Druckschrift 
Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
371
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Heine und Consorten. 371

Uebrigens ist Heine für die ihm vom Fürsten Pückler ge-machten Complimente nicht undankbar gewesen.

Im 9. Band der Memoiren. S, 301, finden wir Fol-gendes :

Heinrich Heine schrieb an Ferdinand Lassalle aus Paris, den1V. Februar 1816, über mich (Pückler) das Folgende, das meinNeffe Kosbeth mir abgeschrieben hat:Was soll ich aber vomFürsten Pückler sagen? Welch ein ^ranck 8oip?ns»r! Sein Briefist nicht nur ein schriftstellerisches Meisterstück, sondern auch einbedeutsames Denkmal, bedeutsamer als ihm selber dünken mag,in Bezug auf unsere socialen Verhältnisse und Umwälzungen. Esversteht sich von selbst, daß dieser Brief gedruckt werden muß, erist von dem allgemeinsten Interesse, und die Sehenden werdenwohl merken, daß dies nicht eigentlich ein Schreiben Pücklcrs istan Carl Heine in Sachen Heinrich Heines, sondern daß hier einerder letzten Ritter der alten Gebnrtsaristokratie den Emporkömm-lingen der neuen Geldaristokratie noch zuletzt eine Lection gibtüber das Thema der Ehre,* und zwar zum Besten des beleidigtenGenius. Ja, die Lection ist siegreich, der chevalereske Hvchsinuzeigt sich hier aus seinem schönsten Turnierrosse und in seinemfleckenlosesten Harnisch dem Point äRomrour und der lo^autö. Dasplumpe, selbstische Krämerthum, ich hätte fast gesagt das Bürger-thum (?) findet hier seine kläglichste Niederlage, und an Verhöhnungwird es nicht fehlen, zumal von Seiten der allermodernsten Gegnerder jetzigen Geldherrschaft. ^ Sie wissen, welche Leute ich meine.Der Genius freilich spielt hier eine mühselige Figur? die Ro-mantik, die er selber auf den Tod befehdet, tritt hier großmüthigfür ihn selbst in die Schranken, denn am Ende, wenn Pückler auchFürst in den Jdealprovinzen des Geistes ist, so ist er es dochauch in dem preußischen Schlesien, und seine Handlungsweise isteben so adelig wie edel. Ich werde bei nächster Gelegenheit demFürsten schreiben, unterdessen melden Sie ihm gefälligst meinengerührten Herzensdank. Sein Brief muß in jedem FallePublicirt werden. Das Beste wäre, Varnhageu schriebeeinen Correspondenzartikel für dieAllgemeine Zei-tung" und theilte den Brief mit in demselben, nach ein-geholter Erlaubnis) des Fürsten. Den Artikel müßte Varn-

* Im Interesse des echten alten christlichen Adels kann man sagen:Pück'ler-Muskau ist durchaus nicht der Mann gewesen, Lectionen über denEhrenpunkt zu geben, wenn er auch seinem Herkommen nach nicht auf derStufe der Börsenbarone gestanden. Wir haben inAllerhand Tugendboldeaus der Ausklärungsgilde" aus den von der Ludmilla Assing herausgegebenenMemoiren Pücklcrs aktcnmäßig aus Pücklers eigenen Ausschreibungennachgewiesen, daß dieser Herr ein sehr unsauberes und zerbrochenesmoralisches Gefäß gewesen ist, und daß sein ganzer Wandel und Handelnichts weniger als ebrenpünktlich gescholten werden kann.