund zu kommen, ging ich gleich nach Altona und besetzte eben diese Zahlen in der Altonaer Lotterie, die Ambe besetzte ich mit 8 Schilling, die Terne mit 6, die Quaterne mit 4 und die Quinterne mit 2 Schilling. — Aber ich versichere Sie auf meine Ehre, keine einzige von den Protestantischen Nummern ist herausgekommen. Jetzt wußte ich, was ich zu denken hatte, jetzt dachte ich, bleibt mir weg mit einer Religion, die gar nichts kann, bei der nicht einmal eine Ambe herauskommt — werde ich so ein Narr sein, ans diese Religion, worauf ich schon 4 Mark und 14 Schilling gesetzt und verloren habe, noch meine ganze Glückseligkeit zu letzen?"* „Die altjüdische Religion scheint Ihnen gewiß viel zweckmäßiger, mein Lieber?" „Herr Doktor, bleiben Sie mir weg mit der altjüdischen Religion, die wünsche ich nicht meinem ärgsten Feind, man hat nichts als Schimpf und Schande davon. Ich sage Ihnen, es ist gar keine Religion, sondern ein Unglück. Ich vermeide alles, was mich daran erinnern könnte, und weil Hirsch ein jüdisches Wort ist und auf deutsch Hyacinth heißt, so habe ich sogar den alten Hirsch laufen lassen, und unterschreibe mich jetzt Hyacinth, Collek- teur, Operateur und Taxator." In dieser Weise behandelt Heine durch den getauften Kammerdiener die reformirte und die orthodoxe Judenschaft, beide aber mit einer Schonung, Zärtlichkeit und angebornen Vorliebe, welche Eigenschaften Zeugniß geben, daß Heine ein rechter Jude geblieben ist. Das Religionsgespräch schließt Heine, indem er den Kammerdiener Hyacinth das Crucifix geradewegs — bespucken läßt, zur großen Genugthuung für die talmudische * Diese dem Honorar für die Taufe wiederholt nachgewemten Thränen sind so rechte Zeugen einer rechten Lvbuleban-urneb-Seele. Heine und Consorten. Judenschaft und zum Zeugniß, daß dieser Heine durch alles Farbens chillern hindurch ein echtfärbiger Schmuel geblieben ist. ^ „Während Hyacinth solcher Maßen, episch breit nach seiner Gewohnheit, seine Ansichten entwickelte, erhob sich der Markese non seinem Betkissen, trat zu uns, noch immer einige Paternoster durch die Nase schnurrend. Hyacinth zog jetzt den grünen Flor über das Madonnenbild, das oberhalb des Betpultes hing, löschte die beiden Wachskerzen aus, die davor brannten, nahm das kuPferneCrucifix herab, kam damit zu uns zurück und putzte es mit demselben Lappen und derselben spuckenden Gewissenhaftigkeit, womit er eben auch die Sporen seines Herrn geputzt hatte. Dieser aber war wie aufgelöst in Hitze und weicher Stimmung, statt eines Oberkleides trug er einen weiten blauseidenen Domino mit silbernen Franzen und seine Nase schimmerte wehmüthig, wie ein verliebter Louisdor. O Jesus, seufzte er, als er sich in die Kissen des Sophas sinken ließ — finden Sie nicht, Herr Doktor, daß ich heute sehr schwärmerisch aussehe? Ich bin sehr bewegt, mein Gemüth ist aufgelöst, ich ahne eine höhere Welt, Das Auge sieht den Himmel offen, Es schwelgt das Herz in Seligkeit. „Herr Gumpel, Sie müssen einnehmen — unterbrach Hyacinth die pathetische Deklamation — das Blut in Ihren Eingewciden ist wieder schwindelich, ich weiß, was Ihnen fehlt." Wenn wir nun bezüglich dieses Ergusses Heines über die christliche Religion in einen Wehschrei über Blasphemie und Judenfanatismus losbrechen würden, so möchte das den Juden und Judengenossen ein großes Plaisir machen. Nun wollen wir aber den Vorgang Heines psychologisch mit aller Ruhe betrachten. Wir sehen zwei getaufte Puppen, das heißt zwei von Heine mit Phrasen ausgestopfte Judengestalten in die Scenerie seiner Reisebilder hineingeschoben; er als Meister des Puppenspiels legt ihnen seinen Hohn und sein eigenes Gespötzel über das Christenthum in den Mund, während sein eigenes Grinsen von dem Wohlbehagen Zeugniß gibt, das sein Herz erfüllt, wenn er die Religion der Christen in ein ekeliges Zerrbild verwandeln und ihren Cultus durch die übelduftigste Gasse des Ghetto schleifen kann. Somit hat der Ober- rabbi-Philosoph zu Magdeburg schon Recht gehabt, als er über Heine begeistert ausrief: „Derselbe ist doch immer ein echter Jude geblieben, denn was wir da von ihm zu Gesichte bekommen, das ist doch Alles echte talmudische Jüdischkeit." 2-40 Heine und Consorten. 95, Julian Schmid nlier Seines Zlnwisscnljeit in politischen Fragen. Wenzel iiöer Keines Frivolität und ^iiderlichkeit. Julian Schmid (III. 211): „Heine wird in seinen Berichten ausschließlich von belletristischen Interessen geleitet: für wirkliche Politik hat er kein Berständniß, er hat nicht einmal starke Sympathien oder Antipathien, nur im Haß gegen Preußen bleibt er conscguent. Im Anfang spricht er sich als echter Romantiker spöttisch über den Bürgerkönig Louis Philipp und seine Minister aus, dann aber werden ihm die deutschen Flüchtlinge zur Last und er perhöhnt die Republikaner wegen ihrer plebejischen Manieren. Zwischen diese beiden Perioden fällt ein Jahrsgehalt, welches ihm die Julidynastie gab. Er hat zweierlei vor Augen: der öffentlichen Meinung mit ihren Freiheitsdurst gerecht zu bleiben, und Cotta, der mit Gentz znsammenhing, keinen zu argen Anstoß zu geben. Er kommt fortwährend darauf zurück, daß er ein Märtyrer des monarchischen Princips sei und daß ihm die Republikaner den Tod geschworen, zugleich aber ist er ein Märtyrer der Freiheit und lebt für sie im traurigen Exil. Bei seiner Unwissenheit durch jede Politische Frage in Verlegenheit gesetzt, hilft er sich durch einen spöttischen Ton, und weiß es so einzurichten, daß man nie ins Klare kommt, ob er etwas in Scherz oder Ernst behaupte. Durch ihn wurde eine Zeitlang in der deutschen Journalistik der Witz zum Maßstab der Wahrheit gemacht. Im Vorspiel zum Faust sagt der liebe Gott: von allen Geistern, die verneinen, ist mir der Schalk am wenigsten zur Last. — Nur wird der Schalk gefährlich in einer Zeit, die ihm keinen Widerstand entgegensetzen kann, weil sie über ihre eigenen sittlichen Vorstellungen im Unklaren ist. Es ist nicht schwer und ein Zeichen weibischer Charaktere, die kleinen Widersprüche der Ideen leicht aufzufinden, dann in der Gefühlsseligkeit zu schwelgen, daß man über seine Zeit erhaben sei." Wolfgang Menzel* bespricht im Kapitel: „Wachsende Corruption der schönen Literatur und mein Kampf dagegen" Börne und Heine: „In Paris ließen sich die Juden Heine und Börne nieder, uni von dort, aus sicheren! Versteck auf die deutsche Nation als solche überhaupt, und auf die patriotische Begeisterung der Befreiungskriege insbesondere Spott und Hohn auszuschütten und schadenfroh nicht etwa bloß über die damaligen Mißregierungen in Deutschland, sondern über die edelsten Männer zu spotten, die * „ Denkwürdigkeiten". Bielefeld 1877. S. 3lZt>. Heine und Consorten. ^41 unter so bedauernswürdigem Ruck noch eine treue deutsche Gesinnung bewahrten, Heine war am schamlosesten, Börne befleißigte sich mehr des Anstandes, aber er gab sich, sobald er sich in Paris sicher Nor der Polizei wußte, der ganzen Verbissenheit eines Sh ylok hin. Da ich ihn früher von einer besseren Seite gekannt hatte, warf ich ihm vor, daß er, der immer für einen guten Deutschen gelten wollte, die Deutschen verhöhne und lächerlich mache, und sich dafür vom französischen Publikum noch bezahlen lasse. Er antwortete in einer Flugschrift, die, zugleich französisch und deutsch erschien, und worin er mich einen ülullopImAnk oder Franzosenfresser nannte, als hätte das, was ich ihm vorwarf, den Franzosen gegolten. Ich hatte im Gegentheil gesagt: Wenn ein Franzose in Deutschland die Franzosen verhöhnen wollte, s o w ürd e das in ganz Frankreich als eine ehrlose Handlung angesehen werden. Ich hatte also der Ehrenhaftigkeit des französischen Charakters meine volle Achtung bezeugt, wie ich denn überhaupt als Geschichtsschreiber die ritterliche Eigenschaft und den praktischen Takt der Franzosen stets ohne alles Vornrtheil respektirt habe. Der Jude spekulirte aber auf die Dummheit des Publikums, und so gab es denn Leute genug, welche wirklich meinten, ich hätte einmal das Maul aufgesperrt, um alle Franzosen zu fressen. Heine antwortete noch viel gemeiner, indem er mich in einer Flugschrift einen Denunzianten nannte, als hätte ich ihn etwa vor der deutschen Bnndespolizei angeklagt, da ich doch nur der deutschen Nation zu Gemüthe geführt hatte, wie sehr sie sich herabwürdige, indem sie dem Juden, der sie verhöhne, noch Huldigungen darbringe." „Heine hatte unter nnderm eine neue Parole ausgeworfen: Emancipation des Fleisches. Er durfte so frech sein, weil ihm der Unglaube auf deutschen Universitäten vorgearbeitet hatte. Die allgemein verbreitete Philosophie Hegels leugnete einen Gott außer uns: stellte fest, es gebe kein Höheres Wesen als den Menschen, kein christliches Sittengesetz mehr, kein Gebot Gottes, sondern, indem der Mensch Gott selbst sei, sei er auch über den Gegensatz von gut und böse erhaben. Auch unsere klassischen Dichter hatten schon im vorigen Jahrhundert angefangen, den Ehebruch zu entschuldigen, Wieland hatte die ganze Frivolität des französischen Hofes und Adels nach Deutschland verpflanzt, Goethe in seinen Wahlverwandtschaften einen förmlichen Codex des Ehebruchs geschrieben und sogar die Nomantiker hatten vergessen, daß Treue und Keuschheit von jeher die Seele unserer volksthümlichen Poesie gewesen waren. Es fehlte mithin nicht an Autoritäten für die Gottlosigkeit und Sittenlvsigkeit, Und es war ziemlich natürlich, daß der charakterlose Theil der jüngeren Generation sich dadurch verführen ließ. Dazu kam die tödtliche Langweile der Restaura- lionsperiode. Das Alltägliche war unerträglich, das Heilige und Hohe verboten und geächtet, warum hätte sich nicht mancher mit Lust dem Teufel ergeben sollen? Ehe die Geister sich schieden, herrschte ganz der nämliche Ekel an der Gegenwart bei den pflicht- Vrnnncr, Zwei Buschmänner, ic> 242 Heine und Konsorten. vergessenen, persönliche Freiheit um jeden Breis anstrebenden Destruktiven, wie bei der christlich deutschen Partei. Sonst wäre es nicht möglich gewesen, daß Görres Aufsätze für Börnes Wage geschrieben, und daß sowohl Börne als Heine eine Zeitlang freundlich init mir correspondirt hätten." S. 304: „Ich konnte aber von der Freundschaft Heines nicht länger Gebrauch machen, da auch er gegen alles Christliche und Deutsche zu spotten anfing und die Emnncipation des Fleisches predigte. Börne blieb mir noch treu, schrieb mir noch aus Paris 12. Nov. 1835: „Ich theile gan^Jhren Abscheu vor den sittenlosen und qlaubensschänderischen Schriften, glaube aber, wenn Gutzkow und Wienbarg den Deutschen Voltaires Excremente auftischen wollen, werden sie nicht viele Gäste bekommen. Börne schickte mir damals sür das Literatnrblatt eine Rccension zu, in der er Bettinas eitles und verlogenes Buch über Goethe geißelte. Ich habe bedauert, daß ich später doch noch genöthigt wurde, mich gegen Börne zu erklären." 96. Wie Keine den Wenzel in der Manier eines raöiaten Hrödetzuden beschimpft. In Heines „Vermischten Schriften", Hamburg 1859,1. Bd., S. 25, ergeht sich Heine unter anderm auch über Menzel, indem er die Zeit bespricht, in welcher die Staäl sich mit ihrem Kurz- waarenkram vvn Geistreichigkeit an alle französischen und fremden Notabilitäten herandrängte: „Zu den interessanten Figuren, welche sich damals in ihrem deutschen Costüme den Parisern vorstellten, gehörten auch die Herren Görres, Jahn und Ernst Moritz Arndt, die drei berühmtesten Franzosenfresser, eine drollige Gattung Bluthunde, denen der berühmte Patriot Börne in seinem Buche „Menzel, der Franzosenfresser" diesen Namen ertheilt hat. Besagter Menzel ist keineswegs, wie einige glauben, eine singirte Personage, sondern er hat wirklich in Stuttgart existirt, oder vielmehr ein Blatt herausgegeben, worin er täglich ein halb Dutzend Franzosen abschlachtete und mit Haut und Haar auffraß: wenn er seine 6 Franzosen verzehrt hatte, pflegte er manchmal noch obendrein einen Inden zu fressen, um im Munde einen guten Geschmack zu behalten: xour SS kaii -s ls. bonns bonvbe. Jetzt hat er längst ausgebellt, und zahnlos, räudig verlungert er im Maculaturwinkel irgend eines schwäbischen Buchladens." Zur Erklärung dieser über Menzel ausgegossenen Par- fümerieflaschen Heine'schen Geruches sollen einige Thatsachen Heine und Consortm. 243 dienen, welche zur Charakteristik der Charakterlosigkeit Heines einen kleinen Beitrag liefern. 1. Heine war bekanntlich die letzten Jahre seines Lebens ein kranker Mann; er hat sich in seinen Leiden einmal selber einen todtkranken Juden genannt. Unter den Krankheitsformen, die ihn peinigten, nahm eine bis zum Wahnsinn gesteigerte Eitelkeit den ersten Platz ein. Wenn er vorgab, er lache über einen Angriff, so war er sicher innerlich bis in die Tiefen seines Herzens verwundet. Menzel zerfaserte ihn auch bisweilen, — nun sann er aus Rache. Menzel ging auch den Juden zu Leibe, besonders den Literaturjuden; Menzel hielt auf die Taufe Heines ebenso viel, als Heine selbst darauf gehalten hat, und rangirte ihn trotz seiner Taufe unter die jüdischen Literaten. Heine ist schlau; er hetzt die Franzosen gegen ihn und gibt an, daß Menzel täglich sechs Franzosen gefressen, und nur manchmal noch obendrein einen Juden! — Das war die Pointe des Aergernisses: Heine war durch Menzel angegriffen. Der Menzel hat den Heine sicher nicht fressen wollen. 2. Daß Menzel zu dieser Speise keine Lust hatte, das hat Menzel dem Schreiber dieses im Jahre 1860 und auch noch in späteren Jahren einige Male in Stuttgart gesagt und bewiesen. Menzel erzählte öfter, daß Heine als Student zu Bonn, allwo Menzel zur gleichen Zeit mit Heine gewesen, sich durch Frechheit hervorthat und auch sonst noch nicht appetitlich ausgesehen hat. Heine hat auch den Menzel besucht, um den Kritiker Menzel in eine günstige Stimmung für sich zu versetzen. 3. Ueber die Eigenschaften, welche Heine dem Menzel andichtet, um ihn verächtlich zu machen, hat Schreiber dieses in den „Keilschriften" schon sich des Näheren erklärt. 4. Es gehört eine zappelnde Erregtheit und orientalische Sprechweise und Gift- und Galle-Entladung dazu, einen Menschen einen „Hund" zu nennen; einer solchen Complimentirart hat sich Menzel nie schuldig gemacht, er wußte sich immer auf der Höhe feiner Sprechweise zu erhalten, auch hatte Menzel zur Zeit, als Heine Obiges niederschrieb, nicht ausgebellt, er ließ sich in seiner Zeitschrift, auch sonst noch jährlich durch einige Schriften, vernehmen; auch war Menzel nicht zahnlos 16' 244 Heine und Konsorten. und durchaus nicht räudig, Menzel war ein in seinem Wandel durchwegs unbescholtener Mann, er war kein Nachtwandler. Ueber seinen eigenen Wandel hat Heine, obwohl er ein großer Freund von Zweideutigkeit gewesen, sich selber so unzweideutig erklärt, daß es bisher noch keiner seiner Verehrer (oder Verehrerinnen) gewagt hat, Heine in dieser Richtung und Selbstzugrunderichtung zu vertheidigen, Menzel war eigentlich ein schöner Mann, er hatte ein freies, ausdrucksvolles Gesicht und einen feinen Teint. Trotzdem hat Heine den Menzel einen räudigen Hund genannt. 5. Dieses nach dem Knoblauchsalon duftende Benehmen gibt ein Zeugniß, daß Heine — mit seiner angeblichen so- buAutsllE-Behandlung des Menzel — gelogen hat. Menzel hatte ihn an der wundesten Stelle getroffen, und Heine hat sich dafür in seiner neu romantischen Weise durch den „räudigen Hund" zu rächen gesucht. 6. Diese und sehr viele ähnliche Benehmungsweisen Heines haben auch den zwar erzradikalen, aber auch sehr genialen Johannes Scherr bestimmt, den Heine (in der Literaturgeschichte) mit dem vier Buchstaben enthaltenden Titel „Lump" ab- zuthun. 97. Wie Keine die historischen Hhatsachm bezugs Mntritiiat* sehr bissig abzufertigen sucht. Das jüngste Kpfcr des M'ntritnaks. Heine fertigt außerordentlich leichtfertig und leicht fertig diese in neuerer Zeit nicht mehr wegleugbare Beschuldigung sehr kurz in folgenden Worten ab: „Eine andere Beschuldigung, die ihnen schon in früherer Zeit, das ganze Mittelalter hindurch bis Anfang des vorigen Jahrhunderts viel Blut und Angst kostete, das war das läppische, in Chroniken und Legenden bis zum Ekel oft wiederholte Märchen: daß die Juden geweihte Hostien stahlen, die sie nnt Messern durchstachen, bis das Blut herausfließe, und daß sie an ihrem Paschafeste Christenkiuder schlachteten, um das Blut derselben bei ihrem nächtlichen Gottesdienste zu gebrauchen." „Die Juden, hinlänglich verhaßt wegen ihres Glaubens, ihres Reichthums und ihrer Schuldbücher, waren an jenem Festtage ganz in den Händen ihrer Feinde, * Heines „Salon". Hamburg 1840. 4. Bd., S. 6. Heine und Consortcn. ^1k> die ihr Verderben nur gar zu leicht bewirken kannten, wenn sie das Gerücht eines solchen Kindermordes verbreiteten, vielleicht(!) gar einen blutigen Kinderleichnam in das verkehmte Haus eines Juden heimlich hineinschwärzten und dort nächtlich die betende Jnden- familie überfielen, Ivo alsdann gemordet, geplündert und getauft (!) wurde und große Wunder geschahen durch das vorgefundene todte Kind, welches die Kirche am Ende gar kanonisirte, St. Werner ist ein solcher Heiliger, und ihm zu Ehren ward zu Oberwesel jene prächtige Abtei gestiftet, die jetzt am Rheine eine der schönsten Ruinen bildet, und mit der gothischen Herrlichkeit ihrer langen, spitzbögigen Fenster, stolz emporschießender Pfeiler und Stein- schnitzeleicn uns so sehr entzückt, wenn wir an einem heitergrünen Sommertage vorbeifahren, und ihren Ursprung nicht kennen (!) Zu Ehren dieses Heiligen wurden am Rheine noch 3 andere große Kirchen errichtet und unzählige Juden ge- tödtet oder mißhandelt. Dies geschah im Jahre 1287, und auch zu Bacharach, wo eine von diesen St. Wcrnerkirchen gebaut wurde, erging damals über die Juden viel Drangsal und Elend." „Je mehr aber der Haß sie von außen bedrängte, desto inniger und traulicher wurde das Zusammenleben, desto tiefer wurzelte die Frömmigkeit und Gottesfurcht der Inden von Bacharach." — Alles das klingt sehr vertheidigerlich. Nun lautet aber die Beschuldigung nicht: die Juden gebrauchen das Blut beim nächtlichen Gottesdienste, sondern daß es durch viele Fälle seit dem Mittelalter historisch erwiesen fanatische Juden gegeben hat und noch gibt, welche das abgezapfte Christenblut in sehr kleinen Quantitäten in den Mazzesteig mischen, welche Mazzes in der Osterzeit gebacken und an „fromme Juden" versendet werden. Als Heine dies schrieb, war der Proceß gegen die Juden in Damaskus mit den Aktenstücken schon im Ministerium zu Paris und diese wurden von Achille Laurent später publi- cirt. Auch die authentischen Akten über den Simon von Trient waren gedruckt erschienen. Die Schrift von Lr. Ecker in Münster und von Rohling: „Meine Antwort an die Rabbiner, Prag, Tempsky, 1883" hat noch kein Jndenblatt widerlegt, nur um Unterdrückung dieser Schriften ist die Regierung au gefleht worden. Wenn die Aufrechthaltung einer Lüge nicht mehr möglich ist, dann wird das Todtschweigsystem zum Schutz der „armen Verfolgten" in Scene gesetzt. Mit der Märchenerklärung dieser traurigen Thatsachen geht es nicht mehr. Die Verfolgung der Juden 246 Heine und Consorten. dem christlichen Fanatismus zur Last zu legen und die Juden als die unschuldigen Lämmer unter der Wolfsheerde der Christen darzustellen, das gehört in neuester Zeit zu den mißlungensten Märchen. Heine stellt sich immer so unwissend und so unschuldig, als ob ihm die Usancen fanatischer Juden gar nie zu Ohren gekommen wären. Wir wissen, mit welcher Begeisterung ein Staatsanwalt in den letzten Jahren einen jüdischen Schächter vertheidigte, der eines rituellen Mordes (vom eigenen Söhnlein angeklagt) beschuldigt und als eine reine Judenseele losgesprochen worden ist. Der Staatsanwalt begann seine Vertheidigung mit dem schönen Spruch: „Es gibt keinen rituellen Mord." Wir bringen hier das allerjüngste Faktum in diesem Kapitel der Criminalstatistik und bemerken nur, daß die Millionen und Millionen Nummern von Judenzeitungen mit einem klugen Schweigen darüber — sich bemerkbar gemacht haben. Martyrium eines Christenkindes in Damaskus: „In Damaskus herrscht (Mai 1890) unter der christlichen und türkischen Bevölkerung derzeit eine große Aufregung: es ist nämlich ein christliches Kind verschwunden und dessen Leichnam erst nach einiger Zeit gefunden worden. Die allgemeine Stimme spricht von einem durch die Juden verübten Morde. Der „Novelliste" von Lyon veröffentlicht einen Brief, den er über die Details dieser Blutthat von einen: seiner Freunde erhalten und welchen wir nachstehend ohne jede weitere Bemerkung in getreuer Uebersetzung mit- Beyrut in Syrien, 3V. April 1890. Ich komme soeben von Damaskus. Diese Stadt befindet sich unter dem Drucke einer lebhaften Erregung in Folge der Ermordung eines katholischen Kindes, welche unter ganz geheimnißvollen Umständen erfolgte. Da die weltlichen Behörden um jeden Preis die Sache unterdrücken wollen, aus Gründen, welche Sie alsbald begreifen werden, dürften Sie aller Wahrscheinlichkeit nach aus diesem Lande keine Mittheilung erhalten. Da ich aber weder ein Beamter noch auch ein Damaszener bin, erlaube ich mir diese Indiskretion in der Absicht, dem Gewissen einer ganzen, mit Recht entrüsteten Bevölkerung Genugthuung zu bieten. Die folgenden Mittheilungen kommen aus dem Munde gewissenhafter und unbedingt verläßlicher Personen. Ich habe "sie im Laufe zweier Tage von verschiedenen Seiten kontrolirt und herrscht über die Beurtheilung der That wie über die Einzelheiten derselben nur eine Stimme. Heinc und Consortcn. -llc Ter Thatbestand ist folgender: Im Christenviertel zu Damaskus lebt eine arabische Familie, Namens Abd-el-nur, ihrem religiösen Bekenntnisse nach armenisch- katholisch, Sie besteht aus der Mutter und zwei Kindern, deren jüngstes, Heinrich mit Namen, sechs Jahre zählt. Die Familie ist wohlhabend und pflegte, wenn sie Gesellschaftsabende gab, dazu recht oft eine jüdische Sängerin, Namens Regina, einzuladen, deren Wohnung in Anbetracht dessen, das; das Judenviertel in der Nähe des Christenviertels ist, nicht weit entfernt ist. In Folge^ dessen entstanden gute nachbarliche Beziehungen zwischen der Familie Abd-el-nur und der Regina's. Diese letztere lernte sogar bei der Frau Abd-el-nur das Nähen. Die Kinder Abd-el-nur gingen oft zu Regina, namentlich Heinrich. Am Ostermontage bat Heinrich, während seine Mutter Besuch hatte, um Erlaubnis;, zu Regina gehen zu dürfen. Die Mutter schlug es dem Kinde ab und erlaubte ihm nur einen Gang zu einem Nachbar. Das Kind geht fort, begibt sich aber, da der Nachbar nicht zu Hause mar, zu einer anderen Familie. Eine Stunde später wurde es in der Nähe einer Kaserne auf dem Wege zur Behausung der Regina gesehen. Von da an bekani es kein Mensch mehr zu Gesichte. Inzwischen wird die Mutter Heinrich's, da sie des Kindes Rückkehr vergeblich erwartet, unruhig und läuft fort, es zu suchen. Sie geht zu allen Nachbarn — nirgends eine Spur von dem Kinde. Im Laufe des Abends verbreitet sich die Nachricht von dem Unglücke der Familie Abd cl-nur unter der Bevölkerung und in Erinnerung an Fälle ähnlichen Verschwindens, unter anderen jenes des ?. Thomas, regt sich der Verdacht, es sei ein Meuchelmord vorgefallen. Regina hatte diesen Abend in einer Familie singen sollen: sie ließ absagen und kam, um der Mutter des Opfers ihr Beileid auszudrücken: sie könne, fügte sie bei, nicht singen, während ihre Freundin leide. Um Mitternacht ungefähr verabschiedete sich Regina, wie gewöhnlich, von einem Diener der Frau Abd-el-nur begleitet. Dieser rechnete darauf, bei der Familie Regina's noch vorsprechen und seiner Gewohnheit gemäß ein paar Cigaretten rauchen zu dürfen. Aber die Sache kam anders. An dem Thore ihres Hauses angekommen, behauptete Regina plötzlich, einen kostbaren Stein aus ihrer Broche verloren zu haben, und rief ihren Bater, welcher mit einem Lichte kam, um den Edelstein auf dem zurückgelegten Wege zu suchen. So wurde denn der Diener verabschiedet, ahne ins Haus zu gelangen. Merkwürdigerweise hat Regina ihren kostbaren Stein weiter nie mehr reklamirt. Tags darauf kam der Mutter des vermißten Kindes, die sich vor Schmerz wie rasend gebürdete, der Verdacht, die Juden hätten ihr das Kind geraubt und Regina sei dabei die Helfershelfern, gewesen, indem sie den Knaben zu sich lockte. Ihr Betragen und ihr Beileid erschien ihr als Heuchelei. L?ie wendete sich an den Wali, den Präfekten von Damaskus, der sie sehr barsch empfing 2ckd> Heine und Consorten. und sie beschuldigte, sie wolle die Geschichte bon ?. Thomas aufwärmen. „Mau darf," gab er ihr zur Autwort, „nicht auf diese Art ein ganzes Volk für ein einzelnes Verbrechen oerantwvrtlich macheu. Reichen Sie eine Klage gegen irgend eine Persönlichkeit ein." Die Mutter ließ nun eine Anklage gegen Regina und deren Familie aufsetzen und verlangte eine Untersuchung. Die Klage wurde wohl angenommen, aber einfach bei Seite gelegt und keinerlei Untersuchung eingeleitet. Ganz außer sich stürzt die Mutter ins Serail, fordert unter lautem Geschrei ihr Kind zurück und beschimpft den Wali. Dieser droht ihr und ihrer Familie mit Kerker und Verbannung, wenn sie fortfahre, durch ihr Gejammer und ihre Verleumdungen die Christen gegen die Juden aufzuhetzen. Mittlerweile sprengten die Juden das Gerücht aus, der junge Heinrich sei in dem Brunneu eines Christen gefunden worden. Das Gerücht erwies sich als falsch; aber von diesem Augenblicke au ließ die Polizei die Brunnen durchsuchen. Mau kam zuerst zum Brunnen des Hauses Abd-el-nur, fand aber nichts darin; man suchte bei einigen Nachbarn, ebenfalls ohne Ergebniß. Der Wali befahl dann, alle Brunnen zu untersuchen; es war dies vierzehn Tage nach dem Verschwinden des Knaben. Man tra' alle uöthigen Anstalten, setzte Äerzte in Kenutniß und die Polizei, begleitet von einem Brunnengräbcr und versehen mit einem geeigneten Sacke, wendete sich auffallendcrweise zu allererst zur Remise eines Lohnkutschers im christlichen Viertel. Wieso und warum habe mau gerade diesen Brunnen gewählt? Kein Mensch wußte es zu sagen, aber der Leichnam des Kindes fand sich daselbst. Man zieht ihn heraus; die Mutter erkennt das Kind und wiederholt ihre Anklage gegen die Juden. Der Wali geräth in Zorn, aber die Mutter im Drange ihres Schmerzes beschimpft ihn nenerdiugs und wirft ihm in heftiger Weise vor, er habe sich von den Juden bestechen lassen. Das Kind wurde nun in das Militärspital gebracht und Tags darauf versammelten sich auf Anordnung des Staatsanwaltes und Untersuchungsrichters zwanzig Aerzte, um die Leiche in Augenschein zu nehmen. Die Familie des Opfers umringt die Aerzte; die Mutter erkennt die Kleider ihres Kindes, es fehlen aber daran Gürtel, Halsbinde und Manschetten. Es war also das Kind von fremden Händen entkleidet worden. Die Untersuchung des Gehirnes, der Lunge, des Herzens und der Eingeweide ergab ferner, daß das Kind nicht ertrunken, sondern zuerst getödtet und dann in den Brunnen geworfen worden war. Mau bemerkte auch am linken Arme einen au der Hauptader gemachten Einschnitt. Die Aerzte stutzten jetzt selber und entschlossen sich, diesen Arm zu amputiren und ihn separat zu untersuchen. Zu diesem BeHufe gab mau ihn in ein Gefäß mit Alkohol, welches dann versiegelt wurde. Die Protokolle der Aerzte und die Aeußeruugeu der Personen, welche der Inaugenscheinnahme beigewohnt hatten, verursachten in der Stadt eine leicht begreifliche Aufregung. Mau beschuldigte Heine und Consortcn, die Juden ganz offen, durch Verwendung von Christenblut zn ihrem Osterfeste wieder einmal den Talmud zur Geltung gebracht zu haben. Andererseits machte der Lohnkutscher, bei dem man den Leichnam entdeckt hatte, kein Hehl daraus, daß drei Tage vorher Regina und mehrere Juden gekommen seien, um zwei Wagen für eine Spazierfahrt zu miethen, und daß, während er seine Pferde in Bereitschaft setzte, eines der großen Packete, das die Spazierfahrer mitgebracht hätten, verschwunden sei. Auch die Spazierfahrt selbst sei ihm ob ihrer Kürze ganz unbegreiflich vorgekommen. Der Wali war aber niit der Sache nicht zufrieden. Er berief die Aerzte, gab ihnen eine derbe Lektion und drohte ihnen mit der ganzen Strenge seines Zornes und seiner Autorität, wenn sie es wagen sollten, von dem Ergebnisse der Obduktion öffentlich zn sprechen. Der Verwandte eines dieser Aerzte sagte mir gestern: „Wenn ich mit ihm von Heinrich Abd-el-uur sprechen will, wendet er sich ab, ohne mir zu antworten." Am nächsten Tag um 11 Uhr Morgens begrub mau ganz im Geheimen den kleinen Märthrer. Auf Befehl des Wali hatte mau die Siegel des Gefäßes erbrochen, der Familie, welche sich weigerte, den Leichnam vor der Veröffentlichung des ärztlichen Protokolles zur Beerdigung auszuliefern, mit Gewaltmaßregeln gedroht, den nmputirten Arm heimlich in den Sarg gesteckt und den katholischen Pfarrer gezwungen, die Beerdigung vorzunehmen. Samstag, 26. April, an welchem Tage ich in Damaskus ankam, begab sich die Mutter des gemordeten Kindes, gefolgt von mehreren tausend Christen, zum Grabe. Die Mutter stürzte sich auf das Grab ihres Kindes und bemühte sich, mil ihren Händen die Erde aufzuwühlen und ihr Kind auszugraben, um das Verbrechen konstatiren zn lassen. Plötzlich aber kamen Soldaten, zerstreuten die Anwesenden und rissen die Mutter vom Grabe weg, das sie schon nahezu geöffnet hatte. Seit diesem Tage ist der kleine Erdhügel, unter welchem das arme Kind ruht, Tag und Nacht von Soldaten bewacht. Ich habe sie mit eigenen Äugen gesehen und gebeten, mir genau die Stelle zu zeigen; sie thaten es und ich habe zu dem kleineu Engel gebetet, er möge über seine Familie wachen. Der Wali wird immer wütender, und um seinen wachsenden Ingrimm zu befriedigen, läßt er jeden Christen, der öffentlich von der Sache spricht, einsperren. Schrecken herrscht im Christenviertel, aber die Erbitterung kocht ini Innern der Herzen fort. Die ganze christliche Bevölkerung und alle Türken sind von der Schuld der Juden überzeugt. Die Drohungen des Wali werden wohl Schweigen erzwingen, aber diese Ueberzeugung nicht beseitigen können." In diese Gattung Criminalgeschichten hat in jüngster Zeit der Berliner Aerzteverein von gelehrten Doktoren der Medizin ein wunderbares Licht hineinleuchten lassen, welches 250 Heinc und Consortcn. uns gewisse Gepflogenheiten des talmndischen Judenthums vom humansten, schonendsten und aufgeklärtesten Standpunkte aus betrachten läßt. Der Wiener „Volksfreund" vom 14. December 1890 berichtet: „Max Bernstein, jener Breslauer Rabbinatscandidat, der wegen unsittlicher Handlungen (mir?) an Knaben (christlichen), verbunden mit Blutabzapfuugeu, so lange in Untersuchung und bereits auch verurtheilt war, ist nun auf das Gutachten einer Berliner Commission hin als mit chronischen (andauernden) religiösen Wahnvorstellungen behaftet und demgemäß als unzurechnungsfähig erklärt worden. Der „Arme" kann diese Wahnvorstellungen offenbar nicht als der Erste erfunden haben, da sie sa gerade jene Vorstellungen sind, welche insgeheim gepflegt und überliefert zu haben dem talmudischen Judenthume nun fast schon seit 2000 Jahren zum Vorwurf gemacht wird, lieber die Art und Weise, wie jene Wahnvorstellungen in das Gehirn des unzurechnungsfähigen Bernstein gekommen sind, wird die betreffende Commission wohl keine Untersuchung angestellt haben. Der Vorsteher des Breslaucr Rabbinerseminars, der bekannte Fanatiker vr. Grätz, hätte dazu wohl Material liefern können." Auch wir wollen uns diesmal dem eben herrschenden Zeitgeiste nicht entgegenstellen und das Berliner medizinische, in die Psychiatrie hinüberspielende Gutachten von der letzten Etappe des Fortschritts aus betrachten. Es soll ein Bedenken aufgetaucht sein, man könne in diesem Falle auch viele unbestreitbare, rituelle Morde und Blut- abzapfnngen nicht unbeachtet lassen, und es dürften daher die historischen Prämissen, die zu einem gerechten Urtheil erforderlich wären, nicht umgangen werden; es heißt, dieses Votum sei aber eben auch wieder aus Humanitätsrücksichten nicht beachtet worden. Die Herren Bernstein, Diamantstein, Blaustein, Goldstein, Silberstein, Rubinstein und sämmtliche anderen werthvollen Edelsteine sind aber mit dem medizinischen Urtheil vollkommen zufrieden gewesen und wollten der historisch-juridischen Abtheilung keine unnvthige Mühewaltung verursachen. Das Mittelalter mit seiner Intoleranz und anwidernden fanatischen Grausamkeit hat durch das obige medizinische Gutachten eine wahrhaft elektrische Beleuchtung erfahren. Man könnte hier die Einwendung machen, es gibt viele historisch erwiesene Fälle, über welche noch die Prozeßakten vorhanden sind (wie z. B. bezüglich des Kindes Simon von Trient), Heine und Eonsorten. ^ol. so daß diese Thatsachen erwiesen vorliegen. In jenen finsteren Zeiten hat man diese armen Opfer „religiös-chronischer Wahnvorstellungen" geradewegs zum Tode verurtheilt und hingerichtet, eine unerhörte Grausamkeit, welche in den Rahmen unseres humanistisch gebildeten Jahrhunderts nicht mehr hineinpassen würde. Das allein ist der richtige Standpunkt, von welchem das Motiv obigen Freispruchs beurtheilt werden darf. Zum Glücke ist ein ähnlicher Sieg der Humanitätsidee aus neuester Zeit zu verzeichnen. Der Sohn eines Schächters sagte bei Gericht aus, er habe durch ein Schlüsselloch zugeschaut, wie ein Mädchen rituell abgeschlachtet worden ist. Die Aussage dieses dummen Judenjungen hätte ein schreckliches Unheil anrichten können. Auch die Aussage dieses Knaben ist als eine chronisch-religiöse Wahnvorstellung nicht beachtet worden und auch hier hat das Licht der Humanität über die Gräuel finsterer Jahrhunderte den Sieg errungen. Es hat nach diesen Ereignissen sich jemand eine allerdings sehr alberne und freche Frage erlaubt, dahin lautend: Wenn ein christlicher Candidat der Theologie (Katholik oder Protestant) sich eine ganz der des Bernstein ähnliche Blutabzapfung an einem Judenknaben erlaubt hätte, wäre das von den Machern der öffentlichen Meinung auch als eine chronisch-religiöse Wahnvorstellung proklamirt worden? Wie die Antwort Börnes auf eine ähnliche dumme Frage gelautet hätte, das haben wir genugsam in Beispielen nachgewiesen. Diese Antwort hätte gelautet, wie sie auch jetzt in ähnlichen Fällen bei allen Baruchiden (den Schülern des Baruch) lauten würde: Ja, das ist ganz was Anderes! Daß auch Börne nach dem Willen seines Herrn Vaters eine talmudische Erziehung erhielt („in stockalter Weise unterrichtet wurde"), bestätigt der zuvor genannte Rabbiner Grätz, wie wir S. 68 nachgewiesen. Wenn aber Börne ebenso wie Heine bei ihren frechen Ansprüchen an die Christen immer sich so stellten, als wüßten sie gar nichts von den talmudischen Anforderungen, Gesetzen und Gebräuchen, so hat doch einmal auch Börne den uneingeweihten Goyim gegenüber als Freimaurer sich seines Pfiffigen Schweigens gerühmt, indem er in einem Logenvortrag mit jüdischem Conismus wörtlich sich äußerte: 252 Heine und Consorten. „Seid unbesorgt, Brüder, es wird einem Jeden nur so viel Licht zu Theil, als ihm gebührt."^ Auch Börne benutzte die Loge nur als Mittel zur angestrebten Judenherrschaft, und wie er den Freimaurern gegenüber erklärte, er lasse einem Jeden nur so viel Licht zukommen, als ihm gebührt, so betrachtete er auch die christlich getauften Maurer als Cretins — als zu benutzendes Material für das jüdische Endziel der ganzen Logenarbeit. Zum Schlüsse noch eine elektrische Beleuchtung jenes aufgeklärten Doktorencollegiums, welches sehr sinnreich herausforschte: der Judeubube (jüdischer Theologe genannt) habe allerdings, was leider nicht abzustreiten ist, an einem armen Christenbubeu in einer für eine öffentliche Gerichtsverhandlung nicht brauchbaren Weise rituelle Blutabzapfungen vorgenommen, aber eben dieser Judenbube sei mit chronisch- religiösen Wahnvorstellungen behaftet gewesen. Hier folgt nun eine historische Erklärung, von was für chronischen Wahnvorstellungen über Ehre und Ehrenhaftigkeit medizinische Shyloks in Berlin bisweilen behaftet sind. Der „Oesterr. Volksfreund" vom 21. December 1890 gibt uns aus dem Wirken der Berliner Hypokratesse und Ga- lenusse folgende Photographie: „Vor Kurzem ging ein Schrei der Entrüstung durch alle christlichen Blätter, als an den Tag kam, in welcher Weise der Vorsteher einer Berliner Privatklinik, Dr. William Levy, die Koch'schc Erfindung zu fruktificiren gedachte." „Nun haben Berliner Blätter mitgetheilt, daß dort eine Versammlung von 105 Aerzten, darunter zwei, tage zwei Christen und hundertdrei Inden, getagt und die Resolution gefaßt hat, Herr De. Levy habe ganz correkt gehandelt. Da nun jener Schrei der Entrüstung zuerst von Berlin ausgegangen ist, so kann man nicht zweifeln, daß, wenn diese Versammlung aus 103 Christen nnd 2 Inden bestanden hätte, die Resolution im entgegengesetzten Sinne ausgefallen wäre. Was dem Einen ganz korrekt erscheint, scheint dem Andern ganz unkorrekt." Wir bringen aus demselben Blatte eine sehr schlagende Betrachtung über die Gegensätze zwischen Christen und Juden „Histor.-polit. Blätter." München. 106. Band., S. 907. Heine und Consorten. (respektive Ariern und Semiten), weil uns dieselbe auch den ganzen Krakehl der beiden Buschmänner Börne und Heine gegen die christliche Gesellschaft hell beleuchtet. „Man sieht hieraus, daß in der heutigen Gesellschaft zwei entgegengesetzte Anschauungen (Principien) mit einander im Kampfe liegen. Nun sagt das Sprichwort: „Ein Haus, das zwei Herren hat, geht zu Gründe," und auch der verbissenste Theoretiker wird nicht behaupten wollen, daß die Gestaltung einer Gesellschaftsordnung von zwei entgegengesetzten Principien ausgehen könne. Gestalten und formen kann immer nur ein Princip, wie es sa auch auf der Hand liegt, daß unsere durch etwa anderthalb Jahrtausende herrschende Gesellschaftsordnung durch das christliche Princip geschaffen und gemodelt worden ist, was auch darin seinen Ausdruck fand, daß das rabbinisch-talmudische Princip (und das jüdische ist kein anderes) in seiner Entfaltung durch Gesetze eingeschränkt war. Nun ist aber das jüdische Princip als gleichberechtigt anerkannt worden und hat sich binnen weniger Jahrzehnte die Machtmittel in einem solchen Grade angeeignet, daß es vieler Orts eigentlich schon die Herrschaft in der Hand hat, insbesondere auch in zahlreichen Korporationen das große Wort führt und selbst vom Richtertische aus mitspricht. Die Wehrmacht ist bereits von Juden durchsetzt und wird in der Beschaffung des Wehrmittels in der Entfaltung ihrer Kraft, sogar in der Richtung ihrer Offensive durch das jüdische Kapital stark beeinflußt. Der Lehrstand ist in einem ganz unverhältnißmäßigen Per- zentsatz dem Judcnthum preisgegeben. Der Nährstand wird vor unseren Augen in einen Zustand förmlicher Sklaverei hmabgedrückt, und selbst die Nährmittel bilden den Gegenstand einer Spekula- tionswuth, für welche nur das Interesse des jüdischen Kapitals das Gesetz gibt. Kurz, das Judenthum ist unter uns aus dem besten Wege, sein eigenes Princip zum allein gestaltenden für die Gesellschaftsordnung zu machen. Das Vorgehen entspricht aber ganz der rabbinisch-talmudischcn Weltanschauung und ist durch sie geradezu als pflichtmäßig vorgeschrieben. Was hilft es nun, wenn die Nichtjuden die Gesammtanschauung ihrer gleichberechtigten jüdischen Mitbürger für ein Wahngebilde und ihr Vorgehen für unkorrekt erklären? Soviel kommt auf Principien an. Mögen sich das unsere Staats- und Katheder-Weisen recht deutlich zu machen suchen." 25-1- Heine und Consorten. !>8. Hutzkows Werkeljr mit und Urtlseik üöer Keine. Keine und Kampe iutriguircn gegen Hutzkoms Much über Wörne, Keine und andere Söldlinge der französischen Kivilliste. Wie sich auch Hutzkow durch Wicht- und Mszvcrsteljcn der großen Wettfragen bemerkbar gemacht. Gutzkow berichtet über seine Bekanntschaften zu Paris zur Zeit der Erscheinung des Buches „Heine über Börne"^: „Einen Mißton bildete in der glücklichsten Stimmung, in der ich mich befand, die Beziehung zu Heine. Ich hatte nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich für seine Weise keine Empfindung habe. Seine Lieder imponirten dem Studenten nicht, dem Philologen waren sie zu loddrig geformt, später, als sich die Componisten des Namens bemächtigten, sah ich wohl, wie und in welchem Tone man in Deutschland das Buch der Lieder zu lesen angefangen hatte. Aber mir fehlten persönliche Reminiscenzen, um das fürchterliche Geschrei der Sänger, wenn sie auf die Stelle kommen „Mich hat das unglückselige Weib vergiftetet mit ihren Thränen," als Symptome einer schaudervollen Begebenheit auch für mich zu verstehen. Karthagos Untergang und noch einige andere interessante Begebenheiten der Geschichte und der Philosophie erscheinen mir wichtiger als diese unberechnende neue Solomusik mit ihrem elegischen Jammer. Ohnehin wußte ich, wie doch im Grunde alle Welt, daß die eine dieser „Heineschen Unglückseligkeiten" die andere ablöste, und dabei an eine tiefe, nachhaltige Absicht gar nicht gedacht wurde. Jedes umgeschlagene Blatt im „Buch der Lieder" brachte frivolen Trost. Wenn ich, meist von Ungebildeten, diese oder jene der ernsteren Balladen mit vollen Backen deklamiren hörte, so las ich sie hernach für mich allein einfach und natürlich, und fand, daß die dichterische Zuthat zum gegebenen Stoff gering war. Von den parodistischen politischen Gedichten hat schon Johann Scherr bemerkt, daß in jeder Weste das erste Gedicht des Kladderadatsch Treffenderes bringt als der Romanzero oder das klägliche Buch „Deutschland". „Bei alledem hatte ich mich zum Nestling meines früheren Verlegers (Campe) so Verhalten, daß sogar ab und zu Briefe zwischen uns gewechselt werden konnten, und ich Heine gut und gern hätte besuchen können. Aber 1837 war Ludwig Börne gestorben. Ich hatte Materialien zur Schilderung seines Lebens gesammelt, seine Biographie, das Manuskript schon Campe übergeben. Da schickte Heine das Manuskript seines Buches: „Heine über Börne", eine Schmähschrift wimmelnd von Persönlichkeiten, Anspielungen auf Menschen, die Niemand iuteressirten, Anspielungen, die nur diesen oder jenen, der ihn vielleicht nicht gegrüßt oder von ihm nicht mit der gehörigen Be- ^ Gutzkow: „Rückblicke auf mein Leben." Berlin 1376. S. 267. Heine und Consorten. wunderung gesprochen hatte, lächerlich machten, ihn mit einer leeren Lau cls tlolognv-Flasche oder mit einem Nachttopf oder sonst ähnlichem verglichen. Jeder Deutsche, der nach Paris kam, ohne bei Heine eine Visitenkarte abgegeben zu haben, war ihm sofort ein Stoff zu fragen, ob der Mensch schiele, hinke, stottere, schlecht französisch spreche u, s, w. Darauf stützte sich sein Witz. Wie albern war z. B. die ewige Wiederholung der Häßlichkeit des braven Maßmann, der sich seit Jahren nicht mehr in den Vordergrund gedrängt, nirgends und durch nichts die Satyre herausgefordert hatte. Meine an Campe gerichtete Bitte ging dahin, mein Denkmal der Erinnerung an einen bedeutenden und in trüber, hoffnungsloser Zeit als Freiheitskämpfer bewährten Mann, ein Buch, das uun schon Monate laug in seinem Pulte lag, früher erscheinen zu lassen, als die Beschimpfung. Sie wurde nicht gewährt. Versprach doch die letztere einen glänzenderen Gewinn." Gutzkow setzt nun die gegen ihn geplante Jntrigue auseinander, seine Schrift über Börne entweder gar nicht oder nachdem die Wirkung derselben durch Heine schon paraly- sirt war, erscheinen zu lassen. Gutzkow berichtet weiter: „Inzwischen war meine Schrift nach Jahr und Tag doch erschienen, und nichts hätte im Wege gestanden, einer Regung zur Versöhnung entgegen zu kommen, die Heine bewogen hatte, nur einen Boten zu senden mit der Erklärung: er wollte mir zu Ehren ein Mahl geben, zu welchem er die ganze „hervorragende französische Literatur" einladen würde, ich sollte ihn natürlich zuerst besuchen. Der lleberbringer dieser Nachricht lebt noch und kann sie bestätigen. Ich wußte, daß es sich nur um ein Capitel in meinem Buche handelte „Besuch bei Heine". Ich war bei Ministern und den hervorragendsten Namen gewesen, die „deutsche Colonie", die deutschen Flüchtlinge waren nur befreundet: schöne Stunden wurden in gemächlichen Kreisen gefeiert. Heine wollte nicht davon ausgeschlossen sein. Gerne hätte ich einem solchen Entgegenkommen gegenüber nachgegeben. Aber die Rücksicht auf die in Paris wohnenden Freunde Börnes, welche Heine in solchem Grade beschimpft hatte, daß sogar ein Duell deshalb nothwendig hatte erscheinen können (ach und krach!), der Schmerz, den ich vorzugsweise der treuen Freundin und Pflegerin Börnes, der gegen mich höchst gütig gewesenen Frau Strauß würde angethan haben, mußten mich, ich konnte nicht anders, bestimmen, der Aufforderung keine Folge zu geben. Da wurde denn mein im Herbst erschienener Bericht sowohl in Paris wie von Paris aus iu jeder Weise der Mißachtung empfohlen. Das übrige thaten die deutschen Söldlinge der französischen Civil- liste, zu denen ebenfalls Heine gehörte. Ich hatte am 256 Heine und Consortcn. Schluß des Berichts über die empfangenen Eindrücke den baldigen Untergang der Herrschaft Louis Philipps liorausgesagt," Zu dieser Boraussage hat keine specielle Prophetengabe gehört. Der Schreiber dieses betonte in einem Bericht an den Fürsten Metternich über die französischen und deutschen Zustände 1846, daß die Herrschaft Louis Philipps in längstens zwei Jahren zusammenbrechen werde, und legte diese seine Anschauung in der Schrift: „Die Prinzenschule zu Möpselglück" (erschienen im September 1847) nieder. (Siehe hierüber auch 18. Auflage von Brockhaus' Konversationslexikon, 3. Band, S. 628—629.) Nun war Gutzkow selber eines der Häupter des jungen Deutschland; seine Schilderung des Heine-Charakters (?) fällt deshalb umsomehr ins Gewicht. Gutzkow hebt scharf hervor, wie sich Heine zu seinen Handlungen nur durch seinen nackten Egoismus, der in einer bis zur Lächerlichkeit hinaufgeschraubten Eitelkeit seinen beredtsten Ausdruck gesunden, hat bestimmen lassen. Wer diese Eitelkeit verletzte oder derselben auch nur nicht förderlich war, wie es in seiner Macht stand, den verfolgte Heine mit allem Ingrimm des Talmudhasses. Heine war ja nach dem sehr wichtigen Zeugnis) des Rabbiners und Talmudprofessors für Rabbiner in Breslau, vr. tllsol. Tulmuckioas, Talmudist trotz aller seiner äußeren Mas- kirung bis au sein seliges Ende. Jedenfalls find die Jungdeutschen, die ohne eine Besoldung für einen politischen Gedanken eintraten, im Vergleich mit den schmutzigen Söldlingen des französischen Ministeriums (das dieselben mit allen ehrenhaften Franzosen im Bunde doch am Ende herzlich verachten mußte) doch noch ehrenwerthe Leute gewesen. Börne war über Heines Besoldung, von der er wußte, die er aber nicht beweisen konnte, begreiflich sehr erbittert; freilich war es ihm, wie wir es aus seinen Schriften nachgewiesen, in üns lloali immer nur um einen Umsturz zu thun, auf dessen Trümmern die Judenherrschaft sich aufbauen sollte. Gutzkow machte sich, nebenbei bemerkt, an alle großen Fragen in allen Gebieten, er phantasirte über Theologie, Philosophie und Staatswissenschaft mit gleicher Kühnheit und Unkenntniß, ein echtes Vorbild der tausend Schwätzer in den Heine und Consorten. 257 Tagesblättern. So z. B. in seinen „Beiträgen zur Geschichte der neuesten Literatur, Stuttgart 183ll" sagt er mit großer Sicherheit und Selbstgenügsamkeit (S. 345): „Die Ueberfüllung des Marktes kann allerdings im Gefolge der Gewerbefreiheit eintreten, aber dies Uebel ist weit geringer als der Mangel an Produkten, der die Nachfrage vermehrt, und die Preise zu einer Höhe steigert, die ihnennichtgebührt. Die Ueberfüllung wird dem geschickten und thätigen Arbeiter niemals gefährlich werden, wogegen die Unterdrückung der Concurrenz eine Belohnung ist, die man der Unwissenheit und Faulheit ertheilt." So Gutzkow. Wenn wir nun die Devastationen betrachten, die das Manchesterthum und das ausbeutende Judenthum seither auf allen Gebieten ehrlicher Arbeit angerichtet hat, so muß man doch zu der Einsicht kommen, daß sich nicht leicht in wenig Zeilen ein größerer Unsinn zusammenpressen läßt, als diesen der Gutzkow mit so großem Selbstvertrauen im Professorenton und noch dazu recht bündig ausgesprochen hat. !>g. Warum Gutzkow und Keine üliereinander gerietljcn. Keine nennt sich einen Repräsentanten des heiligen Geistes. Wie Juden je nach Wediirfnisz den Keine als einen Misten behandeln, sich aber immer über besten echte jüdische Innerlichkeit erfreuen. Was war aber Ursache, daß Gutzkow und Heine, die sich früher gegenseitig mit Weihrauch bearbeiteten, sich jetzt auf einmal Schwefel und k'osuäa, vordampften? Menzel hatte den Heine im „Literaturblatt" vom 4. Januar 1836 beschuldigt, daß er eigentlich der Begründer des Krakehlerconsortiums „Junges Deutschland" sei. Er schrieb: „Heine, znerstvon jüdischen Antipathien verlockt, machte die Verspottung des Christenthums und der Moral, der deutschen Nationalität und Sitte, die Vorschläge, das Fleisch zu emancipiren, die liederlichen Prahlereien, die Debauchen des jungen Frankreich, das Kokettiren mit der Republik, die Affektativn, an die große Revolution der Zukunft zu appelliren, zu dem fruchtbaren Thema, das seitdem die jungen Deutschen in allen Variationen durchgespielt haben." Brunncr, Zwei Buschmänner. 17 258 Heine und Consortm. Heine nannte die Anhänger des jungen Deutschland geradewegs Apostel (Bd. VI, S. 225): „denn ich weiß kein bezeichnenderes Wort. Ein neuer Glaube beseelt sie mit einer Leidenschaft, von welcher die Schriftsteller der früheren Periode keine Ahnung hatten. Es ist dieses der Glaube an den Fortschritt, ein Glaube, der dem Wissen entsprang. Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben ansgefundcn, daß diese Erde groß genug ist, daß sie jedem hinlänglichen Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen, daß diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer aus Kosten des andern leben will, und daß wir nicht nöthig haben, die größere und ärmere Klasse an den Himmel zu verweisen. Die Zahl dieser Wissenden und Gläubigen ist freilich noch gering. Aber die Zeit ist gekommen, wo die Völker nicht mehr nach Köpfen gezählt werden, sondern nach Herzen." Echtes Judengeschmuse! Heine hat hier, ohne es zu wollen und ohne es zu verstehen, das Princip und die Grundlage des stärksten Antisemitismus iu'den Worten ausgesprochen: „Wenn nur Alle arbeiten und nich t Einer auf Kosten des Andern leben will." Dieser Satz, auf Nationen (hier auf die jüdische) angewendet, muß die ganze moderne Gesetzgebung, die, wie es sich praktisch zeigt, gerade die Ausbeuter und Tagediebe auf Kosten der Arbeiter am meisten begünstigt, umstoßen. Anfangs lobte Heine den Laube und Gutzkow über die Maßen, später beschimpfte er sie; sein einziger Leitstern im Loben und Schimpfen war die lächerlichste Judeneitelkeit. Er macht hier mit einer anerkennenswerthen Unverfrorenheit die edelsten Geständnisse. In Bd. XX, S. 158, nennt Heine den Gutzkow in einem Briefe an Campe den besten Journalisten : „Er hat alle Tugenden, die der Tag verlangt, ist für die Gegenwart ganz wie geschaffen. Der wird mir noch viele Freude machen, nicht eben direkte Freuden, sondern indirekte, indem er meinen Feinden alles mögliche Herzleid verursachen wird. Ich möchte den Göttern ein Dankopfer bringen, daß sie den Gutzkow erfunden haben. Wenn er nur nicht so irreligiös wäre! Das heißt, wenn ihm der heilige Schauer, den uns die großen Männer, die Repräsentanten des heiligen Geistes einflößen, nicht ganz fremd wäre! Der hat nicht Heine und Consorten, 259 einmal Ehrfurcht vor mir — aber so muß er sein, sonst könnte er sein Tagewerk nicht vollenden!" Allerliebste Bescheidenheit!! 1. Gutzkow ist irreligiös, 2. es fehlt ihm der heilige Schauer, den man vor den großen Männern, den Repräsentanten des heiligen Geistes, haben soll, Z. er hat nicht einmal Ehrfurcht vor mir. Welche Abirrung von der Thatsache! Heine manifestirt sich zu tausend Malen als den Repräsentanten des unheiligen Fleisches im Schreiben und Leben, und hier will er den blöden Goyim weismachen, er fei ein Repräsentant des heiligen Geistes- ein Unicum in der Kirchengeschichte. Ein moralisch und Physisch abgenutzter und verbrauchter Judenjüngling macht sich in seinem Größenwahn zu einem Repräsentanten des heiligen Geistes. — Man kann sich diese Wahngedanken nur dahin auslegen: Heine, der seinen Witz für unwiderstehlich hielt, machte hier einen Versuch, den heiligen Geist über seinen Witz zum Lachen zu bewegen. Es dauerte nicht lange, bis Heine die Unglücklichen (darunter Laube und Gutzkow), weil sie ihn nicht für einen Repräsentanten des heiligen Geistes hielten und keinen heiligen Schauer, keine Ehrfurcht vor ihm hatten, zu verschimpfen anfing. Er sprach dem Gutzkow alles Gemüth und alle Poesie ab, nannte ihn (Bd. XXII, S. 220) „einen Bedienten der Tagesidee, der beständig auf der Lauer liege, um die Tagsschwächen des Publikums zu erspähen, sie in seinem Privatinteresse auszubeuten" u. s. w. u. s. w. Auch bedeutende, ebenfalls sehr radikale Schriftsteller gingen nun gegen Heine los. Strodtmann (II. S. 207) führt z. B. Spazier an, der den Heine trotz seines Schwindels, er sei ein Vorkämpfer protestantischer Denkfreiheit, an seine jüdische Abkunft erinnerte und seine ganze schriftstellerische Eigen- thümlichkeit vorwiegend aus den Einflüssen des Judenthums hervorgegangen bezeichnete. Die Juden selber, die zumeist ihre Urtheile nach Geschäftsbedarf einrichten, nahmen den Ruhm Heines für sich in Anspruch, wie die Rabbiner Grätz und Philippson. Grätz behauptet, Heine ist immer ein wahrer Talmudjude gewesen, der sich nur taufen ließ, um listiger Weise den Gegner (das Christenthum) um- somehr vernichten zu können. 260 Heine und Konsorten. Der Jude Gabriel Risser behauptet hingegen: „daß Heine seit seinem Uebertritt zum Christenthum niemals von den Inden als einer der Ihrigen anerkannt, s andern vielmehr stets von ihnen verleugnet und bekämpft worden sei." (Strodtmann II. 207.) Die Talmudisten behaupten, daß man Alles glauben müsse, was die Rabbiner sagen. Nun hat hier doch einer von diesen zwei Rabbinern die Wahrheit nicht gesagt, — das macht aber nichts, man muß jedem glauben, um den Respekt, welchen man dieser sehr lehrreichen Menschenklasse, den Rabbinern, schuldig ist, nicht zu verletzen. 100. Frnold Auge gegen Keine. Wie sich Keine als Winkelried für die Ileischesemancipation ljinopfcrt. Keine kokt sich wegen der Kröhe seines Kijarakters und Hat'cntes. Köchjie ^eilkung der Eitelkeit und des Größenwahns. Auch Arnold Rüge (wie früher Pfitzer in der „Deutschen Vierteljahrsschrift") war in den „Halle'schen Jahrbüchern" dem Heine vom sittlichen Standpunkt zu Leibe gegangen: „Wenn Heine diese Besprechung als eine „Todtschlagkritik" bezeichnet (Bd. V, S. 21), so beweist dies Urtheil nur von Neuem, wie empfindlich er gegen jeden, auch den gerechtesten Tadel war und wie ungern er sich öffentlich über seine Fehler belehren ließ." Dem Prediger der Emancipation des Fleisches wurde in seinen letzten Lebensjahren ein schlechter Dank zu Theil; das emancipirte Fleisch selber empörte sich gegen ihn und hielt ihm Strafreden, die den todtkranken Dichter zur stillen Verzweiflung getrieben, nur sein Hochmuth, das erkünstelte Gefühl, er sei berechtigt gewesen, diese Emancipation zu verkündigen, und die Nachwelt sei ihm Dank dafür schuldig, daß sein „großmüthiges Herz" (hast du gesehn?) diese Emancipation verfochten. Nun, dieses Opium der Eitelkeit hat er sich bisweilen selber zur Betäubung eingegossen (Bd. III, S. 192): „Ich wollte einst die Hellebarden brechen, womit man euch die Gärten des Genusses versperrt. Aber die Hand war schwach und die Hellebardiere lachten, Heine und Consorten, 261 und stießen mich mit ihren Stangen gegen die Brust, und das vorlaut großmüthige Herz verstummte aus Scham, wo nicht gar aus Furcht," — Der große, moderne Held, der neue Struth von Winkelried — für die Emancipation des Fleisches! Mit seiner Begeisterung für Erbauung (von Freudenhäusern), der Thorstürmer und Gittereinbrecher bei den Gärten des Genusses! — Wozu bei diesem Anprall an die Hellebarden des Dekalogs „ein großmüthiges Herz" vonnöthen ist, das wird nicht so leicht zu beantworten sein. Und dies „großmüthige Herz verstummt aus Scham, wo nicht gar aus Furcht!" Durchwegs unsinniges, aber nicht unsinnliches Geschmuse, Wer die Emancipation des Fleisches durchsetzen will, der kann ja doch nicht aus Scham verstummen, denn diesen Artikel hat er sicher nicht auf seinem Lager, Im Alten Testament werden die Besitzer der Emancipationsgelüste nicht großmüthige Herzen, sondern ganz anders genannt. (Psalm 31, Vers 9.) Aber beim Prahlen mit dem großmüthigen Herzen blieb es nicht, Heine „verstummte auch nicht aus Scham" und sprach geradewegs von der Größe seines Charakters!!! Anfangs August 1837 schrieb er seinem Bruder Max (Strodtmann II. 214): „Du bist der einzige von allen, der mich schweigend verstehen kann, und dem ich nicht nöthig habe, weitläufig auseinander zu setzen, wie alle Bekümmernisse meines Lebens nicht durch eigene Schuld entstanden sind, (?) sondern sich als nothwendige Folge meiner socialen Stellung und meiner geistigen Begabung erklären lassen. Du weißt, daß die Größe des Charakters und des Talents in unserer Zeit nicht verziehen werden, wenn man ob dieses Verbrechens sich nicht durch eine Unzahl kleiner Schlechtigkeiten die allerhöchste und allerniedrigste Verzeihung erkaufen will, , , , Obgleich die deutschen Demagogen das Gerücht verbreiteten, ich sei von den Regierungen gekauft, so kann ich dir doch bei dem Leben aller derer, die ich liebe, beschworen, daß ich nie einen Sou nehmen wollte,^ selbst wenn ich in der größten Bedrängnis) war. Und jetzt ist es gar unmöglich, daß ich eine so klägliche Handlung beginge — genug davon!" ^ Also er wollte nicht einen Sou nehmen, aber die 4800 Franken nahm er —aber nur mit Widerwillen! Wie schlau und vorsichtig das stylisirt ist! 262 Heine und Consorten. Dieses Lamento Heines über das Mißlingen seines Sturmes, „als er die Hellebarden brechen wollte, womit man euch die Gärten des Genusses versperrt", ist in der That mehr lächerlich als unverschämt! Hellebarden versperren!! Sind diese Hellebarden in Gitterform auf einen Steinsockel hinaufconstruirt, oder werden sie, wie das bei Hellebarden eigentlich Bestimmung und Mode ist, von Kriegern gehandhabt, so halten sie in einem oder im andern Falle die Eindringlinge ab. Heine hat sich für die Handhabung der Hellebarden durch Krieger erklärt, und diese Krieger und Hellebardiere behandelten den heranstürmenden Helden geziemend verächtlich, sie ließen ihn nicht einmal ä Ig, Struth von Winkelried an die Spieße anrennen, daß er hätte des Heldentodes sterben können, sondern sie kehrten die Waffen um und stießen ihn lachend mit den Stangen gegen die Brust — — genug für diesen Helden, und da verstummte sein „vorlaut groß- müthiges Herz". — Ein vorlaut großmüthiges Herz, das Beiwort ist eine ganz neue Erfindung; man könnte noch besser sagen ein kleinmüthiges, aber freches Herz. Und dieses Herz verliert beim ersten Stoß mit den Stangen seine vorlaute Großmuth — „aus Scham, wo nicht gar aus Furcht". Wo käme denn bei diesem Andränger die Scham her? Aus Scham verstummte das Herz sicher nicht, sondern aus Furcht: die ganze sittliche Welt ekelte ein Treiben an, welches den Cynismus auf seine Fahne schrieb und die Welt für die alte, von den Griechen erfundene Hundephilosophie erobern wollte. Ein großer Theil des jungen Deutschland wandte sich von dem Cyniker ab, und selbst Börne beschuldigte ihn „gemeiner Liederlichkeit". KU. Wie Keine seine eigene „eventuelle "Bekehrung" im vorhinein abzuschwächen sucht. Wir haben schon anderwärts von der Gesinnungsänderung gesprochen, als er fühlte, daß es mit ihm zu Ende gehe. Er ahnte es schon in den Zeiten seiner „vollsten Emancipation", daß er andere Anschauungen über Gott. Menschen und Welt nöthig finden werde, wenn sein Dasein auf Erden ablaufen werde. Er machte es nun dem Voltaire nach, der seinen Heine und Consorten. 263 Jüngern gegenüber die Echtheit einer eventuellen Bekehrung auf dem Todtenbette schon im voraus abzuschwächen suchte, Strvdtmann (II. 375): „Es hat auf den ersten Anblick etwas Ueberraschendes, scheinbar Jncvnsegnentes, daß der Mann, welcher zeitlebens alle positiven Religionen mit so vernichtendem Spotte* bekämpft hatte, sich ans dem Sterbelager wieder zum Deismus bekehrte, und man ist fast versucht, die Worte auf ihn anzuwenden, mit welchen er sich in gesunden Tagen über solche geistige Umwandlungen geäußert, „Mögen immerhin, sagte er in seiner Besprechung der späteren Abtrünnigkeit Schöllings von der pantheistis chen Lehre (Bd. V, S. 2S6), die Altgläubigen ihre Glocken läuten und Kyrieleison singen ob solcher Bekehrung — es beweist aber nichts für ihre Meinung, es beweist nur, daß der Mensch sich der Religion zuneigt, wenn er müde und alt wird, wenn er nicht mehr genießen und denken kann," Auf dem Todtenbette sind so viele Freidenker bekehrt worden — aber macht nur kein Rühmens davon! Diese Bekehrungsgeschichten gehören höchstens zur Pathologie, und würden ein schlechtes Zengniß geben für eine Sache- Sie beweisen am Ende nur, daß es euch nicht möglich war, jene Freidenker zu bekehren, so lange sie mit gesunden Sinnen unter Gottes freiem Himmel umher wandelten und ihrer Vernunft völlig mächtig waren," Heine hat eben nicht daran denken wollen, daß man seine Hellebarde, mit welcher er die freie Selbstbestimmung der Bekehrten todtstechen wollte, viel wirksamer auf die Unbekehrten anwenden, ihnen die Stange auf das verstockte Herz stoßen könne. Die Logik Heines ist bei dem verbissenen, haßtollen Talmudisten nie stark und durchschlagend gewesen, nur die talmudische Silbenstecherei und Verdrehungskunst war seine Stärke. Kehren wir seine Waffen gegen ihn. Mögen immerhin Gottesleugner und Materialisten an ihrem System festhalten, so lange ihnen die Gesundheit des Leibes den uneingeschränkten, kein Sittengesetz achtenden Sinnengenuß gestattet, das beweist durchaus nichts zu Gunsten ihrer Re- ligions- und Sittenlvsigkeit, sie schaffen sich ihre Weltanschauung, weil sie dieselbe brauchen und wie sie dieselbe brauchens das von ihnen erfundene oder angenommene System soll ihnen in ihrem Genußleben kein Hinderniß in * Er hielt seinen Spott für vernichtend. Der positiven Religion ha t Heine im Grunde mehr genützt, als dieselbe vernichtet. Da ist ihm seine moralische Selbstvernichtung schon besser gelungen. 264 Heine und Consortcn, den Weg stellen. Ist aber der Sinnenrausch verflogen, dann kommt der Gedanke an den Tod, Furcht vor Vernichtung beim verzweifelten Atheisten, und doch, weil es keine vollendeten Atheisten gibt und sein Gewissen mit dem Gedanken an Gott ihn nicht ruhen läßt, Furcht vor der Verantwortung und dem Gericht. 102. Die Geisteskrankheit Keines. Der Fpostek Paulus lehrt anders, als der Kipostel' Keine. „Wo der gesunde Menschenverstand aufhört, fängt das Khristcnthnin an", sagt der Znde auf seinem Krankenlager. Won krankhaft verzogenen Sippen träufelt giftiger Kohn. Jür liidcrliche Gesellen ist das Khristenthnm total nnkranchliar. Somit gehört die Verstocktheit im Unglauben sicher viel mehr in das Gebiet der Pathologie, aber in die Pathologie des Geistes, dessen Krankheit auch jene Verrücktheit ist, welche das Verhältniß des Geschöpfes zum Schöpfer verleugnet, eine Lüge, die immer consequent zur Verleugnung des persönlichen, selbstbewußten Gottes und somit zur Leugnung jeder Verantwortlichkeit für die Thaten des Lebens führen muß. Hat sich der Mensch nun seinen Trieben, seiner unbeschränkten Sinnenlust und der Hoffart, die nur sich kennt, die jedes gesetzliche Verhältniß gegenüber Gott und den Nebenmenschen leugnet, überlassen, so will er auch von Gott und seinem Gesetz, von Verantwortung und Gericht nichts mehr wissen. Gesunde Sinne und Vernunft sind kein Gespann, das an Einem Wagen zieht, das gleiche Schritte geht. Diese Zusammenkoppelung von Vernunft und gesunden Sinnen ist ein Schwindel; gesunde Sinne und Vernunft leben im Streit miteinander. Wenn man zwischen dem Apostel Paulus und dem Apostel Heine (der die Emancipation des Fleisches in Wort und That gelehrt) zu wählen hat, so wird doch Jeder, der seine Vernunft noch nicht eingebüßt hat, wissen, wem er mehr Glauben und Vertrauen schenken kann. Im Galaterbrief V. 17—26 wird das mit obscönen Papierblättern gezierte Kartenhaus Heines durch einen Windstoß über den Hansen geworfen. Heine und Consorten, 265 Die Witze über seine eigene Bekehrung sind wahrhaft pathologisch der letzte Rest von Spott und Hohn, aus der zusammengeschnürten Kehle hervvrgepreßt, von blassen, bebenden Lippen der Umgebung mitgetheilt und von andächtigen Zuhörern und ZuHörerinnen der Lesewelt zur weiteren Erbauung publicirt. Diese fieberhaften Eruptionen verrathen eine eigenthümliche Niedergeschlagenheit des todtkranken Menschen; sein Hochmuth ist in den Staub geworfen, er möchte Gott anerkennen, und doch hebt sich noch wie bei einer niedergetretenen Schlange das Haupt züngelnd empor und kann von der alten Gewohnheit nicht lassen. Strodtmann (II. 376): „Im März 1346 sagte er zu Fanny Lewald: „Die heidnischen Götter hätten einem Dichter nicht angethan, was mir geschieht, so etwas thut bloß unser alter Jehova. Selbst die Lippen, mit denen ich so vergnügt gesungen und geküßt, sind mir gelähmt. Ich halte jetzt, da ich stündlich an meinen Tod denken muß, oft sehr ernste Gespräche mit Jehova in der Nacht, und er hat mir gesagt: Sie dürfen Alles sein, lieber Doctor, was Sie wollen, Republikaner und Socialist, nur kein Atheist." Aehnlich heißt es in einem Briefe an Canipe voni 21. August 1851: „Mein Gesundheitszustand oder vielmehr meine Krankheitslage ist noch immer dieselbe. Ich leide außerordentlich viel, ich erdulde wahrhaft prometheische Schmerzen durch Rau- cune der Götter, die mir grollen, weil ich den Menschen einige Nachtlämpchen, einige Pfennigslichtchen mitgetheilt. Ich sage: die Götter, weil ich mich über den lieben Gott nicht äußern will. Ich kenne jetzt seine Geier und habe Respekt vor ihnen." Zu Alfred Meißner sagte er im Januar 1849: „In der That, es ist seit einiger Zeit eine religiöse Reaktion bei mir eingetreten. Weiß Gott, ob das mit dem Morphium, ob mit den Kataplasmen zusammenhängt — es ist so. Ich glaube wieder au den persönlichen Gott; dahin kommt man, wenn man krank ist, todtkrank und gebrochen! Machen Sie mir kein Verbrechen daraus. Acceptirt doch das deutsche Volk in seiner Roth den König von Preußen, warum soll ich nicht den persönlichen Gott acceptiren? Mein Freund, hören Sie die eine große Wahrheit: Wo die Gesundheit aufhört, wo das Geld aufhört, wo der gesunde Menschenverstand aufhört, dort überall fängt das Christenthum an." Er hat schon Recht gehabt, der Rabbi Grätz, als er den Heine für das talmudische Judenthum reclamirte; den glühenden Haß und den giftigen Spott gegen das Christenthum hat er als ein theures Erbe talmudischer Rechtgläubigkeit durch alle 266 Heine und Consorten, Phasen seines wandelreichen Lebens beibehalten. Aber kein aufgeklärter Goy soll es wagen, bei derlei Ausbrüchen von einer talmudischen Hundewuth oder von echt jüdischer Infamie und Niedertracht zu sprechen. Es ist hier bei Heine zu lesen, wie er zuerst den Jehova für seine Schmerzen verantwortlich macht und hingegen die heidnischen Götter belobt, daß diese ihm so was nicht angethan ^ hätten. Aber schon einige Zeilen darnach schiebt er die Schuld wieder auf die Rancune der Götter. Wäre er wahrhaft und ehrlich gewesen, so hätte er sich die Schuld selber zuschreiben müssen, ungefähr so: „Ich habe die Schmerzen, die ich geduldet, Nur durch die eig'ne Lumperei verschuldet, Jedoch statt mich in der Geduld zu üben, Will ich die Schuld lieber ans die Götter schieben." Der dnmme Spaß von „Nachtlämpchen" und „Pfennigslichtchen" Duftet uach „Nachtlümpchen" und miserabeln „Wichtchen". Sein „Pfennigslichtchen" ist keinen Pfennig Werth, Und mit seinem „Nachtlichtchen" hat er Niemand aufgeklärt. Er prahlt, er habe der Menschheit das Licht gebracht, Er habe verscheucht des Jrrthums Nacht; Und darum verfolgen die neidischen Götter Ihn, den gefürchteten geistreichen Spötter. — — Wie doch der Hochmuts) aus jeder Zeile spricht! Der tolle Größenwahn verläßt ihn nicht. Oft hat er mit eklem Hohn verbrämt, Was niederträchtig ist und unverschämt; Die Witze auf Gott sind ihm alleweil mißlungen, Dem abgehausten, frechen Judenjungen! „Wo der gesunde Menschenverstand aufhört, fängt das Christenthum an" — Das spuckt der Talmudjude aus in seinem Größenwahn. In seiner Matratzengruft ist er traurig vermodert, Nachdem er praktisch verhöhnt, was das Christenthum fodert. Strodtmann macht einen verunglückten Versuch, den Heine in dieser Richtung zu vertheidigen, indem er bemerkt sll. 377): „Trotz solcher bitteren Sarkasmen leugnete Heine keineswegs die große, welthistorische Mission, welche das Christenthum zur Heine und Consorten. 267 Zeit seiner Entstehung (nur? ei!) gehabt; ja, er versicherte, daß er in dem krassen Materialismus jener Tage gewiß ein guter Christ geworden wäre,* „Es ist ein eigen Ding", sagte er zu Adolf Stahr, mit welchem er im October 1850 mehrmals derartige Religionsgespräche führte, „daß wir so universelle Religionen haben, während doch gerade die Religion das Individuellste sein müßte. Ich bin für ineinen Theil zu der Ueberzeugung gekommen, daß schon Gesunde und Kranke ganz verschiedener Religionen bedürfen, Für den Gesunden ist das Christenthum unbrauchbar mit seinen Resignationen und Einseitigkeiten, für den Kranken aber, versichere ich Sie, ist es eine ganz gute Religion,"" Heine hat die Differenz nicht präcis genug formulirt. Es sollte heißen; für lüderliche und ehrlose Gesellen ist das Christenthum unbrauchbar, für sittliche und ehrliche Leute aber ist es angezeigt, die genirt es nicht, im Gegentheil, die können eine Freude daran haben. 103. Fortgesetzter Spott und Kots» gegen den Erlöser, Keine spricht echt jüdisch von Hkanöenspisse, vergißt aller ans die Vierfüßler, welche Kirchenwände lie-schnüffeln. Mit noch verstärktem, echtem talmudischen Hohn und (und mit Vertrauen auf das famose Col-nidre-Gebet) gab er Stahr eine Schilderung der entsetzlichen Leiden, welche ihn selbst noch in wilden Träumen beängstigen, „Und alles dies", sagte er, indem ein Lächeln über seine schmerzerfüllten Züge glitt, „muß ich nun ertragen ohne den Beistand unseres Herrn Jesus Christus! Aber ich habe auch eiüen Glauben, denken Sie nur nicht, daß ich ohne Religion bin, Opium ist auch eine Religion, Wenn so ein bischen graner Staub in eine fürchterlich schmerzende Brandwunde gestreut wird und dann der Schmerz gleich darnach aufhört, soll man da nicht sagen, daß das dieselbe beruhigende Kraft ist, welche sich in der Religion wirksam zeigt? Es ist mehr Verwandtschaft zwischen Opium und Religion, als sich die meisten Menschen träumen lassen. Sehen Sie, da habe ich die Bibel; ich lese viel darin, das heißt, * Das wäre für die Christenheit sicher eine große Ehre gewesen. Und wie gnädig die Anerkennung, daß das Christenthum im Beginne eine Mission gehabt!! Und der große Strodtmann hat die Mission, vom hohen Roß herab dem beginnenden Christenthum einiges Verdienst zuzusprechen! Außerordentlich gnädig und herablassend !! 268 Heine und Consorten, ich lasse mir daraus vorlesen. Es ist doch ein wunderbares Buch, dies Buch der Bücher- Wenn ich meine Schmerzen nicht mehr ertragen kann, nehme ich Morphium, wenn ich meine Feinde nicht mehr todtschlagen kann, überlasse ich sie der Vorsehung, wenn ich meine Angelegenheiten nicht mehr besorgen kann, übergebe ich sie dem lieben Gott, — nur", setzte er nach einer kleinen Pause lächelnd hinzu, „nur meine Geldangelegenheiten besorge ich doch lieber selbst," - Mit den bestimmtesten Worten versicherte Heine in einem Briefe an H, Lassalle in Breslau, den Vater des bekannten Agitators, bereits Ende April desselben Jahres, daß er, aller atheistischen Philosophie satt, wieder zum dcmüthigen Gottes- glanben des gemeinen Mannes zurückgekehrt, und in einem Schreiben an Eampe vom 1, Juni 18-56 kündigte er sich seinem Verleger gar als Censor seiner künftigen Werke an, der aus den Schnabelewvpsky-Memoiren und anderen Schriften die Stellen entfernen möchte, „welche von einer so krassen Religionsspötterei befleckt seien, daß er aufrichtige Reue darüber empfinde". „Ich bin kein Frömmler geworden, aber ich will doch nicht mit dem lieben Gott spielen! wie gegen die Menschen will ich auch gegen Gott ehrlich verfahren und Alles, was aus der früheren blas- phematorischen Periode noch vorhanden war, die schönsten Gift- btnmen habe ich mit entschlossener Hand ausgerissen und bei meiner physischen Blindheit vielleicht zugleich manches unschuldige Nachbargewächs in den Kamin geworfen. Wenn das in den Flammen knisterte, war mir, ich gestehe es, gar wunderlich zu Mnthe; ich wußte nicht recht mehr, ob ich ein Heros oder ein Wahnsinniger sei, und neben mir hörte ich die ironisch tröstende Stimme irgend eines Mephistopheles, welcher mir zuflüsterte: Der liebe Gott wird dir das Alles weit besser honvrircn, als Campe, und du brauchst jetzt nicht mit dem Druck dich abzuquälen oder noch gar um den Druck mit Campe zu handeln, wie um ein Paar alte Hosen," ^ „Glauben Sic (an Campe) nicht den einlaufenden Gerüchten, als sei ich ein frommes Lämmlein geworden. Die religiöse Umwälzung, die sich in mir ereignete, ist eine bloß geistige/mehr ein Akt meines Denkens, als des seligen Empfindens, und das Krankenbett hat durchaus wenig Antheil daran, wie ich mir fest bewußt bin,5* Es sind große, erhabene, schauerliche Gedanken über mich gekommen, aber es waren Gedanken, Blitze des Lichtes, und nicht die Phosphordünste der Glaubenspisse," — * Wir sehen hier, wie der Dichter mitten unter seinen religiösen Erörterungen auf einmal in die Neminiscenzen aus der muffigen, jüdischen Trödelbude hineinfällt. ** Früher sagte Heine, daß seine Krankheit einen wesentlichen Antheil an seiner Bekehrung habe, — Doch wer wird sich die Mühe nehmen, die zahllosen Widersprüche des nur nach schimmernden Seifenblasen haschenden Heine zusammenzustellen? Er war alle Tage anders, nur im Hasse gegen das Christcnthum war er talmudisch conscqnent. Heinc und Consortcn, 269 „Ich sage Ihnen das besonders in der Absicht, damit Sie nicht wähnen, ich-würde, wenn ich auch selber die Gesammtansaabe besorge, in unfreier Weise etwas darin ausmerzen, Heine und Consortcn. „Gott ist identisch mit der Welt. Er mnnisestirt sich in den Pflanzen, die ohne Bewußtsein ein kosmisch-magnetisches Leben sichren; er manifestirt sich in den Thieren, die in ihrem sinnlichen Traumleben eine mehr oder minder dumpfe Existenz empfinden, aber am herrlichsten manifestirt er sich in dem Menschen, der zugleich fühlt und denkt, der sich selbst individuell zu unterscheiden weiß von der objectiven Natur, und schon in seiner Vernunft die Ideen trägt, die sich ihm in der Erscheinungswelt kundgeben. Im Menschen kommt die Gottheit zum Selbstbewußtsein, und solches Selbstbewußtsein offenbart sie wieder durch den Menschen," — — Das ist Alles, wie es hier steht, hundertmal wörtlich in allen Schriften und Artikeln der Hegelschule zu lesen, Heine figurirt hier rein als geschmackloser, blöder Abschreiber, nur wo es sich um die consequenter Weise auf diesem Baume der Erkentniß sprossenden Früchte handelt, da stoppelt Heine wieder selber unter die abgeschriebeneu Phrasen seine Wünsche zusammen. Da sind ihm auch die Sansculotten zuwider, mit ihren verrückten spartanischen Phantasien. Da ruft er; „Wir wollen keine Sansculotten sein, keine frugalen Bürger, keine wohlfeile Präsidenten, wir stiften eine Demokratie gleichherrlicher, gleichheiliger, gleichbeseligter Götter.* Ihr verlangt einfache Trachten, enthaltsame Sitten und ungewürzte Gemüse, wir hingegen verlangen Nektar und Ambrosia, Purpnrmttntel, kostbare Wohlgerüche, Wollust und Pracht, lachenden Nymphentanz, Musik und Komödie." „Einst, wenn die Menschheit ihre volle Gesundheit wieder erlangt, wenn der Friede zwischen Leib und Seele wieder hergestellt und sie wieder in ursprünglicher Harmonie sich durchdringen, dann wird man den künstlichen Hader, den das Christenthnm zwischen beiden gestiftet hat, kaum begreifen können. Die glücklichen und schönen Generationen, die, gezeugt in freier Wahlnmarmung, in einer Religion der Freude emporblühen, werden wehmiithig lächeln über ihre armen Vorfahren, die sich aller Genüsse dieser schönen Erde enthielten und durch Abtödtung der warmen, farbigen Sinnlichkeit fast zu kalten Gespenstern verblichen sind.** Ja, ich sage es bestimmt; unsere Nachkommen werden * Sonderbar! Als Heine jahrelang in bitteren Leiden aus dem Krankenbette lag, kam er zum Ausruf, daß er doch nur ein todtkranker, erbarmungswürdiger Jude sei. Da hatte die gleichheilige, -herrliche und beseligte Gottheit ein trauriges Ende gefunden. ** Nun ist aber Heine selber zu einem kalten Gespenste verblichen, was doch nach seinen eigenen Geständnissen durch Abtödtung der warmen, farbigen Sinnlichkeit nicht esfektuirt worden ist. Heine und Eonsorten. - c < schöner und glücklicher sein als wir, denn ich glaube an den Fortschritt, ich glaube, die Menschheit ist zur Glückseligkeit bestimmt, und ich hege also eine größere Meinung von der Gottheit, als jene frommen Leute, die da wähnen, sie habe den Menschen nur zum Leiden erschaffen. Schon hier auf Erden möchte ich durch die Segnungen freier politischer und industrieller Institutionen jene Seligkeit etabliren, die nach der Meinung der Frommen erst am jüngsten Tage ini Himmel stattfinden soll!" M. Strodtimnm rechnet es dem Keine als Ael'igion an, wenn er nur über Aeligion spricht, d. lj. iilier dieselbe spottet. Neuer Koljn über den Erlöser. Die dem Keine nach grinsen den Anden. Strodtmann rechnet es dem Heine als Religion an, wenn dieser zuletzt die religiöse Frage durch den giftigsten Hohn gegen das Christenthnm zu lösen sucht. Strodtmann (II. 380)! „Aber es ließ ihm keine Ruhe (die religiöse Fragej ein ganzes Erdenleben hindurch! nur noch stürmischer und wilder verlangte er nach der Lösung (nach Erlösung nicht, die wies er^ zurück), je näher sein letztes Stündlein herankam, und seine «seele schrie gellend am Rande des Grabes: „Laß die heil'gcn Parabolen, laß die frommen Hypothesen, Suche die verdammten Fragen ohne Uinschweif' uns zu lösen! Warum schleppt sich blutend, elend unter Areuzlast der Gerechte, Während glücklich als ein Sieger trabt auf hohem Roß der Schlechte? Woran liegt die Schuld? Ist etwa unser Herr nicht ganz allmächtig? Oder treibt er selbst den Unfug? O, das wäre niederträchtig! Also sragen wir beständig, bis man uns mit einer Handvoll Erde endlich stopft die Mäuler. Aber ist das eine Antwort?" — In diesen schlotterigen Reimen hat sich noch die ganze talmudische Wuth gegen Christus den Herrn zusammengerafft. Entschieden versteht Heine hier unter den Parabolen die Reden Christi in den Evangelien. Heine, kennt nicht oder will nichts wissen vom Worte des Herrn, nach welchem der Weizen und das Unkraut zusammen bis zum Tage der Ernte wachsen, und von der Sonne, die Gott über die Gerechten und Ungerechten aufgehen läßt, und von dem einstigen Gerichte über Heine und Consorten, die Guten und Bösen. Er kommt höhnend an die Vorsehung heran und wirft ihr vor. daß sie sich um die Menschengeschicke nicht kümmere. Man könnte seinem in Reime gebrachten Hohn auch eine Antwort in Reimen entgegensetzen: Das ist freilich keine Antwort. Doch die Antwort sie wird kommen, Wenn der Jude für sein Schandwort Einmal wird beim Kopf genommen. Unser Herrgott läßt nicht markten, Wie in einer Schacherbude: Weichen muß einst vor dem Starken Auch der aufgeblas'ne Jude. Unser Herrgott bleibt allmächtig, Wenn auch hier oft Lumpe walten, Welche eitel-niederträchtig Selber sich für Götter halten. lind bespeien Alles hämisch, Was in ihren Kram nicht passend, Ihre Worte sind blasphemisch Und ihr Herz — die Wahrheit hassend. Gerade in den Lästerungen gegen Christus hat sich Heine als einen vom vollen Haß durchtränkten Talmudjuden mani- festirt. Welcher Hohn und ätzender Geifer liegt nicht im Schmähwort: Fabelhänschen, das die erste von uns angeführte Vierzeile in einer andern Form etwas auseinandergezogen bringt. Heine hat überhaupt oft die Schmähwvrte, welche die talmudischen Schriften gegen Christus enthalten, nur in andere hohngetränkte Sätze zusammengefügt. Ihm, dem Heine, zu Liebe soll der Erlöser nochmal kommen, aber ja nicht mehr mit den Parabeln, in welchen so viele ihn, den Heine, verletzende, sein Gewissen durchbohrende Mahnungen stehen, sondern der Erlöser soll ihm, dem Heine, zu Liebe die „verdammten Fragen" ohne Umschweif lösen!!! Wir müssen auch bisweilen wiederholen, daß wir es nicht mit dem in Jammer und Elend hingegangenen Heine, sondern mit seinen Heine und Consorten. lebenden, in Tausenden von Exemplaren herumwandernden Schriften, mit seinen Aussprüchen, mit seinem nachhaltigen Werken und Wirken zu thun und dasselbe vor jedem ehrenhaften und ehrlichen Christenmenschen in seinen Ursachen, in den Folgen ungebändigter Gelüste und bis zum Größenwahn gesteigerten echt jüdischen Eitelkeit darzulegen haben. Heine hat sich bestrebt, in seiner Blasphemie den alten Voltaire zu übertreffen, und es scheint ihm dies Vorhaben gelungen zu sein; er hat jahrelang im Verein mit Börne den mit ihm lebenden und ihm nachfolgenden Zeitungsjuden die Stimmgabel in die Hand gegeben, so daß sie harmonisch ihre Wuthgeheule gegen das Christenthum ableiern konnten, was nach talmudischen Vorschriften besonders an Samstagen und an Vorabenden von christlichen Festen bemerkbar geworden ist, denn diesen Goyim soll immer wenn möglich die Freude an ihren Festen verleidet werden. Gegen diese beiden wuthverdächtigen Juden etwas zu schreiben, ist daher auch immer in den Augen Neu-Jsraels als ein Verbrechen am 19. Jahrhundert angesehen worden; sie haben bisher Jeden, der es wagte, gegen die jüdische Infamie aufzutreten, öffentlich todtzuschlagen gesucht, ein Auskunftsmittel, welches aber in neuester Zeit nicht mehr so leicht geht; die öffentliche Stimmung, so lange von der Schacherbude aus beherrscht, fängt an sich zu emancipiren, die Christen- emancipation beginnt, sie macht Fortschritte, sie läßt sich durch Hohn und Spott nicht mehr eindämmen, der von Jung- Jsrael Verfolgte kann an das Volk appelliren und das Volk fängt an, immer kritischer zu werden, seine Blutsauger kennen zu lernen und den wenn auch mit Aesthetik par- fumirten, doch sehr übelduftigen Mardern und Iltissen keinen Glauben mehr zu schenken. Die Situation wird bedenklich! 109. Konfusion im Denkgeschäft Keines; er schreckt vor den Konsequenzen zurück, wenn diese iljm an den Kaks kommen. Die „Dichtergnade" ein neues Dogma gegen das alte „Sittendogma". Daß Heine keiner Gedankenconsequenz fähig war. ist allgemein zugegeben; am Ende seiner Tage traten die Consequenzen des Pantheismus wieder handgreiflich vor ihn hin. Da erschrak 280 Heine und Consorten. er und wollte sich in seiner Art zur Umkehr rüsten, Strodt- inann (41. 384): „Er fing mi, in den Pantheisten nnr verschänite Atheisten zu sehen. Er bekannte oft mit cynischen Worten, daß er der Freigeisterei in religiösen Dingen gehuldigt, so lange dieselbe gewissermaßen Geheimgut einer Aristokratie von Geistreichen war, daß ihn aber die innerliche Angst des Künstlers und des Gelehrten (ach!« erfaßte, als er den Atheismus sich mit dem schauderhaft nacktesten, feigenblattlosen, communen Communismus verbünden sah, durch dessen Sieg er die ganze moderne Civilisation bedroht glaudte, «Bd. XIV, S. 2684 „Als ich merkte, daß der rohe Plebs, der Janhagel ebenfalls diese religiösen Themata zu diskutiren begann in seinen schmutzigen Symposien, wo statt der Wachskerzen und Girandolen nur Talglichter und Thranlampen leuchteten! als ich sah, daß Schmierlappen von Schuster- und Schncidergescllen in shrcr plumpen Herbergssprache die Existenz Gottes zu verleugnen sich unterfingen"! als der Atheismus anfing, sehr stark nach Käse. Branntwein und Tabak zu stinken, da gingen mir plötzlich die Augen auf, und was ich nicht durch meinen Verstand begriffen hatte, begriff ich jetzt dnrch den Gernchsinn, durch das Mißbehagen des Ekels, und mit meinem Atheismus hatte es Gottlob ein Ende! Sonderbar! Nachdem ich mein ganzes Leben hindurch mich aus allen Tanzböden der Philosophie herumgetrieben, allen Orgien des Geistes (des Geistes?) mich hingegeben, mit allen möglichen Systemen (Systemen?) gebuhlt, ohne befriedigt worden zu sein, wie Messalina nach einer lüderlichen Nacht, — jetzt befinde ich mich plötzlich auf demselben Standpunkt, wo der Onkel Tom steht, auf dem der Bibel, und ich kuiee neben dem schwarzen Betbruder nieder in derselben Andacht." — Aber das Positive der Religion in Lehre und Sitte war ihm auch jetzt zuwider, er wäre dadurch mit seinem ganzen Borleben in Conflikt gekommen. Sünde, Buße, Gericht, diese Worte machten ihn nervös, er wollte immer sehr billig mit einem poetischen Gefühle sich durchschwindeln, sein Hochmuth wollte weder einen Mittler, noch ein Mittleramt anerkennen. Er, der sich so lange selber für einen pantheistischen Talmigott gehalten, dünkte sich immer noch so erhaben, daß er sich mit dem wahren Gott selber in direkten Verkehr setzen und mit diesem über seine Zukunft wie ein Gleichberechtigter abhandeln wollte. * Das darf cbm nur der feine Salomnauschel, was hat angezogen feine Glacehandschuhe und verächtlich herabschaut auf die dummen, arbeitenden Goyim, die nur als Thiere betrachtet werden dürfen. (Talmud llsbumotb, Xväusobiu und Xstlnliudot, sIndcnspiegcl 44.j.) Heine und Consorten, 281 „Die Bibel hat das religiöse Gefühl wieder in mir erweckt und diese Wiedergeburt des religiösen Gefühls genügte dem Dichter, der vielleicht weit leichter als andere Sterb liche der positiven Glaubensdogmen entbehren kann, Er hat die Gnade, und seinem Geist erschließt sich die Svmbolik des Himmels und der Erde, er bedarf dazu keines Kirchenschlüssels." So zu lesen in Strodtmann (II. -385). Auch hier finden wir wieder die Gnadenlehre mit einem sehr wichtigen Paragraphen bereichert! es ist die Dichtergnade, welche dem Dichter die Symbolik des Himmels und der Erde aufschließt, so daß er keines Kirchenschlüssels bedarf!!! Wenn nun Einer so gutmüthig ist, an diese Dichtergnade zu glauben, so muß er doch im höchsten Grade bedauernd fragen: Ja, warum hat uns denn dieser gottbegnadigte Dichter nicht das Alles mitgetheilt, was ihm der Himmel in seiner Symbolik geoffenbart hat? — „Er kann leichter, als andere Sterbliche der positiven Glaubensdogmen entbehren." Warum denn? Woher hat er das Privilegium dieser Entbehrungen? — Daß der Dichter die Sittendogmen im höchsten Grade entbehrlich gefunden hat, das zeigt uns sein ganzes von ihm selber mit der frechsten Unverfrorenheit bloßgelegtes Leben. Wer das Sittendogma überflüssig findet und über dasselbe zu seiner sittlich undogmatischen Tagesordnung schreitet, der muß sich entweder bekehren und das Sittengesetz anerkennen, oder er muß conscquenter Weise das Glaubensdogma überflüssig finden. Da haben wir den Kirchenschlüssel, der von ihm benutzt worden ist, aber nicht, um die Kirchenthür aufzusperren, daß er hineinkommen, sondern um dieselbe zuzusperren, daß er Heraußenbleiben kann. Welch ein lächerlicher Unsinn! Die Himmelsgnade hat seinem Geist die Symbolik des Himmels und der Erde erschlossen, er hat aber alle Entdeckungen, die sein Seherauge da gemacht, neidisch für sich behalten und diese Offenbarungen Niemandem mitgetheilt! In der That ein neuer Beleg, was sich Autoren mit ihren Lesern Alles erlauben dürfen. Wenn die Erwartung des Lesers aufs Höchste gespannt ist, wenn er meint, nun jetzt wird eine wirkliche beseligende Idee mit ihren realen Consequenzen N82 Heine und Consorten. zum Vorschein kommen, da erscheint der Autor mit einer feinlöcherigen Spritze und bearbeitet den Leser unter Sausen und Brausen mit Wasserstaub, daß ihm die Augen übergehen! Die Ohren werden mit einem Schwall von unsinnigen Phrasen bearbeitet, und auf den Geruchsinn muß der Schwefeldampf wirken. So siegt der Unsinn nicht selten über den Sinn, so werden die wichtigsten Lebensfragen ohne Kenntniß und Wissenschaft, und die Leser mit Verachtung als Tröpfe behandelt, denen man allen möglichen Unsinn vorschweseln kann. IIb. Keines Unkenntnis in Mitosopljie und Iljeol'ogie. Kämpft unnötljiger Weise gegen Zene, die iljn für einen „Wetbruder" ljillten, weih «ker keinen nun diesen angeötichen Wetkruderliattern mit Manien hinzustellen. Wie sucht nun Heine seinen selbstgefühlten Kenntniß- mangel in Theologie und Philosophie zu rechtfertigen? Wieder durch neue, total unsinnige und in keiner Richtung stichhaltige Behauptungen. In einem Briefe an Georg Werth vom 5. November 1851 verwahrt er sich gegen jede Rückkehr zu den kirchlichen Dogmen irgend einer der herrschenden Religionen : „Es freut mich, daß Ihnen mein Nachwort zum Romancero gefallen hat: leider habe ich weder Zeit noch Stimmung gehabt,* darin auszusprechen, was ich eben darthun wollte, nämlich, daß ich als Dichter sterbe, der weder Religion noch Philosophie braucht und mit beiden nichts zu schaffen hat. Der Dichter versteht sehr gut das symbolische Idiom der Religion und das abstrakte Verstandeskauderwelsch der Philosophie, aber weder die Herren der Religion, noch der Philosophie werden jemals den Dichter verstehen, dessen Sprache ihnen immer spanisch vorkommen wird, wie dem Maßmann das Latein. Durch diese linguistische Unkenutniß geschah es, daß diese und jene Herren sich einbildeten, ich sei ein Betbruder geworden. Sie begreifen nur die Mißgeschöpfe, denen sie gleichen, wie Goethe sagt, den ich um seinen göttlichen Namen beneide." * Vom Mangel an positiven spekulativen Ideen und Kenntnissen wird hier nicht gesprochen, an einen solchen Mangel soll der Leser gar nicht zu denken wagen! Heine und Consorten, 283 Warumhat denn Heine jene wirklich bornirten Köpfe, die ihn, den Heine, für einen Betbruder gehalten haben sollen, nicht namentlich angeführt? Das ist sehr verdächtig. Der Herausgeber dieses hat ihn (siehe „Keilschriften") für nichts weniger als einen Betbruder (auch noch, als er lebte) gehalten, sondern sich an den Titel erinnert, welchen dem Heine Johannes Scherr mit vier Buchstaben verabfolgte. Sehr bescheiden, wie auch Heine immer war, ist der Ausspruch, daß er Theologie (das symbolische Idiom der Religion) und Philosophie (das abstrakte Kauderwelsch der Philosophie) sehr gut verstanden hat, während die Herren der Religion und Philosophie ihn, den Heine, nie verstehen werden. Seine Schriften steigen alle so hoch, so hoch, Sie reißen in den Himmel ein ganzes Loch, Weshalb sie von den Dummköpfen dahier auf Erden Wegen ihrer Höhe niemals verstanden werden. Wenn dich Leute wegen deines Schwindels dahier verlachen, Mußt du aus dir erst recht was Großes machen. Setze dich hinauf und reite kühn auf dem hohen Roß llnd schau mit Verachtung nieder auf den dummen Troß! Die ganze Bekehrung Heines war eigentlich nichts Anderes, als ein bisweilen in der Todesangst mit Vorschiebung einiger Phrasen in anderen Redensarten wiederholter Atheismus. Auf was sollte auch Heine, der theoretisch nur negative Schriften las und der praktisch sich die negative Moral zum zeitweiligen Nutzen machte, anders hinauskommen? Strodtmann selber bestätigt, daß es dem Heine um eine ernstliche Bekehrung zum persönlichen Gott nicht zu thun war; zudem besaß Heine wohl einen ätzenden Witz, aber die Ruhe, das Verständniß und auch das Talent, die wichtigsten metaphysischen Fragen zu verstehen, hat ihm, wie es uns sein immer wechselndes und schillerndes Seifenblasenspiel mit hohlen Phrasen beweist, gänzlich gefehlt. Heine und Cvnsortcn. ttt. Der Hlekcljriiiigsspektaliek über Keines das Lade desselben. Der alte Wijilismus. Strodtmann reducirt selber den Bekehrnngsspektakel Heines auf folgenden Nihilismus (ll. 3.86): „So beschränkt sich die sogenannte Bekehrung des Dichters auf eine lebhafte Wiedererweckung des religiösen Gefühls und am die Rückkehr zu einem deistischen Glauben, welcher sich kaum in einem wesentlichen Stücke von dem Deismus Voltaires oder Di- derots unterscheidet, und welcher sich die Freiheit der Kritik selbst dem in integrum restituirten Gott gegenüber durchaus nicht verkümmern läßt, sondern ..den grausamen Spaß des großen Weltallautors. des himmlischen Aristophanes", in Versen und Prosa vor das Forum der menschlichen Vernunft zieht,^ In seinem Testament verbietet er sich ausdrücklich jede Amtshandlung von Geistlichen irgend einer Confession bei seinem Leichenbegängnisse: er erklärt in den ..Geständnissen", daß er dem lutherisch- evangelischen Bekenntnisse, zu welchem er sich bisher nur in lauer officieller Weise bekannte, auch jetzt, Ivo er krank und gläubig geworden. nicht mit größerer Sympathie als vordem zugethan sei. sBd. XIV, S, 297.) „Und wenn ich überhaupt dem evangelischen Glauben angehörig bleibe," fügt er spöttisch hinzu, „so geschieht es, weil er auch jetzt mich durchaus nicht genirt, wie er mich früher nicht allzu sehr genirte." Ebensowenig war er jedoch eineni Ueber- tritt zum Katholicismus oder einer Rückkehr zur jüdischen Religion geneigt, wenn er auch in seinen Gesprächen und Schriften der letzten Lebensjahre, vor Allem in den „hebräischen Melodien" den ideellen Schönheitsgehalt des Judcnthums glänzend hervorhob, während er früher vom spiritualistischen „Volk des Buches" zumeist die humoristische Seite, die Carrikaturen aufgezeigt hatte. „Ich konnte." sagte er einmal zu Alfred Meißner, „mich ihnen nicht ausschließlich opfern, wie z. B. Herr Gabriel Risser und Andere, ich gehe in keiner Partei aus. mögen es Republikaner oder Patrioten, Christen oder Juden sein. Dieses habe ich mit allen Artisten gemein, welche nicht für enthusiastische Momente schreiben, sondern für Jahrhunderte, nicht für ein Land nur, sondern für die Welt, nicht für einen Stamm, sondern für die Menschheit. Es wäre abgeschmackt und klein, wenn * Er gibt vor, einen persönlichen Gott anzuerkennen, aber dieser Gott muh sich von Heine gefallen lassen, als ein Spaßmacher zu gelten und dem klassischen Zotcnbold Aristophanes verglichen zu werocn. Heine war von seinem Größcndusel derartig berauscht, daß er, der Schöpfer der deutschen Poesie, das große Genie, den Gedanken an einen Schöpser der Welt, vor welchem er als Geschöpf — und als verantwortliches auch noch dazu — sich genieren müßte, gar nicht aufkommen ließ. Heine und Consorten. ^85 ich, wie man mir nachsagte, mich je geschämt hätte, ein Jude 511 sein, aber es wäre eben so lächerlich, wenn ich behauptete, ich wäre einer. Wenn Sie meine Schriften aufmerksam durchblättern, werden Sie manche Stelleu finden, welche das jüdische Volk in Schutz nehmen. Wie ich geboren bin, das Schlechte und Verlebte, Absurde, Falsche und Lächerliche einem ewigen Spotte preiszugeben, so ist es auch nur ein Zug meiner Natur, das Erhabene zu fühlen, das Großartige zu bewundern und das Lebendige zu seiern." 112. Keine spricht über das Fl'te Jeßament einen Unsinn aus zum Weweis, dajj er auch das Ftte Hestamcnt nicht gelesen, sondern sich mit der Halmud-Hradition zufrieden gegeben hat. Keine übertrifft Uoltaire an Hynismus. Was es mit der Bekehrung Heines nicht nur in Beziehung auf den persönlichen Gott, sondern auch auf den Glauben an die Unsterblichkeit für ein eigentliches Bewandtniß hatte, das erklärt des Weiteren Strodtmann (II. 387): „Ein Gegenstand, auf den Heine bei seinen religiösen Unterhaltungen mit Vorliebe zurückzukommen pflegte, war die Unsterblichkeit, die persönliche Fortdauer der Seele. „Es ist darüber, bemerkte er gegen Adolph Stahr, ein wunderbarer Widerstreit in mir: all mein Verstand, all mein Wissen sagt mir: der Glaube an persönliche Fortdauer nach dem Tode ist Wahnsinn. Es ist auch im Alten Testament keine Spur davon — Moses war viel zu gesund dazu." Welche Frechheit und welche Unwissenheit bei diesem frivolen Juden! Bei Ur. Strauß, der in seinem „Alter und neuer Glaube" dieselbe Behauptung hinwarf, muß man sagen: Welche Niederträchtigkeit! Bei dem Juden, dessen generelle Unwissenheit notorisch ist, wäre eben in dieser Unwissenheit noch ein Entschuldigungsgrund, das ist aber bei Strauß nicht der Fall, denn der hat ja in Tübingen Theologie studiert und mußte doch das Alte Testament und dessen Inhalt kennen! Die Commentare von Schlottmann, Welte, Delitzsch, des Franzosen Le Hir's Werke über die Propheten und Hiob, Joseph Königs Inauguralrede über das Buch Hiob, Wolfgang Menzels „Vorchristliche Unsterblichkeitslehre" u. v. A. weisen auf Hunderte von Stellen des Alten Testamentes hin, die von Unsterblichkeit, 286 Heine und Consorten. Weltgericht, Auferstehung und ewigem Leben und auch ewigen Strafen handeln. Wenn sich nun Heine bisweilen prahlt, er habe die Bibel studiert, so hat er damals, oder er hat hier gelogen. Nachdem diese als Theologe und Philosoph gleich große Celebrität das Alte Testament mit der schändlichsten Lüge oder Unwissenheit behandelt, fährt er wieder mit talmudischer Wuth gegen das Christenthum los: „Erst die krankhafte Sekte, aus der Christus und das Christeuthum hervorgingen, verfiel mit der Ascese auch auf die Unsterblichkeit." Ich bin mit dem Verstände von unserem Aufhören vollkommen überzeugt, aber mit dem Gefühl fasse ich es nicht. Ich kann es nicht fassen und begreifen, während ich noch bin. Ich kann überhaupt nur von Egoisten annehmen, das; ihnen der Gedanke an das Aufhören ein vertrauter wird. Mit einem liebenden Herzen bleibt er trotz des Wissens unfaßbar." Je mehr der Mensch sich seinen Trieben überläßt, ohne das von Gott dem Geiste gegebene Gesetz zu achten, umsomehr wird ihm auch für die Idee (als das geistig Reale) das Ver- ständniß entschwinden. Der desperate, den Geist und die Unsterblichkeit von seinem Begriffsleben, dem Naturverstande aus verleugnende Dichter sucht nun in der Liebe zu seiner Mathilde, zu diesem allwöchentlich von ihm durchgeprügelten Liebesideal, einen Grund für die Unsterblichkeit, was jedenfalls außerordentlich komisch ist. „Ich kann mir z. B. nicht denken, daß ich meine Frau einsam verlassen soll, und ich sage ihr immer, daß ich unter einer ganz unscheinbaren Gestalt (denn sie fürchtet sich vor Erscheinungen und bittet mich, nicht zu kommen) mich einfinden werde, ihre Angelegenheiten in Ordnung zu halten, wovon sie nichts versteht." " Ein wahrhaft glänzendes Geständniß. Die Ascese als Tugend- mittellehre ist dem obscönen heidnisch-saunischen Untugendmittellehrer in der Seele verhaßt, und mit der Ascese ist ihm auch die Unsterblichkeitslehre zuwider. Wenn er gleich darauf sagt, er sei mit dem Verstände von unserem Aufhören überzeugt, so zeigt er, daß er das Wort Ucbcrzeugung gar nicht versteht. Die Ucberzeugung geht in ihrem wohlbegründeten Glauben über das Leben der Zeugung hinaus, nur das Thier geht in der Zeugung auf und unter, und der Mensch, der Gott und den verantwortlichen Geist in sich verleugnet, der sucht sich eben zum Thier zu erniedrigen. Heine und Consorten. -3 c In demselben Sinne heißt es im Nachwort zum Ro- mancero: „Wie sträubt sich unsere Seele gegen den Gedanken des Auf- Hörens unserer Persönlichkeit, der ewigen Vernichtung! Der borrnr vsoui, den man der Natur zuschreibt, ist vielmehr dem menschlichen Gemnth angeboren. Sei getrost, theurer Leser, es gibt eine Fortdauer nach dem Tode, und in der andern Welt werden wir auch unsere Seehunde wiederfinden," Mit einer derartigen frechen Unverfrorenheit hat Voltaire die einschneidigsten Lebensfragen nicht behandelt, Heine hätte ja noch etwas drastischer sagen können: Wir werden auch unsere Schweine, mit denen wir (die Chniker u. Comp) uns in guter Kameradschaft im Koth herumgewälzt haben, wiederfinden, auch die Schweine werden mit Allem, was drum und dran ist, sich mit uns und wir mit ihnen im Jenseits erfreuen. Es wäre in dieser BeHandlungsweise der Unsterblichkeit der brutale Witz uoch brutaler, aber auch zugleich den Witzmacher selbst vernichtender hervorgetreten. Auch Strodtmann, der mit dem Heine, besonders was die Moralien Heines angeht, die größte Schonung und Nachsicht walten läßt, findet sich doch veranlaßt, dieser Expektoration eines herabgekommenen Wüstlings etwas entgegenzutreten. Strodtmann (II, 387): „Wir sehen, Gott und Unsterblichkeit werden von Heine nicht viel respektvoller behandelt, als die Fragen der Politik, Der souveräne Witz, die schonungslose Skepsis üben anch hier ihr unbeschränktes Freiheitsrecht,^ So lange der Dichter gesunden Körpers und fröhlichen Geistes ein ruhmumstrahltes Leben genoß, kümmerten ihn wenig die jenseitigen Dinge, er dünkte sich selbst einen der „ewigsten Menschen" zu sein, er beugte sich vor keiner Autorität im Himmel und auf Erden, er zweifelte das Recht alles Bestehenden im Reiche der Wirklichkeit, die Realität jeder Vorstellung im Reiche des Gedankens an, und nur der Tod grinste hier und da drohend herein in den Dichtertraum ewiger Götter- jngend," * Wie heißt unbeschränktes Freiheitsrecht? Der Mensch kann dann thun, was er will — er hat für seine Worte und für seine Thaten keine Verantwortlichkeit! Heine und Empörten. It3. seines Hodesanqii', nerljötjnt die Warmljerziglieit Gottes noch aus dem Hodtenlielte. „Als er aber jahrelang auf dem Krankenbette lag. da bedrohte ihn der Tod jeden Tag und jede Stunde mit der einst geglaubten Vernichtung. Er zweifelte jetzt auch seinen Glanben an die Vernichtung an: „Es ist dies die letzte Phase jenes Nihilismus, zu welchem die Alles anzweifelnde Skepsis den Dichter geführt." Aber auch hier ist Heine, wie bei seiner Hinwendung zu einem persönlichen Gott, nicht über das Stadium der Sehnsucht hinausgelangt und die Skepsis treibt immer wieder ihren Spott mit den religiösen Wünschen des Herzens." — In dieser Weise behandelte Heine die höchsten Fragen des armen Erdenlebens nach Art eines jungen Kläffers, der mit einem Lappen spielt, ihn mit den Zähnen in die Luft wirft und mit den Pfoten bearbeitet. Strodtmann scheint dasselbe gefühlt zu haben, wie aus seiner gar nicht stichhaltigen Entschuldigung hervorgeht. Er meint (II. 389): „Eine oberflächliche Kritik mag sich damit begnügen. Alles frivol zu finden, was Heine in gesunden Tagen oder auf dem langwierigen Marterbette geschrieben hat. ein ernster Geist wird sich aber bei einer solchen Redensart, die der Lösung des psychologischen Räthsels, ohne dasselbe tiefer zu erklären, ans dem Wege geht, nicht beruhigen. Was ein ganzes Leben hindurch als frivol galt. mutz, wenn es bis ans Ende Stich hält, doch wohl anders getauft werden und als Aeußernng einer bestimmten, in den Zeitverhältnissen wie in dem eigentlichen Wesen des Dichters begründeten Geistesrichtnng angesehen werden." — Also ein „ernster Geist" wird sich nicht damit beruhigen, Alles frivol zu finden, was der gesunde und kranke Heine geschrieben hat, was ein ganzes Leben hindurch als frivol gelten muß u. s. w. Das heißt auf deutsch: Wenn Einer das ganze Leben durch frivol war und dessen Frivolität noch bis zum Ende Stich gehalten hat, so wird sich ein ernster Geist nicht beruhigen mit einer oberflächlichen Kritik, die Alles frivol findet, was dieser geschrieben hat. Da muß die Frivolität anders getauft werden. — Frivolität aber mag man taufen, wie man will, sie wird doch immer Frivolität bleiben, wie Heine ein haßverbissener, das Christenthum bei jeder Gelegenheit verhöhnender und verspottender Talmudjude geblieben. Heine und Consorten. 28!) wenn er auch „anders getauft worden" ist. Gerade je länger andauernd, je standhafter ausharrend, je verstockter eine Frivolität ist, um so trauriger wird sie gegenüber Denjenigen erscheinen, die daran Aergerniß nehmen, und um so schuldvoller für Jenen, der sich vom Hang zu ihr bei jeder Gelegenheit hinreißen läßt. Wir erklären geradewegs: da gibt es keine Bemäntelung und keine Beschönigung. Die Witze, welche Heine über Gott zu machen versucht hat, sind wohl außerordentlich frech, aber Witzgehalt haben sie keinen; mit unserem Herrgott kann man keinen Spaß treiben. Heines Ende erzählt Meißner (Strodtmann, 1l. 411): „Heine glaubte nicht, daß die Stunde seiner Erlösung so nahe sei, und auch der Arzt meinte die langsam verflackernde Lebens- flamme noch geraume Zeit vor dem Verlöschen bewahren zu können." Da trat ein heftiges Unwohlsein ein. „Drei Tage hielt ein nicht zu stillendes Erbrechen an und es ward bald für niemand in seiner Umgebung zweifelhaft, daß Heine diesmal unterliegen müsse. Die ungeheuren Dosen Morphium, die er allmälig zu nehmen gewohnt worden, hatten ihm wohl sonst ähnliche Zustände bereitet, doch niemals so heftig und anhaltend; dennoch trotzte er und hoffte er, er werde auch aus diesem Zustande noch lebend hervorgehen. Er setzte ein neues Testament auf, ohne es jedoch über den ersten Paragraphen hinaus zu bringen, und blieb fortwährend bei vollem Bewußtsein, ja, der Witz sogar verließ ihn nie. Einige Stunden vor seinem Tode stürzte ein Bekannter ins Zimmer, um ihn noch zu sehen: gleich nach seinem Eintritt richtete er an Heine die Frage, wie er mit Gott stehe. Heine erwiderte: „Seien Sie ruhig! Uisu WS Mwlonnsra. e'sst, son mstisr." 114. Keine will confessionslos begraben werden. Uabbinermoral. Die Aabbincr erklären Keine skr einen der Zljrigen. Diese Lhre bleibt u»be>lritten. Das war der Abschluß Heines mit dem Richter über die Lebendigen und Todten! Wir haben selbstverständlich nicht im Sinne, wie einst Boß es dem Stolberg sehr komischer Weise angethan hat, die Seele des Dichters unserem Herrgott zur strengen Amtshandlung zu empfehlen. Im Gegentheil, wir rechnen viele Frechheiten und Lästerungen auf die Schuldtafel seiner jüdischen Erziehung und Umgebung. Uns erscheint Heine auch hier nur wieder als aufgeblasener, Brunn er. Zwei Buschmänner. ?9 290 Heine und Consortcn. arroganter Jude, der in seinem Hochmuth und Dünkel noch bis zum letzten Augenblicke verharrt ist, um mit der Gloriole des „geistreichen Spötters" aus diesem Leben, das in den letzten Jahren für ihn eine wahre Bußanstalt hätte sein können, abzufahren. Heine hatte bestimmt, daß man ihn ohne alles Gepränge mit Vermeidung jeder religiösen Feierlichkeit beerdige, und er hatte sich ausdrücklich verbeten, daß irgend eine Rede an seinem Grabe gehalten werde. Es sollte buchstäblich in Erfüllung gehen, was er in den Lazarusliedern verkündet: „Keine Messe wird man singen, Keinen Kadosch wird man sagen, Nichts gesagt und nichts gesungen Wird an meinen Sterbetagen." Das hat mehrere eifrige Rabbiner (Philippson und Grätz) nicht abgehalten, den Heine als echten Sohn Israels für die Synagoge zu reklamiren. Er hatte nach Grätz ein viel werthvolleres Kennzeichen an sich — das war der Haß und die Wuth, mit welcher er das Christenthum nach Kräften zu verhöhnen und zu verspotten suchte. Das ist der rothe Faden, der durch die talmudischen Schriften hindurch geht. Börne und Heine „haben sich nur äußerlich vom Judenthum losgesagt, nur wie Kämpfer, die des Feindes Rüstung und Fahne ergreifen, um ihn desto sicherer zu treffen und desto nachdrücklicher zu vernichten". Was sich doch in der Trödelbude eines Rabbinergehirns für Maskenanzüge vorfinden! Der echte Jude kann sich taufen lassen, sich als Christ maskiren, um die Christen umsomehr schädigen, „vernichten" zu können. Mit dieser Moral ausgerüstet verlassen die jungen Rabbinichen das Seminar; wie unterscheidet sich ein Seminar, in dem diese Moral vorgetragen wird, von einem Seminar für Betrüger und Gauner? Der redliche Finder des Unterschiedes wird ersucht, diesen Fund dem Vorstand des Rabbinerseminars: Grätz in Breslau als Lösung der Preisaufgabe zu überbringen. Die Rabbiner waren zufrieden mit den negativen Leistungen der Talmudlehre, die eben im Verleugnen, Anfeinden, Verhöhnen und Verspotten des Christenthums, seiner Heine und Consorten, tkül Glaubens-und Sittenlehre besteht. Das ist der echte, vollsaftige Bodensatz des Talmud, den auch die Reformjuden beibehalten, nachdem sie sonstige Märchen des Talmud über Bord geworfen haben — der Haß gegen die Goyim, die Verfolgung und die Ausbeutung derselben, deren Geld und Gut eigentlich Geld und Gut Israels ist, und das der Jude sich aneignen soll und kann mit allen möglichen Mitteln. Wenn Heine gesungen: „Keine Messe wird man singen", so war diese Anordnung sehr überflüssig, eine sehr unnöthige Besorgniß, er hatte sich ja protestantisch taufen lassen; wenn er ferner sagt: „Keinen Kadosch wird man sagen", so hat der Rabbiner Grätz ihm den Reformkadosch doch nachgesagt in dem Compliment, daß er und Börne doch echte und rechte Inden gewesen sind, welche sich als Christen maskirt haben, um mit des Feindes (der Christen) Rüstung und Fahne diesen Feind desto sicherer zu treffen, desto nachdrücklicher zu vernichten. Man muß dieses hochwichtige Geständnis; eines Rabbiners so oft vorführen, so oft sich eine dazu auffordernde Gelegenheit darbietet. In der That eine der höchsten Leistungen rabbinitischer Unverschämtheit und Dummheit auch noch dazu — dieses Offenbaren einer Perfidie und Niedertracht, deren nur ein ganz verkommener Jude fähig sein kann! Ein derartiges Vorgehen muß doch auch jedem ehrenhaften Juden widerwärtig erscheinen. Diese Moralprincipien werden von Heranbildnern der Rabbiner ausgesprochen, öffentlich auch noch dazu; wie erbaulich mögen da die Geheimlehren lauten! Der einem Christenknaben Blut abzapfende Rabbinatscandidat in Breslau ist jüngst freigesprochen worden. Nun lesen wir aber seit 1848, seit 43 Jahren, seit Israel die Presse als Monopol in Beschlag genommen, zu tausend und tausend Malen von den Klöstern als von Brutstätten des Aberglaubens, der Verfinsterung, des Fanatismus, die auszurotten sind!! Nun, das Volk kommt zwar langsam, aber sicher zur Kenntniß, wo die Brutstätten der Infamie zu findeu n. s. w., das Andere wird sich noch Alles aus dem Verlaus der Geschichte herauswickeln!! U>* 21)2 Heine und Consorten. 115. Aussprüche uon Kopernicus und Uewton in Anbetracht des Hobes. Ircilich nur Zwerge im Gergleich mit dem „Heistcsriesen" Keine. — „Kajt du g-seljn?" Zur Illustration des letzten Witzes, der über Heines bleiche, blutlose Lippen als ein ekeliger Geifer hervorgequollen: „Das Pardonniren sei Gottes Handwerk (Metier)", wollen wir die Aussprüche einiger Männer anführen, die doch um einige Zoll höher stehen, als der vom Größenwahn noch auf seinem Todten- bett gefolterte „Philosoph"! Wenn Jemand im Gespräch mit Copernicus* von dessen System zu reden begann, so entgegnete er, schnell abbrechend: „Nicht mein System, sondern Gottes Ordnung." Kepler pflegte zu sagen: „Mein einziges Verlangen ist, des Gottes, den ich im Aeußern finde, allzeit in meinem Innern gewahr zu werden." Newton widmete die letzten Jahre seines langen und thatenreichen Lebens fast ausschließlich religiösen Betrachtungen. Newton entblößte bei jeder Nennung des Namens Jesu sein Haupt. Copernicus (geb. 1473, fl 1543) ließ aus seinen Grabstein die Inschrift setzen: Hon purem 1?anlo veniain reqniro tlrutiam ?stri nvqns posvo, ssä quam In oi'ueis ÜAno doüeris lutroni Lsäulns oro. „Nicht den Lohn des Paulus, nicht des Petrus Zähren Will ich beim Verscheiden mir erflehen, Nur Erbarmung schenk mir, die vom Kreuze war Dem reuigen Schacher!" Dieser Copernicus, der Durchforscher des gestirnten Himmelsgewölbes, der hat vom Metier Gottes in jeder Richtung doch etwas mehr verstanden, als der freche und unwissende Heine, der zwischen der Erde und dem gestirnten Himmel nur mit Sternschnuppen von aufleuchtenden und verlöschenden Witzfunken herumwarf, und Copernicus wußte viel besser als Heine, was Gottes Metier ist, der wohl Verzeihung (Pardon) spendet, aber dem reuigen Schacher! — Heine konnte — das zur ganzen und theilweisen Entschuldigung seines bis ans Ende perennirenden Hohnes — eben den ihm in der Jugend eingeimpften talmudischen Giftstoff des Rab- binismus nicht los werden! ^ Dr. Schegg- „Der Mensch und die Natur." München 1331. Heine und Consorten, 116. Wie Keine den Hrnfen Ulaten öeljandelt. Keine dringt das dtöde Wärchen, Maien Halle „katholisch" werden wallen, um gegen die katijotische Kirche und gegen Mate» seinen Kahn zugleich ablagern zu können. Keines „sreudenljäusliches" Woralpriucip. Im Jahre 182ll schrieb Heine sein Pamphlet gegen den Grafen Pleiten/' Die ganze Mache besteht ans einem Kranze von wildem Knoblauch sder bekanntlich auf dem Sumpfboden gedeiht) mit seinem widerwärtigen, scharfen, ätzenden Geruch. Heine beschuldigt den Platen des Lasters von Sodoma mit dem Seelenvergnügen eines Mistkäfers, der in seinem Elemente herumspaziert, mit Witzen, die nach den Affenkäfigen einer Menagerie duften, in einem eigenen Kapitel, das man mit vollstem Recht und mit gerichtlich erweisbarer Sicherheit als die Cloaou maxima der deutschen Literatur erklären könnte. Das Arsenal für diesen Kampf ist einem Düngerhaufen entnommen, und die Wurfgeschosse dieses strategischen Angriffes lassen sich anständiger Weise nicht mit dem treffenden Namen bezeichnen. Mit einem Worti Graf Platen wird mit dem Luv äs Iii sins begossen. Wer die Substanzen kennt, welche der Romantiker in seiner Parfümküche hierzu verwendet hat, wird über diesen Duft nicht ins Reine, sondern ins Unreine kommen. Es gibt keinen Besen, der scharf und kratzig genug wäre, so viele zersetzte und zerfetzte Stoffe wegzukehren; das liegt Alles so fest übereinander, daß es die Sonne nicht auftrocknen und ein Sturmwind nicht wegfegen kann. Man darf in den Inhalt dieser Schrift nicht näher eingehen, ohne sich selber bei dieser Arbeit zu beschmutzen, nur einige Passagen wollen wir erwähnen, bei welchen Heine die Gelegenheit vom Zaune bricht, seinen talmudischeu Haß gegen das Christenthum losbrechen zu lassen. Wer die Schriften Platens kennt, der wird auch selber be- urtheilen können, wie wahrhaft läppisch und aus der Lust gegriffen das Märchen ist, Platen habe katholisch werden wollen. Mau hätte eben so gut sagen können, Platen hätte ein Jude werden wollen, aus Verehrung für Heine, seinen edlen Gegner, auch noch dazu. Aber Heine brauchte dieses Märchen, * Reisebilder. 3. Theil. 3. Auflage. Hamburg 1856. Kapitel XI. S. 3S5. Heine und Consorten. Platen hätte Anfälle von Katholicismus gehabt; es ist dem Heine erwünscht, auch hier talmudische Reminiscenzen verwerthen zu können. Er knüpft an das Spinnengewebe mit der Gehässigkeit einer Giftspinne aus seinen poetischen Speicheldrüsen folgende neue Netzfäden "05 Welterlöser und gegen die christliche Weltordmnig kommen als trüber, ekeliger Schaum an die Oberfläche des Hexenkessels seiner Literatur. Die abgeschwächte Kraft, die ihm noch aus dem freudenhäuslichen Leben in Hamburg übrig geblieben ist, verwendet er zum Gespötzel über Christum, den Gekreuzigten, und die von ihm gegründete Kirche; in echtfarbiger Frechheit beschimpft er das Königthum von Gottes Gnaden und bespuckt das Gefäß mit geweihtem Oel, mit dem die Könige symbolisch gesalbt werden, und beruft sich auf den Volkswillen! Frage: Hätte das arbeitende, steuerzahlende, ausgesogene Volk von Frankreich für oder gegen das Gehalt der 4800 Franken gestimmt, die Heine von Louis Philipp jahrelang eingesackt? Die Antwort liegt so sicher auf der Hand, als die 4800 Franken nicht auf der Hand Heines gelegen wären. Der Passus von der flammenden Riesin Heines wäre dahin abzuändern: Eine flammende Riesin, schreitet die Zeit ruhig weiter, unbekümmert um das Gekläffe giftiger Juden und Judenjungen da unten, und unbekümmert um den Philosophen, der sein Religionssystem in den Bordellen Hamburgs deu lüderlicheu Dirnen, uuter frenetischem Beifall sämmt- licher darüber begeisterter Hetären, vorgetragen hat. 123. Keines Hcstmidnisse aus seinem Dieken und nlier sein hellen. Mitljet gegen Met und Köscnrantismns. Wieder mißlungene Irivolitäten gegen Hott. Kaum hatte der hinfällig gewordene Dichter sich ein wenig von seinen Bemühungen für öffentliches (Häuser) Wohl — re- staurirt, als er nach seinem eigenen hochcynischen Geständniß seinem zerlotterten Leib neue Lebensfreuden abtrotzte. (Siehe Strodtmaun I. 640, und Briefe von Stägemann, Metternich, Heine S. 208 u. 200.) „Zur Herstellung seiner erschütterten Gesundheit in ländlicher Stille und kräftigender Waldesluft zog Heine ani 26. März nach dem nahegelegenen Wandsbeck, wo er sich drei Monate aufhielt und bald aufs wohlthätigste die geistige und körperliche Frische wiederfand. Wie sehr ihm diese Erholungscnr noththat, ersehen wir aus einem Briese an Varnhagen vom 5. April: „Während des vorigen Monats, besonders seit Ende des Carnevals, ist es Brunn er, Zwei Buschmänner. 20 306 Heine und Consorten. mir in Hamburg nur allzu gut ergangen. Ich habe kein Talent, leidend recht lange hinzukränkeln, und als ich außer meinem körperlichen Unwohlsein auch mit geistigem Mißbehagen, welches größten- theils durch mein letztes Buch verursacht wurde, zu schaffen bekam, griff ich zu meinem gewöhnlichen Hansmittel, welches darin besteht, daß man nicht mehr zu Hause eingezogen lebt und daß man dem kranken Leibe so viel Lebensfreuden als möglich abtrotzt! Nach solchem Leben pflegt aber mit der Ermüdung auch eine ernste Arbeitssehnsucht bei mir einzutreten, und die Leichtigkeit und Gleichgültigkeit, mit welcher ich Hamburgs Fleischtöpfe und Fleischtöpfinnen, seine Theater und Ballvergnügungen, seine gute und schlechte Gesellschaft verlassen habe, um mich in Einsamkeit und Studien zu vergraben, gibt mir die Ueberzcngung, daß ich noch anders bin, als die Andern. Große Vorsätze wälzen sich in meinem Geiste^ und ich hoffe, daß auch öffentlich dieses Jahr Manches daran zur Erscheinung komme Seit zehn Tagen wohne ich ganz allein in Wandsbeck, wo ich seitdem noch mit Niemand gesprochen, außer mit Thiers und dem lieben Gott, Ich lese nämlich die Revolutionsgeschichte des einen und die Bibel des andern Professors," Heine macht sehr oft Versuche, auch das Wort „Gott" in den Bereich seines Witzkobens hineinzubeziehen; auffallend ist, daß diese Witze sämmtlich total mißlungen sind. Mit der nöthigen Frechheit kann der Mensch in dieser Richtung nur Witzversuche, aber keine Witze machen, denn diese Versuche müssen sämmtlich mißlingen, Gott hat auch Eigenschaften, die im Katechismus nicht ausdrücklich präcisirt sind, als z, B,: Unser Herrgott läßt mit sich keinen Spaß machen! Auch Voltaire, der doch witziger und vielleicht auch noch niederträchtiger war als Heine, hat mit seinen gegen Gott gerichteten Witzen Fiasko gemacht, Strodtmann (I, 645): „Neben der Verachtung jedes Pfäffischen Obscnrantismns bildete sich in Heines Gemüth ein leidenschaftlicher Adelshaß aus, den er häufig auf ungerechteste Weise selbst in seine persönlichen Umgangsbeziehnngen sich einmischen ließ. Wir haben schon vernommen, mit welcher Bitterkeit ihn bei der Lektüre des Goethe- Schiller'schen Briefwechsels die aristokratische Gesinnung erfüllte, die sich in Goethes wegwerfendein Urtheil über die Lobredner der französischen Revolution aussprach," , * Wie die großen Vorsätze aus dieser geistigen Walzmühle, aus dem Walzungsgeschäftc in Heines Geiste gerade so sauber herausgekommen sind, wie Schweine, die sich im Koth wälzen, das haben die nachfolgenden Erscheinungen bestätigt. Heine und Consorten. 307 12-1. Wie der Nevoi'utioiisljel'd Keine Lei Ureuszen, Oesterreich und Kamburg um eine sichere „Austestung" schnuppert, die Aegierungen aber sich durch die feinen Antriguen des charakterlosen nnd nnverlMichen „Politikers" nicht in die Jallc locken licszen. Was die Mutter Keines ihren Söhnen gerathcn hat. Wir haben in den von uns veröffentlichten Schriften über Goethe nachgewiesen, daß Goethe in seiner nächsten Nähe, sogar unter seinen „Freunden" Lobredner der französischen Revolution beobachten konnte, welche nebenbei die ekeligsten Kriecher vor monarchischen Fürsten gewesen sind, wenn ein Profit von diesen zu erhaschen war. Wir haben daselbst den alten Major von Knebel als beständigen Lobredner der französi- . schen Revolution und beständigen Fürstenanbettler um Pensionen kennen gelernt, der 20 Monatstage Revolutionär war und am 30. mit dem Pensionsbogen für seine „sehr mißlungene" Erziehung eines Prinzen in das herzogliche Zahlamt rannte, und als sein Sohn vom Herzog ein Stipendium von 400 Thalern jährlich bekam, wieder ein Loblied auf die Fürsten sang, die „sich so die Herzen ihrer Unterthanen gewinnen können". — Das muß man Goethe lassen: er blieb con- sequent; die Revolution in den Groß- und Kleinstaaten mit allen ihren Errungenschaften war und blieb ihm in die Seele binein zuwider. Mit jenem Theil des Hosgesindels zu Weimar, das Revolutionen lobte und fürstliches Geld für Nichtsthun einstrich (Wieland gehörte auch dazu), hatte Goethe in dieser Richtung durchaus keine Sympathieen. Heine, der begeisterte Revolutionär, Königfreffer, Adelver- tilger, suchte 1830 an drei Orten Anstellungen. Es ist wahrhaft ergötzlich, seine Versuche in Strodtmann (I. 665 u. ff.) ausführlich zu lesen: „In Hamburg wollte er Rathsyndicus werden. „Varnhagen und die Presse sollten ihm helfen". Er schrieb an Varnhagen, dieser solle Artikel in verschiedene auswärtige Blätter, auch in die „Allg. Ztg." geben, daß „seine Wahl von Seiten der Hamburger als ein Begreifen der popnlären Bedürfnisse zu betrachten sei". — „Sie können am besten und zweckmäßigsten jenen Artikel abfassen, der den Eindnck machen muß, daß meine Wahl eine gebührende ist, eine wichtige und für das Publikum angenehme. Soll etwa angedeutet werden (fügt Heine schüchtern j?j hinzu), daß ich dadurch für Preußen, für meine Heimath, verloren gehe?" ZN» 308 Heine und Consorten. Ganz dieselben Manöver, wie es die Schornalisten-Heinzel- männer machen bis auf den heutigen Tag. Sehr interessant ist nur die auffallende Selbsttäuschung Heines, der sich für so pfiffig und die Hamburger und die preußischen Regierungsmänner für so blöde hielt, daß sie diesen Schor- nalistenpfiff nicht auf den ersten Blick hätten durchschauen sollen! Varnhagen war so Pfiffig, dem Juden nicht aufzusitzen und sich in diesen plumpen Schwindel nicht einzulassen. Am 4. Januar 1831 schrieb Heine an Varnhagen (Briefe von Stägemann, Metternich, Heine u. s. w. S. 223—224): „Mein Streben acht dahin, tont xrix eine sichere Stellung zu erwerben, ohne solche kann ich sa doch nichts leisten- Gelingt es mir in Kurzem nicht in Deutschland, so reise ich nach Paris, wo ich leider eine Rolle spielen müßte, wobei all mein künstlerisches Vermögen zu Grunde ginge und wo der Bruch mit den heimischen Machthaber» konsakrirt würde. Ich thue gar keine Schritte, nur von Ihnen erwarte ich unterdessen zu erfahren, ob in Berlin oder Wien (!!!) nichts für mich zu erlangen ist. Ich will nichts unversucht lassen und mich zum Aeußcrsteu nur im äußersten Falle entschließen." Nachdem aber diese sämmtlichen Regierungen gegen den Charakter und das politische Genie Heines bedeutende Bedenken erhoben und er in Hamburg, Berlin und Wien trotz seiner geschilderten, gebilderten und gemilderten ausgekramten Ansichten — abbrannte, entschloß er sich, nach Frankreich zu gehen und „ein Priester der Revolution" zu werden. Strodtmann (I. 667): „Er schreibt an Varnhagen: „Was jetzt? Jetzt glaube ich an neue Rückschritte, bin voller schlechten Prophezeiungen und träume jede Nacht, ich Packe meinen Koffer und reise nach Paris, um frische Luft zu schöpfen, ganz den heiligen Gefühlen meiner neuen Religion mich hinzugeben und vielleicht als Priester derselben die letzten Weihen zu empfangen." Wir wissen, die letzte Weihe des Priesters der neuen Religion ist keineswegs das Schafott gewesen, sondern eine mildere Strafe — für den armen Leib Heines besonders erquicklich und am Ende der armen Ehre des Dichters auch keinen Schaden mehr bringend — die jährlichen 4800 Franken, von Louis Philipps allergetreuestem Minister Guizot dem Heine angewiesen. — Wir müssen diese Gabe eben so oft unseren Lesern ins Gedächtniß rufen, so oft dieses durch die Heine und Consorten. 309 verlogenen Aeußcrungen Heines und seiner Angehörigen als eine Beleuchtung seines „Charakters" nothwendig ist. Heine befolgte den Rath seiner Mutter, er wollte nach Berlin, Wien und am Ende nach Paris — in lauter große Städte! Strodtmanu (I. 9): „Mit Eifer las Frau Betty (Heines Mutter) die Schriften deutscher Patrioten und versäumte keine Gelegenheit, auf die traurigen politischen Zustände des damaligen Deutschland aufmerksam zu machen, besonders auf die Misöre der Kleinstaaterei. „Versprecht mir," wiederholte sie oft denselben, „versprecht mir, nie in einem kleinen Staate eine neue Heimath zu suchen, wählt große Städte in großen Staaten, aber behaltet ein deutsches Herz für das deutsche Volk." — Der älteste ihrer Söhne zog später nach Paris, der zweite nach Wien, der dritte nach Petersburg, den größten Städten dreier Kaiserreiche." Der deutsche Tölpel, der das Abverlangen eines feierlichen Versprechens von ihren Herren Söhnen an die Frau Betty (Heines Mutter) liest, soll nichts Anderes meinen, als die Söhne hätten ihr versprechen sollen, ihr Gut und Blut für Deutschland im Kampfe einzusetzen!! Ja, hast du gesehn! Ein deutsches Herz sollen sie bewahren (das ist sehr billig und kostet keinen Pfennig) und in große Städte sollen sie ziehen. Wie opfermuthig und patriotisch! Und das wird noch Alles als sehr lobenswerth den deutschen Tölpeln unter die Nase gehalten. Das ist der Beweis für deutschen Patriotismus: in große Städte zu ziehen, in großen Städten kann man machen große Geschäfte, in kleinen Städten kann man nur machen kleine Geschäfte. Wie haißt: Großer Patriotismus? Wenn man derlei patriotische Aeußerungen dem Lesepublikum vorlegt, so zeigt man doch nur, für wie unendlich bornirt man ein solches Lesepublikum zu halten sich erlaubt, und wie mitunter dieses Lesepublikum auch wirklich bedauerlich bornirt ist! 310 Heine und Consorten. 125. Keine im «Lichte seiner Wichte. Wie die Wichte den blöden choyim »or dem Keine'schcn Stammbaum den größten Wespekt einzuflößen sucht. Keines Hroßnater und die Kctdentljat, ein Lrmeetiesernnt gewesen zu sein. Was Luther über die Zuden sagt. Von einigem Interesse ist Heine im Lichte einer Nichte angeschaut* Diese Dame ruft sehr oft bei dem Lesen ihrer Schrift ein Lächeln hervor« und zwar durch Berichte, die eben nicht auf ein Lächeln, sondern auf Bewunderung und Verehrung Heines oder seiner Familie hinzielen. Gleich auf den ersten Seiten wird dem Leser sehr gewissenhaft erzählt, wie die reichen Damen der Familie Heine in hocharistokratische Familien smetallinisch-messaliancisch) hinein- gerathen und wie geistreich, edel, schön, würdig u. s. w. diese Familienmitglieder alle mitsammen gewesen sind. Seite 2: „Der älteste der Brüder (des reichen Salomon Heine) zog nach Frankreich, wo ersieh verheirathete und die französische Linie der Familie Heine gründete. Zwei seiner Söhne, Armand und Michel Heine, leben in Paris, bei Allen wohlgelitten, da ihre Biederkeit und Rechtlichkeit bekannt ist und der Name Heine einen guten Klang an der Börse hat. Aber Millionen schützen nicht vor Kummer und Granu Blichet Heine hatte das Unglück, seinen hoffnungsvollen Sohn zu verlieren, und seine schöne, geistreiche Tochter, dieHerzogin von Richelieu, ist ein 22jährige Witwe. Samson Heine (Vater des Dichters) war gerade kein Gelehrter, aber ein würdiger Mann, ein vortrefflicher Vater und zärtlicher Gatte. Alle, die ihn kannten, rühmten sein schönes Aeußere und seine große Herzensgüte." Es hatte sein Sohn Maximilian Heine auch behauptet, Heines Vater sei Militär gewesen. Es ist ja doch nicht ohne, auch einen Helden in der Familie aufweisen zu können. Darüber sagt die Madame Emden-Heine: „Herr Karpeles ** und Herr Strodtmann bekritteln Maximilian Heines Buch, indem sie behaupten, daß mein Großvater nie dem Militärstande angehörte." ^ „ Erinnerungen an Heinrich Heine von seiner Nichte Maria Emden- Heine, Principessa della Rocca." Hamburg, Hoffmann Campe 18S1. ^ Hnr Karpeles hat offenbar gar kein Nationalgefühl besessen : statt zu bestätigen: Heines Vater ist ein tapferer Balmach gewesen, hält er es mit den Goyim, welche den Heldenmuth des alten Heine nicht anerkennen wollen! Verschwarzen soll er, der Herr Karpeles! Heine und Consorten. -"II Die Pietät für das Heldenthum des Großvaters treibt die Principessa della Rocca in den Kampf mit den neidischen Herren Karpeles und Strodtmann, und sie erwidert: „Der Sachverhalt ist folgender: Während der französischen Occnpation in Düsseldorf war mein Großvater Armeelieferant; dies verlieh ihm Offiziersrang/' Das hieße: das Armeelieferantsein verleiht jedem Lieferanten das Offizierspateut, — Unerhört! Wir haben in jüngster Zeit verschiedene stammverwandte Armeelieferanten vor Gericht gesehen, aber stimmlich ohne Offizierspatent, Schade, daß diese Dame in den Familienpapieren ihres heldenmüthigen Großvaters das bezügliche Schriftstück nicht gefunden hat, , Das wäre allerliebst, wenn notorische Großgauner (wie in jüngster Zeit die Baruchiden in Bosnien) für die Lieferung gefälschter Getränke und Lebensmittel, wodurch die armen Soldaten in ihrer Gesundheit geschädigt und das Aerar um Millionen betrogen wurden, auch noch das Offizierspatent bekommen möchten, S. 7 beruhigt diese Dame das ausgeregte Publikum, welches durch den qualvollen Zweifel beunruhigt ist, welcher Religion Heine eigentlich angehörte: „Wie viel auch in Deutschland darüber geschrieben ist, welcher Religion Heine angehörte, kann ich zur Beruhigung Aller versichern, daß er Protestant war," Das glückliche Deutschland! Die Frage ist gelöst!! Die Rabbiner, die Pastoren und die katholischen Pfarrer haben sich lange gerauft, wem denn dieser Glaubens Held eigentlich zugehöre. Die Nichte hat entschieden, -- das aufgeregte Europa ist beruhigt! Wenn die Nichte „zur Beruhigung Aller versichert, daß Heine Protestant war", so ist er jedenfalls dem Martin Luther für seine Verehrung der Juden keinen großen Dank schuldig, denn Luther sagt in der Schrift von den Juden und ihren Lügen 1543 (im 20. Band der Walch'schen Ausgabe 2477): „daß mau den jungen und starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiße der Nasen, wie Adams Kindern aufgelegt ist, denn es tauget nicht, daß sie uns verfluchten 81^ Heine und Consorten. Goyim wollten lassen im Schweiße unseres Angesichtes arbeiten, und sie, die heiligen Leute, wollten hinter dem Oten mit faulen Tagen, Feisten und Pomsen verzehren und darauf rühmen lästerlich, daß sie der Christen Herr werden von unserem Schweiße? man müßte ihnen das faule Schelmenbein aus dem Rücken vertreibein Besorgen wir uns aber, daß sie uns möchten ani Leib, Weib, Kind, Gesind, Vieh u, s, w, Schaden thun, wenn sie uns dienen und arbeiten sollten, weil es wohl zu vermachen ist, daß solche edle Herren der Welt und giftige, bittere Würmer, keiner Arbeit gewohnt, gar ungern sich so hoch demüthigen würden unter die verfluchten Goyim, so laßt uns bleiben bei gemeiner Klugheit anderer Nationen, als Frankreich, Hispanien, Böhmen n. s, w,, und mit ihnen rechnen, was sie uns abgewnchert und darnach gütlich getheilet, sie aber immer zum Lande hiuausgetrieben. Denn wie gehöret, Gottes Zorn ist so groß über sie, daß sie durch sanfte Barmherzigkeit nur ärger und ärger, durch Schärfe aber wenig besser werden. Drum immer iveg mit ihnen! Ich höre sagen, daß die Juden große Summen Geldes geben und damit den Herrschasten nütze sind. Ja, wovon geben sie es? Nicht von dem Ihrigen, sondern von der Herrschaft und der Unterthanen Gittern, welche sie durch Wucher stehlen und rauben. Und nehmen also die Herrschaften von ihren Unterthanen, was die Inden geben, das ist, die Unterthanen müssen Geld zugeben und sich schinden lassen für die Juden, damit sie im Lande bleiben, getrost und frei lügen, lästern, fluchen und stehlen können. Sollten die verzweifelten Inden deß nicht in die Faust lachen, daß wir uns so schändlich äffen und narren lassen und unser Geld geben, daß sie im Lande bleiben und alle Bosheit treiben mögen, überdas noch reich dazu werden von nnserm Fleisch und Blut, wir aber arm und von ihnen ausgesogen werden? Wenn das Recht ist, daß ein Knecht oder ein Gefangener seinem Herrn oder Wirth jährlich l(» Florenen geben und dafür tausend stehlen, so ist der Knecht und Gast leicht und bald reich, der Herr binnen Kurzem ein Bettler worden." — Was Luther hier mit der seiner Zeit angemessenen Derbheit den Juden vorgehalten, das haben sie seither nicht widerlegt, sondern sehr gewissenhaft bestätigt. — Was thaten sie nun? Sie singen au persönlich zu werden, und kommen mit einer Lüge? Luther habe nur deshalb so gegen die Juden gesprochen, weil die Juden ihm eine Geldanleihe verweigert hätten. (Siehe Moses Hirsche!: „Apologie der Menschenrechte", S. 158.) Diese Bertheidigung ist nun so jüdisch, daß hier Heine, dem der Jude Dessauer eine ähnliche Lüge anheften wollte, sich und indirekt auch zugleich den Martin Luther vertheidigt hat? „Hier erkenne ich meine Pappenheimer vom Alten Bunde." Heine und Cvnsorten. 313 136. Leine auch gegen Zuden rachsüchtig, wenn ihm diese nicht Respekt bezeugten. Wenn dem Heine Juden etwas anhaben wollten, da pflegte er mit diesen seinen Stamesgenossen auch nicht zierlich zu verfahren. Zum Verständniß Folgendes: „Heine hatte in seiner Lutetia den Musiker und Componisten Joseph Dessauer rein zu ruinireu gesucht. Da behaupteten nun Dessauer und seine Freunde, Heine hätte im Jahre 1842 den Dessauer um eine Geldanleihe angegangen, Dessauer habe Geld verweigert, und deshalb hat sich nun Heine zu rächen gesucht! Darauf nun hat Heine in einem Briefe an seinen Bruder Gustav in Wien, damals Redakteur des „Fremdenblatt", mit dem Datum: Paris, im August 1855 gewisse Merkmale aufgestellt, die nur dem Judenvolke eigen seien, in folgender Auslassung: „Die Drohung meiner Feder auf öffentlicher Straße ist so wenig in meiner Art und Weise, daß Jeder hier nur die Erfindung von Leuten erkennt, die nur zwei Dinge kenneu: Geld und Rachsucht. Das ist so schmutzig, so plump ersonnen, so klebricht, so anstinkend, wie die Phantasie einer Wanze. Hier erkenne ich meine Pappenheimer vom Alten Bunde. Ihr erstes Wort ist immer, daß man gegen sie schreibe, weil sie kein Geld borgen wollten. Immerhin verdächtigt die Motive, warum wir Eure Erbärmlichkeiten besprechen, verleumdet den Stock, der Euren Rücken trifft, — die Striemen darauf, sowie jedes Faktum werden darum nicht minder juckend und sichtbar sein." Wir sehen hier, daß Heine schon auch Momente hatte, in welchen er Juden justificirte. Da fand er mit großer Schärfe die moralischen angeborenen Schäden eines Stammesgenossen heraus und schleuderte ihm dieselben unbarmherzig ins Gesicht hinein. 127. Die Wichte postirt in ihrer nationalen "Begeisterung Keine über Hoethe. ^iin "Märchen berichtet: der große Keine sei selbst gegen Prinzessinnen flegelhaft gewesen. Die Nichte stellt alle Größen in Schatten, wenn diese mit dem größten Genie, mit Heine, zusammengestellt werden. So erzählt sie S. 63 eine Zusammenkunft mit Goethe? auch da spielt Heine die Heldenrolle und Goethe muß zurückstehen. 314 Heine und Consorten. „Ich glaube kaum, daß der Verfasser des „Faust" das ueue Gestirn am literarischen Himmel mit Freuden begrüßte, denn er ahnte hier einen Rivalen, und nie ließ Goethe dem jungen Manne Gerechtigkeit widerfahren." „Heine unternahm eine Reise nach Weimar, nur um den berühmten Mann kennen zu lernen, denn zu damaliger Zeit (!) erkannte er in ihm seinen Meister. Goethe empfing ihn wohlwollend, war aber ein wenig steif und stolz in seinem Benehmen. Man sprach von unbedeutenden Dingen, vom Regen, von der Witterung, als Goethe Plötzlich das Gespräch unterbrach und sx abrupto den jungen Mann fragte: „Woran arbeiten Sie denn jetzt?" „Am „Faust"," war die Antwort. Der zweite Theil des „Faust" war noch nicht erschienen, und Goethe, ein wenig pickirt, fragte weiter: „Und welche Geschäfte führen Sie nach Weimar?" „So wie ich die Schwelle Ihres Hanfes überschritten habe, sind meine Geschäfte beendigt, Herr Rath." Hierauf nahm er freundlichen Abschied von Goethe, der, obgleich nicht sehr erbaut ob diesem Bestich, ihn an die Thür geleitete." Wer diesen Auftritt in dieser Fayon verbürgt, das sagt die kluge Nichte nicht. S. 75 erzählt die selbige Nichte wieder eine Legende aus München: „In München erzählt man (wer?) von einer andern Anekdote, welche vom Selbstgefühl und der Unabhängigkeitsliebe des Dichters zeugt. Ueberall sprach man von Heine, sogar bei Hofe, und bei einem großen Diner lobten einige Herren, die ihn kannten, sein Wesen und seinen beißenden Witz, sowie seine geistreiche und anziehende Unterhaltung. Nach Tische ließ eine der königlichen Hoheiten (welche?) ihren Adjutanten rufen, und da sie gern berühmte Leute um sich versammelte, so fragte sie: „Wie kann ich wohl diesen originellen Dichter kennen lernen?" „Der Wunsch Eurer Hoheit kann leicht befriedigt werden, da ich weiß, wo er wohnt." Rasch schickte man einen königlichen Diener'" zu Herrn Heine und ließ ihn im Namen der Frau Prinzessin bitte», eine Tasse Kaffee bei ihr zu nehmen. Die Botschaft wurde pünktlich ausgerichtet, und Heine beantwortete sie: „Mein lieber Freund, sagen Sie Ihrer königlichen Hoheit, daß ich ganz ergebenst für die Ehre danke, die sie mir erzeigen will, aber ich habe die spießbürgerliche Gewohnheit, den Kaffee dort zu trinken, Ivo ich gespeist habe." Tablean: Selbstgefühl! Unabhängigkeit!! Bittende Prinzessin — Flegelhaftigkeit eines arroganten Juden und — verlogene Geschichte! » Der Prinzessin scheint einer ihrer Diener zu gering, sie nimmt einen königlichen zu leihen! Heine und Consorten. Der ganzen Mache sieht eben die Verlogenheit aus jeder Zeile heraus. Die gutmüthige Principessa della Rocca, von Haus aus Madame Emden, hat sich mit dieser Geschichte sicher auch noch sehr gerne anführen lassen. 1. Warum ist denn „die königliche Hoheit" nicht genannt worden? T Läßt die königliche Hoheit (Prinzessin) ihren Adjutanten rufen. Nun haben aber Prinzessinnen keine Adjutanten, sondern nur Prinzen, die einen hohen Militärgrad besitzen, und die Adjutanten der Prinzen sind bei großen Diners immer mit geladen, brauchen also nicht erst gerufen zu werden. 3. Ist es auch in jenen Zeiten gar nicht üblich gewesen, daß Prinzessinnen irgend wem, der ihnen noch nicht vorgestellt worden, zu einer Tasse Kaffee gebeten haben. 4. Kann die Antwort Heines, die jedenfalls mehr von einem arroganten, aufgeblasenen Jungen, als von einem unabhängigen Menschen zeugt, als Unabhängigkeitsbeweis um so weniger angenommen werden, dieweil 5. Heine eine glänzende, glaubwürdige Unabhängigkeitserklärung hätte in Paris geben können, wenn er die von Guizot angebotenen 48UU Franken zurückgewiesen hätte. Guizot kannte seine Leute; er wußte sehr gut, daß ihm Heine nicht die Schande anthun werde, die 4800 Franken mittelst einer stolzen Unabhängigkeitserklärung retour zu senden. Daß Heine schon früher beim Ministerium um einen Beitrag hernmgeschnuppert. so was darf man dem edelmüthigen Manne schon gar nicht zumuthen. Die Principessa randalirt, Und hat bisweilen underdrossen Den Onkel mit Parfüm begossen Und seine Flecken dekorirt. Bekannt ist es ja weit und breit: „Wie sind doch unsre Leut' gescheidt!" Sehr fein sind sie und schlau unstreitig, Sie profitiren gegenseitig Als Jehudim, die unverdrossen Mit süßem Lob sich Übergossen! ölll Heine und Consortcn. Die Goyim sind oft gar so dumm Und horchen dem Geserres stumm. Wie lange werden sie noch preisen Die Tugenden Nathan des Weisen, Wofür man leider zu Berlin Total verloren hat den Sinn: Die Principessa della Rocca Servirt uns gar zu starken Mocca; Den Onkel frech und unverschämt Hat sie mit Freiheitssinn verbrämt, Sie sagt: es wünschte sehniglich Zu seh'u — die Hoheit königlich Den großen Jüd persöniglich, Jedoch der Jude sagt brutal: „Dahin geh' ich auf keinen Fall, Denn frei sein will ich allemal!" Das ganze Epos ist Gedicht, Den puren Schwindel glaubt mau nicht. Der Freihcitssinn und das Duell Sind doch geschildert gar zu grell; Geschwindelt hat mit großer boocm Die Principessa della Rocca. 128. Was sich die Wichte von fforentiuischen Mumeiigärtei: für mistljokogisch nolikc Worstclkmigen macht, und was sich diese Dame von „emsigen Mienen" gedacht ljalien mag. S. 81 erzählt die Nichte: „Heine war in Florenz und erhielt daselbst die Nachricht, daß sein Vater gestorben sei." „Nur Kindespflicht konnte ihn dem ichpigen italienischen Leben entreißen, und mit Schmerz trennte er sich von dem schönen blauen Dimmel, dem lieblichen Klima, dem sanft rauschenden Meer, den üppigen Fluren und vorzüglich von den schönen Frauen. Hier hatte er in Liebe und Wonne geschwelgt und sich auch den Keim seiner Krankheit geholt, denn wie eine emsige Biene flog er von der einen zur andern und war nce liebessatt. Alles entzückte ihn hier, und die schöne Natur, die sich seinen trunkenen Blicken darbot, spornte ihn zn schönen Liedern und Beschreibungen an." Heine und Consorten. 317 So stark sind sämmtliche Bienen noch nicht ehrenbeleidigt worden, als durch diesen hochgradig verunglückten Vergleich, denn dieselben holen sich keine Krankheit, wenn sie von einer Blume zur andern fliegen; sie sammeln Honig und Wachs zum Nutzen der Menschen und für ihren Winterbedarf- Von dem höchst verdächtigen Blumenwechsel Heines hat weder die Menschheit, noch er selber einen Nutzen gehabt, und junge Leute, welche emsig in den Blumengärten Heines herumfliegen, werden am Ende, wenn sie seinem erbaulichen Beispiel nachfolgen, mit ihm das gleiche Schicksal zu erdulden haben. Diese angefürstete Dame hat hier mit ihrer Blumen- und Bienenpoesie ein eklatantes Fiasko gemacht, der Wandel Heines läßt sich durch darübergebreitete Blumenkränze nicht wohlduftig machen. Die Principessa kann mit der italienischen Bildersprache nicht sehr vertraut sein, sonst müßte sie die sehr fatale Bezeichnung kennen, mit welcher die Italiener einen von der Fürstin so genannten Blumengarten bezeichnen: ^oroilo äi Vsnsrs, gut deutsch: Saukoben der Venus. Das erste Wort ist sehr prosaisch und das zweite ist sehr poetisch; das zweite wird aber durch das erste, die Poesie durch die Prosa todtgeschlagen. Wenn man durch Heirath hochadelig wird, soll man es vermeiden, hochtadelig zu bleiben, da darf man sich nicht in höchst gefährliche botanisch-zoologisch-pathologische Fragen einlassen. Fürstlich war sie nominell, Ruhmesdürstlich gar zu grell, Bilderjagend unbedachtsam, Auf den eig'nen Ruf nicht achtsam, Dem Herrn Onkel zu stark huldigend, Seine Lumperei entschuldigend; Seinen Gegnern wird sie rächerlich lind nach allen Seiten lächerlich. Diese Dame hat ihrem alten fürstlichen Gemahl sicher ihre Exkurse über den Heine früher nicht im Manuskript mitge- theilt, denn dieser gute Herr hätte ihr in Reminiscenz an seine Ahnenbilder halb deutsch und halb italienisch und dabei doch sehr gut deutsch beiläufig sagen können: Z18 Heine und Consorten. Ach, die Principessa Rocca,'° Statt zu halten ihre davon, Schnattert sie wie eine oon. Heines Poesie ist xn22g. Und die Nichte xo0tu22g,, Hat nicht viel in der 0000223,. Und weil hohl ist ihre 2nttn, Erntet sie als arme nmtta, Doch am Ende nur risntn. Haben sie auf mich i-iAunräo, Denn viel mehr noch als ein dnräo War ihr Onkel su^linräo. War er zehnmal auch ihr mo, Doch nicht meiner, voo mio. Und nichts weniger als xia. Für sein Treiben xonitsirtv Zeigte nie sich der xnrsnto. Bleiben Sie mit ihm nssonts. Schweigen soll die onrn ti^Iia, Sonst wird roth wie die vormiAlis. In vkNAoAnn die tnmiAlin. ^ Die in obigen Strophen vorkommenden italienischen Worte lauten deutsch: krinoipossa — Fürstin, doooa — Mund, von — Gans, pu22n übler Geruch, poötu^ra ^ schlechte Dichterin, 0000220, — Kürbis, hier: Kops, 2att-r ---- Melone oder Kopf, matta Närrin, risata — Gelächter, riZnarcko — Achtung, daräo — Sänger, su^liuräo — Schmutzfink, rüo — Onkel, mio — mein, pio — fronnn, penitonto — bußfertig, xnrsnto — Vetter, nsssnto - ferne bleiben, oara üAia — liebe Tochter, vor- miZlis, — Granate, lümi-stia — Familie, poötsssa --- Dichterin, incks- — unermüdlich, oarms — Gedicht, tarmo — Schaben, sarootta clslls arms — Wappcnhermelin, limoso — schmutzig, onsroso — lästig, soanäaloso — skandalös, pari passo — gleichen Schrittes, M-icko ---- Ruf, AS^lioüd — Schelm, porüäo — treulos, nicko Nest, krosoo ---- frisch, keck, Dockosoo — Deutscher, tranossoo — sranzösisch, pa^ato ---- gezahlt, du- Nnräo Lato — verlogener Cato, äispro^rutto — verachtet, äritto — Recht, tritto — ferrig gebacken oder auch todt, sture intto — still sein, oder schärfer: das Maul halten! Heine und Consorten. 31!» Groß sind Sie als prinoixsssa, Aber klein als poötsssa, Nur im Schwätzen inäolsssa. Es ersucht Sie dieses earms, - Bringen Sie mir keine tarms In sarootta äslls arms. Ihr xarsnts, sehr limoso, Wird uns Allen onsroso, Er ist gar zu soanäaloso. Denn mit Dante und mit Tasso Kommt er doch nicht xari xasso Bis zum Gipfel vom xarnasso. Das, was steht in üblem ^riäo Als ANAliollo und psrkläo, Bleibe fern von unserm niäo. Ausgespielt hat er sich krssoo Oefsentlich als ein llloässoo, Heimlich war er doch lranossoo. Denn von Guizot war xnAnto Dieser buxiaräo ( lato, Und deshalb auch äisxro?2ato. ^ Leider ist die Welt im äritto, Mit der Ehre ist er kritto, Darum heißt es: stars ^ itto. 129. Wie dem Keine ein Duell zugenintljct wird (selöstverkändlich nnklntig und ohne tödtlichcn Fusgang). Welche colossalen Heistes- und Lharaktervorzüge, in deren Wcsitz Keine gewesen sei» soll, von der Wichte dem Leser vorgegaukelt werden. S. 83 gibt uns die Fürstin ein Duell Heines zum Genuß. Sie erzählt sehr vorsichtig: „Ein französisch es Blatt erzählt, daß Heine 1337 ein Duell mit einem jungen französischen Gelehrten hatte, weil der Franzose 320 Heine und Konsorten, sich mißbilligend über deutsche Sitten und Manieren geäußert hatte, unpassende Bemerkungen, wenn mau will, jedoch nannte er Niemand und sprach nur im Allgemeinen, Heines Patriotismus wurde dadurch gereizt, er wechselte beleidigende Worte mit dem Franzosen, Zwei Pistolenschüsse wurden gewechselt, doch Niemand wurde verwundet! Die Sekundauten erklärten, daß der Ehre Genüge geleistet worden sei, und die Sache wurde beigelegt, Dennoch beschuldigte man Heine, daß er sein Vaterland verleugne, und warum? Weil er ein Feind der Franzosen und sein höchster Wunsch die Einheit Deutschlands war," Tableau: Feuerwerk — patriotische Schlußkanonade! „Ein französisches Blatt erzählt." Nummer, Jahrgang, Titel des Blattes sehr schlau verschwiegen, nur das Jahr 1837 ist angegeben. Wer der Gegner war, wo das Duell stattgefunden, wer die Sekundanten waren — Schleier darüber! Für das dumme Leservolk genügen die zwei Angaben: das Duell hat 1837 stattgefunden, und Heines höchster Wunsch ist die Einheit Deutschlands gewesen. Nun hat aber der begeisterte Held für Deutschlands Einheit von 1836 bis 1848 seine 4800 Franken aus der französischen Staatskasse bezogen und ist 1837 schon im zweiten Jahre des Bezuges dieser Pension gewesen. Hat Guizot dem Heine die Pension für die Begeisterung und für einen Kampf zum Zustandebringen der deutschen Einheit gegeben? Da hat uns die Principessa gebracht Ein Märchen aus Tausend und eine Nacht. Besonders klangvoll ertönt die Phrase: Heines Patriotismus wurde gereizt! Ein gereizter und reizender Patriotismus! Doch die ministeriellen Franken Hielten den Patriotismus in seinen Schranken, Dieweil die Franzosen ihn gut bezahlten, Hat er seine Kampfbegier niedergehalten. Heines Vorsicht und Nachsicht waren es eben, Die dem „Gelehrten" erhalten sein Leben. Es ist gefallen kein Hieb und kein Schuß Trotz der Principessa tapferem Geschmus'. Den Täte Heines macht sie zum Offizier, Beim Bocher prahlt sie mit Duellbegier, Heinc und Consortcn. 321. Die Goyim sind nicht so entsetzlich dumm, Sie glauben nicht an den Familienruhm, Man soll es am Ende nicht gar zu arg treiben Und keinen so glänzenden Unsinn schreiben. Der Dichter war muthig, doch nur mit der Feder, Denn sonst exponirte er nirgends sein Leder, Und alle Duelle mit Pistolen und Säbel Zerfließen in phantasmagorischen Nebel! Hätte das besagte Duell in Wirklichkeit stattgefunden, o wie genau detaillirt bezugs Ort, Zeit, Personen wäre das Alles dem Leser vorgeführt worden. Auf dem Platze des Zweikampfes wäre ein Monument für den Helden, der Nachwelt zum ewigen Gedächtniß an den Heroen für die Einheit Deutschlands, errichtet worden. Die Dame hat das Sentiment verloren, Sie haftet dem Leser Märchen an Und erdichtet ganz unverfroren Ein Epos, das Niemand glauben kann. S. 38 bringt die Nichte ihre Luwmu summurum-Werthschätzung Heines: „Heine warder beste deutsche Schriftsteller, beständiger Vertheidiger des Volksgenins und der Entwicklung des Volkes seines Jahrhunderts, und er allein wußte die Ideen Hegels zu bestreiten und zu veranschaulichen Man mag schreiben und sagen, was man will, Heine steht so hoch da, seine Dichtungen, sein Buch der Lieder sind so einzig in ihrer Art, daß sie nie veralten und stets zu Deutschlands Ruhm beitragen werden, Heine war seinen Mitmenschen überlegen und wurde vor seiner Zeit geboren, ebenso wie seine Mutter, denn auch sie war ihrem Jahrhundert vorausgeeilt," Das ist doch grausam von dieser alten Läuferin, daß sie mit ihrem Herrn Sohn dem Jahrhundert vorausgeeilt ist, und Millionen Menschen, die nicht so läufige Füße haben, müssen in ihrer „Bildung" zurückbleiben und können diese laufende Großmama mit ihrem großen Bocher und der ganzen berühmten Familie hinterdrein nicht einholen. Echte Leinwand, gute Hemden Kündigt an die Frau van Emden. Bruniier, Zwei Buschmänner. 21 322 Heine und Consorten, „Echt und billig" sagt ihr Mund — Und sie liefert solchen Schund, Ueber jede Wissenschaft Spricht sie keck und Plauderhaft, Als war' auch sie vorangelofen Vor des Jahrhunderts Philosophen, So wie die Mama ungezügelt Hat ihr Jahrhundert überflügelt. Doch das, was sie mit Zuversicht Von ihrem Onkel Alles spricht, Das muß man sehr bedächtlich lesen, So was ist noch nicht dagewesen. Heine war „Vertheidiger des Volksgenius" und der „Entwicklung des Volkes seines Jahrhunderts" — „er allein wußte die Ideen Hegels zu bestreiten und zu veranschaulichen." Volksgenius! Volksentwicklung! Er allein wußte Hegel zu bestreiten und zu veranschaulichen! Welcher Hochmuth, welche Selbstüberschätzung und Selbstunkenntniß gehört dazu, dem Leser in so wenig Worten einen unvertilgbaren Unsinn vorzuschwefeln! Wenn man diese Dame fragen würde: Was ist Volksgenius? sie würde den Spruch bestätigen: „Das ist des Unsinns Fluch, daß er stets Unsinn muß gebären!" Aber das Alles wird noch überragt: Ueber alle seine Mitmenschen ragt Heine hinaus, allen ist er überlegen!! Die alte Großmutter ist ja schon ihrem Jahrhundert vorausgeeilt, — auch diese alte Jüdin war ihrem Jahrhundert schon überlegen! Die Postuzza verdient es, daß man ihre Lobposaune aus Jericho auch in Reimen erschallen lasse. Es wird gebeten, nicht zu überseh'n, Wer kommt so raschen Schritt's zu geh'n, Daß sich die ganze Welt darüber verwundert? Die alte Mama läuft hinaus aus dem Jahrhundert, Sie rennt aus Nummero 19 in Nummero 20, So geschwind, wie die Post von Stolpe nach Danzig. Wie fein hat es die „Ferstin" ausgeklügelt: „Schon die Mama hat das Jahrhundert überflügelt, Heine und Consorten. 3^3 Und der Heine ist der größte Philosoph gewesen!" So was gibt man den dummen Goyim zu lesen! Von Heine ist ein einziger Liebestriller Mehr Werth, als Shakespeare, Goethe und Schiller. Keiner hat noch gedichtet so gaistraich und fain, „Er ist der Zukunftsdichter ganz allein." Das Alles verkündet als wie ein Orakel Die Prinzipessa mit großem Spektakel. Aber die Goyim fangen an, die Augen zu reiben, Und sagen: Man soll es nicht gar zu arg treiben. Ist doch selbst bei Johannes Scherr zu lesen, Der große Dichter ist als Lump noch größer gewesen. Der Mensch und der Dichter sind nicht zu zertrennen, Es ist schwer, einen großen Lump einen großen Mann zu nennen. Ein großer Dichter und ein erbärmlicher Wicht* Das sind zwei Größen, die reimen sich nicht! Die Frau van Emden (Principessa) spinnt aus dem zerrütteten Zwirn ihrer Philosophie über die Religion Heines also fort: „Er war Pantheist und glaubte eigentlich au gar keine Religion. Ich erinnere mich noch, wie oft man von ihm erzählte, wenn das Thema Religion besprochen wurde: Religion ist nur für Kinder und höchstens fürs Volk. Während seiner letzten Lebensjahre hatte er religiöse Regungen, und er schrieb seinem Verleger Campe: „Ich bin kein Frömmler geworden, aber ich will nicht spielen mit meinem Gott. Dem lieben Gott bitte ich von Herzen ab, was ich je gegen ihn geschrieben." Später schreibt er, er habe die Gistblnmen ans seinen Gedichten herausgerissen und wünsche nicht, daß sie jemals wieder gedruckt würden. Die Pan- theisten glaubten nicht an Heines Rückkehr zu religiösen Principien, und die Priester lauerten mit Spannung auf den Moment, wo das verirrte Schaf Schutz suchen würde." Eine kleine Zurechtweisung sür die Nichte: Er selbst gab oft genug zu lesen, Daß er mehr Bock als Schaf gewesen. Als Schäflein, welches sich verirrt, Hat ihn die Nichte parfümirt, Doch schlägt aus seinem Liederbuch Noch immer vor der Bocksgeruch. 6 Der radicale Bischer nennt Heine einen Wicht. 321 Heinc und Consorten. Ach, wie die Priester mit Spannung lanern Auf diesen Helden aus Sions Mauern! Ha, welch ein Gewinn und unendlicher Werth, Wenn dieser Geselle sich einmal bekehrt! Onkel und Nichte, ein Paar ohne Gleichen, Sind im Renvmmiren nicht zu erreichen, Es wird einem ekelig die Prahlerei, Sie leiden an Größenwahn alle zwei. Nachdem er gegen Gott blödes Zeug geschrieben, Verspricht er, den lieben Gott wieder zu lieben. Und der liebe Gott soll sich eine Gnad' daraus machen, Wenn sich bekehrt dieser Behemot-Drachen, lind alle Heiligen sollen jubeln, Denn der ihnen gemacht so viele Trudeln, Wird ihnen die große Gnade erweisen, Beim himmlischen Mahle mitzuspeisen. Er wird die Heiligen und die Patriarchen Nimmer mit seinem Spott beschnarchen. Was für ein Jubel bei allen Heiligen! Der Heine besingt sie — mit Vierzeiligen, „Der größte Denker, der das Jahrhundert überragt" — Das hat die Nichte zu proklamiren gewagt! IM Wie Keine noch während seiner «Lebenszeit vom Kerausgeöer dieses geschildert worden ist. Welcher echt orientalische Ueberschätzungsschwindel wird da mit diesem Herrn Onkel getrieben! Das hat ja gerade den Anschein, als ob die Priester und christlichen Prediger schon mit der größten Sehnsucht auf die Bekehrung dieses abgebrauchten Juden gelauert und einen unendlichen Gewinn für die gute Sache dadurch erwartet hätten. Aber er war ja auch vom Größenwahn über seine Wichtigkeit und Bedeutung erfüllt und hat es in seiner maßlosen Eitelkeit ausgesprochen, daß sich die Confessionen um ihn (diesen Poetenj zanken würden. Auf diesen Umstand bezüglich haben wir 1853 geschrieben*: * „ Keilschriften", von S. Brunncr, Regensburg, Manz, Hcine und Consortcn. 325 „Er meint im frommen Kindersinn, Um ihn, den Gottgesandten, Zerstreiten sich in Eifersucht Rom und die Protestanten. Weil aber die Beiden Christen sind Und weil er die Goyim hasset, Hat er zum Jubel der Rabbunim Einen großen Entschluß gefasset. Er wirft das beschmutzte Taucheind zurück Und singt hebräische Lieder, Und geht dorthin, woher er kam, Und vcrsynagogelt sich wieder. Nun hört man Rom und Wittenberg Darüber durchaus nicht zanken, Sie kümmern sich nicht um den heiligen Zwerg Trotz seiner Riesengedanken. In Magdeburg aber Herr Philippsohn Nimmt die Synagogentrompete Und kündet den Juden im Jubelton, Daß Heine bekehret sich hätte. Und während dem großen Trompetentrara, Das der Rabbi geblasen tartariscb, Ruft er dazwischen: Bei Jehova! Heine ist alttestamentarisch! Wir haben ihn wieder, wir sind beglückt, Den Magog aller Magoge, Er kehrt zurück niit klingendem Spiel Zu uns in die Synagoge." Also nicht Katholiken und Protestanten ereiferten sich, um Heine einen der Ihren nennen zu dürfen, sondern der Rabbiner Philippsohn machte in seinem „Jüdischen Volksblatt" einen Freudenlärm, daß dieser Edelstein aus Israel ivieder der Synagoge gewonnen sei! Das, was hier in den Reimen mit „Gänsefüßchen" angezeigt ist, sind Stellen aus dem Leitartikel des Rabbi Philippsohn in dessen besagtem Organ. Im „Jüdischen Volksblatt" ist es klar Unterm Titel: „Die Umkehr" zu lesen, „Wie der frivole Dichter doch stets Ein wahrer Jude gewesen." 3S, Werke XI. W): „Indessen die nene Zeit wird anch eine neue Kunst gebären, die mit ihr selbst in begeistertem Einklang sein wird, die nicht aus der verblichenen Vergangenheit ihre Symbolik zu borgen braucht, und die sogar eine neue Technik, die von der seitherigen verschieden, hervorbringen muß. Bis dahin möge mit Farben und Klängen die selbsttrunkenste Subjektivität, die wcltentzngelte Individualität, die gottfreie Persönlichkeit mit all ihrer Lebenslust sich geltend machen, was doch immer ersprießlicher ist, als das todtc Scheinwescn der alten Kunst." Also da haben wir die rechte Kunst — das ist die Kunst des Lebens, wie dieses Leben Heine gelebt hat: die selbsttrunkenste Subjektivität, die Weltentzügelte Individualität, die gottfreie Persönlichkeit. Das ist die Kunst, die ihre Modelle dort sucht, wo Heine (in seiner Unverfrorenheit es berichtend) seine Kunstmodelle in Hamburg, Paris und Italien gefunden hat. Bon Gott muß sich der moderne Mensch iin Leben und in der Kunst befreien — dann kann's angehst?!!! Man muß den Schwätzer nicht bei seinem Phrasenschimmer, sondern bei den Hörnern packen, dort, wo er seine Prin- cipien aufstellt, wo er uns den Guckkasten seines Systems öffnet, wo er uns einen Einblick in die Geheimnisse seiner Seele aufschließt. Das wird eine saubere Kunst iverden, und zum Theil ist sie es auch schon geworden! 144. Wie schändlich Keine den 1 Francs den König zu zeigen, gäbe man ihnen 19 Francs, so werde man ihn sehen, wie er die Augen gegen Himmel richtet und die Hand betheuernd aufs Herz legt, gäbe mau aber 20 Francs, so solle er auch die Marseillaise singen. Gab man nun jenen Kerls ein Fünffrancsstück, so erhoben sie ein jubelndes Vivatrufen unter den Fenstern des Königs, und Höchstdcrselbe erschien aus der Terrasse, verbeugte sich und trat wieder ab. Hatte man jenen Kerls 10 Francs gegeben,* so schrien sie noch viel lauter und geberdeten sich wie besessen, während der König erschien, welcher alsdann zuni Zeichen seiner stummen Rührung die Augen gegen Himmel richtete und die Hand betheucrnd ans Herz legte. Die Engländer ließen es sich aber manchmal 20 Francs kosten, und sobald der König auf der Terrasse erschien, ward die Marseillaise augestimmt und so fürchterlich ge- gröhlt, bis Louis Philipp, vielleicht nur, um dem Gesang ein Ende zu machen, sich verbeugte, die Augen gegen Himmel richtete, die Hand aufs Herz legte und die Marseillaise mitsang." In dieser echt nationalen Weise verspötzelte Heine den Louis Philipp noch mehrere Seiten lang! - Der politische Proto- medicus Louis Philipps, Herr Guizot, kannte den moralischen Schaden Heines, legte ihm ein Pflaster auf, Heine genas von seinen Wnthanfällen und — verstummte!! Die Herren im hohen Rathe zu Düsseldorf, welche für ein Monument Heines gestimmt, hätten ihre Namen unten an einer Marmorwand mit schwarzen Buchstaben „verewigen" sollen, dazu die Inschrift i Der Nachwelt diene es zur Lehre, Und aller Tadel rings verstumme; Wir haben Theil an seinem Ruhme, Doch leider auch an seiner Ehre! 5 Hätte man aber erst jenen Kerls (Einem) 4800 Francs gegeben, so schimpfen sie über die Deutschen, daß es das Geld werth war, und ließen die Regierung Louis Philipps leben! 23' 356 Hcine und Consorten. 145. We Keine die christliche Moral stinkicht findet; ein Urtljeil, Lei dem er an seiner eigenen Moral, mit einem Schnupfen licljastct, vorübergegangen ist. Die Sehnsucht nach gesunden Sitten!! Die Gebote des Christenthums gehen dem Heine bei seinem Wandel immer im Wege herum: bei jeder Gelegenheit läßt er sich von der talmudischen Wuth gegen dasselbe fortreißen. Daß aller Respekt vor jeder Autorität in Trümmer geht, das macht ihm ein Plaisir zum Zappeln. Er schreibt sStrodtmann II. 48, Bd. VIII. 254): „Aber nicht bloß der Glaube an Personen ist hier vernichtet, sondern auch der Glaube an Alles, was existirt. In den meisten Fällen zweifelt man nicht einmal, denn der Zweifel setzt ja einen Glauben voraus. Es gibt hier keinen Atheisten, man hat für den lieben Gott nicht einmal so viel Achtung über, daß man sich die Muhe gäbe, ihn zu leugnen. Die alte Religion ist gründlich todt, sie ist bereits in Verwesung übergegangen, die Mehrzahl der Franzosen null von dieseni Leichnam nichts mehr wissen und hält das Schnupftuch vor die Naic, wenn vom Katholicismns die Rede ist/' Die alte Moral ist ebenfalls todt, oder sie ist vielmehr nur ein Gespenst, das nicht einmal des Nachts erscheint/* Wahrlich, wenn ich dieses Volk betrachte, wie es zuweilen hervorstürmt und ans dem Tische, den man Altar nennt, die heiligen Puppen zerschlägt, und von dem Stuhl, den man den Thron nennt, den rothen Sammet abreißt und neues Brod und neue Spiele verlangt, und seine Lust daran hat, aus den eigenen Herzenswunden das freche Lebensblut sprudeln zu sehen, dann will es mich bedünken, dieses Volk glaube nicht einmal an den Tod u. s. w." Diese schändliche Moral — immer geuirt sie ihn. HBd. XX. 39. 45 und Strodtmanu II. 185.) Heine phantasirt: „Das religiöse Princip und Moral, obwohl beides Speck und Schweinefleisch, ist ein und dasselbe. Die Moral ist nur eine in * Heine hätte dazusetzen sollen: Man hält sich die Krummnase zu. Nun haben aber, wenn Heine von seinen freudenhauslichen Erfahrungen in Hamburg sprach, selbst die anständigen Pariser ein Kölnerwasser auf ibrc Taschentücher geschüttet, che sie mit denselben ihre Nasen zuhielten. Es ist interessant, zu beobachten, wie Heine den Modergeruch seiner eigenen moralischen Verwesung eben jenen Institutionen Hinaufdisputiren möchte, deren Gesetze sein Treiben verurtheilt babcn. Dieses Gespenst hat den armen Dichter ganz besonders geplagt: er brachte sein Leben im Kampfe mit diesem Gespenste zu, er verhöhnte es und verspottete es, so viel er nur konnte, aber das Gespenst zeigte auch seine diesseitige, irdische Gewalt, und wars ihn so erbarmungslos nieder,, daß er nimmer zum Aufstehen kam. Heine und Consorten. 357 die Sitten übergegangene Religion (Sittlichkeit). Ist aber die Religion der Vergangenheit vertault, so wird auch die Moral stinkicht. Wir wollen eine gesunde Religion, damit die Sitten wieder gesunden, damit sie besser basirt werden als jetzt, wo sie nur Unglauben und abgestandene Heuchelei zur Basis haben!!!" Das ganze Leben Heines bezeugt aber, daß die obige Sehnsucht nach gesunden Sitten nicht eine abgestandene, sondern eine fortwuchernde Heuchelei gewesen ist. Er hätte sagen sollen: Ist die Moral stinkicht, so wird in jenem Individuum, wo dieser Faulungsproceß vorgeht, auch die Religion verworfen. Heine spricht eine Sehnsucht nach „gesunden Sitten" aus, als ob er je von irgendwem gehindert worden wäre, gesund sittlich zu sein!! Strodtmann berichtet diese religiösen Aufwallungen (oder wie man's heißen soll) mit sehr erbaulicher Gläubigkeit, als ob richtig das Alles bei Heine niet- und nagelfest gewesen wäre. Strodtmann (II. 232): „Zwischen Lamennais und der Sand gab es ein innerliches Bündniß religiösen Sinnes! Er übersah ihre sinnlichen Bedürfnisse und sie übersah seine kirchlichen Anknüpfungen und Wünsche. Das ehrliche religiöse Herz (?) war ihnen gemeinschaftlich, ihr beiderseitiges Verhältnis zu Heine war der freie Geist, welchen sie ihm beide zutrauten." ^ „Heine hatte mir zugeflüstert, daß Lamennais einmal nahe daran gewesen, Papst werden zu können." Das ist geradewegs drollig! Zum Papstwerden hätte Lamennais nur zuerst Cardinal werden müssen, und dann hätte er die Stimmenmajorität der Cardinäle gebraucht. — Mit dem Nahedransein, Papst zu werden, hat es seine guten Wege gehabt, wie Alle wissen, denen die Geschichte damaliger Zeit auch nur etwas bekannt ist. Das hätte Heine nicht zu flüstern gebraucht, er hätte es schon laut sagen können, er wäre dann laut ausgelacht worden! Strodtmann (II. 235): „Wir haben schon früher der vielen flatterhaften Liebesverhältnisse gedacht, welche Heine in Paris anknüpfte und rasch wieder löste. Eines dieser Verhältnisse sollte sich jedoch nach mannigfachen Schwantungen zu einem dauernden Bündnis; gestalten, das dem Dichter alle Segnungen einer befriedigten Häuslichkeit gewährte." (Das Verhältnis; mit Mathilde Mirat.) 358 Heine und Consorten. Wir haben früher den Bericht von Alexander Weill, dem langjährigen Freunde Heines, gebracht, der als Augenzeuge erzählt, wie die Segnungen der befriedigten Häuslichkeit in der Nähe ausgesehen haben. Mathilde wurde in der Regel alle Montage von Heine durchgeprügelt. Und doch gibt es viele fromme Antorenseelen aus dem Alten Testament, und auch noch Cretins aus dem Neuen, welche zauberische Erzählungen über diese glückliche Ehe bringen. II. 236: „Als Dichter der freien Liebe dachte er vorläufig nicht daran, die weltlichen Formalitäten bei Schließung einer bürgerlichen Ehe zu erfüllen, noch die Sanktion der Kirche für dieselbe nachzusuchen. Solche inenAAss P!>risionns8, die in den Augen der französischen Welt fast legitimirt sind, darf man billiger Weise nicht nach deutschem Maßstabe benrtheilen. Ehen dieser Art sind in Paris bei Künstlern ungemein häufig; die Geliebte genießt alle Rechte einer legitimen Gattin, und nur die vertrautesten Freunde wissen, daß der bürgerliche Contraet und der Priestersegen fehlt. „Unter deni Worte Weib," bemerkt Heine einmal in einem Briese an Campe, Ivo er von diesen: Verhältnisse spricht (Bd. XX. 139, Strodt- mann 11.236) „verstehe ich etwas Edleres, als eine durch Geldmäkler und Pfaffen angekuppelte Ehefrau." Eingestandener Maßen hat Heine mit den Bewohnerinnen von Freudenhäusern und mit den Directricen derselben (im unpoetischen Leben Kupplerinnen genannt) vielfachen Verkehr gehabt, er hatte bezüglich des „Änkuppelns" Erfahrungen gemacht. Nun pflegen aber die Pfaffen den Männern nicht Frauen anzukuppeln, sondern die früher entweder bürgerlich vder in den betreffenden Familiencirkeln geschlossenen Ehen einzusegnen, ihnen die Weihe der Kirche zu geben. Der Zorn gegen das sogenannte Ankuppeln ist also auch hier der Zorn gegen „die alte Moral", die wie die alte Religion bereits „in Verwesung übergegangen ist", so daß sich die Franzosen „vor dem Verwesungsgeruch des Katholi- cismus die Nase mit dem Schnupftuch zuhalten" selbstverständlich müßten dieselben Franzosen das Schnupftuch sogleich wieder einstecken, wenn sie die Bordellschilderungen Heines lesen, da duftet Alles nach Weihrauch, Nektar und Ambrosia, da sind die edleren Frauen zu Hause, im Verkehr mit welchen man durchaus keine Anknppelei durch Pfaffen nvthwendig hat. Das sind die Repräsentantinnen Heine und Consorteu, 359 der neuen, verjüngten, duftigen Moral, nachdem die alte- die christliche, in Verwesung übergegangen ist, — Hier hat der abgebrauchte Judenjunge seine letzten, ihm noch übrigen Kräfte zusammengerafft, um den Cimborasso der Frechheit zu erklettern. Gegenüber diesem moralischen Katzenjammer Heines kann man doch jeden Manu, der sich eine Frau nehmen will, fragen: Möchtest du eine Frau, die sich nach Heines „edlerer Moral" herangebildet hat, die dir sagt: Ich brauche kein Ankuppeln durch einen Pfaffen, ich bin eine Bekennerin der freien, von Heine gelehrten und geübten Liebe? — Was kann eine Frau, die deu Heine verehrt, für Garantien für ihre Treue bieten? Wo ist ein Vater, eine ehrbare, achtenswerthe Familie, die ihre Töchter nach der neuen Heinemoral dressiren und die Umsetzung dieser Dressur in die Praxis an ihnen erleben möchte? Ueberaus rühreud wird die Ehe Heinrichs mit Mathilden (mit welcher er doch am Ende auch kirchlich sich trauen ließ) in Strodtmann II, 235 u, ff, beschrieben und allerhand deutsche Schriftsteller als Zeugen angeführt, da kommt aber in neuester Zeit der Freund Heines, Alexander Weill (wie es in der Nr, 137 zu lesen) und bringt den Bericht über die gegenseitigen Prügeleien, Den Verehrern Heines ist diese Enthüllung seiner „neuen Moral" sehr unerwünscht gekommen. Nun sind sie aber einmal in der Öffentlichkeit erschollen, und man kann, ja man soll selbe im Interesse des durch deu Heinevergötterungsschwefel betäubten Publikums diesem Publikum nicht vorenthalten, llli. Wie Keine, nm von dem Inden Weser ein Fnl'eljen ljerausznpressen, mit einer nnerljörten Wutlj das Kljristenlljnm verlästert. Aus Avignon schreibt Heine seinem Freunde Moser (Bd. XX. S, 91. Strodtmann II, 253), er solle ihm Geld leihen. Um diesen guten Hebräer zum Hergeben zu stimmen, versichert er ihn zum Schlüsse seines vollsten Hasses eoiwra Christenthum: „Ich werde angefeindet und verleumdet ,mgüich, von Christen und Inden, Letztere sind gegen mich erbost, weil ich nicht das Ritt Heine und Consoeten, Schwert ziehe für ihre Emancipativn in Baden, Nassau vder sonstigen Krähwinkelstaaten, O, die Kurzsichtigkeit! Nur var den Thoren Roms kann mau Karthago vertheidiaen. Hast auch Du mich mißverstanden? Ich schreibe Dir diese Zeilen aus Avignon, der ehemaligen Residenzstadt der Päpste und der Muse Petrarcas, Ich liebe diesen ebensowenig als jene, ich hasse die christliche Lüge in der Poesie ebensosehr, wie im Leben, Leb' wohl, und hilf Deinem Freund Heine," Nachdem wir nun bei Börne wie bei Heine vulkanische Eruptionen des grimmigsten Hasses gegen das Christcnthum angeführt, wird sich der christliche Leser fragen: Warum haben sich denn diese zwei Inden taufen lassen? Das ist ja doch die höchste Leistung im Gebiete der Niedertracht! Wir müssen hier eben den christlichen Leser wiederholt auf die Differenz aufmerksam machen, welche wie eine Festungsmauer zwischen der christlichen und rabbinitischen Anschauung hoch aufgethürmt dasteht. Ans das von uns früher gebrachte Urtheil des I)r. Grätz, Professors am Rabbinerseminar in Breslau, welcher die künftigen Lehrer und Hüter des neuen Israel heranzubilden hat, kann man nicht oft genug aufmerksam 'machen i „Die Beiden haben des Feindes Rüstung und Fahne ergriffen, nni ihn desto sicherer zu treffen, desto nachdrücklicher zu vernichten." Da wird sich der christliche Leser von Ehre beim Durchlesen dieses Stückes echt grätziger Weltanschauung den Kopf halten und ausrufen i Haben denn diese Leute gar kein Verständnis; für die Trilogie: Infamie, Gaunerei und Niedertracht? Sie wollen, offen gestanden, das Christenthum vernichten, die Christen unterjochen mit den schändlichsten Mitteln der feigen Gaunerei und der gaunerischen Feigheit, Grätz stellt hier selber (freilich, ohne es zu beabsichtigen) in blinder Wuth den Börne und Heine als zwei infame Gesellen hin und erklärt hierdurch, daß er sich selber als Dritter im Bunde zu ihnen stellen möchte! Kein Mann von Ehre wird eine Hand aufheben und einen Versuch machen, den Rabbinerbildner diesem Rütlibunde, dem er sich durch lobende Anerkennung der Beiden beigeschlossen hat, zu entreißen. Wie nachsichtig und liebeselig sind doch diese bornirten Goyim, daß sie sich die Rekrntirnng Heine und Consorten. 361 für ähnliche Banden in ihren Landen und Städten gefallen lassen! Diese beiden Inden haben sich durch ihre Taufe und durch ihre Anschauung der Taufe und ihr Benehmen nach der Taufe als vollkommen ehrlose Gesellen gekennzeichnet, und da kommt nun noch ein renommirter Rabbiner und Professor der neujüdischen Theologie, ein großer Lamden in Israel mit einem in glühendem Haß rothgefärbten Siegel, in welchem mit deutlichen Buchstaben das Wort Niederträchtigkeit zu lesen ist, und brennt dies Siegel als ein Brandmal in den Nacken derselben. Würde ein Christ diesen beiden Tintenjuden dieselbe Intention bei ihrer Taufe vorgeworfen haben, so würde man ihn auch von Seiten bornirter Judenliberaler des Fanatismus beschuldigen — aber ein großer Lehrer in Israel hat es gesagt! Was Christen für eine gemeine, strafwürdige Gaunerei im Kampfe der Juden gegen die Christen halten, sehen wir hier vom Rabbiner gelobt und approbirt. In der wüthendsten Eifersucht spricht Heine seinen Haß gegen Petrarca aus. Er haßt „die Lüge in der Poesie"! Natürlich, er, der Heine, ist der größte Liebesdichter, bei ihm umschlingen sich die Romantik, die Zote und das Schweinebehagen Das ist die Wahrheit in Poesie, die Wahrheit in der Heine-Poesie, Wir haben schon vor 3V Jahren die Differenz zwischen Heine und Petrarca besprochen und wollen das hierauf Bezügliche hier wörtlich wiederbringend „Petrarcas Lied ist in der That romantisch, sein Leben ringt bis zum Ende nach einer reinigenden Verklärung, Heine hat echt national nur ein Geschäft im Sentiment gemacht, er singt heute von einem gebrochenen Herzen und beweist morgen durch die frechste Anskramung seiner Astasien mit Schnnddirnen in Hamburg, daß sein gebrochenes Herz eigentlich nur ein gebrochener , , , . topf gewesen ist. Er verspottete alles Heilige, selbst unser Herrgott ist seiner Büberei nicht entgangen. Als ihn dann die Qualen seines Leibes (aber auch nicht infolge gebrochenen Herzens) plageip und er den Tod nahe fühlt, erweist er Gott die unbeschreibliche Ehre, ihn und seine moralische Weltregiernng anzuerkennen, ein Umstand, wofür ihm unser Herrgott unendlich dankbar sein * „Aus dem Venediger- und Longobardenland," Wien 1SL0. Zweite Auflage, S. 130. 362 Heine und Consorten. sollte. Es ist in den Liedern Heines ein sonderbarer Komet über Deutschland geflogen, ein Qualm von Lüderlichkeit folgte ihm nach. Trägt er auch im Literaturkalender modernisirten, total ungläubigen Judenthums das Sonnenzeichen, so steht er vor dem vorläufigen sittlichen Weltgericht doch nur als ein zotenreicher Bänkelsänger da, der das Siegel des Genies in den Koth geworfen, dessen Aufschwung ebenso Lüge und Heuchelei, wie seine Niedrigkeit That fache ist." Mit demselbigen totalen Verlust der Ehrenhaftigkeit, wie im Anlehenbriefe an Moser äußert sich Heine in einem Briefe an Lewald (Heine XX. 166, Strodtmann II. 261) über sein Verhalten gegenüber der preußischen Regierung. Er sagt: „Mit den Regierungen habe ich Frieden gemacht (die Hand, die man nicht abhauen kann, muß man küssen), und nicht mehr auf dem politischen, sondern auf dem literarischen Felde werde ich jetzt meinen Flamberg schwingen." Hier haben wir wieder ein kleines Exempel jener talmudischen Moral, welche der Rabbi Grätz so unverfroren zu pro- klamiren sucht. Hiermit stimmt auch, was der Major Asmann („Eroberung der Welt durch die Juden." Wiesbaden 1875) über eine Judensynode der Vierzigerjahre in Krakau mittheilt. Man faßte dort die Resolution: Man solle vor Allem die Presse in die Hand der Juden bringen, um die Welt zu betäuben und zu täuschen, und so Israel vom Nordpol bis zum Südpol zur Herrschaft zu bringen. (Schmeitzners „Internationale Monatsschrift." 1883. 1. Heft. S. 22.) 117. Strodtmanns Westliche, den Keine wegen seiner Wilsum zu reinigen. M'es vergebens, wie es Strodtmann am ^Znde selber einsicljt. Heine war in großer Geldnoth. Strodtmann sucht ihn nun bezüglich der Jahrespension zu 4366 Franken, von der französischen Regierung bezogen, (aber vergebens) reinzuwaschen. II. 255: „Unter diesen Umständen kann es nicht allzu sehr überraschen, daß Heine in seiner materiellen Bedrüngniß sich zu einem Schritte entschloß, der ihm hart genug ankommen mußte und der ihm von seinen Gegnern aufs Schlimmste ausgelegt worden ist. Er Heine und Consovten, 363- nahm nämlich seine Zuflucht zu einer jährlichen Unter- stütznngspension aus Staatsmitteln, zu einem großen Almosen, welches das französische Volk an so viele Tausende von Fremden spendete, die sich durch ihren Eifer für die Sache der Revolution in ihrer Heimath mehr oder minder compromittirt hatten und an dem gastlichen Herde Frankreichs eine Freistätte suchten." „Unter den Männern, welche auf dieser Pensionsliste figu- rirten, befanden sich Exulanten aus allen Weltgegendcim Flüchtlinge aus Griechenland und St. Domingo, Armenien und Bulgarien, ans Spanien und Polen, hochklingende Namen von Baronen, Grafen, Fürsten, Generälen und Exministern, Priestern und Volksmännern, eine Aristokratie von Berühmtheiten des Talentes und des Unglückes. Aus derselben Kasse des Ministeriums der äußeren Angelegenheiten, aus welcher der Exkönig von Schweden, Oberst Gustavsohn, Godoy der Friedensfürst und der verdienstvolle Geschichtsschreiber Augnstin Thierry ihre Jahresgehalte bezogen, empfing auch der deutsche Dichter die verlangten Hülfsgelder, welche ihm als eine „ulkovntion »imnello cl'imo Pension lio soooui'L" zuerkannt und in Monatsraten von -IM Francs regelmäßig bis zum Jahre 1848 ausgezahlt wurden. Die Anweisung dieser Unter- stiitzungsgelder auf die geheimen, keiner öffentlichen Controle ausgesetzten Fonds findet ihre genügende Erklärung in dem Wunsche der französischen Regierung, sich nicht durch Namensnennung ihrer Pensionäre, unter welchen in Dürftigkeit gesunkene Männer und Frauen des höchsten Ranges waren, einer lieblosen Indiskretion schuldig zu machen. Vielleicht auch wollte sie, wie Heine in einer öffentlichen Erklärung über diese Hülfsgelder andeutet (Bd. X. S. 152), nicht ostensibel einen Mann unterstützen, der den deutschen Gesandtschaften immer ein Dorn im Auge war, und dessen Ausweisung bei mancher Gelegenheit reclamirt worden." Die geübten Leser müssen ja doch geradewegs in eine üble Laune versetzt werden, wenn sie es offen auf der Hand daliegen sehen, wie Heine und sein Biograph dieselben für so alberne Tröpfe hält, daß sie diesen abgeschmackten Verdrehungen und Ausflüchten Glauben schenken könnten. 1. Die französische Regierung hat, aktenmäßig erwiesen, weitaus nicht in jenem Maße ihre Pensionen an Emigranten hinausgeworfen, wie es Strodtmann angibt, um den Heine in etwas zu entlasten, 2. denn es waren diese Gaben nicht durch eine edle Gesinnung veranlaßt, sondern zu politischen Zwecken verabreicht. 3. Gaben an politische Schriftsteller (nicht an den „deutschen Dichter", wie Strodtmann angibt, sondern an den 364 Heine und Consorten. politischen Schriftsteller galt die Pension) wurden doch offenbar nicht fürs Schimpfen auf Frankreich und fürs Loben Frankreich feindlicher Regierungen verabfolgt. So blöde ist keine Regierung, daß sie für diese Gaben im vorhinein eine geschriebene Verpflichtung von einem Schriftsteller verlangt, diese Verpflichtung ist ja selbstverständlich. Es ist daher geradewegs beleidigend für den Leser, wenn Strodtmann biedermännert: „Irgendwelche Verpflichtungen der französischen Regierung gegenüber bat Heine durch Annahme dieser Unterstützung weder übernommen, noch ist dafür jemals der gerinste Dienst von ihm begehrt worden." „Nachdem Guizot am 29. November 1840 an die Spitze des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten getreten war, ließ er dem deutschen Dichter^ die Fortsetzung seiner Bension notifi- ciren, und die Audienz, in welcher dieser sich dafür bei dem Minister bedankte, ist die einzige Berührung, in welche er je mit demselben gekommen!" Da wird es nun dem Herrn Strodtmann doch selber zu arg, er sieht im Geiste, wie mancher Leser das Büchlein lächelnd niederlegt und sich denkt: Auf diese Leimspindel werde ich mich nicht aufsetzen. Da wird nun ein wenig etwas zugegeben, wie folgt: „Eine andere Frage ist, ob Heine sich nicht moralisch verpflichtet fühlte, eine Regierung, von welcher er eine ansehnliche Geldnnterstiitznng bezog, fortan in seinen Büchern und Jonrnal- correspondenzen mit einiger schonender Rücksicht zu behandeln. Und es kann nicht geleugnet werden, daß in seinen Aussätzen kür die „Allgemeine Zeitung" ans dem Anfang der Vicrzigeriahre allerdings eine minder schroffe Befehdung der Politik Lonis Philipps und seiner Räthe vorwaltet, als in früheren Berichten." S. 258: „In Wahrheit machte der Dichter, von welchem man doch nicht verlangen konnte, daß er ohne triftigen Grund öffentliche Rechenschaft über seine Einnahmequellen ablege, Freunden und Bekannten gegenüber niemals ein Hehl daraus, daß er jene Unterstützung bezöge. Kertbcnp, der ihn im Februar und März 1847 wiederholt besuchte, erzählt sogar, daß Heine dieselbe als ein Zeichen hervorhob, wie man in Frankreich selbst den fremden Schriftsteller zu achten wisse, während man in Deutschland den Landsmann zu Grunde gehen lasse." * Schon wieder dem Dichter !! Wir Leser lassen uns nicht dupiren und sagen: dem politischen Correspondenten!! Heinc und Consorten. 365 148. Fuch dieser Kerr Kertbeny sucht (aber erst 18K1) den Keine vergeblich zu puristciren. Sonderbar! Heine hat in seiner Schrift über Börne den leisen Verdacht, als ob er von der französischen Regierung etwas bekäme, mit aller ihm zu Gebote stehenden, komödienhaften sittlichen Entrüstung zurückgewiesen; erst als die Pensionslisten des Ministeriums publicirt wurden, da — konnte er es nicht mehr verleugnen. Wir besorgten uns sogleich die Schrift von Kertbeny und fanden, daß dieser eben so unbedeutende, als unzuverlässige Herr erst 1861 zur Vertheidigung Heines Folgendes erzählt'": „Mit großer Wärme sprach Heine stets von den Orleans, daß er gerade nm zehn Jahre (?) jünger als Louis Philipp sei, und daß es die Welt nicht wisse, welchen wackeren König man an ihm habe."* Er machte durchaus kein Hehl daraus, daß ihm die Juliregierung Unterstützung gebe, ja, er Pochte darauf als ein Zeichen, wie mau in Frankreich sogar den fremden Schriftsteller zu achten wisse, während man in Deutschland den Landsmann zu Grunde gehen lasse." Diese Kertbeny'sche Vertheidigung ist doch pure Lüge! Heine machte im Gegentheil immer das größte Hehl daraus, so lange die Pension nicht publik wurde; durch ihn, den Heine, ist sie nicht publik, sondern ist jede Anspielung daran immer mit hoher sittlicher Entrüstung zurückgewiesen worden. Erst im Jahre 1848 nach dem Sturme des Mini- sterialbureau und nach der Publikation der Pensionslisten konnte Heine das Gehalt nicht mehr leugnen. Strodtmann sucht ihn wiederholt etwas reinzuwaschen (II. 258): „Der zufällige Umstand (so? ei!), daß der größere Theil des Publikums erst im Frühjahr 1848 durch die Enthüllungen der ..Revue restrosxsvtivs", welche aus den Rechnungen der Juliregierung die Rechnungen des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten während der Geschäftsführung Guizots veröffentlichte, von der Unterstützungspension Heines Kunde erhielt, hat viel dazu beigetragen, die Sache in einem widerwärtigen Lichte erscheinen zu lassen." " „Silhouetten und Reliquien", von Kertbeny. Wien und Prag 1361. 2 Bändchen. I. S. 237. Wir haben früher gesehen, wie Heine vor dem Pensionsbezuge diesen wackeren König verhöhnt und im Koth herumgezerrt hat! 366 Heine und Consorten. 149. Keines Werlla'uduiß für Hel'dfrageu. Heine hat sich überhaupt selbst (nach Strodtmann II. 259) mit angeborenem Talent auf die Geldfrage verstanden. „Der Briefwechsel mit Campe gibt Zeugniß davon, daß Heine sich trotz all seines Poetenleichtsinns auf Geschäfsangelegenheiten recht wohl verstand, und Laube bemerkt mit Recht, daß von seiner Familie und seiner Jugendzeit her ein positiver Kaufmannsernst in ihm verblieben war. Nicht bloß in seiner sauberen, kaufmännisch festen Handschrift prägte sich dieses aus, nein, auch in Geldfragen war er genau; er berechnete Auflagen und Honorare sehr Pünktlich, er machte mit Behendigkeit lleberschlnge, er spekulirte unter klassenmäßiger Eintheilung und Abtheilung des Publikums auf Leser und Käufer, er that sich etwas zugute auf seine literarische Geschäftskenntniß." So wollte er als Geldspekulation eine deutsche „Pariser Zeitung" herausgeben. Strodtmann (II. 260); „Ein vermögender Freund hatte sich bereit erklärt, für die Ausführung des Unternehmens das nöthige Kapital von 159669 Francs herzugeben." Selbstverständlich ist dieser Großmüthige dem Talmud etwas näher gestanden als dem apostolischen Symbolum. 156. Wie Keine sich durch Schmäljung und Furatljen scharfer Maßregeln gegen die Katholiken an die preußische Aegierung anzndrängckn sucht, diese Uegicrung alier sellistucrstäudlich die Mffe des schlauen Seliräers durchschaut und iljnen keine Jolge giöt. Heine wollte (1838) die Zusicherung von der preußischen Regierung erhalten, daß diese Zeitung in Preußen erlaubt werde. Er wendete sich an Baron Werther und Varnhagen, die preußische Regierung sollte versichert werden, „daß er keineswegs gegen dieselbe so feindselig gesinnt sei, wie in den Journalen behauptet werde." (Strodtmann II. 263.) Heine macht der preußischen Regierung die frömmsten Verheißungen und benutzt höchst perfider Weise die damaligen Apathien Preußens gegen die katholischen Rheinlande zu folgender aus talmudischem Herzen aufquellenden Denunciation: „Aber die preußische Regierung kann sicher sein, daß bei der jetzigen Lage der Dinge in Betreff der Rheinlande alle meine Heine und Consorten, 367 Sympathien auf Seite Preußens sind, daß ich nie die Verdienste Preußens um dieses Bastardland verkenne, das erst durch Preußen für Deutschland wiedergewonnen und zu deutscher Art und Weise erhoben wird, denn Ihnen, dem Landsmann, kann ich es wohl ohne Scheu sagen, daß unsere Landslcute nie Charakter besessen, nie ein Volk waren, sondern nur ein zusammengelaufener Hansen, den jeder Rabulist regieren kann, dessen Frechheit durch Nachgiebigkeit nur gesteigert wird, aber kleinlaut zu Kreuze kriecht, wenn man strenge Maßregeln entgegensetzt; sie sind weder Deutsche, noch Franzosen, sie haben nur die Fehler der ersteren, Brutalität namentlich, ohne die Tugenden der letzteren zu besitzen, am allerwenigsten die französische Menschlichkeit," mit einem Worte: sie sind Belgier," „Ich bin der Meinung, daß in der erzbischöflichen Sache die Regierung viel zu milde Maßregeln nimmt, hier Helsen keine Palliative, sondern durchgreifende Operationen, wodurch zwar das Uebel im Momente sehr grell sich äußern wird, aber für die Zukunft gehoben werden kann. Es ist ein Glück vielmehr, daß dieses Nebel jetzt in der Stillzeit, jetzt, wo Preußen Alles wagen darf, sich zeigt, später in unruhiger Zeit ist größere Gefahr zu befürchten, und die Rheinlande könnten dadurch für Preußen verloren gehen, Nr, Kolb hat einmal in der „Allg, Zeitg," berichtet, wie bestimmt ich mich über diesen Verlust gegen die deutschen Revolutionäre im Jahre 1832 ausgesprochen, nämlich mit den Worten: „Ihr Lumpen habt nichts zu verlieren, wenn die Franzosen die Rheinlande nehmen, ich aber verliere 3 Millionen Leser.""" Die preußische Regierung war selbstverständlich so klug, mit diesem charakterlosen Anbieter sich nicht einzulassen. Er gab nun vor, Rache zu sinnen und zu spinnen, „An der preußischen Regierung räche ich mich durch Schweigen, Ich hatte vor, meinem Landsmann""" Görres recht ordentlich den " Und diese selbigen, von dem Juden im Gassenkotb Hern Inges cht eisten Rheinländer die sollen dem ckeligen Rabulisten, der in seiner Schacherbude der preußischen Regierung seine literarische Waarc anpreist, ein Monument setzen !! Dem Heine ein Monument zu einer zweideutigen Ehre und sich ein Monument zur sehr eindeutigen Schande, "" Auch hier wieder der Schachergeist, Ihm ist es nur um seine Leser und um sein Honorar zu thun, der nackte Egoismus dirigirt seine Politik. """ Görres war aber doch keiner aus dem gelobten Lande! Heine kokettirte nur heuchlerisch mit seinen Landsleutcn, Wie er die Rheinländer (seine Landsleute) oben aus vollem Judenherzen schilderte, haben wir gesehen. 368 Heine und Consorten. Kopf zu wuschen und ihn nebst seinen Spießgesellen in ihrer scheußlichsten Blöße darzustellen — aber ich schweige!" Thatsächlich hat Heine nicht aus Rache an Preußen über Görres geschwiegen, sondern aus Furcht vor Görres. Görres, der damals in der Vollkraft seiner Einsichten, aber auch seiner furchtbaren Schreibweise stand, hätte den arroganten Bocher auf Charpie zerzaust. So viel Kenntuiß der eigenen Schwäche und sonach der eigenen Feigheit einem Manne wie Görres gegenüber war dem Heine trotz seiner Ueberschätzung doch geblieben, daß er es für klüger fand, den Zähnen und Klauen des alten Löwen auszuweichen, als sich seinem Rachen zu nähern, oder mit Worten Heines: „die Hand zu küssen, die man nicht abhauen kann". Der „Athanasius" des Görres stand damals da, wie ein Leuchtthurm aus Quadern, auf Felsengrund gebaut, umspült und umwogt von der stürmischen Fluth, hier wäre jede Bemühung der talmudischen Possenreißern ohne Erfolg geblieben, wie die Schrift Gutzkows, die mit ihren Possen und ihrem Geschimpfe an Görres abprallte. Strodtmann fügt zur Charakteristik Heines noch bei: „Es war übrigens mehr als ein bloßer Scherz, wenn Heine sich an der preußischen Regierung für die ungenügende Begünstigung seines Zeitungsprojektes dadurch zu rächen drohte, daß er über wichtige Lebensfragen^des preußischen Staates ein schmollendes Stillschweigen beachtete. Subjektive Interessen und Liebhabereien spielten von jeher eine hervorragende Rolle bei seiner politischen Schriftstellerei. Er dachte in erster Linie immer an sein persönliches Schicksal, wenn von einer Umgestaltung der Staatsfornien die Rede war, und wenn man ihm solchen Egoismus vorwarf, sagte er wohl lachend: „Dies ist ja natürlich, und weil natürlich, ist es auch richtig. Thäten dies alle Politiker, so entstände nicht so viel Abstraktes, Künstliches und Gemachtes, was keinen Bestand hat. Man soll naiv sein als Politiker, wie als Poet. In der Philosophie soll sich das Bedürfniß des Denkers ausdrücken, im Staate aber das Bedürfniß des Menschen." Welch ein Unsinn! Durchwegs Mangel an Logik — eine aus Spinnengewebe gemachte Decke, um den Vorwurf des Egoismus zuzudecken. Man soll als Politiker naiv sein, d. h. zuerst sein eigenes Interesse im Auge haben, um das Gesammtwohl der Mitbürger oder der gesammten Menschheit Heine und Consorten. 369 kümmern sich nur abstrakte Politiker. Der vollendete Egoismus wird hier als der haltbare politische Unterbau proklamirt: „Wären alle Politiker solche Egoisten wie Heine, so entstände nicht so viel Abstraktes, künstlich Gemachtes." Roquette („Deutsche Dichtung." 11.493) über Heine: „In seinem ganzen Wesen destruktiv angelegt, konnte Heine mit maßloser Arroganz zwar über Alles räsonniren und ab- urtheilen, aber mit einzutreten und zu arbeiten an einer neuen Gestaltung, dazu fehlte ihm die Kraft der Gesinnung, die Ehrlichkeit des Charakters, positives Wollen und Gründlichkeit der Bildung; bei ihm war Alles nur Liebhaberei, eine ernste Aufgabe kannte er nicht." Lerique („Das Judenthum in der deutschen Literatur." Frankfurt 1882) über Heine: „Heine verbreitet durch seine Schriften die radikalsten Ansichten, er eifert wie ein Held gegen kirchliche und sociale Einrichtungen, hütet sich aber wohl, mit seiner Haut für die gepredigte Freiheit einzutreten. In feinen Schriften erscheint er überall als ein echter Volksfreund, als ihm aber die eigentlichen Demokraten mit Fleisch nnd Bein näher traten, da wollte er, der „freie" Mann, mit diesen rohen Burschen nichts zu thun haben, er zog sich wohlweislich in seine vier Pfähle zurück." 151. xLin Wrielwecljscl in Geldsachen. Jürjl Wchler-Wuskau, Wariiljagen. Keines Knkel nnd der Dichter. Fürst Pückler-Muskau hatte sich auf Bitte des Varn- hagen von Ense bei Carl Heine, dem Vetter Heinrich Heines, um eine Unterstützung für den Dichter verwendet. Der Vater Carls (Heines Onkel) war lange Zeit ein Wohlthäter Heines. Nun schreibt Carl Heine dem Fürsten aus Hamburg, 2. Februar 1846*: „Euer Durchlaucht geehrte Zuschrift vom 28. Januar habe ich heute zu erhalten die Ehre gehabt. Meine Handlungsweise gegen den Dichter hat derselbe sich selbst zuzuschreiben. Stets Anhänger (!) seines großen Talentes und ihn von Jugend auf vertheidigend, können Euer Durchlaucht denken, daß es mir sehr * „Briefwechsel und Tagebücher des Fürsten Hermann von Pückler- Muskau", von Ludmilla Assing-Grimelli. 3. Band. Berlin, Wedckind, 1874. S. 404. Brunn er, Zwei Buschmänner. 24 370 Heine und Consorten. schwer fällt, sein Betragen durchaus tadeln zu müssen, um so fataler ist es mir, wenn dem Anschein nach nur eine Geldverlegenheit als Motiv dient und der Welt gegenüber zu meinem Nachtheil entschieden werden mag, ^ Ich habe leider bittere Klagen gegen 5z, Heine zu führen und briefliche Beweise in Händen, die mich uöthigen, in meiner Handlungsweise zu beharren. Die Pietät, die ich meinem verstorbenen geliebten Vater schuldig bin, gebietet mir selbst: der Bosheit Schranken zu setzen. Aus meinem eigenen „Ich" und nicht ohne Widerstreben bin ich schon hervorgegangen, indem ich ihm unter gewissen Voraussetzungen eine Unterstützung zukommen ließ. Er hatte diese verscherzt, und ich klage mich selbst der Schwäche an, daß ich meine Hand ihm nicht ganz entzogen habe. Euer Durchlaucht werden mich entschuldigen, wenn ich nicht weiter ans diese Angelegenheit eingehe, und erlaube ich mir schließlich zu bemerken, daß mein Gewissen frei von aller Schuld ist, und wenn ich weitere Erörterungen Ihnen gegenüber vermeide, es nur geschieht, um dem Charakter des Dichters Heine nicht in Ihrer guten Meinung zu schaden. Ich bin gewiß nicht hart, auch wegen des Geldpunktes nicht unversöhnlich, aber es gibt Dinge, die erst durch Reue und gutes Betragen ausgemerzt werden müssen. Euer Durchlaucht ergebenster Diener Carl Heine," Fürst Pückler war offenbar pikirt, daß Carl Heine auf seine Verwendung hin nicht sogleich sein eisernes Herz (die Kasse) aufgethan. Er schrieb ihm aus Berlin den 6. Februar „Euer Hochwohlgeboren gefällige, obgleich abschlägige Autwort habe ich erhalten. Da sich Euer Hochwohlgeboren darin auf Familienverhältnisse beziehen, die mir natürlich ganz fremd liegen, da ich nicht einmal die betreffende Person, sondern nur den Dichter Heinrich Heine kenne, auf dessen Genius, ich wiederhole es, meinem Gefühle nach jeder Deutsche stolz zu sein Ursache hat," so ist eine weitere Verwendung von meiner Seite bei Euer Hochwohlgeboren unnütz geworden. Unter diesen Umständen bleibt mir nichts übrig, als dem Freunde des Herrn Heine (Varnhagen). auf dessen Wunsch ich hauptsächlich an Sie geschrieben, unsere kurze Correspoudenz mitzntheileu und ihm alles Weitere anheimzustellen. Mit vollkommener Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ganz ergebener Diener," * Es wird doch schon genug sein, wenn man das Dichtergenie anerkennt. Heine schrieb deutsch, aber er war kein Deutscher, sondern gerirte sich in seiner ganzen Handlungsweise stets als ein Jude minderer Sorte. Die Anforderung des S tol z w erdens auf seinen Genius ist eben nur eine Phrase, denn wenn ein Deutscher keine anderen Verdienste hat, als den Stolz auf Heine, dann ist es mit seiner Verdiensttabelle übel bestellt! Heine und Consorten. 371 Uebrigens ist Heine für die ihm vom Fürsten Pückler gemachten Complimente nicht undankbar gewesen. Im 9. Band der Memoiren. S, 301, finden wir Folgendes : „Heinrich Heine schrieb an Ferdinand Lassalle aus Paris, den 1V. Februar 1816, über mich (Pückler) das Folgende, das mein Neffe Kosbeth mir abgeschrieben hat: „Was soll ich aber vom Fürsten Pückler sagen? Welch ein ^ranck 8oip?ns»r! Sein Brief ist nicht nur ein schriftstellerisches Meisterstück, sondern auch ein bedeutsames Denkmal, bedeutsamer als ihm selber dünken mag, in Bezug auf unsere socialen Verhältnisse und Umwälzungen. Es versteht sich von selbst, daß dieser Brief gedruckt werden muß, er ist von dem allgemeinsten Interesse, und die Sehenden werden wohl merken, daß dies nicht eigentlich ein Schreiben Pücklcrs ist an Carl Heine in Sachen Heinrich Heines, sondern daß hier einer der letzten Ritter der alten Gebnrtsaristokratie den Emporkömmlingen der neuen Geldaristokratie noch zuletzt eine Lection gibt über das Thema der Ehre,* und zwar zum Besten des beleidigten Genius. — Ja, die Lection ist siegreich, der chevalereske Hvchsinu zeigt sich hier aus seinem schönsten Turnierrosse und in seinem fleckenlosesten Harnisch dem Point äRomrour und der lo^autö. Das plumpe, selbstische Krämerthum, ich hätte fast gesagt das Bürger- thum (?) findet hier seine kläglichste Niederlage, und an Verhöhnung wird es nicht fehlen, zumal von Seiten der allermodernsten Gegner der jetzigen Geldherrschaft. ^ Sie wissen, welche Leute ich meine. Der Genius freilich spielt hier eine mühselige Figur? die Romantik, die er selber auf den Tod befehdet, tritt hier großmüthig für ihn selbst in die Schranken, denn am Ende, wenn Pückler auch Fürst in den Jdealprovinzen des Geistes ist, so ist er es doch auch in dem preußischen Schlesien, und seine Handlungsweise ist eben so adelig wie edel. Ich werde bei nächster Gelegenheit dem Fürsten schreiben, unterdessen melden Sie ihm gefälligst meinen gerührten Herzensdank. Sein Brief muß in jedem Falle Publicirt werden. Das Beste wäre, Varnhageu schriebe einen Correspondenzartikel für die „Allgemeine Zeitung" und theilte den Brief mit in demselben, nach eingeholter Erlaubnis) des Fürsten. Den Artikel müßte Varn- * Im Interesse des echten alten christlichen Adels kann man sagen: Pück'ler-Muskau ist durchaus nicht der Mann gewesen, Lectionen über den Ehrenpunkt zu geben, wenn er auch seinem Herkommen nach nicht auf der Stufe der Börsenbarone gestanden. Wir haben in „Allerhand Tugendbolde aus der Ausklärungsgilde" aus den von der Ludmilla Assing herausgegebenen Memoiren Pücklcrs aktcnmäßig aus Pücklers eigenen Ausschreibungen nachgewiesen, daß dieser Herr ein sehr unsauberes und zerbrochenes moralisches Gefäß gewesen ist, und daß sein ganzer Wandel und Handel nichts weniger als ebrenpünktlich gescholten werden kann. 372 Heine und Consorten. Hagen direkt an den Baron Cotta nach Stuttgart schicken, denn in Augsburg ist zwar Kohl mein innigster Freund, aber auf seine Collegen kann ich mich nicht verlassen, Cotta's ist man aber sicher, wo er die Namen Varnhagen, Pückler und Heine sieht/' Es muß bemerkt werden, daß Heine den Brief Pücklers voll der Lobsprüche über ihn mit einem Retourwagen an Pückler erwiderte und das Belobungsdekret Pücklers, als ob es nicht durch Heines Zuthun geschehen wäre, in der „Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht wissen wollte. Es muß ferner bemerkt werden, daß der Onkel Heine dem Dichter viele und bedeutende Geldwohlthaten erwies; als der Onkel aus guten oder schlechten Gründen seine gebende Hand zurückzog, dankte ihm Heine nach Art halbzahmer Füchse, denen ein vertrauensseliger Thierfreund eine Schüssel mit Fleischstücken vorstellt und die Hand zurückzieht, der Fuchs schnappt nach der Hand des Gebers und beißt in dieselbe hinein. Das ist des Fuchses Dank. 152. Kofiöare Urlljeil'e und Hejlandnisse eines „öerütjmten" UMiners üöer Keines Hriese an Moser. Wir haben es hier nicht so sehr mit den Briefen Heines (aus denen wir schon einige Pikanterien angeführt haben), sondern mehr noch mit der Kritik und Anschauung des Rabbiners Philippson über diese Briefe zu thun. Die christlichen Leser werden staunen, wie weit es gewisse Staatsbürger in jenem (angebornen oder anerzogenen?) Talent bringen können, welches die höchst intoleranten Goyim mit dem Worte „Unverschämtheit" bezeichnen. Rebb Philippson schrieb eigenhändig (siehe „Allgemeine Zeitung des Judenthums", Leipzig, 7. October 1862, Nr. 41) Folgendes: „Wir stehen jetzt an dem Uebertritt Heines zum Christenthum, und hierfür bieten uns die vorliegenden Briefe vielfache Aufschlüsse. Sie zeigen uns, daß Heine nuS einer dem Judenthum und der religiösen lleberzeugungstreue längst entfremdeten Familie stammte, daß er die Convcrsion aus dem Motive, ein Amt im Staatsdienste oder doch eine öffentliche Carrmre zu erreichen, vollbrachte, wozu ihn damals mehr als seine Lust sein ihn erniedrigendes und doch seinen Bedürfnissen nicht genügendes Verhältniß zu seinem Oheim, Heine und Consorten. 373 dem reichen Solomon Heine, besonders antrieb, nnd endlich, daß er niemals wirklich Christ geworden, ja, daß er sogar das Christenthum haßte. Wir müssen uns hier zuvor eine Bemerkung gestatten. Wenn w ir im Folgenden die Beweisstellen aus den Briefen Heines zusammenstellen, so geschieht dies nicht, um Heine etwa zu rechtfertigen oder nur zu entschuldigen, auch nicht, weil wir dergleichen Aeußerungen liebten, sondern weil wir hiermit abermals einen Beweis für die von uns aufgestellte These haben, daß alle erzwungenen oder erkauften Conversionen der Kirche, zu welcher die Proselyten geführt werden, außerordentlichen Schaden thnn, daß diese sich damit nur innerliche Feinde schafft, welche das kirchliche Gebäude nntergraben helfen. (i) Nachdem er Berlin verlassen und in Hamburg mit Sal. Heine die unangenehmsten Erörterungen über die ferneren Unterstützungen, welche er von diesem erhalten sollte, gehabt hatte, dann wieder nach Lüneburg zu seinen Eltern gereist war, schreibt er von dort aus den 27. Januar 18231 „Du siehst mich daher trotz meiner Kopfleiden in fortgesetztem Studium meiner Juristerei, die mir in der Folge Brod schaffen soll. Wie Du denken kannst, — kommt hier die Tanke zur Sprache. Keiner von meiner Familie ist dagegen, außer ich. Und dieser Ich ist sehr eigensinniger Natur. Aus meiner Denkungsart kannst Du es Dir wohl abstrahiren, daß mir die Taufe ein gleichgültiger Akt ist, daß ich ihn auch symbolisch nicht wichtig achte, und daß er in den Verhältnissen und auf die Weise, wie er bei mir vollzogen werden würde, auch für Andere keine Bedeutung hatte. Für mich hätte er vielleicht die Bedeutung, daß ich mich der Verfechtung der Rechte meiner unglücklichen Stammesgenossen mehr weihen würde. Aber dennoch halte ich es unter meiner Würde und meine Ehre befleckend, wenn ich, um ein Amt in Preußen anzunehmen, mich taufen ließe. Im lieben Preußen!!! Ich weiß wirklich nicht, wie ich mir in meiner schlechten Lage helfen soll. Ich werde noch aus Aerger katholisch und hänge mich auf. Doch auch dieses fatale Thema breche ich ab, nnd da ich Dich in einigen Monaten persönlich spreche, will ich die Besprechung desselben bis dahin verschieben. Wir leben in einer traurigen Zeit, Schurken werden zu den Besten, und die Besten müssen Schurken werden, (s) Ich verstehe sehr gut die Worte des Psalmisten: Herr Gott, gib mir mein täglich Brod, daß ich deinen Namen nicht lästere!" — Erst ein Brief aus Hamburg vom 14. December 1825 zeigt uns, daß der Uebertritt Heines vor Kurzem geschehen war. Aus dem Kreise, welchem er in Berlin angehört hatte, nnd welcher die Cultur und Wissenschaft des Jndenthnms zu fördern nnd die Rechte derJuden(s) eifrigst zu verfechten sich zum Lebensziel gesetzt hatte, war Gans, vorher der eifrigste der Eiferer, zuerst geschieden, nachdem er, gestützt ans das Gesetz vom 11. März >>74 Heine und Consorten. 1812, lange Zeit mit dem preußischen Ministerium nm die Erlangung einer Professur oder doch nur Privatdocentnr an der Berliner Universität gerechtet hatte. Er hatte sich aus Familienrücksichten in Paris taufen lassen, c») und erhielt dann sogleich, was das Ziel seines Ehrgeizes war, Run schreibt Heine: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, Cohn versichert mich, Gans predige das Christenthum und suche die Kinder Israels zu bekehren, Thut er dieses aus Ucberzeugung, so ist er ein Narr! thut er es aus Gleißnerei, so ist er ein Lump, (s) Ich werde zwar nicht aufhören, Gans zu lieben, dennoch gestehe ich, weit lieber wär's mir gewesen, wenn ich statt obiger Nachricht erfahren hätte, Gans habe silberne Löffel gestohlen," Er fährt fort: „Es wäre mir sehr leid, wenn mein eigenes Getanftsein Dir in einem günstigen Lichte erscheinen könnte. Ich versichere Dich, wenn die Gesetze das Stehlen silberner Löffel erlaubt hätten, so würde ich mich nicht getauft haben. Mündlich mehr hiervon. Vorigen Sonnabend war ich im Tempel, und habe die Freude gehabt, eigenohrig anzuhören, wie vr. Solomon gegen die getauften Juden loszog und besonders stichelte, „„wie sie von der bloßen Hoffnung, eine Stelle (ipslssiirm vsrba) zu bekommen, sich verlocken lassen, dem Glauben ihrer Väter untren zu werden"". Ich versichere Dir, die Predigt war gut, und ich beabsichtige, den Plann diese Tage zu besuchen, — Cohn zeigt sich groß gegen mich. Ich esse bei ihm am Schabbes, er sammelt glühende Knggel auf mein Haupt, und mit Zerknirschung esse ich dieses heilige Nationalgericht, das für die Erhaltung des Judenthums mehr gewirkt hat, als alle drei Hefte der Zeitschrift (für Wissenschast des Jndenthnms von Zunz). Indessen hat es auch, größeren Absatz gehabt," — Zur Ehrenrettung Gans' bemerken wir übrigens, daß diese Nachrede über ihn von Heine selbst in einem späteren Briefe als völlig unwahr bezeichnet wird, und blieb Gans bis zu seinem Tode seiner inneren Ueber- zeugnng trotz seiner Beweglichkeit treu, W Bekanntlich wurde Gans später der kräftigste Träger der liberalen Grundsätze in Berlin und sein frühzeitiger Tod als ein großer Verlust für diese bedauert. Einige Zeit darauf macht er die ironische Bemerkung: „Ich werde jetzt ein rechter Christ: ich schmarotze nämlich bei den reichen Juden," Am !>. Januar 1826 schreibt er: „Ich bin jetzt bei Christ und Jude verhaßt. Ich bereue sehr, daß ich mich getauft habT ich seh' noch gar nicht ein, daß es mir seitdem besser gegangen sei, im Gegentheil, ich habe seitdem nichts als Unglück," — „Ist es nicht närrisch, kaum bin ich getauft, so werde ich als Jude verschrieen. Aber ich sage Dir, nichts als Widerwärtigkeiten seitdem," — Einige Monate später drückt er mit tiefem Gesühle seine wchmüthigen Erinnerungen an die Zeit aus, in welcher er mit Moser, Gans, Zunz n, s, w, für die Zwecke des Vereins geschwärmt, und fährt dann fort: „Du hattest damals auch einige sehr gute Gedankeu über Jndenthum, christliche Niederträchtigkeit der Proselytenmacherei, 4. Der incarnirte Satz in seinen echt takmndischcn Ausbrüchen gegen das Kreuz und gegen den Welterloser. Ein Wiener Blatt, „Lloyd" getauft und vom damaligen Ministerium in Oesterreich subventionirt, widmete Heines „Romancero" ein lobüberfließendes Feuilleton an einem Sonntag (der Talmud befiehlt eben, man solle den Goyim immer ihre Sonn- und Festtage verleiden) und meint am Ende: „Wir können zum Schlüsse uicht unterlassen, den Wunsch auszudrücken, der geistreiche Componist möge sich des „Romancero", des Dichter? ebenso geistreich bemächtigen, um die musikalische Kunst im wahren Sinne zu bereichern." Nach diesem synagogalen Rathe sollten dann die Christen in Deutschland unter anderem folgende Liedesstrophe Heines über den Kreuzestod des Erlösers besingen: „Unser Gott ist nicht gestorben Als ein armes Lämmerschivänzchen, Für die Menschheit ist kein süßes Philanthröpchen, Fabelhänschen." So hat Heine, der todtkranke, von Schmerzen gepeinigte Jude, gedichtet. Was möchte Juugisrael sagen, wenn wir die obigen niederträchtigsten, wuthschäumenden Verse auf Jungisrael umkehren würden, ungefähr so: Menschenretter sind die Juden, Die uns fressen auf dem Kräutchen Und in ihren Börsenbuden Ueber'n Kopf uns zieh'n das Häutchen, 5 Das ist eine echt jüdisch-höhnische Verdrehung von Christi Worten. Heine und Eonsorten. 37ll Die das Heiligste bestinken Mit dem eklen Knoblauchdüftchen, Und das Blut des Volkes trinken, Diese jämmerlichen Schüftchen. Ueber derlei Ritornelle heult Jnngisrael, aber die Christen sollen sich das Heiligste vor ihren Augen verhöhnen, verspeien und mit Füßen treten lassen! In den Reisebildern III.: Die Stadt Lucca, enthält Kapitel 6 durchwegs eine Verhöhnung des Erlösers und des Clerus. Heine läßt nach einer Schilderung der Unterhaltlichkeit, Freiheit, linst und Wonne des Heidenthums wie folgt den Erlöser in der Welt erscheinen: „Da Plötzlich keuchte heran ein bleicher, bluttriefender Jude, mit einer Dornenkrone auf dem Haupte und mit einem großen Holzkreuz auf der Schulter, und er warf das Kreuz auf den hohen Göttertisch, daß die goldenen Pokale zitterten und die Götter verstummten und erblichen und immer bleicher und bleicher wurden, bis sie endlich ganz im Nebel zerrannen. Nun gab's eine traurige Zeit und die Welt wurde grau und dunkel. Es gab keine glücklichen Götter mehr, der Olymp wurde ein Lazareth, wo geschundene, gebratene und gespießte Gölter langweilig umherschlichcn und ihre Wunden verbanden und triste Lieder sangen. Die Religion gewährte keine Freude mehr, sondern Trost, es war eine trübselige, blutrünstige Delinguentenreligion." Das ganze lange Kapitel ist eine perennirende Verhöhnung des Kreuzes und eines Wuthgeschimpfes über „Pfaffen", katholische und protestantische. So erzählt er folgende Scene aus Lucca: „Signora bat uns, mit ihr nach dem Kloster zu gehen, worin das wnnderthätige Kreuz,* das Merkwürdigste in ganz Toscana, verehrt wird. Und es war gut, daß wir den Dom verließen, denn Myladis Tollheiten würden uns doch am Ende in Verlegenheiten gestürzt haben; sie sprudelte von lustiger Laune, lauter lieblich närrische Gedanken, so llbermüthig wie junge Kätzchen, die in der Maisonne hernmspringen. Am Ausgange des Domes tunkte sie den Zeigefinger dreimal ins Weihwasser, besprengte sich jedes Mal und murmelte: dem Zefardeym Kinnini, welches nach ihrer Behauptung die arabische Formel ist, womit die Zauberinnen einen Menschen in einen Esel verwandeln." * Wir erinnern hier an den Kammerdiener Kumpels (Nr. 94), welchen Heine sehr schlau das Crucifix bespucken läßt, um es zu putzen. Z80 Heine und Consorten. Auch der Romancero wimmelt von echt jüdischem Spott, Hohn und ekeliger Gemeinheit über Personen und Institutionen im Christenthum. Schon beim Erscheinen dieser Mache brachte darüber die „Weserzeitung" einige treffliche Bemerkungen, von denen wir einige hier folgen lassein „Das Buch macht einen unergnicklichen, übelriechenden Eindruck trotz des duftig-romantischen Titels, der zum Inhalt paßt wie schwarzer Corduan und Goldschnitt zu einer Sammlung von Trinkliedern. Romantik freilich durchweht die neuen Gedichte Heines vom ersten Verse bis zum letzten, aber Romantik der allerschlech- testen Sorte, die Nomantik der jüderlichen, regel- und gesetzlosen Subjektivität, welche man sich gefallen läßt, sobald sie elegant, graziös und witzig auftritt, die aber widerwärtig wird, wenn sie in den Gassenbnbentvn verfällt. Daß Heinrich Heine einmal auf dem deutschen Parnasse den Gamm repräsentirt, wissen wir längst, und wir haben, als wir den Romancero aufschlugen, nicht von dem Verfasser des Wintermärchens und des Atta Troll Schiller- scheu Adel und Goethesche Classicität erwartet, — aber über diesen Grad von literarischer Ausartung, wie er seine neueste Dichtergabe bezeichnet, waren wir doch einigermaßen betroffen. „Ich habe gerochen alle Gerüche In dieser holden Erdenküche," sagt der Dichter in dem „Rückschau" betitelten kleinen Stücke, aber er hat uns denn auch von diesen Gerüchen keinen einzigen erspart. Wenn wir hin und wieder den süßen Duft einer vollen Rose, hin und wieder das feine Parfüm eines prickelnden Champagners oder das edle, zauberische Aroma goldenen Rheinweines einzuathmen haben, so scheint es, als ob dieser Genuß uns nur geboten werde, um unsere Nerven desto empfindlicher zu machen für die mephiti- scheu Gerüche, welche unmittelbar daneben von Knoblauch, ranzigem Oel und ähnlichen unsauberen Dingen emporsteigen. Der „Romancero" ist dem deutschen Publico von dienstfertigen Schildknappen des Verlegers oder von gutherzigen Freunden des armen, leidenden Poeten (am meisten aber durch die verjudete Presse und die schmutzigen Handhaber derselben) mit solchen Posannentönen im voraus angepriesen worden, daß selbst Meperbeer für eine neue Over nicht mehr Marktschreierei hätte verlangen können. „Heine ist noch immer ganz der Alte!" „Heine ist fromm geworden!" „Heine ist nicht fromm geworden!" „Heines Romancero wird diesem Dichtcrleben die Krone aufsetzen," mit solchen und ähnlichen tantalisirenden Notizen sind wir Monate hindurch ans das große Ereigniß vorbereitet worden. Jetzt endlich hat Herr Campe von der Urne voll romantischer Rosen- und Lotosdüftc, die man uns versprach, den Deckel abgehoben, und wir halten uns erschrocken die Nase zu. Freilich, Heine ist noch immer der Alte, ^ aber er ist bei Weitem nicht mehr ganz der Alte. Die Atmosphäre des Heine und Consorten. 381 Buches, ach, widert uns an wie die eines langjährigen Krankenzimmers. Es gibt verschiedene Arten, krank zu sein. „In seiner Matratzengruft zu Paris," von welcher er im Nachwort ergreifend genug redet, wo er „früh und spät nur Wagengerasscl, Gekeife und Klaviergeklimper vernimmt," ist auch seine Muse angekränkelt worden von dem lntezischen Gifthauche, und die schalkhafte, muntere, freche Dirne, die bei allen Ungezogenheiten des Cancans, den sie tanzte, doch immer die Linie einer gewissen Grazie innehielt, ist zu einer alten, häßlichen Krankenwärterin geworden, die freilich noch eine Menge schöner Märchen zu erzählen weiß, die uns aber fortwährend durch ihre hüstelnde Stimme und ihre hektische Lustigkeit in eine peinliche Stimmung versetzt." Ferner: Die protestantische „Hannover. Ztg." sagt über Heines Romancero: „Wo findet man Gott, Christus und Maria, Beschneidung, Taufe und Abendmahl, Tod und Auferstehung und alles Heilige, wo Republik und Monarchie und alle Formen der menschlichen Gesellschaft schnöder verspottet, verhöhnt, als in diesem Romancero? wo die geheimsten Seiten der menschlichen Natnr so rücksichtslos aufgedeckt, und wo in so verfluchten Ausdrücken geschimpft, wie hier? Die schrecklichen Leiden seines gefolterten Körpers haben den Dichter seine rauhe Seite hervorkehren lassen, und er, der sich im Nachwort der „angebornen Zähne und Tatzen des Tigers" rühmt, erscheint in dieser Sammlung fast dnrchgehends als ein auf den Tod verwundeter borstiger Keiler. Wie schade, daß ein solches poetisches Genie so lästerlich verschlendert ist! Es ist sehr zu wünschen, daß dies Buch nur eine möglichst geringe Verbreitung erlange: für die Jugend zumal möchte ein gefährlicheres Gift nur sehr schwer zu finden sein Geht man weiter zu dem letzten Gedichte, „Disputation" überschrieben, der elenden Schilderung eines Kampfes zwischen einem Mönche und einem Rabbi (gerade diese Schilderung haben die Judenblätter als eine Roretät und prächtige Meloche ausgegeben), so kommt man zur Vermuthung, daß in Heine damals Christenthum und Judenthum den letzten Verzweiflungskampf gekämpft haben. Man möchte meinen, es sei der Hauptgrund seiner inneren Zerfahrenheit darin zu suchen, daß er Zeit seines Lebens zwischen Christenthum und Judenthum hin und her gewürfelt worden ist." 155. Gerichte nöcr die Wekcljrung Keines, und wie selbst lilier diese Wekcijrnng die Jünger des Dichters erbittert worden sind. Ein Jahr vor Heines Tode brachte die „Fr. Allg. K.-Ztg." und viele andere Blätter folgenden Bericht über Heines Zustand: „Ein Freund hat den kranken Dichter besucht. Heine soll sich zu diesem geäußert haben wie folgt: „Glauben Sie es mir, mein <582 Heine und Consorten. Freund, denn Heinrich Heine sagt es Ihnen auf seinem Sterbelager, nach jahrelanger reiflicher Ueberlegung, nach Abwägung alles dessen, was von allen Nationen darüber gesagt und geschrieben worden ist, bin ich zu der Gewißheit gekommen, daß es einen Gott gibt, der ein Richter unserer Thaten ist, daß unsere Seele unsterblich ist, und daß es ein Jenseits gibt, wo das Gnte belohnt und das Böse bestraft wird — ja, dies sagt Ihnen Heinrich Heine, und wenn Sie je Zweifel darüber gehabt haben, so lassen Sie sie schwinden, und sehen Sie hier, wie man bei einem festen Glanben an Gott selbst die schrecklichsten irdischen Qualen ohne Murren ertragen kann: hätte ich diesen Glauben nicht, so würde ich bei der Gewißheit, daß mein Zustand Hülflos ist, schon längst diesem elenden Leben ein Ende gemacht haben. Es gibt Thoren, die, nachdem sie ein ganzes Menschenleben vom Jrrthnm befangen waren, und diese irrige Ansicht durch Wort und That ausgesprochen hatten, nicht mehr den Mnth haben, zu bekennen, daß sie so lange irren konnten, ich aber spreche es offen aus, es war ein heilloser Jrrthnm, der mich so lange befangen hielt, jetzt sehe ich klar, und wer mich kennt, wer mich sieht, wird sagen, daß ich nicht gedrückten und befangenen Geistes so spreche, sondern zu einer Zeit, wo meine Verstandeskrttfte nngeschwächt so klar sind, wie je zuvor." Der Rabbi Philippsvn hat Heines Bekehrung wieder für das Judenthum in Beschlag genommen und darüber in seinem sinne berichtet! „Heinrich Heine, der frivole Dichter, der seinen beißenden Spott, seine ätzende Ironie über Alles ausgegossen, ivas irgend eine schwache Seite bietet, der namentlich Juden und Judenthum oft genug zum Gegenstände seiner ausgelassenen Laune gemacht^ er hat in seiner neuesten Schrift „Geständnisse" Alles revocirt, er ist jüdisch-biblisch-glänbig geworden, und zwar in tiefstem Ernste/' Besonders eine für Israel glänzende Stelle hebt das Bolksblatt mit großen, gesperrten Lettern hervor: „Wie über den Werkmeister, Hab' ich auch über das Werk, die Juden, nie mit hinlänglicher Ehrfurcht gesprochen, und zwar wieder meines hellenischen Naturells wegen, dem der judaische Ascetismus zuwider war. Meine Vorliebe für Hellas hat seitdem abgenommen. Ich sehe jetzt, die Griechen waren nur schöne Jünglinge, die Juden aber waren immer Männer, gewaltige, unbeugsame Männer,** nicht bloß ehemals, sondern bis ans den heutigen Tag, trotz achtzehn Jahrhunderten der Verfolgung und * Wir zweifeln sehr, ob nicht Herr Rabbi Philippsvn selbst etwas lächelte, als er obigen tiefen Ernst niederschrieb. ** Was sich so ein armer Teufel des Handels und Wandels denken mag, wenn er sich in die Reihe der gewaltigen unbeugsamen Männer hineingeschoben sieht! Und vom gewaltigen Heine noch dazu! Heine und Consortcn. 383 des Elends. Ich habe sie seitdem besser würdigen gelernt, und könnte stolz darauf sein, daß meine Ahnen dem edlen Hanse Israel angehörten, daß ich ein Abkömmling jener Märtyrer, die der Welt einen Gott und eine Moral gegeben, und ans allen Schlachtfeldern des Gedankens gekämpft und gelitten haben." „Die Geschichte des Mittelalters und selbst der modernen Zeit hat selten in ihre Tagesberichte die Namen solcher Ritter des heiligen Geistes eingezeichnet, denn sie fochten gewöhnlich mit verschlossenem Visir. Ebensowenig die Thaten der Juden, wie ihr eigentliches Wesen sind der Welt bekannt. Man glaubt sie zu kennen, weil man ihre Bärte gesehen, aber mehr kam nie von ihnen zum Vorschein, und wie im Mittelalter sind sie auch noch in der modernen Zeit ein wandelndes Geheimniß." Der Schluß enthält eine große, aber von Heine nicht verstandene Wahrheit. Die Juden sind wohl ein wandelndes Geheimniß, aber auch ein offenes Zeugniß für's Christenthum. Selbst diese Bekehrung ist nur gewissen Juden und ungewissen Christen höchlich zuwider gewesen. Wir wollen nur ein paar Exempel anführen. Alfred Meißner tröstete sich und seine Genossen, daß Heine, wenn er schon an religiöser Stimmung Behagen und Reue über sein vergangenes Leben empfunden, doch diese Stimmung nie confessionell war (wie schlau!), daß er eigentlich doch nicht zu den Frommen gehörte, wie es „jene wohlorgaui- sirte Propaganda der Verleumdung erfunden hat". Selbst Heines Reue war dem großen Meißner schon zuwider; er meint darüber: „Er weiß wohl, daß er nichts zu bereuen hat, er, der wie ein Kind sich an allem Schönen erfreute, allen Schmetterlingen nachlief, die schönsten Blumen am Wege fand, er, dessen ganzes Leben ein schöner Ferientag gewesen." Wie gut gewählt ist das Wort Ferien tag, es zeigt so recht, daß man weder Christ noch Jude ist, es ist der Ruhestuhl zwischen Christenthum und Judenthum, zwischen Sonntag und Schabbes!! Das Kostbarste, was auch in Frankreich noch nicht dagewesen, ist der Vorwurf von Verleumdung, Jenen gemacht, welche da sagen: es empfinde Jemand Reue über ein wüstes Leben! Der Wiener Dichter Bauernfeld, welcher zur Zeit der Bekehrungssage noch ganz und gar an der Judenleine mitgerannt, sich aber fünf Jahre vor seinem 1890 erfolgten Tode 384 Heine und Consortcn. wieder der Kirche zugewendet und seit damals alljährlich die Sakramente empfangen hat, dichtete damals über Heine: „Daß der Herr sich Dein erbarme! — Du bist fromm geworden gar; — Wirfst Dich in Jehovas Arme, — Du, der Hegels Schüler war. — — Fromm sein — treffliche Bescherung! — Reue, Buße, inn'res Licht; — Doch es glaubt an die Bekehrung — Jener alte Zorngott nicht. Zwischen Rosen mit dem Becher — Lag der Greis Anakreon, — Und die Seele schwebt dem Zecher — Mit dem letzten Zug davon. - — Deine Rosen sind verblichen, — Und ein Zecher warst Du nie; — Armer mit den Dornenstichen, — Heiland Du der Poesie! Nimmer beugt der Schmerz Dich nieder, — Noch die Qual der trüben Zeiten; — Gott des Spottes, Gott der Lieder, — Schlägst Du sterbend in die Saiten. Gerne tauschten wir Gesunden — Mit dem armen kranken Heine; — Denn mit allen Schmerzcnswunden — Bist Du noch der Einzig-Eine! Die Heiligen sind Dir ein Graus — Mit ihren gebändigten Trieben, — Genir' Dich nicht, sag's nur heraus: — Du bist ein Heide geblieben. Gern liefst Du ins muntere Haus, — Gern möchtest Du lachen und lieben. — Genir' Dich nicht, sag's nur heraus: — Du bist ein Schalk geblieben. — — Du gibst uns fetten Gedankenschmaus, — Des Witzes Funken stieben. — Genirt Euch nicht, sagt's nur heraus: — Er ist ein Dichter geblieben." — Der Autor dieses erwiderte dem Bauernfeld damals in der „Wiener Kirchenzeitung" wie folgt: „Genirt Euch nicht, sagt's nur heraus, — Euch ärgert verflucht die Bekehrung, — Das war' auf ein Leben voll Saus und Braus — Eine schöne, saub're Bescherung! Genirt Euch nicht, sagt's nur heraus: — Es steht Euch im Herzen geschrieben: — Er sagt: Im Tode sei's nicht aus, — Er ist kein ganzer Lump geblieben! Genirt Euch nicht, sagt's nur heraus: — Ihr wollt dem Teufel Euch verschreiben; — Der Name Gottes ist Euch ein Graus, — Ihr wollt in Ewigkeit Lumpen bleiben. — — Wenn Einer ein wenig nur Miene macht — Zum Glauben, Hoffen, Bekennen, — Wird er dumm-teuflisch von Euch verlacht, — Weil Euch die Gewissen brennen! Wir kennen Euern Cultns gar wohl; — Aus Euern Liedern, die krank und heiser — Und Eure Tempelhallen sind gar: — Ihr sagt es selbst: die „muntern Häuser". Euch sind die Heiligen freilich ein Graus — Mit ihren gebändigten Trieben; — Ihr habet Euch saus Zeno im „muntern Haus" — Dem Teufel auf ewig verschrieben!" 156. Das projektirte Wonument. Schl'ujMrachtung. Wir bringen hier noch ein Urtheil über Heine aus einer in Düsseldorf erschienenen Flugschrift in den Tagen, als es sich um ein Monument in der Gebnrtsstadt des Dichters Heine und Consorten. 385 handelte (auch im „Vaterland" vom 28. Januar 1888 re- producirt): „Daß einem Juden wie Heine, trotzdem er überzeugungslos aus „Luxusübermuth", wie er sagt, sich taufen ließ; trotzdem er charakterlos bald von seiner Vorliebe für den KatholicismuS redete, bald wieder auf seinen Protestantismus und sein Lutherthum sich berief, bald wieder sein Judenthum hervorkehrte; trotzdem er sittenlos ein „toll-wüst-cyuisch-abstoßend" Leben führte,' wie er es in den Memoiren Schnabelopskhs mit offener Frechheit geschildert hat; trotzdem er alles Heilige verspottete und sich bis zum frevelhasten Hohn gegen Gott steigerte; trotzdem er vaterlandslos die deutsche Nation, das glänzendste Blatt seiner Geschichte, verhöhnte und unser Königshans mit Schmutz bewarf; trotzdem er geistlos die Poesie an die Sinnlichkeit verkaufte und dadurch einen Hochverrath an jener beging, trotzdem und alledem ein Denkmal errichtet werde, weil er als begabter Dichter auch schöne Lieder gemacht hat, das halten wir mit einem Worte für eine sittliche Unmöglichkeit!" Es sind uns während der Zeit des Monumentschwindels auch vier Strophen einer Vierzeiligen zugekommen, die wohl für sehr derb, aber sicher nicht für ungerecht und unverdient gehalten werden könnten. Einige Freunde haben uns gerathen, dieselben hier aufzunehmen, um für die Zukunft alle Jene zur Raison zu bringen, die sich von einem neuen Monumentlärm könnten betäuben lassen. An den Worten „Hund" und „hündisch" haben die Verehrer Heines, wenn er es gegen die ehrenhaftesten Männer gebrauchte, nie einen Anstoß genommen (z. B. gegen Cobbet), es waren eben Reminiscenzen aus dem Lokuloüuo uruab und dem Talmud, allwo die Akum (Goyim) sehr oft und sehr drastisch als Hunde traktirt werden. In Düsseldorf hat man der dortigen Stimmung während des Spektakels 1888 folgenden Ausdruck gegeben; „Wir finden durchaus keinen Grund, Dahier am Strand der Düffel Zu ehren einen Schw d Mit einem eklen Rüssel. Der über unser Vaterland Die Nase oll gerümpft hat, Und wüthend, außer Rand und Band, Talmudisch es beschimpft hat. Brauner, Zwei Buschmänner. Sl. 386 Heine und Consorten. Wir bieten der Reklame Trutz, Wir brauchen nicht sein Standbild, Der Jud' war durch und durch nichts nutz, Wir setzen uns kein Schandbild. Wollt ihr schon den elenden Tropf Recht nach Verdiensten loben, So setzt aus Quark desselben Kops Auf einen Schweinekoben." Wie sich in Preußen die Anschauung der Heineschen Poesie und die Stimmung hierüder in Richterkreisen kundgibt, ersehen wir aus folgender im November 1890 in verschiedenen Blättern cursirenden Notiz: „Ein Gedicht Heines. Ueber das Schicksal eines Gedichtes des frivolen jüdischen Dichters Heine wird aus Magdeburg geschrieben: Wegen des Abdruckes des Heine'schen Weberliedes in der „Volksstimme" ist gegen den Redakteur ein Strafverfahren wegen Gotteslästerung und Majestätsbeleidigung eingeleitet worden." 157. Viele Juden mit und viele Misten ohne Begeisterung für Keine. Keine als Wagiator. Wir wollen die Leser noch mit einigem Geschmuse bekannt machen, welches bei Gelegenheit des Monumentprojektes für Heine verlautbar geworden ist. Die Heineanbeter zappelten schon im prophetischen Geiste voll Freuden um das Monument herum, sie nannten in ihrer exorbitanten Phantasie die Errichtung dieses Denkmals „das Abzahlen einer Ehrenschuld von Seite der deutschen Nation". Der Handelsmann L. Fuld degradirte das „Magazin für Literatur des In- und Auslandes" zu einer Trödelbude, indem er daselbst wie alte Hosen und durchgetretene Stiefel seine abgebrauchten Aufklärungsphrasen unterzubringen sucht. Fuld mauschelt: „Obscurantismus und Zionswächterei feiern wieder einmal im neuen Reiche Orgien und Saturnalien, welche im Zeitalter Darwins kaum für möglich gehalten werden sollten. Der Zelotismus und die theologische Verbissenheit führen wieder einen Hexensabbath auf, der uns lebhaft an die Zeiten erinnert, in welchen all majorem Osi gloriam Giordano Bruno den Scheiterhaufen besteigen mußte." Heine und Consorten. 387 Das ließe sich auch ganz umgekehrt nutzanwenden, z. B. wie folgt: „Talmudismus und Schulchanaruchismus feiern wieder einmal im neuen Reiche Orgien und Saturnalien, welche im Zeitalter der von allen Seiten durchschauten Frechheit und Niedertracht kaum für möglich gehalten werden sollten. Die jüdische Frechheit und der zweitausendjährige, wüthende Goyimhaß führen wieder einen Hexensabbath auf, der lebhaft an die Zeit erinnert, in welcher das ausgesogene christliche Spanien seine Blutegel aus dem verwüsteten Lande hinauszutreiben gesucht hat." Wie in neuester Zeit l)r. Paul Albrecht mit staunens- werther Literaturkenntniß in Hunderten von Beispielen den zerschmetternden Beweis geliefert hat, daß der große Lessing der eklatanteste Gedanken-, Bilder-, Witz- und gute Einfälle-Dieb gewesen ist, der die klassische griechische und römische, die englische, französische, italienische und deutsche Literatur unverschämt bestohlen hat, so daß seine gerühmten Einfälle, Bilder und Scenen als freche Plagiate vor Aller Augen daliegen, so haben in neuerer Zeit Schriftsteller der verschiedensten Gattung ebenfalls nachgewiesen, daß Heine echt jüdisch frühere Romantiker bestohlen, und nur den Diebstahl mit dem ihm eigentümlichen Schmutz zuzudecken versucht hat. I. Diel („El. Brentanos ausgewählte Poesien." Einleitung.): „Aus guter Quelle steht fest, daß Heine keine anderen Dichtungen so eifrig las und förmlich studierte, als die wenigen von Brentano erschienenen. So ist denn auch in der That bereits von verschiedenen Literarhistorikern, selbst von Gottschall, einem Epigonen der jnngdeutschen Schule und somit unparteiischem Zeugen hervorgehoben worden, daß bei Brentano schon alle bewunderten Kühnheiten des Heine'schen Sthls in Freses und Genre lebendig find, wie Brentano durch den Contrast vollwichtiger Gelehrsamkeit mit den leichtgeprägten Strophen, worin er sich bewegt, einen humoristisch-barocken Effekt hervorbringt, den Heine in seinen Dichtungen vielfach nachahmt, wie endlich Brentano den Ton der besten Heine'schen Lieder schon lange vor Heine gehabt, aber ohne des Letzteren auflösende und zerstörende Pointen, und wie manche von Heines Reimen verhüllt in Brentano schlummern." R. von Gottschall (sicher kein Ultramontaner) sagt über Heine: „Heinrich Heine ist ein Dichter, er hat Anmnth, Empfindung, Natnrandacht (!), Gedankenschwnng, doch darin besteht nicht seine originale Bedeutung, das Liebliche und Träumerische in ss» 388 Heine und Consorten. seinen Gedichten hat er aus des Knaben Wunderhorn, aus Arnim und Brentano, Durch den maßlosen mephistophelischen Hohn, die triumphirende Freude des stets verneinenden Geistes und seine diabolische Kraft, welche jedes Gefühl, jeden Gedanken zertrümmert, welche das Schöne nur als Torso kennt, das sind Elemente, die in dieser conseguenten Durchführung wesentlich neu waren und durch ihre frappante Kühnheit das größte Aufsehen machten." Ferner sagt Gottschall - „Heine und Börne sind kranke Naturen: dort haben wir das Fieber des Talentes, hier das Fieber des Charakters, dort (ber Heine) die süßen, lieblichen Traumbilder der Phantasie, aber auch bacchantische Träume mit crassen Nuditäten, und nach den holdesten Träumen ein estnisches Erwachen," 158, Wie Keine ehrenhafte «Millen behandelt, und wie aber auch Ftheistcn über Keine den Stab brechen. Die Niederträchtigkeit Heines, der die von ihm be- stohlenen Romantiker beschimpft, charakterisirt F. W, Weber: Der feine Knabe sagt unfeinen Dank, Der in den Brunnen speit, aus dein er trank. Man könnte die ganze Romantik Heines in einer Vierzeile schildern wie folgt: Er macht einen Strauß aus duftigen Blumen Und dreht ihn herum im Sonnenschein, Und wenn ihn dann emsige Bienen umstimmen, So spuckt er echt bubenhaft mitten hinein. Das Bespötzeln und Bespeien kommt bei Heine in seiner Poesie oft so recht talmudartig vor. Peter Cornelius, der geniale Künstler, wird von Heine in folgender Weise angegrunzt: „Mit Cornelius ging verloren — Auch des Meisters Jüngerschaft, Hat das Haar sich abgeschoren, — Und das Haar war ihre Kraft, Denn der kluge Meister legte — Einen Zauber in das Haar, Drin sich sichtbar oft bewegte — Etwas, das lebendig war." Im Heinestyl ließe sich dieser Poesie folgendes Paroli bieten: Wer aus das Haupt eines Ehrenmannes Die eig'nen Läuse will übertragen, Bei dem ist wohl erlaubt, zu fragen: Wer kann das thun? Ein Lausbub' kann es. Heine und Consortm. 389 Die moderne Moral der Tintenjuden lautet: Ein verkommener Jude darf sich auch dem ehrenhaftesten Christen gegenüber Alles erlauben, der ehrenhafteste Goy aber darf sich dem schäbigsten, sittlich verkommensten Juden gegenüber gar nichts erlauben! Der alte Görres war doch ein Ehrenmann jeder Zoll, abgesehen von seinem anerkannten Genie, von seiner zerschmetternden Sprachweise. Den bespötzelt der Jude wie folgt: „Tod ist Görres, die Hyäne.'— Ob der heiligen Osfiz Umsturz quoll ihm einst die Thräne — Ans des Auges rothem Schlitz. Dieses Ranbthier hat ein Suhnchen Hinterlassen, doch es ist nur ein giftiges Kaninchen." Den Herren Juden wäre zu gratuliren, wenn ihnen nur in schlechten Reimen alles das vergolten würde, was sie in schlechten Reimen den Goyim angethan haben, die Vergeltung in geschichtlicher Prosa dürfte nicht so glimpflich ausfallen. Auf das Heinegeschmuse wäre hier zu erwidern: Todt ist Heine, doch nur Heine War er, — aber nie Hyäne. Nur den Schweinstrank lieben Schweine, Aber nie die Hippokrene. Aus dem Schweiutrog hat geschlurft er Und gab Andern — auch zu schlürfen, Und das Alles hat gedurft er, And're hätten es nicht dürfen. Alle Herren, die im Koben Mit dem Heine wohnlich Hausen, Werden diesen Trank nur loben Und ihn schlürfen ohne Grausen. Sollten sie darüber kommen, Auch in Feuer und in Flammen, Ein Wort bleibt uns unbenommen: Euch hält nur der Schmutz zusammen! Dieses Wort, es steht bei Heinen, Der Dichter selbst gab es zu lesen. Fand er im Koth sich mit den Seinen, Da ist ihm erst recht wohl gewesen! 890 Heine und Consorten. Einige Urtheile Dührings über Heine (Dühring: „Judenfrage." 2. Auflage. 1881. S. 54 u. ff.): „Man braucht nur die Namen Heine und Börne zu nennen und nian hat das verhältnißmäßig Beste, oder vorsichtiger ausgedrückt, das am wenigsten Schlechte beisammen, was in der deutschen Literatur im 19. Jahrhundert bisher im Vordergrunde gestanden, und auf die freiheitlich sein wollenden Elemente den meisten Einfluß ausgeübt hat. Beide Schriftsteller waren zuerst auch Re- ligionsjuden, beide ließen sich taufen, Börne ganz heimlich, und bei beiden ist der Zweck dieses Religionstausches bekannt: er galt der Beförderung. Heine gedachte so eine Professur zu erlangen, beide hatten sich aber verrechnet und umsonst bemüht. Auch mögen solche Vorkommnisse immerhin als Nebensache gelten, sie werfen aber ein um so grelleres Licht auf die Zähigkeit, niit der das augestammte Judeuwesen von beiden Schriftstellern festgehalten und namentlich gegen Ende ihrer literarischen Laufbahn auch religiös hervorgekehrt wurde." „Heine ist dem Talent nach bedeutender, als Börne. Der Letztere ist aber doch von einigem gesetzten Ernst, während der Elftere nicht umhin kann, seine abrupte Possenreißern in Alles hineinzumischen. Selbst in dem bischen Lyrik, über welches er verfügt, schlägt er in demselben Athem mit der Stimmung wie eine Pnrzeltaube um. Aus dem Hochseinsollendcn in das Niedrigste, das ist seine gewöhnliche Art, auf der Leiter der Gefühle zu stolpern oder absichtlich Hanswurstgesten auszuführen. Im Ordinären und Angeschmutzten ist er am meisten heimisch, alles Andere ist ihm eine fremde Weit, in die er sich nur mit Mühe hinausschraubt. Wo er erhaben sein will, hält er es nicht ans und fällt unwillkürlich ins Komische, und zwar meist in die gemeinste Sorte desselben. Ein paar Gedichtchen ausgenommen, ist auch in seinem ganzen „Buch der Lieder", also in der ganzen Grundlage seines Dichterrufs, nichts, was ohne unangenehme Einmischung anmuthete, oder nicht als Zerrbild der Lyrik gelten müßte." ^ „Auch der sogenannte Weltschmerz Heines ist eine Copie." — „Heine hielt nicht die Fahne der Götter einer neuen Epoche in der Hand, um deren willen er sich rühmte, den religionsrückständigen Börne bekämpfen zu müssen. Heines Fahne war vielmehr zerfallender Zunder gewesen; sie war aus allerlei Plunder zusammengestückt gewesen, den sich der jüdische Autor aus den verschiedensten Behausungen anderer, theils todter, theils lebender Völker eingesammelt hatte. Mit diesen bunten Abfüllen hatte er paradirt, aber nie und nirgend hatte er etwas Ganzes und Unabgerissenes sich auch nur anzueignen vermocht. Von der gediegenen und anständigen Kleidung anderer Völker erhielt er kein Stück, nur das Abgetragene und die Fetzen fielen seiner jüdischen Muse auheim." In dieser Weise charakterisirt wohl sehr weitläufig Dr. Dühring die beiden Größen, Börne und Heine. Der Journalistenchor Heine und Consorten. 391 ist über diese Kritik ganz paff geworden; dem Dühring war mit dem gewöhnlichen Wurfgeschoß Ultramontanismus, Jesuitismus, Zelotismus nicht beizukommen, in derlei Fällen ist es angerathen und üblich, sich todt zu stellen und das Todtschweigen als einzige Waffe in Anwendung zu bringen. Wir wollen mit dem gediegenen Urtheil einer neuerschienenen Literaturgeschichte über Heine schließen*: „Die Mischung dämonischen Hohnes und träumerischer Sentimentalität, welche die Heine'sche Poesie charakterisirt, ist uns schon bei Bettina Arnim, aber geistreicher begegnet. Bei Heine treten die semitische Raceneigenthümlichkeit und der schmutzig-talmudische Witz hinzu, welche die unangenehme Wirkung noch verschärfen, „Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang, Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang, Mein Fräulein, sei'n Sie munter, Das ist ein altes Stück: Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück." Mit solchen Polnischen Judenwitzen amüsirte er sein blasirtes Publikum königlich. In den Kreisen der Frankfurter Geldaristokratie und in den Berliner buroaux ä'ssxrit ging es schon frei genug her, Heine aber, der jede Phryne auf den Pariser Boulevards kanntef hat den sittlichen Gehalt der Poesie auf die tiefste Nummer herabgedrückt. Wenn wir wissen, wo er die Inspirationen zu seinen Liedern sich holte, verlieren seine besten ihren Reiz und Werth „Leise zieht durch mein Gemüth Liebliches Geläute, Klinge, kleines Frühlingslicd, Kling' hinaus ins Weite, Kling' hinaus bis an das Haus, Wo die Blumen sprießen, Wenn du eine Rose schaust, Sag', ich last' sie grüßen," Die Heine'sche Lyrik ist das Wanderlager der Romantik, worin der Poet als zungenfertiger Verkäufer seine bunten Waaren feilbietet und anpreist, bis er beim Nachlassen der Kauflust den ganzen Bettel mit jüdischem Hohn unter den Tisch wirft. * „Allgemeine Literaturgeschichte", von Peter Norrenberg. Münster, Rüssel, 1884. 3 Bände. 3. Bd., S. 22S, 3ö2 Heine und Consorten. „Nun ist es Zeit, daß ich mit Verstand Mich aller Thorheit entled'ge; Ich Hab' so lang als ein Komödiant Mit dir gespielt die Komödie. Die prächt'gen Coulissen, sie waren bemalt Mit hochromantischem Style, Mein Rittermantel hat goldig gestrahlt, Ich fühlte die feinsten Gefühle." Nur einmal ist Heine wahr gewesen, als er die Verse schrieb: „Selten habt ihr mich verstanden, Selten auch verstand ich euch, Nur, wenn wir im Koth uns fanden, Da verstanden wir uns gleich." In diesen Koth hat er Alles gezogen: Christenthum und Poesie, Kirche und Staat, Freunde und Feinde. Er starb mit der Blasphemie auf den Lippen: Oisu ms porüormoio, o'sst soll Mötier." Wenn im Urtheile über die ethische Verkommenheit des Dichters ehrenhafte Autoren selbst der radikalsten Richtung bei einem gleichen Resultate angelangt sind, so meinen wir doch, er sei für seine Vergehen nicht ausschließlich allein zu belasten. In den Geboten des Loüulaüan urnoü erzogen, in einer verlüderlichten Gesellschaft lebend, durch den ungemessenen Beifall seiner Consorten zum Größenwahn verleitet, ist er ein Typus des modernen Reformjudenthums geworden, das sich aus dem ganzen Talmud nur den Haß gegen das Kreuz und die Feindschaft gegen die Goyim reservirt hat. Diese zwei Momente sind in seinen Schriften nicht wie rothe Fäden, sondern wie schmutzige Stricke auffallend sichtbar geworden. Heine war eben ein unglücklicher Mensch. Durch sein zügel- und gesetzloses Leben aufs Krankenbett geworfen, suchte er die Schuld von sich abzuwälzen, verhöhnte und verspottete in cy- nischer Weise alle christlichen Grundlagen der Gesellschaft und gab sich die vergebliche Mühe, ein Moralgesetz ausfindig zu machen, in dessen weiten Rahmen er sein ganzes Lebensbild hätte hineinfügen können. Dieses eben so unglückliche als nutzlose Streben mußte ihm seine letzten Tage verbittern. Wir haben sein Leben und sein Sinnen hier bloßgelegt, um Eltern und Erzieher, wie Söhne und Töchter ehrbarer Familien zu mahnen, sie mögen im Interesse ihrer Lebenskreise die Heine und Consorten, 393 Heine'sche Welt- und Lebensanschauung in ihren nothwendig daraus hervorsprossendeu Folgen kennen lernen. Wie sich übrigens in jüngster Zeit der Wind bezugs der Verhimmelung des Heine als Dichter und als Charakter sehr bedrohlich gewendet hat, ersehen wir aus einem Pariser Briefe im Wiener „Deutschen Volksblatt" vom 12, April 1891. Daselbst heißt es wörtlich: „Ein paar arme Teufel deutscher Socialdemokrnten haben sich von den in den internationalen Bergarbeitercongreß eingeschlichenen polnischen Juden verleiten lassen, einen mächtigen Kranz aus Lilien und Theerofen auf das Grab Heines zu legen. Der Kranz war mit einer rothen Schleife geschmückt, die die Worte: „Die Bergarbeiter ihrem Bruder Heinrich Heine" trug. Also dieser alte Schlemmer und Prasser, dessen Familie noch vor 9V Jahren den Judeuzoll bezählen und den Judenkragen tragen mußte, und die heute Hunderte von Millionen und die prachtvollsten Herrensitze in der Umgebung von Hamburg, Paris, Baden-Baden und Luzern besitzt, soll der Bruder ehrlicher Arbeiter sein, die ihr Brod im Schweiße ihres Angesichts verdienen!! Es gehört einerseits jüdische Dreistigkeit, andererseits christliche Gemüthlichkeit, respektive Dummheit dazu, um derartige Vorgänge möglich zu machen. Wahrlich, die deutschen Arbeiter hätten besser daran gethan, ihren Weibern und ihren Kindern ein Geschenk nach Hause zu bringen, als dem jüdischen Sudeldichter Kränze auf das Grab zu legen.". 159, Wie der Hröjzenwaljn von Mrne und Keine bei den Komplicen derselben zum Wationalgrößenwaljn angewachsen ist. In dem Wiener Journal: „Deutsches Volksblatt" spricht ein Herr Bewer (14, Januar 1891) vom „liberalen Literaturghetto, das sich allmälig um Heines und Börnes Stammhäuser in Deutschland angebaut hat", Bewer hat mit seinem „liberalen Literaturghetto" offenbar die ganze Börne- und Heineschule in der Journalistik bezeichnen wollen, auf welche der von diesen beiden Dioscuren gepflegte anwidernde Größenwahn sich vererbt und auch noch zu einem Nationalfanatismus gesteigert hat. Wir haben in der Nummer 89, Seite 214, von einem Reformjuden eine sehr denkwürdige Antwort auf die Frage gefunden: Was ist die Aufgabe des israelitischen Lehrers? Das Wiener „Deutsche Volksblatt" bringt in Nr, 722 (1891) 394 Heine und Consorten. einen Pendant, den ein moderner Held aus Israel auf seine Fahne geschrieben Hab Wir lassen das Programm mitsammt dem Marginaltitel aus dem „Volksblatt" wörtlich folgen: „Jüdische Frechheit, Der schriftstellernde Jude Held, dem der jüdische Größenwahn so im Gehirn steckt, daß er behauptete, die Juden seien die prädestinirte Weltrace, die nur einer körperlichen Auffrischung durch deutsches Blut bedürften, hat wieder folgende amüsante Ausbrüche geleistet: „Am Anfang der christlichen Zeitrechnung kamen die Juden nach Deutschland in derselben Mission, wie unsere heutigen Culturpioniere nach Ostafrika, Nur mit dem Unterschied, daß sie nicht hängten, Dörfer in Brand steckten, Schrecken oerbreiteten, sondern ohne Anwendung oon Gewalt äußere und innere Reichthümer der römischen Welt in die armen germanischen Wälder zu tragen wußten. a> Der jüdische Händler jener Zeiten ersetzte dem Germanenthum Eisenbahn, Post und Telegraphen, (2) Es wäre noch zu untersuchen, wer kräftiger an der Vermenschlichung germanischer Wilden mitgearbeitet hat, der christliche Glaubensbote oder der jüdische Handelsmissionär, verstimmt! Das ist doch schon mehr als Erdreistung. Das ist eine unglaubliche Leistung: Statt dem Glaubensboteu kommt der Handelsmissionär, Statt dem heiligen Severin kommt ein Bünkeljud' daher. Es haben sich schon christliche Stimmen vernehmbar gemacht, dahin verlautend, es solle auf der Elisabethbrücke in Wien dem heiligen Severin, dem Apostel Oesterreichs, ein Standbild gesetzt werden. Wenn es nach dem Kopfe der großen Lamden (d. i. eines, der mit Gelehrsamkeit behaftet ist) geht, so müßte ein Handelsmissionär mit dem obligaten Bünkel (Bündel) auf dem Rücken daselbst zur Verehrung aufgestellt werden. 4. Die Juden als Erzieher der Deutschen bis zum zwölften Jahrhundert! — Durch sieben Jahrhunderte haben diese blöden, undankbaren Deutschen sich gar nicht mehr daran erinnert, wer sie eigentlich erzogen hat, und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts schon Alles vergessen! — Heine und Consonen. 397 Da haben die Juden die Deutschen schon insoweit ausgezogen, daß auch die Deutschen aus Dankbarkeit über den Auszug der Juden nachzudenken anfingen. 5. Wenn man so was hört, da wird einem angst und bange, Die Juden haben Deutschland gerettet vor seinem Untergange, Denn während des Krieges in Deutschland, der 30 Jahre gedauert, Da haben sie heldemnüthig aus toffe Masematten gelauert. Die dummen Deutschen haben sich gegenseitig todtgeschossen, Derweil die schlauen Juden haben hohe Prozente genossen. Was von der „Befruchtung der Fluren" gesagt wird, ist heillos erfunden, Gerackert hat sich der Bauer — dafür wurde er geschunden. Das ist eine schöne Befruchtung! Gott möge die Juden bewahren, Daß sie den verdienten Lohn nicht für ihre Großmuth erfahren! Wir wollen aber auch allen Ernstes bemerken, daß wir nicht die sämmtlichen Juden für das obige Heldenstück und für das Treiben des Börne und Genossen verantwortlich zu machen gesonnen sind, wir meinen im Gegentheil, daß alle jene Nationsgenossen dieses Herrn Held, denen die Zeitumstände nicht unbekannt sind, sich dahin äußern werden: Mit derlei hirnverbrannten Zumuthungen sollte man doch den Christen jetzt nicht nahetreten. 6. Wir haben in Nr. 3 mit dem Zeugniß einer talmudischen Zeitung nachgewiesen, wie die guten Polen von den dort eingewanderten Juden erzogen und gerettet worden sind. Die Weltgeschichte lehrt, daß derlei Erziehungen und Rettungen auch immer Tage der Abzahlung, des Dankes für die edlen Erzieher im Gefolge gehabt haben. Ein jüngstes Beispiel für Hunderttausende, auf welche Art schon sieben Achtel des galizischen Bodenbesitzes in Judenhände gekommen, finden wir im Wiener „Deutschen Volksblatt" vom 18. Januar 1891. Der Bericht lautet: „Ein Ruf um Schutz für die ausgebeuteten Bauern.— Eine schöne Stiftung. Ein ehrwürdiger, beinahe 8vjähriger, :m Bobrkaer Bezirke wohnhafter Priester veröffentlichte im „Prze- glond" einen Artikel, worin er die Regierung und den Landtag dringend ausfordert, den Bauern dieses Bezirkes, sowie deren Waisen doch einen Schutz angedeihen zu lassen, denn sie würden 398 Heine und Consorten. auf eine fürchterliche Weise von den Bobrkaer Juden ausgebeutet. In einer wahrhaft ergreifenden Weite schildert dieser Priester die jüdischen Umtriebe im dortigen Bezirke. Es wohnen in Bobrka zwei Juden, die dorthin vor dreißig Jahren, wie man sagt, ohne Hosen und Stiefel gekommen sind, und heute ein Vermögen besitzen, das sich auf Hunderttausende beziffert. Diese Juden haben im ganzen Bezirke eine große Zahl von Agenten, deren Aufgabe es ist, zu erforschen, ob ein Bauer in der Rnstikalbnnk verschuldet, und wie groß seine Schuld ist, dann fahren sie nach Lemberg, kaufen der Bank ihre Forderung ab und martern die Bauern durch Exekutionen. Ferner ist die Aufgabe dieser Agenten, auch zu erfahren, ob ein Bauer sich dem Trünke und der Verschwendung ergibt: von solchen Bauern kaufen die Juden um einen Spott- preis ihre Erbtheile ab. Wenn ein Bauer stirbt, so vermacht er seine Wirthschaft dem ältesten Sohne, und dieser muß die Erbtheile der jüngeren Geschwister bezahlen. Von diesen jüngeren Geschwistern kaufen nun die Juden auch für einen Spottpreis ihre Erbtheile ab, strengen Processc an und verjagen dann den Bauer von Hans und Hof. Auf diese Weise erwarben diese Juden bloß im Bobrkaer Bezirke binnen wenigen Jahren über IM Bauern- wirthschaften. — Als Gegensatz die Stiftung eines Christen: Ein schlichter Bürger, Namens Anton Bilinski, vermachte sein ganzes Vermögen, d. i. 225OM Gulden ini Baaren und ein schönes Haus, der Gemeinde von Lemberg zur Errichtung eines Versorgungshauses für unheilbare Kranke und für Genesende. Die Stiftung soll den Namen „Anton und Pelagia Bilinski" tragen, und für ewige Zeiten den christlichen Charakter beibehalten." Auf folgende Frage Börnes lassen wir unten eine trockene historische Antwort folgen (S. 15): „Aber jetzt, da auch der ruchloseste Heuchler nicht zu sagen wagt, daß er die Juden wegen ihres Glaubens verfolge, womit wird jetzt die Bosheit beschönigt? Es wird mit der schamlosesten Heuchelei gegen die Juden zu Werke gegangen, es werden lügnerische Behauptungen mit solcher Keckheit geführt, daß selbst Gutgesinnte dadurch getäuscht werden, weil sie nicht glauben können, daß Manche so plump betrügen wollen. Darum will ich die Thoren entlarven und den Bösewichteru ins Antlitz leuchten." Nach den gegenwärtigen Erfahrungen, welche die Goyim gemacht haben, und nach jenen, die ihren geborenen Feinden noch bevorstehen, dürfte es Börne kaum mehr wagen, mit einer so unverschämten, wüthigen Frechheit jene Christen zu ver- schimpfen und zu verlästern, die nicht gesonnen sind, sich als Sklaven auf dem Markte verkaufen zu lassen, und würde es Börne unter diesen Umständen doch noch wagen, seine Infamie loszulassen, so möchte ihn ein derartiger Hagel von kräftigen Heine und Consorten, 399 Rückantworten aus seinem Traume sehr unliebsam aufschrecken, daß er sich vor Galle geradewegs zu Tode zappeln würde. Die Goyim sind eben erwacht, das freche Geschmuse des großen Socialisten ist durchschaut, der großmäulige und von Größenwahn inficirte Krakehler ist erkannt, und die lustigen Stunden des sehr schlau arrangirten Maskenballes sind zu Ende gegangen. Bisweilen reißt auch Klio, die Muse der Geschichte, Einem falschen Propheten die Larve vom Gesichte. Heine ist dem Börne, was den unverfrorensten Nationalgrößenwahn anbelangt, nicht nachgestanden, er meinte, „daß heutzutage nicht bloß Deutschland die Physiognomie Palästinas trage, sondern auch das übrige Europa sich zu den Juden erhebe". Ach, der Heine, sehr bescheiden, Hat sonst keine andern Leiden. Diese Goyim sollen eben Zu den Juden sich erheben, Blinzeln sollen sie wie Flöhe Zu der Elephantenhöhe. Elephanten sehm verächtlich Aufs Gewürme, welches knechtlich, Von den Rüsseln unbedauert, Unten tief im Staube kauert. O ihr dummen Goyim, seht es. So und gar nicht anders steht es: Zu der Knechtschaft ihr geboren, Zu der Herrschaft wir erkoren! In das Zuchthaus wird geführt Jeder Goy, der sich nur rührt, Oder auch als Narr bewacht Jeder, der uns nur verlacht! Börne hat es so verkündigt Jedem, der an Sem gesündigt. Das sind, mit Respekt zu melden, Unsre edlen Freiheitshelden, 400 Heine und Consorten. Sie prophezeiten schöne Zeiten, Darüber läßt sich gar nicht streiten. Und doch was Anders kommt hinfür: Der große Krach'steht vor der Thür! Der Reformrabbi Ritter zu Berlin hat sich auch zu einer schwindelhaften Höhe erhoben, von welcher er auf die armen Goyim herunterschaut. (Erich Lehnhardt: „Die antisemitische Bewegung." Zürich 1884.) Ritter prophezeit: „Wir sind ein Gradmesser geworden für den Culturzustand der Völker, in deren Mitte wir wohnen. . . . Wir sind nach der Propheten Wort bestimmt, zum Lichte der Nationen blinde Augen zu öffnen, die Gefesselten zu befreien und aus dem Dunkel zu führen die Bewohner der Finsterniß. Freut Euch also, Ihr Andern, die Ihr uns habt, daß ein Theil unter Euch lebt, der wahrhaft an Gott glaubt." Wir haben in vorliegender Schrift S. 178—181 Gesetze für die Juden gebracht. Wie sich die Christen in Galizien freuen können, „daß sie die Juden unter sich haben" u. s. w., das hat „Der orthodoxe Israelit" (siehe hier S. 18) mit einer nackten Unverschämtheit ausgesprochen. Für den edlen Rabbi Ritter Ist die Wahrheit herb und bitter. So wie die Lüge unverschämt, So ist die Wahrheit unverbrämt. Ein Volk betrügen und berauben, Das wär' der wahre Gottesglauben. Das ist zum Unglück noch der Hohn Von einem frommen Levisohn: Der Bauer, von Haus und Hof vertrieben. Soll seine Räuber auch noch lieben, Die wahrhaft ihn zuerst berauben, Um wahrhaft dann an Gott zu glauben. So was ist noch nicht dagewesen, Was Rabbi Riller gibt zu lesen. Die Goyim sind doch gar zu dumm, Vielleicht kriegt mau sie doch herum. Die Hunderte von Menschenhändlern in Galizien, welche die Bauern um ihren Besitz betrügen und diese armen Heine und Konsorten. 401 Teufel nach Amerika ins Elend schicken, und die jüdischen Mädchenhändler in Ungarn, welche arme Geschöpfe unter Lügen und Vorspiegelungen in überseeische Lasterhöhlen verschachern, die „befreien die Gefesselten und führen die Bewohner der Finsternis) aus dem Dunkel zum Lichte!!" Da kommt doch der Leser außer Rand und Band über den Gradmesser für den Cultnrzustand. Nach Rabbi Hamburger („Die Nichtjuden." Neustrelitz 1880.) fließt im Talmud „die Quelle lauterster Humanität". Das ist eine saub're Quelle, Die bringt uns keine Wasserhelle, Faule Aeser, faule Fische Steh'n auf dem gedeckten Tische,* Jauchen, welche ekel stinken — So was kann ja Niemand trinken. Frechheit hat ihr Haupt erhoben, Diesen Trank uns anzulobeu. Auf der Goyim Dummheit sündigen Heißt: so etwas anzukündigen. Besser wäre es, zu schweigen, Als so hoch sich zu versteigen, Und die Frechheit, rabbi-eigen, In dem grellsten Licht zu zeigen. Da kommt noch, um das Viergespann voll zu machen, Rabbi Lazarus, der verkündigt, daß die Religion Lessings unter uns siegen wird. Nun, was an der Religion Lessings drum und dran ist, das haben wir mit authentischen Zeugnissen nachgewiesen („Lessingiasis und Nathanologie." Schöningh, Paderborn 1800). Was der fromme Lazarus verlogen unter der Religion Lessings versteht, das wäre der Sieg des Judenthums über das Christenthum. Die Juden die Herren, die Christen die Sklaven und Arbeiter — das geht eine Zeit lang, aber für immer geht es nicht! * LoliMobau -rrnolr (das Gesetzbuch der Juden), deutsch: Der gedeckte Tisch. Brunner, Zwei Buschmänner. - 26 <402 Heine und Consorten. töll, We die asten Wünsche Wörnes und die jüngsten Wünsche seiner Schüler noch immer nicht in Arfüssmig gegangen sind. Gorljersage Drummonts, Lin Wunsch des Aürflcn Alois Liechtenstein gegen den Htörnemunsch als Schluß, Wie sich gegenüber den auch von Heiden anerkannten Leistungen in der Krankenpflege der Barmherzigen Schwestern in neuester Zeit die jüdische Wuth geradewegs überpurzelt, unein- gedenk der Nutzanwendungen, welche sich aus den unqualificir- baren Ausbrüchen derselben für das Judenthum folgerichtig ergeben müssen, das ersehen wir in folgender Leistung des Talmndjnden Mayer, der in seiner Zeitung zu Paris, „Lan- terne", sich also vernehmen läßt: „Die Knttenblätter melde», die Barmherzigen Schwestern wollten auswandern. Wäre es doch nur wahr, denn da wäre es mit der Komödie der Barmherzigkeit der Pfaffen zu Ende, Welch Glück, wenn wir dem Auszuge dieser Betschwestern und Plappermäuler, dieser un glückseligenhysterischen Weibs- lentc zusehen könnten, welche behaupten, den Himmel zu gewinnen, weil sie den Kehricht zusammenbetteln und dabei ihren Rosenkranz hcrplappern," Der Hochmuth einerseits und die Angst andererseits verleiten die Inden oft zu Handinngen, deren Folgen eben für die Juden geradewegs unberechenbar sind. Mit der obigen 'Infamie, welche die Barmherzigen Schwestern in einer Weise behandelt, die jedem noch für Recht und Ehre ein Gefühl habenden Christen das Blut in die Wangen treibt, hat der Herr Mayer jedem christlichen Gegner der Juden für die Zukunft einen Prügel in die Hand gegeben, mit dem bei einer sehr leicht möglichen Vertreibung der Juden aus Frankreich auf den Rücken derselben losgedroschen werden kann. Wir können den Beweis liefern, daß wir mit der Prügelstrafe nicht einverstanden sind, denn wir hätten bezugs dieser Aeußerung für die Tintenjuden der „Lanterne" folgenden Vorschlag bereit: Man sende die ganze Redaktion in ein Epidemie-Spital, aus dem die Barmherzigen Schwestern vertrieben worden sind, und halte an diese saubere Gesellschaft folgende Anrede: „Nachdem Sie, meine Herren, in ihrer talmudischen und schulchanaruchischen Wuth den Barmherzigen Schwestern ihr Heine nnd Consorten, Bleiben in Frankreich unmöglich gemacht, und die armen, kranken, Hülflosen, leidenden Christen um die aufopfernde, liebreiche Pflege der Barmherzigen Schwestern gebracht haben, werden Sie zusammen jetzt die Güte haben, diese Pflege so lange zu übernehmen, bis Sie selber so weit in Ihrem eigenen Interesse zur Raison gekommen sind, daß Sie in einem bußfertigen, reuigen Schreiben Ihre Niederträchtigkeit einbekennen und selber die Barmherzigen Schwestern wieder zurückrufen werden." Der Jude Alexander Weill hat das goldene Zeitalter verkündet, welches wörtlich die m vsaische Gleichheit, Freiheit und solidarische Brüderlichkeit als ihre Dogmen nnd ihre Grundlage auf die Fahne geschrieben (siehe S. 209). „Diese mosaische Gleichheit wird zuletzt das Christenthum ganz verschwinden machen" meint er wörtlich, der Alexander. Wenn nun aber die ausgeplünderten Goyim zu diesem Alexander- Weill-Bekeuntnisse, zur mosaischen Gleichheit sich bekehren lassen, dann dürste diese Gleichheit vor allem Andern auf den Pergamentrücken der Börsenkönige geschrieben nnd besiegelt werden. Die Strömungen sind ihrer Zeit über das Junker- und Pfaffenthum auf Anstiften und zum Jubel der mosaischen Gleichmacher hingebraust: ob diesen Strömungen gerade vor den Heiligthümern der Börse ein Halt geboten werden kann? Die Antwort auf diese Frage hat noch die Zukunft in ihre kalte Hand geschlossen. Die Geschichte lehrt uns, daß hereinbrechende Katastrophen sich allenfalls durch Geld und List eine Zeit lang hinausschieben, aber nicht vermeiden lassen. Zum Schlüsse uoch einige Worte von Drummont, der in dem von einer Bande Großwucherer finanziell ruinirten Frankreich durch ein ebenso charakterfestes, ehrenhaftes als geistreiches Auftreten eine von den legalisirten Volksaussaugern gefürchtete Großmacht geworden ist. Die Enthüllungen Drummonts machen den von Börne in die Welt geheulten Judenschmerz über die grausame Unterdrückung seiner leidenden, gekränkten Nation vollends verstummen. Börne erscheint als ein completer Lügner und Heuchler, er verschweigt alle Gesetze und Con- cessionen, welche den Juden in ihrem sogenannten Religionsbuche gegenüber den Christen geboten oder erlaubt sind, und lamentirt nur über die Roth wehr der Christen, welche er als eine 404 Heine und Eonsorten. unmenschliche nnd ungerechte Verfolgung zu brandmarken sucht. Wir folgen hier dem Berichte einer ausgezeichneten Zeitschrift, welche allen Jenen, die das Schreiben und Treiben der Juden in der Gegenwart gründlich kenneu lernen wollen, als ein unentbehrliches Mittel zur Belehrung empfohlen werden kann*: „Vor Jahresfrist hat A. Pvntigny in Paris den Rohling'schen Talmudjude» ins Französische übersetzt, wofür ihm alle Welt Dank wissen muß. Drunimont hat diese Ausgabe mit einem interessanten Vorwort versehen, aus dem wir hier einige markante Stellen wiedergeben: „Mein lieber Gesinnungsgenosse! Ihr Gedanke, eine neue llebersetznng des berühmten Werkes des vr. Rohling: „Der Tal- mndjude" anzufertigen, war ein ausgezeichneter. Jetzt kann nicht der geringste Zweifel an der Echtheit des Textes bestehen, und die Juden selbst haben, wie ich glaube, aufgehört, dieses Thema zu bekritteln. Wir haben also ein Dokument von unschätzbarem Werthe vor uns. das uns gestattet, gewissermaßen in die Seele, oder vielmehr in das Gehirn des Juden hineinzublicken, die Gefühle, die er uns gegenüber hegt, zu ergründen und seine Auffassung aller Dinge, in socialer sowohl wie in moralischer Hinsicht, kennen zu lernen. Für jeden denkenden Menschen erhellt diese Studie die Dunkelheiten und Unverständlichkeiten der gegenwärtigen Zeit in glänzender Beleuchtung. „Alle Revolutionen," hat Proudhon sehr richtig gesagt, „sind theologischeRevolntionen, der allgemeine nervöse Zustand, mit dem die ganze Welt in diesem Augenblicke ringt, läßt sich mit einem Worte bezeichnen: „DieRa ch e des Talmud am Evangelium." Die hochtönenden Phrasen über Philosophie, Atenschenrechte, Wiedergeburt der Menschheit, die während der ersten Dezennien dieses Jahrhunderts dem Juden als Schirm gedient haben, hinter dem er wirthschaften konnte, täuschen Niemanden mehr, das sind alte Papierzieraten, die zerreißen und in Stücken davonfliegen." „Der Jude erscheint jetzt als Herr, er gibt sich gar nicht einmal mehr die Mühe, diese Herrschaft zu verbergen, er hat alle Welt durch die Finanzen umgarnt, er regulirt die Gesetze der Waarenerzeugung nach dem jeweiligen Interesse seiner Syndikate, er hat alle Staatsmänner gekauft, die käuflich waren, und die, die er nicht corrumpiren konnte, aus Amt und Würden entfernt. Er ist allgegenwärtig, und überall, wo man ihn trifft, allmählich so mächtig, daß man selbst nicht mehr wagt, ihn anzugreifen. Sie entsinnen sich der Bewegung, die unsere servile Kammer ergriff, als Lanr den Muth hatte, den Häuptling der Wucherer beim Aamen zu * „Deutsche sociale Blätter. Organ der deutsch-socialen Partei", von Theodor Fritsch. Leipzig. VI. Jahrgang, Nr. 126. Kostet vierteljährlich mit Zusendung nur 2 Mark. Heine und Consorten, 405 nennen nnd Rothschild öffentlich zu brandmarken, Alle diese sogenannten Liberalen, die beständig Alles, was Verehrung nnd Ächtung verdient, Alles, was Glauben, Aufopferung und Ideal bedeutet - Christus, den Papst, die Priester nnd die Barmherzigen Schwestern beschimpfen, alle diese Menschen zitterten wie schuldige Lakaien, die ans frischer That ertappt sind, bei dem Gedanken, daß man es wagte, einen Frankfurter Bankier anzugreifen, der in ihren Augen ein heiliges Amt bekleidet," — „Wenn man einen Herrn hat und sich desselben entledigen will, so ist es nothwendig, seine Gedanken zu kennen. Den Deutschen hat das Buch von Rohling darüber Aufklärung gegeben, und Ihre Ueberletzung wird bei uns ein Gleiches thnn! Dergestalt bewaffnet, mit einer Art Mission betraut und durch die Vorschriften seiner Religion selbst von jedem hindernden Skrupel befreit, stürzt sich der Jude auf die Hauptstädte, um sie zu erobern," „Auf die Entgegnung der modernen Juden, daß diese nicht mehr den Talmud studieren, erwidert Drnmmont: „Was hat es auch der Jude von heutzutage nöthig, den Talmud zu studieren? Er befindet sich in seinem Gehirn vermöge des Gesetzes der Erblichkeit eingeprägt, er ist das geistige Vermächtniß unzähliger Generationen, die nach seinen Vorschriften gelebt nnd gestorben, die diese Lehren in Fleisch nnd Blut aufgenommen haben," „Die Juden sind aus Talmud geknetet, vom Talmud ganz durchdrungen, sie verdanken ihm nicht allein die wahnsinnige Idee, daß sie uns überlegen sind, sondern auch die erstaunliche Spitzfindigkeit, das Vollkommeue Fehlen jeder sittlichen Empfindung, jeden Begriffes von gut und böse, was wir Alles an dem Hebräer so natürlich und ursprünglich finden, daß wir es für ganz entschuldbar halten," „Die vaterländische Jugend fragt sich, ob es nicht möglich wäre, im Falle einer Kriegserklärung die Fürsten Israels zu ergreifen und sie zu zwingen, die Milliarden, die sie uns gestohlen haben, herauszugeben, so daß wir unter günstigen Bedingungen Krieg führen können. Im Grunde ist dies der Gedanke von Jedermann, Keine Zeitung hegt ihn, aber alle Journalisten (die christlichen) sprechen davon. Der durch das Monopol großer Magazine ruinirtc Ladenbesitzer, der kleine, von den Freibeutern der Börse um seine Ersparnisse gebrachte Rentier, der Arbeiter, den das Schicksal bedroht, von dem deutschen Juden, der die Aktien der Werke von Cail weggerafft hat, auf das Straßenpflaster von Gre- nelle gesetzt zu werden, hält unsere Lösung der Frage für die einzig vernünftige und praktische, sie sind Alle der Ansicht, daß der Jude genug gestohlen hat, und daß er einmal was herausgeben muß. Der Jude ist ohne Zweifel noch nicht besiegt, aber er ist sichtbar, er kann nicht mehr wie ehedem unterirdische Schleichwege gehen, man sieht, wie er handelt, man sieht ihn arbeiten, man ruft ihn beim Namen, man richtet direkte Fragen an ihn, man weiß, wo er wohnt nnd an welchem Orte man ihn eventuell finden kann, 406 Heine und Consorten. uni einige Dinge mit ihm zu erledigen, ehe er sich gänzlich aus dem Staube macht. Dieses, mau täusche sich nicht, wird das Hauptereiguiß am Ende des Jahrhunderts sein." Der arme Prophet (geb. 1786), welcher mit vollster Zuversicht die Zeit zu erleben hoffte, in welcher jede aufrührerische Schrift gegen die Juden den Verfasser ins Zuchthaus oder ins Tollhaus bringen würde, wäre jetzt (1891) 105 Jahre alt geworden, und diese Zeit ist noch nicht gekommen, die Erfüllung der frommen Wünsche des Sehers dürfte noch geraume Zeit auf sich warten lassen. Nun noch eine kleine Antwort auf die Frage: Wie können Bürger und Bauern von diesem durch Börne und Com- plicen so angerühmten und herbeigesehnten Glück befreit werden? Wir führen hier als Antwort nur ein paar Sätze an, mit welchen Fürst Alois Liechtenstein in einer Wählerversamm- lnng zu Hernals (Wien) im Februar 1891 eine Schilderung des Antisemitismus geschlossen hat: „Ich stehe lauge genug im öffentlichen Leben und habe lauge genug dem Parlamente angehört, um zu wissen, eine wie große Verantwortung diese Leute (die Juden) auf sich gewälzt haben, denn so oft wir die schöne Idee der christlichen isocialreform angestrebt haben, immer haben wir diese Leute in den Reihen unserer Gegner gesehen, theils an der Spitze derselben, noch öfter aber im Hintergrunde, wie sie ihre Puppen am Schnürchen zogen. Diese Herren sind überaus gescheidt; es ist ihnen nicht bange vor Ausnahmegesetzen, für welche sich im modernen Parlament nie eine Majorität finden wird, und die auch leicht umgangen werden könnten, aber sie hassen und fürchten die christliche Socialreform, weil sie ihnen ihre Hörigen entzieht, weil sie die Emancipation des christlichen Volkes vorbereitet, weil sie dem christlichen Volke sich selbst seine Würde und Einheit wiedergeben, und weil sie diese Leute zurückdrängen wird Schritt für Schritt iu das Dunkel, aus welchem sie kluger Weise nie hätten hervortreten solle n." S ch l >t ß. Das sind zwei Helden ersten Ranges Im Ruf des Werthes und Belanges, Und würdig eines Lobgesanges. Wir wollten nun das Epos singen, Zur wahren Geltung sie zu bringen, Und hoffen: es wird uns gelingen. Sie lagen selbst sich in den Haaren Und schilderten sich so, wie sie waren, Als über sich — sie losgefahren. Nachdem sie neidisch ungezügelt Sich gegenseitig durchgeprügelt, Da war ihr llrtheil auch besiegelt. Es haben diese beiden Recken Genau bemerkt des Andern Flecken, Die Jeder strebte zuzudecken. Hier fällt die Maske vom Gesichte. Ob Ehrenmänner — oder Wichte, Das zeigt die Wahrheit der Geschichte.