372 Heine und Consorten.
Hagen direkt an den Baron Cotta nach Stuttgart schicken, denn inAugsburg ist zwar Kohl mein innigster Freund, aber auf seineCollegen kann ich mich nicht verlassen, Cotta's ist man aber sicher,wo er die Namen Varnhagen, Pückler und Heine sieht/'
Es muß bemerkt werden, daß Heine den Brief Pücklersvoll der Lobsprüche über ihn mit einem Retourwagen an Pücklererwiderte und das Belobungsdekret Pücklers, als ob esnicht durch Heines Zuthun geschehen wäre, in der „AllgemeinenZeitung" veröffentlicht wissen wollte. Es muß ferner bemerktwerden, daß der Onkel Heine dem Dichter viele und be-deutende Geldwohlthaten erwies; als der Onkel ausguten oder schlechten Gründen seine gebende Handzurückzog, dankte ihm Heine nach Art halbzahmer Füchse,denen ein vertrauensseliger Thierfreund eine Schüssel mit Fleisch-stücken vorstellt und die Hand zurückzieht, der Fuchs schnapptnach der Hand des Gebers und beißt in dieselbe hinein. Dasist des Fuchses Dank.
152. Kofiöare Urlljeil'e und Hejlandnisse eines „öerütjmten" UMinersüöer Keines Hriese an Moser.
Wir haben es hier nicht so sehr mit den Briefen Heines(aus denen wir schon einige Pikanterien angeführt haben), son-dern mehr noch mit der Kritik und Anschauung des RabbinersPhilippson über diese Briefe zu thun.
Die christlichen Leser werden staunen, wie weit es gewisseStaatsbürger in jenem (angebornen oder anerzogenen?) Talentbringen können, welches die höchst intoleranten Goyim mit demWorte „Unverschämtheit" bezeichnen.
Rebb Philippson schrieb eigenhändig (siehe „AllgemeineZeitung des Judenthums", Leipzig, 7. October 1862, Nr. 41)Folgendes:
„Wir stehen jetzt an dem Uebertritt Heines zum Christenthum,und hierfür bieten uns die vorliegenden Briefe vielfache Aufschlüsse.Sie zeigen uns, daß Heine nuS einer dem Judenthum und derreligiösen lleberzeugungstreue längst entfremdeten Familie stammte,daß er die Convcrsion aus dem Motive, ein Amt im Staatsdiensteoder doch eine öffentliche Carrmre zu erreichen, vollbrachte, wozuihn damals mehr als seine Lust sein ihn erniedrigendes und dochseinen Bedürfnissen nicht genügendes Verhältniß zu seinem Oheim,